Donnerstag, 17. Mai 2018

Strudeltag

Pahhh, ich sollte einen XXXXXXXXXXXXXXXLLLL Strudelkuchen ohne Streusel backen? Nagut, letztendlich hatte sich geklärt, dass in Boskbutter geröstete Brösel vom Sa-Tarna-Brot gemeint waren. Zwar selten, trotzdem zeigt sich gelegentlich leider, dass mein goreanischer Wortschatz ein paar Lücken aufweist, insbesondere wenn es sich um Ausdrücke aus dem tiefsten Süden handelt. Dort kommt nämlich der rothaarige Strudelesser und Ale-Liebhaber mit Brauerei ursprünglich her. Schade nur, dass er wie sonst leider auch immer, wieder kein Interesse hatte, die Nachtwache mit meinem Herrn zu tauschen. 

Für mich brachte er allerdings umso mehr Verständnis auf, nachdem mein Herr zum Wachdienst aufgebrochen war und er sich zusammen mit dem Sattler nebst dessen Anhang ans Feuer gesetzt hatte. Sein geliebtes Ale schließlich in der Hand haltend, hatte ich ihn sozusagen vor dem Verdursten gerettet, sodass er mir erlaubte, mich zeitig zurück zu ziehen, weil ich wegen der Streusel-Strudel-Delikatesse mit Bröseln doch noch einiges vorhatte. Besonders wichtig war vor allem, möglichst bald die Kalana-Trauben in Paga einzulegen, damit sie bis zum nächsten Tag genau das richtige Aroma erhielten.


Während mein Herr den in der Nacht verpassten Schlaf nachholte, erledigte ich nicht nur meine üblichen Aufgaben, sondern werkelte außerdem sehr leise in der Küche in Sachen Streusel-Strudel-Kuchen mit Bröseln herum. Puhhh… mein Timing klappte ganz gut, denn kaum war er aufgestanden und hatte sich nach einem kurzen Rundgang durch den Ort auf dem Stuhl vor der Haustür niedergelassen, war die Delikatesse fertig. Ich streute noch etwas Zucker oben auf die dampfende Strudel-Rolle, schnitt sie vorsichtig in ungefähr 3 Finger breite Stücke und lief mit dem Teller nach draußen. So zufrieden, wie ich mit mir war, grinste ich vermutlich von einem Ohr zum anderen, als ich mit dem köstlich duftenden Backerzeugnis neben meinem Herrn auf die Knie sank.

„Ich glaube, diese Delikatesse sollte man warm essen... möchtest du probieren, mein Herr? Aber bitte Vorsicht, der Strudel kommt gerade erst aus dem Ofen!“ „Hmmm, also quasi brandheiß und ja, probieren ist immer gut, Arya“, schmunzelte mein Herr, kraulte aber erst noch sehr sanft durch meine Haare, bis das Warten anscheinend nicht mehr auszuhalten war. Nach kurzem Pusten schnappte er sich ein Stück. Ich hielt vor Spannung auf sein Urteil die Luft an, während ich ihn beim vorsichtigen Kauen beobachtete. „Hmmm, also ich glaube… ja, ich muss noch ein Stück essen, um den Geschmack zu verifizieren.“ 


Oha, so ganz daneben konnte das Gebackene also nicht sein. Um aber herauszufinden, ob es sich wirklich um eine Delikatesse handelte, war es sicher nicht verkehrt, mehr davon zu essen. Etliche Stücke verschwanden allerdings unkommentiert im Mund meines Herrn, bis er dann sein Urteil abgab: „Ja, Arya, ich würde sagen… der Strudel gefällt mir und dem Brauer hoffentlich auch.“ Uff, ich war erleichtert, zumal auch der Geschmack der in Paga eingelegten Kalana-Trauben sehr positiv bewertet wurde, nachdem ein weiterer großer Happen in meinem Herrn verschwunden war. Mir schob er übrigens auch ein riesiges Stück in den Mund… nicht nur eine kleine, abgebröckelte Ecke.

Wow, das schmeckte wirklich delikatööööös! Leider wählte der Brauer für sein Eintreffen einen ganz schlechten Zeitpunkt, nämlich während ich die Köstlichkeit leise schwelgend kaute. Nur logisch also, dass ich es mit vollem Mund nicht gleichzeitig schaffte zu grüßen. Mein Herr war mit Kauen und Genießen offensichtlich trainierter oder schneller als ich getaktet und konnte bereits wieder sprechen: „Tal Brauer, du kommst genau richtig! Arya, wenn du denn mal irgendwann fertig bist mit Kauen und Schwelgen, biete ihm von der Delikatesse an.“ Eifrig nickend, aber weiter kauend, führte ich diesen Befehl umgehend aus und rutschte hinüber zu dem Strudelliebhaber. 


Die Männer waren sich übrigens sehr schnell einig, bezeichneten den Kuchen als so lecker und gelungen, dass außer ihnen beiden niemand davon etwas abbekommen sollte. Mist, leider bezog mein Herr mich jedoch in dieses Verbot mit ein, hob es nach der Fürsprache des Brauers dann letztendlich aber wieder auf. Die Argumente des Strudelkenners über die Gefahr des Verzuckerns, wenn ich nicht probieren darf, waren aber auch wirklich überzeugend unschlagbar, denn es wäre doch fatal, wenn das gebackene Gesamtkunstwerk dann nicht stimmt und über- oder unterzuckert wäre… mein Herr gestand mir schmunzelnd sogar 2 Probierstücke zu.

Mit dieser sinnvollen Entscheidung war er selbstverständlich auf der sicheren Seite für das zukünftige Gelingen meiner Strudel-Kuchen, denn er stimmte dem Einfall des Brauers sofort begeistert zu: „Ich schlage vor, wir rufen jeden zweiten Tag der Hand als Strudeltag aus!“ Auch die Anpflanzung weiterer Kalana-Bäume wurde genehmigt und sollte beauftragt werden, sobald der Brauer eine Entscheidung über ihren Standort getroffen hat. Vorerst war der Herr allerdings nach der verspeisten Delikatesse innerlich vollkommen ausbalanciert im Gleichgewicht und daher in eine Art entspannte Trance zur Verdauung gefallen, sodass er sich dazu nicht äußerte. Leider fand die innere Ausgewogenheit jedoch sehr abrupt ein Ende mit dem Gezeter einer der beiden Sattlerkajirae.


„Mein Herr, warum willst du heute nichts essen… nicht mal das Wurstbrot, weil du angeblich keinen Hunger hast.“ „Ich habe schon gegessen, Kira... du hörst einfach nicht zu!“ schnaufte der Sattler ungehalten, bevor er meinem Herrn die Frage stellte: „Hauptmann, wie war das noch mit den Würmern für die Ohren?“ Während wir ihn über diese Methode informierten, die allerdings nur stationär in Enkara durchgeführt wird, weil die Heilerinnen zu sehr an ihren kleinen Schlingeln hängen und sie nicht verkaufen wollen, es außerdem lieben, ihnen zuzuhören, wenn sie sich leise schmatzend von einem Ohr zum anderen durchfressen, machte Kira überdeutlich klar, dass sie nichts kapiert hatte: „Ich mach mir Sorgen, dass du ganz vom Fleisch fällst, mein Herr, so wenig, wie du heute gegessen hast…“

Erneut zählte sie auf, was ihr Herr angeblich alles nicht gegessen hatte und vergaß auch nicht ihre so innig geliebten Pasteten zu erwähnen, sodass dem Sattler der Geduldsfaden riss. Seufzend griff er an seinen Gürtel und befahl: „Mund auf, Kira!“ Sie erhielt einen Knebel und verstummte dann tatsächlich. „Man, man, man… ist heute nicht auszuhalten mit ihr. Meine Güte, sie ist doch nicht meine Mutter!“ kam genervt, bevor er seiner Sklavin zufrieden grinsend befahl: „So Kira... nun kannst du mir einen Becher Paga holen… und zwar sehr schön leise. Hach, herrlich diese Ruhe ohne ständiges 'du hast nicht genug gegessen, mein Herr!'“ Bei seinen letzten Worten äffte der Sattler übrigens Kiras Stimme nach.

„Stimmt, da hast du Recht… deine Sklavin war eben ziemlich peinlich. Vielleicht solltest du ihren Hintern noch etwas verzieren, nur um sicher zu gehen, dass die Botschaft angekommen ist? Arya ist auch ganz still geworden, träumt vielleicht von Ohrwürmern…“, bestätigte mein Herr lachend, denn seit dem Wink mit dem Zaunpfahl für Kira hatte ich es vorgezogen, lieber meinen Mund zu halten. „Gute Idee, Hauptmann, das werde ich machen… ich wünsche dir eine ruhige Wache!“ ;-)

Mittwoch, 16. Mai 2018

Grassierende Schusseligkeit…

…oder nur ein Fall von zu wenig Arbeit?

Mit der oben auf der Treppenempore im Stehen schlafenden Kajira des Sattlers hatte ich wirklich nicht gerechnet. Da mein Herr bereits draußen vorm Haus stand, hatte ich es logischerweise ziemlich eilig, mich zu ihm zu gesellen und konnte daher nur ganz knapp einen Zusammenstoß mit ihr verhindern. Lustig war, dass mein Herr und ich beide gleichzeitig annähernd dieselbe Frage stellten. Ich fragte ihn nämlich, warum Nala oben auf dem Flur schläft und er erkundigte sich: „Sag mal, meine Arya, warum steht die Sklavin vom Sattler oben herum? Ob sie ein Geschenk an mich ist?“ Tja, ahnungslos wie wir waren, blieb uns nichts anderes übrig, als für die Beantwortung der Fragen das Eintreffen des Sattlers oder das Aufwachen des Mädchens abzuwarten.

