Mittwoch, 22. März 2017

Geschäft der Geschäfte...

...oder nur eine Pagaidee?

Die abschließende Prüfung auf der Schulung absolvierte mein Herr mit riesigem Erfolg. Trotzdem war ich mir unsicher über seine Laune, als ich ihn oben im Haus brummen hörte. Er hatte nach unserer Heimkehr nämlich eine Sitzung mit überreichlich Blablabla von Leuten über sich ergehen lassen müssen, die sich gerne selbst reden hören. Daher erschien es mir ratsam, mich mit dem Abwasch erst einmal nicht sonderlich zu beeilen. Etwas weniger präsent zu sein, ist manchmal nämlich nicht verkehrt und ganz besonders zu empfehlen, wenn mein Herr seiner Gefährtin gegenüber gerade behauptet, ich traue mich nicht nach oben, weil ich vermutlich irgendetwas angestellt habe… pahhh, das hatte ich selbstverständlich nicht! 

Erstaunlich schnell tauchte er dann jedoch auf leisen Kriegersohlen in der Küchenecke auf und patschte mir mit flacher Hand auf den Hintern, sodass ich mich erschrak, denn ich hatte ihn nicht kommen hören. Doch ansonsten war alles wie immer, nämlich gut und außerdem war inzwischen frische Luft angesagt. Es ging zum Hafen. Kaum hatte sich mein Herr dort allerdings auf einem der Sitzfässer vor der Taverne niedergelassen und mir klar gemacht, dass Selbstzahler Tag ist, es ihn also nach einem Paga gelüstete, teilte er mit: „Ich habe übrigens etwas bestellt… einen Minisleen, den man im Haus halten kann.“ Ich war entsetzt und glaubte mich verhört zu haben, denn warum, wozu und wofür sollte so ein Viech gut sein und dann auch noch im Haus!?!

Der Gnädigsten schien es ähnlich zu gehen. „Einen was? Tut der womöglich Lilly etwas an? Wie bist du denn auf diese Idee gekommen?“ erkundigte sie sich, besorgt um ihr Schoßgianni. Tja, es blieb unklar, ob faule Stubengiannis auf dem Speiseplan dieser Sleens stehen und zum Glück ebenfalls, ob es überhaupt mit dem Kauf eines solchen Viechs klappen wird. „Nun ja… ich habe in Torcodino so einen Minisleen gesehen und dachte, die Anschaffung ist eine gute Idee. Noch ist aber nicht sicher, ob wir überhaupt einen bekommen. Die sind nämlich selten und sehr teuer, haben eine lange Warteliste“, berichtete mein Herr weiter. Puhh, hierzu meine Klappe zu halten, war ein wirklich hartes Stück Arbeit für mich, denn mir schwante natürlich, wer sich um das Tier wird kümmern müssen.

Mit konzentrierter Musterung der Fugen zwischen den Planken vor meinen Knien und einem Stoßgebet an die Priesterkönige klappte es jedoch ohne weitere Kommentare mit meiner wohlerzogenen Seite. Ein wenig gegen den in mir keimenden Frust half auch die durch meine Haare kraulende Hand meines Herrn. Wobei ich mich diesem Genuss nur teilweise hingeben konnte, war ich doch viel zu sehr in Aufruhr, sollte er tatsächlich einen Minisleen anschaffen. Die Priesterkönige müssen mich offensichtlich jedoch erhört haben, denn die Gnädigste hatte eine eigene Meinung, sagte diesmal nicht wie sonst immer „deine Entscheidung mein Gefährte“, sondern bezog tatsächlich mal Stellung und das auch noch ganz in meinem Sinne. Grundsätzlich schon gegen einen solchen Kauf, lehnte sie ihn noch mehr ab, nachdem mein Herr mit seinem Plan dazu herausrückte.

Die Viecher kosten zwischen 3 und 4 Gold, also ein echtes Vermögen, werden aber wenn sie ausgewachsen sind, anscheinend für 5 Gold gehandelt. Die Überlegung meines Herrn war nun, er kauft für die Zucht ein Pärchen dieser Minisleens und wird durch den Verkauf des Nachwuchses steinreich. Er hatte jedoch nicht mit den stichhaltigen Argumenten seiner Gefährtin gerechnet: „Wer soll sich um all das kümmern? Du? Ich jedenfalls nicht… das mal gleich vorweg. Ich finde, das ist keine gute Idee, mein lieber Gefährte!“ Wow, ich war schwer beeindruckt von der Gnädigsten, die erstaunlich energisch widersprach… so hatte ich sie noch nie erlebt und mein Herr offensichtlich auch nicht. Er kam tatsächlich ins Grübeln: „Nein, ich kenn mich auch nicht aus mit der Minisleen-Zucht, sehe ich so aus? Hmm… hmm… Arya hat schon viel zu tun… ja, was machen wir denn da?“


In dieser Ehn gesellte sich der Lederarbeiter dazu. „Ahh, tal Sattler, gut das du da bist! Ich brauch mal deinen Rat… du bist doch welterfahren und so“, begrüßte mein Herr ihn, zog mich gleichzeitig wundervoll dicht zu sich heran und spannte den ahnungslosen Handwerker auf die Folter, indem er eine Weile um den heißen Brei herum redete. Kurz bevor der Zeitpunkt erreicht war, dass der interessierte Blick des Sattlers so wie bei der Gnädigsten in einen genervten überzugehen drohte, der übrigens zusätzlich noch von ihrem abgrundtiefen Seufzen begleitet wurde, rückte mein Herr schließlich in verschwörerischem Tonfall mit diesem Geschäft der Geschäfte heraus, mit dem angeblich so viel Geld zu verdienen ist. 

