Montag, 12. November 2018

Gute Vulo-Ausbeute

Mein Herr stand bei meiner Rückkehr vor der Haustür, nachdem ich in der Taverne, der Schmiede und in einem leer stehenden Haus nach dem Rechten gesehen hatte. Ich glaube, so überschwänglich wie er meine Haare durchwuschelte, freute er sich mich zu sehen, wartete aber wegen des schon lange überfälligen Waffentrainings vermutlich auf den Jungkrieger. Da für das Vorhaben, die Sitzkissen am Lagerfeuer zu erneuern, eine große Menge Federn benötigt werden, sollte an diesem Tag vorrangig mit dem Bogen trainiert werden. Insofern war nicht uninteressant, dass ich bei meinem Abstecher zu den Tieren auf der Boskwiese ein Nest mit wilden Vulos entdeckt hatte… dort waren vieleicht noch mehr und gaben gute Ziele ab.

Von seiner Reise nach Schendi war der Jungkrieger anscheinend zurück, allerdings machte er sich rar und schickte seine Sklavin mit einem großen Paket vor. Leider wurden erneut ihre Ausbildungsdefizite deutlich, die ihrem Herrn anscheinend egal sind, sofern er sie überhaupt erkennt, denn er ist ja… naja, sehr speziell eben. Mein Herr legte bei ihrer Ankündigung jedenfalls seinen Kopf nachdenklich schief, wartet aber noch ab. „Ich habe dir und Lita aus Schendi etwas mitgebracht, Dina.“ Das machte mich natürlich schrecklich neugierig. Es stellte sich dann heraus, Tami hatte die Fellumhänge für uns dabei, die meinem Herrn von der Schneiderin zugesagt worden waren.

„Tami, du siehst da etwas falsch… dies hier sind meine Umhänge, nicht die von Dina und Lita! Viel wichtiger ist jedoch, warum hast du meinen Umhang nicht mitgebracht?“ brummte er wenig erbaut. Leider wusste sie nichts von diesem für ihn geänderten Kleidungsstück. „Soll das heißen, meine Sklaven bekommen Umhänge und ich nicht?!“ Das Grummeln meines Herrn klang nun sehr bedrohlich und seine Gesichtsfarbe nahm ein gefährliches Rot an. Tami versuchte sich damit herauszureden, dass sie habe doch nur den Auftrag der Schneiderin ausführt, hatte also nicht verstanden, worum es meinem Herrn ging und bekam eine Kopfnuss von ihm. 


Der Jungkrieger tauchte immer noch nicht auf, der Verbleib des Umhangs blieb also weiter unklar und nachdem Lita und ich die für uns bestimmten anprobiert hatten, entschied mein Herr: „Nun ja… einem geschenkten Tarsk schaut man nicht ins Maul. Ein paar Anpassungen könnt ihr bestimmt selbst vornehmen. Bringt die Umhänge ins Haus, Mädchen, noch ist es zu warm dafür. Wir werden jetzt Vulos jagen, damit ihr etwas zu tun habt.“ „Ah, dann gibt es wieder leckere Vuloschenkel!“ schwärmte Tami prompt und leckte sich über die Lippen, sodass mein Herr der verwöhnten Kajira noch eine weitere Lektion erteilte, die ich jedoch nicht mehr mitbekam.

Schlimm fand ich, dass Tami anscheinend nicht immer ganz ehrlich ist, falls ich bei dem Hin und Her über ihre Haare nicht irgendetwas vollkommen falsch verstanden habe. Erst behauptete sie nämlich, sie färbe ihre Haare, weil ihr Herr das von ihr wünscht, gestand zuletzt jedoch kleinlaut ein: „Also wegen meiner Haarfarbe… ich habe meinen Herrn nicht gefragt, aber er beanstandete die Farbe auch nicht.“ Mein Herr fand klare Worte: „Haare färben gehört sich nicht, das ist nicht üblich und außerdem Betrug. Tami, deine Haare sehen aus, als ob du damit auffallen willst und dein Herr erlaubt dir das auch noch! Sei froh, dass du nicht mir gehörst. Ich würde dir zur Strafe eine Glatze schneiden!!“

Da inzwischen der Brauer eingetroffen war und sich vermutlich wunderte, dass wir nicht bei ihm vorbeikamen, weil seine Brauerei doch auf dem Weg zur Wiese liegt und die Vulo-Jagd am Vortag doch abgesprochen worden war, befahl mein Herr: „Auf Mädchen, los jetzt zu dem Nest. Dina, du scheuchst die Vögel auf!“ Nichts einfacher als das… ich lief in Richtung des hohen Grases, wo ich das Nest gesehen hatte und nach meinem lauten „buhhh“ flatterten die Viecher auf. Oha, es flogen nicht nur die Vulos, sondern auch eine Menge Federn, denn treffsicher wie mein Herr und der Brauer nun mal sind, bestand unsere Beute schließlich aus 24 Vulos, plus einem Haufen von Tami gesammelter Federn.


Ich war überrascht und freute mich, dass sich so viele Flatterviecher dort versteckt hatten. Zusammen mit dem noch verwendbaren Inhalt der alten Kissen sollte die Federbeute für neue, weiche Sitzgelegenheiten wohl reichen. Lita und Tami trugen den Korb mit den eingesammelten Vulos zurück, sodass wir uns hinterm Haus daran machten, die Pfeile aus den Viechern zu bekommen, was nicht ganz einfach war. Ich hatte vorher zwar schon einen großen Topf Wasser aufs Küchenfeuer gestellt, das jedoch noch lange nicht heiß genug war, um die Vulos für ungefähr zwei Ehn hinein zu tauchen, damit das Rupfen leichter geht. 

Nachdem alle anderen Vorbereitungen soweit erledigt waren, liefen wir zu den Männern, damit die nicht verdursten, zumal mein Herr hinter uns hinterher gebrummt hatte: „Wenn ihr fertig seid, bringt ihr uns etwas zu trinken!“ Nagut, er behauptete von sich ja auch, er sei kein Feder-Zupfer, denn Lita hatte vollkommen Recht: „Was glaubt unser Herr eigentlich, wie flott man ein Vulo rupfen kann... bei der Menge sind wir wohl kaum in fünf Ehn fertig.“ Wobei weder ihr noch Tami klar war, dass man sich diese Arbeit mit heißem Wasser vereinfachen kann… wenn es denn irgendwann heiß genug ist. Mit den Pfeilen und sonstigen Vorbereitungen schließlich fertig, hingen die Vulos zuletzt kopfüber am Zaun beim Gemüsebeet.

Das Rupfen vertagten wir auf den nächsten Tag. Es waren übrigens noch ein paar Vögel dazugekommen, nachdem der Jungkrieger doch noch aufgetaucht war. Mein Herr ließ sie mit dem Hinweis schmunzelnd vor mir zu Boden fallen: „Wir haben noch ein paar erlegt… kann sein, dass Tamis Herr ein oder zwei davon erwischt hat. Er möchte nämlich auch lieber weich sitzen.“ Warum der Jungkrieger nun aber anscheinend schon wieder verschwunden war, machte seine Sklavin  obernervös. „Ach… ich glaube, der ist im Sumpf verschollen gegangen. Er wollte noch ein Vulo suchen, das in den Matsch gefallen ist, Tami“, waren natürlich wenig beruhigende Worte meines breit grinsenden Herrn.

Offensichtlich wurde der Jungkrieger vom vermissten Vulo gefunden, denn er tauchte schließlich doch noch auf und erinnerte sich bei dem Hinweis auf ein immer noch ausstehendes Waffentraining meines Herrn sogar: „Ach ja, kämpfen beibringen… da war doch noch etwas…“ ;-)

Sonntag, 11. November 2018

Überraschungen

…die eigentlich keine waren.

Nach der Jagd vor kurzem gab es inzwischen zahlreiche Tarskfelle, die auf ihre weitere Verwendung warteten und da die Außentemperaturen langsam kühler wurden, fand ich einen Test angebracht. Am Lagerfeuer auf einem dicken Fell zu sitzen war sicherlich wärmer, als nur auf einem Stoffkissen und für gewisse Körperteile bestimmt nicht unwichtig. Etwas überrascht war mein Herr zwar von meiner Ankündigung, aber auch neugierig geworden, sodass er sich zum Ausprobieren der Neuerung entschloss. Da sich die Sitzkuhle auf seinem Kissen mit einem dicken Fell drauf womöglich anders anfühlte, war erst einmal Einsitzen angesagt.


Offensichtlich gefiel ihm jedoch worauf er Platz genommen hatte, denn mein Herr grinste nicht nur zufrieden vor sich hin, sondern zog mich gleich auf seinen Schoß, um sanft mein Hinterteil zu tätscheln. Hach… mich eng an ihn zu schmiegen und seine Berührungen zu spüren, waren wie immer ein unbeschreiblich schönes Gefühl, bei dem ich mir ein leises, wohliges Seufzen nicht verkneifen konnte. Trotzdem fühlte ich mich selbstverständlich in der Pflicht zu fragen: „Jetzt ist bestimmt noch kein Paga angesagt, mein Herr… oder doch?" „Nein Dina, noch nicht“, lautete die erhoffte Antwort, sodass ich mich weiter an ihn drückte.


