Dienstag, 17. Januar 2017

Grüne Behandlung

Mein Finger nervte über Nacht, war sehr druckempfindlich und pochte leicht. Doch darüber ließ ich am Morgen erst mal nichts verlauten und ging meinen Aufgaben nach… vielleicht wurde er doch noch von alleine besser und ich kam um einen Besuch in der Krankenstation herum? Nach einigen überflüssigen Behandlungen in meiner Gorvergangenheit bei Mitgliedern dieser Kaste, bin ich jeden Tag dankbar, wenn meine zum Glück sehr robuste Gesundheit mich nicht im Stich lässt und ich keine fiesen Einläufe, hässlich grün gefärbte Haare oder diverse andere Schikanen bekomme und auch nicht an medizinischen Experimenten teilnehmen muss.

Nachdem schließlich auch das Geschirr abgewaschen war, lief ich erst einmal nach oben und entdeckte meinen Herrn samt Gefährtin auf dem Balkon, wo sie sich übers Wetter unterhielten. Abwartend kniete ich mich lautlos in den Hintergrund, wie es sich für eine wohlerzogene Kajira gehört, um nicht unnötig zu stören. Doch so wie mein Herr zu mir hinüber schauend brummte, gefiel ihm meine Rücksichtnahme nicht und meine Sprachlosigkeit inzwischen wohl auch nicht mehr: „Versteckt sich da jemand? Arya wirkt etwas stumm heute… ob das am Tuch in ihrem Mund liegt?“ Damit ich meinen Aufgaben nachkommen konnte, hatte er am Morgen zwar meine Fesseln gelöst, das Knebeltuch jedoch nicht.

Offensichtlich sah mein Herr jetzt den richtigen Zeitpunkt gekommen, mich von dem ekelig schmeckenden Knebel zu befreien und die Gnädigste erlaubte mir netterweise, etwas Wasser zu trinken und mir ein paar Essenreste in den Mund zu stopfen. Leider war unten in der Küche vom Balkon nur leises Murmeln zu hören… worum es ging, konnte ich nicht verstehen, bin zum Glück ja aber auch nicht neugierig. Blöderweise stieß ich mit meinem in Mitleidenschaft gezogenen Finger irgendwo gegen und spürte unangenehmes Stechen… es musste wohl noch ein Stückchen von dem Splitter drin stecken. Leider war mein Herumquetschen am Finger äußerst schmerzhaft und förderte nicht wie erhofft einen Splitterrest zutage. 

Wieder oben ließ ich mir selbstverständlich nichts anmerken, denn erstens kennt eine Kriegerkajira keinen Schmerz und zweitens kommt der Rest vom Splitter bestimmt irgendwann von alleine heraus. Sich sehr nachdenklich am Kinn kratzend musterte mein Herr mich erneut: „Arya, war da nicht noch etwas? Hast du das letzte Holz weggebracht und wie viele Splitter hast du dir dabei noch eingefangen?“ Args… warum musste er jetzt vor seiner Gefährtin von weiteren Splittern sprechen? Schnell betonte ich, wie vorsichtig ich gewesen war, als ich diese Arbeit erledigt hatte. Doch damit war für meinen Herrn das Thema noch nicht erledigt: „Wie geht es deinem Finger, Arya… was hatte ich dir dazu gesagt?“


„Finger? Was ist mit deinem Finger? Harta… herzeigen!“ ließ mich näher zur Grünen rutschen und ihr umgehend meinen Splitterfinger entgegen strecken. Wahhh… nur kurz wurde meine Hand hin und her gedreht, bevor mir auch schon gänzlich ungeplant, irgendein langgezogener Ton entwich, als einer der grünen Finger einen äußerst schmerzhaften Punkt piesackte. „Hmm, hmmmm… das gefällt mir gar nicht… da ist eine dicke Entzündung drin, Arya. Ich befürchte, ich muss schneiden“, lautete das vernichtende grüne Urteil. Mein Herr gab diverse langgezogene „Oooohs“ von sich, nannte mich dann „Neunfinger-Arya“ und bot an: „Soll ich die Axt zum Amputieren des Fingers holen? Ein Schlag und es ist vorbei… ein Finger weniger oder mehr macht doch keinen Unterschied!“

Na toll… die Gnädigste bezeichnete eine Sklavin mit neun Fingern sogar als „eine Besonderheit“ und wunderte sich kopfschüttelnd, wie dumm ich doch bin, dass ich mir bei den Holzarbeiten keine Reptücher zum Schutz um die Hände gewickelt hatte… klar, hinterher ist man immer schlauer, nur half mir das jetzt auch nichts mehr. Ich änderte meine Taktik und fing an zu betteln, meinen Finger bitte dran zu lassen und bot sogar freiwillig an, stattdessen doch lieber so einen schrecklichen Einlauf zu nehmen. „Der hilft nicht gegen eine Entzündung, Arya“, wurde mein Vorschlag für mich vollkommen unerwartet jedoch abgetan… huch?


Da auch mein Herr jetzt einsah, falls er mich mal verkauft, wäre es gut, wenn noch alle meine Finger dran sind, befahl mir seine Gefährtin mit äußerst energischem Tonfall, ihr in die Krankenstation zu folgen. Ohne ein einziges Widerwort hatte ich es jetzt tatsächlich eilig, zog mir weder etwas über, noch bemerkte ich, was vor der Haustür lag. Erst als mein Herr sich lautstark empörte „Wer stellt denn einen Sulsack vor meine Tür? Da kann man sich ja das Genick brechen!“ wurde mir klar, der Schmied hatte offensichtlich die versprochenen Suls von seinem Landsitz mitgebracht. Doch darüber freuen konnte ich mich erst später, da ich nun auf die Krankenliege beordert wurde und mit Entsetzen die gefährlich aussehenden Utensilien musterte, die die Grüne neben mir ablegte.

Erneut untersuchte sie meinen Finger, ging diesmal allerdings außer mit dem fies brennenden grünen Paga sehr sanft mit mir um und erklärte schließlich freundlich: „Es sieht so aus, als ob noch etwas drin ist vom Splitter. Bevor ich schneide, versuchen wir aber erst eine Salbe. Ich nenne sie Zugsalbe, weil sie einen Wirkstoff hat, der hoffentlich den Splitterrest herauszieht. Auf deinen Finger aufgetragen, mit Verband herum, bleibt sie zwei Tage drauf und dann schaue ich es mir wieder an.“ Mein bewickelter Finger sah zwar nicht schön aus, aber außer der Desinfektion war nichts unangenehm gewesen. Ich hätte also weder meine Luft anhalten, noch mir auf die Unterlippe beißen müssen, um keinen Piep von mir zu geben… eine Hauptmannkajira stellt sich bei sowas nämlich nicht an.


Mein Herr war bereits in die Unterstadt gegangen, verlangte nun aber nach der jammerfreien Behandlung ohne Einlauf oder andere Mordattentate meinen Finger zu sehen. Davon ließ er sich auch nicht abbringen, obwohl ich darauf hinwies, dass außer der Fingerspitze wegen des Verbands nichts von ihm zu sehen ist. „Arya, ich bevorzuge dich mit zehn Fingern, also lass den Verband dran und pass vor allem auf, dass dein Finger dran bleibt! Aber nun geh und kümmere dich um unsere Getränke, ohne ist der Abend nämlich nichts“, ermahnte mein Herr mich noch kurz mit Pagagelüsten und danach war eigentlich alles fast wieder so wie immer beim platt Treten der Pflastersteine auf dem Marktplatz.

Nachdem sich die Gnädigste beizeiten zurückgezogen hatte, kündigte mein Herr an, dass er noch zum neuen Garten will. Ich vermute allerdings, der neue Wassertrog für Fenris war zweitrangig… es ging ihm vor allem um das umgesetzte Sklavenloch. Ich wurde nämlich aufgefordert zu prüfen, ob inzwischen wirklich alles ausgehärtet und das Teil benutzbar ist… doch das hatte der Schmied bereits vor einigen Tagen bestätigt. Bei der Frage ob Ungeziefer drin ist, musste ich mich leider etwas weiter vorbeugen und spürte prompt einen Stups gegen mein Hinterteil, konnte mich aber gerade noch halten. „Arya, pass doch auf… nicht, dass du reinfällst und der Deckel geht zu!“ Hmmm… überlegte mein Herr wirklich, mich in das Loch zu stecken?


Er entschied sich um, zog stattdessen an meinem Ohr: „Arya, ich hatte dir gestern gesagt, dass du deinen Finger untersuchen lässt und was machst du? Du druckst herum!“ Schnell beteuerte ich, dass ich das noch vorgehabt hatte, aber seine Balkonzweisamkeit doch nicht mit einem Holzsplitter hatte stören wollen und nur auf den richtigen Moment dafür gewartet hatte. Ich wurde belehrt, dass ihm eine neun Finger Arya wichtiger ist, als ein Balkongespräch mit seiner Gefährtin. Ungehalten brummend zog er mich dann am Ohr ganz nahe zu sich heran: „Stell dir vor, wie lange du nicht richtig arbeiten kannst, wenn man dir deinen Finger absägt… wer soll dann die Kajiraarbeiten erledigen? Also war die Behandlung wichtig!“ Tja, wie immer hatte mein Herr natürlich Recht. ;-))

Montag, 16. Januar 2017

Holzfällertag

Mein Herr stand bereits ungeduldig brummend draußen vor der Haustür und rief maulig nach mir. Ich hatte mich zwar gleich am Morgen nach meinem Training auf der Stadtmauer um die Säge und ein geschärftes Beil gekümmert, die inzwischen auch im Garten auf der Bank lagen, doch danach muss mir komplett entfallen sein, dass es an diesem Tag wegen Brennholz in den Wald gehen sollte. Mist, in meiner Eile zog ich jetzt nämlich die Tunika vom Vortag an, die eher zu den besseren zählt. So intensiv, wie mein Herr mich musterte, wurde mir mein Fehler allerdings sofort klar, außerdem brummte er mich an: „Arya, willst du mich auf den Arm nehmen? So gehen wir nicht in den Wald… zieh dir etwas Altes an… zack, zack!“

Wie sehr ich mich jetzt beeilte, ist sicherlich nachvollziehbar. Wasser und etwas Proviant war schnell in die Umhängetasche gepackt und der Handkarren aus dem neuen Garten geholt, bevor das Brummen meines Herrn noch stinkiger wurde. Im Wald angekommen, sollte ich einen Baum aussuchen, doch bei der riesigen Auswahl war die Entscheidung nicht leicht, zumal ich mich mit Entscheidungen eh meistens ziemlich schwer tue. Meine Wahl fiel schließlich auf eine Ansammlung ca. oberschenkeldicker Bäume, die vermutlich leicht zu fällen waren und außerdem wegen ihrer relativ geringen Stammdicke hinterher nicht noch gespalten, sondern nur in einzelne Stücke auf geeignete Ofenlänge gesägt werden mussten.


