Freitag, 25. Januar 2019

Keine Lust...

Nein, ich bin nicht faul... ich habe nur keine Lust mehr zum Schreiben.  ;-)

Mittwoch, 23. Januar 2019

Reisende soll man nicht aufhalten

„Ah, du hast also die Nachricht gesehen, die Dina dir unter der Tür durchgeschoben hat. Dann kannst du uns ja helfen, die Reika zu finden“, begrüßte mein Herr den Jungkrieger, nachdem dieser ebenfalls in Schendi eingetroffen war, doch darauf ging der überhaupt nicht ein. Als ständiger Gast dieses Ortes war der Herr viel zu sehr damit beschäftigt, die gerade abreisenden oder ankommenden Bewohnerinnen nebst ihren Kajirae zu begrüßen und genoss es vielleicht, dass er „Sir“ genannt wurde. Für seine immer noch oder schon wieder leise weinende Sklavin hatte er merkwürdigerweise keinen Blick übrig, geschweige denn einen Gruß. Um dem Gewusel zu entkommen, entschied mein Herr irgendwann jedoch: “Kommt, wir gehen mal ein Stück, denn wir müssen reden. Tami, knie dich wieder neben deinen Herrn.“


Um erst einmal alle Fakten für die geplante Suche nach der vermissten Reika klarzulegen, versuchte nun erst einmal herauszufinden, wo der Jungkrieger das Mädchen zuletzt gesehen hatte. „Hier in Schendi, Hauptmann. Ich habe sie hierhergebracht und vermute, dass ihr Herr sie hier in der Zwischenzeit wie geplant abgeholt hat.“ Ungläubig hakte mein Herr nach, was für einen Grund es denn gegeben hatte, die Reisekajira absichtlich in einer anderen Stadt zurückzulassen. „Hätte ich sie während der Wartehand in Jorts Fähre verhungern und verdursten lassen sollen? Hauptmann, es war niemand da, der sich um sie gekümmert hat.“ Nagut… sich um eine Kajira kümmern, eine Nachricht unter der Tür durchschieben, wenn man sie auf eine Reise mitnimmt, dagegen war wirklich nichts einzuwenden, im Gegenteil.

„Was man mitnimmt, bringt man doch wieder zurück… deine Eigenmächtigkeit ärgert mich sehr, denn ihr Eigentümer hätte seine Sklavin auch bei uns abholen können! Ich mag dich… denke mal darüber nach, wo du leben willst, denn man kann nicht an zwei Orten leben. Reisen ist schön, aber ein Heimstein ist auch Verpflichtung!! Komm Dina, bevor ich jetzt noch etwas Falsches sage, werden wir mal die Kajiraschwemme suchen… ich bin echt sauer!“ Tja, obwohl wir die ausgestorben wirkende Oase in mehrere Richtungen durchstreiften begegneten uns weder irgendwelche Sklaven, noch Freie, bis der Jungkrieger zu uns aufschloss.

Anscheinend hatte er sich während unserer vergeblichen Suche das Nachfolgende zurecht gelegt: „Das ganze Problem hat der werte Herr Hauptmann verursacht, als er eine Sklavin in den Käfig sperrte und sich nicht mehr um sie gekümmert hat. Ich wollte Schaden vom Heimstein Jorts Fähre abhalten und verhindern, dass das Eigentum eines Anderen Schaden nimmt, das sich in unserer Obhut befand. Dank meiner Hilfe hat der Eigentümer jetzt sein Eigentum zurück und niemand hat Schaden genommen.“ Boah… sich um das Wohl Fremder kümmern und dabei das Wohl des eigenen Heimstein komplett vergessen, das für jeden Goreaner an höchster Stelle steht?!

Während der Sattler fassungslos seinen Kopf schüttelte, glaubte ich mich verhört zu haben. „Du schiebst das jetzt auf mich? Ich wollte mich kümmern, war aber verhindert und ich sagte auch, dass ich dein Kümmern gut finde und die Sklavin auf eine Reise mitzunehmen kein Problem ist. Jorts Fähre braucht Bewohner…“, wiederholte mein Herr geduldig, was er zuvor schon gesagt hatte, denn ohne Leben, den einen oder anderen Besucher und gelegentlichen Handel kann der Letzte bald das Licht ausmachen. Doch auch diesmal wurde offensichtlich nicht verstanden, worüber mein Herr so verärgert war. Der Kerl ritt nämlich weiter auf dem Käfig herum und giftete: „Wer hat denn das Mädchen in den Käfig gestopft? Ich etwa?“


Ein Wort gab das andere und es wurde klar, sämtliche Bemühungen waren bei diesem Mann vergeblich, der offensichtlich kein Gespür für die Gemeinschaft von Jorts Fähre und seinen Heimstein hat. Aber haben nicht die ständigen Reisen und sein oft peinliches Benehmen das schon lange gezeigt? „Ich weiß nicht, wie ich dir begreiflich machen kann, worum es mir geht“, brummte mein Herr schließlich frustriert und warf dem Kerl wütend die goldenen Ohrringe vor die Füße, die er Tami abgenommen hatte, nachdem klargeworden war, dass sie immer noch den Kragen der Stadtkette trägt. Eigentlich wollte er danach davon stampfen, war aber nicht schnell genug.

Naja, anstatt das Können seiner Schwerthand zu demonstrieren, hatte der Jungkrieger vor einiger Zeit doch seine schnellen Pilgerbeine gepriesen und sehr deutlich gemacht, dass er in der falschen Kaste ist. In diesen Fall verzichtete er sogar darauf die goldenen Dinger aufzuheben und lief ohne ein weiteres Wort, auch nicht zu seiner Sklavin, die er einfach zurückließ, wie ein kleiner Junge eilig davon. Ich denke, es ist verständlich, dass es nun auch meinen Herrn und den Sattler zurück zum Hafen zog, um mit dem nächsten Schiff nach Hause zu kommen, denn der Ausflug war gelaufen. Außerdem benötigte der Ärger heimischen Paga zum Fortspülen.

Der Sattler nahm sich der armen, verständlicherweise erneut in Tränen ausgebrochenen Tami an und erlaubte ihr einen Schluck Paga, so aus medizinischen Gründen. „Der Jungkrieger ist komisch… ich verstehe oft nicht, was er denkt und nun scheint er seine Sklavin nicht mehr zu wollen“, brummte mein Herr nachdenklich. Letzteres ließ Tami natürlich wieder aufheulen. „Mein Herr hat mich dort einfach knien lassen… selbst ein knappes „komm mit, Tami“ hielt er nicht für nötig!“ jammerte sie und ich glaube, danach nahm sie noch einige weitere Schlucke vom Sattler-Paga, Das Gesicht des Herrn wirkte nämlich sehr verdattert, nachdem er seinen Becher irgendwann zurückgefordert und hineingeschaut hatte.

Auch der Brauer war fassungslos, dass die Reika so komplett unentgeltlich in Schendi geblieben war: „Hmmm… ist ein wirklich ein seltsames Pflaster dort. Er hätte sie wenigstens verkaufen und einen guten Preis herausschlagen können! Und nun ist er beleidigt und schmollt? Na, irgendwann wird er sich wohl wieder beruhigen.“ Ich überlegte noch, wie viele Hand es diesmal wohl dauern wird, bis sich der Jungkrieger wieder einkriegt, als mein Herr meine Gedanken unterbrach: „Soll er doch nach Schendi ziehen, wenn er meint, dass es da besser ist und ihn alle mögen! Ich schätze mal, er wird hier seine Koffer packen.“ 


Wie richtig mein Herr mit seiner Vermutung lag, stellte sich einen Tag später mit folgender Bekanntmachung heraus: „Der Rekrut der Stadtwache von Jorts Fähre quittiert hiermit den Dienst, gez. Joachim von Rabenstein.“ Tja, auch das Haus war geräumt… Reisende soll man nicht aufhalten!

Dienstag, 22. Januar 2019

Schlechte Laune

„Tal Sattler… wie laufen die Geschäfte?“ fragte mein Herr seinen nicht gerade fröhlich wirkenden Nachbarn. Oha, der hatte durchaus Grund für schlechte Laune und zwar nicht nur, weil seine Geschäfte nicht allzu gut liefen. Nein, seine Backkajira war ihm weggelaufen, für die er dem Brauer sogar Kupfer gegeben hatte. Das an sich war ja schon ärgerlich, doch besaß er nun zwei in Sagheerah gekaufte Säcke Mehl, für die er keine Verwendung mehr hatte. Da mein Herr Kuchen liebt, den man nun mal nicht ohne Mehl backen kann, kaufte er dem Sattler die beiden Säcke spontan ab, sodass sich dessen Miene zumindest etwas aufhellte. Das Schleppen der Mehlsäcke sah mein Herr zwar als Sklavenaufgabe an, doch brachte der Sattler sie bis an die Haustür… der Preis war nämlich inklusive Lieferung.