Den starken, herrlich besitzergreifenden Kriegerarm um mich genießend, bekam ich gar nicht mit, dass der Brauer eingetroffen war, bis mein Herr ihn begrüßte und sich nach seinem Befinden erkundigte. „Tal euch… mir geht es gut, ich kann nicht klagen und dir wohl auch, Hauptmann, wenn man so zu dir und Dina schaut“, erwiderte der Brauer und grinste zu uns hinüber. „Ja, ich muss meinen Hintern an das neue Fell anpassen, was sich übrigens gut anfühlt. Ich denke, Dina wird sich drum kümmern, dass die anderen Sitzkissen hier genauso ausgestattet werden“, brummte mein Herr hörbar angetan von der Neuerung, auf der er saß.


Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, Lita bei dieser Arbeit einzubeziehen und zu zeigen, was sie machen muss und mein Herr sieht das genauso: „Das ist gut Dina, sie muss noch viel lernen. Schreiben kann sie gut, das habe ich bei der Nachricht an die belnendsche Grüne festgestellt.“ Wobei es mich auch sehr gewundert hätte, wenn dieses Mädchen beim Aufsetzen der Botschaft versagt hätte, wo sie doch die Sklavin einer Schreiberin gewesen war und sonst nicht viel bei dieser Freien gelernt hatte. Jedenfalls war sie um den Außenkäfig herum gekommen. Wir unterhielten uns noch über andere unbequeme enge Käfige und mein Herr erwähnte, dass man Wilde besonders gut in Kisten lagern kann, um sie richtig wuschig zu machen, als Lita auftauchte.

Da sie die Worte über die Kiste sicher gehört hatte, erklärte ich lieber bevor sie Angst bekam: „Momentan brauchst du dir keine Sorgen machen in einen engen Kasten gesperrt zu werden, denn unser Herr war mit dem Schriftstück zufrieden, das du gestern aufgesetzt hast, Lita.“ Das hätte ich mir jedoch sparen können. Lita glaubte, solch eine Kiste sei eh nur für Wilde und dazu zählte sie sich nicht. Ich sparte mir weitere Erklärungen, denn erstens wusste ich inzwischen sehr gut, worauf diese bei ihr hinauslaufen würden und zweitens nahm mein Herr mir die Worte aus dem Mund: „Lita, in einen Sklavenkasten sperren kann man dich aber trotzdem, wenn es nötig ist!“

Litas Benehmen hatte sich tatsächlich gebessert, trotzdem musste sie auch diesmal das letzte Wort haben: „Das habe ich doch auch nicht behauptet. Nur ging ich nicht davon aus, dass von mir die Rede ist, sondern von Wilden.“ Innerlich seufzte ich, dass ein kurzes „ja mein Herr“ wirklich genügt hätte, nicht jedoch bei Lita: „Selbst bei meiner Ankunft hier habe ich mich nicht wie eine Wilde aufgeführt. Die verhalten sich völlig anders. Jedenfalls ist das meine Ansicht, mein Herr.“ „Stimmt, eine Wilde warst du nicht, aber eine schlecht erzogene Kajira.“ War es meinem Herrn nun endlich gelungen, einen Punkt unter das Thema zu setzen? Von wegen... 

„Aber das wäre eine Frage des Blickwinkels, weil ja Freie grundverschieden sind und jeder Herr oder jede Herrin gute Erziehung anders definiert“, konnte Lita sich nicht verkneifen. Erst nachdem mein Herr unmissverständlich klar stellte, dass momentan nur sein Blickwinkel zählt, verstummte sie und blieb auch stumm bei seiner Frage: „Rate mal, was du als nächstes lernen wirst, Lita.“ Sie konnte natürlich nicht ahnen, dass er gerade dabei war, Fell und Sitzkuhle unter sich wieder optimal an seinen Allerwertesten anzupassen und dass er vorhat, die anderen Sitzkissen an der Feuerstelle ebenfalls zu erneuern. 


„Lita, du darfst die neuen Kissen zusammen mit Dina herstellen… sie zeigt dir, wie man Vulofedern rupft und du zeigst jetzt, ob du gelernt hast Häppchen zu machen und Getränke zu bringen.“ Erstaunlich, aber diesmal kam tatsächlich nur „ja mein Herr“. Wegen Paga und Ale machte mein Herr sich keine Gedanken, war dafür aber umso gespannter auf die Häppchen. Ich war eigentlich ganz zuversichtlich, dass es keine böse Überraschung geben würde, denn Lita wusste inzwischen wie gerne er Schinken und Würste isst, von denen wir gerade in letzter Zeit reichlich Auswahl erbeutet hatten. 


Leider schob mein Herr mich von seinem Schoß herunter, als sie schließlich mit einer großen Platte auftauchte: „Sooo… Schinken, Würste, Käsehappen, frisches Brot, scharfe Butter und Kräuterbutter… ich hoffe es schmeckt.“ Oh ja... und wie es schmeckte! Außerdem war so viel da, dass Lita und ich reichlich davon abbekamen. Meinen sehr zufrieden brummenden Herrn hatte sie also mehr als angenehm überrascht und auch der Brauer schwelgte, legte seinen Kopf in den Nacken und ließ den köstlichen Schinken langsam in seinen weit geöffneten Mund gleiten. 

Wurst schmeckt zwar auch ohne Brot, doch hatte sich Lita viel Mühe mit der Butter gegeben, sodass ich einfach eine Scheibe damit bestrich und meinem Herrn so vor den Mund hielt, dass er davon abbeißen konnte. Sein Brummen hinterher hatte sie sich mit ihrer Kreativität wirklich verdient, denn es klang eindeutig nach guter Laune. Während wir die leckeren Häppchen vertilgten unterhielten wir uns über dies und das und auch über Schmuck. Leider erfuhr ich etwas über die Vorbesitzerin der Bauchkette, die mein Herr mir vor langer Zeit geschenkt hatte, das ich zum Glück ganz schnell wieder vergaß, denn es zählt ja nur, ihm gefällt dieser Schmuck an mir. 

„Dina, dir steht die Kette viel besser, als der Reisesklavin vorher. Das ist ein sehr schöner Schmuck, der mir an dir sehr gefällt… wo er herkommt ist nicht wichtig.“ „Danke mein Herr, es ist eine sehr große Ehre für mich, dass du mich als wert ansiehst, diese Kette zu tragen. Ich bin deine Sklavin und trage sie gerne für dich.“ Mein Herr war übrigens nicht nur gut, sondern bestens gelaunt an diesem Abend. „Mädchen, schafft die Reste vom Essen ins Haus, ich habe eine Überraschung für euch.“ Während Lita und ich noch kurz in der Küche zu tun hatten, kramte er in einer der Kisten und mir schwante, was er vermutlich im Sinn hatte… entsprechend wild klopfte mein Kajiraherz. 

Meine Vorahnung bestätigte sich. Mein Herr hatte einen weiteren Sklavenring angebracht, durch den er eine Kette fädelte, deren eines Ende an meinem Knöchel befestigte und das andere am Knöchel von Lita. „Die Überraschung ist, wir schlafen hier oben heute mal zu dritt“, eröffnete er uns, was mich allerdings nicht wie Lita in Begeisterung ausbrechen ließ. Natürlich ist mir klar, dass es kein wünsch dir was für mich gibt und einzig wichtig ist, dass mein Herr zufrieden ist. Trotzdem umklammerte irgendetwas Schmerzhaftes mein Kajiraherz, was ich aber versuchte, mir nicht anmerken zu lassen.


Etwas schief lächelnd gestand ich dann, dass ich nicht überrascht war und wurde durchschaut. „Dina, willst du mir jetzt etwa sagen das du dich nicht freust? Lita, du schläfst zu meinen Füssen und du an meiner Seite, Dina… du bist doch meine allerbeste und liebste Wärmesklavin!“ kam schmunzelnd, während ich gleichzeitig unmissverständlich von einem starken Kriegerarm aufs Fell gezogen wurde, um mich sehr innig an meinen Herrn zu schmiegen. Juhuuu......... :-)))

Samstag, 10. November 2018

Wieder eine vergebliche Reise

Eigentlich sollte es nach Belnend gehen, um die Sache mit den Bosk und die Untersuchung von Lita, einschließlich ihrer Sklavenpapiere endlich zu erledigen. So ganz geheuer war meinem Herrn sein Plan wegen der ständigen Probleme in dieser Stadt allerdings nicht. Er hatte nämlich nicht das geringste Interesse, dort in irgendwelche Kampfhandlungen verwickelt zu werden, die bei den Belnendern und ganz besonders bei ihrem Kommandanten ja so beliebt sind. Es kam mir fast so vor, als wollte er am liebsten zuhause bleiben, nachdem er es sich auf dem Fell mit den Kissen im Rücken bequem gemacht und seinen Arm um mich gelegt hatte.

Lita tauchte schließlich aber doch noch auf, sodass Anschmiegsamkeit und rotseidene Hingabe nicht mehr gefragt waren, da es nun hieß: „Mädchen, macht euch reisebereit und vergesst die neuen Ledergürtel nicht, die werden vielleicht gebraucht, auch wenn ich hoffe, dass es in Belnend ruhig ist.“ Mist, man sagt ja, die Hoffnung stirbt zuletzt. An diesem Tag starb sie gleich am Hafen, wo aus vertrauenswürdiger Quelle zu hören war, dass an unserem Reiseziel mal wieder gekämpft wurde. Na gut, jedem das Seine, aber ohne uns zum Glück. Mein Herr entschied sich um... wir nahmen ein Schiff nach Kafal.

