Mittwoch, 30. November 2016

Schreibpause...

"Arya, woher weiß denn die halbe Stadt das mit den Feldern?... blöder Sklaventratsch!" wollte mein Herr spät am Abend leicht ungehalten brummend kurz vor dem Schlafen plötzlich von mir wissen. Eine Frage, die mich ziemlich erstaunte und auf die ich auch keine Antwort wusste, denn erstens hatte ich niemandem von seinen diesbezüglichen Überlegungen erzählt und zweitens hatte er doch erst kürzlich beschlossen, mich nicht auf die Felder zu schicken!

Kurz hielt ich vor Schreck die Luft an... mir kam nämlich der Gedanke, ob nicht nur die halbe Stadt, sondern womöglich auch der Aufseher keine Kenntnis von dieser Entscheidung erlangt hatte?! Entsprechend erleichtert atmete ich bei der Drohung meines Herrn in der nächsten Ehn jedoch wieder aus: "Arya, sollte der Aufseher dich abholen wollen, sagst du ihm, dass ich ihm die Nase abschneide, wenn er dich mitnimmt... die Felder fallen aus für dich!"

Leider es war spät, das tolle Fell meines Herrn wundervoll weich und ich total müde. Deswegen muss ich viel zu schnell eingeschlafen sein... blöderweise ohne einen wirklichen Plan geschmiedet zu haben, wie ich seine Drohung noch abschreckend oberfies ausschmücken konnte, damit auch wirklich klar wurde, wie ernst es meinem Herrn damit war. Tja, die Priesterkönige hatten wohl anderes im Sinn........................ 


Erholt euch eine Weile von mir, da mir RL bedingt zurzeit leider kein RP möglich ist :-(( ...aber denkt dran, Feldarbeit hin oder her, Unkraut vergeht nicht! ;-)))

Eure Dina

Sonntag, 27. November 2016

Entscheidungen

"Arya, das Opfer... grüß dich Schätzelein!" empfing mich der Brauer sichtlich begeistert, als ich am Hafen auftauchte, wo er sich mit meinem Herrn und der Gnädigsten unterhielt. Bei solch einer Begrüßung schwante mir natürlich sofort Ungutes, was sich auch leider zu bestätigen schien, denn offensichtlich fachsimpelten die drei Freien schon wieder über Opfer und ein gewisser rothaariger Herr fasste dafür gerade mich ins Auge. Puhhh, doch zum Glück ignorierte mein Herr diesen eher indirekten, dennoch auf meine Kosten gehenden Ausruf, der aber wahrscheinlich sowieso nicht ernst gemeint gewesen war. Vielleicht bekam er ihn auch nicht mit, denn nun wurden Möglichkeiten besprochen, den Priesterkönigen durch Verspeisen eines Tabuks oder Bosks zu huldigen... das leckere Fleisch sollte natürlich mit Opfer-Paga heruntergespült werden.

Mit dem Hinweis des gut aussehenden Brauereikriegers, sofern mein Herr den Bosk kauft, würde er auch bei dieser Aktion für einen hoffentlich ausbleibenden Wintereinbruch in Jorts Fähre wieder ein Paga-Fass spendieren, glaubte ich erneut den lauten Rums meiner letzten Fassopferung zu hören. Doch dann wurde das Thema fallengelassen... der Paga- und Ale-Durst der beiden Männer hatte inzwischen wohl überhandgenommen. Außerdem km vom Stadttor lautes, ungehaltenes Gemaule: "Geh mir aus dem Weg, Rotrock!" Oha, der Schmied machte seiner immer noch miesepetrigen Laune auf meinen Herrn Luft... ließ sie erst an einer der Wachen aus, lehnte danach die Richtung Stadttor den Hang hinauf gebrüllte Einladung meines Herrn auf ein Getränk ab, verweigerte vor der Taverne angekommen stur meine Bedienung, um seine Wut am Ende des Kais zu pflegen... alleine.

Die Aussicht, zwecks Wiedergutmachung von meinem Herrn umarmt zu werden, führte schließlich dazu, dass er seinen geleerten Becher wütend in den Vosk pfefferte, den er sich zuvor in Selbstbedienung aus der Taverne geholt hatte und zu der empörten Drohung: "Versuche mich zu umarmen, dann hast du keine mehr, Hauptmann!" Auch das Angebot meines Herrn, er würde mich zwecks Umarmung auch ausleihen, da er selbst meine sanfte Anschmiegsamkeit immer sehr genießt oder der beleidigte Schmied könne ihm alternativ auch Eine reinhauen, falls das hilft und es ihm dann besser geht, war nicht wirklich von Erfolg gekrönt. Doch immerhin näherte sich der Grummelnde jetzt der Sitzgruppe.

Während der nicht nachlassenden Bemühungen meines Herrn den Schmied wieder aufzubauen, nahte leider unaufhörlich die Ahn, in der die Brauereikessel immer lauter nach ihrem rothaarigen Besitzer riefen, sodass diesem irgendwann leider nichts anderes übrig blieb, als nachzugeben und sich zu verabschieden. Erstaunlicherweise wurde sein Stuhl nun tatsächlich vom Schmied eingenommen... vielleicht führt miese Stimmung im Stehen besonders schnell zu platten Füßen?

Egal, denn jetzt stellte sich heraus, die schlechte Laune rührte nicht nur vom makabren Witz meines Herrn über die angeblich auf der Suche nach dem Schmied befindlichen, schwarzkastigen Schuldeneintreiber. Mein Herr befahl mir nach dieser Erfahrung übrigens, dass ich ihn zukünftig rechtzeitig daran erinnern soll, mit dem sensiblen Schmied solche Witzchen nicht mehr zu machen.

Aber ich denke, der Metallhandwerker war auch wegen anderer Dinge nicht gerade gut drauf, was für mich durchaus nachvollziehbar war, denn er hatte mir vor längerer Zeit schonmal von seiner früheren Gefährtenschaft mit einem Nordweib erzählt, die ein unglückliches, sehr trauriges Ende genommen hatte. Wobei ich sowieso nicht verstehe, warum sich manche Männer überhaupt eine Gefährtin nehmen, außer es geht um den Nachwuchs für die Kaste, denn fürs Vergnügen gibt es doch Rotseidene! Aber das ist ein anderes Thema, denn dieses Weib des Schmieds hatte ihrem Gefährten immerhin Kinder geboren, war mit ihnen vor etlichen Märkten leider jedoch spurlos verschwunden.

Inzwischen ist märktelang jede Menge Wasser den Vosk herunter geflossen, ohne dass der Schmied auch nur ein einziges Lebenszeichen von dieser Freien erhalten hat. Nicht weiter verwunderlich und für meinen Herrn durchaus nachvollziehbar, der mit seiner ersten Gefährtin wohl Ähnliches erlebt hat, ist daher die Entscheidung des Schmieds, dieses Weib und seine Kinder als verschollen zu erklären, sein Haus in der Oberstadt aufzugeben und seinen Gefährtenvertrag vor Ablauf der vereinbarten und allgemein üblichen vier Märkte aufzulösen. Mit einem diesbezüglichen Aushang hatte er die jortssche Schreiberin beauftragt.


Doch irgendwie kam die Blaue damit nicht zu Potte und hatte sich sogar mit meinem Herrn in seiner Funktion als Ratsmitglied darüber beraten. Mist und nicht wirklich gute Laune fördernd war leider, dass die Schreiberin seitdem anscheinend tagelang nicht auffindbar im Stadtarchiv verschwunden war und der Schmied sich wohl schon mehrfach die Nase an ihrer Tür gestoßen hatte. Die Seelenblähungen der Blaukastigen, die an diesem Abend schließlich zu vorgerückter Ahn doch noch am Hafen auftauchte, ob die Auflösung einer Gefährtenschaft einfach so ohne  Wissen und Zustimmung der Gefährtin publiziert werden darf, waren mir ehrlich gesagt unverständlich.

Aber ich bin auch nur eine einfache Kajira und keine sich wegen überbetonter Gelehrigkeit selbst im Weg stehende Neuschreiberin. Für mich sind die Überlegungen der Schreiberin nicht realisierbar und daher gänzlich unlogisch, dass eine Verschollene irgendetwas zustimmen soll oder unterschreiben muss, wenn sie schlicht und einfach ihren vertraglich vereinbarten Pflichten nicht nachgekommen und der Vertrag somit nichtig ist. Auch aus Sicht meines Herrn sprach selbstverständlich nichts gegen die Entscheidung des Schmieds, seinen Gefährtenvertrag vorzeitig aufzulösen. ;-)

Sonntag, 20. November 2016

Eine glückliche Ehn…

…und eine verkürzte, weniger glückliche.

Um nicht enttäuscht zu sein, falls es doch anders kommt als geplant, mochte ich der Ankündigung meines Herrn irgendwie nicht wirklich trauen… dabei glaube ich ihm eigentlich alles. Doch an diesem Abend sah es wirklich so aus, als ob sein Vorhaben sich tatsächlich bewahrheiten sollte. Sich am Hintern kratzend brummte er nämlich meinen Namen und stellte dann zum ich weiß nicht wie vielten Mal die vollkommen überflüssige Frage, ob genügend heißes Wasser da ist für ein Bad. Selbstverständlich war das der Fall und zwar seit etlichen Hand schon, nämlich seitdem mein Herr sich zu einer eigenen Badewanne entschlossen hatte.