Ach ja… und die blonde Reika war auch fort. Insofern war nachvollziehbar, dass sich die beiden Männer beim Paga über minderwertige Reisekajirae unterhielten, denen man weiterhin nur den Namen Reika geben sollte. „Ich will mich nicht mehr über Kajirae ärgern, die bis zum Schluss so tun, als ob sie es ganz toll bei mir finden und werde es zukünftig wie der Brauer halten“, kündigte der Sattler schließlich an und war offensichtlich fest entschlossen, sich keine eigene Sklavin mehr zuzulegen. „Ach was, dir wird schon noch eine passende über den Weg laufen. Aber du hast Recht, Sattler, gute Mädchen sind selten… man könnte meinen, sie sind fast ausgestorben“, erwiderte mein Herr und schlug vor: „Ich kann dich nach Schendi begleiten… unser Jungkrieger erzählte doch, dass es dort eine Kajiraschwemme gibt.“

Der Vorschlag erstaunte mich, denn eigentlich hatte mein Herr angekündigt, dass er diesen Ort zukünftig meiden will… Kuschelgor und unter der Fuchtel von prüden Weibern stehende Herrchen sind nämlich nicht sein Ding. Der Sattler gab nichts auf die Information über die Schendi-Kajirae, denn er bezweifelte genau wie ich, ob der Jungkrieger die Qualität von Sklaven überhaupt beurteilen kann, obwohl er in den höchsten Tönen von den Mädchen geschwärmt hatte. Mein Herr ließ jedoch nicht locker: „Naja, einen Blick könnte man trotzdem werfen, vielleicht können wir dort die Schneiderin ein bisschen ärgern. Ich überlege immer noch sie zu klauen und würde ich sie dir dann schenken, Sattler.“ Damit wurde mir klar, worum es meinem Herrn eigentlich ging.

Dieses Weib war nämlich im Strafkragen gelandet, nachdem sie es öffentlich mit einem Freien getrieben hatte. „Vielleicht kniet die Verurteilte inzwischen aber gar nicht mehr, mein Herr. Wenn ich es richtig mitbekommen habe, war die Strafe auf 2 Hand befristet“, gab ich zu bedenken, während der Sattler bei der Aussicht auf dieses Geschenk sein Gesicht total entsetzt verzog. „Ja, es könnte sein, dass die Zeit im Strafkragen inzwischen vorbei ist und so wie der Sattler aussieht, scheint er wohl nicht interessiert zu sein!“ stellte mein Herr grinsend fest, was der Lederarbeiter umgehend bestätigte. Letztendlich beschlossen die beiden Männer trotzdem am nächsten Tag nach Schendi zu reisen… man kann doch jederzeit wieder abreisen.

Leider klang das Brummen meines Herrn äußerst schlecht gelaunt, als ich mich draußen zu ihm und der leise schniefenden Tami gesellte, nachdem ich mit den Reisevorbereitungen fertig war. „Dina, Tami ist momentan Stadtsklavin… ihr Herr hat nämlich in Schendi die blonde Reika vergessen!“ Es ist nicht ungewöhnlich und vollkommen in Ordnung eine Sklavin, die jemand anderem oder Jorts Fähre gehört, auf eine Reise mitzunehmen, sofern sie alle ihr übertragenen Aufgaben erledigt hat… aber man vergisst doch nicht, was man sich ausgeliehen hat und bringt es mit zurück! Total perplex erkundigte ich mich, wie das passieren konnte.

„Genau das frage ich mich auch, Dina. Aber gut, Tami ist entweder Pfand oder Ersatz. Außerdem trägt sie immer noch den Stadtkragen. Ihr Herr hat den nämlich nie ausgewechselt“, erklärte mein Herr, was Tami bestätigte: „Ja Herr, das ist immer noch das alte rostige Ding, das du mir am ersten Tag hier umgelegt hast.“ Fassungslos schüttelte ich meinen Kopf: „Der Herr Jungkrieger behängt seine Kajira mit goldenen Ohrringen, kauft ihr Kleidung und sogar Seiden, aber den Tausch des Kragens vergisst er???“ Tja, es passt… wie so vieles hat dieser Herr seiner Sklavin auch nicht beigebracht, dass sie auf die Frage antworten muss, warum sie einen Kragen trägt: „Damit Männer wissen, wem ich gehöre.


Tami blieb nichts anderes übrig, als zu hoffen, dass ihr nicht Herr die Sache mit der blonden Reika wieder hinbiegt oder für die Kajira zahlt und auch die Sache mit dem Stadtkragen um ihren Hals erklären kann. Als Sklavin der Stadtkette sackte mein Herr erst einmal Tamis Ohrringe ein, denn die gehören selbstverständlich dem Jungkrieger. Außerdem musste sie ihren Zopf öffnen. „Ich weiß nicht, warum er dir diese hässliche Frisur erlaubt hat, Tami… sieht viel besser aus so“, stellte mein Herr grinsend fest. Ich ja sowieso, aber auch der inzwischen eingetroffene Sattler fand ihre offenen Haare hübscher und ließ das Argument nicht gelten, die Frisur sei wegen dem Anblick der Ohrringe angeordnet gewesen: „…dann hätte er sich die Dinger doch an die Wand hängen sollen!“

Nachdem der Sattler über die Sachlage wegen der vergessenen Reika und Tamis neuen Stand in Kenntnis gesetzt war, schlief der Jungkrieger leider immer noch. Mein Herr beschloss daher ohne ihn abzureisen, befahl mir aber unter der Tür des Langschläfers einen Zettel über Tamis Verbleib durchzuschieben, bevor es dann endlich zum Hafen ging. Die Reise verlief übrigens ohne weitere Zwischenfälle, im Gegensatz zur Ankunft in Schendi. Dort herrschte beim Verlassen des Schiffs nämlich ziemliches Gedränge, was irgendeinem schlecht gelaunten Weib offensichtlich nicht gefiel. Höflich, wie mein Herr nun mal ist, erkundigte er sich trotzdem freundlich: „Tal Frau, können wir dir helfen? Du wirkst nicht gerade gut gelaunt.“

„Wenn ihr mir nicht auf die Füße getreten hättet, wäre ich besser drauf!“ kam unwirsch zur Antwort. Oh je… Schendi und seine Weiber! Ich schickte ein stummes Stoßgebet an die Priesterkönige, sie mögen verhindern, dass schon wieder eine Freie glaubt, sich mit meinem Herrn anlegen zu können, der nun antwortete: „Hehe, es ist ganz einfach… der Fuß, der oben steht, hat Recht, besonders wenn es ein Männerschuh ist!“ Die Frage eines sich jetzt dazu gesellenden, sehr freundlichen Kriegers der Stadtwache, ob es ein Problem gäbe, verneinten mein Herr und der Sattler zwar, doch die Frau nahm sie zum Anlass für eine weitere Beleidigung: „Probleme haben nur die Mannsbilder hier mit den großen Füßen und kurzsichtigen Augen!“

„Komisch, immer werde ich in Schendi von Frauen beleidigt… und dass mir Dinge unterstellt werden, gefällt mir noch weniger! Ich habe weder große Füße, noch kurzsichtige Augen!!“ stellte mein Herr brummend klar, worauf mit erneutem Knurren irgendetwas zurück gegiftet wurde. Ich denke, es war ganz gut, dass der Krieger beschwichtigend auf das Weib einredete, bevor er sie dann fortkomplimentierte: „Lady, ich würde sagen, du gehst jetzt zur Herberge. Dort ist nämlich gerade der Händler eingetroffen und würde sich sicherlich freuen, dich zu begrüßen.“ Puhhh… es klappte tatsächlich, leider atmete ich jedoch zu früh auf, da nun ein weiteres Schiff im Hafen anlegte und der Jungkrieger auftauchte……………...

Freitag, 18. Januar 2019

Kulinarisches

„Ahh meine Dina… wir haben dich schon vermisst!“ wurde ich von meinem Herrn begrüßt, nachdem ich mich von meinen Vorbereitungen in der Küche endlich loseisen konnte. Pahhh… ich verkniff mir meine Bemerkung, dass sich hauchdünne Sulscheiben weder von alleine schnitzen, noch ohne Öl knusprig werden und Dip-Saucen auch nicht vom Gorhimmel fallen. Stattdessen gab ich mich erstaunt: „Ich wurde vermisst, weil ihr Durst habt, mein Herr?!“ Der Sattler wusste nichts von der Essenplanung für diesen Tag und mein Herr gab seinen Durst zu, ergänzte aber noch: „Nicht nur Durst, Dina… dein Anblick ist natürlich auch immer eine Augenweide.“ „Wir hoffen auf Häppchen“, kam vom Brauer deutlich konkreter, während ich meinen Herrn bezirzend anplinkerte und mich etwas mehr in Positur setzte, damit er sich an seinem Eigentum noch besser erfreuen kann.