Kafal war immer noch eine bombastisch wirkende Stadt mit zahlreichen Treppen und Steinen, Steinen, Steinen. Offensichtlich war seit unserem letzten Besuch vor den Stadttoren noch weiter gebaut worden und einige Dörfler hatten sich dort im hübschen Vorland angesiedelt, die alle offensichtlich jedoch in ihren Häusern steckten. Einzig in der Dorfschenke waren zwei Personen zu sehen… der Wirt und eine Sklavin. Der Brauer meinte sofort, hier wäre er genau richtig und ließ sich nieder, um seinen Ale-Durst zu stillen, doch mein Herr war ja in Sachen Sklavenuntersuchung auf der Suche nach einer Grünen dorthin gereist. Leider sollten sich die Worte der Sklavin bewahrheiten: „Herren, eine Heilerin ist in Kafal zurzeit nicht zugegen.“

Mein Herr wollte trotzdem schauen, ob er vielleicht eine Nachricht hinterlassen kann, nur war leider vollkommen unklar, wo in der Stadt sich die Behandlungsräume der grünen Kaste befinden. „Diejenige von euch beiden, die zuerst das Haus mit grüner Kastenflagge findet, darf heute Nacht mit mir in die Felle!“ war natürlich eine Aussage meines Herrn, die mich eilig davon flitzen ließ, denn ich hatte Angst, Lita könnte womöglich meinen Platz ergattern. Puhhh, zum Glück schaffte sie es nicht! Sie fand zwar eine Feuerstelle, leckere Schinken, Würste und einen Räucherofen, aber nicht die Krankenstation.

Mein Plan ging auf… erst einmal einen guten Aussichtspunkt suchen, von dem ich diverse Gassen dieser steinigen Stadt überblicken konnte. So entdeckte ich tatsächlich etwas Grünes, das leicht im Wind flatterte und sich schließlich als die gesuchte Kastenflagge herausstellte. Leider öffnete trotz lautem Geboller an der Tür jedoch niemand, sodass das Brummen meines Herrn logischerweise wenig begeistert klang: „Verdammte Sleenkacke! Dann werden wir jetzt die Rucksäcke mit Schinken und den Würsten füllen, die Lita gefunden hat… vergebliche Reisen wegen einer Grünen machen nämlich Hunger!“

An der von Lita entdeckten Feuerstelle angekommen, betrachtete mein Herr das dort befindliche Essen kritisch und schaute sich dann um, bevor er uns befahl: „Hmmm… sieht lecker aus. Packt ein was geht, denn die Wachen dort hinten scheinen zu träumen!“ Ein köstlich aussehender Räucherfisch hatte es mir angetan, doch wie erwartet bekam ich von meinem Herrn zu hören: „Wer mag schon Fisch, Dina… niemand der Geschmack hat!“ Pahhh… Geschmäcker sind verschieden und da ich schon ewig keinen Fisch mehr gegessen hatte, hängte ich einen an meinen Rucksack, denn mir knurrte inzwischen echt der Magen.


Lita meinte noch, der Geschmack hänge doch auch von der Zubereitung des Fischs ab, doch mein Herr blieb stur: „Lita, es gibt nur einen Weg, wie man Fisch zubereitet, nämlich gar nicht! Und nun kommt, bevor die Wachen hier doch noch aufwachen!“ Auf dem Weg zurück zum Wirtshaus schnappte er sich an einer verlassenen Bäckerei einen Kuchen… wäre doch schade gewesen, wenn der vergammelt wäre. Schließlich vor der Stadtmauer angekommen stöhnte er: „Man, man, man… die haben hier viele Stufen.“ Dem konnte ich voll zustimmen und da mein Hunger inzwischen noch größer geworden war, fand ich nun den Zeitpunkt gekommen, den Räucherfisch zu probieren. Mmmmmmhhh, der war echt oberlecker!


Da ich mich unbeobachtet fühlte, gab ich mich dem Genuss der fischigen Köstlichkeit hin, denn lange am Rucksack ließ sich die bestimmt nicht aufbewahren. Das Herumrätseln meines Herrn mit Lita, ob sie als Grüne keine verwöhnte Taharisklavin geworden und an seiner Kette gelandet wäre, ging daher weitestgehend an mir vorbei. Mein Timing war perfekt, denn kaum hatte ich die Fischreste dezent in einer Ecke der Stadtmauer entsorgt, wollte er wissen, was ich gegessen hatte. Er ging darauf aber nicht weiter ein, sondern entschied nun nach dem Brauer zu schauen, dem es übrigens bestens ging, denn er trank Ale aus seiner Brauerei und jortsschen Paga gab es in der Schenke ebenfalls. 


„Mit Heilerinnen ist es genau wie mit Sklaven… braucht man sie, ist keine zur Hand“, meinte der Wirt zum Problem, eine Grüne zu finden. Letztendlich stimmte mein Herr meinem Vorschlag zu, einen Boten zu schicken, um zumindest herauszufinden, wann die belnendsche Grüne Sprechzeit hat oder vielleicht einen Termin mit ihr zu vereinbaren. Lita bekam also endlich eine Aufgabe, mit der sie sich als ehemalige Kajira einer Schreiberin wohl kaum schwer tun konnte. Ob der Besuch bei dieser Grünen ohne in Kampfgetümmel zu geraten möglich sein wird, muss sich dann leider jedoch erst noch zeigen. 


Die drei Männer waren sich über das in Belnend wohnende Gesindel übrigens einig und es stellte sich heraus, dass der Schenkenwirt dort eine Weile gelebt hatte. An dem Weichei von Kommandanten, der als Sklave geboren wurde und sich nicht durchsetzen kann, schon gar nicht gegen seine Gefährtin mit Haaren auf den Zähnen, ließ er jedenfalls kein gutes Haar. Vielleicht stimmt ja seine Vermutung, in Belnend trifft sich alles, was woanders nicht willkommen ist und dass dieser Ort auf einem anderen Planeten liegt, der zwar auch Gor heißt, allerdings neben dem Planeten der Kuscheltiere liegt? 

Im Gegensatz zu Lita hielt ich mich aus den Gesprächen der Männer selbstverständlich heraus, doch Lita plapperte zuletzt ab und an dazwischen, sodass mein Herr beim Verabschieden vom breit grinsenden, auf sie zeigenden Wirt gefragt wurde: „Sag mal… hast du das Ding da etwa in Belnend gekauft?“ „Nein, aber ich arbeite noch an ihrer Erziehung!“ lachte mein Herr und machte sich dann auf den Rückweg, damit seine schreibkundige neue Haussklavin möglichst bald die Nachricht an die Grüne aufsetzt. ;-)

Freitag, 9. November 2018

Sehr prüde trifft es gut

Thema Nr. 1 war die plötzliche Abreise meines Herrn aus Schendi. „Ich bin mal wieder wütend abgereist. Diesmal bin ich mit der Grünen aneinander geraten und ihrem Begleiter“, erzählte er dem Brauer, dem Sattler und dem Jungkrieger. „Was gab es denn diesmal… hat nackte Haut sie erschreckt?“ fragte der Brauer erstaunt, sodass mein Herr den Disput näher erläuterte: „Sie hatten Angst vor Hitzen und haben offensichtlich Spiegel auf dem Boden. Dina war mit einer Tunika bekleidet… komm zeig dich mal, Dina!“ Ich rutschte etwas seitlicher neben meinen Herrn und demonstrierte wie Lita und ich mit offenen Schenkeln gekniet hatten... zum Ärger der Grünen und ihrem Begleiter, dem „ehrenwerten Fleischer“, so nannte der Jungkrieger den Idioten nämlich.


„Schaut, wie kann man so bei einer Sklavin ihre Hitze sehen? Die ist unter dem Stoff da unten versteckt! Die sind wirklich komisch in Schendi“, brummte mein Herr immer noch wütend über das lächerliche Gemecker. Ich sprach es nicht aus, aber konnte man von einer Stadt etwas anderes erwarten, die sich von einer Sultanine regieren ließ? Für den Brauer war klar, warum die beiden Freien sich so benommen hatten: „Tja, wenn man meckern will, erfindet man eben einfach etwas. Ärger dich nicht Hauptmann, es ist eh nicht sonderlich amüsant dort.“ Mist war nur, der neue Umhang meines Herrn musste noch etwas geändert werden und mit der Schneiderin war vereinbart worden, dass er ihn bei ihr abholt. Der einzige, dem man mit einer weiteren Reise nach Schendi einen Gefallen tun konnte, war also der Jungkrieger.

Bevor der sich dann tatsächlich auf den Weg machte, wurde jedoch klar, dass nichts klar war, denn mit Blick auf mich fragte der Reisefreudige: „Aber Hauptmann, deine Mädchen wussten doch wohl, wie sie in Anwesenheit einer freien Frau zu knien haben... oder?“ „Meine Sklaven knien so, wie ich es ihnen befehle… niemand erteilt ihnen einen Befehl, wenn ich daneben stehe!“ erklärte mein Herr erneut. Eigentlich war damit wirklich alles gesagt, doch leider musste der Jungkrieger noch deutlicher machen, wie wenig goreanisch er ist: „Es wundert mich, dass du in Schendi immer Probleme hast, während ich dort immer gerne gesehen bin. Ich habe Tami gesagt, Knie schließen, wenn eine freie Frau anwesend ist… so gibt es keine Probleme!“ Oha… waren das Worte eines Mannes?