Während unserer Rätselei fiel mir plötzlich die Schusseligkeit der anderen Sattlerkajira wieder ein, die nämlich schon mehrfach Schwierigkeiten gehabt hatte, das Haus ihres Herrn zu finden und in dem von meinem gelandet war… konnte sowas ansteckend sein? „Wenn das stimmt, dann darfst du nicht mehr mit den beiden reden, Arya. Ich möchte nicht, dass du genauso schusselig wirst.“ Puhhh, wie gut, dass ich es so eilig gehabt hatte und an Nala schnell vorbeigesaust war… somit war die Ansteckungsgefahr vermutlich sehr gering gewesen. Trotzdem erschien es mir nicht verkehrt, schnell noch die Haustür zu schließen und den eintreffenden Brauer darüber in Kenntnis zu setzen, dass das Haus meines Herrn unter Quarantäne stand.

„Huch? Warum das denn?“ erkundigte er sich erstaunt und wurde von meinem Herrn über die möglicherweise ansteckende Gefahr von „grassierender Schusseligkeit“ in Kenntnis gesetzt, da sich die beiden Mädchen des Sattlers gegenseitig infiziert haben konnten. Der Brauer nahm es mit Witz, denn er meinte dazu lachend nur: „Wie sagt man im Süden? Wie der Herr, so das G'scherr?“ Ohje, wollte er damit andeuten, dass der Sattler vielleicht auch schon infiziert war? Mein Herr befürchtete offensichtlich dasselbe wie ich: „Stimmt, du hast Recht… ich sollte sehr vorsichtig sein, wenn ich mit dem Sattler rede. Wir brauchen unbedingt Sklaventunke!“


Genau in dieser Ihn klappte hinter mir die Haustür und Nala tauchte auf, sodass ich wegen der Ansteckungsgefahr warnend „Achtung und Vorsicht Herren!“ rief und schnell noch einmal tief einatmete, um dann mit angehaltener Luft auf die andere Seite meines Herrn zu wechseln. „Sklavin, was machst du in meinem Haus?“ stellte er das sofort ziemlich nervös wirkende Mädchen zur Rede, dessen bleiche Gesichtsfarbe nun schlagartig in Knallrot wechselte. „Verzeih Herr, ich bin wohl im Schlaf herumgewandelt und in deinem Haus gelandet… das habe ich ab und an mal. Aber es war wirklich keine Absicht. Ich würde nie ohne Erlaubnis in fremde Häuser gehen, denn ich weiß, welches das Haus meines Herrn ist."

„Hmmm… soll man glauben, was die Kajira sagt?“ überlegte mein Herr und der Brauer schlug vor: „Dein Herr sollte dich anketten! Nicht, dass du noch zur Brauerei wandelst und mir dort ein Fass aussäufst… das wäre gar nicht gut!“ Als Liebhaber von Sklavenkäfigen fügte mein Herr hinzu: „Ja, es wäre besser, wenn der Sattler dich zum Schlafen in einen Käfig sperrt. Ansonsten ist es ganz einfach… solltest du noch einmal in meinem Haus schlafen, behalte ich dich. „Ja, vielleicht wäre das besser, damit sowas nicht noch einmal vorkommt, Herr“, beteuerte die Sklavin kleinlaut zum Thema Anketten. Die Quarantäne wegen Ansteckungsgefahr konnte jedenfalls aufgehoben werden, aber mein Herr hatte auch kein Geschenk erhalten.

„Deine Sklavin hat in meinem Haus geschlafen! Du musst aufpassen, dass das nicht wieder vorkommt, sonst denke ich, sie ist eine Fundsache… das nächste Mal behalte ich sie!“ informierte er den Sattler, kaum dass der Herr sich dazu gesellt hatte und nun sichtlich irritiert mit hochgezogenen Augenbrauchen Aufklärung von seinem Mädchen verlangte: „Warum denn das? Wie bist du denn auf diesen Einfall gekommen, Nala?!“ Nachdem sie nun auch ihrem Eigentümer ihr Schlafwandeln gebeichtet hatte, kam der natürlich zum selben Schluss wie meiner: „Hmmm… dann muss ich dich wohl in Zukunft nachts anketten.“ Tja, leider bedachte er dabei nicht, dass seine Kajira auch am Tag schlafend wandelt... mein Herr klärte ihn darüber aber auf.


„Was Nala, du hast tagsüber geschlafen?“ rief der Sattler total entgeistert nach dem Hinweis meines Herrn, der ihm jetzt vorschlug: „Vielleicht solltest du ihr mehr Arbeit geben… Arya schläft tagsüber nie oder?“ Na, was für eine überflüssige Frage! Mein Herr wusste doch genau, dass ich sonst meine vielen Aufgaben mit seinen beiden Sleens, den Vulos samt Vulo-Kennel-Stall und natürlich sämtliche häuslichen Arbeiten nicht schaffen würde… um Stadthaus und Taverne kümmere ich mich allerdings nicht mehr. „Ich bin eingeschlafen, nachdem alle meine Aufgaben erledigt waren, mein Herr“, gab Nala kleinlaut von sich, sodass der Sattler ankündigte: „Der Hauptmann hat also Recht, du hattest zu wenig zu tun… auch das werde ich in Zukunft ändern!“ Klar, bei jetzt 2 Sklavinnen fällt natürlich für jede weniger Arbeit an.

Während der Sattler seine erstaunte Gefährtin über das peinliche Vergehen seiner Sklavin informierte, das hochkastige Weib kümmert sich anscheinend genauso wenig wie seinerzeit die Grüne meines Herrn um häusliche Angelegenheiten und hat offensichtlich keinerlei Überblick über die Arbeiten der Mädchen, kündigte mein Herr dem Brauer ein Waffentraining in dieser Hand an: „Training ist wichtig, sonst rastet man und wer rastet, der rostet und bekommt außerdem einen dicken Bauch.“ Dabei kamen mir sofort die Worte des Brauers am Vorabend wieder in den Sinn, der zufrieden über seinen nicht vorhandenen Bauch streichelnd von einem riesigen Tarsk-Schnitzel mit Streusel-Strudel-Kuchen der Größe XXXXXL zum Nachtisch erzählt hatte. Ups, hatte ich das etwa laut gedacht?

„Ach, wie kommst du da denn drauf, Arya, und woher weißt du wie groß die Portionen des Brauers sind? Warum bekomme ich sowas nicht in solchen Portionen?!“ stellte mein Herr mich empört brummend zur Rede und entschied nach Aufklärung des Brauers über die Herstellung dieser Delikatesse, der übrigens kein getarnter Bäcker ist, sondern nur ein begeisterter Strudelesser: „Arya, du wirst mir solch einen Strudel ohne Streusel backen, denn ich bekomme gerade Hunger da drauf. Leider muss ich jetzt zur Nachtwache aufbrechen, bring dem Brauer ein Ale und frag ihn nach dem Rezept… es muss aber mindestens ein XXXXXXXXXXXXXXXLLLL Kuchen werden, damit ich ihm davon etwas abgeben kann!“ ;-)

Montag, 14. Mai 2018

Die Entscheidung

Oben vom Balkon peilte ich erst einmal die Lage vorm Haus, wo aber nur mein Herr mit dem Brauer stand und sich anscheinend über den Rekruten unterhielt. „Ich glaube, der hat ein oder zwei Augen auf die Händlerin geworfen… hoffentlich passt er auf, dass er die nach dem Werfen auch wiederbekommt und sich beim Vertrag nicht über den Tisch ziehen lässt“, überlegte er und ergänzte, ob man den Krieger nicht vielleicht beraten sollte. „Ach was, die machen das schon und außerdem wäre es doch schade, wenn du uns um den Spaß bringst“, winkte der Brauer vergnügt ab, sodass mein Herr seine Überlegungen grinsend fallen ließ: „Ja, du hast Recht… er kann seine Fehler alleine machen und daraus lernen.“

Ich beschloss, meinen Lauschposten zu verlassen und mich zu den beiden Männern zu gesellen. Bei meinem Eintreffen lachte der Brauereikrieger: „Die Händlerin wird sich den Rekruten schon hinbiegen und wir haben etwas zum Feixen… was wollen wir mehr?“ „Feixen kann ich erstklassig“, behauptete mein Herr, wandte sich dann aber mit „Oh, mein Giani!“ an mich. Der Brauer grüßte mit „Na du Luderchen“, sodass mein Herr sich nun prompt erkundigte: „Giani, was hast du gemacht!?“ „Gar nichts… wieso fragst du, mein Herr?“ plinkerte ich unschuldig, denn mir war nicht bewusst, irgendetwas angestellt zu haben. OK, ich hatte gelauscht, was sich nicht gehört, fand das aber eigentlich auch nicht erwähnenswert. 