Lita kam leider wie befürchtet mit dem Hauptgang nicht so wirklich zu Potte, sodass mein Herr nun drohte: „Wenn wir nichts zu essen bekommen, dann wird sie ein Problem haben. Aber gut, wir halten die Reihenfolge ein und fangen mit dem Appetitdingsdamacher an, Dina.“ Der Sattler wimmelte zwar ab, er habe bereits gegessen, war aber einem Paga natürlich nicht abgeneigt, genau wie mein Herr und der Brauer lechzte wie immer halb verdurstet nach seinem geliebten Ale. Da die Männer nicht schon von der Vorspeise satt werden sollten, war die Menge an knusprigen, hauchdünnen Sulscheibchen logischerweise nicht riesig und die drei Sorten Sauce zum Dippen gab es auch nicht in Unmengen, da sie noch in der geschmacklichen Testphase waren. 

Der Sattler blieb übrigens stur und verweigerte sogar das Probieren. Während mein Herr und der Brauer in den kulinarischen Spezialitäten schwelgten, die ich in kleinen Schüsseln neben ihnen ins Gras gestellt hatte… selbstverständlich auf Rep-Tüchern, denn ein bisschen Esskultur muss schon sein… beobachtete er die beiden amüsiert grinsend: „Na hoffentlich krabbeln keine kleinen Tiere in deine Dips. Das kitzelt dann bestimmt im Hals, wenn die versuchen wieder nach oben zu kommen, Hauptmann.“ „Wenn da Tiere hineinkrabbeln, werden sie einfach mitgegessen. Man muss nur kräftig genug mit Paga nachspülen, dann klappt das schon!“ lachte mein Herr jedoch nur und der Sattler bestätigte grinsend: „Stimmt, durch Alkohol verlieren die Viecher vermutlich die Orientierung und bleiben unten.“


Während mein Herr inzwischen ein Sulscheibchen gleich in alle 3 Saucen dippte, kümmerte ich mich um die Versorgung des Brauers, dem offensichtlich alleine schon beim Anblick der Vorspeise das Wasser im Mund zusammenlief. „Wenn es so schmeckt, wie es aussieht, dann laufe ich Gefahr mich hineinzusetzen, Dina“, lachte er mich vergnügt frohlockend an. Die Saucenkombination süßsauerdezentscharfrauchig sagte meinem Herrn letztendlich übrigens doch nicht so zu, denn er brummte total verwirrt: „Hmm… schmeckt ziemlich pelzig, wenn man alle Dips auf einmal nimmt.“ Nach dem ersten Probieren stand für den Brauer fest, ihm schmeckte die dezent scharfe Sauce am besten und meinem Herrn die rauchige… süßsauer mochten beide, sodass ich scharf gegen rauchig einfach austauschte.

So gesprächig wie bei dieser Verkostung, habe ich den gutgelaunten Brauer übrigens schon lange nicht mehr oder vielleicht sogar noch nie erlebt: „Hmmm… ahhh… richtig gut! Huiii, auch gut! Ausgezeichnet, so lass ich‘s mir gefallen!!“ Auch mein Herr mampfte sichtlich zufrieden, behauptete schließlich jedoch: „Ja, aber satt macht diese Vorspeise nicht, Dina!“ Zum Glück tauchte Lita nun doch noch mit dem Hauptgang aus gebratenen Suls, Speck und Vuloeiern auf, sodass ich mich um die Nachspeise kümmern konnte, die ich möglichst lauwarm noch servieren wollte. Der Brauer wagte beim Anblick weiterer Suls übrigens grinsend erste Kritik: „Sieht verführerisch aus, aber euer Menü ist ziemlich sullastig!“ Insofern war gut, dass ich ihn schmunzelnd beruhigen konnte: „Suls sind gesund, Herr, aber im Nachtisch sind keine!“

„Ach, es gibt keinen Sulkuchen zum Nachtisch?“ machte sich der Sattler lustig und nachdem er erfahren hatte, dass es Strudel geben sollte, fügte er noch hinzu: „Ach… ich dachte Strudel wird auch aus Suls gemacht!“ Dem Brauer schien die Strudelfüllung aus Rambeeren nicht ganz zu behagen, doch als ich erzählte, dass ich die Früchte in Paga eingelegt hatte, lachte er beruhigt: „Na, dann werden die Beeren wohl ordentlich reinziehen… vom Strudel besoffen werden ist doch mal wirklich etwas anderes!“ Tja, Mist und in seinen Augen Verschwendung, dass sich beim Backen der Alkohol verflüchtigt, wobei der Geschmack des Strudels vorrangig ist und vor allem, ihn im richtigen Moment aus dem Ofen zu holen.

Entsprechend nervös flitzte ich also mehrmals zur Kontrolle ins Haus, was natürlich nicht unbemerkt blieb. Doch meine Nervosität war überflüssig. Als ich den Strudel schließlich aus dem Ofen holte, sah er perfekt gelungen so aus wie er aussehen sollte und duftete wirklich köstlich, sodass ich mich schwer beherrschen musste, mir nicht gleich ein Stück davon abzuschneiden. Da er noch ein bisschen ruhen sollte, deckte ich ein Tuch darüber und lief zurück nach draußen. Es war echt total schwer, mir mein erleichtertes Grinsen zu verkneifen und stattdessen eine todernste Miene aufzusetzen, denn warum sollte ich gleich mit meinem Erfolg wie mit einer Tür ins Haus fallen? Ein bisschen Spannung war bestimmt nicht verkehrt.


„Ohhhhh… ich glaube der Strudel ist angebrannt, so wie Dina guckt!“ rief mein Herr bei meinem Anblick aus und ich senkte meinen Kopf umgehend sehr tief, damit niemand mein Gesicht sah, falls meine zuckenden Mundwinkel mich verraten sollten. „Oha, kein Wunder… ist er wegen zu viel Paga in den Beeren explodiert?“ erkundigte sich der Sattler schadenfroh grinsend und ich senkte meinen Kopf noch tiefer. Leider konnte ich gegen meinen Lachanfall ankämpfend das verdächtige Zucken meiner Schultern nicht verhindern, was aber niemandem aufzufallen schien, da Lita nun die Tarskerei in der Küche nach einer Strudelexplosion beschrieb, wenn die Wände mit Beerenbrei tapeziert sind.

„Mach mich nicht bange… was ist mit dem Strudel, Dina?“ rief der Brauer schließlich total entsetzt und ich prustete los, da ich mich einfach nicht länger beherrschen konnte. Es dauerte einen Moment, bis ich mich soweit wieder eingekriegt hatte, um meinen Scherz aufzuklären: „Mein Herr und Herren, ich bitte um Verzeihung... ich dachte, ich mach die Köstlichkeit zum Nachtisch etwas spannender. Danke, dass ihr auf mich hereingefallen seid. Der Strudel ist weder verbrannt, noch explodiert, an den Wänden kleben also auch keine dekorativen Beerenflecken. Der Nachtisch duftet wundervoll, sieht oberlecker aus und ist jetzt in der Nachwärmphase. Zur Beruhigung der Nerven könnte es also jederzeit losgehen damit, wenn ihr es wünscht.“

Sichtlich erleichtert schnaufte der Brauer durch, wurde aber erneut sehr ernst: „Hauptmann, bemerke ich da wieder eine Tendenz zum Vorlauten bei Dina? Einen so zu erschrecken! Was meinst, vielleicht solltest du zur Abschreckung mal über einen Knebel nachdenken?“ „Na, wirklich vorlaut war sie ja nicht, sie wollte uns überraschen. Das lasse ich gelten, dafür bekommt sie nichts vom Strudel ab!“ nahm mein Herr mich zum Glück in Schutz und auch der Sattler legte ein Wort für mich ein: „Ich fand das auch nicht vorlaut. Sklavinnen, die nur schweigen, sind langweilig.“ Der Brauer gab sich zufrieden und nach dem gelungenen Hauptgang von Lita war die Gorwelt mit dem wirklich oberlecker schmeckenden Nachtisch wieder in Ordnung… ich bekam übrigens doch etwas ab! :-)))

Mittwoch, 16. Januar 2019

Planungen

Total begeistert berichtete ich meinem Herrn vom Erfolg beim Brauer: „Ich habe es gerenkt mein Herr!“ „Ach echt? Dina, du scheinst gut drauf zu sein, aber was hast du denn gerenkt?“ wollte er natürlich wissen, nachdem ich mich an seine Beine geschmissen hatte, um mich stürmisch an ihn zu drücken. „Der Brauer ist nicht mehr sauer auf mich, mein Herr!!“ Selbstverständlich erzählte ich den Werdegang fürs Umschwenken der Brauerlaune genauer, erwähnte natürlich auch die inzwischen durchgeführte Hochglanzpolitur des Brauereikessels, meine Warnung vor Blendung und die zu ergreifende Schutzmaßnahme dagegen. „Ah, ich verstehe, offensichtlich hast du meinen Freund beeindruckt und nun möchtest du bestimmt deine Kleidung zurück? Aber ist sein Fass denn wieder in meinem Haus, Dina?“ kam leise lachend.