Prompt löcherte der Sattler ihn mit Fragen: „Was sind denn Minisleens? Sowas kenn ich nicht. Wozu sollte man die züchten? Was können die überhaupt und warum sollte die jemand für 10 Gold kaufen? Schmecken sie wenigstens? Also ich halte das für eine Pagaidee!“ „Die freien Frauen in Ar sollen total interessiert sein, weil diese Sleenart klein bleibt, stubenrein wird, im Haus gehalten werden kann, sich ankuschelt und Stöckchen holt… die sind quasi sowas wie Präsentiersklavinnen, nur in Minisleenform!“ versuchte mein Herr den Sattler von einer Investition in das Geschäft zu überzeugen, das in meinen Augen auf einer Beschäftigungstherapie basiert für unausgelastete freie Frauen, vor allem Gefährtinnen. Doch der Lederarbeiter blieb vollkommen desinteressiert bei seiner Ablehnung.

Ausnahmsweise schloss sich die inzwischen eingetroffene Schreiberin der Meinung des Sattlers und der Gnädigsten an, obwohl sie sonst ja grundsätzlich mit dem Herrn herum zickt und alles besser weiß. Naja, sie war anscheinend durstig und durch die Musterung meiner Kleidung abgelenkt. Bevor diese Obertrockenpflaume mir nämlich erlaubte, ihr ein Getränk zu servieren, war es selbstverständlich wichtig zu prüfen, ob sie dabei nicht in Gefahr geriet, wegen zu viel sichtbarer Haut Schnappatmung zu bekommen. Außerdem verlangte sie nach Essen in Form herzhafter Pasteten. 

Pech nur für ihren Hunger, als wohlerzogene Kajira, die stets um das Beste für Freie bemüht ist, fühlte ich mich verpflichtet, ihr vom Verzehr abzuraten, da mir die Frische sämtlicher Lebensmittel in der Taverne äußerst suspekt war. „Hauptmann? Ist es für dich in Ordnung, wenn Arya vorkostet?“ erkundigte sich Blaue nach meinem Hinweis bei meinem Herrn, der allerdings nicht einverstanden war, sondern vorschlug, ich könne Fenris an den Pasteten schnuppern lassen. 

Hach, mir wurde vor Dankbarkeit für seinen Schutz ganz warm ums Herz, während sich die Gesichtsfarbe der Blauen grünlich verfärbte. Der Gedanke an alles, was dieser Sleen frisst, egal ob vergammelt oder nicht und besonders sein ekeliges Gesabber dabei, ließ den Hunger der Schreiberin anscheinend schlagartig verpuffen: „Mir ist gerade der Appetit vergangen… dann nur Kalana für mich, Arya.“ Nicht verpuffte jedoch meine Sorge um das Wohlergehen dieser ungesund verfärbten Frau.

Tja, mein Vorhaben klappte zwar bestens, denn die Gesichtsfarbe der Blauen wurde tatsächlich wieder rosiger, leider kam mein Tun bei dem Weib aber gar nicht gut an. Um ihren Kreislauf auf Touren zu bringen, hatte ich in der Taverne den Stoff meiner Kleidung so zurück geschoben, dass noch ein bisschen mehr nackte Haut zu sehen war, bevor ich nach draußen lief und der Freien ihr Mixgetränk servierte. Von grünlicher Blässe war nun auch umgehend nichts mehr zu sehen, als sie mir tief durchatmend den Kelch abnahm: "Danke Kajira, aber du musst dich nicht halb ausziehen, um einer Dame zu servieren." Leider brachte meine Erklärung rein gar nichts, dass ich dies doch nur in bester Absicht zur Kreislaufförderung getan hatte.

Im Gegenteil, meine Bemühungen führten zu undefinierbarem Schnauben, bevor sie meinen Herrn wütend anknurrte: "Hauptmann, du solltest dein Ding an die kurze Leine nehmen. Sie hat ihre Brüste fast freigelegt, um meine Gesichtsfarbe aufzufrischen!" Der Sattler bestätigte übrigens grinsend, wie gut mein Vorhaben tatsächlich gelungen war und dass die Schreiberin nun wieder viel schöner aussah. Doch das ignorierte die Blaue und mein Herr brummte unheilvoll: „Ich werde mich darum kümmern, Schreiberin“. Ich musste eine unbequeme Nacht an einem der Sklavenringe unten im Haus mit kaum Schlaf verbringen und hatte entsprechend viel Zeit zum Nachdenken.

Komischerweise schlief ich über meinen Gedanken an flotte Verdauung dann aber doch ein und träumte Lustiges, nachdem ich mir überlegt hatte, ob ich mir in Zukunft um das leibliche Wohl dieser Frau vielleicht ein paar Gedanken weniger machen sollte? ;-)

Freitag, 17. März 2017

Stehende Rolle

Oh Mist… die letzte Nacht gefesselt im Stehen verbringen zu müssen, war mehr als unbequem gewesen. Ich hatte kaum geschlafen und meine Arme fühlten sich an, als ob sie nicht mehr wirklich zu mir gehörten. Die 3 Monde waren längst untergegangen und das Zentralgestirn schien warm durchs Fenster, als oben im Haus endlich die Stimme meines Herrn zu hören war und die seiner Gefährtin, die sich darüber wunderte, wo ich steckte. Während ich vergeblich versuchte, meine schmerzende Haltung trotz der Ketten irgendwie zu verändern, lauschte ich seinen Worten und konnte mir ein geknebeltes Grinsen nicht verkneifen, als er die Gnädigste informierte: „Arya ist unten… sie hat dort eine stehende Rolle und kann nicht zu uns kommen.“


„Ich war unzufrieden mit ihr und verdeutliche ihr meinen Standpunkt, indem ich sie etwas herumstehen lasse. Das hilft sicher. Willst du sie dir mal ansehen?“ kam als nächstes. Dann war von oben kurz nichts und schließlich Schritte auf der Treppe zu hören. „Guck, hier steht sie und genießt die Aussicht“, machte mein Herr sich über mich und meine missliche Lage lustig, in der mir nichts anderes übrig blieb, als stumm gegen die Wand zu starren… pfft, von wegen tolle Aussicht. Ok, in diesem Fall hatte die Wand den Vorteil, die beiden sahen weder, dass ich genervt meine Augen verdrehte, als mein Herr mich verhöhnte und auch nicht die Tränen der Verzweiflung, die dabei in mir aufstiegen. 