„Klingt nach einer schönen Reise“, kam ironisch vom grinsenden Sattler, den man mit Sicherheit nicht zu den Herrchen zählen kann, die einem Weib nach dem Mund reden. Der Brauer fasste sehr treffend zusammen: „Die sind wirklich sehr prüde da in Schendi!“ „Genau… sehr prüde trifft es gut! Bis das Gejammer begann, hatte ich eigentlich meinen Spaß. Wenn die mich gefragt hätten, wäre es kein Problem gewesen, aber sie sind gleich pampig geworden. Für mich steht fest, sollte ich diesen Fleischer mal irgendwo anders treffen, bekommt er Beulen in seinen Kopf!“ brummte mein Herr und wechselte dann lieber das Thema: „Was machen die Bosk?“ 

Wir erfuhren, dass der Händler aus Schendi demnächst in den Norden reisen will, um die bestellten Zuchttiere zu besorgen und anschließend nach Jorts Fähre zu liefern. Danach machte sich der Jungkrieger Richtung Hafen auf und der Sattler informierte uns, dass er die Gürtel mit den Taschen und Schlaufen für Lita und mich fertig hatte: „Von mir aus kannst du jetzt gleich mitkommen und sie abholen, Dina.“ Gesagt getan. Bei meiner Rückkehr hatte ich natürlich einen der beiden Gürtel gleich umgelegt, die der Sattler anhand meiner Vorlage nach Litas Idee richtig gut gefertigt hatte. Kein Wunder also, dass der Brauer durch die Zähne pfiff und schmunzelnd von sich gab: „Huiiii… très chic… schmückt und scheint sehr praktisch zu sein!“

„Bleib stehen, Dina… ich will mir das Ding mal genauer anschauen“, war eine Aufforderung meines Herrn, der ich natürlich gerne nachkam. Seine intensiven Blicke genießend, präsentierte ich mich ihm kess lächelnd und drehte mich mit aufreizendem Hüftschwung langsam hin und her, damit er die am Ledergürtel befestigten Taschen & Co. und vielleicht auch die Trägerin bewundern konnte. „Ja, das Ding steht dir gut, Dina“, lautete sein abschließendes Urteil, das von zufriedenem Schmunzeln und einem kräftigen Griff an mein Hinterteil begleitet wurde. Selbstverständlich nutzte ich solch eine gute Gelegenheit. Ich tat so, als würde ich das Gleichgewicht verlieren und schmiegte mich Halt suchend an meinen Herrn an. 


Hach, viel zu kurz schlangen sich starke Kriegerarme um mich, denn die neuen Gürtel sollten schließlich ins Haus… sie sind ja dafür gedacht, im Fall eines Angriffs benötigte Dinge verstauen zu können. Während Lita und ich uns um die Getränke kümmerten, ließen die Männer sich am Lagerfeuer nieder, da mein großzügiger Herr mal wieder zu Paga und Ale einlud und über sein Vorhaben nach Belnend zu reisen mit ihnen sprach. Einzig die Sklavenflut in dieser Stadt und deren schreckliches Benehmen bereiteten ihm wohl ein paar Sorgen, denn er lachte: „Ich sollte Dina und Lita Besen mitnehmen lassen... dann können wir uns die lästigen Kajirae dort vielleicht vom Hals halten!“ Hmmm… bin ich nicht eigentlich schon Besen genug? ;-) 

Donnerstag, 8. November 2018

Ärgern lohnt nicht

Ich lief zurück ins Haus, nachdem ich mit der Wäsche draußen fertig war. Lita war wieder aufgetaucht und kniete neben meinem Herrn, der bei meinem Anblick erfreut ausrief: „Ahh… meine Dina, das ist gut! Nun steht der Reise nichts mehr im Weg.“ Wie bitte? Von mir hatte der Reise doch nun wirklich nichts im Weg gestanden, was mir dann zum Glück auch grinsend bestätigt wurde. „Das ist richtig, Dina. Du darfst jetzt aussuchen.“ Obwohl mir klar war, es ging leider um Schleier oder Haube, vergewisserte ich mich lieber noch kurz und wählte dann natürlich den Schleier. Lita hätte ich zwar gerne unter einer Sklavenhaube gesehen, doch mein Herr machte diesmal keinen Unterschied zwischen uns.

Anziehen hieß nun also Schleier anlegen, ansonsten wollte mein Herr uns nackt. Stoff schonen nannte er das, patschte mir aber beim Anblick des Getüdels vor meiner Nase lachend aufs Hinterteil: „Hehe… du hast wirklich am Stoff gespart, Dina!“ Tja… nackt ist nackt, mit Schleier aber doch nicht, auch wenn er sehr durchsichtig ist. Hintergrund für diese Maßnahme war ja, dass sich die Sultanine in Schendi beim letzten Besuch meines Herrn wegen einer nackten Sklavin mächtig echauffiert und ihn damit geärgert hatte. Nun wollte er dem Weib seinen Respekt mit bekleideten Kajirae erweisen. Breit grinsend stimmte der Brauer übrigens zu: „Darüber wird sich die Sultanine bestimmt freuen, Hauptmann!“


Tja, Schendi war ausgestorben bei unserer Ankunft. „Ich fürchte, die verstecken sich vor uns. Trinken wir erst einmal was“, beschloss mein Herr und setzte sich vor die Hafentaverne, denn ein Aufenthalt im Teehaus kam für ihn logischerweise nicht mehr in Frage. Da außer einer offensichtlich taubstummen, faulen Tavernensklavin niemand zu sehen war, war Selbstbedienung angesagt. Etwas schwierig wegen dem Schleier gestaltete sich übrigens mein Kuss auf den Becher mit Palmwein für meinen Herrn… die Gardine stippte dabei nämlich ein. Letztendlich stellte sich dieser Umstand dann aber als Vorteil heraus, da ich sie nur ablutschen brauchte, um die Trinkbarkeit des Weins zu bestätigen.


Irritierend fand ich, dass sich der irgendwann aufgetauchte Tavernenwirt tatsächlich erkundigte, ob alle Herren gut bedient werden. Pffffft… ja selbstverständlich, aber nicht von seinem faulen Ding vorm Haus! Die Fragen wegen der Schneiderin, einer Grünen und dem Händler überforderten den noch nicht lange dort ansässigen Kerl offensichtlich, sodass mein Herr sich zum Besuch des Badehauses entschloss. Zuvor hatte ich mich unter dem Tisch hindurch aber noch leise bei Tami nach dem Stand der Kalana-Ernte erkundigt: "Sind die Kalana-Trauben denn alle schon geerntet oder inzwischen vertrocknet abgefallen?" 


Das kam mir vermutlich in den Sinn, weil ich mich wunderte, dass der angehende jortssche Nebenerwerbswinzer Zeit für die Reise hatte und wegen dieser Sultanine von Schendi, weil man getrocknete Trauben doch so nennt. Alle Gedanken an Vertrocknetes schwanden allerdings schlagartig im Bad, wo mein Herr mich sogleich packte und zum Beckenrand schubste, sodass ich samt Schleier mit einem gewaltig spritzenden Platscher im Wasser landete. Seine Erlaubnis „ihr könnt die Schleier abnehmen“, machte mir klar, dass nun kurzes Tauchen angesagt war, um das untergegangene Teil zwecks Trocknung schließlich in eine der großen Pflanzen zu dekorieren.


Das Baden war einfach toll und besonders nach der Zwangsdusche mit kaltem Wasser im Senkrechtbad des Sattlers genoss mein Herr das warme Wasser und das Verwöhnprogramm seiner Kajirae in vollen Zügen. „Wenn solch ein Bad nicht so teuer wäre, würde ich zuhause eins bauen lassen“, gab er entspannt brummend von sich und hörte sich dabei fast wie ein schnurrendes Giani an. Die Zeit verging leider rasant und die Angst vor Waschfrauenhänden und schrumpeligen Füßen wuchs, sodass mein Herr das Baden schließlich beendete. Außerdem mussten wir schauen, ob noch ein Zimmer frei war, hatten aber Glück.


Am nächsten Tag stand als erstes ein Besuch bei der Schneiderin in Sachen Bonus wegen langer Lieferzeit für die Uniformen meines Herrn an. Wir trafen die freundliche Frau nicht nur an, sondern sie erklärte sich sofort bereit meinem Herrn entgegen zu kommen und zeigte ihm in ihrer Schneiderei einige Umhänge. Typisch Mann… er konnte sich natürlich nicht entscheiden, sodass ich ihm zu einem schönen im Rot seiner Kastenfarbe riet, der allerdings noch leicht geändert werden musste. Da es in Schendi keinen Schumacher gibt, schenkte die Schneiderin Lita noch ein paar einfache Puschen gegen ihr ständiges Frieren… ich bekam ja bereits vor vielen Märkten Stiefel, um meine Füße bei Kälte vor Erfrierungen zu schützen.