Mist, es ging schon wieder um meine Umbenennung, denn der Brauer vermutete: „Ich tippe auf etwas Unverzeihliches, da du ihr einen neuen Namen gegeben hast, Hauptmann.“ „Hehe, nein! Ich finde Giani passt sehr gut zu ihr... sie ist anschmiegsam wie eines, nur Schnurren kann sie nicht. Gut, das muss sie auch nicht, ihr Anschmiegen reicht mir.“ Bei diesen Worten winkte mein Herr mich näher, aber irgendwie war mir überhaupt nicht danach, mich wie sonst immer an sein Bein zu lehnen, ging mir doch zu viel im Kopf herum. Hatte er mir den neuen Namen gegeben, weil er meine Anschmiegsamkeit mag und ich müsste mich geehrt fühlen? War meine Umbenennung gar keine Machtdemonstration, sondern sollte ausdrücken, was meinem Herrn an mir gefällt?

Meine Verwirrung wurde vom Brauereibesitzer unterbrochen: „Ach was Hauptmann, das Schnurren kommt schon noch… du musst dich nur ein wenig bemühen. Du denkst zu viel an Namen, denk mehr mit dem Gemächt. So hat es mir eine Heilerin empfohlen, dann hast du immer Eintracht im Haus.“ Dabei grinste er breit und machte eindeutige Bewegungen mit seinen Lenden. Schmunzelnd wuschelte mein Herr sanft durch meine Haare: „Nein, Giani ist ein sehr gutes Mädchen und ich gebe sie nicht her… ihr Umbenennen war ziemlich spontan.“ „Aii, ist sie… ich gebe meine Weiber auch nicht her, die gehen von allein!“ witzelte der Brauer. 

Die Retourkutsche meines Herrn ließ allerdings nicht auf sich warten: „Hehe, dann arbeitest du wohl nicht genug mit den Lenden!“ Inzwischen drückte er mich übrigens wunderbar besitzergreifend an sein Bein und erzeugte damit wie immer eine Flut schöner Empfindungen in mir, bei denen ich trotz meiner Vorsätze nicht verhindern konnte, dass ein Teil meiner Steifheit von mir abfiel. Dennoch schmiegte ich mich lieber nicht wie sonst an. Meine Angst, meinem neuen Namen gerecht zu werden, indem ich wohlige Geräusche von mir gab, die womöglich als Schnurren ausgelegt werden könnten, war einfach viel zu groß… ich wurde zwar so genannt, war aber doch kein Giani!

Das Gespräch der Männer wandte sich der dauerhaft durch Abwesenheit glänzenden Gefährtin des Brauers zu und erneut fragte ich mich, warum er den Vertrag mit seinem Weib nicht schon längst aufgelöst hat. Aber egal und uninteressant, denn es geht mich nichts an, ob die Frau ihren Pflichten nachkommt oder wofür sie Geld ausgibt. Viel interessanter fand ich, mein Herr hatte seine Kajira auf Zeit unter der Bedingung freigelassen, dass sie ihm innerhalb der nächsten 40 Tage eine Ersatzsklavin bringt. „Ich dachte mir, es ist richtig sie laufen zu lassen, denn sie gehört in den Wald, nicht an eine Kette und nun kann ich mich auf mein kleines Lieblings-Giani an meiner Kette konzentrieren. Wobei ich bezweifele, dass Sarah unsere Vereinbarung einhalten wird.“

Mein Herr sprach davon, wie gern er mich hat und drückte mich immer wieder fest an sich, nannte mich aber erneut „Giani“. Dem Brauer fiel das ebenfalls auf: „Hauptmann, meinst du nicht, sie kommt durcheinander bei den vielen Namen, die du ihr abwechselnd gibst?“ Total dankbar lächelte ich den Herrn an und formte meine Lippen zu einem Kussmund, nachdem mir bei diesem Hinweis ganz warm ums Herz geworden war. Ein kleiner Funken Hoffnung keimte in mir… ich erinnere nämlich noch sehr gut, dass mir sein Hinweis damals zu meinem vorherigen Namen verholfen hatte. Das war zwar nicht mein absoluter Lieblingsname, trotzdem aber ein schöner. „Ach was, ihr Name war doch sehr lange „Arya“… etliche Märkte schon!“ winkte mein Herr leider jedoch ab.

Nachdem die neue Sattlerkajira aufgetaucht war, wandte sich das Gespräch zwickenden Osts zu und Möbelstücken, in denen man eine fröhliche Erwartungshaltung auf nette Ameisen einnimmt, aber auch um beim Würfeln verlorene und gewonnene Kajirae, mit denen der Sattler durchaus als Konkurrenz für meinen Herrn angesehen werden kann, mal abgesehen vom Verschleiß an Gefährtinnen. „Eingesammelte Sklavinnen kosten zu viele Nerven… gleich verkaufen oder ins Wasser mit ihnen!“ meinte der Brauer, fürchtete beim Stichwort Wasser nun aber um sein Ale, sodass er sich eilig zu seinen Kesseln aufmachte. Ich fand es durchaus nachvollziehbar, wie wichtig ihm war sicherzustellen, dass er nicht Wasser, sondern tatsächlich sein Lieblingsgetränk braute.


Kaum hatte sich der um sein Ale Besorgte flotten Schrittes Richtung Brauerei entfernt, stellte mein Herr fest: „Giani, sei ehrlich… dir gefällt dein neuer Name nicht.“ „Mein Herr, eine Kajira hat sich keine Meinung darüber zu erlauben, wie ihr Herr sie nennt“, äußerte ich mich lieber nur vage, um nicht vom Regen in die Traufe zu gelangen, wurde nun aber aufgefordert: „Ja, aber wenn ich es dir erlaube, darfst du eine Meinung dazu haben.“ „Es gibt einen Namen, den ich sehr gerne mag, mein Herr“, begann ich vorsichtig, doch leider wurde umgehend abgewimmelt: „Den Namen kenne ich auch.“ Mist, die Andeutung hätte ich mir sparen können, dass mein Herr mich nicht „Dina“ nennen wird, ist ja leider klar. 

„Nein, der gefällt mir nicht wirklich… aber ich gebe zu, Giani passt auch nicht so wirklich. Vielleicht gehe ich zurück auf „Arya“, das klingt besser, meine kleine Arya.“ Oh… hatte mein Herr mich gerade wieder in „Arya“ umbenannt? Vorsichtig und vor allem ungläubig schaute ich zu ihm auf: „Ja das stimmt, mein Herr. Das ist zwar nicht der Name, an den ich dachte, aber ich glaube, er passt besser zu mir als „Giani“. Darf ich fragen, wann du über "vielleicht" entscheiden wirst?“ „Ich habe entschieden, Arya! Ich hatte nämlich echte Probleme mit „Giani“… wollte immer „Arya“ zu dir sagen“, lachte mein Herr, drückte mich sanft an sich und wuschelte durch meine Haare. Juhuuuuuuuu!!! :-)))

Sonntag, 13. Mai 2018

Bestechungsversuch?

Ich hatte schlecht geschlafen und unschön von irgendeinem Schoß-Giani geträumt, das sich ständig an mich anzukuscheln versuchte, während ich es mit Niessalven versuchte wegzuscheuchen. Entsprechend erleichtert war ich, aus diesem Alptraum zu erwachen. Leider währte das erleichterte Gefühl nur kurz und verpuffte schlagartig mit dem Ruf meines Herrn, der mich auf den Boden der Tatsachen zurück brachte: „Giani! Warum steht hier Essen vor meiner Tür?“ Mist, er nannte mich immer noch Giani und mir wurde klar, warum ich so schlecht schlafen hatte. Seine Laune hielt also offensichtlich leider an, aus der heraus er Lust dazu verspürt hatte, mir seine Macht über mich zu demonstrieren und mir am Vortag einen neuen Namen gegeben hatte. Doch ich bin nur eine Kajira und werde mir jegliche Äußerungen dazu verkneifen. 

Eilig flitzte ich daher die Treppe herunter und sah eine Platte mit Gebackenem, auf die mein Herr deutete. Oha, war ein Wunder geschehen und die möchte gern Bäckerin war endlich in Wallungen gekommen und hatte ihren Ofen angeheizt? Mein Herr bestätigte meine Vermutung: „Du hast Recht Giani, das Gebäck ist von der Bäckerin… es war nämlich ein Zettel dabei. Sie möchte eine Audienz bei mir oder wie das heißt.“ Huch? Backwaren, um mit meinem Herrn zu sprechen? Handelte es sich hier womöglich um einen Bestechungsversuch? Ob und was die Frau im Schilde führte, war mir jedoch gänzlich unklar und meinem Herrn offensichtlich auch.

Die in dieser Ihn eintreffende Händlerin hatte anscheinend mitbekommen, über wen wir sprachen und zog ein merkwürdig undefinierbares Gesicht, als sie nach der Begrüßung meines Herrn anfügte: „Schade, dass du gestern nicht am Lagerfeuer dabei gewesen bist, Hauptmann. Der Sattler warnte die Bäckerin nämlich, sie solle nicht so viel Hitze zeigen… was sie hinter ihrer Tür mache interessiere keinen, aber in der Öffentlichkeit solle sie sich lieber etwas mehr zurücknehmen, riet er ihr. Ich habe mich da herausgehalten, aber sie hatte mich ziemlich angegangen und wie einen Schwerverbrecher ausgehorcht… und warum ich alleine lebe. Die soll mich bloß in Ruhe lassen.“ 

„Der Sattler hat Recht, aber da halte ich mich auch heraus. Die Bäckerin wird ihren Schrank von Sklaven nicht umsonst haben und ansonsten… das wird die natürliche Neugier einer Frau gewesen sein. Nun kann ich mir aber vorstellen, worum es in dem Gespräch gehen soll, um das sie mich gebeten hat. Giani hat der Sklave übrigens gut gefallen!“ Pffffft… das Letztere war eine vollkommen unbegründete Behauptung meines Herrn, die ich weit von mir wies, da ich nicht auf kniende Muskelprotze stehe. Das Thema war dann aber erledigt und wandte sich meinem Namen zu. „Oh… habe ich etwas nicht mitbekommen? Du hast Arya umbenannt?“ Bei dieser Frage der Frau senkte ich meinen Kopf schnell etwas, um mir meine Gefühle dazu lieber nicht anmerken zu lassen.