„Nein Arya, die lohnen nicht… da ist zu viel dran zum Entasten im Verhältnis zur Baumdicke“, lehnte mein Herr meinen wie ich fand sehr guten, nämlich weniger gefährlichen Vorschlag ab und suchte einen anderen Baum aus. Er wählte nach einigem Hin und Her einen Baum, der so lang war, dass er fast bis zum Sattlerhaus reichte und sollte er unkontrolliert Richtung Oberstadt fallen, hätte er mit Sicherheit die Stadtmauer durchschlagen und das neue Haus meines Herrn getroffen. Ich fand den zu groß und zu dick und was noch viel schlimmer war, er stand in der Nähe eines großen, hohlen Stamms, in dem eine Monsterspinne ihr riesiges Spinnennetz gesponnen hatte. 

Das Biest war zwar nicht zu sehen, konnte jedoch jederzeit auftauchen und veranlasste mich, mittelprächtig nervös die Umgebung zu beobachten. Natürlich entging mein Verhalten meinem Herrn nicht, nach dem Eingeständnis meiner Angst vor der achtbeinigen Gefahr, beruhigte er mich jedoch: „Ich pass auf, Arya, mach dir keine Sorgen… mit Spinnen in Boskgröße kenne ich mich aus! Und nun Axt an den Rarius, wenn du weiter so guckst, brumm ich und lass dich alles alleine machen.“ Danach spuckte er sich voller Tatendrang in die Hände und ich beeilte mich, ihm die Axt zu reichen, mit der er nach fachkundiger Beurteilung des Rück-Seithängers dann auf den dicken Baumstamm einhackte. 

Ich parkte den Handkarren lieber noch etwas um, denn sollte er vom Baum getroffen werden, hätten wir zwar weiteres Brennholz, ich leider jedoch reichlich zu schleppen, was sich auch mit Karren als echte Schwerstarbeit herausstellen sollte. Während zwischendurch mit unverwechselbarem Hauptmanngrummeln zu hören war, dass der Baumstamm härter ist als er aussieht, beobachtete ich übrigens weiter die Umgebung in Sachen Spinne. Allerdings bewunderte ich vor allem die Kraft meines durchtrainierten Herrn, der die Axt so selbstverständlich schwang, wie ich einen Kochlöffel beim Umrühren von Soßen. Schließlich hatte er den Fallkerb sauber angelegt und die Säge kam zum Einsatz.


Um zu verhindern, dass ein Waldspaziergänger aus Versehen vom Stamm erschlagen wird, durfte ich kurz bevor mein Herr den Baum dann tatsächlich zu Fall brachte, so laut ich konnte rufen: "AAAAACHTUNG… Baum FÄÄÄÄÄÄÄÄÄLLLT!!!!!!!" Aus Sicherheitsgründen brachten auch wir uns mit beginnendem Knistern der splitternden Baumfasern in Deckung, denn man weiß ja nie ganz genau, ob aus der Baumkrone nicht doch noch Totholz herausgeschossen kommt. Der Waldboden erbebte kurz, aber alles klappte wie geplant. „Arya, während ich entaste, beginnst du schon mal mit dem Durchsägen des Stamms… ich helfe dir danach dabei. Wir nehmen alles mit… die dickeren Äste sowieso aber auch das Kleinzeug zum Anzünden.“

Das transportklein machen des Holzes war eine ziemliche Plackerei, die bei mir leider nicht ganz ohne Spuren blieb, weil ich mir einen dicken Splitter beim Aufladen auf den Handkarren in meinen Zeigefinger rammte. Mein Herr bot zwar sofort an „warte Arya, wir amputieren gleich hier vor Ort“, doch fand ich „selbst ist die Kajira“ angebrachter. Nach kurzem Quetschen bekam ich das blöde Ding tatsächlich heraus und hielt es siegreich wie eine Trophäe in die Höhe. „Na, da hast du Glück gehabt, Arya, ich hätte sonst mit meinen Fingern nachgeholfen… blutet es noch?“ Da eine Kriegerkajira selbstverständlich hart im Nehmen sein muss, schüttelte ich verneinend meinen Kopf und nahm meine Holzverarbeitungstätigkeit wieder auf.

Es war echte Schwerstarbeit, die den ganzen Tag in Anspruch nahm und in meinem Finger piekte es trotz entferntem Splitter ab und an immer noch. Dank ausreichend Wasser und Proviant überlebten wir aber und als es schließlich dämmerte, war fast alles Holz in den neuen Garten gekarrt. Um den Rest durfte ich mich am nächsten Tag kümmern. Die Kleidung meines Herrn war mit Holzspänen übersät und ich sah inzwischen nicht nur ziemlich dreckig, sondern auch zerkratzt aus, weil ich als Abkürzung den Weg durchs Notfallseitentor ausprobiert hatte, der wegen dichtem Gebüsch allerdings nicht zu empfehlen war. „Wir gehen jetzt nach Hause und du lässt Badewasser ein… aber warmes diesmal und wir nehmen die Seife nicht für den Mund, Arya“, war ein Befehl, dem ich nur zu gerne nachkam.


Hach… es war einfach unbeschreiblich toll, zu meinem Herrn in die Wanne steigen zu dürfen und genau das Richtige nach der Schufterei im Wald. Das Wasser kühlte auch kaum ab, bis wir es zu sehr später Ahn schließlich tiefenentspannt aber doch verließen. 

„Arya, für ein solches Bad lohnt es sich ja doch, öfter in den Wald zu gehen“, meinte mein Herr zufrieden schmunzelnd, während ich ihn abtrocknete. Er bestätigte jedoch meinen Hinweis, baden geht auch ohne Wald, außer man beabsichtigt eine Holzhandlung zu eröffnen und verlangte, dass ich ihm noch meine Kratzer zeige. Von denen war zum Glück kaum noch etwas zu spüren, sodass ich die untersuchenden Berührungen meines Herrn, dessen Hand sehr sanft über meine Haut strich, total genoss und mich am liebsten schon wieder an ihn geschmiegt hätte. 

Nach sehr unangenehmen Erfahrungen, habe ich es wirklich nicht mit grünen Behandlungen und bin auch nicht besonders zimperlich. Doch inzwischen sah ich ein, dass mit meinem Finger irgendetwas nicht stimmte, so komisch wie der sich anfühlte und außerdem piekte es in ihm, als mein Herr darauf herumdrückte. „Hmm, hmm… oh, ohh, ohhh!“ war erst zu hören und dann: „Also das Arya, ja das ist hui, hui, hui… der muss vielleicht amputiert werden! Auf jeden Fall muss sich das morgen meine Gefährtin ansehen. Vielleicht kann eine Spritze gerade noch verhindern, dass der Finger abfault.“ Damit schaffte mein Herr es, dass ich ihm vor lauter Angst sofort mit großem Arya-Ehrenwort versprach, den Finger tatsächlich der Grünen zu zeigen… außer natürlich, er wird über Nacht von ganz alleine wieder wie neu. ;-)

Sonntag, 15. Januar 2017

Das Wagenrennen konkretisiert sich

…und was sonst noch so los war.

Puhhh, Seife schmeckt nicht nur oberekelig, sondern macht auch Hunger und schrecklich durstig. Vollkommen hilflos war ich daher froh, als mein Herr mich am nächsten Morgen nach kurzem Test einer rotseidenen Körperreaktion, die offensichtlich zu seiner Zufriedenheit ausfiel, breit grinsend von den Fesseln, dem Knebel und dem Tuch vor meinen Augen befreite, das als Erinnerung allerdings weiter um meinen Hals hängen musste. 

„Hast du Hunger und Durst, Arya?“ war eine Frage, die ich eifrig bejahte und mit seiner Erlaubnis durfte ich mich danach heißhungrig über die Reste vom Vortag hermachen.

Eines hatte die Seifenspülung wirklich geschafft, es fiel mir deutlich leichter, mich aus einem Gespräch meines Herrn und seiner Gefährtin herauszuhalten und meine Gedanken stumm nur für mich zu denken, als die Gnädigste sich erneut vorschreiben ließ, was sie von mir an Ehrerbietung erwarten muss. 

Zu Hilfe kam mir allerdings auch, dass Hadi plötzlich an die Tür klopfte… eine der neuerdings drei Hofkajirae. Die Ärmste war tatsächlich von ihrem Herrn zum Trinken des Brutweins bestimmt worden, nachdem er dieses Vorhaben vor einigen Tagen bereits angekündigt hatte. Trotzdem war die Gefährtin meines Herrn ziemlich erstaunt, hatte sie doch nicht damit gerechnet, dass es Hadi treffen würde, die nun als Zuchtsklavin dienen darf und einen sehr verlegenen Eindruck machte. 