Lita und ich mussten an diesem Tag übrigens keinen Schleier mehr tragen. Mein Herr kaufte uns bei der Schneiderin zwei einfache Tuniken, mit denen gewisse freie Frauen Zickereien vermieden werden konnten, weil wir doch mehrfach durchs Teehaus laufen mussten, um oben im Gästezimmer die vielen Einkäufe zwischenzulagern. Der so erfolgreich bei der Schneiderin begonnene Tag ging nämlich erfolgreich weiter mit einer nicht sehr teuren Lieferung leckerer Würste für den Wintervorrat und einem extrem günstigen Einkauf von Sklavenparfüm, Badeölen und Seifen. Schade, die Beschaffung von Salz blieb mangels Händler leider jedoch unklar.


Als ganz großer Flop stellte sich die Grüne allerdings heraus und genauso ihr Gefährte, der gleich nach der Begrüßung petzte: „Wie macht sich denn meine ehemalige Sklavin als Bäckerin bei euch in den Sümpfen?“ Mein Herr hielt sich darüber jedoch bedeckt. Inzwischen musterte die Gefährtin mit kraus gezogener Stirn unsere geöffneten Schenkel… klar, es gab ja auch sonst nichts zu sehen für die Frau… eine Grüne! „Schließt eure Schenkel, Mädchen“, forderten die beiden Freien fast gleichzeitig. Pahhh, wir trugen Tuniken und knieten auch nicht auf verspiegelten Marktplatzfliesen! Der Freie ergänzte noch: „Es ist eine Lady aus hoher Kaste anwesend!“ und das Weib fragte: „Habt ihr keinen Anstand, Kajirae?“ 

Da ich so kniete, wie mein Herr es wünscht, schaute ich ihn einfach nur abwartend an. Ich denke, es gelang mir ganz gut zu verbergen, wie irritierend ich es fand, dass ein Fremder glaubte, im Beisein meines Herrn über sein Eigentum befehlen zu können. Ebenfalls befremdlich fand ich, was sich auf diesem männerdominierten Planeten Gor die Frau gegenüber meinem Herrn herausnahm. Leider war das alles jedoch nichts Neues und mein Herr entsprechend genervt. „Ach, schon wieder das Thema… ich bin es leid. Es sind meine Mädchen und ich bestimme über sie! Wir werden eine andere Ärztin suchen. Dina, Lita, holt die Sachen aus dem Gasthaus, wir reisen ab.“ „Wir sind nicht im Norden, hier ist es noch Sitte…...“, gab das Weib nicht auf.

Den Rest bekam ich nicht mehr mit, da ich mich flott in Bewegung gesetzt hatte, um den Befehl auszuführen. Für meinen Herrn steht jedenfalls fest, Schendi wird er so bald nicht wieder besuchen. Trotz Ärger im Teehaus vor einiger Zeit hatte er sich zu einer weiteren Reise dorthin entschlossen und nun war er schon wieder genervt. Einige Freie kapieren einfach nicht, dass man mit Höflichkeit weiter kommt… wäre mein Herr gefragt worden, hätte er uns vielleicht anders knien lassen.

Mittwoch, 7. November 2018

Manchmal geht es ganz einfach

Leider blieb Lita auch am nächsten Tag verschwunden, sodass ich meinen vorm Haus stehenden Herrn irgendwann fragte, welche Aufgabe er ihr gegeben hatte… sie war an der Boskherde dran oder vielmehr hinter einem ausgebüxten Tier hinterher. Da sich das Einfangen offensichtlich schwieriger gestaltete, musste die Reise nach Schendi erneut ausfallen. Erstens kam es auf einen Tag früher oder später nicht an, zweitens machte es ohne die Kajira keinen Sinn zu reisen, da mein Herr sich Sklavenpapiere für sie ausstellen lassen wollte und drittens hatten die Schiffsleute am Hafen irgendwas über Niedrigwasser gemunkelt.

Trotz der Verzögerung oder vielleicht gerade deswegen, nämlich weil die Reiskosten noch nicht fällig wurden, war er bestens gelaunt, zog mich näher an sich heran und legte seinen Arm besitzergreifend um mich. Während ich mich so eng es ging an ihn drückte, dabei vermutlich leise wohlige Geräusche von mir gab, wurde mein Hinterteil geknetet und leise gebrummt: „Mmmmhh…. ja Dina, du bist wirklich anschmiegsam.“ Schade, gerade als sich die Hand meines Herrn langsam unter dem Stoff meiner Kleidung höher schob und sich das erregende Kribbeln in meinem Innern noch weiter verstärkte, tauchte Tami auf und grüßte mit dem für sie immer noch typischen Akzent: „Talll Herrrrr… talll Dina.“

„Dina, hol mal Seife aus dem Haus. Ich denke es ist an der Zeit, Tami endlich beizubringen, wie man richtig grüßt“, wurde mein Anschmiegen beendet. Die Barbarin behauptete zwar, dass sich ihre Aussprache doch schon verbessert hat, doch blieb mir trotzdem nichts anderes übrig, als mich schweren Herzens von meinem Herrn zu lösen und seinen Befehl auszuführen. Mit der Seife in der Hand forderte er sie dann mehrfach auf „tal“ zu sagen, was erstaunlich gut klappte. „Dina, was meinst du, klingt das jetzt besser?“ wurde ich gefragt und bejahte, gab jedoch zu bedenken: „Mein Herr, könnte es sein, dass die Seife eine Fernwirkung hat? Ich frage mich nämlich, ob der Akzent nun auch bei „tal Herr“ verschwunden ist.“

Alle Achtung, Tamis Aussprache war wirklich nicht wieder zu erkennen… vollkommen akzentfrei jetzt! Mein Herr warf die Seife grinsend Richtung Haustür und brummte: „Tja, manchmal geht es ganz einfach.“ In dieser Ehn tauchte der Jungkrieger auf. Die verbesserte Aussprache seiner Sklavin bemerkte er anscheinend nicht, aber er legt ja auch keinerlei Wert auf die Erziehung seiner angebeteten Kajira. Außerdem kam er jetzt mit einem Anliegen… er benötigte meine Hilfe beim Umstellen des schweren Bottichs zum Stampfen der Kalana-Trauben. Tja, in diesem Fall war zum Glück nur wenig körperliche Kraft gefragt, stattdessen eigentlich nur Köpfchen. 

„Lass mal das Wasser ab“, forderte ich Tami am Bottich angekommen auf. Ich sah nämlich nicht ein, warum wir uns mit dem schweren, mit Wasser gefüllten Ding abmühen sollten. „Dina, der ist auch ohne Wasser schwer“, jammerte sie allerdings, wurde von meinem Herrn aber angewiesen: „Weniger jammern, mehr arbeiten, Tami!“ Dass man den Bottich zu zweit relativ leicht auf die Seite drehen und dann auf seinen neuen Platz rollen kann, darüber hatten anscheinend weder das Mädchen noch ihr Herr nachgedacht. Mein Herr grinste bei meinem Vorschlag nur, während Tami begeistert ausrief: „Ohh, ja Dina, eine gute Idee!“ 

Ohne sonderlich großen Kraftaufwand rollte sie den Bottich schließlich zur anderen Seite des Hauses… manchmal geht es eben ganz einfach. Lustig war, Bottich und Traubenpresse sollten ihren Platz auf der neuen Terrasse direkt neben einer Sitzecke haben. „Oha, ein Teppich und diverse Kissen zum Aufsaugen des Safts, der beim Umschaufeln der Trauben vom Stampf-Bottich zur Presse womöglich auf die Fliesen kleckert... sehr praktisch, braucht man die Terrasse gar nicht mehr zu feudeln!“ konnte ich mir einfach nicht verkneifen und erhielt prompt von meinem breit grinsenden Herrn einen Kniff in den Hintern, sodass ich umgehend verstummte. 

Letztendlich schloss sich der Möchte-gern-Jungwinzer dem Vorschlag meines Herrn an, Bottich und Presse vor der Terrassenmauer im Gras aufzustellen. Die Bottich-Aktion wurde übrigens abrupt von erschrockenem Juchzen und Wasserrauschen unterbrochen. Auch der Sattler hatte sich anscheinend mit einem Bottich beschäftigt, der allerdings nicht im Gras, sondern auf einer Holzkonstruktion stand, sodass er darunter duschen konnte… offensichtlich kalt. „Hehe, eine Dusche… die Badewanne der niederen Kasten!“ lachte mein Herr, während der Kaltduscher eilig im Haus verschwand. Schade irgendwie, denn der Handwerker ist wirklich gut gebaut. „Hmmm… mit warmem Wasser wäre das ja in Ordnung. Teste mal die Wassertemperatur, Dina“ forderte er mich schließlich nach eingehender Musterung der Konstruktion auf.

Ich kletterte also auf das unterste Brett, hielt meine Finger an den Auslass, der leicht tropfte und klärte meinen Herrn auf: „Fühlt sich kalt an, mein Herr.“ „Dann ist das Duschen damit nicht nett“, erwiderte er und kletterte nun selbst an der Konstruktion hoch. Es blieb unklar, warum auch immer genau in diesem Moment das Wasser plötzlich im Schwall auf ihn herab prasselte. Fakt ist, sein Duschen war nicht beabsichtigt und wurde daher von obermauligem Gebrüll begleitet: „DINA!!!“ Ok, um es abzukürzen… ich rettete meinen Herrn, indem ich schnell seitlich hinaufkletterte und es tatsächlich schaffte, den Wasserschwall zu stoppen… ging eigentlich ganz einfach.