Leider war das noch nicht alles. Als nächstes verspürte mein Herr offensichtlich Lust, mir in den Hintern zu kneifen. Damit hatte ich nicht gerechnet, zuckte erschrocken zusammen und brachte den sowieso schon heftigen Schmerz in meinen Armen zusätzlich zum Explodieren. In der nächsten Ehn streichelte jedoch seine Hand sanft über meinen Allerwertesten und er fragte seine Gefährtin: „Meinst du, ich sollte sie los machen?“ Unsicher, ob es nicht gleich wieder unangenehm wurde, kniff ich ängstlich meine Pobacken zusammen und mochte nicht glauben, was ich da gerade Schönes spürte. Der Gnädigsten war ich offensichtlich jedoch egal und ihre knappe Äußerung „deine Entscheidung…“, machte klar, dass sie wie immer keine eigene Meinung hatte.

„Doch, es erscheint mir sinnvoll, denn sonst hat sie die stehende Rolle noch den ganzen Tag und das wäre sinnlos.“ Mit diesen Worten löste mein Herr meine Fesseln und stützte mich, weil ich nach so vielen Ahn, in denen meine Haltung von den Ketten bestimmt worden war, beim Senken meiner Arme vor Schmerz leise stöhnend fast zusammensackte und ein paar Tränen endgültig nicht mehr zurückhalten konnte. Er nahm mir auch den Knebel ab und strich leicht über meinen Kopf, bevor er mir nach einem Moment ausruhen erlaubte, etwas zu trinken. Ein wenig steif, aber unendlich dankbar wankte ich zur Tür, um zum Brunnen zu laufen. Dort trank ich nicht nur ein paar Schlucke, sondern hielt auch meinen Kopf unter Wasser und beseitigte die angetrockneten Spuren des letzten Abends.

Bei meiner Rückkehr grinste mein Herr mich an, teilte dann aber seiner Gefährtin mit, dass er ein Stück Kuchen für uns übrig gelassen hatte. „Teile es für dich und mich auf, Arya“, ließ ich mir von der Gnädigsten selbstverständlich nicht zweimal sagen und flitzte zur Anrichte, servierte ihr aber natürlich die größere Hälfte und machte mich anschließend über den kleineren Rest her. Da mir im Gegensatz zum Weib meines Herrn die Herkunft des Kuchens ja bekannt war… sie hatte davon nämlich nichts mitbekommen und dachte doch tatsächlich, der wäre noch vom bäuerlichen Gefährtenbüffet… hörte ich seinen Erklärungen über dieses vom Sattler aus Kafal mitgebrachte Geschenk nicht weiter zu, sondern widmete mich ganz dem genüsslichen Verspeisen der Köstlichkeit.


Danach erinnerte mein Herr daran, dass er am nächsten Tag zu dieser Schulung der roten Kaste in einer anderen Stadt aufbrechen musste. Mir wurde vor Freude ganz warm ums Herz, als er nun laut nachdachte, mich vielleicht mitzunehmen, denn darüber hatte er bislang noch nichts verlauten lassen. Es kam sogar noch besser… seine Gefährtin fand die Idee gut, wenn ich meinen Herrn begleite, damit ich ihn wärmen und so kann und es ihm an nichts fehlt, weil die Qualität der Sklaven vor Ort wohl eher unklar war. Juhuu, nach kurzem Zögern entschied mein Herr: „Gut, dann nehme ich Arya mit auf die Reise.“ Ich konnte mein Glück kaum fassen, zumal er einen Tarn nehmen wollte und ich seit einer gefühlten Ewigkeit endlich mal wieder auf einem dieser imposanten Raubvögel mitfliegen durfte.

Während mein Herr seiner Gefährtin nun deutlich machte, dass er sie als zuständig ansieht bei der nächsten Gefährtenschaftszeremonie, damit sie in Übung kommt, keimten in mir schöne Erinnerungen über Tarnflüge, auf denen mich mein verschollener Herr mitgenommen hatte. Doch darüber blieb ich stumm und beteiligte mich natürlich trotzdem am Gespräch, das sich schließlich dem Opfern zuwandte und dem mit Stil, Feuer und gewaltigem Rums sehr imposant geopferten Pagafass für einen milden Winter. Da diese Aktion wirklich gut geklappt hatte und bei den Priesterkönigen offensichtlich auf Wohlwollen gestoßen war, steht für meinen Herrn somit fest, dass diese Art Opfer wiederholt wird.

Die Zweisamkeit mit ihm und vor allem seinen fest um mich gelegten Kriegerarm genoss ich wie immer sehr, nachdem die Gnädigste den Kampf gegen Müdigkeit und Unaufmerksamkeit schließlich aufgab und sich zurückzog. Toll fand ich, dass mein Herr mich an seinen Überlegungen über die geplante Reise mit dem Tarn teilhaben ließ und ich ihn überreden konnte, mich nicht die Nacht im Tarnturm verbringen zu lassen… frühe Abreise hin oder her, es ist dort wirklich nicht ungefährlich. Er ließ sich zwar nicht davon abbringen, dass ich am Sattel festgebunden werde, erlaubte mir jedoch, als erprobte Mobilheizung hinter ihm zu sitzen, damit ich seinen Rücken schön wärmen kann.