„Ja, ich nenne sie jetzt Giani… das ist doch ein schöner Name oder?“ grinste mein Herr. Leider nickte die Händlerin und erkundigte sich, ob ich auch so gut schnurren kann, wie ein Giani. Wahhh, meine Nackenhaare kräuselten sich voller Abneigung, glätteten sich allerdings umgehend wieder, kaum dass mein Herr sie wuschelte. Lachend nahm er mir die Antwort ab: „Nein, Giani hat keine besonderen Fähigkeiten im Schnurren, das stand aber auch nicht in der Stellenbeschreibung.“ Sichtlich erheitert bezeichnete die Händlerin ihn als „wirklich witzigen Mann“. Inzwischen nahm ich mir ganz fest vor, zukünftig keinerlei wohlklingende Geräusche mehr von mir zu geben, egal wie schön es sich anfühlt, wenn die Hand meines Herrn über meine Haut oder meine Haare streichelt.

Das Gespräch drehte sich erneut um den Bodenschwengel der Bäckerin, der allerdings gar nicht schwengelt, weil er ja immer lange Hosen trägt. Wir erfuhren, dass der Kerl anscheinend genau wie seine Herrin aus dem Norden stammt, sich wohl danach sehnt, freigelassen zu werden und zurück in seine Heimat zu kommen. Darüber gesellten sich der Sattler mit seinen Mädchen und wenig später auch der Rekrut noch dazu, sodass mein Herr nun den Zeitpunkt für die Verkostung der Backwaren als gekommen ansah. „Langt zu, es gibt gratis Gebäck… das ist wohl der Einstand er Bäckerin!“ schmunzelte er und bediente sich, bevor ich den anderen Freien vom Bestechungsversuch der Frau anbot.

„Gratis Gebäck von der Bäckerin? Ist es genießbar?“ erkundigte sich der Rekrut und verzichtete trotz positivem Urteil meines Herrn, genau wie die Händlerin: „Hoffentlich ist da nichts drin von ihrem Gift, das sie gestern so großzügig verspritzte.“ „Hmmm... ich befürchte, die Bäckerin wird uns bald wieder verlassen. Sie sagte gestern sowas… sie kann oder will sich nicht an die Sitten im Süden gewöhnen“, überlegte der Sattler, zierte sich aber nicht beim Gebäck und angelte sich ein Stück. Bevor mein Herr davon weitere Happen in seinem Mund versenkte, stellte er fest: „Hehe, vielleicht war es ein Abtasten? Man muss nicht immer nett zueinander sein. Immer nur nett und freundlich ist langweilig. Aber gut, Reisende soll und kann man wohl nicht aufhalten.“


Während der Rekrut noch ein paar beleidigende Äußerungen über die Bäckerin von sich gab, die er trotz mehrfachem Nachfragen des darüber wenig erbaut wirkenden Sattlers jedoch nicht näher erläuterte und offensichtlich nicht begründen konnte, zog mein Herr mich plötzlich auf seinen Schoß. Tja, ich muss an mir arbeiten, um mich zukünftig besser zu konzentrieren und meinem neuen Namen KEINE Ehre zu machen. Diesmal gelang es mir jedenfalls nicht, mir unter der sanft mein Hinterteil tätschelnden Hand meines Herrn ein wohliges Seufzen zu verkneifen, denn ich habe seine Berührungen wirklich genossen… geschnurrt habe ich allerdings nicht, bin doch KEIN Giani!!

Freitag, 11. Mai 2018

Namensänderungen

Es ist inzwischen schon einige Tage her, dass mein Herr sich nachdenklich brummend am Hintern kratzte und dabei Richtung Sattlerei schaute. Mir wurde sofort klar, er hatte die dort vorm Haus kniende Kajira wegen seiner vielen Wachdienste noch nicht gesehen. „Mein Herr, das ist die Sklavin, die der Sattler vor kurzem beim Würfeln gewonnen hat“, klärte ich ihn daher auf, als die Nackte näher kam. „Aha, also keine Reisekajira... aber wenn ich ihren Kragen auswechsele, gehört sie mir und ich kann sie teuer verkaufen.“ Während ich mich fragte, ob sich ihr Verkauf überhaupt lohnte, um den Geldbeutel meines Herrn zu füllen, fand das Mädchen den Hinweis erforderlich, ihrem Herrn könnte dieser Tausch nicht so ganz gefallen. 

Hmmm… war sie nur eine weitere 99er und überhaupt ausgebildet? Mein Herr meinte, meine Frage sei überflüssig, weil das die meisten Käufer nicht interessiere. „Meine Mutter hat mich seinerzeit auf ein Sklavenleben vorbereitet, falls es mal dazu kommen sollte… eine klassische Ausbildung hatte ich allerdings nicht“, wurden wir aufgeklärt. Nur logisch, dass sich meine nächsten Fragen um den Grund für ihre Versklavung drehten und die Kaste ihres Vaters. „Mein Vater hatte hohe Schulden bei meinem vorherigen Herrn, denn seine Geschäfte als Händler liefen leider schlecht. Er sah schließlich keine andere Möglichkeit, als mich seinem Gläubiger zur Tilgung der säumigen Zahlungen zu überlassen, der mich dann an den Sattler beim Würfeln verlor.“

„Hehe, so hoch können die Schulden nicht gewesen sein, wenn du als Bezahlung ausgereicht hast“, stellte mein Herr grinsend fest, nahm aber vom Tausch ihres Kragens Abstand, da er den Sattler nicht verärgern wollte. Selbstverständlich interessierte mich noch, ob überhaupt schon und wenn ja, welchen Namen das Mädchen bekommen hatte. Die Nackte gab freundlich Auskunft: „Ich werde Nichtsnutz gerufen… der Vorschlag kam von der Gefährtin meines Herrn.“ Mein Herr fand den Namen „sehr passend und leicht zu merken“, der inzwischen eingetroffene Brauer und auch der Rekrut äußerten sich dazu jedoch nicht und ich fand ihn viel zu lang.


Tja, und genau um den Namen von Nichtsnutz ging es einige Tage später am Hauptmann-Badetag vor der Sattlerei. Sie hatte diesen Namen übrigens von der Gefährtin ihres Herrn erhalten, was mich insofern nicht wunderte, weil die Schreiberin eigentlich keine Gelegenheit auslässt, Kajirae eins auszuwischen. Das Weib war allerdings nirgends zu sehen und ihr Gefährte inzwischen offensichtlich zu der Erkenntnis gelangt, dass ihr Vorschlag viel zu lang ist, denn er beschloss: „Ich nenne dich erst mal Ninu, als Abkürzung für Nichtsnutz.“ Ich fand, mit diesem ganz gut klingenden Namen hatte er eine sehr diplomatische Wahl getroffen und kam vielleicht um einige giftige Bemerkungen der Blauen herum… andererseits, was konnte die Frau schon dagegen sagen, wenn er sein Eigentum umbenannte? Genau, nichts! 

Oha, mit einem Einwand von Kira, seiner anderen Kajira, hatte der Sattler anscheinend jedoch nicht gerechnet, die für ihre neue Kettenschwester das Wort ergriff: „Können wir ihr nicht einen schönen Namen geben?“ Die Namensgebung wurde allerdings nun erst einmal von Kiras Wunsch unterbrochen, an meinem Herrn schnuppern zu dürfen, der inzwischen sein Bad beendet hatte und wieder angezogen war. Irgendeine Äußerung des Sattlers muss ich beim Abtrocknen wohl verpasst haben, denn mir erschloss sich nicht, warum Kira vor meinem Herrn niederkniend flötete: „Herr Hauptmann, du siehst heute wirklich wunderbar aus…“ Pahhh, mein Herr sieht immer wunderbar aus und riecht immer toll, nämlich nach Krieger… sowohl vor als auch nach dem Baden! 

Doch es kam noch irritierender: „Mein Herr bittet darum, ob ich kurz an dir schnuppern darf.“ Der Sattler bittet??? „Du kannst unter meinen Kilt krabbeln und einen gut riechenden Krieger beschnuppern“, erlaubte er dem Mädchen jedoch breit grinsend, was dann auch sofort in die Tat umgesetzt wurde. Besonders erstaunlich fand ich, wie die Sklavin den Geruch beschrieb: „Danke Herr, du riechst wie der einkehrende Sommer.“ Merkwürdig… hatte ich vom Baden noch Wasser in den Ohren, denn er roch doch wie ein Krieger?! Anscheinend ging es dem Rekruten wohl ähnlich, sodass mein Herr ihn aufklärte: „Rekrut, das ist ein Geruch aus Schweiß, Waffenöl und Kraft.“ Genau, wonach sollte mein Herr denn sonst riechen? 