Ich gab zu, um die gute Laune des Brauers nicht überzustrapazieren, hatte ich das Fass lieber nicht erwähnt. Das Grinsen meines Herrn wurde trotzdem breiter: „Na dann bleibst du ja doch noch eine Weile nackt, Dina.“ Natürlich versuchte ich mir meine Enttäuschung nach seinen Worten nicht anmerken zu lassen, obwohl die Bedingung für Kleidung ganz klar die Rückkehr des Fasses enthalten und ich eigentlich auch nicht mit Kleidung gerechnet hatte. „Ja mein Herr, wie du wünschst… das Ale-Fass muss leider auf einen anderen günstigen Zeitpunkt warten.“ „Husch, husch, Dina… du darfst dir etwas anziehen, aber so wenig Stoff wie möglich!“ wurde mir lachend nun erlaubt, sodass ich als Dank für die aufgehobene Strafe ein paar dicke Küsse auf die Sandalen meines Herrn schmatzte, bevor ich ins Haus stürmte.


Ich erzählte übrigens auch, dass man oben auf den Felsen hinter der Boskwiese einen guten Überblick über Jorts Fähre und die Umgebung hat und ich einen Jäger beobachten konnte, der in der Nähe wohnt. Den Brauer hatte ich mit dieser Information anscheinend neugierig gemacht, da er sich zum Besuch dieses Nachbarn entschloss und mich mitnahm. „Der Freie hat auch zwei Sleens, mein Herr. Aber unser Besuch bei ihm war nur sehr kurz, denn der Jäger gab sich eher wortkarg. Vielleicht kamen wir zu einem ungünstigen Zeitpunkt.“ „Huih, ein ungesprächiger Jäger… wenig reden ist bei denen eher normal, Dina. So, so, er hat genau wie ich zwei Sleens… interessant. Nanu, der Brauer war neugierig? So kenne ich ihn gar nicht“, brummte mein Herr und vermutete schließlich, die Verpackung der Information in eine nackte Dina, könnte die Neugier geweckt haben. Ja... könnte wohl, aber beim Brauer?


Da mein Herr am nächsten Tag erneut auf Fremdkosten trinken wollte, setzte er sich am Brauerei-Lagerfeuer auf einen der Baumstümpfe und erkundigte sich gleich nach der Begrüßung bei seinem Freund: „Ich habe gehört, du hast Dina verziehen?“ Der Angesprochene nickte zustimmend, während ich ihn prüfend musterte. Nachdem das Feuer in Gang war und die beiden Männer mit Paga und Ale aus der Brauerei versorgt, nutzte ich schließlich einen günstigen Moment, um mich endlich zu erkundigen, ob der Brauer wegen der Gefahr von Blendung durch Reflexionen auf dem hochglänzenden Brauereikessel wie besprochen dran gedacht hatte, sein Haus rückwärts zu verlassen. „Herrje, nein!“ kam nun vergnügt lachend, „aber ich hatte meinen Blick links an die Fässer geheftet, habe es aus dem Augenwinkel allerdings blitzen sehen, Dina!“

Essen ist sowieso eines der Lieblingsthemen meines Herrn, aber seit Litas ungenießbarem allerersten Kochversuch besonders, denn es ärgert ihn, dass sie immer noch nicht wirklich gut kochen kann und sich gerne davor drückt, weil Karlotto ständig ihre Aufmerksamkeit benötigt. „Du hast ja neulich nichts von ihrem Auflauf abbekommen… was würdest du dir gerne von Lita kochen lassen?“ fragte er seinen Freund daher, der sich jedoch sehr genügsam gab und mir zuzwinkernd betonte, er sei auch mit einem Schmalzbrot zufrieden. Während ich den Brauer nun anstrahlte und meine Lippen zu einem stummen Kussmund formte, bohrte mein Herr jedoch weiter, weil Lita sich steigern soll, sodass sich der Angesprochene schließlich doch noch äußerte: „Na gut, dann einen lauwarmen Strudel mit roten Früchten zum Nachtisch.“ Ok, diese Köstlichkeit wollte ich dann aber doch lieber selbst übernehmen zu backen.


Es wurde beschlossen, dass sich die Männer zu den von mir vorgeschlagenen gebratenen Suls mit Speck und Vuloeiern am Feuer neben dem Haus meines Herrn treffen werden… andernfalls hätten wir wegen des Wegs nämlich um Benutzung der Brauereiküche bitten müssen. Mein Herr wirkte zufrieden: „Gut, abgemacht… dann ist das Essen auch wärmer, so mag ich es nämlich lieber.“ Das Gespräch drehte sich noch um Kalana zu einem weniger rustikalen Essen und ich glaube, nicht nur mir lief das Wasser bei dem köstlichen Mahl aus eingelegtem Tarskbraten im Mund zusammen, das ich den beiden Männern nun beschrieb. Einmal in Fahrt, schlug ich außerdem vor, hauchdünn geschnittene, in Boskfett gebratene, mit diversen Kräutern gewürzte Sulscheiben könnten mit raffiniertem Dipp oberlecker zu einem Aperitif aus Paga und Ale passen.

Mein Herr wollte natürlich genauer wissen, was ich mir zum Dippen vorstellte. Letztendlich wurden nach einigem Hin und Her drei verschiedene Geschmacksrichtungen beschlossen… süßsauer, leicht scharf und rauchig, obwohl es am Feuer eigentlich genug Rauch gibt. Mein Herr befürchtete übrigens, sollte es zu viele Dipps geben, könnte er dick werden und müsste mich dann mehr herumscheuchen… naja, dazu sagte ich dann lieber nichts mehr. Während inzwischen ausgiebig darüber diskutiert wurde, ob Hüftgold griffig oder Gold im Geldbeutel besser ist, tauchte endlich auch Lita auf, der mein Herr gleich seine Entscheidung mitteilte, ihr am kommenden Tag die Ehre der Essenzubereitung zuzugestehen. Details dazu interessierten sie nicht, stattdessen fragte sie mit Blick auf mich, ob auch ihr dann wieder Kleidung erlaubt ist.


„Wenn wir mit dem von dir zubereiteten Essen zufrieden sind, dann ja… andernfalls bekommt ihr beide Sklavenbrei“, kündigte mein Herr schmunzelnd an und ergänzte noch: „Du wirst einen Dungsack nähen, Lita. Wir müssen dringend Alternativen finden, denn wir haben immer noch kein Holz geschlagen und jeden Tag wird hier munter welches verfeuert.“ Danach gab er noch meine Bedenken weiter, es könnte mit dem Trocknen von Boskfladen schwierig werden, weil Jorts Fähre doch arg sumpfig ist und das Klima entsprechend feucht, also kein Vergleich mit der Tahari, wo es diese Probleme nicht gibt. „Naja, man müsste den Dung wohl in einer Hütte trocknen, eine andere Möglichkeit fällt mir nicht ein. Ich fürchte, das Holzschlagen wäre einfacher“, schlug Lita nachdenklich vor, begeisterte meinen Herrn aber nicht wirklich damit: „Lita, du wirst das testen… wenn es nicht klappt, stecke ich Dina für eine Nacht in den Dungsack!“


Na toll… ich setzte zwar eine möglichst neutrale Miene auf, funkelte Lita aber wütend an, zumal sie nun vermutete, dass der Test fehlschlagen wird. Eigentlich war das Trocknen von Dung ja ihr Projekt und ich wollte mich möglichst heraushalten. Doch bei der Aussicht in so einem Sack schlafen zu müssen, gab ich schließlich doch meinen Senf dazu: „Jeden Tag wird hier oder beim Haus meines Herrn ein Lagerfeuer entzündet und wenn alle Freien zu vorgerückter Ahn in die Felle gehen, ist immer noch reichlich Glut vorhanden. Man kann ein altes Rost aus dem Lager holen, es wie ein Grillrost über die glimmende Feuerstelle legen, mit den Fladen drauf zum Trocknen. Lita bleibt länger auf, wendet sie, wenn eine Seite getrocknet ist und sammelt sie schließlich ein, wenn die Dungfladen gut durch sind.“ Ob sie das hinbekommen wird oder schläft sie dabei ein? ;-)

Montag, 14. Januar 2019

Reisezeit

Es scheint für Kajirae weiter Reisezeit zu sein. Diesmal tauchte eine blonde Reika auf. Das Mädchen sank grüßend in der Nähe der neuen Feuerstelle auf die Knie, wurde aber vom Sattler näher heran gerufen, damit sich niemand den Hals verrenken musste, um die Sklavin genauer in Augenschein zu nehmen. Mein Herr musterte sie kurz, widmete sich dann aber weiter dem Durchwuscheln von Litas und meinen Haaren, während der Brauer sie als hübsch gewachsen bezeichnete, sich aber fragte, wem sie wohl weggelaufen ist und der Sattler wollte wissen, wo sie herkommt. „Ich bin niemandem weggelaufen. Mein Herr hat mich hier in der Nähe abgesetzt, weil er in einen Krieg musste und befahl mir, mich nach Lydius durchzuschlagen.“

Tja, auch knapp daneben wäre schon vorbei gewesen. Da war jemand anscheinend ziemlich blond und hatte sich ordentlich verlaufen, sich vielleicht in der Richtung vertan und war anstatt im Norden, an der Mündung des Laurius, in Jorts Fähre am Vosk gelandet, also deutlich weiter südlich. Die Männer erklärten der Blonden wo sie sich befand und dass es Lydius nicht mehr gibt. Vom Herrn alleine gelassen zu werden, klang für den Sattler eher nach einer Lüge, doch die Sklavin beteuerte: „Herr, es ist keine Lüge, denn lügen darf ich nicht! Wir haben früher in Lydius gelebt und mein Herr will dort wieder ansässig werden. Er sagte, wenn die Kämpfe beendet sind, kommt er hierher.“ Dieser Herr, ein Krieger namens Olaf, ehemals dem Heimstein von Lydius angehörig, wird wohl ein Problem haben, wenn er seine Kajira nach diesem Krieg tatsächlich suchen sollte.