Ganz besonders legte ich mich ins Zeug, um vielleicht nicht die unangenehme Sklavenhaube tragen zu müssen. Doch meinen Herrn interessierten meine guten Argumente nicht und er kündigte sogar an, mich zusätzlich vielleicht noch zu knebeln, wenn ich weiter versuche, seine Entscheidungen zu beeinflussen. Ich war enttäuscht, hatte doch nur beraten und nützlich oder sogar optimiert nützlich sein wollen. „Arya, dein Wärmen ist ausreichend optimiert oder soll ich dich erinnern, wer das Sagen hat… ich mag es, dich zu erinnern und bin mir sicher, dir gefällt es auch.“ Oh ja, manche Erinnerungen meines Herrn mag ich sehr, aber da die Erinnerung an meine stehende Rolle noch sehr präsent war, gab ich nun doch lieber sofort klein bei, zumal meine Freude mitkommen zu dürfen natürlich riesig war. :-)))

Mittwoch, 15. März 2017

Unzufriedenheit

Ich mochte kaum glauben, was ich sah und sah in der nächsten Ihn tatsächlich nichts mehr. Mein Herr zog sich nämlich aus und wickelte mir sowohl seine lange, warme Hose, als auch sein langärmeliges Oberteil um den Kopf: „Ab jetzt ist Sommer befohlen, Arya! Na, gefalle ich dir so besser?“ Oh ja, und wie er mir gefiel, kaum dass ich das Klamottengewusel von meinem Kopf entfernt hatte! Selbstverständlich brauchte ich keine Aufforderung, um mich nackt wie ich war nun sofort eng an sein Bein zu schmiegen. Meine Wange sanft an der Haut seines Oberschenkels reibend gab ich genussvoll von mir, wie gut sich das gerade anfühlte. 

„Ja Arya, das finde ich auch!“ lachte mein Herr, wuschelte gutgelaunt meine Haare und ergänzte: „Um zu testen wie warm es ist, wirst du heute bis auf die Sandalen nackt bleiben.“ Wow… ich war begeistert, denn ich bin gerne nackt, gestand allerdings auch, wie sehr ich die schönen Sachen mag, die mein Herr mir geschenkt hat und wie dankbar ich ihm dafür bin, zumal leicht verpackt manchmal ja wirklich etwas hat. „Stimmt, eine Sklavin sollte froh sein, wenn sie etwas zum Anziehen bekommt. Wenn du das mal nicht bist, bring ich dir Dankbarkeit neu bei und zwar sehr eindringlich, Arya“, kündigte mein Herr grinsend an, während ich mir mit leicht ungutem Gefühl überlegte, ob ich nicht entgegen meiner Wissbegier auf das Kennenlernen seines „Dankbarkeit neu und eindringlich beibringen“ lieber verzichten würde.

Sein Befehl „zieh dich an Arya“, war logischerweise mit nur den Sandalen schnell ausgeführt. Er befestigte übrigens auch an diesem Tag wieder die Kette der Sklavenleine an meinem Kragen und seine Berührungen dabei an meinem Hals, ließen mich wieder erschauern, sodass ich für draußen schon ein wenig vorgeglüht war, sollte es dort womöglich kühl sein. Ich fror jedenfalls kein bisschen auf unserem Weg zum Hafen und weiter zum Marktplatz, wo wir den immer noch lange Hosen tragenden Brauereikrieger trafen. „Wir machen heute einen Temperaturtest. Wenn Arya zu kalt ist und ihre Nippel hart werden, dann ist es noch nicht warm genug, um sie nackt laufen zu lassen!“ klärte mein Herr den Brauer über meine Nacktheit auf, der prompt seinen Zeigefinger anfeuchtete, ihn in die Luft hielt und feststellte: „Zu kalt noch.“

Hmmm… ich fühlte mich zum Hinweis verpflichtet, dass sich meine Nippel auch zusammenziehen könnten, obwohl oder wenn mir gerade besonders warm wird und erntete ein „ soso“ meines Herrn, kombiniert mit einem Patscher auf meinen Hinterkopf, bevor er meine Brust packte, um an einer Brustwarze zu ziehen. Tja, unter den amüsierten Blicken des schmunzelnden Brauereikriegers trat natürlich genau das ein, was ich zuvor angedeutet hatte. „Hmmm, scheint tatsächlich noch zu kalt zu sein“, lautete das Urteil meines Herrn und der Brauer fühlte sich bestätigt… na toll. Selbstverständlich lag es mir gänzlich fern, den beiden Männern zu widersprechen, aber da ich immer ehrlich bin, gestand ich nun, dass mir nicht zu kalt war, sondern mir gerade sehr warm wurde. 

Puhhh… das Zwirbeln meines Nippels verstärkte sich noch. Da ich befürchtete, dass mein Herr mir nicht glaubte, war nun also Ablenkung angesagt. Zum Abkühlen des immer heißer in mir brennenden Feuers konzentrierte ich mich auf das Zählen einer virtuellen Herde Thalarions: „1 Thalarion... 2, 3, 4, 5 Thalarions...“ Vermutlich bewegte ich dabei meine Lippen, denn mein Herr erkundigte sich beim Brauer, ob der mein Murmeln versteht, was aber nicht der Fall war, sodass ich nun erklärte: „Ich versuche mich nur etwas abzulenken mein Herr, damit mir nicht zu heiß wird.“ „Arya, wenn dir warm ist, dann sparen wir Kleidung… das finde ich gut.“ Damit ließ er von mir ab und die beiden Männer verlagerten sich ins Gasthaus, um eine Runde Karten zu spielen.