Mein vollstes Mitgefühl hatte sie jedenfalls, denn in meinen Augen ist sie durch und durch Sklavin. Ich vermutete außerdem, dass ihr Herr sie noch freilässt, damit sein Nachwuchs nicht unfrei geboren wird. Doch warum das Ganze… ist der Bauer mit drei Kajirae überfordert? Egal und geht mich auch nichts an, für mich war einzig wichtig, wie sehr mein Herr betonte, eine Sklavin Nummer drei nicht zu benötigen, weil er doch eine Nummer eins hat und außerdem verpuffen 99er sowieso nach einigen seiner Maßnahmen spurlos.


Ständiges Thema seit Tagen sind aber nicht die Nachwuchswünsche des Bauern, sondern das demnächst geplante Wagenrennen, das sich immer mehr konkretisiert, obwohl die Regeln noch nicht endgültig festgelegt sind. Am Schwierigsten war die Klärung, welcher Wagentyp es sein soll und aus welchem Material. Mein Herr beschaffte sich erst einmal einen einfachen Holzkarren, stellte allerdings sehr schnell fest, dass seine Sitzhaltung da drauf nicht so wirklich heroisch aussieht und entschied sich dann zu einem anderen, allerdings recht schweren Modell, in dem er sich seitdem die Ehrenrunde als Sieger drehen sieht. Leider bereitet mir seine Erwartungshaltung mittlerweile gewaltige Sorgen.


Ich befürchte nämlich, dass es trotz vollem Einsatz und meinen täglichen Trainingsrunden auf der Stadtmauer, inzwischen sogar mit einem mit Steinen gefüllten Rucksack auf den Schultern, mangels Wagenlenktalent für mich einfach nicht zu schaffen ist, meinen Herrn als ersten über die Ziellinie zu ziehen. Doch das behalte ich lieber für mich, um seinen Zorn nicht schon vor dem Rennen auf mich zu lenken… hinterher wird noch schlimm genug werden. Im Gegensatz zur üppig gebauten Laya mit ihren kräftigen Oberschenkeln, bin ich eher nur eine halbe Portion, bekomme aber keinen Vorsprung, um wenigstens den Hauch einer Chance zu haben.


Der Brauer wählte übrigens ein Superleichtmodell, fährt allerdings nicht stehend, sondern hockt da drauf wenig heroisch auf seinem Hintern. Wegen dem geringen Gewicht dieses Wagens, war die Forderung des Sattlers nach vorherigem Vergleichswiegen übrigens nicht von der Hand zu weisen. Mein Herr meinte allerdings, es käme auf das Gesamtgewicht an, mangels geeigneter Waage wäre einzelnes Wiegen und Addition von Fahrer- und Wagengewicht jedoch peinlich… natürlich nicht für ihn mit seiner durchtrainierten, nur aus Muskeln und Samensträngen bestehenden Figur, sondern für manch anderen Herrn.


Um diese Behauptung gleich zu beweisen, legte mein Herr vor kurzem im Gasthaus seine Waffen hinter sich und zog sein Oberteil aus, spannte seine Muskeln an und plusterte sich etwas auf. Während ich nun glänzende Augen bekam und begeistert meine Hand ausstreckte, um sanft seinen muskulösen Oberkörper zu berühren, hielt der Sattler sich die Hand vor die Augen und rief aus: „Ohhh…Hauptmann… muss das sein?“ In Wirklichkeit lugte er jedoch durch seine Finger hindurch und konnte schließlich nicht umhin, was er sah anzuerkennen… danach zog er ebenfalls sein Oberteil aus und ließ seine Muskeln spielen. Naja, wie gut der Sattler gebaut ist, weiß ich schon lange… mit meinem Herrn kommt er aber natürlich nicht mit.

Unklar ist immer noch die Ausstattung der Kajirae… ob mit Kaillaschwanz oder ohne… das Ledergeschirr jedoch ist unstrittig und meinem Herrn gefällt auch, wenn ich auf dem Kopf einen ähnlichen Puschel trage wie der auf seinem Kriegerhelm. 

Wie vereinbart hatte der Sattler tatsächlich Mitte der Hand die für mich bestellten Ledergurte fertig, die meinem Herrn sofort so gut gefielen, dass ich sie den restlichen Tag tragen durfte... übrigens sehr zum Missfallen der Schreiberin.

Die Freie brach bei meinem Anblick allerdings nicht wie die meisten Weiber in albernes Gekreische aus und bekam auch keine Schnappatmung, sondern schaute einfach woanders hin und legte keinen Wert darauf, von mir bedient zu werden. Es gibt eben auch Herrinnen, die sich zu helfen wissen.


Ebenfalls keinen Wert auf Bedienung legte der Bauer, der Hadi inzwischen tatsächlich freigelassen und sie als seine Gefährtin namens Nina eines Abends im Gasthaus irgendwie zur Schau stellte… zumindest kam es mir so vor, obwohl ich nicht wirklich weiß, wie sie sich fühlte. Doch irgendwie erweckte sie auf mich den Eindruck in der falschen Haut zu stecken, so stocksteif wie sie neben ihm auf einem Sitzkissen saß, verschleiert und in Unmengen weißen Stoff getüdelt, allerdings barfuß. Ok, ich sollte nicht von mir auf andere Kajirae schließen und wünsche der neuen Nina, dass sie glücklich ist. Sollte ich allerdings jemals freigelassen, werde ich weglaufen… mein gutes Recht als Freie und nicht strafbar wie bei einer Kajira.


Achja, apropos Gefährtenschaft… erstaunlicherweise tauchte die ständig abwesende Wirtin wieder auf. Sie muss sich offensichtlich genau gemerkt haben, wann ihr Gefährtenvertrag mit dem Brauereikrieger ausläuft und hat es tatsächlich geschafft, den Herrn zu einer Erneuerung zu überreden. Das Weib hat sich allerdings auch nicht lumpen lassen und ein äußerst reichhaltiges Büffet aufgefahren, bei dem nicht nur mein Herr sich den Bauch richtig vollgeschlagen hat, sondern auch ich durfte mir einen gebergten Teller mit den Leckereien einverleiben. Zuletzt kam eine ordentliche Portion noch mit nach Hause… wäre doch schade gewesen, wenn solch leckere Speisen schließlich weggeworfen werden müssen. ;-)

Freitag, 13. Januar 2017

Macht

Genau wie bei allen anderen Kajirae, ist es auch mein größter Wunsch, meinen Herrn zu erfreuen. Doch bin ich selbstverständlich kein Übermensch, sondern nur eine einfache Sklavin… also eigentlich ein Nichts. Ich bemühe mich stets zu lernen, leider passiert mir gelegentlich aber auch mal ein Fehler. Mir ist meine Hilflosigkeit bewusst und dass mein Herr die Macht hat, mit mir zu tun, wonach ihm der Sinn steht… einfach so aus Willkür, ohne Grund. Aber nun zu dem, was vor einigen Tagen passierte.........

Ich hatte wieder auf dem herrlich weichen Fell meines Herrn fantastisch geschlafen und wachte voller Tatendrang auf, mich wie befohlen an einem Plakat zu versuchen. Mein Herr erhofft sich damit, eine Wilde zurück zu bekommen oder zumindest Hinweise über sie, da sie ihm bereits zweimal schon entwischt ist. Ich hatte mein Bestes gegeben, nur ist es mit meinen künstlerischen Fähigkeiten nicht allzu weit her, sodass ich ihm schließlich unsicher mein Werk zeigte, nachdem er von einem seiner Rundgänge zurückkam. Puhh… ich hatte Glück! Er fand es ganz akzeptabel und schickte mich damit gleich zum Infobrett an der Rückwand der Brauerei.


Selstverständlich bemühte ich mich, beim Annageln die Nägel zu treffen und nicht meine Finger. Trotzdem gingen einige meiner Hammerschläge mit entsprechendem Getöse aufs Holz der Anschlagtafel und lockten den Brauereikrieger an, der plötzlich um seine Hausecke schaute. Das Plakat interessierte ihn allerdings weniger, da er nun zufällig auf seinem Dach einen schwarzen Vogel entdeckte oder eigentlich eine dicke Federkugel, mit unbekanntem fliegerischem Können. Bei meinen letzten Hammerschlägen entrüstete sich der kleine Dicke mit einem "Krk krk kraaah" und schaffte es tatsächlich, ein Dach weiter zu fliegen, um uns von dort neugierig zu beäugen. 

Es war jedenfalls kein junger Tarn, sondern eine Art Rabenvogel, zumal ihn auch die Brotreste sehr interessierten, die ich aus dem Gasthaus holte. Der Brauer fand sofort Gefallen an ihm als Brauereimaskottchen… er dachte sogar laut darüber nach, zukünftig mit „Rabenbräu“ zu firmieren und wollte das Dickerchen „Specki“ nennen. Doch meinen Herrn interessierte viel mehr, ob sich das Federvieh womöglich in eine Frau verwandelt, wenn es geküsst wird… zu einem Kuss war er allerdings nicht bereit. Letztendlich wurde nichts aus „Rabenbräu“, da „Specki“ plötzlich mit einem Stück Brot davon flatterte, um sich lieber irgendwo ungestört darüber her zu machen.


Mit der Überlegung meines Herrn, ob man den Vogel mit einem Kuss verwandeln kann, wendete sich mein so gut begonnener Tag leider. Ich konnte mal wieder meinen Mund nicht halten und gab eine überflüssige, dumme und vor allem missverständliche Bemerkung von mir, für die ich von meinem ungehalten brummenden Herrn sofort eine Kopfnuss kassierte mit dem Hinweis: „Darüber sprechen wir zuhause noch, Arya.“ Blöderweise rutschte mir später im Gasthaus noch eine gemurmelte Bemerkung heraus, die seine Laune leider weiter verschlechterte. „Arya, entweder du sagt etwas richtig oder ich werde ärgerlich… das solltest du mittlerweile wissen!“ wurde ich für mein lautes Denken angeherrscht.