Im Gegensatz zu meinem Herrn blieb ich dabei sogar trocken. Mir war vollkommen unbegreiflich, warum er sich dort hinaufgezogen hatte… das Trainieren von Klimmzügen konnte doch bestimmt nicht der Grund gewesen sein. „Sagtest du nicht, dass ich die Wassertemperatur testen soll, mein Herr? Das hatte ich doch schon gemacht!“ Sich wie ein nasser Sleen schüttelnd brummte er wenig begeistert: „Eigentlich wollte ich nur oben nachschauen, wie das Wasser dort hineingefüllt wird, Dina. Aber nun ist klar, warum ich eine Badewanne habe. Hol mal ein Tuch zum trocken Rubbeln… das muss reichen.“ :-))

Dienstag, 6. November 2018

Reise verschoben

„Ich gehörte zum Stamm der Tashids… die Kavar und ihre verbündeten Stämme sind meine Feinde“, gab Lita von sich, nachdem ich erzählt hatte, dass mein erster Herr, der mich damals irgendwo in der Tahari aufgesammelt hatte, ein Bakah gewesen war. Einen Kommentar zu ihrer Aussage verkniff ich mir, denn mein Herr stellte klar: „Naja, es sind nicht deine Feinde… du bist nur noch die Beute, Lita.“ „Wie dumm von mir… wie konnte ich das bloß vergessen“, erwiderte sie und ich war mir nicht sicher, wie diese Antwort gemeint war. Anscheinend ging es dem Sattler ähnlich, der sich bei meinem Herrn mit gerunzelter Stirn nun erkundigte, ob die Sklavin jetzt ironisch wird.

Doch mein Herr vermutete Vergesslichkeit und überlegte:  „Hehe… vielleicht sollte ich ihren Hintern rot einfärben, damit sie sich besser daran erinnert, was sie ist.“ Für mich war jedenfalls klar, Lita empfindet immer noch nicht wie eine Kajira und mein Herr stimmte mir zu: „Noch nicht, Dina, noch nicht… aber ich werde daran arbeiten.“ Für den Sattler war das Stichwort „arbeiten“ Anlass, sich in seine Werkstatt zurückzuziehen, denn mit dem Auftauchen von Tami war wohl an diesem Tag nicht mehr zu rechnen. Ob sie noch ein paar Tage länger auf das Tragen von Ohrringen warten muss, ist ja auch wirklich unwichtig.

„Kajirae, wir werden morgen nach Schendi reisen… ich muss noch meinen Bonus von der Schneiderin abholen und will schauen, ob man dort Salz kaufen kann. Außerdem braucht Lita eine Sklavenuntersuchung und ich will Papiere für sie ausstellen lassen. Vielleicht liegt auch ein Besuch im Badehaus drin, aber ins Teehaus werde ich mit euch nicht gehen. Solch ein Drama mit einer Freien wie beim letzten Besuch muss ich nicht noch einmal haben. Dina, wir haben doch zwei Sklavenhauben oder? Da es dort warm ist, werdet ihr nämlich nackt und mit Haube reisen“, kündigte mein Herr vor dem Schlafen gehen noch an, denn es war inzwischen spät geworden. 

Args… eine zweite Sklavenhaube hatte ich nie in der Kiste gesehen… verwahrte er die vielleicht irgendwo anders? Nachdenklich kratzte mein Herr sich am Kinn und befahl schließlich: „Schaut morgen richtig nach, Dina… sonst muss ich eine von euch mit einem Waffenputztuch knebeln. Oder vielleicht erlaube ich euch anstelle der Sklavenhaube einen Schleier zu tragen. Das wäre bestimmt auch lustig. Ihr habt morgen also zwei Hauben und zwei Schleier gefunden… ich hoffe, das ist verständlich ausgedrückt oder?“ Na klar, das war es und Stoffreste gab es auch genug, aus denen Lita sich die Gesichtsgardine nähen konnte. Leider hatte sie sich am nächsten Tag jedoch verdrückt und ich keine Ahnung, ob sie noch am Schleier bastelte oder was sie sonst trieb.


„Dina, was hat die Suche ergeben?“ verlangte mein Herr natürlich als erstes zu erfahren. Mist, mir blieb nur kleinlaut einzugestehen, keine zweite Sklavenhaube gefunden zu haben und auch nur einen Schleier, da ich mich aus Litas Näharbeiten herausgehalten hatte. „Hmmm… also nur eine Sklavenhaube und nur einen Schleier… das ist schlecht, Dina“, kam wenig erbautes Brummen, sodass ich vorschlug, ich könnte zuhause bleiben, falls mein Herr mich ohne Sklavenhaube zu hässlich findet. „Dina, wenn das der Fall wäre, hätte ich dich schon längst verkauft! Aber nackt mit Schleier würde dir bestimmt besser gefallen, als nackt mit Haube… oder Dina?“ Oh ja, zumal ich vor einiger Zeit in Schendi doch bereits das Vergnügen unter der muffigen Sklavenhaube gehabt hatte.


„Ja Dina, ich erinnere mich sehr gut, wie komisch die Leute das fanden. Mal sehen, ob dir jetzt alle hinterher schauen, wenn du dort mit Schleier auftauchst… du bist dann etwas ganz Besonderes. Solange wir dieser Oberzicke nicht begegnen, sollte alles gut gehen“, lachte mein Herr, wuschelte mir herrlich sanft durch die Haare und befahl mir dann, dem Brauer ein Ale zu bringen. Er selbst wollte vor der Reise lieber nichts trinken, da sein Magen auf Schiffen bedauerlicherweise eine große Neigung zum Rebellieren hat und außerdem das Wetter auch nicht sonderlich gut aussah. Da Lita allerdings weiterhin durch Abwesenheit glänzte, entschied er sich schließlich noch um.


Die dunklen Wolken hatten sich irgendwann zwar verzogen, doch war es inzwischen auch spät geworden, sodass der Brauer schließlich fragte: „Das wird heute wohl nichts mehr mit Schendi… was meinst, Hauptmann?“ „Nee, das müssen wir verschieben. Dina kann beim Sattler dann noch zwei neue Sklavenhauben bestellen und einen Schleier basteln“, stimmte mein Herr ihm zu. Pahhh, den Schleier soll sich seine Neue selbst basteln… nähen kann sie doch! Das verschwieg ich natürlich, was auch gut war, denn andernfalls wäre es mir bestimmt nicht vergönnt gewesen, die wundervollen Berührungen meines Herrn auf seinem Schoß zu genießen. 


Ziemlich irritierend fand ich übrigens das Outfit, in dem der Jungkrieger zu vorgerückter Ahn am Lagerfeuer auftauchte… nämlich nur mit Schwert und einem Tuch um die Hüften bekleidet. Die erstaunten Fragen meines Herrn und des Brauereibesitzers, ob ihm seine Kleidung geklaut wurde oder ob er sie verspielt hatte, waren daher mehr als nachvollziehbar. „Nee, nichts wurde geklaut oder verspielt… ich wollte nur mal bei euch nach dem Rechten sehen, bevor ich mich in die Felle begebe. Ich komme gerade aus meiner Badewanne... und aus meinem Mädchen“, grinste der fast Nackte. Tja, wenn die Reise nach Schendi nicht verschoben worden wäre, hätten wir diese oberwichtige Information nicht erhalten… welch erschreckender Gedanke!


Kaum hatte sich der tiefenentspannte Badebottich-Neubesitzer übrigens zurückgezogen, lachte mein Herr: „Na, da wollte aber gerade jemand etwas angeben!“ ;-))

Montag, 5. November 2018

Test bestanden

Nachdem ich die übrig gebliebenen Burger und auch das Fleisch gebraten hatte, um davon meinem Herrn im Proviantpaket zum Wachdienst mitzugeben und außerdem noch ein deftiger Eintopf mit reichlich Fleischeinlage fertig war, lief ich nach draußen. Mein Herr saß dort auf seinem Stuhl neben der Haustür und ordnete an, dass auch Lita und ich von den Resten der Generalprobe essen dürfen. „Bevor Tami sich wieder den Bauch vollstopft, bekommen meine Sklaven davon. Ihr Herr war gestern wieder viel zu nett zu ihr. Aber gut, das ist seine Sache… vielleicht möchte er eine dicke, fette Sklavin haben.“ Ich erwähnte noch, wie hilfreich sie beim Tragen gewesen war, da Lita doch erst zu sehr später Ahn auftauchte, doch das tat mein Herr als Selbstverständlichkeit ab.

Mit dem Eintreffen des Sattlers wurde das Thema fallen gelassen. Der Herr war anscheinend wegen der Löcher, die er in Tamis Ohren knipsen soll, auf der Suche nach ihr. Leider hatten wir sie an diesem Tag jedoch noch nicht gesehen und ich vermutete, dass sie vielleicht noch am Verdauen war, weil sie am letzten Abend bei der Generalprobe doch solche Unmengen essen durfte. „Sie hat sich vollgestopft? Womit?“ erkundigte sich der Sattler neugierig und mein Herr berichtete von den Jortiburgern. Der Sattler verstand allerdings immer noch nicht, sodass ich nun den Befehl erhielt, eine Kostprobe zum Testen der neuen Spezialität zu bringen, auch wenn die am Vortag frisch gegrillt natürlich besser geschmeckt hätte.