Kurz erkundigte ich mich allerdings trotzdem noch, ob er tatsächlich gedachte diese nun einzuweihen, erhielt jedoch zur Antwort: „Nein ich möchte zu den Monden Gors fliegen.“ Entsprechend beeilte ich mich natürlich, den großen Topf mit dem kochend heißen Wasser nach oben zu schleppen und für eine angenehme Badetemperatur kühles Wasser in die Wanne zu pumpen, während mein Herr sich mit Blick auf den Wasserdampf inzwischen zierte: „In zu heißes Wasser setze ich mich nicht… das überlasse ich Sklaven, die nicht brav sind.“ 

Letztendlich konnte ich ihn von der Wassertemperatur soweit überzeugen, dass ich tatsächlich beim Ausziehen helfen durfte… er war ernsthaft gewillt seine Anschaffung zu testen! Während ich vorsichtshalber noch eine erneute Temperaturkontrolle durchführte erkundigte ich mich, ob mein Herr traditionell zu baden gedachte. Ich glaubte zwar nicht, dass er das ganze Prozedere mit Einweichen, Ölen und allem was zu Strigil und Co. dazu gehört, über sich ergehen lassen wollte, aber wer viel fragt bekommt viel zu wissen.

„Ich werde heute verwöhnbaden, Arya. Etwas wärmer ist zwar immer gut, aber heute werde ich mich an dir wärmen.“ Oha, nach dieser Aussage gab es natürlich nichts mehr zu fragen. Ich angelte mir die bereitgelegten Badeutensilien und stieg zu meinem sich inzwischen im herrlichen Wasser räkelnden Herrn in die Wanne.


Sein Brummen klang sehr zufrieden, während ich mich erst mit dem Schwamm und schließlich mit sanft massierenden Händen ins Zeug legte, um ihn zu verwöhnen: „Arya, das ist angenehm… hätten wir schon viel früher machen sollen!“ Selbstverständlich widmete ich mich seinem Ganzkörper-Verwöhnprogramm mit aller mir zur Verfügung stehenden rotseidenen Hingabe. „Du taugst auf jeden Fall als Badesklavin, Arya… du hast gute Fingerchen“. 

Danach ging sein noch um einiges gesteigertes, äußerst wohliges Brummen schließlich in zufriedenes Stöhnen über, das nicht nur mein Sklavenfeuer entsprechend anheizte, sondern auch die Wassertemperatur… konnte ja eigentlich nicht sein, kam mir aber trotzdem so vor. Ich gebe zu, am liebsten hätte ich meinem Herrn noch ahnlang meine rotseidenen Fähigkeiten als Badesklavin gezeigt und im Gegensatz zu ihm wäre es mir dabei vollkommen egal gewesen, ob meine Finger zu Waschfrauenfingern zusammenschrumpelten. 

Am Wundervollsten fand ich natürlich seine besitzergreifende Art, mit der mein Herr mich schließlich an den Haaren packte und sich gleichzeitig hochstemmte. Damit zeigte er mir nicht nur seine Macht sondern auch, wonach ihm nun der Sinn stand, bis er schließlich vollkommen tiefenentspannt meinte: „Baden ist sehr entspannend… aber nun habe ich genug vom Wasser. Ich denke, ich genehmige mir noch einen gute Nacht Paga am Hafen!“

Nachdem mein Herr wieder angekleidet war, beeilte ich mich selbstverständlich damit, die Wanne schnell noch von kleinen, darin herumschwimmenden Hauptmännern zu reinigen, bevor ich seinen Befehl befolgte und mir eilig etwas Hübsches anzog, denn inzwischen war ungeduldiges Brummen zu hören. 

Die glückliche Ehn, die mein Herr zuhause mit seinem Eigentum in der Wanne verbracht hatte, war zwar bereits vorbei, dennoch traf er am Hafen nicht zu spät ein für eine weitere glückliche Ehn… er wurde vom Schmied nämlich auf einen Paga eingeladen. Naja, leider wurde diese Ehn zu einer sehr kurzen und endete nicht allzu glücklich.

Nachdem mein Herr den ersten Schluck seines Pagas intus hatte, nutzte er nämlich die Gelegenheit, um sich zu erkundigen: „Schmied, ich habe da etwas von der Schreiberin gehört… die will was von mir, weil du was willst… glaube ich.“ So wirklich klar war dem Herrn darauf offensichtlich nicht, worum es sich bei diesen rätselhaften Worten handelte. 

Doch letztendlich stellte sich heraus, es ging um die Auflösung seines Gefährtenvertrags, weil seine Gefährtin mit seinen Kindern seit mehr als eineinhalb Märkten verschollen ist und dass er nun beabsichtigt, sein Haus in der Oberstadt aufzugeben. Soweit war alles nachvollziehbar.

Leider erzählte der Schmied dann, dass er überlegt, zum Schutz aller Bewohner den Heimstein zu verlassen, nachdem mein Herr ihm vor kurzem doch von Kopfjägern und Schuldeneintreibern berichtet hatte, die hinter ihm her sein sollen. „Tja… also Schmied, da habe ich eine verdammt gute Nachricht für dich jetzt! Das musst du nicht machen, es waren nämlich keine Kopfgeldjäger da, dafür sehr viele Besucher, die einen Schmied gesucht haben… ich habe dich nur etwas hoch genommen!“


Ohje, nach diesen Worten meines Herrn nahm die Gesichtsfarbe des Schmieds schlagartig eine ungesunde Farbe an und der Herr sah aus, als würde er gleich platzen. Seinen Kelch auf den Boden werfend, machte er sich erbost Luft und brüllte meinen Herrn so laut an, dass man es vermutlich in Ar hören konnte: „Weißt du nicht, dass man mit sowas nicht scherzt!?!“ 

Während der Brauer umgehend sein Schild zur Abwehr etwaiger Flugobjekte zurechtrückte, ich schnell hinter meinem Herrn in Deckung ging, donnerte der Schmied weiter: „Ich überlege den Heimstein zu verlassen, um ihn zu schützen… ich habe meinen Nachlass geregelt… ich habe.........“ 

Die Aufzählung, die nun kam, war wirklich sehr lang und so wie der Schmied meinen Herrn anranzte, wurde mehr als deutlich, wie obersauer er war. Er hatte offensichtlich Null Verständnis dafür, was mein Herr als „Spaß unter Männern“ abtun wollte und knallte schließlich eine Handvoll Münzen auf den Tisch. 

„Wenn man davon ausgehen muss, dass das Leben von Freunden in Gefahr ist, hört der Spaß bei mir auf!“ Damit lief er oberstinkig Richtung Schmiede davon. 

Der Kommentar des Brauereikriegers fasste treffend zusammen: „Hmmm… das ging in die Hose, Hauptmann“.

Donnerstag, 17. November 2016

Weibergezicke

Ich glaubte falsch gehört zu haben, als ich mitbekam, dass mein Herr sein letztes Sammelstück umbenannt hatte. Na gut, ging mich nichts an, trotzdem fand ich es interessant zu erfahren, womit sich dieses Ding den neuen Namen verdient hatte. Wobei ich zufrieden registrierte, dass sie mit dem „S“ am Anfang einen Platz tiefer als zuvor mit „Rita“ gerutscht war. Es gab keinen Grund… mein Herr scheint seit dem ständigen Gemecker etlicher Bewohner über meinen Namen nur inzwischen offensichtlich die Nase voll von sämtlichen „itas“ zu haben. Keine Ahnung, was diese Sklavin wert ist, doch solange ich die Erste meines Herrn sein darf, werde ich sie weiterhin „sechs“ nennen oder nur „Kajira“.

Als es Zeit wurde zum Waffentraining aufzubrechen, kramte mein Herr aus einer der Kisten eine Kette heraus, die er unten mit dem Hinweis vor die Tür warf: „Nehmt die Kette mit zum Training“. Mir schwante sofort Ungutes, was er damit vorhaben könnte, doch ließ ich lieber nichts verlauten. Wie erwartet, nahm Sechs das Teil nicht gleich auf, sondern benötigte erst noch einen indirekten Hinweis von mir und an der Wiese angekommen, bestätigten sich dann leider meine Befürchtungen. Meine eh schon etwas angeknackste Stimmung wegen der4 Hand, dich ich demnächst auf den Feldern verbringen soll, sank von 0 auf -10. „Nun dürft ihr mir verraten, wofür ich diese Kette brauche“, verlangte mein Herr zu erfahren und das Dummchen neben mir hatte wie erwartet natürlich keinen Plan von nichts.

Leider bewahrheiteten sich meine unschönen Vorahnungen, denn mein Herr befahl das Sammelstück neben mich und kettete sie mit mir zusammen. Na toll, meine Begeisterung darüber hielt sich in Grenzen oder nee, es war nicht mal ein Hauch von Begeisterung darüber in mir zu spüren. „Arya, ihr seht gut aus, so nebeneinander“, äußerte er jedoch seine Zufriedenheit, sprach aber leider in der Mehrzahl. Auch legte er nicht nur mir eine Hand auf den Kopf, sondern gleichzeitig der anderen, was mich schlagartig irgendwie steif werden ließ. Aber ok, mein Herr war zufrieden und nur das sollte für mich zählen… ich versuchte meine Enttäuschung herunterzuschlucken. 