Tja, mein Nachhauseweg… mein Herr zog mich an meinen Haaren hinter sich her… war schmerzhaft, jedoch kein Vergleich mit dem was noch kam. Zuhause schubste er mich zu Boden: „Ausziehen, Arya, und auf allen Vieren nach oben krabbeln… ach, und bring die Gerte mit!“ Selbstverständlich beeilte ich mich, diesem Befehl umgehend nachzukommen und glaubte, schon den beißenden Schmerz der Gertenhiebe auf meiner Haut zu spüren. Oben angekommen, bat ich meinen Herrn inständig um Verzeihung, denn mir war längst klar, dass meine blöd formulierte Kussbemerkung wie eine Beschwerde geklungen hatte. Doch er erwiderte nur: „Arya, das sind Geschichten und nichts sonst… du aber küsst meine Füße oder auch anderes, weil ich es will… verstehst du das? Zieh mir jetzt meine Stiefel aus!“ 

Barfuß lautete sein nächster Befehl: „Füße säubern, Arya!“ Gleichzeitig zischte die Gerte, allerdings nur durch die Luft und ruhte dann erstaunlich sanft auf meinem Hinterteil, während ich mich nun mit Hingabe ins Zeug legte. Eine ganze Weile sagte mein Herr nichts, brummte auch nicht, bis er mir dann befahl: „Wenn du fertig bist, Arya, lass kaltes Wasser in die Wanne ein und reich mir ein Stück Seife!“ Ohje, mir schwante Schlimmes und ich glaubte sogar schon zu schmecken, was nun kam… doch es kam sogar noch schlimmer und damit meine ich jetzt nicht, dass mein Herr meine Hand- und Fußgelenke fesselte.


„Arya, du hast wieder angefangen laut zu denken!“ Bei diesen Worten packte er erneut meine Haare, zog mich mit einem schmerzhaften Ruck zur Wanne und drückte meinen Kopf in das fies kalte Wasser, sodass sich meine Kopfhaut äußerst schmerzhaft zu einem Bruchteil ihrer eigentlichen Größe zusammenzog. Das Ganze ging so schnell, dass ich zuvor keine Zeit mehr hatte, noch einmal richtig Luft zu holen. In meiner aufsteigenden Panik begann ich mich trotz meiner Fesseln zu winden. Doch als ich endgültig glaubte ersticken zu müssen, wurde mein Kopf wieder hochgerissen… das war’s allerdings noch nicht! Während ich wie eine fast Ertrunkene nach Luft japste, steckte mein Herr mir die Seife in den Mund und drehte sie dabei hin und her.

„Arya, niemand mag Sklaven, die laut denken oder leise vor sich hin murmeln… gegen sowas hilft nur, gut den Mund ausspülen!!“ Ich erinnere nicht mehr, ob ich gleich anfing zu würgen oder erst als mein Herr meinen Kopf mitsamt der Seife in meinem Mund wieder ins eiskalte Wasser eintauchte. Ich weiß nur noch, es war Panik aus einer Mischung, mangels Luft zu ersticken oder an Erwürgtem, das ich wegen dem oberekeligen Seifenknebel nicht loswurde. Nach einer gefühlten Ewigkeit durfte ich erneut atmen und immer noch würgend meinen Mund ausspülen. Doch kaum hatte ich mich etwas beruhigt, steckte mein Herr mir erneut die Seife in den Mund und bewegte sie noch ausführlicher hin und her, bevor mein Kopf wieder ins Wasser eintauchte.

Doch diese Spülung nahm ich kaum noch wahr, genau wie die Worte: „Einmal spülen reicht meistens nicht… ich werde lieber auf Nummer gehen“. Ich glaube, mein Zappeln wurde weniger und wirklich gesträubt habe ich mich auch nicht mehr. Die Mischung aus oberekelhaftem Seifengeschmack und meinem Erbrochenen in Kombination mit der Todesangst zu ertrinken, ließ mich vollkommen apathisch werden. Mein einziger Gedanke war, dass ich meinen Herrn mit meinem Benehmen so verärgert hatte, dass er mich loswerden wollte, allerdings erst nach dem Vergnügen meiner vorherigen Bestrafung. Vollkommen hilflos wie ich war, konnte er mit mir machen was er wollte.

Kein Wunder also, dass ich ängstlich zusammenzuckte und annahm, jetzt hätte meine letzte Ihn geschlagen, als ich plötzlich eine Berührung meiner Haare spürte, nachdem mein Herr meinen Kopf wieder aus dem Wasser gezogen hatte. Doch im nächsten Moment registrierte ich ungläubig, wie sanft seine Hand war, die durch meine vor Nässe triefenden Haare strich. „Arya, ich hatte dir Murmeln und lautes Denken ausdrücklich mehrmals schon verboten oder? Es ärgert mich jedes Mal, wenn du es tust und das weißt du ganz genau. Ich habe nicht vor, sowas noch einmal sagen zu müssen… Strenge, Gehorsam und Sklavendisziplin sind sehr wichtig!“ 

Um Fassung ringend nach dieser Machtdemonstration meines Herrn und meiner eigenen Hilflosigkeit, verlor ich aufgewühlt wie ich war, nun endgültig den Kampf gegen meine Tränen und konnte sie einfach nicht mehr zurückhalten. Mit tief gesenktem Kopf suchte ich nach Worten, um auszudrücken, wie leid mir mein falsches Benehmen tat und gelobte Besserung, denn ich möchte meinen Herrn doch erfreuen! Die ganze Zeit lag seine Hand weiter sehr sanft auf meinem Kopf und dirigierte mich schließlich mit leichtem Druck auf sein wundervolles Fell, um mich dort vollkommen hilflos, gefesselt, geknebelt und mit verbunden Augen an der Sklavenöse anzuschließen. 

„Arya, ich habe dich bestraft und morgen ist ein neuer Tag, an dem du immer noch meinen Kragen tragen und mich erfreuen wirst. Alles was heute war, wird vergessen sein… zumindest der unangenehme Teil.“

Donnerstag, 12. Januar 2017

Gartenhoheit

So richtig in die Puschen kam die Gnädigste mit ihren Umzugsplänen irgendwie nicht, was ich aber nicht wichtig fand, da mein jetziges Zuhause sehr schön ist. Außerdem ist sie in letzter Zeit auch sehr viel für ihre Kaste auf Reisen. Bei einem ihrer leider kurzen Besuche an ihrem Heimstein entschloss sie sich dann spontan, meinen Herrn nicht zum Waffentraining zu begleiten, sondern zusammen mit mir die Umzugsplanungen fürs neue Haus zu konkretisieren. Wow, ich fühlte mich echt geehrt. Mitdenken und eigene Überlegungen zur Möblierung anzustellen, ist einer Kajira natürlich nicht verboten und von meinen früheren Besitzern kenne ich es auch nicht anders… doch als Sklavin mit einbezogen zu werden, ist trotzdem keine Selbstverständlichkeit.

Besonders erfreut war ich, dass einige Hinweise und die von mir vorgeschlagenen Lösungen dankbar aufgenommen wurden. Allerdings übertrug die Gnädigste mir dann plötzlich die Hoheit über den Garten mit der Ankündigung, dass sie sich da komplett herauszuhalten gedenkt. Na toll, ich war zwar viele Jahre Kajira einer Blumenliebhaberin, doch eine sonderliche Begabung für Grünzeugs habe ich eigentlich nicht. Doch es nützte nichts, die Frau interessierte sich lediglich für eine Sitzecke am Haus, weder für die Gartenecke mit reichlich Wildwuchs, den man mit Sicherheit nicht komplett weg bekommt, noch wo der beste Platz für den Sleenkäfig ist. Mit meinem Vorschlag, anstatt blühender Blumenbeete das wilde Zeugs und die Gräser etwas zu kultivieren, war sie jedoch sofort einverstanden.

Dass unsere Umzugs- und Möblierungsüberlegungen einige Zeit in Anspruch nehmen würden, damit hatte mein Herr übrigens nicht gerechnet: „Ich habe mir schon Sorgen gemacht, weil ihr so lange gebraucht habt. Das bedeutet nämlich, entweder die Möbel werden teuer oder das Renovieren!“ Hmmm… typisch Mann… eigentlich hätte er froh darüber sein müssen, wie einige seine Gefährtin und ich uns waren. Ich will nicht behaupten, er wurde bei meinem Hinweis über unsere Einigkeit blass, allerdings er rief aus: „Ohje, das klingt ja noch teurer!“ Alle weiteren Erläuterungen überließ ich dann aber lieber der Gnädigsten, da sie die Umbauten von ihrem Geld bestreiten will, wegen ihres Gefährtenvertrags aber die Zustimmung meines Herrn benötigt.

Erneut zeigte sich übrigens die große Hilfsbereitschaft des fleißigen Schmieds, der mich bei den Überlegungen für den neuen Sleenkäfig wirklich gut beriet und das Teil innerhalb weniger Tage in den neuen Garten baute. Ok, unsere Entscheidung, die Hauswand das Ratssaals und die Stadtmauer für zwei Käfigwände zu nutzen, sparte auch eine Menge Stahl. Gerade war ich damit fertig, das neue Zuhause für Fenris zu reinigen und mit frischem Stroh auszulegen, kam überraschend mein Herr auf einem seiner Rundgänge vorbei und wunderte sich über mein Tun… ständig mit der Sicherheit der Stadt beschäftigt, hatte er die Fortschritte in seinem Garten bislang nämlich gar nicht wahrgenommen. 

Interessant und berechtigt, zumal auch ich sie mir auch schon gestellt hatte, war übrigens seine Frage: „Arya, meinst du, der dicke Stinker passt durch die Gittertür?“ Tja, mein Herr befahl mir Fenris zu holen und meinte, notfalls müsse der eben seinen Bauch einziehen. „Ohje, hoffentlich schlägt dem Sleen das Baucheinziehen nicht aufs Gemüt“, gab ich noch zu bedenken.