Nachdem das geklärt war, setzte sich die Händlerin ans Feuer und wurde selbstverständlich von dem Rekruten begleitet, der ja nicht nur ein Auge auf diese Frau geworfen hat. „Jetzt hab ich sie mit meinem guten Geruch vertrieben“, flachste mein Herr lachend, obwohl ihm natürlich klar war, warum die Vulos von sämtlichen Dächern „Gefährtenschaft“ trällerten und den beiden Turtelnden nicht zum Lagerfeuer folgte. Vielleicht war er aber auch genau wie ich gespannt darauf, ob Ninu gleich wieder umbenannt wurde, als der Sattler seine andere Sklavin nämlich aufforderte: „So, nun zu dem Namen für Ninu… hast du einen Vorschlag?“ Tja, so wirklich kreativ war Kira nicht, denn sie zählte Namen auf, bei denen man an Kajirae dachte, die mal in Jorts Fähre gelebt hatten oder zu lange Namen und doof klingende… wobei Geschmäcker ja verschieden sind. Letztendlich einigten sie sich auf „Nala“.

„Hehe Sattler, das klingt wie der Name für ein Giani, was aber nicht verkehrt ist“, kommentierte mein Herr diese Entscheidung schmunzelnd. Leider kam ihm in der nächsten Ihn ein Einfall: „Hmmm… wo du es immer so genießt, wenn ich dich kraule, Arya… vielleicht sollte ich dich Giani nennen?“ Na toll, ehrlich gesagt war ich wenig begeistert von dieser Idee, bekam aber trotzdem heraus: „Wie es dir beliebt, mein Herr.“ Und da mein Lächeln mangels Begeisterung vermutlich etwas verkniffen ausfiel, senkte ich meinen Kopf gleichzeitig schnell demütig. Mist, leider hat mein Herr es ja mit seinen Vierbeinern und würde vermutlich am liebsten die beiden Sleens zu Schoß-Sleens machen. Da das aber nicht klappt, traf es nun mich: „Hmmm… Giani ist ein sehr schöner Name. Arya, so werde ich dich ab jetzt nennen.“ Ich wusste wirklich nicht, was ich von dieser Umbenennung halten sollte. 

Aber egal, ich bin nur eine Kajira und habe keine Wahl. Nachdem sich der Rekrut zurückgezogen hatte, setzte mein Herr sich übrigens noch zur Händlerin ans Feuer und sparte nicht an Zuwendungen für mich… tätschelte meinen Hintern, strich sanft über meinen Rücken und Seite oder kraulte durch meine Haare… alles Dinge, bei denen ein Schoß-Giani vermutlich geschnurrt hätte und die ich vor meiner gerade erfolgten Namensänderung sicher sehr genossen hätte. Doch nun gab ich mir alle erdenkliche Mühe, nicht einen Piep von mir zu geben. Das gelang mir wohl auch ganz gut, denn ich sehnte mich so schrecklich wie schon lange nicht mehr nach früheren Zeiten, in denen ich den wunderschönen Namen „Dina“ haben durfte… ich bin nämlich kein Giani und werde mich auch wie keines benehmen!!!

Dienstag, 8. Mai 2018

Bad im Teich-Bach

„Heute ist richtiges Ubar-Wetter oder? Da läuft einem der Schweiß am Hintern herunter. Du hast es leichter, Arya… dich kann ich einfach nackt herumlaufen lassen!“ lautete der Kommentar meines Herrn zum fantastischen Wetter. Da ich mit ihm fühlte und total gerne bade, schlug ich vor: „Vielleicht solltest du im Teich-Bach ein Bad nehmen, mein Herr? Das Wasser ist einfach herrlich und erfrischt toll!“ „Was, du meinst, ich soll nackt in der Öffentlichkeit baden? Womöglich denkt jemand, ich wäre ein Thrall!“ empörte er sich ablehnend, überlegte es sich nach meiner Versicherung dann aber doch anders, ich könnte ihn bewachen und falls tatsächlich wer auch immer auftaucht, würde ich für Ablenkung sorgen.

„Hmmmmm… gut, wir probieren das mal aus… du nimmst meine Sachen und ein Handtuch mit“, entschied mein Herr, während er schon dabei war sich zu entkleiden. Draußen stoppte er allerdings noch kurz um sich zu erkundigen: „Wo badest du eigentlich immer, Arya?“ Kaum hatte ich aber die Stelle am Steg empfohlen, nahm mein Herr auch schon Anlauf und sprang mit einem lauten Platscher dort ins Wasser, sodass es gewaltig spritzte. Nachdem ich die Wäsche lieber etwas abseits deponiert hatte, hockte ich mich die Umgebung nach ungebetenen Badezuschauern absuchend auf den Steg. Das fiel mir bei dem einladenden Wasser echt nicht leicht, trotzdem nahm ich meinen Auftrag zur Bewachung meines Herrn selbstverständlich ernst… zumindest kurz.


Es vergingen nämlich nur wenige Ehn, bis er es sich anders überlegt hatte: „Na los, komm rein Arya!“ „Ich dachte, ich soll draußen bleiben und auf dich aufpassen, mein Herr… muss ich nicht?“ erwiderte ich pflichtbewusst, wurde dann aber lachend aufgefordert: „Husch, husch… ist ja keiner da und das Wasser ist angenehm kühl!“ Das ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen, sondern hüpfte umgehend ebenfalls ins herrliche Nass. Hach, es war einfach fantastisch und sehr lustig, uns gegenseitig zu bespritzen oder als es mir gelang, mich wie ein Aal zu winden und meinem Herrn zu entwischen, der mich gepackt hatte und unter Wasser drücken wollte. „Hehe, du bist wirklich eine kleine Wasserurt, Arya… aber ich habe ständig Sorge, dass du Schwimmhäute bekommst!“

„Was macht ihr denn da… ist dir zu warm, Hauptmann? Oder sind schon wieder 4 Märkte um?“ war plötzlich eine Stimme zu hören, die ich erst nachdem ich das nächste Mal prustend wieder aufgetaucht war, dem oben auf seinem Balkon stehenden Sattler zuordnen konnte. Mein Herr war nämlich wirklich flink und schaffte es trotz meiner geschmeidigen Bemühungen, mich immer wieder zu packen und unterzutauchen, achtete dabei aber auch darauf, dass ich irgendwann mal wieder Luft holen konnte… trotz Badeleidenschaft fehlen mir nämlich nicht nur Schwimmhäute, mir sind auch immer noch keine Kiemen gewachsen. 


„Komm mit rein… es ist verdammt warm heute!“ versuchte mein winkender Herr den Sattler zum Baden zu überreden, der jedoch skeptisch blieb: „Ne, ich weiß nicht… ich könnte zu sehr abnutzen!“ Anscheinend ist der Sattler ein noch größerer Bade-Frostködel als mein Herr, erlaubte allerdings seinen Kajirae das Baden. Die Antwort bekam ich allerdings nicht mit, da mein Herr mich erneut zu sich heran zog und untertauchte. Doch anscheinend haben es die Sattlermädchen nicht so mit Wasser wie ich, denn beide zeigten wenig Begeisterung fürs Schwimmen. Naja, Erlaubnis hin oder her, das Essen für ihren Herrn war offensichtlich wichtiger und ohne ihn zierten sie sich… hatten vielleicht auch Angst, mein Herr könnte sie genauso unter Wasser drücken wie mich.

Er machte das nämlich in immer kürzer werdenden Abständen, während der Sattler inzwischen ein Brot kauend auf der Bank vor seinem Haus saß und uns beobachtete. Puhhh… ich muss gestehen, fast ohne Pausen zum Durchschnaufen, wurde mir die Luft zuletzt ganz schön knapp, obwohl ich die wirklich ziemlich lange anhalten kann. Doch mein Herr behauptete, er bringe mir gerade bei nach Perlen zu tauchen, weil man damit viel Geld verdienen kann. Zum Glück beendete er das Tauchtraining, als ich schließlich vollkommen außer Atem keuchend nach Luft schnappte und mich kaum wieder einkriegte. Der Sattler lag jedenfalls vollkommen richtig mit seinem Hinweis: „Oha, ich glaube Arya hätte es eben nicht mehr lange gemacht, Hauptmann.“


Letztendlich erklärte mein Herr sein Bad für beendet, stampfte die Böschung hinauf, schüttelte sich und plusterte sich auf: „Das war erfrischend und wirklich gut… rubbel mich trocken, Arya!“ Kaum war ich diesem Befehl umgehend nachgekommen und ihm beim Anziehen behilflich gewesen, tauchten die Händlerin und der Rekrut auf, der nun eine Chance witterte, meinem Herrn wegen seiner nackten Füße eins beizupuhlen, weil ich seine Sandalen im Haus vergessen hatte. „Ich frage mich gerade, wieso du keine Schuhe trägst, Hauptmann?“ Pfffffft, der Kerl hatte es nötig! „Ich habe gebadet und zwar verdammt nackig… das hast du verpasst!“ ging mein Herr auf seine fehlenden Sandalen überhaupt nicht ein, die ich nun schnell holte.

Bei meiner Rückkehr verteilte der Pilgerkrieger immer noch kleine Spitzen oder versuchte es zumindest, die mein Herr jedoch ignorierte. Es scheiterte auch der Versuch des Rekruten, der wohl fürsorglich um die Befindlichkeit der Händlerin besorgt gemeint war: „Sag mal, normalerweise nehmen doch werte Ladys wie du sofort Reißaus, wenn so viel nacktes Sklavenfleisch wie hier zu sehen ist. Stört dich das nicht so wie andere freie Frauen?“ „Nein, es stört mich nicht... es gehört eben dazu“, war doch mal eine Antwort der Händlerin, die zeigte, dass freie Frauen ihre Blicke durchaus im Griff haben können und nicht gleich in Gezeter ausbrechen oder Schnappatmung bekommen. Danach setzte sich die Frau ans Lagerfeuer und der Krieger trabte natürlich hinterher. 