Allerdings ging ich unwirsch ruckend nicht gerade sanft mit dem anderen Ende der Kette um, als das Training begann und wir Platz machen mussten, wurde dann aber von Purpur abgelenkt. Die Gefährtin des Landsitzkriegers war nämlich in einer Robe aufgetaucht, die jeder Ubara alle Ehre gemacht hätte, obwohl sie doch nur eine Sängerin aus niederer Kaste ist. Neugierig musterte die Frau uns, weil Sechs ihr natürlich gänzlich unbekannt war… ich glaube, zum Waffentraining hatte mein Herr sie noch nie mitgenommen und gab ihr ja auch sonst immer irgendwelche Aufgaben in den abendlichen Ahn. Verständlich daher, dass die Freie Auskunft über ihren Namen und Zugehörigkeit verlangte. 

Als Sechs erwähnte, sie sei Fundstück Nummer 6 meines Herrn, wurde mir übrigens klar, ich muss sie gelegentlich darüber aufklären, dass sie vermutlich Nummer 60 ist oder eher noch weiter hinten liegt und von mir nur deswegen „sechs“ genannt wird, weil ich die mindestens 54 anderen den Priesterkönigen sei Dank nicht kennenlernen musste. Aber egal, die Wiese war der falsche Ort dafür und außerdem war ich inzwischen einigermaßen irritiert, dass mit der pompösen purpurfarbenen Robe offensichtlich das Erinnerungsvermögen der Ubara-Sängerin ganz gewaltig gelitten haben musste, denn auch bei unserem Besuch auf dem Landsitz vor knapp einer Hand, nannte mein Herr mich im Beisein dieser Frau schon Arya und ihr Gefährte ebenfalls. 

Naja, das Weib hatte bei all ihren Besuchen in ich weiß nicht wie vielen Märkten offensichtlich auch noch nie bemerkt, dass Jorts Fähre am Vosk liegt und einen Hafen hat, in dem Schiffe liegen, von denen sich eines jetzt kürzlich losgerissen hatte und im Hafenbecken dümpelte… aber ok, die Fähre legt doch auch nur genau daneben an. Außerdem litt die Frau anscheinend unter schlechter Laune, sodass unsere geöffneten Schenkel ein willkommenes Ventil zum Herumzicken waren. „Wieso knien hier eigentlich die Mädchen wie Bonds?!“ keifte sie plötzlich, denn natürlich war rundherum nichts außer den trainierenden Kriegern und der Natur zu sehen, was ihre Blicke magischer anzog als unsere weit geöffneten Knie… leider ein typisches feie Frauen Problem. 

Selbstverständlich begrüßte ich erst einmal den gerade eintreffenden Gefährten dieser Freien, gab ihr dann aber bereitwillig darüber Auskunft, dass wir auf Wunsch meines Herrn so knien.

Ok, Freie können sich gegenüber Sklaven herausnehmen, was sie wollen, doch was bildete sich diese Zicke in Gegenwart meines Herrn ein? Ihre ganze Körperhaltung mit den beleidigt verschränkten Armen zeigte inzwischen, welch Neid vermutlich in ihr kochte... soll sie sich doch unterwerfen! 

Leider zeigte sich nun, unter welchem Pantoffel der Landsitzkrieger offensichtlich steht. Ich knie nämlich immer so und habe es auch in Gegenwart seines Weibs schon immer getan, zuletzt sogar auf seinem Landsitz, ohne freie Frauen Gezeter und jetzt bot er an, der aufgeplusterten Wichtigtuerin eine Kurt zu leihen?! 

Es kam aber noch schlimmer. „Hauptmann, wieso befiehlst du deiner Kajira, mein Weib zu beleidigen?“ brüllte der Pantoffelheld quer über die Wiese, sodass mein Herr sein Training mit dem Kriegerbauern abbrach und sich dazu gesellte. Während etwas in mir zusammenbrach und sich gleichzeitig maßlose Enttäuschung wie eine kalte Faust um meinen Hals schnürte, hörte ich voller Entsetzen, dass mein Herr vor dieser geltungsbedürftigen Sängerin aus niederer Kaste kuschte und uns befahl, die Schenkel zu schließen. 

Aus dem Augenwinkel bemerkte ich, wie sich die Landsitz-Ubara gnädig zu einem Dank an meinen Herrn herabließ und dabei knickste, denn ich hatte mich inzwischen seitlich gedreht und versuchte die unbeschreibliche Traurigkeit in mir mit konzentriertem Zählen der vor meinen geschlossenen Knien liegenden Blätter in den Griff zu bekommen. 


Wahhh… leider musste ich mit anhören, wie mein Herr zurücksäuselte: „Bitte Sängerin, gern geschehen… das mach ich, weil ich dich mag und respektiere.“ 

Mehr gibt es dazu hier jetzt nicht zu erwähnen, denn mein Herr merkte sowieso nichts… verlor im Gasthaus weder ein Wort über meinen Minimalserve bei seinem Paga, er hat dafür ja eh nichts übrig, noch bemerkte er, dass ich dem Kriegerbauern seinen Kalana mit richtig viel Hingabe servierte und unter den anerkennenden Blicken und Gesten des Herrn dahin schmolz.

Doch was soll’s… immerhin wurde er wach, als ich ihm wegen einer in meinen Augen nicht gerechtfertigten Rüge des Pantoffelkriegers leise eine Frage stellte, die er verständlicherweise aber auf später vertagte.


Ich war wirklich sehr dankbar, dass mein Herr zuhause noch sehr ausführlich mit mir sprach und es ging mir runter wie Öl… ach menno, ich wollte gar nicht Recht bekommen!

Trotzdem freute es mich natürlich, dass mein Herr mich für würdig und intelligent genug ansah, diese Frage mit ihm zu erörtern. Eigentlich möchte ich einfach nur einen Herrn, der sich schützend vor sein Eigentum stellt und kein egal wie gut gelauntes Herrchen, das vor einer singenden Möchte gern Ubara kuscht, die plötzlich meint, sich wichtig tun zu müssen. ;-)

Mittwoch, 16. November 2016

Archontin der Stadt Jorts Fähre

Bei meiner Frage, wie fein ich mich anlässlich des Heimsteinschwurs der Schreiberin machen sollte, kam von meinem Herrn nur äußerst hilfreich „ausreichend Arya“… typisch Mann irgendwie. Aber ok, er war wohl auch viel zu sehr damit beschäftigt, die 37 Seiten seiner Rede nicht durcheinander zu bringen. Ob ihm dies gelang, bekam ich nicht mehr mit, da ich mich nun beeilte ins Gasthaus zu kommen, wo ich mich zusammen mit Laya um die Vorbereitungen für die Festivität nach dem Schwur kümmern sollte.

Tja, Laya und ich waren pünktlich, nur dieses Weib tauchte zur vereinbarten Ahn nicht auf, sodass wir einfach alles so herrichteten, wie es uns sinnvoll erschien. Die Hofkajirae tauchten zwar ebenfalls nicht auf, hatten aber wenigstens die Vorräte in der Gasthausküche aufgefüllt, sodass unserer Zubereitung der kulinarischen Leckereien nichts im Weg stand. Da leider die Lieferung des von der Schreiberin angekündigten Tischs ausblieb, bauten wir schließlich sämtliche Speisen auf einer improvisierten Tischplatte draußen auf der Terrasse zu einem großen Büffet auf. 

Wie gut, dass wenigstens der Grillwagen wie bestellt kam und ich unsere Vorbereitungen danach als beendet erklären konnte, sodass wir uns pünktlich zur Ahn des Heimsteinschwurs Richtung Ratssaal aufmachten… von der Blauen war übrigens bis zuletzt kein Rockzipfel zu sehen. Lustig fand ich, dass Laya sich erstaunt nach dem Bild auf meiner rechten Schulter erkundigte. Da es meistens von meinen langen Haaren verdeckt ist, die ich an diesem Tag seitlich über meine linke Schulter trug, hatte sie noch nie die Blume bemerkt, obwohl sie mich schon mein ganzes Leben auf Gor begleitet... mein erster Herr hatte sie nämlich persönlich entworfen.

Das Getümmel vor dem Ratssaal war bei unserem Eintreffen übrigens gewaltig, da ein Gast anscheinend unter irgendeinem Vorwand mit riesigem Gefolge aus dem Norden eingetroffen war. Zumindest reimte ich es mir so zusammen, denn ich hörte einen der Nordleute brummen, er sei eigentlich angereist, um Handel zu treiben, aber nicht um an einer Heimsteinzeremonie teilzunehmen. Ein Durchkommen in den Ratssaal war jedenfalls vorerst nicht möglich, sodass ich nur einzelne Gesprächsfetzen von drinnen mitbekam, wo mein Herr schon wieder die Anzahl der Seiten seiner Rede erwähnte.