Aus der Überlegung meines Herrn „Arya kann heute gut anschmiegen und mir Glück bringen“, wurde allerdings nichts. Es begann mit der Getränkebeschaffung und danach verlangte mein Herr „etwas Crossiges zu essen“. Die gebratenen Suls waren zwar knusprig gebräunt, ihm aber nicht crossig genug, ein Hauch Salz fehlte auch und außerdem hatte ich zu wenig Speck gebraten. Ich erklärte, dass nach knusprig angesengelt kommt und dass das ungesund ist, briet noch mehr Speck und flitzte mehrfach zwischen meinem Herrn und der Gasthausküche hin und her. Doch er blieb unzufrieden, gesund war nicht wichtig, sondern Hauptsache war lecker und schließlich kündigte er an: „Ich werde dir nachher Zufriedenheit beibringen, Arya.“ Vorher ging seine Beschäftigungstherapie allerdings weiter und an Anschmiegen war nicht zu denken, zumindest nicht an meinen Herrn.


Er nahm irgendwann nämlich aus seinem Geldbeutel eine Kupfermünze, drückte sie gegen die Tischkante und befahl: „Arya, Nase vorbeugen und die Münze damit festhalten… sie darf nicht herunterfallen!“ Danach wurde ich ignoriert, denn nun war das Essen wichtiger und das Kartenspiel. Dabei hatte mein Herr leider jedoch wie immer kein Glück und als der Brauer Runde um Runde gewann, rief er schließlich erbost: „Scheiße!“ „Nein Hauptmann, Kupfer!“ korrigierte sein Spielpartner trocken und stapelte weitere Kupfer vor sich auf. Zwischendurch gewann mein Herr kleinere Beträge und das Klimpern der Münzen erinnerte ihn vielleicht daran, was ich mit meiner Nase gegen die Tischplatte quetschte: „Ich wäre unzufrieden, wenn die Münze herunterfällt. Hoffentlich ist es ausreichend unbequem für dich, Arya!“

Na klar war Münzenquetschen unbequem und hatte so gar nichts von Anschmiegen, trotzdem näselte ich, dass ich mein Bestes gebe, denn ich wollte meinen Herrn natürlich zufriedenzustellen. Ich bekam zwar nicht richtig Luft durch die Nase, fand in meiner misslichen Situation aber Nasenatmung auch vollkommen überbewertet. Na toll, mein Herr sah das anscheinend anders. Er stopfte mir nach meiner Bemerkung nämlich ein Tuch in den Mund und leider führte sein Herumfummeln dazu, dass plötzlich leises Klirren zu hören war, weil die Kupfermünze auf den Bodenbrettern landete. Vor Schreck atmete ich für einige Ihn nun nicht mal mehr durch die Nase, doch mein Herr hob das Ding schmunzelnd einfach wieder auf und hielt die Münze erneut an die Tischkante: „Noch mal Arya.“ Zum Glück wiederholte sich mein Missgeschick nicht, bis mein Herr endlich einsah, dass er verloren hatte.


Der Brauer fand das natürlich nicht schlimm und bot auch Revanche an, doch die wurde vertagt, weil mein Herr befürchtete, sonst den Rest der Hand bei trocken Brot und Wasser verbringen zu müssen. „Arya hat mich abgelenkt, deshalb habe ich nicht gewonnen… sie war irgendwie nicht im Glückbringmodus“, bekam ich jetzt natürlich die Schuld, während das Tuch in meinem Mund mit einem zweiten fixiert wurde. So ganz unzufrieden wirkte mein Herr dann aber doch nicht. Draußen vor der Tür, wo sich die beiden Männer noch kurz über die Wacheinteilung unterhielten und dass mein Herr zu einer Schulung muss, zog er mich nämlich sehr dicht an sich heran, kraulte leicht durch meine Haare und schien es zu genießen, wie innig ich mich an ihn drückte.

Zuhause angekommen, zog er den hölzernen Sägebock zur Seite und drückte mich Richtung Wand: „So Arya, nun bring ich dir bei, was mit Mädchen passiert, mit denen ich unzufrieden bin!“ Er fesselte meine Handgelenke mit den von der Decke hängenden Ketten und schloss meine Knöchel an die Ringe im Boden, sodass ich ihm vollkommen hilflos ausgeliefert war und meine Schenkel spreizen musste. Uuiihhh, ich erhielt eine Lektion, die es wirklich in sich hatte… sie war tatsächlich ein sehr eindringliches Beibringen und Zeigen von Macht, sie ließ meinen unzufriedenen Herrn aber zunehmend zufriedener brummen und schließlich laut aufstöhnen, als sein Triumph über mich tief in mich hinein schoss.

Ok, ein bisschen Triumph lief dann allerdings an meinen Schenkeln wieder hinab, nachdem mein Herr mir auf den Hintern geklatscht hatte und mit den Worten nach oben stampfte: „Arya, wir sehen uns morgen früh, wenn ich dich wieder los mache!“ Mir stand eine einsame, sehr unbequeme Nacht bevor.