Doch mein Herr blieb stur und behauptete, die Freude über seinen neuen, größeren Käfig würde Fenris die möglicherweise zu enge Tür vergessen lassen. Klar, irgendwie auch logisch… mehr Platz hebt natürlich die Laune. Aber auch die Laune des jetzt zufällig vorbei kommenden Schmieds hob sich, nämlich um zwei Silber für den neuen Käfig, die mein Herr ihm durch mich nun überreichen ließ. 

So ganz wohl war mir ehrlich gesagt nicht, Fenris alleine zu einem Probebesuch im neuen Käfig abholen zu müssen, während mein Herr mit dem Schmied im neuen Garten blieb. Doch meine Bedenken, der Sleen schläft bestimmt und bekommt oberschlechte Laune, gepaart mit riesigem Appetit auf einen Happen namens Arya, wenn ich ihn für einen Spaziergang aufwecke, nützten nichts… mein Herr nahm seinen Befehl nicht zurück und schickte mich los. Mir blieb also nur, mich mit einem traurigen Kloß im Hals schnell von ihm noch ein möglicherweise letztes Mal zu verabschieden und zu beteuern, wie gerne ich seine Kajira gewesen war.


Fenris fauchte mich tatsächlich erst einmal an, war dann aber sehr lieb, nachdem ich sanft auf ihn eingesäuselt und ihm einige Extrahappen Fleisch zugeworfen hatte, ließ sich ein Seil umbinden und blieb nur wenige Male störrisch stehen wegen kurzer Uneinigkeit mit mir über unseren Weg. Irgendwie schaffte ich es tatsächlich, ihn durch die Gassen zu seinem neuen Zuhause führen und… Tarateräääähhh… er passte durch die Gittertür seines neuen Käfigs! Trotz Folgsamkeit blieb ich von seinem ekeligen Gesabber allerdings nicht verschont. Daher war es perfekt, dass die Handwerker die neue Gartenpumpe inzwischen installiert hatten, auch wenn mein Herr über die Höhe der Installationskosten sofort wilde Spekulationen anstellte.


Die Entscheidung, ob ich noch das Fass mit dem Ekelfleisch für Fenris holen oder ihn lieber wieder zurückbringen wollte, fiel mir übrigens leicht. Ein auf dem Handwagen transportiertes Fass ist zwar nur schwer irgendwelche Stufen hinauf zu bekommen, beißt aber nicht. Außerdem half mir der nette Schmied bei der letzten Stufenhürde, bei der ich mich erneut fragte, ob unter den Baumeistern seinerzeit beim Aufbau der Stadt nach dem Inferno der Stufenwahn ausgebrochen oder der Boden ausgegangen war oder ob die Gartengestalter schlichtweg zu besoffen gewesen waren, um das Gartenniveau etwas anzuheben? Mein schlauer Herr hatte natürlich eine Erklärung dafür…die Bezahlung der Baumeister erfolgte nach Stufenzahl!!

Nachdem er mit dem Schmied geklärt hatte, wo sich zukünftig das fiese Sklavenloch befinden soll, wurde meinem Herrn übrigens bewusst, dass der Garten vor dem Haus fertig ist. Die jortsschen Handwerker haben nämlich sehr viel zu tun und daher mit den gewünschten Bau- und Malerarbeiten noch nicht mal angefangen, was mein Herr jedoch ganz gut fand, da logischerweise auch die Rechnungen noch auf sich warten lassen. Kaum war der Schmied fort, gesellte sich die Gnädigste zu uns. Sie staunte nicht schlecht und war wohl sehr angetan davon, was die Gartenhoheit namens Arya bereits zustande gebracht und aus dem Lager angeschleppt hatte. 

In Anbetracht ihrer guten Laune war der Zeitpunkt günstig, sodass mein Herr seine Gefährtin schließlich fragte, ob ihr denn auch schon der Feinschliff am Haus aufgefallen sei. Mir war sofort klar, worauf sich seine Frage bezog, doch hielt ich selbstverständlich mein Mundwerk, wie es sich für eine wohlerzogene, erst kürzlich zur Gartenhoheit aufgestiegene Kajira nun mal gehört. Es dauerte zwar ein Weilchen, doch nach einigem Suchen entdeckte sie doch noch die oberen Fenstergitter… eine Kriegergefährtin hat selbstverständlich eine gute Beobachtungsgabe, obwohl bei Vergitterungen einen anderen Geschmack als ein Hauptmann. ;-))

Mittwoch, 11. Januar 2017

Warmer Abriss

Eigentlich wollte ich zum Schmied, um auf Befehl meines Herrn zusätzlich noch Gitter für die Fenster im Obergeschoss seines neuen Hauses zu bestellen. Nichts Schlimmes ahnend, nahm ich den Weg am Hafen entlang und bog in die schmale Gasse zwischen Schmiede und Brauerei ein. Oh je, dort blieb mir fast das Herz stehen, als ich mich vollkommen unerwartet plötzlich einem gewaltigen Bosk gegenüber sah, der mich nicht nur böse anglotzte, sondern gleichzeitig seinen gewaltigen Kopf mit den gefährlichen Hörnern drohend in meine Richtung senkte, sodass ich vor Schreck laut um Hilfe schrie und Reißaus nahm. 


„Wer schreit hier herum… Arya, warst du das!?“ hörte ich meinen Herrn von irgendwo gar nicht so weit weg rufen, kaum dass ich nun in der Hoffnung, der dicke Bosk würde in dem engen Durchgang oder im Torbogen hinter mir stecken bleiben, meinen Rückwärtsgang einlegte und schließlich am Infobrett vorbei zum Marktplatz sauste. Ich entdeckte meinen Herrn auf der Gasthausterrasse und beeilte mich selbstverständlich umgehend, mich für mein Geschrei zu entschuldigen und ihn um Verzeihung zu bitten, denn mein Herr betont doch ständig, dass lautes Gebrüll nur ihm und sonst niemandem in der Stadt zusteht… also auch nicht seiner Kajira. Obwohl er sich bereits über diesen Bosk geärgert hatte, war er mir gegenüber zum Glück sehr milde gestimmt, . 

Vor Schreck war mir übrigens komplett entgangen, dass das Viech Georg war und dem Schmied gehört, dort mit angespanntem Karren anscheinend sogar bereits seit dem Vortag parkte. Sein Besitzer hatte eigentlich weitere Möbel zum Landsitz transportieren wollen, weil sein Kontor doch aus allen Nähten platzt, nachdem er sein Oberstadthaus aufgegeben hatte. Mit der nun endlich vorliegenden Abriss- und Baugenehmigung für ein neues Haus hatte er es sich aber offensichtlich spontan anders überlegt. „Ich werde dem Eigentümer des Boskkarrens einen Strafzettel wegen Versperren des Durchgangs verpassen… er muss umparken! Wenn er das nicht tut, zahlt er einen Kupfer die Ahn fürs Blockieren eines wichtigen Weges, denn gestern stand der Wagen dort auch schon. Am besten ist, wenn Tintenklecks ihm gleich den Strafzettel überbringt.“


Damit spannte mein Herr die untätig auf der Gasthausterrasse kniende Kajira der Schreiberin ein, die sich wohl auch als Unfreie immer noch gerne in seiner Nähe aufhält. Dies erwies sich nun als sehr praktisch, denn sie machte sich mit dem Zettel sofort Richtung Schmiede auf. Mein Herr hoffte natürlich, sie würde beim Überbringen der frohen Botschaft besonders nett zum Schmied sein, damit der Herr nicht wegen falschem Parken schlechte Laune bekam und den Preis für die beauftragten Gitterstäbe womöglich erhöhte. Der Strafzettel kam zwar von meinem Herrn, war aber selbstverständlich im Namen der Stadt ausgestellt worden und die Strafe muss daher in die Stadtkasse entrichtet werden. Trotzdem bestand vielleicht Gefahr, dass der Schmied dies nicht von der Gitterstabrechnung trennen konnte?

Mit dem Eintreffen des Brauereikriegers, wollte mein Herr sich eigentlich beim Würfeln noch einen gemütlichen vor dem Dienst Paga gönnen, denn leider hatte er wieder die schreckliche Nachtwache erwischt. Zwar durchaus verständlich, aber trotzdem oberdoof war jedoch, sein total unbarmherziger Freund wollte diese blöde Wache leider nicht für ihn übernehmen. 

Nicht sonderlich weit über die Klärung hinaus, statt um Sancari und mich lieber um die Zeche zu würfeln, kamen die beiden Männer allerdings nicht, als der leicht empörte Schmied am Gasthaus eintraf: „Sagt doch, dass Georg im Weg gestanden hat! Ich habe jetzt aus- und umgeparkt und diesem Tintenklecks den Kupfer in ihr Spardöschen gesteckt… viel Spaß beim Herausholen. Nun gehe ich auf die Baustelle... wundert euch also nicht, falls es gleich qualmt… ich mache dort nämlich Feuer.“

Mein Herr frotzelte noch übers Auspinkeln der Flammen, kaum dass der Schmied davongestampft war, doch als es kurz darauf tatsächlich äußerst brenzlig roch und man die Flammen schon von weitem sehen konnte, machte sich großes Unbehagen breit. „Herrje… Feuer!“ rief der Brauereikrieger entsetzt und nachdem wir den Hang hinter dem Marktplatz hinauf gelaufen waren wollte mein Herr wissen: „Schmied, was hast du gemacht?!“ „Ach, nur einem warmen Abriss!“ war die belustigte Antwort des Metallhandwerkers. „Aber doch keinen sooo WARMEN Abriss!“ empörte sich mein Herr, wurde vom breit grinsenden Schmied jedoch damit beruhigt, dass das Feuer gleich von alleine wieder ausgeht und außerdem für den Notfall ein Brunnen in der Nähe ist.