Plötzlich hörte ich einen der Nordmänner vor den Ratssaaltüren stöhnen: „Ohje, der will eine 37seitige Rede halten… das wird bis zum Ende des Winters dauern!“ Nach einigem Zögern betraten die zahlreichen Nordleute schließlich aber doch noch den Saal und ihr Anführer sagte meinem Herrn zu: "Wir werden uns benehmen und eure Zeremonie ehren, darauf mein Wort". Laya und ich quetschten uns schnell hinterher, damit die Türen geschlossen werden konnten und niemand mehr der Rede meines Herrn entkam. Ein etwas ungehobelter Kerl meinte übrigens, es wäre doch lustig, ihn nach der ersten Seite umzuhauen, doch zum Glück schüttelte der Anführer seinen Kopf: „Ich habe mein Wort gegeben, das gilt für uns alle!“


Wie von mir vermutet, war mein Herr tatsächlich nicht nur mit der Bewachung des Heimsteins beschäftigt, sondern kramte in seinen Redepapieren und warf diverse Seiten in die Feuerschale neben sich… hatte er die 37 Seiten womöglich durcheinander gemischt? Wie gut, dass es die unzuverlässige Schreiberin wenigstens geschafft hatte, pünktlich zur Zeremonie im Ratssaal aufzutauchen. Sie schlug ihm jetzt nämlich vor: " Kintradim, ich glaube du kannst anfangen. Wer jetzt noch nicht da ist, verpasst eben deine sicher wundervolle Rede." „Wie du meinst… ich war zwar gerade noch am Aussortieren, aber wir können auch gerne anfangen“.

Damit warf er gleich noch ein paar Seiten auf einmal ins Feuer, was aber nicht bedeutete, dass er keine gute Rede hielt. Mein Herr braucht gar keine Zettel für tolle Reden… erwähnte den Anlass, warum sich alle im Ratssaal versammelt hatten, aber auch wie wichtig und einschneidend der Heimsteinschwur im Leben jedes Mittelgoreaners ist, weil man damit Teil einer Gemeinschaft wird und sich das Recht, diesen Schwur zu leisten, vorher sorgsam erworben hat. Kurz ging er noch darauf ein, wie mittellos dieses Weib seinerzeit in Jorts Fähre angekommen war und dass es ihr dank der Unterstützung des hohen Rates der Stadt gelungen ist, in die blaue Kaste der Schreiber aufgenommen zu werden.

Sogar die zappeligen Nordleute beruhigten sich etwas und hörten zu, denn diejenigen, die sich dazu nicht in der Lage sahen, hatten den Saal lieber wieder verlassen. Schließlich wanderten auch die restlichen Seiten der Rede in die Feuerschale und mein Herr erkundigte sich bei dem Weib, ob sie für ihren Schwur bereit war… war sie. „Dann schreiten wir gleich zur Tat. Du darfst zum Heimstein vortreten und sogar deine Hand darauf legen, um den Schwur zu leisten.“ Während die Frau sich nun sichtbar ehrfürchtig dem kostbaren Stein näherte, um ihn vorsichtig mit ihrer Rechten zu berühren, drohte mein Herr ihr seine schlechte Laune an, sofern sie versuchen sollte, den Stein mitzunehmen.

Die Schreiberin legte ihren Schwur mit eigenen, wirklich sehr schönen, aber dennoch ähnlichen Worten ab, wie ich sie schon unzählige Male gehört hatte. Sie brachte ihr Bemühen zum Ausdruck, Ruhm und Reichtum von Jorts Fähre zu mehren, jederzeit die Stadtgesetze zu befolgen und ihrem Heimstein keine Schande zu bereiten. Zuvor noch nie gehört hatte ich jedoch: „Ferner schwöre ich Kraft meines Amtes als Archontin der Stadt……" Hmmm… Herrschende der Stadt? Ach nee, bestimmt meinte sie sinngemäß, dass sie als einzige und somit erste Schreiberin eine führende Amtsträgerin ist. 

Na gut, passt irgendwie zu ihren ständigen Verbesserungen, dass sie eine „Schriftglehrte“ ist, bei denen mir immer Gedanken kommen… tja, die ich aber selbstverständlich nicht laut denke. Interessant fand ich übrigens die Worte, mit denen die Schreiberin ihren Schwur beendete „…als Archontin der Stadt, diese mit Tinte und Feder zu verteidigen“. Diese Aussage veranlasste einen der Thorvaldsländer in meiner Nähe nämlich leise zu brummen: "Sie sollte lieber einen Bogen nehmen, um eine Stadt zu verteidigen, mit Tinte und Feder wurde noch niemand erschlagen!" Letzteres ging allerdings im „Willkommen in Jorts Fähre“ und den allgemeinen Glückwünschen unter.


Das anschließende Festessen kam wohl bei allen Gästen gut an und ich denke, es gab niemanden, der oder die nicht restlos gesättigt bis übersättigt nach Hause ging. Der Fastentag meines Herrn hatte sich jedenfalls gelohnt und ich musste mich um sein Essen auch sowieso nicht kümmern, da er sich ahnlang getreu seinem Motto „wer mag, kann sich gerne setzen… wer schlau ist, bleibt stehen und langt selber kräftig zu so wie ich, hehe“ direkt neben dem Büffet strategisch günstig platziert hatte. Auf meinen Hinweis, dass er gar keine Kajira braucht, erwiderte er lachend: „Arya, lass es mich so sagen… was essen angeht, bin ich durchaus selbstständig!“


Die Dankbarkeit der neuen Heimsteinangehörigen kannte übrigens keine Grenzen, denn sie brachte zu vorgerückter Ahn gegenüber meinem Herrn und dem Sattler noch überdeutlich zum Ausdruck, wie sehr sie sich über Layas und meinen Einsatz gefreut hatte. Darüber freute ich mich natürlich riesig, obwohl meine Dienste für mich eine Selbstverständlichkeit gewesen sind… besonders bei einer Archontin der Stadt Jorts Fähre, denn ich möchte meinem Herrn natürlich Ehre bereiten! ;-)

Dienstag, 15. November 2016

Der Tag davor

„Arya, bei Fuß… ich werde heute im Gasthaus ein Menü aus Getränk und Imbiss zu mir zu nehmen“, eröffnete mein Herr mir und stampfte auch gleich los, sodass ich mich bemühte, wegen der immer noch zwischen meinen Knöcheln befindlichen Kette mit eiligen Trippelschritten hinterher zu kommen. Die Getränkefrage war schnell geklärt, denn mein Herr wünschte das Übliche, also Paga. Ein wenig Sorgen machte mir jedoch über den Imbiss und sein öffentlich angekündigtes Fasten, denn es war der Tag vor dem Heimsteinschwur der Schreiberin und dem anschließenden Festessen. Sein Hunger war also verständlich… oder wollte er mit dem Menüwunsch prüfen, ob ich mir seine Fasten-Ankündigung gemerkt hatte?

Während mir diverse Überlegungen durch den Kopf gingen, hantierte ich in der Gasthausküche mit dem Geschirr und fluchte zwischendurch… selbstverständlich leise… als mir… leider sehr laut… ein Topfdeckel fast auf den Fuß fiel. Das Scheppern muss jedenfalls draußen auf der Terrasse zu hören gewesen sein, denn es wurde umgehend mit der Ermahnung von meinem Herrn kommentiert: „Pass auf deine Finger auf… eine Neunfinger-Arya mag ich nämlich nicht!“ Mit dem Arrangement auf dem Teller meines Herrn schwer beschäftigt und entsprechend hochkonzentriert darauf, erwiderte ich dazu aber lieber nichts.

Inzwischen hatte ich mich nämlich entschieden, meinem Herrn zu zeigen, dass auf mein gutes Gedächtnis Verlass ist, ich mich von dem Menü- und Pagawunsch nicht irritieren lasse und seine Fastenankündigung zu respektieren weiß. Mitten auf seinem Menüteller platzierte ich also eine fastenmäßig geeignete, sehr dünne Scheibe Braten, denn mein Herr ist nun mal ein Fleischesser. Und damit dieses Bratenscheibchen nicht so verloren auf dem Teller aussah, dekorierte ich fächerförmig darum herum drei große Blätter Katch und legte auf jedes eine Kalanatraube darauf. Das sah schon mal nach sehr gut und äußerst lecker aus.

Da das Auge bekanntlich mitisst, halbierte ich als weiteres optisches Highlight zwei kleine gekochte Suls, auf die ich Kräuter streute und zusätzlich auch einige über die noch freie Fläche des Tellers, sodass dieses Arrangement nach richtig viel mehr aussah, als es eigentlich war. Außerdem verwendete ich einen fastentauglichen Trick mit dem Paga, indem ich einfach einen recht kleinen Becher nahm, den ich allerdings fast randvoll schenkte, sodass die geringere Menge nicht wirklich auffiel. Entsprechend zufrieden mit mir, balancierte ich diesen Fasten-Imbiss nebst Getränk hinaus zu meinem Herrn.

Doch irgendwie teilte er meine Begeisterung nicht, sondern zeigte mit leicht pikiertem Blick auf das Arrangement: „Arya, was sind das denn für Blätter?“ Meine Erklärung über dieses wirklich perfekt zum Fastentag passende, sehr gesunde Kohl-Salat-Gemüse, überzeugte ihn offensichtlich jedoch nicht. „Ich strenge mich sehr an, denn was tut man nicht alles… aber zu gesundes Fasten hatte ich eigentlich nicht im Sinn. Das Gesunde darfst du essen, Arya, es könnte mich womöglich überfordern!“ meinte er gutmütig lachend und zeigte erneut seine unendliche Großzügigkeit, die ich wirklich zu schätzen weiß, zumal er doch gerade erst sein Haus zur sklavenbreifreien Zone erklärt hatte!