Dienstag, 14. März 2017

Ohne Grund

Der hauptmannsmäßig große Imbiss mit Leckereien vom Büffet der Gefährtenfeier hatte meinem Herrn nach seiner Nachtwache offensichtlich nicht nur super geschmeckt, sondern auch für wirklich gute Laune bei ihm gesorgt, obwohl er die Menge als „gerade so ausreichend“ bezeichnete. Natürlich interessierte ihn Genaueres über diese Feier zu erfahren und da er mich aufforderte offen zu sprechen, beschönigte ich natürlich nichts. Ich beschrieb ihm selbstverständlich auch, wie elegant die Wirtin in ihrer bombastischen weiß-rosa Robe ausgesehen hatte und wie sich der Landsitzkrieger mit kurzem, weißem Rock und Schärpe auf freiem Oberkörper herausgeputzt hatte. Mein Herr bedauerte jedenfalls, die beiden nicht gesehen zu haben.

Zur bäuerlich braunen Kleidung sämtlicher Hofbewohner, der Bauer ohne Helm und komplett ohne das Rot der Krieger, überlegte er jedoch nachdenklich: „Nun, vielleicht wird er doch noch Bauer und ist stolz darauf?“ Meine Beschreibungen veranlassten meinen Herrn letztendlich zu der Anweisung, dass ich mir etwas überziehen sollte, da er nun den richtigen Zeitpunkt für einen Spaziergang gekommen sah. Diesmal stand ihm übrigens der Sinn danach, mich an die Leine zu nehmen… einfach so. Das gefiel mir außerordentlich gut, weil so schön deutlich wurde, wessen Eigentum ich bin. Außerdem ging es mir wieder durch und durch, als mein Herr mit festem Griff besitzergreifend meinen Kragen packte, um dort die Kette einzuhängen und mit einem Schloss zu verriegeln.

Auch das Gespräch mit dem Brauereikrieger, den wir auf dem Marktplatz trafen, drehte sich natürlich zuerst um die Zeremonie am Vortag. Außerdem war meinem Herrn nicht bekannt, wie lange der zurzeit im Gasthaus wohnende Rarius den Landsitzkrieger schon kennt. Da der Brauer nun schmunzelnd den Verdacht äußerte, dieser Krieger ist vielleicht mehr ein Krieger in den Fellen, als auf dem Feld, kündigte mein Herr breit grinsend an: „Wir werden mit ihm trainieren… dann sehen wir, ob er auch fuchteln kann oder ob er das Rot nur trägt, weil es ihm gefällt.“ Danach legte er fest, dass Paga-Tag ist und ich hatte es logischerweise sehr eilig ins Gasthaus zu flitzen.

Bei meiner Rückkehr mit seinem Paga und dem Ale für den Brauereikrieger, erklärte Letzterer gerade Näheres über seinen Gefährtenfeier-Extrabrand-Paga zwinkernd: „Er ist weich und samtig… aber nicht zu stark, um in den Fellen nicht zu schnell müde zu machen.“ Mein Herr lachte, er wird vielleicht etwas finden, was er mit mir an diesem Abend noch unternimmt. Seine Begründung „…wegen der ermüdenden Wachen tut mir ein wenig Bewegung gut“, ließ natürlich sofort diverse Fantasien in mir entstehen, während ich mich leicht an sein Bein anschmiegte und seine wieder wundervoll sanft durch mein Haar kraulende Hand genoss. Doch eigentlich braucht mein Herr keinen Grund und kann jederzeit tun, wonach ihm ist. 

Es folgte die übliche Mitleidstour des Brauereikriegers über seine unergründliche Großzügigkeit in Sachen Freigetränke bei der Feier, bis sich das Gespräch schließlich Meeresfrüchten zuwandte. Mein Herr hat es ja nicht so mit Wasser und ist auch kein großer Anhänger von Fisch, doch bei unseren Schwärmereien von oberleckeren Krabbenschwänzen in Knoblauch, kam er ins Grübeln. Da er sowas noch nie gegessen hat, überlegte mein Herr nun, ob er diese Köstlichkeit nicht vielleicht doch mal probieren sollte und ich sah mich verpflichtet, ihn auf meine unübertroffene Bereitschaft im Probieren hinzuweisen, die ich doch erst vor kurzem bei den Backwaren in Kafal wirklich heldenhaft unter Beweis gestellt hatte.

Selbstverständlich bot ich umgehend an, mich auch bei diesen Krabben zu opfern, allerdings nicht nur zum Probieren, sondern auch weil es doch echt oberschade wäre sie weg zu tun, sollte mein Herr sie wegen ihres leicht fischigen Geschmacks vielleicht nicht mögen. Der Brauer bezeichnete mich breit grinsend als Schleckermaul, doch für mich zählte einzig der Kommentar meines Herrn: „Arya, ich weiß deine Opferbereitschaft sehr zu schätzen“ und an den Krieger gewandt: „…da siehst du mal, wie sich meine Kajira für mich aufopfert!“ Na klar… für meinen Herrn tue ich natürlich alles und manchmal auch noch ein bisschen mehr!


Schließlich musste sich der Brauer dem Umrühren seiner Kessel widmen. Ihm blieb nur, uns noch einen schönen Abend zu wünschen. „Danke, den werde ich bestimmt haben“, erwiderte mein Herr, ließ sich auf der Bank vor der Gasthausterrasse nieder und befahl mir, mich an ihn anzuschmiegen. Meine Hände mussten allerdings hinter meinem Rücken bleiben, sodass er sie vorsichtshalber fesselte. Die Kette nahm er sehr kurz und machte mir mit leichtem Zug an meinem Kragen deutlich, den ich als Druck im Nacken spürte, wem ich gehöre. Schade nur, dass er immer noch lange Hosen trug, obwohl der Landsitzkrieger mit seinen nackten Beinen und freiem Oberkörper doch gerade erst bewiesen hatte, wie angenehm milde die Temperaturen in Jorts Fähre inzwischen wieder sind.