In der Hoffnung, meine Haare werden nicht abgesengelt, schöpfte ich schnell einige Eimer Wasser aus dem Brunnen neben dem inzwischen lichterloh brennenden Haus und stellte sie bereit zum Löschen. Sie wurden zum Glück aber nicht gebraucht, da die Flammen tatsächlich bald darauf erloschen. Einzig wegen möglicher Glutnester war noch eine Weile vorsichtige Beobachtung angesagt gewesen, weil natürlich große Einsturzgefahr bestand. Doch genau darum ging es dem Schmied bei dieser Aktion… das gesamte Haus soll nämlich abgerissen werden. Seine beiden Kajirae werden begeistert sein, sich nun um die Entsorgung des ganzen Bauschutts kümmern zu dürfen, damit ihr Herr an derselben Stelle sein neues Haus bauen kann. Es wird allerdings nicht wie bislang eine offene Terrasse mit Torbögen haben, sondern ein geschlossenes Erdgeschoss. 

Hmmm… ich bin zwar nur eine kleine Kriegerkajira, aber ich hätte in die gemauerten Bögen einfach Fenster und eine Tür einbauen lassen. ;-)

Dienstag, 10. Januar 2017

Endlich!

Sichtlich zufrieden über den guten Verkauf der Barbarin an den Sattler, informierte mein Herr seine erst etwas später nach dem Abschluss des Geschäfts am Hafen auftauchende Gefährtin darüber und kündigte sehr zu ihrer Freude an, die Kupfer für die Innenausstattung seines neuen Hauses verwenden zu wollen. Ob für den Maler oder wofür genau, blieb allerdings unklar, da die Grüne auf Nachfrage des Sattlers sofort anbot, seinen Neuerwerb gleich zu untersuchen und sich mit dem Herrn und seinen beiden Mädchen Richtung Krankenstation entfernte. Mist, leider hatte sich mir immer noch keine Gelegenheit geboten, ihr von den Kräutern der Schreiberin zu erzählen, die sich in einem der Bücher auf ihrem Schreibtisch in der Krankenstation befanden. Sie war nämlich so schnell weg, dass sie sogar ihren Kalana unberührt stehen ließ.

Aber an diesem Tag war sowieso ein ständiges Kommen und Gehen am Hafen vor der Taverne und die Sitze wurden kaum kalt. Wobei der Schmied erst später Platz nahm, weil er ursprünglich auf den Bauern mit seinem Neuerwerb wartete, also quasi auf dem Sprung war. Später kam er jedoch mit leicht genervtem Gesichtsausdruck zurück und nahm den angewärmten Sitzplatz des Brauereikriegers ein,  der sich inzwischen um seine Kessel kümmern musste. Der Schmied war anscheinend von seinem Kunden versetzt worden… oder war die Reisesklavin des Bauern schon wieder weiter gereist? Egal. Vorher sprach der Brauereikrieger aber noch kopfschüttelnd aus, worüber mir keine Äußerung zusteht: „Das nimmt ja langsam Überhand mit diesen reisenden Sklavinnen!“ Damit brachte er meinen breit grinsenden Herrn auf die Idee für ein Schild „Reisekajirae bitte direkt im Kennel melden!!“


Beim anschließenden Umtrunk verlangte die Schreiberin übrigens nach Wasser zum Verdünnen ihres Kalanas, fragte meinen Herrn frecherweise aber auch nicht, ob er damit einverstanden ist, wenn ich ihr welches bringe. Naja, über mich kann eh wieder jeder Freie nach Belieben verfügen, seitdem mein vorheriger Herr verschollen ist. Ich schaute mich jedenfalls erst einmal suchend um, ob sich die Frau zwecks Bedienung inzwischen vielleicht eine eigene Sklavin zugelegt hatte. Doch offensichtlich war das nicht der Fall... mein Herr hatte wohl noch keine Gelegenheit gehabt, sich um das angekündigte blaue Geschenk zu kümmern. Naja, vermutlich war ich in letzter Zeit einfach zu schnell bei meinen häuslichen Arbeiten gewesen... oder hatte es eine gewisse Klette vorgezogen, ausnahmsweise mal nicht an den Hacken meines Herrn zu kleben?

Wie gut, dass in den nächsten Tagen ein paar gründlichere Arbeiten anstanden… ich war gespannt, ob es dann endlich klappte mit dem angekündigten Geschenk. Tja, es funktionierte tatsächlich, nämlich gleich am nächsten Tag! Mein Herr kam von einem seiner Rundgänge zurück nach Hause und erkundigte sich sogleich bei mir, wann die Schreiberin denn wieder in der Stadt ist. Ich bekomme zwar vieles mit, doch darüber konnte ich ihm leider keine Auskunft geben, ahnte aber auch noch nicht, warum er mir diese Frage stellte. Selbstverständlich hoffte ich für ihn, dass die Reise der lästigen fremden Blauen noch etwas länger andauerte, damit er sich von dem Weib noch weiter erholen konnte. Ups, jetzt stellte sich allerdings heraus, bei seiner Frage ging es darum, dass er auf die Rückkehr der jortsschen Schreiberin wartete!

Er wollte dieser Freien nämlich sein Geschenk an die blaue Kaste von Jorts Fähre offiziell übergeben. Die fremde Blaue hatte sich zuvor offensichtlich für eine kniende Ausbildung als Schreiberkajira entschieden... na endlich!!! Ok, sie hatte sich mit ihrem spontanen Entschluss wohl selbst etwas überrascht. Blöd war nur, mein Herr fürchtete jetzt um seinen Rücken… er hatte leider aus dem Lager einen Käfig in die Wohnung der Schreiberin gebracht. Tja, warum sagt er auch nicht seiner Ersten Bescheid… ich hätte natürlich den Handkarren genommen, an dem mein Herr in seinem Eifer, die Unterworfene endlich abliefern zu können, leider nicht gedacht hatte. Aber hinterher ist auch ein Hauptmann schlauer und wenigstens hatte ihm die neue Kajira der Blauen beim Transport geholfen. 

Während mein Herr mich auf den neuesten Stand in Sachen Kajira für die jortssche blaue Kaste setzte, war die von der Schreiberin aufgesetzte Genehmigung für den Abriss eines Hauses von ihm unterschrieben worden. Eigentlich sollte ich das Papier erst unter der Haustür der Blauen durchschieben, doch da die Tür seit dem Käfigtransport noch unverschlossen war, entschied mein Herr anders… ich legte das Dokument stattdessen lieber drinnen auf den Tisch neben den Schlüssel für den Sklavenkäfig. Dabei bot sich natürlich die perfekte Gelegenheit für mich, nebenbei auch gleich einen neugierigen Blick auf die im Käfig angebundene  Schreiberkajira zu werfen. 

Eigentlich machte die neue Sklavin sich da drin ganz gut fand ich, doch so unwirsch wie das Mädchen an ihrem neuen Luxusappartement ruckelte, war sie offensichtlich anderer Meinung. Ihre kurze Zeit später auftauchende Besitzerin konnte sich darüber übrigens ein Grinsen kaum verkneifen und klang ein wenig spöttisch: „Aha, das ist also aus meiner Anwärterin für die Kaste geworden… ich ahnte irgendwie, dass du andere Potentiale hast, Sklavin.“ 

Während ich nun von meinem Herrn zum Warten draußen vor die Tür geschickt wurde, schob er der Schreiberin den Käfig trotz Rücken noch an eine andere Stelle und die Gnädigste tauchte mit breitem Grinsen aus der Krankenstation auf… ich hatte ihr mittlerweile nämlich doch noch genau beschreiben können, in welchem Buch ich die von der jortsschen Blauen vor kurzem ausgehändigten Kräuter deponiert hatte.

Mit der später noch anstehenden Untersuchung der neuen Schreiberkajira hatte die Erheiterung der Gefährtin meines Herrn jedoch nichts zu tun, den Grund dafür erfuhr ich allerdings leider nicht mehr und meine Vermutungen über die Kräuterkenntnisse der immer so betont obergelehrigen Blauen, mit denen es offensichtlich doch nicht so weit her ist, sollte ich wohl lieber für mich behalten. ;-)

Montag, 9. Januar 2017

Suche nach blauen Flecken

Der Rauch und vermutlich besonders der Geruch vom Branden der Barbarin zog offensichtlich nicht nur bis zum Hof, sondern wahrscheinlich sogar über die gesamte Unterstadt, denn plötzlich tauchte auf dem Marktplatz der Bauer auf. Als ob die beiden verabredet waren, doch solche Zufälle gibt es wohl tatsächlich, kam gleichzeitig vom Hafen her eine Reisekajira zur Schmiede, die nun die neugierigen Blicke sämtlicher Männer auf sich zog, besonders die vom Bauern und meinem Herrn, obwohl an dem Ding wirklich nichts besonders Erwähnenswertes dran war... naja, typische Sammler eben. 

Angeblich war sie herrenlos, trug jedoch einen Kragen, auf dem allerdings kein Name stand. Wie sie zu diesem Halsschmuck gekommen war und auch woher sie stammte, blieb mir unklar, weil die Männerrunde an der Schmiede nach dem Branding nun zum geselligen Teil überging. Ich war nämlich wie so oft die einzige Sklavin, die sich um die trockenen Kehlen der Herren kümmerte und musste nun wegen des Nachschubs an Getränken hinüber ins Gasthaus laufen… die Kajirae der anderen Herren steckten sonstwo, Tuch war eh neu und nach ihrem Brandzeichen inzwischen sowieso apathisch, wurde von meinem Herrn etwas später dann auch nach Hause geschickt.