Er hätte sie irgendwo in Obhut geben sollen und nicht einfach aussetzen. Nach Ablauf der Wartehand wird sie nämlich Eigentum von Jorts Fähre, da sonst niemand Interesse an ihr zeigt und es immer Arbeiten für eine Stadtsklavin gibt. Lustig finde ich jedes Mal wieder die Besorgnis des Brauers, wir könnten eine Reisekajira verschrecken, wenn wir nicht nett zu ihr sind, obwohl mein Herr behauptet, wer sich verschrecken lässt, überlebt auf Gor nicht. Ansonsten hält sich der Brauer nämlich am liebsten aus allem heraus und lehnt weiterhin eine eigene Kajira ab. Er kümmert sich nicht mal um Mädchen, die er selbst einkassiert hat, sondern versucht sie an meinen Herrn abzuwimmeln bzw. an mich, wenn mein Herr Wache hat. Vom Sattler erhofft der Brauer sich jetzt anscheinend eine Nebentätigkeit als Sklavenhändler. Wie gut, dass ich als Kajira zu diesen Dingen meinen Mund zu halten habe!

Die Neue erhielt vorerst den Namen „Reika“, der sich für REIseKAjirae ja bereits bewährt hat und vor kurzem wieder freigeworden war. Es bleibt abzuwarten, ob sie die Chance nutzen wird sich in Jorts Fähre nützlich zu machen. Ich bin dieser Sorte Mädchen eigentlich eher skeptisch gegenüber eingestellt und fragte mich auch bei der Blonden, ob sie nicht bald schon das Weite sucht oder ob sie bleiben wird und sich einen anderen Namen verdient… sonst hätte ich mir den Rundgang mit ihr durch Jorts Fähre nämlich sparen können. Aber egal, vielleicht täusche ich mich auch und diese Reisekajira ist keine weitere der zahlreichen 99er, die sich nicht mal als Sleenfutter eignen. Mitzuzählen habe ich übrigens schon lange aufgegeben, denn es dauert einfach zu lange, bis nach 99 Nieten eine mal etwas taugt.


Keine Reika, trotzdem aber eine Kajira auf Reisen war das Mädchen, das sich an der Schmiede herumdrückte, als ich mich vor kurzem beim Brauer einschmeichelte. Dem Herrn fehlte zwar jegliche Erinnerung an sie, doch ich war mir total sicher, dass es sich um die dunkelhäutige Sklavin des Schmieds handelte, der sich seit inzwischen etlichen Märkten auf seinem Landsitz aufhält und so war es. Knien war offensichtlich nicht ihr Ding und sie sprach immer noch nicht richtig Goreanisch, sondern kauderwelschte wie früher in einem merkwürdigen Dialekt. Der Brauer runzelte jedenfalls genau wie ich verständnislos seine Stirn bei Sawu, Askrari, Yebo, Ushindi, Ufundi und weiteren Ausdrücken, die ich mir allerdings nicht gemerkt habe.

Es stellte sich heraus, dass sie mit Ufundi wohl ihren Herrn bezeichnete, den Schmied... so ganz klar wurde es allerdings nicht. Offensichtlich war es ihr auf dem Landsitz zu langweilig geworden, dem Schmied geht es dort aber anscheinend sehr gut und sie nahm Grüße an ihn entgegen, als sie sich auf den Heimweg machte, denn eine Übernachtung in Jorts Fähre lehnte sie ab.

Sonntag, 13. Januar 2019

Wenn die Zeit reif ist

„Ich vermute, ich werde in nächster Zeit eine Menge Münzen für Kleidung sparen“, erzählte mein Herr, sodass der Sattler mit einem Blick auf mich erstaunt ausrief: „Wie bitte? Welche Kleidung? Dina hat doch schon wieder nichts ant! Bist du pleite, Hauptmann?“ „Hehe, das ist eine Strafmaßnahme!“ brummte mein Herr und der Jungkrieger lachte: „Unser Hauptmann pleite? Da lachen doch die Vulos.“ Der Sattler verstand immer noch nicht: „Also einerseits lässt du deine Sklavinnen mit Sandalen herumrennen, damit alle sehen, dass du dir das leisten kannst und nun aber ohne Kleidung. Was hat Dina denn gemacht?“

„Sie hat den Brauer verärgert und das auch noch mit etwas total Banalem, das hat mir nicht gefallen. Hin und wieder hat sie ihr Mundwerk nicht unter Kontrolle, obwohl ich eigentlich dachte, die Seife hätte das geregelt. Der Brauer ist seit Torcodino mein Freund und ich habe im Krieg schon die letzte Urt mit ihm geteilt. Strafe muss sein und sie wird es wieder einrenken, nicht wahr, Dina?“ „Ja mein Herr. Ich werde mein Bestes geben, wenn die Zeit dafür reif ist“, gab ich kleinlaut zu, bevor ich mich erneut in Schweigen hüllte. Ich hatte mir nach dem Wutausbruch des Brauers doch ganz fest vorgenommen, nur dann etwas zu sagen, wenn ich angesprochen wurde… höflich, aber nur direkt zur Sache und nicht mehr.


„Eine Hand lang ein Knebel sollte wirken“, äußerte sich nun erstmals der von mir Verärgerte, doch mein Herr erwiderte grinsend: „Nee, ich denke, ich bleibe bei Seife… Dina liebt die mit Blumengeruch sehr bei Mundspülungen, die schäumt nämlich ganz besonders gut, nicht wahr Dina?“ „Ja mein Herr… das durfte ich schon meisterhaft zelebriert erleben und vor allem schmecken.“ Während der Jungkrieger sich zufrieden über das ständige dazwischen Plappern einer Kajira äußerte und mein Herr betonte, wenn man Sklaven erlaubt zu sprechen, müssen sie vorher ihren Kopf einschalten, war ich ganz froh mich mit dem Nachlegen von Holz zu beschäftigen, um das Feuer in Gang zu halten.

„Ich versuche auch meistens vor dem Reden zu denken, was aber nicht immer klappt… mir sind schon dumme Dinge herausgerutscht. Aber ich habe ein Gladius“, gab mein Herr zu. Grinsend bestätigte der Sattler: „Du hast sozusagen einen Meinungsverstärker an deiner Seite.“ „Genau, manchmal ist es auch ein Meinungsänderer… mit einem Schwert im Bauch kann man besonders schnell die Meinung ändern. Für Sklaven gibt es andere Möglichkeiten, die meistens auch sehr effektiv sind.“ Damit war das Thema beendet und nach ein paar Überlegungen zum Klauen einer Sklavin, was für meinen Herrn jedoch nicht in Frage kam, weil er kein Interesse an einer dritten Kajira hat, löste sich die Runde am neuen Feuerplatz  zu vorgerückter Ahn schließlich auf.


Einige Tage später lief ich alleine zur neuen Feuerstelle neben der Brauerei, um dort nach dem Rechten zu sehen und falls es erforderlich sein sollte, mich um Brennholz zu kümmern. Mein Herr war mit wichtigen Kastenangelegenheiten beschäftigt und auch von den anderen Bewohnern niemand zu sehen. Ich wollte gerade zurück, als der Brauer auftauchte und sich auf einem der Baumstümpfe niederließ, sodass ich mich höflich erkundigte, ob ich ihm ein Ale bringen darf. „Ein Ale, ja warum nicht… hol es mir von der Brauerei, Dina“, entschied er und in mir keimte leichte Hoffnung, ob seine Wut auf mich inzwischen vielleicht verraucht war? Beim Füllen des Bechers legte ich ein besonderes Augenmerk darauf, dass eine besonders schöne Schamkrone entstand und lief schließlich zurück zur Feuerstelle.