Zu meiner Freude sah mein Herr ein, dass es wohl doch langsam Zeit für leichterte Kleidung wird. Meine Schwärmerei von dem schönen Gefühl, meinen nackten Bauch an sein unbekleidetes Bein zu schmiegen, wurde allerdings vom Sattler unterbrochen, als er neben meinem Herrn einen großen Korb auf der Bank abstellte und sich mit Blick auf die an meinem Kragen befestigte Kette erkundigte, ob ich weglaufen wollte. Unfassbar, das würde ich niemals tun! Mein Herr erzählte schmunzelnd, ihm war ganz ohne Grund, einfach nur so danach gewesen und dass er seinen Spaß mit mir hatte. „Ahhh ja, das kenn ich… hatte ich auch gerade…“, erwiderte der Sattler breit grinsend und berichtete dann, im Korb befinden sich Backwaren mit Grüßen der Bäckerin aus Kafal. 


„Oh, ich danke dir… ich freue mich sehr. Die Bäckerin kann uns gerne wieder mal besuchen! Bestell ihr meinen Dank und schöne Grüße, wenn du deinen Auftrag in ihrem Dorf ablieferst, Sattler.“ Inzwischen waren die Wirtin und ein Reisender aufgetaucht, der sich als Söldner vorstellte. Anstatt ein Haus zu mieten, hatte sich der Mann für 200 Nächte im Gasthaus einquartiert. Nach mehr als einem Zimmer war ihm anscheinend nicht, da er ständig mit irgendwelchen Aufträgen unterwegs ist. Mein Herr bot dem Fremden übrigens an, sollte er mit der Waffe umgehen können, wird sich in Jorts Fähre bestimmt Arbeit für ihn finden und schlug vor, wenn es mal ruhiger ist, mit ihm darüber zu sprechen.

Eigentlich hätte ich den Mann gerne noch etwas eingehender gemustert, ganz unauffällig natürlich, wurde von meinem Herrn daran jedoch gehindert. Er band nämlich ein Tuch über meine Augen… auch einfach nur so, weil ihm gerade danach war. Ohne seinen Wunsch zu hinterfragen, denn auch dafür gab es keinen Grund und außerdem muss eine Sklavin mit Willkür leben können, nahm ich nicht nur die Dunkelheit um mich herum ergeben hin, sondern auch den nicht wirklich frischen Geruch des Tuchs. Ich glaube, mein Herr war sehr zufrieden mit mir, denn sonst hätte er mich später zuhause bestimmt nicht belohnt... diesmal gab es also einen Grund. „Dich an der Kette zu haben, ist angenehm Arya.“ Das alleine ließ mein Kajiraherz natürlich schon schneller schlagen, zusätzlich erlaubte er mir aber auch noch, wieder ganz dicht bei ihm auf seinem schönen weichen Fell zu schlafen! :-)))

Sonntag, 12. März 2017

Ablauf doch nicht korrigiert

...und auch nicht soufliert.

Das Rätselraten darüber, wer denn nun die Zeremonie bei der Vertragsunterzeichnung für die Gefährtenschaft des Bauern mit seiner ehemaligen Kajira durchführen würde, eskalierte mit dem Bekanntwerden, dass mein Herr zu einer Zusatzwache eingeteilt worden war. Der Bauer äußerte sich weiterhin nicht, ob überhaupt, wann, wo und wie er sich alles vorstellte und auf dem Hof war auch keinerlei Betriebsamkeit für die Vorbereitungen eines anstehenden Festes ausgebrochen. 

Große Anerkennung und Lob gebührte allerdings der Wirtin, die mächtig auf zack gewesen war und ein bombastisches Büffet vorbereitet hatte

Zumindest für das leibliche Wohl der ahnungslosen Bewohner war also gesorgt. Trotz ihres feinen Kleids, in dem ich die Wirtin erst auf den zweiten Blick erkannte, war sie sich übrigens nicht zu fein, sämtlichen eintreffenden Freien ein Getränk zur Begrüßung zu reichen. 

Wobei alle dies wohl irgendwie auch nötig hatten, um sich bei den herrschenden Unklarheiten wenigstens an irgendetwas festhalten zu können.

Auch der zurzeit im Gasthaus wohnende Krieger, der mich zu meiner Freude fast wieder Dina genannt hätte, weil er mich sehr lange unter diesem Namen kannte, war anwesend und äußerte sein Bedauern, dass meine ehemalige Herrin nicht da war. Sie hatte seinerzeit auf Samanu nämlich die Zeremonie bei seiner Gefährtenschaft durchgeführt. Auch ich erinnerte mich an diesen Tag, vor allem an ihre Wortgewandtheit und ihr Improvistionstalent. Mit ihr hätte es das Herumeiern wegen der Ansprache bei dieser Vertragsunterzeichnung mit Sicherheit nicht gegeben. 

Ich verstand die Freien, alle aus hoher Kaste und selbst vergefährtet, ehrlich gesagt nicht… aber das muss ich zum Glück auch nicht und sie sind eben auch nur Menschen mit unterschiedlichen Veranlagungen. 

Mit dem Eintreffen des Landsitzkriegers und seinem Weib, der sich zu diesem Anlass übrigens sehr festlich, aber auch sehr ungewöhnlich in Schale geschmissen hatte, wurde beratschlagt, ob mit Blick auf das Büffet und die weiterhin unsichtbaren Hofbewohner der Ablauf nicht korrigiert werden sollte, denn die Speisen hätten auch ohne Vertragsunterzeichnung geschmeckt! Tja, doch wenn man vom Kur spricht… in der nächsten Ehn tauchten die Fastgefährten nebst Kajira auf, alle übrigens sehr bäuerlich gekleidet, nämlich in Braun und ohne jegliches Rot der Krieger. 