Bei meiner Rückkehr war übrigens immer noch unklar, an welche Kette die Reisesklavin kam. Für mich vollkommen unverständlich, aber mein Herr und der Bauer überlegten sogar, ob sie um das Mädchen würfeln oder doch lieber kämpfen sollten. Sie zogen schließlich ihre Schwerter, nachdem sich der Bauer weigerte zu würfeln. Anscheinend mächtig an dieser Kajira interessiert, wollte er es offensichtlich nicht dem Zufall überlassen, ihrer habhaft zu werden. Im Vergleich mit den Würfeln rechnete er sich wohl bessere Chancen bei einem Trainingskampf gegen meinen Herrn aus.

Tja, der Kriegerbauer war tatsächlich erfolgreich. Nur logisch also, dass ich mich danach sehr sanft an meinen Herrn anschmiegte und so tat, als müsste ich nach dem Kampf etwas Staub von seiner Kleidung streichen, während ich mit bezirzendem Tonfall ankündigte, eine sehr gute Methode zu kennen, ihn über das verlorene Schwertfuchteln hinweg zu trösten. Außerdem fand ich es wichtig zu erkunden, ob er sich irgendwelche Blessuren beim Sturz auf die Pflastersteine zugezogen hatte… der kurze Kampf hatte nämlich auf dem Marktplatz stattgefunden.

„Wirklich Arya? Hmm hmm… deine Methode werden wir tatsächlich ausprobieren müssen, denn die Suche nach blauen Flecken erscheint mir wichtig. Aber stell dich darauf ein, kleine Sklavin, wenn du mich nicht überraschst, dann werde ich dich überraschen… Arya, bei Fuß!“ Nach einer kurzen Verabschiedung von den anderen Männern ging es also nach Hause, wo ich mich auf der Suche nach Blessuren mit Hilfe meiner weichen Lippen mächtig ins Zeug legte, nachdem mein Herr noch angekündigt hatte: „Arya, wenn du heute nicht auf dem Sägebock festgebunden werden willst, solltest du besonders gewissenhaft prüfen!“

Die Untersuchung mit meinem sanften Mund, die vom zunehmend wohliger klingenden Brummen meines immer heftiger atmenden Herrn begleitet wurde, fiel daher besonders innig aus, zumal mir seine eindeutigen Reaktionen zeigten, dass ich genau auf dem von ihm gewünschten Weg war, um mit meiner hingebungsvollen Methode auch an Stellen, wo man gar keine vermutet, mögliche blaue Flecken aufzuspüren. Bei meinen intensiven Bemühungen blieb allerdings nicht aus, dass mein Sklavenfeuer lichterloh entfacht wurde und die Berührungen meines Herrn mich schließlich in den Abgrund der Lust stürzen ließen.

Wieder zu Atem gekommen blieb mir nur zu bestätigen, dass mein Herr zwar zu Boden gegangen war, mit seinem Schild jedoch sämtliche Blessuren abgefangen hatte… er ist eben ein sehr geschickter Schwertkämpfer. Hach, was für ein unbeschreiblich schönes Gefühl machte sich in mir breit bei seinem: „Arya, ich bin sehr zufrieden mit dir.“ Und als ich dann seine starken Arme um mich spürte, mit denen er mich sehr besitzergreifend und fest an sich heranzog, sodass ich meinen nackten Körper an seine Haut schmiegen und meinen Kopf gegen seine Schulter legen konnte, begann mein Kajiraherz vor Glück einen wirklich wilden Stepptanz aufzuführen. 


Der Sattler wurde am nächsten Tag offensichtlich Nutznießer der ausgesprochen guten Laune meines Herrn. Am Hafen sprach er ihn nämlich erneut auf den Kauf der Barbarin an, von dem mein Herr vor kurzem jedoch nichts hatte wissen wollen. Es kam mir übrigens so vor, also ob besonders Laya ein Auge auf Tuch geworfen, sich anscheinend auch etwas mit ihr angefreundet hatte, denn sie ist ja ebenfalls Barbarin und noch nicht so wahnsinnig lange auf diesem fremden Planeten Gor. Wahrscheinlich erhoffte sie sich von Tuch auch Hilfe und Unterstützung, da die Auftragslage des Lederarbeiters nach wie vor wohl sehr gut ist. 

Die beiden Männer wurden nach einigem Hin und Her über den Kaufpreis jedenfalls einig... ein gutes Geschäft, über das mein Herr später seine Zufriedenheit äußerte.

Samstag, 7. Januar 2017

Wette verloren

“Du hast Glück heute, Arya… und weißt du auch warum?” empfing mich mein Herr, als ich zurück ins Haus kam, nachdem ich den schweren Sattel für Grüner zur Thalarionkoppel hinter dem Hof transportiert hatte. Mir war nicht klar, warum ich an diesem Tag mehr Glück als sonst haben sollte, erfuhr von ihm dann aber, dass nicht den Sägebock als Erste ausprobieren muss. Ich vermutete natürlich, Tuch war in den Genuss dieses Sitzes gekommen, auf den ich nicht besonders erpicht war. Doch es hatte Laya getroffen, die Sattlerkajira. Ok, sie hatte selbst Schuld, wenn sie sich nicht nützlich macht und sich herausnimmt, einfach im Garten meines Herrn auf die Bank vorm Erdgeschossfenster zu steigen, um in sein Haus zu luschern… offensichtlich war die Kajira nicht ausgelastet gewesen.

Interessant fand ich vor allem zu erfahren, was denn ihr Herr dazu gesagt hatte. Leider war der anscheinend jedoch nicht dabei gewesen und wusste außerdem gar nichts von Layas Frechheit. Mein Herr hatte ihr jedenfalls befohlen, dem Sattler ihr Vergehen zu beichten. Ich denke allerdings, diesen Befehl hätte er sich sparen können, denn jede Kajira ist gut beraten, ihrem Eigentümer ihre Vergehen zu beichten… zumindest mache ich es immer so. Es kommt nämlich ganz schlecht an, sollte mein ahnungloser Herr von einem Freien auf einen Fehler von mir angesprochen werden, mit dem ich ihn erzürnt und somit Schande über meinen Herrn gebracht habe. Ich war gespannt, ob sich so wie bei Tuch auch auf Layas Hinterteil in den nächsten Tagen vielleicht ein paar neue Verzierungen zeigen würden... doch darauf sollte ich vergebens warten.

Apropos Bestrafungen... die Barbarin hatte es während meiner Abwesenheit geschafft, sich wie auch immer von ihren Fesseln zu befreien, sodass ihre offensichtlich besonders empfindliche, weiße Haut nach der Lektion meines Herrn nun noch gemusterter aussah, als am Vortag schon. Vielleicht war ihr das aber tatsächlich eine Lehre gewesen, denn auf seine Nachfrage gelobte sie nach einigen Verständnisschwierigkeiten schließlich, ihren Fehler nicht zu wiederholen. 

Da inzwischen die Ahn nahte, die mein Herr mit dem Schmied fürs Branden vereinbart hatte, stapfte er vor die Tür und überließ es mir, Tuch noch zu fesseln. Weil ich diese Kajira nicht kannte und daher nicht einschätzen konnte, außerdem keinerlei Lust verspürte, hinter ihr möglicherweise hinterherlaufen zu müssen, wenn sie Reißaus nehmen sollte, erschien mir diese Maßnahme erforderlich.

Mit dem Brauereikrieger hatte sich übrigens bei unserer Ankunft an der Schmiede bereits der erste Zuschauer eingestellt. Der Krieger meinte, ein Branding-Drama möchte er sich selbstverständlich nicht entgehen lassen. Allerdings dauerte es noch einige Ehn, bis sich die Hauptdarstellerin dazu gesellte. Sie hatte sich zwar an den Befehl meines Herrn gehalten und war uns hinter mir tatsächlich gefolgt, doch je näher wir der Schmiede kamen, umso kürzer wurden anscheinend ihre Beine… letztendlich kam sie aber doch angewackelt und die Eisen waren auch noch nicht verglüht, obwohl der Schmied seine Esse ordentlich eingeheizt hatte.


Während mein Herr und der Brauereikrieger nun in eine Wette um einen Krug mit dem jeweiligen Lieblingsgetränk darüber einschlugen, ob Tuch schreien würde oder tapfer ist, befahl mir der Schmied ihre Fesseln zu lösen und sie stattdessen am Brett zu fixieren… ein Befehl, dem ich freundlich, aber sehr bestimmt mit sanftem Schieben in die richtige Richtung nachkam, da die Barbarin einfach nicht verstehen wollte, was jetzt von ihr erwartet wurde. Danach flitzte ich eilig ins Gasthaus, um noch ein Tablett mit Kalana und Ale zu holen, denn die Herren sollten bei dem bevorstehenden Schauspiel in Anbetracht des lichterloh brennenden Schmiedefeuers selbstverständlich nicht verdursten.


Tja, und dann begann der Schmied mit dem Brandingprozedere… wie immer erläuterte er mit einigen, wie ich fand sehr schönen Worten, dieses im Leben einer jeden Kajira so einschneidende Erlebnis. Der Blick des Mädchens, mit dem sie das glühende Brandeisen ansah, wurde dabei verständlicherweise jedoch panisch und sie fing an zu hyperventilieren. Kaum berührte der glühende Stahl mit dem Kef dann ihren linken Oberschenkel… ich hielt wie immer sofort die Luft an und atmete nur noch durch den Mund… schrie die Kajira auf und wurde bewusstlos. 

Während der Schmied nun langsam bis drei zählte und ich mich bereit machte, wie befohlen den Eimer Wasser über die frische Wunde zu gießen, stellte sich heraus, dass der Brauer meine Luft anhalten und nur noch durch den Mund atmen Maßnahme offensichtlich nicht ergriffen hatte: „Huiii… das riecht aber!“Na klar, es stank sogar und zwar ziemlich ekelig nach verbranntem Fleisch, das viel zu lange auf dem Grill gelegen hat. Nach dem Zeichen des Schmieds und seinem „Arya, dein Einsatz…“ goß ich umgehend Wasser über das frische Kef, allerdings nicht den kompletten Inhalt. Die letzte Pfütze Eimerwasser widmete ich dem Gesicht der Sklavin, die danach auch tatsächlich wieder zu sich kam und nun anfing zu heulen.