Während ich mich nun mit Begeisterung über die leckeren Katchblätter hermachte… einziger Nachteil war, dass Einzelteile davon zwischen meinen Zähnen hängen blieben, die ich mühsam mit dem Finger herauspuhlen musste… gesellte sich der Sattler dazu und empörte sich über seine Kajira, die ihn anscheinend erst erschreckt und ihm dann auch noch widersprochen hatte. Nun erfuhr ich auch, warum mein Herr zwischendurch so abwesend gewesen war. In mir keimten nämlich schon ernste Befürchtungen, ob er womöglich doch viel zu hart fastet. 

Wie gut, dass er nun erzählte, er habe im Kopf seine Rede für den Heimsteinschwur geübt und einige Probleme mit den Seiten 7, 9, 13 und 21 gehabt sowie diversen dazwischen. Offensichtlich geschockt über den Fleiß meines Herrn, überlegte der Sattler, zur Zeremonie erst eine Ahn später dazu zu kommen, weil in seinem Alter lange Reden sehr anstrengend sind und es für die Zuschauer keine Sitzgelegenheiten gibt. Pahhh… zog der Kerl doch tatsächlich in Erwägung, den Anfang der Deluxe-Rede meines Herrn zu verpassen?! Für seine harte Vorbereitung auf das Fest nach dem Schwur durch Fasten, sprach er meinem Herrn allerdings seine Hochachtung aus. 

Interessant war zu erfahren, dass Laya ihren Herrn mit Anschleichen erschreckt hatte. Trotz des zehrenden Fastens ohne Gemüsebeilage hatte mein Herr aber selbstverständlich einen Vorschlag, wie dies zukünftig verhindert werden konnte… mit Glöckchen. Die Erörterungen der beiden Männer über den am besten geeigneten Ort dieser Maßnahme… ob an den Knöcheln oder mangels Nasenring doch lieber an den Nippelringen, die Laya in ihren wirklich sehr beeindruckenden Brüsten hat… wurde durch das Auftauchen der schriftgelehrten Schreiberin jedoch unterbrochen. 


Mein Herr eröffnete dem Weib jetzt nämlich erst einmal, dass seine Rede bereits 21 Seiten hat. "Hauptmann, ich freue mich über jedes tiefsinnige Wort von dir, dass meinen Gästen zeigt, wie wichtig dir mein Heimsteinschwur ist.“ Die Frau zog es danach übrigens vor, sich auf ein Kissen plumpsen zu lassen und einen Kräutertee zu bestellen, um bei klarem Verstand zu bleiben, da sie nach dieser Information meines Herrn natürlich unter Zugzwang mit ihrer Dankesrede an ihn war, die in ihrer Länge seiner Rede sicherlich in nichts nachstehen sollte. „Als hohe Gelehrte kann ich darauf unmöglich verzichten. Wie stünde meine Kaste da, wenn ich das täte?“ 

Ah ja, irgendwie typisch für diese Neuschreiberin, erneut ihre Gelehrigkeit zu betonen, allerdings schwieg ich dazu selbstverständlich und gab mich lieber dem Genuss der sanft meinen Schenkel knetenden Hand meines Herrn hin. Da sich im Gesicht des Sattlers bei der Aussicht, zusätzlich noch eine Dankesrede über sich ergehen lassen zu müssen, inzwischen Fassungslosigkeit ausbreitete, sah ich mich letztendlich aber doch verpflichtet, ihm den schlauen Botha-am-Mann-Trick des Brauers zu verraten, der bestimmt auch bei ahnlangen Reden hilft. 

Ich mag mich täuschen, aber als mein Herr sich schließlich dahingehend äußerte, die Schreiberin habe ihren Schwur bestimmt schon formuliert… in Jorts Fähre gibt es nämlich keinen von der Stange… wurde die Frau richtig nervös. Sie versuchte das zwar zu vertuschen, jedoch vergeblich: "Hier verfasst man den Schwur selbst? Das ist doch sehr unüblich Hauptmann! Sind dir die Worte ausgegangen und du musst darum meine Hilfe annehmen?“ Danach löcherte sie nämlich den Sattler wegen seines Schwurs vor vielen Märkten und versuchte krampfhaft zu erfahren, welche Worte er gewählt hatte. Es bestätigte sich also immer offensichtlicher, dass ihr anscheinend nichts einfiel.

Na gut, sowas kann am Tag davor wohl passieren, zumal das Weib schon ganz blass geworden war und um ihre Planungen für das Festessen fürchtete. Da ich bei den Vorbereitungen helfen sollte, hatte ich mich bei ihr natürlich erkundigt, ob die Feier in Anbetracht der zu erwartenden hohen Gästezahlen in der Arena stattfinden soll oder ob alles mangels ausreichender Anzahl von Sitzkissen auf der Gasthausterrasse im Stehen geplant ist. Aber mal sehen, soll ja auch schon mal vorgekommen sein, dass der Kajirafunk daneben lag. Möglicherweise behindern auch die Wetterverhältnisse die Anreise der zahlreichen Gäste aus halb Gor, sodass es vielleicht doch keine 300 werden… oder so. ;-)

Montag, 14. November 2016

Problemlösungen

Geknebelt und blind lauschte ich mit gespitzten Ohren, ob sich im Haus irgendetwas tat und mein Herr mich vielleicht aus meiner misslichen Lage befreien würde. Doch alles war still und ich alleine, denn er hatte ja leider erneut die Frühwache erwischt. Zwischendurch war mir allerdings so, als ob ich leise irgendwelche Roben rascheln hörte, weil vielleicht seine Gefährtin heimgekehrt war... doch dann war alles wieder still. Mir blieb nichts anderes übrig, als mich angekettet am Sklavenring mit auf den Rücken gefesselten Händen weiter in Geduld zu üben, denn meine Hilflosigkeit war der Wunsch meines Herrn. Schließlich klappte aber doch die Haustür und mein Sklavenherz begann sofort schneller zu schlagen, da nun das typische Brummen meines Herrn zu hören war: „Irina, bist du oben und ist Arya da noch angekettet?“ 

Leider passierte jedoch ehnlang nichts, sodass ich mir ein ungeduldiges Schnaufen einfach nicht mehr verkneifen konnte, was aber unten im Haus zum Glück nicht zu hören war. Schließlich raschelte es genau neben mir und dann war die Gnädigste zu hören: „Ja mein Gefährte, ist sie… soll ich sie losmachen? Sie ist auch noch geknebelt und hat ein Tuch über ihren Augen.“ Wie gut, dass inzwischen auch mein Herr vor mir stand und die beiden mich mit vereinten Kräften sowohl vom vollgesabberten und damit kein bisschen schmackhafteren Waffenputztuch in meinem Mund, als auch der Augenbinde befreiten. Meine Füße und Hände blieben allerdings gefesselt, letztere aber wieder vor meinem Bauch und mein Herr beantwortete die erstaunte Frage seiner Gefährtin damit, dass es außer seiner Lust keinen Grund für meine Ketten gab.

Wie es sich gehört, begrüßte ich die beiden und bedankte mich selbstverständlich, sauste dann aber schnell nach unten und auf einen Schluck Wasser oder Essen verzichtend gleich weiter in den Garten, um mich zu erleichtern. Na toll, mein Herr fand diese Dringlichkeit, die kurz davor gewesen war, sich zu einem Problem zu entwickeln, offensichtlich sehr witzig. „Arya hat es wohl eilig mit dem Garten“, kommentierte er nämlich lachend mein hastiges Verschwinden. Nach meiner Gartenbewässerung lief ich für eine ausgiebige Körperwäsche weiter zum Brunnen. Ich war mir nämlich sicher, dass er gewisse Spuren an seinem Eigentum weder sehen noch riechen wollte und durch das Anketten war Körperhygiene bislang verhindert worden.

Herrlich erfrischt vom kalten Brunnenwasser verrieb ich mir die auf meiner Haut glitzernden Tropfen, wurde von meinem besorgten Herrn jedoch angewiesen, mich ordentlich abzutrocknen. Leider bemerkte er danach… oder nee, eigentlich war es gut, dass ich wie immer so gar keinen Appetit auf den ekeligen Sklavenbrei hatte und nicht mehr als ungefähr drei Körner herunter bekam. „Hehe, Arya... willst du dich tot hungern? Iss eine ordentliche Portion!“ Ich druckste etwas über zu viel Wasser am Brunnen getrunken herum, denn von diesem Ekelbrei bekomm ich mit leerem Magen wirklich nichts herunter und ansonsten auch gerade nur so viel, um nicht dünner zu werden… doch das wollte ich nur ungern eingestehen. 

Vermutlich stand mir wie in einem offenem Buch ins Gesicht geschrieben, wie zuwider mir die fiese Sklavenpampe war. Mein Herr stellte mich nämlich zur Rede: „Arya, warum isst du überhaupt Brei? Hatte ich nicht gesagt, dass meine Sklaven die Reste von uns Freien bekommen?“ Ups, das hatte er in den fast vier Märkten, die ich nun schon sein Eigentum bin, tatsächlich noch nie erwähnt, allerdings habe ich auch nie danach gefragt, weil dieses Zeugs mein Hauptnahrungsmittel bei meinen früheren Besitzern gewesen war. „Nun weißt du es, Arya… und sorg dafür, dass der Brei aus meinem Haus verschwindet, denn ich mag den nicht sehen!“ Juhuuu, mein Problem mit der Sklavenpampe hatte sich schlagartig in Luft aufgelöst, sodass ich mir nun heißhungrig ein Stückchen trockenes Brot in den Mund stopfte.