Ich war ganz froh, dass mein Herr beim Sattler stehen blieb, auch wenn ich vom Gespräch am Feuer nur einzelne Wortfetzen des Rekruten mitbekam, die sich allerdings anhörten, als ob der Krieger über die fehlende Bedienung meckerte. Tja, Pech für ihn, dass weder der Sattler noch mein Herr sich dazu setzten und diesmal nicht ihre Privatkajirae zur Verfügung stellten. Zu bedienen ist für mich wirklich kein Thema, doch irgendwie scheint es für manche Freie ohne eigene Sklavin zur Selbstverständlichkeit geworden zu sein, das Eigentum anderer als dafür zuständig anzusehen und ohne ihren Besitzer zu fragen, in seinem Beisein über sie zu verfügen. ;-)

Montag, 7. Mai 2018

Überlegungen

Da ich annahm, dass mein Herr im Stehen schlief oder diese Fähigkeit zumindest sehr ausgiebig trainierte, verließ ich leise sein Haus, um ihn dabei nicht zu stören. Mein Ziel war die Händler-Schmiede, um der dort in der letzten Hand eingezogenen Freien meine Hilfe anzubieten. Die vertraute Umgebung hatte offensichtlich einen guten Einfluss auf ihr fehlendes Erinnerungsvermögen gehabt… ihre Amnesie war nämlich verschwunden und der Händlerin klargeworden, dass sie vor langer Zeit mal die Gefährtin des jortsschen Schmieds gewesen war. An meinen Diensten hatte sie jedoch keinerlei Bedarf, da alles bereits fertig eingerichtet war und die Frau nun sichtlich zufrieden vor dem Haus auf einem Stuhl saß, um nach der langen Zeit des Reisens endlich wieder ausgiebig heimische Luft zu schnuppern.

Während ich die Gelegenheit nutzte, sie über einige Veränderungen unter den Bewohnern seit ihrem Verschwinden zu informieren, die insbesondere nach den Beben und verheerenden Überschwemmungen eingetreten waren, schaute die Händlerin plötzlich nach links und begann zu lächeln. Der Rekrut kam angeschlendert, strahlte dabei übers ganze Gesicht und begrüßte die Frau total überschwänglich. Sie schlug ihm darauf vor, sich auf ein Getränk ans Feuer zu setzen, sofern er Zeit hat. „Ja, gehen wir zum Feuer, Lady. Ein kleiner Umtrunk in eurer Gesellschaft ist mir immer angenehm. Arya, das Getränk der Lady übernehme ich, du kannst es beim Wirt für mich anschreiben“, sülzte der an diesem Tag offensichtlich wenig reiselustige Dauerpilger dort angekommen und erzeugte damit bei der Freien eine mehr als rosige Gesichtsfarbe.

Als ich mich nun Richtung Taverne aufmachte, um das Gewünschte zu holen, wandte sich das Gespräch aber endlich doch einigen Reiseüberlegungen zu, denn bei meiner Rückkehr erklärte der Krieger gerade lächelnd: “Aber selbstverständlich dürft ihr mich begleiten. Ich würde mich darüber sogar ausgesprochen freuen!“ „Ahhh, das ist wunderbar… dann kann sich niemand beschweren, dass ihr zu viel reist, weil damit ja das eine mit dem anderen verbunden wird!“ brach die Frau in Begeisterung aus, wimmelte in Sachen Pilgern jedoch ab. Die offensichtlich immer noch merkwürdig ausgeprägte Leidenschaft des Rekruten dafür teilt sie anscheinend nicht, sondern ihr Reiseinteresse bestand lediglich darin, alte Geschäftsverbindungen wieder aufleben zu lassen.

Inzwischen hatte mein Herr seine Übung im konzentrierten Nachdenken beendet. Er klärte mich nämlich auf, er habe nicht im Stehen geschlafen, sondern angestrengte Überlegungen angestellt, ob er den nächsten Sold des jungen Kriegers einbehalten sollte. Da es dem Rekruten offensichtlich jedoch nicht an Geld mangelt, informierte ich meinen Herrn schnell darüber, wofür der Reiselustige demnächst schon wieder Münzen ausgeben will und das in Begleitung der Händlerin. „Meinen Sold einbehalten? Also die Lady hat mich als Schutz zum Reisen angeheuert. Und eine so angenehme Begleitung wie sie ist mir sehr recht“, stellte der Rarius nun mit hochgezogenen Augenbrauen klar. Wieso die beiden überlegt hatten, ihr Reisevergnügen werde von Jorts Fähre finanziert, erschloss sich mir übrigens nicht.


Wobei mein Herr ihnen diesen Zahn auch leise lachend zog: „Der Rekrut als Begleiter… nun ja, er ist inzwischen wohl auf ganz Gor bekannt, aber ansonsten Pech für ihn. Um Sold zu bekommen, muss man sich nämlich um den Heimstein verdient machen… fleißig das Kämpfen trainieren, Wachdienste schieben und sowas. Eure Reisespesen werden von Jorts Fähre nicht übernommen, sondern müssen von der Händlerin gezahlt werden.“ Tja, so wie es aussah, musste das Weib jetzt leicht betreten schlucken, sicherte aber zu: „Natürlich werde ich fürs Essen aufkommen und die Unterkunft… aber dazu muss ich meine Geschäfte erst mal wieder aufleben lassen.“ „Na, ich hoffe für dich, dass es klappen wird, denn sonst werde ich wegen der Miete an deiner Tür mit einem rostigen Kragen klopfen“, wiederholte mein Herr grinsend seine schon einmal geäußerte Ankündigung und tätschelte dabei sanft meinen Hintern.

Den Rest bekam ich dann leider nicht mehr mit, da nun der inzwischen eingetroffene Brauer jammerte: „Meine Kehle ist trocken, wie das Feuer heiß.“ Oha, es herrschte Trockenzeit in der Brauerei, denn von dort kam der Herr doch gerade?! Waren die Fässer mit Ale etwa ausgelaufen oder womöglich ein Unglück mit den Kesseln passiert? Wie gut, dass mein Herr Erbarmen hatte und mich losschickte, um dem Verdurstenden aus der Taverne sein Lieblingsgetränk zu holen, denn er trinkt ja kein Ale, hatte also auch kein Fass zuhause. Anscheinend war ich nicht schnell genug gewesen oder warum fragte mich der Brauer mit einem tiefen, unergründlichen Blick in meine Augen: „Aha… hat das Ale seinen weiten Weg jetzt gefunden... ist nicht übergeschwappt und noch kühl und frisch?“

Selbstverständlich ließ ich mir nicht anmerken, was in mir vorging, sondern antwortete wahrheitsgetreu mit oberunschuldiger kein Wässerchen trüben Miene: „Wie kühl und frisch kann ich nicht beurteilen, Herr, da ich nicht probiert habe.“ Die sich offensichtlich bestens amüsierende Händlerin nuschelte leise lachend irgendetwas über „schlagfertig“. „Hmmm… nicht probiert… danke Arya.“ Während ich noch ergänzte: „Ich bin nur ehrlich, Herr… probiere doch nicht einfach von einem Getränk für einen Freien“, nahm der Brauer mir sein geliebtes Ale ab und ließ das Thema schließlich fallen: „Ich werde über deine Worte nachdenken.“ Vielleicht ganz gut, dass mein Herr breit grinsend noch klarstellte: „Hehe, Arya mag doch kein Ale mehr, seitdem sie vor einiger Zeit mal ziemlich viel trinken musste.“

Die nun folgenden Überlegungen über Badezusätze und Seifen, die die Händlerin selber herstellt, gingen zwar weitestgehend an mir vorbei, allerdings waren mir die Ansichten des Brauereikriegers hierzu ganz sympathisch, der jegliche Zusätze beim Waschen ablehnt… vermutlich aus Angst, hinterher wie ein Kajirus zu riechen. Warum die Händlerin glaubt, dass sich freie Frauen für ihren Gefährten parfümieren, erschloss sich mir jedoch überhaupt nicht und außerdem ist mir noch keine Freie begegnet, die auf ihren Ruf Wert legt und wie eine Sklavin roch. Männer haben fürs Vergnügen nun mal ihre Kajirae, wie mir wundervoll bewiesen wurde, als mich die starken Kriegerarme meines Herrn herrlich besitzergreifend auf seinen Schoß zogen und später für die Fortsetzung nach rotseidener Art ins Haus trugen. ;-))

Donnerstag, 3. Mai 2018

Gedächtnisstörungen

Das Verhalten der Händlerin war irgendwie eigenartig und es kam mir so vor, als ob sie immer nervöser wurde, je länger sie sich im Kontor der Schmiede aufhielt. Wissbegierig wie ich bin, nutzte ich nämlich die günstige Gelegenheit, sie noch ein bisschen über ihre Waren auszuhorchen. „Ich handele nicht mit allem… aber mit Kräutern, mit edlen Stoffen auf Bestellung und außerdem mit Gewürzen aller Art. Ich stelle auch einige Sachen selber her.“ Hmmm… sie erklärte, nicht reich zu sein, aber es habe zum Leben stets so gereicht und wirkte dabei, als sei ihr unwohl. Außerdem schaute sie immer wieder zur Tür, als ob sie mit dem Schmied rechnete, dabei hatte ich ihr doch erzählt, dass er zurzeit auf seinem Landsitz ist. Und sie hatte es ziemlich eilig, zurück nach draußen zu gelangen. 