„Na toll, nun bin ich nass Arya“, brummte der Schmied, nahm mir die Spritzer dann aber doch nicht wirklich krumm und ergänzte: „Aber tapfer war sie ja… andere haben mir schon die Schmiede zusammengebrüllt. Die hier scheint eine Gute zu sein, sie gab ja kaum einen Ton von sich.“ Klar, wie hätte sie das auch machen sollen, wenn sie in Ohnmacht fällt? Der Brauer hatte jedenfalls einen Krug Ale gewonnen, mein Herr seine Wette jedoch verloren und war entsprechend schlecht auf Tuch zu sprechen... was ja durchaus verständlich war. Auf mich war er trotz der verlorenen Wette dafür umso besser zu sprechen... doch in welchen Genuss ich später zuhause noch kam, interessiert hier bestimmt niemanden. ;-)

Freitag, 6. Januar 2017

Besuch beim Sattler

Nachdem ich meine zehn Runden Lauftraining auf der Stadtmauer absolviert hatte, hockte die Barbarin nicht mehr draußen am Sklavenpfahl und drinnen im Haus stand ein Sägebock. Mein Herr informierte mich, er hätte der Kajira zuvor wegen Gemecker noch ein wenig Erziehung mit seiner alten Gerte angedeihen lassen und sie dann bei der fremden Schreiberin abgeliefert, damit das Mädchen Goreanisch lernt. Ich vermutete, dass er damit gleichzeitig für Beschäftigung dieser anstrengenden Blauen sorgen wollte, doch das behielt ich lieber für mich.

„Arya, ich werde jetzt einen Paga trinken gehen… aber vorher besuchen wir noch den Sattler.“ Mein Herr wollte in Erfahrung zu bringen, ob die Lieferung des Sägebocks tatsächlich vom Sattler veranlasst worden war, was sich als richtig herausstellte. Mein Herr war von der Nutzung solch eines Teils als Sitzgelegenheit für Kajirae nämlich recht angetan gewesen, als er vor einigen Tagen die rittlings auf so einem Ding gefesselte Laya im Sattlerhaus hatte bewundern können. Außerdem wollte er wegen des Rennens einen Lederharness und ein Kopfgeschirr für mich bestellen. Bei dem Auftrag erinnerte sich der Sattler übrigens sofort, dass er sowas seinerzeit für mich angefertigt hatte, als ich noch meinem verschollenen Herrn gehörte.

Meine Körpermaße mussten daher also nicht neu genommen werden. Von der Rennveranstaltung hörte der Lederarbeiter allerdings zum ersten Mal, denn die Planung war bislang erst ganz grob, weder konkrete Regeln, noch ein Termin waren festgelegt worden und auch den Siegerpokal hatte mein Herr noch nicht beim Schmied in Auftrag gegeben. Der Sattler war jedenfalls sehr angetan von diesem Event, da er nun sicherlich gute Geschäfte mit weiteren Lederharnissen für die anderen Kajirae machen wird. Auch Laya bekam übrigens ab sofort Lauftraining verordnet, wegen ihres Trainingsrückstands täglich sogar zwölf Runden, da ich ihr inzwischen einiges voraus habe und kurz vor der Steigerung bin, mit Rucksack zu laufen.


Nicht weiter verwunderlich ist sicher, dass die beiden Männer beim Paga ins Schwärmen kamen... über Ausstattung und Anblick ihrer Kajirae beim Rennen… wie man uns am besten lenken kann... ob wir mit oder ohne Schweif laufen sollten... wie der Sulky an unseren Ledergurten befestigt werden kann. Dabei kam mir spontan die Idee, ob nicht auch Handkarren geeignet sind, denn mit einem solchen wollte ich später den inzwischen fertigen, leider riesigen und entsprechend schweren Sattel für Grüner transportieren. Bei gefährlich schwankendem Boden aufgrund zu viel Paga, eignet sich dieses Gefährt auch bestens für den Heimtransport meines Herrn, sofern er andernfalls nach Hause krabbeln müsste. Wie gut, dass ich Letzteres aber lieber nicht erwähnte, denn mein Vorschlag erzeugte nicht den Hauch von Begeisterung.

„Arya, es soll doch auch etwas fürs Auge sein!“ empörte sich der Sattler, während ich gleichzeitig von meinem Herrn einen Kopfpatscher der unangenehmen Sorte erhielt, sodass ich sofort einsah, wie wenig stolz und unheroisch der Transport in einem Handkarren aussehen würde. Beim nächsten Trinkspruch des Sattlers, "möge die beste Kajira zur Ehre ihres Herrn gewinnen“, musterte er Laya äußerst eindringlich und kündigte ihr an, dass es schmerzhaft für sie werden könnte, sollte sie ihn enttäuschen. Lachend prostete mein Herr ihm zu: „Sieger werde zwar ich sein… aber für dich bleibt ja noch der zweite Platz. Allerdings werde auch ich mir etwas Nettes für Arya einfallen lassen, sollte ich nicht Erster werden.“ 

Ehrlich gesagt wollte ich lieber nicht wissen, was das sein könnte und war daher ganz froh, als es jetzt an der Tür des Sattlers klopfte und die jortssche Schreiberin auftauchte. Sie ersparte meinem Herrn damit den Weg zu ihr. Nachdem er am Vorabend bereits zur Wache aufgebrochen war, hatte sie mir nämlich noch aufgetragen ihm auszurichten, dass sie ihn wegen der Erbschaft sprechen wollte. Erst zierte sie sich jedoch wegen Anstand und so hinein zu kommen, doch als der Sattler ihr versicherte, mein Herr würde auf ihren Ruf aufpassen, ließ sie sich doch noch herab einzutreten. 

Wirklich viel meinem Herrn zu berichten hatte sie irgendwie jedoch nicht, außer dass das von ihm erhoffte Erbe, bei dem es sich um Land einschließlich Haus und einer großen Summe Münzen handelt, weiterhin auch von der Gegenseite beansprucht wird… nun wird es also vor Gericht gehen. Mit dem Hinweis, noch ein Schreiben in dieser Sache verfassen zu müssen, stand die Blaue schließlich auf, schwankte dabei aber gefährlich und sprach auch ganz komisch, sodass die Männer prompt spekulierten, ob sie womöglich betrunken war… ihr konsternierter Blick besagte das Gegenteil und noch einiges mehr, das mangels Artikulationsvermögen aber unausgesprochen blieb.

Angeheitert von dem wie gewünscht total verwässerten Mixgetränk, das Laya ihr serviert hatte, konnte die Schreiberin aber auch wirklich nicht sein. Höflich wie mein Herr nun mal immer ist und außerdem leicht in Sorge um die Gesundheit dieses Weibs, bot er ihr daher an, sie nach Hause zu begleiten, damit sich die Schwankende auf mir abstützen konnte. Irgendwie schaffte sie es dank meiner Hilfe zum Glück ohne Sturz, allerdings schwer schnaufend, auch tatsächlich bis zu ihrem Haus. Unterwegs nuschelte sie irgendetwas über merkwürdige Kräuter, die an ihrem desolaten Zustand angeblich Schuld sein sollten.


Trotz zunehmender Sprachprobleme wurde mir befohlen: „Aryaaaaa… komm mit rein… ich mussssss dir mal die Heilkräuter zzzzeigen die ich genommen hab, da musssssss wasssss verkehrt mit ssssssein!“ Während mein Herr nun der Frau klarzumachen versuchte, dass sie unbedingt eine eigene Sklavin braucht und ihr die blaue Klette als Geschenk ankündigte, nahm sie einige Kräuterblätter vom Regal und reichte sie mir: " Hier Arya… ich habe ssssie im Wald gepflückt. Die sehen so aussss wie dassss, wasss mir eine Heilerin mal gegen Kopfssssssschmerzzzzen gab, aber irgendwie…... Machen die aus Mixkalana wasss anderessssss?“ Diese Frage konnten natürlich weder mein Herr noch ich beantworten, sondern vielleicht seine Gefährtin.


Da die sich jedoch in Kastenangelegenheiten auf Reisen befand, deponierte ich die Blätter erst einmal in einem der Bücher auf ihrem Schreibtisch in der Krankenstation, nachdem die Blaue schlagartig eingeschlafen und ihr lautes Schnarchen in der halben Oberstadt zu hören war. Mein Herr holte inzwischen die Barbarin vom Goreanischunterrricht bei der fremden Schreiberin ab, denn er musste ja noch entscheiden, was mit ihr geschehen soll. Während ich versuchte, dem Mädchen ein paar grundlegende Dinge in Erdensprache beizubringen, mit denen es ihr wenigstens gelingen sollte, zumindest am Leben zu bleiben, entschied mein Herr nach diversem Gebrumme schließlich, sie am nächsten Tag wegen eines Brandzeichens erst einmal zum Schmied zu bringen.


Ich hätte ihr zwar vorerst den Namen Neunundzeunzig gegeben, da sie eigentlich noch weit entfernt davon war zu beweisen, keine 99er zu sein, doch mein Herr fand das zu lang. Passenderweise erhielt sie von ihm den Namen Tuch, da sie ständig herumgemeckert und um ein solches als Knebel gebettelt hatte... außer sie tat so, als hätte sie nichts gehört. Zwischendurch hatte sie es frecherweise nämlich vorgezogen, einfach gar nicht mehr zu reagieren. Damit war ihr Schlafplatz draußen am Sklavenpfahl gesichert, nachdem sie von meinem Herrn als Strafe noch mit 5 Hieben mit seiner alten Gerte belohnt wurde… aller Anfang ist schwer, aber wer nicht hört muss fühlen. ;-)