Da man bei dem Brauer mit weiblichen Reizen und rotseidenem Getue oder einem hingebungsvollen Serve nichts wird, erhoffte ich mir, vielleicht mit dem Schaumberg auf seinem geliebten Ale bei ihm für eine mir wohlgesonnene Stimmung zu sorgen. So ganz sicher war ich mir allerdings nicht, ob mir mein Vorhaben gelingen würde, doch nach einem ersten großen Schluck schien der sonst oft sehr wortkarge Herr Lust auf ein Gespräch mit mir zu haben. Wow… war jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen meinen Fehler wieder gerade zu biegen? Da man hinterher schlauer ist, versuchte ich es einfach und erkundigte mich zaghaft lächelnd bei dem Brauer, ob ihn vielleicht frisch gebackenes Brot mit Griebenschmalz zum Ale erfreuen würde.


„Hmm… Schmalz mit Zwiebeln und Larma? Ja, warum nicht, das könnte zum Ale passen. Aber nicht zu viel, Dina… ich muss auf mein Bäuchlein achten“, lautete die Antwort, nach der ich eilig davon flitzte, um das gerade erst abgekühlte, lecker duftende Sa Tarna Brot, Schneidebrett, Messer und das kleine Schmalzfass zu holen… vielleicht wollte der Herr ja doch mehr davon essen, als nur eine Scheibe, denn von einem Bauch war bei diesem Krieger nicht mal ansatzweise etwas zu sehen. „Hmm… lecker aussehen tut es ja… dann lass mal kosten“, wurde die bestrichene Brotscheibe kommentiert, dann herzhaft abgebissen und leise schmatzend gekaut. Vermutlich hielt ich vor Spannung die Luft an, während ich den Herrn mit Herzklopfen bis in die Haarspitzen beobachtete und auf sein Urteil wartete.


„Ja, schmeckt… schmeckt sogar sehr und passt wirklich gut zum Ale, Dina.“ Bei diesen Worten fiel mir echt ein Stein vom Kajiraherzen und die Umgebung wirkte plötzlich freundlicher, war vielleicht sogar einen Hauch bunter. Selbstverständlich bot ich umgehend an, noch eine weitere Brotscheibe zu bestreichen, doch der Brauer rieb sich den Bauch, leckte die Schmalzreste von seinen Fingern und lehnte ab: „Nein danke… es schmeckt sehr gut, aber sättigt doch sehr, Dina. Nimm du dir ruhig, bevor das Brot alt wird!” Mich bedankend musste jedoch auch ich passen, da ich zuhause schon gegessen hatte. Außerdem wird Brot bei meinem Herrn nie alt, da er immer großen Appetit hat und das Proviantpaket für die Wache nie zu klein sein darf. Wir unterhielten uns noch kurz über einen Jäger, der sich anscheinend in der Nachbarschaft niedergelassen hat, bis ich schließlich meinen ganzen Mut zusammennahm.

Ich entschuldigte mich erneut beim Brauer und beteuerte, wie leid es mir tut, ihn so verärgert zu haben, dass ich das wirklich nicht gewollt hatte und bat ihn, mir meinen Fehler bitte zu verzeihen. „Lassen wir es für dieses Mal gut sein, Dina“, winkte der offensichtlich nicht länger Verärgerte ab, drohte aber erneut: „Im Wiederholungsfall solltest du jedoch für einige Zeit mit einem Knebel rechnen!“ „Vielen Dank Herr!" strahlte ich und fügte noch hinzu: "Damit du weißt, wie ernst es mir mit meiner Entschuldigung ist und dass ich sie wirklich ehrlich meine, werde ich morgen deine Brauereikessel auf Hochglanz polieren und zwar sehr früh und total stumm, Herr, ganz großes Kajiraehrenwort… falls du mir das erlaubst?“

Puhhh, ich hatte es tatsächlich geschafft, denn nun kam lachend: „Nur zu!“ Total erleichtert lachte ich mit und konnte mich nun auch über die vielen bunten Blumen wieder freuen, die auf der Boskwiese blühten. Schließlich wurde ich aber noch einmal sehr ernst: „Aber eines möchte ich dir bitte noch sagen, Herr……...“ Danach legte ich eine Pause ein und wartete auf eine Zustimmung.

Offensichtlich gespannt darauf, was nun kommen würde, gab der jetzt sehr nachdenklich wirkende Herr lediglich jedoch nur ein theatralisch klingendes Seufzen von sich, sodass ich schließlich noch einmal tief Luft holte und dann ergänzte: „Jetzt kommt noch eine Warnung, eine sehr wichtige, Herr... wenn du morgen früh deine Haustür öffnest und das Zentralgestirn steht schon hoch am Himmel, weil du lange ausgeschlafen hast, dann musst du bitte aufpassen und unbedingt superschnell deine Augen zukneifen. Das ist eine unbedingt nicht zu vernachlässigende Schutzmaßnahme, um vom Hochglanz deines Kessels nicht geblendet zu werden!“ Der Brauer brach in Lachen aus und beschloss: „Gut, ich werde morgen rückwärts aus meinem Haus gehen, Dina!“ :-))

Samstag, 12. Januar 2019

Weit ab vom Schuss…

…für den Fall der Fälle.

Da mein Herr es mir überlassen hatte, wie lange ich brauche, bis die Wut des Brauers auf mich wieder aus dem Keller heraus und somit vollkommen offen ist, wann ich mir vielleicht wieder etwas anziehen darf, erkundigte ich mich ob er wünscht, dass ich ihm mitteile, falls ich meine Füße nicht mehr spüren sollte. Ich hoffe ja inständig, die Priesterkönige mögen es verhindern, trotzdem muss man um diese Jahreszeit immer mit einem Kälteeinbruch oder sogar Schnee rechnen und irgendwelche Erfrierungen an den Füßen sind mit Sicherheit sehr fies. „Hmm… hmm…“, brummte er nachdenklich und entschied: „Ja Dina, das wäre ein wichtiger Hinweis, denn ich mag keine Kajira mit 9 oder weniger Zehen und eine Sklavin ohne Füße wäre noch schlimmer.“ 

„Ohne Füße müsstest du mich entsorgen mein Herr… aber deinem Freund würde es vermutlich gefallen, mich nicht mehr zu sehen.“ „Nein, du wirst nicht entsorgt, du bist doch meine Dina… ich habe dich seinerzeit nicht vor den Stromschnellen gerettet, um dich nun an den Schnee zu verlieren! Sieh zu, dass du deinen Charme spielen lässt und dich beim Brauer einschleimst!“ Bei seinen Worten winkte er mich näher, um mir dann sehr sanft über den Kopf zu wuscheln. Ich glaube, in diesem Moment huschte ein erstes, noch zaghaftes Lächeln der Erleichterung auf mein Gesicht, denn die durch meine Haare streichenden Finger meines Herrn fühlten sich besonders schön an, während er leise brummte: „Gut, dass du nicht verlernt hast dich anzuschmiegen, Dina.“


Litas im Ofen gebackener Sul-Käseauflauf aus dünn geschnittenen Suls mit einer ordentlichen Portion klein gewürfeltem Fleisch und fein geriebenem Käse, kam bei meinem Herrn übrigens gut an. Da der Auflauf nicht gerade winzig war, bekamen Lita und ich ebenfalls davon ab, denn nach seinem Nachschlag befürchtete er dick und fett zu werden, wenn er noch mehr isst. Der Auflauf war wirklich sehr lecker, auch wenn mein Herr hinterher natürlich behauptete: „Naja, dieses Essen war für Lita ein erster Schritt in Richtung Kochen… aber es heißt doch, ein Auflauf macht keinen Krieger satt.“ Da Lita nichts davon mitbekommen hatte, forderte mein Herr mich auf zu erzählen, wie es mir gelungen war, den Brauer so fürchterlich zu verärgern und weil wir an diesem Abend alleine am Feuer saßen, erlaubte er uns offen darüber zu sprechen. Seine und Litas Worte dazu taten mir übrigens ganz gut und beruhigten meine angeknacksten Gefühle ein bisschen.

„Man sollte sich in Zukunft öfter in der Nähe der Brauerei treffen und dort etwas trinken… egal, ob ich dann weiter nach Hause torkeln muss“, beschloss mein Herr kurz vor dem Schlafengehen noch, sodass wir uns gleich am nächsten Tag auf die Suche nach einem geeigneten Platz machten. Die Feuerstelle vor der Schmiede lag eh ungünstig, da zu befürchten war, dass die Blätter des großen Baums dort unter der aufsteigenden Hitze leiden könnten, falls seine Äste nicht irgendwann sogar Feuer fangen. Ich war noch dabei den alten Feuerplatz abzubauen, als der Brauer eintraf. „Wir wollen hier eine zweite Feuerstelle für den Fall der Fälle einrichten“, informierte mein Herr ihn und ergänzte mit Blick auf mich grinsend noch: „Es ist gut, wenn man Sklaven arbeiten lassen kann.“ „Arbeiten ja, reden nicht“, erwiderte der offensichtlich immer noch beleidigte Rothaarige und bestätigte meinen Vorsatz, mich in Schweigen zu hüllen, obwohl mein Herr das als Unsinn bezeichnet hatte.