„Aber wolltest du mir heute nicht eigentlich etwas zeigen, Arya?“ erkundigte sich mein Herr jetzt. Es ging um die vom Brauereikrieger vorgeschlagene Lösung für mein Problem mit dem heruntergerutschten Tuch, bei dessen Knoten ich mich wegen meiner zusammengeketteten Handgelenke etwas schwer getan hatte. Selbstverständlich wollte ich gerne vorführen, was dem Vorschlag des Herrn sehr nahe kam und flitzte daher so schnell es die Kette zwischen meinen Knöcheln zuließ nach oben, um kurz in der Truhe mit den Sklavensachen herum zu kramen, bis ich das Gesuchte fand. Das Oberteil ließ ich zwar weg, aber das aus einzelnen Stoffbahnen bestehende Röckchen schlang ich mir um die Hüften und brachte trotz meiner Fesseln einen wie ich fand sehr soliden Knoten zustande.

„Ich hoffe, der Knoten ist rutschfest?“ Natürlich bejahte ich diese Frage meines Herrn umgehend, weil ich mich schon in meinem ersten Leben mit Knoten auskannte. Allerdings war ich von dem anderen Knoten auch überzeugt gewesen, sodass ich nun doch etwas unsicher wurde und meinen Blick senkte, waren die fummelnden Finger meines Herrn womöglich doch unschuldig gewesen? „Hmm, hmm, hmm…“, brummte er, mich nachdenklich musternd. „Gibt es dazu auch ein Oberteil, Arya? Aber bei dem hast du bestimmt wieder das Kettenproblem oder?“ Ich beeilte mich auf den Vorteil hinzuweisen, dass ich das Teil nur über den Kopf ziehen musste. Doch mein Herr ließ es mich nicht mehr vorführen, sondern streckte seine Hand aus und warf es in die Ecke. 

Danach strich er meine langen Haare zurück und betrachtete mich sichtlich zufrieden: „Es ist gut so wie es ist, Arya… harta, Sandalen anziehen und dann bei Fuß!“ Auch an diesem Tag ging es vor die Hafentaverne, allerdings gelüstete es meinen Herrn nicht nach Paga, sondern diesmal bestellte er Kalana. Außerdem wollte er, dass ich dem Brauereikrieger die Knotenlösung präsentiere, denn kaum hatte ich ihm seinen Wein serviert, befahl er „Arya, führe Rock mal deinen Rock vor“ und grinste breit über dieses Wortspiel. Dass ich seinem Befehl sehr gerne nachkam, ist ja selbstverständlich und genauso, dass ich mich mächtig dabei ins Zeug legte, um meinem Herrn möglichst viel Ehre zu breiten, indem ich seinen Freund mit meinem rot berockten, aber ansonsten nackten Anblick erfreute.

Der Brauer musterte mich sichtlich angetan schmunzelnd: „Hübsch, die Farbe ist gut getroffen… bist ein Rockröckchen jetzt, Arya!“ „Ja Rock… Rotröckchen, das stimmt… Rotröckchen gefällt mir, hehe!“ lachte mein Herr den Brauereikrieger an, behauptete dann jedoch, aus Boshaftigkeit hätte ich vergessen das Oberteil anzuziehen. Während ich mich nun dicht zu dem Herrn mit den schönen roten Haaren herunter beugte, um ihm leise ins Ohr zu raunen, wer tatsächlich das Oberteil in die Ecke geworfen hatte, bestätigte der Krieger lachend erneut: „Steht dir jedenfalls gut, Arya.“


So wie mein Herr mich an diesem Tag immer wieder ansah, über meine nackte Haut streichelte oder mit seinen Fingern sanft durch meine Haare wuschelte, während er sich mit dem endlich wieder heimgekehrten Schmied unterhielt, der im Norden unterwegs gewesen war, um eine Kajira der Sklavenhändlerin zu verkaufen, und gleichzeitig dabei die Schreiberin wegen ihres kurz bevorstehenden Heimsteinschwurs nervös machte, gefiel ihm der Anblick und die Nähe seines Eigentum offensichtlich sehr. In Sachen Namensgebung wagte mein Herr übrigens nichts Neues, sondern blieb bei seinem Entschluss und nennt mich immer noch Arya… Rotröckchen findet er nämlich zu lang. ;-)

Sonntag, 13. November 2016

Knoten…

Ich war fast fertig mit dem Abwaschen, als aus dem Obergeschoss die Stimme meines Herrn zu hören war: „Arya, bist du das da unten oder muss ich jemandem mit dem Gladius seinen Bauch aufschlitzen?“ Mit einer schnellen Bestätigung beeilte ich mich natürlich zu ihm zu kommen. 

„Arya, du klimperst“, stellte mein Herr breit grinsend fest und schaute auf die Ketten zwischen meinen Handgelenken und Knöcheln, mit denen ich mich nicht so lautlos wie sonst bewegen konnte. Doch das leise Kettenklirren störte ihn nicht, sondern ganz im Gegenteil, er fand es nett anzuhören und kündigte auch gleich an, dass die Ketten vorerst bleiben wo sie sind und dies so lange es ihm gefällt.

„Zieh dir etwas an, Arya… ich werde heute am Hafen einen Paga trinken, aber auch früh schlafen gehen, damit ich für die Frühwache fit bin. Du wirst heute aber ohne Leine bei Fuß bleiben… wenn du dafür schnellere kleine Schritte machen musst, dann machst du sie, ist das klar?“ 

Schnell bestätigte ich ihm diesen Befehl und bedeckte mich ohne lange zu überlegen erneut mit dem Tuch vom Vortag, denn das war relativ einfach trotz der Ketten zu bewerkstelligen. Mein Herr wartete inzwischen vor dem Haus und stampfte gleich nach meinem Auftauchen mit kasernentonmäßigem „bei Fuß“ sofort los.

Während er sich mit dem Brauer über das unschöne, viel zu frühe Aufstehen bei diesen grässlichen Frühdiensten unterhielt und seinem Freund mitteilte, dass er sich am nächsten dienstfreien Tag von einem Weckdienst namens Arya ausgiebig beim Aufwachen verwöhnen lassen will, kümmerte ich mich um die Getränke für die beiden Männer. Inzwischen hatte sich auch der Sklavenhändler aus dem Norden dazu gesellt, für den ich dann noch einen Becher Met holte. Den Wunsch des Herrn hatte ich zwar nicht vergessen, aber mit Blick auf den mir nicht allzu vertrauenerweckend aussehenden Tisch dort am Hafenkai erkundigte ich mich lieber, wie er sein Getränk serviert haben möchte.

Schmunzelnd schaute der Nordmann zu mir herunter: „Nein Arya, ich war heute hinter der Herberge im Wald und habe nun erst einmal Durst. Reich mir den Met einfach nur, der Serve zum Vergnügen kommt später!" Damit streckte er auch schon seine Hand nach dem Becher aus. Während ich mich danach wieder leicht an meinen Herrn anschmiegte und sein sanftes Wuscheln in meinen Haaren genoss, erzählte der Sklavenhändler von seinen Überlegungen, noch in dieser Hand wahrscheinlich Richtung Norden aufzubrechen, zumal mein Herr den unerwarteten Wintereinbruch in der ländlichen Pampa des Landsitzkriegers erwähnt hatte. 


Die Krieger würden sicher bedauern, auf diesen wirklich sehr netten Nordmann beim Waffentraining verzichten zu müssen, der sehr geschickt mit dem Schwert umzugehen wusste. „Aber wir werden sehen was machbar ist… kommen wir nicht weiter, können wir ja immer noch umkehren“, meinte der Nordmann schulterzuckend zu meinem Herrn und ergänzte, dass Schnee und Kälte oft schlimmer als feindliche Kämpfer sind. Sofern man aber die Natur und Wege kennt, so wäre rechtzeitig zu sehen, ob ein Durchkommen möglich ist oder man besser im Warmen bleibt.

Das nun folgende Gespräch der drei Männer über verschiedene Foltermethoden in Schnee und Eis oder Sand, kann ich nicht mehr wiedergeben, da mich die über meinen Körper krabbelnden Finger meines Herrn viel zu sehr ablenkten, mit denen er mir anscheinend verdeutlichen wollte, wie sich Ameisen oder beißende Krabbelviecher auf der Haut anfühlen, wenn man in einem Folterloch steckt. Ob seine Finger dabei auch über den Knoten des roten Tuchs gekrabbelt sind, das ich kunstvoll um meinen Körper geschlungen hatte, ist mir allerdings nicht aufgefallen.


Vielleicht war auch meine sich durch die Ketten etwas schwieriger gestaltende Knotentechnik daran schuld, denn plötzlich glitt das Tuch zu Boden, kaum dass ich mich schwungvoll drehte, um meinem Herrn einen weiteren Paga aus der Taverne zu holen. Da sein Getränk selbstverständlich Vorrang hatte, sah ich mich nur kurz mit entschuldigendem Blick zu ihm um, der inzwischen breit grinsend dabei war, den roten Stoff einzustecken und irgendetwas über Nachlässigkeit brummte. 