Offensichtlich hatte ich mich jedoch getäuscht, denn wie bereits erwähnt, entschloss sich die Händlerin tatsächlich zum Einzug in die Schmiede und wollte nicht länger im Stadthaus wohnen. Vorher betonte sie allerdings noch mehrfach ausdrücklich, dass sie nicht den Hauch von Begeisterung für einen unerwartet auftauchenden Schmied aufbringen kann und löcherte meinen Herrn, wie er verhindern will, dass der Handwerker plötzlich im Haus steht. Falls es sowas gibt, dann hat das Weib bestimmt eine Schmied-Phobie. Von schlechten Erfahrungen mit einem Mann dieser Kaste erwähnte sie allerdings nichts, stattdessen aber erneut, dass sie unter einer Gedächtnisstörung leidet und sich nicht mal an ihren Namen erinnert.

Oha, meine Gedanken begannen zu kreisen… Schmied… Händlerin… Kräuter… einiges selber herstellen… passte das nicht irgendwie auf die frühere Gefährtin des jortsschen Schmieds? Selbstverständlich behielt ich das für mich, doch mein Herr stellte anscheinend ähnliche Überlegungen an, denn plötzlich nannte er die Frau „Stella“… so hieß nämlich die Verschollene. Umgehend horchte die Händlerin auf und erkundigte sich neugierig: „Wie hast du mich eben genannt, Hauptmann? Kennst du mich!? Sag mir, wer ich bin, wenn du es weißt!“ Doch mein Herr wiegelte schnell ab, er habe es nicht so mit Namen, bringe da hin und wieder etwas durcheinander, gab dann aber zu, dass ihm wohl die Gefährtin des jortsschen Schmieds in den Sinn gekommen sein musste, die ebenfalls Händlerin gewesen war.

Wegen des Schleiers sah man leider nicht viel vom Gesicht der Frau, trotzdem war ich mir sicher, ihre helle Haut nahm plötzlich das Weiß ihrer Kleidung an, während sie leicht schwankend mit zittriger Stimme stotterte: „Schmied? Ich… ich… ahne Schlimmes… mi… mi… mir… wird… ganz anders.“ Der Tarnreiter bemerkte das offensichtlich auch und bot der Frau etwas zu trinken an, verzichtete jedoch darauf, seine gelangweilt im Gras herum hampelnde Diebin damit zu beauftragen. Es war die hilfsbereite, neben dem Weib kniende Sarah, die ihr einen Becher Wasser holte, es dabei aber leider zu gut mit einem Teller meinte, denn sie der Frau außerdem reichte: „Ein paar Kekse, Herrin… esst! Das hilft immer und man fühlt sich gleich besser.“

Tja, dass diese Eigenmächtigkeit der Kajira umgehend zu gefährlich klingendem Grummeln bei meinem keksverliebten Herrn führte, muss ich sicher nicht näher erläutern und auch nicht, dass sein Brummen die Sorte obergefährlich annahm, als Sarah sich sofort einen von der Händlerin angebotenen Keks in den Mund steckte. Ohne auf den inzwischen überdeutlich hörbaren Unmut meines Herrn zu reagieren, warf sie auch mir großzügig einen zu. Vermutlich brummte ich inzwischen fast so ungehalten wie mein Herr, bevor ich meine Hände schnell ausstreckte und ihm die aufgefangene Köstlichkeit reichte: „Möge der Keks dir munden, mein Herr und dich trösten, weil du wenigstens noch einen abbekommen hast.“ „Iss du, Arya, ich hoffe nämlich, es sind noch welche zuhause!“


Während ich mir das selbstverständlich nicht zweimal sagen ließ, kürzlich bekam ich von einem ganzen Blech gebackener Kekse nämlich nur eine abgebrochene Ecke ab, flog eine weitere Köstlichkeit zu der Diebin, sodass mein Herr sich wütend vorbeugte und in die blonden Haare griff: „Sarah, du bist großzügig mit meinem Eigentum!“ „Ja, Herr, Geiz liegt mir fern“, kam prompt frech zurück, allerdings gefolgt von Gejammer über den unangenehmen Zug in ihren Haaren. Von Einsicht über ihre Fehler war bei Sarah leider nichts zu bemerken und sie bat meinen Herrn auch nicht um Verzeihung. Stattdessen schien auch sie jetzt unter einer Gedächtnisstörung zu leiden, die sie komplett vergessen ließ, wie sie meinen Herrn zu nennen hat… sie sagte nämlich nur noch „Herr“ zu ihm, ohne „mein“. 

Das letzte Wort über das peinliche Benehmen von Sarah lässt noch auf sich warten, aber inzwischen war es spät geworden, sodass mein Herr sie nur anherrschte: „Geiz ist eine schlechte Eigenschaft, meine Kekse zu verschenken aber auch. Ich weiß, dass du es gut gemeint hast, doch das nächste Mal fragst du vorher… es sind meine Kekse, nicht deine… merke dir das!“

Mittwoch, 2. Mai 2018

Eine Mieterin für die Schmiede

Ich nahm diesmal nicht den direkten Weg vom Stadthaus zurück nach Hause, wo ich mich um die Vulos gekümmert hatte. In der Annahme, dass sich Sarah, die blonde Kajira auf Zeit, um das Wohlergehen meines Herrn kümmerte, nahm ich den Umweg an der hoffentlich bald eröffnenden Bäckerei vorbei… mich interessierte nämlich, ob sich dort endlich etwas tat. Doch das Haus mit Backstube wirkte komplett ausgestorben… sehr merkwürdig. Selbstverständlich lag es mir fern, an der geschlossenen Tür zu horchen, dennoch kam ich ins Grübeln und zuckte daher leicht erschrocken zusammen, als hinter mir eine wohlbekannte Stimme plötzlich meine Überlegungen beendete: „Arya was machst du hier?“

Zum Glück schien mein Herr sich für meinen Abstecher nicht weiter zu interessieren. „Wir brauchen noch ein Haus, Arya. Diese sklavenfreundliche Frau will nicht länger im Stadthaus wohnen“, machte er sich wenig begeistert Luft, da die Bauleute doch inzwischen wieder abgereist waren. Na toll, das war schlecht gelaufen. In dieser Ehn tauchte der Brauer auf und wurde von meinem Herrn natürlich gleich zur Wohnsituation des Weibs befragt: „Was meinst du… können wir die Händlerin erstmal in der Schmiede unterbringen?“ Oha, vor einigen Tagen noch Gemecker über gelagerte Baumaterialien, die umgehend abtransportiert werden sollten und nun kam von dem Rothaarigen: „Klar können wir das… aber war nicht noch ein weiteres Haus geplant?“


Ohje, hatte der Brauer Gedächtnisprobleme? Ich konnte nämlich kaum glauben, was der Herr dann von sich gab: „Tja Hauptmann, das Entsorgen war wohl nicht so richtig schlau.“ Na gut, dieser in meinen Augen ziemlich dreiste Kommentar von jemandem, der sich noch vor wenigen Tagen über seine Ordnungsliebe störende Holzbalken mokiert hatte, war nicht mein Problem… oder hatte ich seine Nörgelei nur geträumt? Es ging mich auch nichts an, warum einer Freien, die auf mich bei ihrer Ankunft etwas verwirrt und ziemlich ausgehungert gewirkt hatte, die Unterbringung im Stadthaus nicht genehm war und noch weniger, ob sie sich überhaupt den Bau eines Hauses leisten konnte. 

Die Blonde meines Herrn fühlte sich als Exgefährtin eines Schmieds übrigens berufen, ihm ihre Meinung zur geplanten Unterbringung der Freien mitzuteilen: „Mein Herr, Frauen mögen die Schmiede nicht.“ „Pah, die schon… ich hab da so einen Verdacht. Außerdem weiß ich nicht, was es da zu meckern gäbe… das Haus ist baugleich mit der Brauerei und das Ale wird nicht sauer, warum also ein Weib?“ machte sich der Brauer lustig über den Hinweis und mein Herr beschloss: „Die Frau kann im Stadthaus wohnen bleiben oder in die Schmiede ziehen, denn der Weg für die Bauleute aus Ar ist nicht gerade kurz. Es erscheint mir übrigens nicht verkehrt, ein Auge auf sie zu haben und die Miete im Voraus zu verlangen.“


Während dieser Überlegungen war inzwischen genug Wasser den Vosk herunter geflossen und Sarah hatte eindeutig die von mir großzügig gewährte Chance verpasst, ihre Nachlässigkeit selbst zu erkennen, sodass ich ihr befahl, meinen Platz an der Seite meines Herrn endlich zu räumen, nachdem sich der Tarnreiter mit seiner Diebin dazu gesellt hatte. Ich muss gestehen, ich war angenehm überrascht, dass sie diesem Befehl ohne Widerworte umgehend nachkam… denn ich hatte schon häufig mit irgendwelchen eingesammelten Reisekajirae Anderes erlebt. Meinem Herrn schien es zu gefallen, nun beidseitig eine Handablage zu haben, noch mehr gefiel ihm aber das Auftauchen der Händlerin.