Mist, aber bei dem fassungslosen Blick des Sattlers auf den von mir angereichten Teller mit dem Burger und seiner Frage, wie man so ein Ding denn in den Mund bekommen soll, unterlief mir ein bedauerlicher Fehler. „Herr, einfach nur ein bisschen quetschen und eine große Klappe machen, aber aufpassen, dass der Kiefer nicht ausrenkt“, erklärte ich und vergaß leider rechtzeitig zu erwähnen, dass Vorbeugen und Teller drunter halten dabei sehr zu empfehlen ist. Meinen Hinweis befolgend, drückte er die Burgerkonstruktion nämlich sofort beherzt zusammen, drückte allerdings auch die Sauce heraus, die prompt eine rote Spur auf seinem Hemd hinterließ. „Wahhh, so ein Ding kann man ja nur nackt essen, Dina!“ kam ein empörter Ausruf mit Blick in meine Richtung.

Zum Glück nahm er meine Entschuldigung an und den kleinen Kollateralschaden dann recht locker, da sein Hemd wohl sowieso gewaschen werden sollte. Danach biss er deutlich vorsichtiger und vor allem mit verbesserter Technik ab, kaute prüfend und nickte zu meiner Freude schließlich anerkennend: „Nicht schlecht, Dina!“ Juhuuu, der Jortiburger hatte einen weiteren Test bestanden und ich ja irgendwie auch! Nachdem der Rest ohne weitere Kleckerspuren auf dem Hemd zu hinterlassen im Mund des Sattlers verschwunden war, betrachtete er erst seine vollgeschmierten Hände, dann mich und wischte sie schließlich in meinen Haaren ab. „Ich sag ja, Sklavenhaare sind sehr hilfreich bei dreckigen Fingern“, kommentierte mein Herr diese Maßnahme breit schmunzelnd.

Gegen seine großzügige Einladung auf einen Paga zum Nachspülen hatte der Sattler natürlich nichts einzuwenden, sodass die beiden Männer es sich am Feuer gemütlich machten, während ich schnell ins Haus lief, um die Getränke zu holen. Oha, das Pagafass war jetzt tatsächlich fast leer. „Apropos testen, ich war recht zufrieden mit Lita, aber du solltest ihr einen Keuschheitsgürtel verpassen, Hauptmann… sie kann sich nämlich nicht beherrschen“, berichtete der Sattler über die Dienste der Kajira vor kurzem in der Schwitzhütte. Mein Herr grinste zwar erfreut, hielt von dem Gürtel allerdings nichts, weil das zu schade wäre.


Gut war übrigens, dass Lita schließlich doch noch aufgetaucht war und ich endlich die Gelegenheit erhielt, sie mit dem Transport der schon in der letzten Hand beim Brauer bezahlten drei Pagafässer zu beauftragen… irgendwie war sie nämlich mit was auch immer ganz schön beschäftigt gewesen und wie gesagt, im Pagafass im Haus war fast nur noch Luft, was leider auch mein Herr schon festgestellt hatte. Selbstverständlich wollte ich nicht riskieren, dass seine Laune unter den Gefrierpunkt sinkt, wenn kein Paga mehr da ist und war kurz davor zumindest eines der auf dem Brauereihof zur Abholung bereit gestellten Fässer selbst zu holen, obwohl es eigentlich Litas Aufgabe sein sollte.

Erneut gab sie sich angenehm lernfähig. Während ich die starken, um mich geschlungenen Arme meines Herrn genoss, schaffte sie es tatsächlich ein Fass von der Brauerei nach Hause zu rollen, stoppte aber natürlich vor den Stufen und wollte es anscheinend neben dem Sklavenhaken parken. Pahhh… es wäre doch gelacht, wenn sie nicht hinbekäme, was ich unzählige Märkte alleine bewerkstelligt hatte. „Lita, hinterm Haus liegt ein Brett, das du als Rampe nehmen kannst, um das Fass ins Haus zu rollen!“ rief ich ihr zu. Immerhin bedankte sie sich für meinen Tipp, zog dabei aber ein nicht sonderlich begeistert wirkendes Gesicht. Letztendlich schaffte sie es tatsächlich das Fass ins Haus zu rollen… na also, hoffentlich war ihr dabei endlich mal warm geworden?! ;-)

Sonntag, 4. November 2018

Generalprobe

Mein Herr und der Brauer besichtigten den Bosk-Verschlag und was der Trupp Handwerker sonst noch so gebaut hatte und befanden alles für gut. Die erste Lieferung Bosks wirkte auch ganz zufrieden mit ihrer Unterbringung… sie waren nämlich kurz nach Fertigstellung ihres Unterstands eingetroffen. So wie es aussah, nahmen auch die Vulos und die Verr nach dem Umzug an den Waldrand ihr neues Zuhause ganz gut an. Aber man muss wohl aufpassen, dass sie nicht das Kalana-Lager mit Beschlag belegen. Mein Herr tat meine Bedenken jedoch als unwichtig ab. „Dina, wenn die Verr in die Hütte kacken oder die Vulos sich dort breit machen, muss Tami putzen!“ lachte er und bestätigte, was ich mir bereits überlegt hatte.

„Ist alles schön geworden, weiter so…“, lautete das abschließende Urteil des Brauers, dem wohl auch der Steg hinter der Brauerei ganz gut gefällt, da er seine Fass-Lieferungen jetzt nicht mehr von Klaus-Bärbel durch ganz Jorts und über die morschen Brücken im Sumpf ziehen lassen muss, sondern sie dort verschiffen kann. „Jetzt fehlt nur noch ein Grill am Lagerfeuer vor meinem Haus… dann bin ich glücklich“, stellte mein Herr schließlich fest. Tja, wegen seinem Wachdienst war ihm entgangen, dass ich in der Schmiede ein perfekt geeignetes Rost gefunden hatte. Für die Handwerker war es kein Problem gewesen eine Konstruktion aus 4 Pfosten zu zimmern, um das Rost daran über dem Lagerfeuer aufzuhängen.

Da ich mich nach diesem Erfolg mit meinen Vorbereitungen für die gewünschten Jortiburger mächtig ins Zeug gelegt hatte, denn mir war ja klar gewesen, was auf mich zukommen würde, sobald mein Herr und der Brauer vom Grill erfahren, stand nun einer Generalprobe nichts mehr im Wege. „Ja Hauptmann, ein erstes Testessen wäre nicht verkehrt… alleine bei dem Gedanken daran habe ich jetzt schon Appetit!“ lachte der Brauer und auch mein Herr stimmte meinem Vorschlag zum Vorkosten sofort zu. „Hehe, eine sehr gute Idee… wir müssen unbedingt testen, ob alles gut schmeckt!“ Tami tauchte nun übrigens genau richtig auf, um mit mir zusammen die Pfosten für das Grillrost aus dem Lager heran zu schleppen.

Sie half auch die Tischplatte nach draußen zu tragen, auf die ich die vielen Schalen mit den zahlreichen Zutaten stellen wollte, damit sich jeder den Jortiburger nach eigenem Geschmack zusammenstellen konnte. Der Brauer hatte dazu vor kurzen doch diverse, wirklich kreative Vorschläge gemacht, die ich bei meinen Essenplanungen selbstverständlich berücksichtigt hatte. Mein Herr meinte mich zwar ermahnen zu müssen, nicht zu trödeln, doch der Brauer erkannte vollkommen richtig: „Oha, jetzt wird aber aufgefahren!“ 

Es gelang nämlich, die Tischplatte samt allen drauf stehenden Gefäßen ans Lagerfeuer zu schleppen, ohne dass etwas herunter fiel… Tami und ich waren echt ein gutes Team. „Das nächste Mal werde ich Seile spannen!“ lachte mein Herr, doch der Brauer fand das zum Glück überhaupt nicht witzig, da er in dem Fall um sein Essen fürchtete. Nachdem das Feuer schließlich entfacht war, konnte es also tatsächlich mit der Burger-Generalprobe losgehen. „Dina, mach mir einen großen Burger mit allem und reichlich… ich bin in Esslaune“, forderte mein Herr mich auf und ich legte los, erklärte aber schnell noch was sich in den Schüsseln alles Leckeres befand, damit der Brauer und Tami zurechtkamen.

Mein Herr beobachtete das Werkeln aus sicherer Entfernung und war vom Tun des Brauereibesitzers offensichtlich schwer beeindruckt: „Hehe Brauer, du könntest Burger-Meister werden… sieht alles nach hoher Schule aus was du da tust!“ Was der Herr darauf erwiderte entging mir allerdings, da ich mich mächtig beeilte und hochkonzentriert war, dass mir nichts anbrannte. Letztendlich fand ich meinen dampfenden Kiefer-Ausrenker echt gelungen, den ich auf einen Teller legte und meinem Herrn dann mit dem Wunsch anreichte, dieser erste Jortiburger möge seinen Geschmack treffen und die Generalprobe bestehen. 