Kurz danach vor ihm mit seinem Paga niederkniend, entschuldigte ich mich selbstverständlich erst einmal: „Bitte verzeih mir mein Herr... ich glaube, ich muss meine Knotentechnik noch verbessern“. „Arya, sei froh, dass ich das Tuch eingesteckt habe! Nun ja, Knoten sind ja auch eher meine Sache, hehe.“ Kaum seinen Paga in der Hand haltend, schickte er mich übrigens zu seinem Freund: „Arya, geh zu Rock und frag ihn, was er mit dir und dem Tuch machen würde und schmieg dich eng an ihn dabei. Ansonsten… mir wird schon etwas einfallen, was ich mit dem Stoff mache!“ 

Tja, ich legte mich zwar ins Zeug beim Anschmiegen und bin mir sicher, dem Krieger war das nicht unangenehm, leider war mir dabei durchaus jedoch klar, welche Ahn bereits geschlagen hatte und dass die Kessel des Brauers demnächst nach ihm rufen würden. Seine schmunzelnde Antwort lautete daher nicht unerwartet: „Naja, eine Überlegung, was ich mit dir tun würde, wär‘s schon wert… aber ich hab noch in der Brauerei zu tun… dein Herr soll dir einen Gürtel kaufen, dann verlierst du das Tuch nicht mehr.“ „Sie hat den Knoten nicht ordentlich gemacht, da hilft auch ein Gürtel nicht. Nein Arya, komm her zu mir!“ Mein Herr zog mich wieder ganz eng an sich heran und ließ mich raten, was er nun tun würde.

„Nach Hause gehen, mein Herr?“ war meine erste Vermutung, aber wie erwartet die falsche Antwort. Erneut strich er mir sehr sanft durch die Haare und ließ mich weiterraten, sodass ich nun damit herausrückte, worüber ich mir fast sicher war. Ich erhielt auch prompt die grinsende Bestätigung: „Du kennst mich mittlerweile sehr gut, Arya!“ 

Während ich nun umgehend meinen Mund öffnete, steckte mein Herr mir das ekelig schmeckende Waffenputztuch aus dem Beutel, den er immer an seinem Gürtel trägt, tief in den Mund, hielt es mit einer Hand fest und band das Tuch darüber als Knebel. Nach einem festen Knoten, nahm er den Rest vom Stoff, um mir damit die Augen zu verbinden: „So verlierst du das Tuch heute nicht mehr, Arya!“

Das stimmte, sprechen und sehen konnte ich allerdings auch nicht mehr, war aber auch überflüssig und führte außerdem dazu, dass ich meinen Herrn und seine Stärke, aber auch meine Hilflosigkeit zuhause noch besonders intensiv spüren durfte, während er mich auf eine wundervoll tiefgehende Art in Besitz nahm! ;-)

Samstag, 12. November 2016

Ketten…

„Aufstehen Arya“, veranlasste mich, diesen Befehl meines Herrn eilig zu befolgen. Wenige Ehn zuvor hatte ich noch seinen Fuß auf meinem Rücken gespürt, der mich genauso auf dem weichen Fell vor dem Kamin festhielt wie die Kette, die er über Nacht zwischen meinem Kragen und dem Sklavenring befestigt und nun gelöst hatte.

„Bring mir aus der Kiste die Ketten, die ich immer nehme, um sie an den Metallreifen um deine Handgelenke und Knöchel zu befestigen, Arya.“ Auch dieser Aufforderung kam ich schnell nach, während mein Herzschlag sich sofort vor Aufregung beschleunigte.

Während der Fuß meines Herrn mich auf sein weiches Fell drückte, hatte ich auf die Frage geantwortet, was ich gerade bin: „Ich bin dir vollkommen hilflos ausgeliefert, mein Herr“. Das bin ich ihm als seine Sklavin sowieso, aber durch die Kette an meinem Kragen und seinen Fuß wurde das noch deutlicher. 

Mein Herr stellte mir noch ein paar weitere Fragen, die mir seine Macht über mich noch mehr verdeutlichten. Auf seine letzte Frage, ob ich gerne Ketten trage, konnte ich einfach nicht anders, als sie zu bejahen. Sofern er sein Eigentum in Ketten sehen möchte, ist es mir eine Ehre, sie für ihn zu tragen, genau wie andere Dinge, die mein Herr an mir sehen möchte… das kann ein Kleidungsstück sein, ein Nasenring oder eben auch Ketten.

Ohne Gegenwehr ließ ich mit demütig gesenktem Blick geschehen, dass meine Handgelenke so zusammengekettet wurden, dass ich zwar etwas unbequemer, aber dennoch meinen Aufgaben nachkommen konnte. Bei der Kette zwischen meinen Knöcheln achtete mein Herr darauf, mir gerade noch genug Spiel zu geben, um eine Treppe ohne zu stürzen benutzen zu können… große Schritte und Laufen war nicht jedoch mehr möglich.

„So, das war es erstmal.“ Kurz und sichtlich zufrieden wurde ich gemustert und dann befahl mein Herr: „Nach unten mit dir, Kajira und ausnahmsweise Nadu... keinen Mucks möchte ich von dir hören!“

Am Fuß der Treppe kniete ich neben dem wie immer schlafenden Gianni der Gnädigsten nieder. Ich behielt die Treppe nach oben aber natürlich im Auge. Doch erst einmal tat sich nichts außer ganz leise hörbarem Kratzen einer Feder und dann kam erbost: „Dämlicher Papierkram… da gibt es eine Schreiberin hier und ich muss mich trotzdem mit Soldlisten herumärgern………!“ 

Der Rest ging in undefinierbarem Brummen unter und das Kratzen klang noch ungehaltener, bis ich schließlich aufgefordert wurde „Arya! Ausgehfertig machen!“, sodass ich mich sputete, mir trotz der Ketten irgendwie schnell ein Stückchen roten Stoff überzustreifen.

Während meine Bemühungen durch die zusammengeketteten Hände ziemlich erschwert wurden, stampfte mein Herr inzwischen an mir vorbei, wartete draußen aber auf mich und als ich endlich fertig war, ging es zum Hafen. 

Ich muss gestehen, vor der Taverne, wo sich der Brauer gerade niederließ, traf ich begleitet vom leisen Klirren der Ketten zwischen meinen Knöcheln erst mit etwas Verzögerung ein und erhielt von meinem Herrn sogleich den Befehl: „Arya, beweg deinen Sklavenhintern… Essen und Trinken für Zwei!“ „Hat sie wieder etwas angestellt?“ erkundigte sich der schöne rothaarige Krieger nach meinem Gruß interessiert, während ich in die Taverne lief, sodass mein Herr bereitwillig Auskunft gab: „Nein, ich mach das nur, weil ich es kann… es zeigt ihr, dass sie eine Sklavin ist.“

Ich denke, die gegrillten Würste, die Vulospieße und auch die Pasteten fanden großen Anklang bei den beiden Männern. Hauptgespräch an diesem Abend vor der Taverne war aber natürlich der Besuch beim Landsitzkrieger und dass es wohl ganz danach aussieht, dass der Krieger am nächsten Waffentraining wieder teilnimmt. Sie sprachen aber auch über sein beeindruckendes Haus auf diesem Landsitz mit fieskaltem Wintereinbruch, das nach jeder Menge Goldmünzen roch. Insofern war die Überlegung meines Herrn durchaus nachvollziehbar und nicht so verkehrt, den Rarius vielleicht doch noch auf den Kopf zu stellen und durchzuschütteln, um sich das Einsammeln der Münzen zu erleichtern.


Ich gestehe, ich kam an diesem Abend wirklich nicht zu kurz… zum Einen steckte mir der schöne Brauer reichlich von den oberleckeren Speisen zu, nachdem mein Herr mir befohlen hatte, seinem Freund beim Essen zu dienen… ein Wunsch, dem ich nur zu gerne nachkam. Ich mag diesen meistens recht schweigsamen Krieger nämlich sehr und außerdem versuchte ich mit meinen Diensten natürlich zur Ehre meines Herrn beizutragen. Dabei durch das ständige Klirren der Ketten noch mehr daran erinnert zu werden, dass ich eine Kajira bin, ließ mein Sklavenfeuer natürlich nicht nur auf Sparflamme glimmen.

Die Berührungen meines Herrn jedoch, nachdem sich sein Freund schließlich verabschiedet hatte… naja, ich sag mal, sie hatten es in sich. Ich durfte meinem Herrn noch einen weiteren Paga servieren und glaubte wie so oft, seine musternden Blicke auf meinem Sklavenkörper spüren zu können. Nachdem er mir den Becher abgenommen hatte befahl er mir, meine Hände über den Kopf zu nehmen und sie dort zu lassen. Alleine schon sein Gefummel an dem Stoff, mit dem ich mir Mühe gegeben hatte meine Blöße zu bedecken, machte mich ganz verrückt und als der dünne Stoff dann zu Boden rutschte, war es fast um mich geschehen… doch mein Herr genehmigte sich erst einmal einen weiteren Schluck Paga.