Sehr konsequent hielt ich mich also stumm aus allem heraus und mein Herr stimmte schließlich mit seinem Freund überein, nachdem dieser einen ihm geeignet erscheinenden Platz für das Lagerfeuer mit Blick aufs Wasser vorgeschlagen hatte. Die Steinumrandung um die Feuerstelle herum anzuordnen hatte ich relativ flott erledigt und als Sitze sollten erst einmal ein paar dicke Baumstümpfe dienen, die natürlich probegesessen werden mussten. „Nun ja… man sollte aufpassen, dass man keinen Splitter in den Hintern bekommt, sowas im Arsch mag niemand“, lautete das Urteil meines Herrn, sodass ich aus dem Lager noch ein paar Kissen holte, um zumindest auf einigen Stämmen die Splittergefahr für sensible Männerhintern zu beseitigen.

Nachdem ich schließlich ein paar Scheite aufgeschichtet hatte und mich durch gegeneinander Schlagen von Feuersteinen damit abmühte, das Flammen in Gang zu bekommen, traf der Sattler ein. Oha, das herangeschaffte Reisig war anscheinend doch nicht so trocken gewesen, wie ich hoffte… es begann nämlich fürchterlich zu qualmen, nachdem es von ein paar Feuersteinfunken entzündet worden war. „Das macht bestimmt zu viel Feinstaub“, kommentierte der Sattler mit gerunzelter Stirn die Rauchsäule, doch mein Herr winkte lachend ab: „Ach was… das ist doch normal, wenn man Feuer macht. Es heißt ja nicht umsonst, wo Rauch ist, da ist auch Feuer!“ So ganz beruhigt wirkte der Sattler noch nicht, als der Jungkrieger eintraf und neugierig fragte: „Was ist denn hier los?“ „Alles Brandstifter hier!“ behauptete er nämlich, während mein Herr den Krieger informierte, dass eine zweite Feuerstelle eingerichtet wird, diesmal mit Blick über den Vosk.


„Wenn wir hier sitzen, wird auch nicht mehr so viel an die Kalana-Bäume gepinkelt. Man sitzt hier vielleicht etwas ab vom Schuss, aber manchmal braucht man auch seine Ruhe und man kann angeln und trinken… das ist bestimmt eine tolle Kombination. Außerdem ist der Ausblick hier besser, als an meinem Haus und es stinkt nicht so nach Sleen“, ergänzte mein Herr noch und das erste Probesitzen begann, während der Jungkrieger äußerst Merkwürdiges von seiner letzten Reise erzählte. Ich bekam davon zum Glück nicht alles mit, da der Weg für die Getränkebeschaffung von dieser Feuerstelle weit ab vom Schuss logischerweise etwas länger ist. Doch das war selbstverständlich unwichtig. Außerdem hätte ich bei diesem Thema vermutlich eh nur mit halbem Ohr zugehört und mich aufs Schweigen konzentriert, um nicht erneut in Ungnade zu fallen. ;-)

Donnerstag, 10. Januar 2019

Wieder…

…ein Wort mit unerwarteten Konsequenzen, weil ich es leider im Zusammenhang mit dem Kauf von Ale nicht aus meinem Wortschatz gebannt hatte.

Mein Herr wartete eigentlich auf das von Lita angekündigte Essen und hatte in seiner Vorfreude den Brauer dazu eingeladen. Doch ließ nicht nur der angekündigte Auflauf auf sich warten, auch von der Köchin war weit und breit nichts zu sehen. Mit meinem Hinweis, das bisschen was man isst, kann man auch trinken, versaute ich leider nicht nur den Abend, sondern fiel fürchterlich in Ungnade. Mein Herr erwiderte auf meinen Spruch zwar noch, dies ginge nur mit Ale, mit Paga eher nicht, doch war mir inzwischen blöderweise das von ihm erst vor einigen Tagen gekaufte Fass Ale in den Sinn gekommen. Obwohl ich einen Notfallplan in Sachen Essen hatte, sprach ich meinen Gedanken zu diesem Fass dann leider aus: „Da du wieder ein Fass Ale gekauft hast, könntest du davon doch trinken, mein Herr.“

Dieser Satz entpuppte sich als schrecklicher Fehler und war sowieso ein dummer, überflüssiger Vorschlag, denn mir hätte eigentlich klar sein müssen, dass er daran wenig Interesse haben würde, weil mein Herr kein Ale mag. „Ja sicher, könnte ich das, wenn ich wollte, aber du weißt, ich trinke selten Ale, Dina“, lehnte er daher auch umgehend ab. Bis zum nun folgenden Ausbruch des Brauers ahnte ich wirklich nicht, was meine Worte „…wieder ein Fass Ale gekauft“ auslösen würden. Die Augen des Brauers verengten sich nämlich zu Schlitzen und seine Laune rutschte wohl schlagartig in den Keller. „Was heißt das? Wieder?“ fauchte er mich an. Obwohl ich meinem Herrn doch eigentlich nur vorgeschlagen hatte von seinem Ale zu trinken, erwähnte ich doofe Nuss jetzt den Kauf dieses Getränks.

„Wieder heißt, dass du meinem Herrn entgegen der Vereinbarung vor kurzem Münzen für ein weiteres Fass Ale abgenommen hast, Herr“, formulierte ich ziemlich unbedacht, was prompt natürlich als Kritik ausgelegt wurde, die einer Kajira selbstverständlich nicht zusteht. Freundschaft und Abmachung hin oder her… für den Brauer war es in Ordnung, dass er sein Lieblingsgetränk auf Kosten meines Herrn bekommt und für meinen immer sehr großzügigen Herrn ja irgendwie auch. „Ja, ein Fass, das er bestellt hat, Dina… was er bestellt, bekommt er. Weißte was, bring mein Fass wieder zu mir zurück, welches hier für mich steht. Ich werde es an meinem Feuer trinken“, blaffte er mich zornig an und ergänzte an meinen Herrn gewandt noch: „Hauptmann, deine Kleine regt mich auf!!“ Zack! Ich kassierte eine Kopfnuss von meinem nun ebenfalls wütenden Herrn, bestätigte den Befehl des Brauers schnell und flitzte ins Haus.

„Wir werden ihr das nicht durchgehen lassen“, kündigte mein Herrn an, was die Laune des Brauers leider jedoch nicht besserte, als ich gerade das Ale-Fass flott an den beiden Männern vorbei kullerte: „Mir egal, ich lass mir das nicht bieten… du hast mich hier an deinem Feuer gesehen, Hauptmann.“ Der Rest entging mir. Kaum hatte ich das Fass bei der Brauerei abgeliefert, war übrigens wütendes Hauptmannsgebrüll zu hören: „DINA!!“ Entsprechend eilig hastete ich zurück zu meinem Herrn… vorbei an dem mir entgegen kommenden Brauer. „Was sollte das Dina? Warum beleidigst und verärgerst du meinen Freund?“ brummte er wütend und verpasste mir gleichzeitig mit Schwung eine Ohrfeige, bei der mein Kopf kurz davor war wegzufliegen.


Kleinlaut rieb ich meine heiß brennende Wange und beteuerte, dass es nicht meine Absicht gewesen war seinen Freund zu verärgern und mir durchaus bewusst ist, dass es mir auch wirklich nicht zusteht, mich in Angelegenheiten Freier einzumischen. „Es ist nicht sein Fehler, dass ich vergesslich war und ein Fass Ale gekauft habe. Dina, du krabbelst jetzt auf allen Vieren nackt zu ihm und entschuldigst dich unterwürfig… habe ich mich klar ausgedrückt?!“ Umgehend befolgte ich den Befehl und machte mich im Vierfüßlergang Richtung Brauerei davon. „Hau ab, ich will dich nicht sehen!“ wurde ich dort jedoch angeherrscht, sodass ich mich wie der Blitz hinter die Mauer am Brauereihof verdrückte, um aus dem Blickfeld des Herrn zu verschwinden und mich dann unsichtbar wenigstens doch noch zu entschuldigen.


Meine Bemühungen scheiterten kläglich: „Geh nach Hause… ist mir egal, ob es dir leidtut, dass du mich verärgert hast.“ Tja, mir blieb nur, stumm zu meinem Herrn zurück zu krabbeln und ihm mit tief gesenktem Kopf von meinem Fehlschlag zu berichten, worüber er natürlich nicht erfreut war. „Dina, du hast es ziemlich verbockt. Das gefällt mir nicht… ganz und gar nicht. Warum sagst du immer so Dinge?“ Zum Glück konnte ich wenigstens mit ihm über alles sprechen und beteuern, wie leid mir alles tut und dass ich mit meinen unbedachten Worten niemanden hatte verärgern wollen. Ein Gespräch mit dem Brauer war an diesem Abend jedenfalls nicht mehr möglich, obwohl er plötzlich angestapft kam, allerdings nur wortlos ein großes, gelbes Plakat an die Hauswand neben den Außenkäfig nagelte und nach einem knappen „schönen Abend noch“ dann wieder weg war.