„Ist der nicht etwas klein, Dina?“ kam leider brummend ohne irgendein Zeichen von Begeisterung, während er sein Essen kritisch musterte. „Naja… ich denke Abbeißen wäre zu empfehlen, mein Herr. Im Stück passt der Jortiburger wohl nicht in deinen Mund“, druckste ich etwas vage mit schrecklichem Herzklopfen, da ich inzwischen fürchtete, das Teil würde die Generalprobe womöglich nicht bestehen. „Hmmm… na gut… da ich meinen Kiefer nicht wie eine Schlage aushängen kann, wird es eine Tarskerei. Dina, halt den Teller so, dass ich mich nicht vollklecker!“ 

Gesagt, getan… mein Herr schob sich den Burger schmatzend in den Hals, verteilte einiges davon um sich herum, brummte dann aber zu meiner Erleichterung in Richtung des Brauers: „Mmmmmhhh ziemlich lecker… oder?“ „Aye, oberlecker!“ lautete die vergnügte Antwort vor dem nächsten Abbeißen. Auch dem Rekruten, der vor einiger Zeit übrigens zum Jungkrieger befördert worden war, schien es zu schmecken und noch mehr Tami. Mir vollkommen unverständlich, aber ihr Herr gab ihr nicht so wie meiner die Reste von seinem Teller und sie zog sich beim Essen auch nicht in den Hintergrund zurück, wie es sich für eine Kajira eigentlich gehört.

Nein, erneut wurde leider deutlich, dass der Jungkrieger keinerlei Wert darauf legt seine Sklavin zu erziehen, denn er erlaubte ihr sich an allen Köstlichkeiten zu bedienen wie eine Freie. Aber er zeigt ihr ja auch sonst nicht ihren Platz und behandelt sie, als sei sie seine Gefährtin. Einer Barbarin wie Tami kann man daraus natürlich keinen Vorwurf machen, woher soll sie es besser wissen? Die Krönung war allerdings, dass der junge Rarius meinen Herrn beleidigte, indem er sich mit abfällig verzogenem Gesicht darüber mokierte, als mein Herr seine Finger in Litas Haaren abwischte, die sozusagen genau richtig doch noch aufgetaucht war: „Ein Reptuch hätte es auch getan!“


Aber egal, mich geht das nichts an und über das Lob des Brauers und des Jungkriegers für meine gelungenen Vorbereitungen und das leckere Essen habe ich mich riesig gefreut. Leider kam von meinem Herrn aber prompt ein Dämpfer: „Lobt nicht zu viel… beim nächsten Mal muss es besser schmecken!“ Pfft, erstens habe ich wie immer mein Oberallerbestes gegeben, mehr geht also wirklich nicht, und außerdem… wie sollen dann bitteschön der Brauer, der Jungkrieger und vor allem Tami den Weg nach Hause schaffen, die diesmal schon kurz vorm Platzen waren!? ;-)))

Samstag, 3. November 2018

Verwirrungen

In der Annahme, mein Herr sei nach meinem Hinweis über den offensichtlich ziemlich verwirrten Brauer nicht gut auf mich zu sprechen, denn er hatte den als unverschämt abgetan, hielt ich mich konsequent an mein Vorhaben, möglichst mit etwas Abstand hinter ihm zu knien und nur dann zu sprechen, sofern er mir eine Frage stellt oder einen Befehl erteilt. Der Brauer hatte sich inzwischen ans Feuer gesetzt und ließ sich dort von Lita ein Ale reichen, nannte sie aber konsequent weiter Kira und verwechselte sie mit der Sattlerkajira. Auch mein Herr und der Sattler setzten sich schließlich ans Feuer, nachdem sie sich über die Anfertigung zweier Gürtel mit Taschen für Lita und mich einig geworden waren.

Lita hatte inzwischen offensichtlich aufgegeben darauf hinzuweisen, welchen Namen mein Herr ihr zuletzt gegeben hatte, zumal es wegen der abwesenden Sattlerkajira eh nicht zu Verwechslungen kommen konnte. Nachdem mein Herr mich unmissverständlich mit starken Kriegerarmen zu sich gezogen hatte, um mich wundervoll fest an sich zu drücken und ich mich leicht verwirrt fragte, ob ich bei ihm etwa doch nicht in Ungnade gefallen war, fand er es offensichtlich an der Zeit, den Brauer aufzuklären: „Hehe Brauer, dort neben dir kniet nicht Kira, sondern Lita!“ Der Rothaarige hatte den Sattler nämlich gerade gefragt, ob er ihm Kira mal ausleiht, weil seine Kessel und Ventile etwas Zuneigung brauchen, meinte aber vermutlich Lita und hätte meinen Herrn fragen müssen. 

„Oh, das ist peinlich, aber den Kesseln und Ventilen egal“, gab der Brauer dazu leicht betreten von sich. Zumindest mir blieb unklar, ob er nun von Kira oder doch von Lita gesprochen hatte. Der Sattler war mit dem Verleihen seiner Sklavin, also Kira, jedoch nur bedingt einverstanden: „An deinem Ventil kann sie reiben, aber nicht an deinen Kesseln, Brauer!“ „Naja, ich hätte da etwas, was kaum eine besser kann als Kira. Ich dachte ans Hopfen Sortieren und… ja, auch ans Putzen der Kessel“, gestand der Brauer grinsend ein und der Sattler stimmte schließlich zu: „Hmm… gut, von mir aus. Aber nur, wenn ich sie nicht brauche.“ Ich glaube, damit war das Ausleihen abgemacht oder es kann auch sein, dass ich den Rest nicht mehr richtig mitbekam, da mein Herr mich weiterhin besitzergreifend an sich drückte und nun auf seinen Schoß gezogen hatte.

Seine über meinen Körper wandernden Hände ließen mein Sklavenfeuer nämlich schnell heftig auflodern, was auch bei ihm nicht ohne Folgen blieb, nachdem ich mich etwas zurecht geruckelt hatte. Ich erinnere jedenfalls nur noch einzelne Gesprächsfetzen über die Schwitzhütte, die Lita anscheinend am nächsten Tag anheizen sollte. Offensichtlich wollte der Sattler die Hütte benutzen und sich dort drinnen von Lita massieren lassen, da sie anscheinend Hitze wie in der Tahari gut verträgt und außerdem von sich behauptete, beim Massieren „nicht gänzlich ungeschickt“ zu sein. Erst einmal ließ er sich aber von ihr noch einen Paga servieren und testete dabei unter ihrem Rock die Reaktionen auf seine Berührungen, bei denen sie hechelnd nach Luft schnappte. 

Bevor es meinen tiefenentspannten Herrn und den Sattler schließlich nach Hause in die Felle zog, erzählte mein Herr, dass er Lita weiterhin unten im Käfig schlafen lässt, da er abwarten will, wann sie ihn anbettelt mit in sein Fell zu dürfen. Grinsend bot der Sattler darauf an, die Sklavin in der Schwitzhütte noch ein wenig anzuheizen und empfahl: „Hauptmann, vielleicht solltest ihr zum Schlafen aber vorsorglich die Hände auf dem Rücken gefesselt lassen!“ „Sehr gut… und ja, das schadet wohl nicht!“ lachte mein Herr und ich bemerkte jetzt erst, dass der Sattler dafür bereits die Seile benutzt hatte, die eigentlich Litas Rock gehalten hatten.

Nachdem mein Herr mich oben am Sklavenhaken neben seinem Fell angekettet hatte, war es mir wichtig, ihm endlich zu erklären, dass ich ihn mit meinem Hinweis über den Brauer nicht hatte verärgern wollen: „Mein Herr… bitte verzeih, was ich vorhin über das Benehmen des Brauers sagte. Es lag mir fern, mir ein Urteil über einen Freien zu erlauben, aber ich war besorgt, weil der Herr so Merkwürdiges sagte und wollte auch wirklich nicht unverschämt sein.“ Danach drückte ich sanft meine Lippen auf seine Fußrücken, wurde jedoch anstelle einer Antwort von starken Kriegerarmen einfach aufs Fell gezogen, um mich wie immer sehr eng an ihn anzuschmiegen. 


Am nächsten Tag war der Brauer zum Glück wieder so wie immer. Wir trafen ihn, nachdem mein Herr eine Presse für die Kalana-Trauben aus dem Lager zum Anbau ans Rekrutenhaus geschleppt hatte. Die Kalana-Fässer hatte ich nach dessen Fertigstellung ja bereits dorthin gerollt, doch die Presse war eine Nummer zu schwer für mich gewesen. „Ich werde sie natürlich mit der Leihgebühr für die Fässer abrechnen“, grinste mein Herr und der Brauer stimmte nicht weniger grinsend zu: „Klar… mit Aufpreis natürlich!“ „Hehe, ohne Kupfer kein Gewinn. Ich bin mir sicher, er freut sich, wenn er mir bald jede Hand Geld geben muss… aber er tut mir auch fast etwas leid“, lachte mein Herr und der Brauer schlug vor:  „Dann gebe ihm mehr Sold.“


Doch damit stieß er auf totales Unverständnis bei meinem Herrn: „Warum sollte ich das? Niemand gibt mir mehr Sold und ich habe zwei Sklaven, die essen wollen. Außerdem versorge ich halb Jorts mit Paga und Ale!“ „Hört… hört… du versorgst mit Ale und Paga?“ gab sich der Brauer mächtig erstaunt und wurde umgehend aufgeklärt: „Ja, und zwar aus Fässern, die ich bei dir gekauft habe! Fast alle trinken auf meine Kosten! Ich bin einfach zu großzügig!“ „Na, das sollten wir besser nicht vertiefen, Hauptmann“, mahnte der Brauer als doppelter Nutznießer, denn er verdiente sowohl am Verkauf der Fässer, auch an meinen Herrn selbstverständlich ohne Rabatt, und trank ständig Ale auf Kosten meines Herrn aus selbigen. Mein Herr gab nach, denn man sagt doch: „Der Klügere…“ ;-)