Schmunzelnd meinte er schließlich: „Arya, da hat wohl eine Sklavin den Knoten nicht ganz richtig gemacht und nun ist der Stoff nach unten gerutscht.“ „Kann sein, dass deine Sklavin sich wegen der Ketten etwas schwer getan hat, mein Herr“, brachte ich leicht atemlos immerhin zustande, während ich inzwischen kurz davor war innerlich zu verbrennen, so lichterloh wie mein Sklavenfeuer nach einigen viel zu kurzen Berührungen meines Herrn jetzt in mir brannte. „Hehe, das könnte gut sein… das heißt also, dass die Ketten richtig sind!“

Natürlich waren die richtig, der Stahl eines Herrn auf dem Körper seiner Sklavin erinnert sie immer daran, was sie ist... egal an welcher Stelle ihres Körpers sie ihn trägt! ;-)))

Freitag, 11. November 2016

Ausflug in die fies kalte, ländliche Pampa

Wie befohlen beeilte ich mich am nächsten Tag und packte etwas Proviant zusammen, da mein Herr einen Besuch beim Landsitzkrieger plante, um ihn etwas durchzuschütteln. Der Herr stellt zwar sein Schwert inzwischen seit vielen Märkten Jorts Fähre zur Verfügung, gehört aber leider nicht dem Heimstein an. Somit war Diplomatie angesagt, denn einen Befehl, zukünftig wieder an den Waffentrainings teilzunehmen, konnte mein Herr diesem manchmal sehr sturen und eigenwilligen, leider besonders windempfindlichen Krieger natürlich nicht erteilen… doch von Winden war in letzter Zeit nichts mehr zu merken gewesen.

Da der Weg nicht allzu weit sein konnte und daher keine Übernachtung geplant war, musste ich nicht viel in die kleine Umhängetasche einpacken, sodass es kurz nachdem mein Herr vom Wachdienst nach Hause gekommen war auch schon zum Hafen ging. Leider war vom Brauereikrieger jedoch weit und breit nichts in Sicht. Meine Suche nach dem Herrn gestaltete sich übrigens nicht gerade leicht, bis ich ihn schließlich auf der Trainingswiese fand, nachdem ich mich zuvor bereits überall in der Unterstadt nach ihm umgesehen hatte. Ich vermute, die Gnädigste nutzte diese Verzögerung, um über die Überlegungen meines Herrn zu diesem Besuch Näheres zu erfahren, von denen sie bislang offensichtlich nichts mitbekommen hatte.


Die Gefährtin meines Herrn hatte uns zwar zum Hafen begleitet, sodass ich natürlich annahm, sie kommt mit, doch bevor wir dann zusammen mit dem Brauereikrieger Richtung Tarnturm aufbrachen, verabschiedete sie sich, weil sie ihre Anwesenheit bei einer solchen Angelegenheit unter Kriegern als unpassend empfand. Dies war für mich durchaus nachvollziehbar, denn sie ist ja grüne Kaste und muss nicht ständig an der Seite ihres Gefährten sein und ihn überallhin begleiten. Wie gut, dass dies bei einer Kajira meistens anders ist und mein Herr mir erlaubte mitzukommen.

Puhh… mir war durchaus klar gewesen, dass der Landsitz nicht weit entfernt liegen konnte, denn andernfalls wäre das An- und Abreisen am selben Tag des Waffentrainings für den Landsitzkrieger und sein Weib kaum sinnvoll… die beiden übernachten nämlich nie in Jorts. Doch dass der kurze Flug auf dem Tarn Richtung Norden gehen würde oder zumindest in ein Gebiet mit fies kaltem, vorzeitigem Wintereinbruch, also damit hatte ich wirklich nicht gerechnet und mein Herr ebenfalls nicht. Die Wetterlage hatte sich jedenfalls in kürzester Zeit so mies entwickelt, dass meine Zähne in lautem Stakkato aufeinander klapperten.


„Beim Sleen… ist das kalt hier!“ rief mein Herr bei unserer Ankunft in der ländlichen Pampa und Einsamkeit. Auch der Brauereikrieger sah trotz langer Hose ziemlich missmutig aus bei den Temperaturen… es herrschte nämlich nicht nur lausige Kälte, sondern zusätzlich schneite es auch noch. Außerdem blies ein fieser Wind, der die Schneeflocken und einige herbstlich gefärbte Blätter wild durcheinander wirbelte. Während unschöne Gedanken über abgefrorene Zehen in mir keimten, war ich meinem Herrn für die Sandalen unendlich dankbar, auch dass er immer darauf besteht, sie zu tragen, obwohl ich so gerne barfuß bin.


Meine Erleichterung war jedenfalls riesig, gleich nach unserer Landung zwischen den Bäumen ein herrschaftliches Haus zu sehen, auf das wir nun eilig zuliefen. Vor der Tür des Gebäudes hockte übrigens der Landsitzkrieger mit äußerst missmutiger Miene, sodass ich mir überlegte, ob er wegen unseres Besuches genervt war und der Brauer erkundigte sich, ob der Herr womöglich von seinem Weib ausgesperrt worden war. Doch beides war nicht der Fall. Der Krieger hatte eigentlich Holz schlagen wollen, bei dem Mistwetter davon jedoch Abstand genommen und sein Weib war mit irgendwelchen Vulos zugange.

Hach, das Klappern fand zum Glück schnell ein Ende, denn der Krieger lud uns in sein herrlich warmes Kaminzimmer ein, wo mein Herr mir nicht nur den Befehl gab, den Rucksack abzulegen und mich neben ihn zu knien, sondern besorgt um meine Gesundheit, mich noch dichter zu sich und an das warme, knisternde Kaminfeuer heranzog. Während die Männer sich übers Holzhacken, die Versuche des Landsitzkriegers Nachwuchs zu zeugen, aber auch über Kriegsveteranen und ihre Strategien unterhielten, die man auf Karten nachstellen kann, tauten meine durchgefrorenen Knochen tatsächlich wieder auf.


Paga gab es im Haushalt dieses Landsitzes zwar nicht, aber natürlich Kalana, um den ich mich nun kümmern durfte. Leider bekam ich auf dem Weg in diese mir unbekannte, aber sehr interessante Küche, den Hinweis nicht mit, dass der Brauer eine Botha mit seinem geliebten Ale dabei hatte. Wie gut, mein Herr hatte kein Problem damit, einfach zwei Kelche Kalana zu trinken. Etwas unsicher wegen der Hierarchie, denn ich bediene natürlich immer meinen Herrn zuerst, wollte aber auch dem Gastgeber die gebotene Ehre erweisen, fragte ich lieber nach, als ich mit den Weinkelchen im Kaminzimmer ankam.

Doch es blieb alles so wie von mir angenommen… meinem Herrn reichte ich seinen Kalana mit dem Wunsch, der Wein möge ihn zwar die schreckliche Kälte draußen vergessen machen, aber trotzdem die richtigen Worte für sein Anliegen finden lassen und dem Landsitzkrieger wünschte ich, dass ihm dieser Kalana genauso gut schmeckt wie der, den er nach dem Waffentrainings in Jorts Fähre zu trinken pflegt, er vielleicht aber auch ein bisschen Sehnsucht nach der Perle am Vosk in ihm weckt, wo es in letzter Zeit kaum noch windig ist und vor allem viel wärmer als auf seinem Landsitz.


So wie der Landsitzkrieger aussah ahnte er spätestens jetzt, dass mein Herr ihm nicht erneut den Posten des Oberwaldaufseherkriegers anbieten wollte, obwohl der immer noch zu haben war, sondern um ihm mitzuteilen, dass die letzten Waffentrainings ziemlich windfrei gewesen sind, was man vom Landsitz wirklich nicht behaupten konnte. Letztendlich sicherte der Krieger ganz ohne Durchschütteln zu, Jorts Mitte der nächsten Hand egal bei welcher Wetterlage einen Besuch abzustatten, da sein Weib beim Sattler noch irgendwelche reparierten Gürtel abzuholen hat.

Wie gut, dass das Durchschütteln nicht wirklich ernst gemeint war, denn es hätte wohl sowieso nicht geklappt oder mein Herr hätte es selbst tun müssen… der Brauereikrieger wiedersetzte sich doch tatsächlich seinem Hauptmann und meinte lachend: „Nööö… mach ich nicht.“ Dabei hätte er diese Maßnahme aufgrund seiner Körpergröße perfekt durchführen können, egal mit welcher Strategie, ob mit kopfüber an den Füßen gepacktem Landsitzkrieger oder richtig herum. Sichtlich gut drauf über die Zusage des Kriegers, kam ich in den Genuss zahlreicher sanfter Berührungen meines Herrn, denen ich mich genussvoll hingab.


Nachdem sich auch das Weib des Kriegers dazu gesellt und die Männerrunde sichtlich erfreut begrüßt hatte, wurde noch eine ganze Weile über alte Zeiten geklöhnt. Stumm schmiegte ich mich eng an meinen Herrn und lauschte den interessanten Geschichten aus Torcodino und Kassau, die ich teilweise sogar selbst miterlebt hatte, wie zum Beispiel den Feldzug gegen Lydius, oder über freie Frauen, die nicht nur Haare im Pelz haben, Badewannen und Rotseidene, die man eng an die Kette nehmen muss, weil sie Männern den Verstand sogar aus kleinsten Körperöffnungen lutschen können… was mit Letzterem gemeint war, verstand ich allerdings nicht.


Bei unserem Aufbruch war es zwar immer noch lausig kalt, schneite aber nicht mehr und wurde wärmer und wärmer je näher wir Jorts Fähre kamen. Zuhause packte mein Herr mich übrigens immer noch bestens gelaunt und warf mich herrlich besitzergreifend über seine Schulter, um mich auf dem letzten Stück bis zu seinem Haus auch nicht wieder los zu lassen, bis er mich schließlich auf sein schönes weiches Fell warf und ich dort eng an ihn gekuschelt einschlafen durfte. :-)))))