„Oh, wenn man von der Mieterin spricht, erscheint sie… so muss das sein. Arya, was steht in der Liste über Pacht der Schmiede pro Hand?“ Hmmm… dass mein Herr es nicht so mit Namen hat, ist nichts Neues, aber nun dies? Ich vermutete, er wollte etwas Zeit schinden, um der Frau die Unterbringung möglichst schmackhaft zu machen, denn dass ich mich mit der Pacht nicht auskannte, wusste er ja. Ich plusterte mich also wichtigtuerisch auf, druckste aber herum: „Puhhh... also ich denke, so ein großes Haus wie das Kontor dieser Schmiede... die Terrasse großzügig geschnitten mit luxuriöser Außenkaminheizung... tja… und das Innere von einem namhaften Einrichter aus Ar kreiert... also die Pacht ist nicht ohne, mein Herr.“


„Genau Arya, vor allem ist die postmoderne Einrichtung zu erwähnen… alles Einzelstücke, maßangefertigt… der Designer hat einen gorweiten Ruf, ich glaube ein Herr von und zu oder so ähnlich, denn ich habe es ja nicht so mit Namen. Puhhhhhhhh… ja, das kostet, denn der macht nur beste Ware! Arya, Sarah, zeigt der Frau die Schmiede mal“, befahl mein Herr schließlich, damit das Weib nicht vor Neugier noch platzte. Ich erkundigte mich natürlich auch nach ihrer finanziellen Situation… selbstverständlich in aller gebotenen Höflichkeit. „Nun, ein wenig Erspartes habe ich schon... aber... aber ob das reicht...“, stotterte die jetzt merkwürdig weiß oberhalb ihrer Gesichtsgardine wirkende Freie.

„Erspartes reicht meist solange, bis es verbraucht ist... ist eine alte Brauerweisheit.“ Nach dieser Klugscheißerei des Brauereibesitzers wurde die Gesichtsfarbe der Frau übrigens auch nicht rosiger und so zögerlich wie sie dann letztendlich folgte, wirkte sie nicht sonderlich begeistert von dem angebotenen Haus. Drinnen im leeren Kontor der Schmiede angekommen, wirkte sie jedoch erleichtert, gab aber zu bedenken: „Aber was ist, wenn der Schmied zurückkommt?“ Erst nachdem ich erneut den Charme der künstlerischen Aspekte im Raum angepriesen hatte, nach denen die Bewohner von Ar ja ganz wild sein sollen, erklärte ich: „Das wirst du dann merken, Herrin. Zurzeit weilt der Schmied aber auf seinem Landsitz und alles Weitere müsstest du bitte mit meinem Herrn besprechen.“


„Nun gut, dann muss ich das wohl. Ich möchte keinen Ärger oder Angst haben, dass der Schmied irgendwann nachts im Haus steht.“ Danach entfernte sich die Händlerin eilig in Richtung meines Herrn. „Meine Begeisterung hält sich in Grenzen, Sir… und ich habe zum Schmied einige Fragen… Möbel sind übrigens keine da, insofern wird‘s billiger für mich“, war ihre leicht angesäuerte Einleitung, bevor zähe Verhandlungen begannen über die Miete, das Einlagern der postmodernen, nicht vorhandenen Möbel, den großen Terrassenkamin und die natürliche Umgebung mit Unterhaltung, einschließlich appetitanregender Gerüche bei Benutzung der Schmiede und stählernem, sehr soliden Beistelltisch, der allerdings nur schwer oder gar nicht gerückt werden kann.

„Nun… wenn die Schmiede nicht mit dranhängen würde, wäre es in Ordnung...aber mit ihr ist das nicht so sehr mein Stil.“ „Ach, wie heißt es so schön… du musst dich neu entdecken, Lady!“ lachte mein Herr, einigte sich aber tatsächlich doch noch mit der Frau und nahm ihre Vorauszahlung für 4 Hand zufrieden schmunzelnd entgegen… nun ist die Schmiede eine Händler-Schmiede und hat eine Mieterin. :-)

Donnerstag, 26. April 2018

Ein neuer Geschäftszweig?

Ich war am Vosk-Ufer schwer beschäftigt mit einem Berg Wäsche, sodass ich nicht wirklich mitbekam, was irgendwo hinter mir rumorte. Erst später beim Aufhängen der nassen Sachen wurde dann klar, ich hatte die Aufräumarbeiten der Baumaterialien am Lagerplatz gegenüber am Teich-Bach gehört… vom Rekruten oder irgendwelchen Bauleuten war nun allerdings weit und breit keine Spur mehr zu entdecken. Schade, ich hätte den Herrn wirklich gerne mit Säge und Schaufel in Aktion gesehen, falls ihm die Bauarbeiter nicht zuvorgekommen waren. Auch meinen Herrn interessierte es, ob der Krieger als Gegenleistung für den Sold tatsächlich wie von ihm befohlen fleißig gewesen war.

Kurz brummte er nun erst einmal undefinierbar und überlegte sich schon eine fiese Maßnahme, äußerte sich dann letztendlich aber doch überzeugt von den Qualitäten seines unerfahrenen Kastenkollegen: „Hmmm, hmmmmmm… wenn nicht, muss er die Latrine mit der Zahnbürste schrubben. Aber ich vertraue dem Rekruten und bin mir sicher, er ist ein guter Krieger und weiß, dass er meine Befehle zu befolgen hat!“ Wissbegierig wie ich bin, nutzte ich natürlich die Gelegenheit und versuchte herauszubekommen, ob mein Herr den jungen Rarius schon mal mit dem Schwert trainieren gesehen hatte, denn ich fand die Überlegung nicht abwegig, der Herr würde vielleicht lieber mit dem Stock herum fuchteln, da er den ja ständig auf dem Rücken trägt.


Damit brachte ich meinen nun sichtlich erheiterten Herrn auf den Gedanken, ob der Rekrut vielleicht auch im Allerwertesten einen Stock hat. Unsere Erörterungen über die Sensibilität von Hinterteilen und ihre Eignung für Stöcke… meiner war dafür definitiv ungeeignet… ließ ihn die Frage stellen: „Ach denkst du, deiner ist anders, als der von einem Freien, Arya? Dann komm her und fühl mal, ob das so ist… wobei ich ja keinen Stock im Hintern habe.“ Selbstverständlich rutschte ich umgehend näher an meinen Herrn heran, der sich nun übrigens mächtig aufplusterte und mir gleichzeitig seinen Allerwertesten leicht entgegen streckte. Hach, durchtrainiert wie er nun mal ist, fühlte sich einfach wundervoll an, was ich ertastete, nachdem ich meine Hände sanft unter seinen Tunikarock geschoben hatte. 

Leider waren mir ausgiebigere Untersuchungen nicht vergönnt, sondern wurden vom Eintreffen des Sattlers verhindert, der sich über die Ruhe wunderte. Mein Herr fand die Stille allerdings ganz angenehm, da er sich wegen seines Frühdienstes bald zurückziehen musste… andernfalls wäre es nämlich nicht zu schaffen, die Felle morgens zu solch fies früher Ahn zu verlassen. Zum Glück ist das Ende der Hand in Sicht mit ein paar freien Tagen ohne Wache. „Tja, Arya, nur doof, dass Sklaven nicht frei bekommen“, grinste mein Herr über eine Tatsache, die für mich eigentlich selbstverständlich ist. „Kannst ihr ja frei geben, Hauptmann, wird dir niemand verbieten… bringt doch nichts, deine Kajira zu sehr zu strapazieren“, ergriff der Sattler Partei für mich.


Doch für meinen Herrn stand sowieso fest, dass seine Sklaven ab und an eine Pause brauchen, weil sie sonst überarbeitet sind und ihn womöglich nicht mehr perfekt verwöhnen oder weil darunter vielleicht sogar ihre Schönheit leidet. „Ich kontrolliere Arya übrigens regelmäßig auf Falten“, erzählte er dem Sattler, der nun in Lachen ausbrach. Für mich war Faltenkontrolle jedoch nachvollziehbar, denn gelegentlich kommt es wohl vor, dass das Serum versagt… ich habe nämlich schon reichlich zerknitterte, total faltige Freie gesehen und mein Herr meinte entsetzt: „Wenn ich mir vorstelle, ich könnte Falten am Hintern und unter den Armen bekommen, sodass ich den Brauer beim Training nicht mehr seinen Allerwertesten versohlen kann… also das wäre überhaupt nicht lustig, zumal auch nähen nicht helfen wird!“

Oha, na da hatte er ja ein Thema angeschnitten! Ich vermute, der Sattler hatte genau wie ich das Bild von Abnähern vor Augen, denn er überlegte: „Hmmm… das wäre ein weiterer Geschäftszweig für mich… nähen kann ich ja. Da werde ich mal drüber nachdenken!“ Das Besorgen von feinem Werkzeug für sehr dünne Stiche wäre kein Problem meinte der Herr, allerdings gab ich zu bedenken, dass die Abnäher die Haut nicht zu stramm ziehen dürfen… vor allem nicht im Gesicht, weil man sonst ja nicht mehr lachen kann. „Ach was Arya… die sollen doch nicht lachen! Wenn die hinterher meine Rechnung sehen, weinen sie bestimmt!“ Tja, nun bin ich gespannt, wen der Sattler zum Üben nehmen wird… seine Gefährtin, seine Sklavin oder doch lieber erstmal eine Reisekajira. ;-)