Mit dem darauf befindlichen Text, den ich hier nicht groß erwähnen möchte, wollte er mir eins auswischen. Doch kann man eine Sklavin beleidigen, die ein Nichts ohne jegliche Rechte ist und mit der Willkür Freier leben muss? Nein, mit dem Plakat beleidigte er eindeutig meinen Herrn! Das schrie nach Konsequenzen. Welche es konkret jedoch sein würden, darüber wollte mein Herr erst am nächsten Tag entscheiden. Trotzdem sann er darüber nach, mit welchem Text man im Gegenzug die Brauerei schmücken könnte. Wie gut, mein Herr ließ sich schließlich doch noch davon überzeugen, auf welches Niveau er sich damit begeben würde… Krieger sind schließlich keine zankenden, kleinen Kinder, die sich gegenseitig ihr Lieblingsspielzeug wegnehmen und ein Hauptmann schon gar nicht!


Die Priesterkönige sahen es wohl genauso… entweder sie beeinflussten den Brauer, seine Maßnahme zu überdenken oder sie schickten in der Nacht Wind, denn am nächsten Tag war der beleidigende Anschlag fort. „Dina, du wirst die Sache mit dem Brauer wieder hinbiegen. Ich überlasse dir, wie du das machst, aber solange bleibst du nackt und Lita auch. Ich werde für den Fall der Fälle über nette Überraschungen nachdenken.“ Damit war für meinen Herrn das Thema erst einmal erledigt. Für mich stand inzwischen fest, ich werde sicher sehr lange unbekleidet sein, werde mich zukünftig hüten, mich in die Gespräche Freier einzumischen und werde nur noch auf Fragen antworten oder mich nach Aufforderung äußern… ohne Besserwisserei, auch wenn ich vielleicht etwas besser weiß und ohne irgendeine Kritik. Mal abwarten, ob ich das durchhalte? ;-)

Montag, 7. Januar 2019

Fasslager beim Hauptmann…

…wegen Backzutaten unterwegs und vielleicht ein Ende der allgemeinen Reisezeit in Sicht?

Ich glaubte zu träumen, als ich draußen am Lagerfeuer ankam. Lita überreichte dem Brauer nämlich gerade Münzen: „Bitte Herr… hiermit ordert mein Herr zwei Fässer Paga und damit in seinem Haus stets etwas für dich vorrätig ist, außerdem ein Fass Ale.“ Mist, hatte sie an den leeren Fässern gerüttelt, die zurück zur Brauerei sollten und damit eine vorzeitige Bestellung verursacht? Wir hatten nämlich noch ein ganz und ein fast volles Fass Paga und von seinem im Haus meines Herrn lagernden Ale hatte der Brauer auch noch nicht getrunken. Tja, anscheinend war meinem Herrn leider die Vereinbarung entfallen, nach der ich vom und für den Brauer unentgeltlich vor wenigen Tagen ein neues Fass Ale geholt und zuhause deponiert hatte.

Mein Herr mag ja kein Ale und das Fass ist weiterhin Eigentum des Brauers. Es stellt die Versorgung mit seinem Lieblingsgetränk am Lagerfeuer sicher… ohne langes Warten wegen Weg zur Taverne. Nun sind es also zwei und eines davon wurde bezahlt. Leider sackte der Brauer die Münzen sofort ein und machte auch keine Anstalten, sie nach Klarstellung des Irrtums wieder herauszurücken, sondern schwieg dazu stur. Mein Herr ist jetzt also Besitzer eines sehr gut gefüllten Getränkelagers. „Egal… Dina, ihr rollt morgen die leeren Fässer zur Brauerei und holt die neuen. Paga verdirbt ja nicht, außer er bekommt Schaum. Ein paar Fässer vor dem Haus sehen nicht verkehrt aus und erwecken den Eindruck, hier wohnt ein reicher Krieger. Lita kann sie beim Sleen parken, damit er sie bewacht und sie nicht geklaut werden“, beendete mein Herr das Thema.

Am nächsten Tag ging es auf Beschaffungsreise nach Sagheerah, denn die neue Sattlerkajira hatte eine Liste mit benötigten Backzutaten erstellt. Ich war damit beschäftigt gewesen, alle für die Reise benötigten Sachen zum Hafen zu schaffen und hatte auch an ein Fass Paga gedacht, falls die Bewohner in Sagheerah daran interessiert sein sollten. „Sehr gut, Dina… das Fass wird für den Tausch gegen Backzutaten genügen“, äußerte mein Herr sich zufrieden. Offensichtlich muss ich den Brauereibesitzer bei unserem ersten Sagheerahbesuch vollkommen falsch verstanden haben… hatte er dort nicht betont, er tausche keine Getränkefässer gegen Waren, sondern verkaufe nur gegen bare Münze und mein Herr müsse sich um den Tauschhandel kümmern und verhandeln???

Leicht pikiert erkundigte er sich nämlich: „Soso… du treibst Handel mit meinem Paga, Hauptmann? Was bringt denn so ein Fass? Ich denke, ich werde über eine Preisanpassung grübeln müssen.“ Mein Herr erklärte, dass es um die Backzutaten ging, auch für die vom Brauer so geliebten Brezeln und ich ergänzte, dass dem Herrn Tauschhandel doch nicht zusagt. Args, warum hatte ich doofes Ding mich nicht herausgehalten? Offensichtlich verärgert wurde ich nun angeblubbert: „Dina was unterstellst du einem Freien eigentlich… wie kommt‘s? Und was hat es dich zu kümmern?!“ Selbstverständlich entschuldigte ich mich sofort, obwohl ich mir sehr sicher war, dass ich mich richtig erinnerte. Doch das änderte anscheinend nicht wirklich die Laune des Herrn.

Vermutlich immer noch sauer, hüllte sich der Brauer nach unserer Ankunft in Sagheerah weiterhin mehr oder weniger in Schweigen und blieb stehen, setzte sich trotz einer wirklich freundlichen Einladung nicht mit an den üppig gedeckten Tisch. „Nun… seid nicht so bescheiden, greift zu und bedient euch. Ihr dürft dem Vulo auch gern ein Bein ausreißen oder euch vom Brot etwas abschneiden, schließlich hattet ihr einen weiten Weg.“ Zu trinken gab es wie befürchtet wieder nur Met. Aber ich hatte vorgesorgt und wartete am Fass einen günstigen Moment ab, um so zu tun, als würde ich für meinen Herrn einen Becher mit Met füllen. Stattdessen goss ich unbeobachtet jedoch Paga aus der mitgebrachten Botha hinein, was zum Glück niemandem auffiel.

Mit meiner besten kein-Wässerchen-trüben-Miene lief ich zurück und reichte meinem Herrn sein Getränk mit einem beschwörenden Blick: „Mein Herr… möge dir hier an diesem freundlichen Ort der Met heute ganz besonders gut munden und du denken, es sei jortsscher Paga.“ Er belohnte mich grinsend mit einem leichten Kopfpatscher: „Ja Dina, das wird er sicher!“ Danach senkte ich meinen Kopf lieber etwas, um mich nicht zuletzt doch noch zu verraten, während sich die Verhandlungen des Sattlers wegen der Backzutaten gut anließen. Die Einkaufsliste blieb schließlich bis zur nächsten Hand in Sagheerah, da die Bewohner einige Unklarheiten über Vorräte in Ruhe klären wollten, die sie abgeben können. Mit dem Kauf von Boskkühen sah es jedoch erneut sehr schlecht aus.

Es trafen nach und nach immer mehr Leute ein, die mehr oder weniger durcheinander schnatterten, darunter aus Schendi ein hochschwangeres Weib mit ihrem prüden Gefährten, auf den mein Herr nicht gerade gut zu sprechen ist. Außer einem nicht sonderlich begeistert klingenden Brummen schwieg er allerdings, denn er weiß sich als Gast selbstverständlich zu benehmen. Letztendlich waren die vielen kreuz und quer geführten Gespräche kaum mehr auseinanderzuhalten und da sich bei meinem Herrn im Nachhinein noch eine Art Reisekrankheit zeigte oder was auch immer das war, entschloss er sich beizeiten die Rückreise anzutreten… schade irgendwie, aber nicht zu ändern.

Zuhause war es zwar immer noch genauso sumpfig wie bei unserer Abreise, doch auch herrlich grün und immer noch ohne Schnee… den Priesterkönigen sei Dank. Nachdem Se’Var nun in die Übergangs-Hand überging, trudelten übrigens nicht nur die beiden Nordleute, sondern sogar der Jungkrieger wieder ein. Letzterer unterhielt sich am Lagerfeuer zwar ausschließlich mit seiner Kajira, doch erneuten Zoff gab es nicht… vielleicht ist inzwischen genug Wasser den Vosk herunter geflossen und der Ärger endlich begraben?