Oberirritierend fand ich, auch der Bauer eierte nun ohne Ahnung von irgendwas herum. Er hatte sich offensichtlich weder um das Wo für seine Zeremonie gekümmert, noch wer anstelle meines Herrn ein paar Worte sagen sollte, 

Da der Brauereikrieger und die Grüne weiterhin kniffen, beschloss er das Ganze selbst in die Hand zu nehmen. Oha, damit versprach solch eine meistens gähnend langweilige Zeremonie mal interessant zu werden. Der Brauereikrieger sah es offensichtlich genauso: „Uiihhh, eine neue Variante… spannend!“ Mist, schon in der nächsten Ehn machte der Landsitzkrieger mit seinem „oh, oh… ich fürchte, das können wir nicht gestatten“ sämtliche Spannung leider zunichte. 

Der Herr tat nämlich so, als ob die Initiative des Bauern gegen irgendwelche Regeln spricht und obwohl „so gar nicht vorbereitet“, erklärte er sich bereit die Zeremonie zu leiten. Falls ich das Murmeln der Gnädigsten richtig verstand, fiel ihr damit ein Stein vom grünen Herzen. Obwohl seit dem Vortag bereits bekannt, für welchen Wachdienst ihr Gefährte eingeteilt worden war, sah sie sich anscheinend zu keiner Ansprache in der Lage, wies allerdings darauf hin, dass der Rarius nicht dem Heimstein von Jorts Fähre angehört.

Aber das war wohl unwichtig, interessierte niemanden und den Landsitzkrieger sowieso nicht: „Ich bin Ubar und Kastenerster der roten Kaste gewesen und wenn es sein muss, nehme ich mir die Autorität für mein Handeln mit Stahl“. 

Nach seinem „…ich verfüge, dass wir die Handlung dort abhalten, wo wir den Priesterkönigen am nächsten sind!“ liefen alle sichtlich erleichtert zum Altar zwischen den beiden Zylindern der hohen Kasten in der Oberstadt.

Erstaunlicherweise wartete dort ein Verr darauf, endlich geopfert zu werden. Beim Abmurksen des Tiers war ich übrigens noch ganz dankbar, dass die bombastische Robe der nervös hin und her trippelnden Wirtin sich im Wind aufbauschte und mir komplett die Sicht verdeckte. 

Mit Beginn der Ansprache über die Absicht des Bauern, sich eine Gefährtin zu nehmen, verzog ich mich aber lieber neben den Krieger aus Samanu. Ich fand es nämlich spannend und wollte nicht verpassen, ob Hadi… neuerdings nennt sie sich ja Nina… nicht vielleicht doch noch Reißaus nimmt. Tat sie nicht, insofern ließ ich diese Zeremonie über mich ergehen, ohne wirklich zuzuhören.

Es folgte nämlich nur das Übliche über Zeugung von Nachwuchs, das Wachsen des Heimsteins, dem der Redner wie schon erwähnt ja genauso wenig angehört wie die neue Lady Nina und die typischen Ermahnungen der beiden Gefährten. Interessant fand ich erst wieder das Unterschreiben des Vertrags. Sowohl der Bauer als auch seine Zukünftige waren erstaunlicherweise zwar schreibkundig, doch hatte niemand an Tinte und Feder gedacht. Tja, selbstverständlich hat ein Krieger immer einen Plan B! Der Landsitzkrieger forderte die beiden nämlich auf, ihre Daumen in das Blut des Verr zu tauchen und sie anstelle Unterschrift auf das Vertragsdokument zu drücken.


Danach erklärte er sie zu Gefährten für die Dauer eines Umlaufes des Zentralgestirns und es ging zurück auf die Gasthausterrasse. Worum sich dort die Gespräche drehten, entging mir allerdings, da ich der Hofkajira selbstverständlich beim Bedienen der Gäste ihres Herrn half. 

Den Freien lief beim Anblick der leckeren Speisen offensichtlich zwar das Wasser im Mund zusammen. Doch außer dem Landsitzkrieger, der sich gleich über die Rippchen hermachte und dem Brauer, der sich auch nicht lange bitten ließ...
sondern sich als Vorspeise sofort ein Spießchen quer durch die Zähne zog und sich danach einen Teller vollpackte, sah sich anfangs anscheinend niemand zum Plündern des Büffets in der Lage, denn mein Herr hatte ja leider Wachdienst. 

Alle harrten erst einmal auf ihren Sitzkissen aus, bis die üblichen Trinksprüche durch waren und diverse Teller mit einer Auswahl der leckeren Speisen auf dem Tisch platziert. 

Später fanden einige aber doch noch den Weg zum Büffet… jeder Gang macht schlank und schafft natürlich Platz für weitere Bissen. Trotzdem blieb genug übrig, sodass ich für meinen Herrn einen hauptmannsmäßig gebergt vollen Teller mit nach Hause nehmen konnte! ;-))

Freitag, 10. März 2017

Wofür Röcke gut sein können

Es war wirklich schade, dass ich in dieser Hand nicht beim Waffentraining zuschauen konnte. In einer Mischung aus übermütig und stürmisch wuschelte mein Herr nämlich durch meine Haare und verkündete bestens gelaunt: „Arya, du hättest mich sehen sollen… ich habe dem Brauereikrieger den Hintern versohlt!“ Das hörte sich superklasse an und ließ mich laut überlegen, ob ich zukünftig vielleicht lieber immer zuhause bleiben sollte, wenn mein Herr trainiert? Ok, eine Kopfnuss machte mir deutlich, dass er dies nicht wollte. „Was ist das denn für eine blöde Idee, Arya? Wenn du mich anfeuerst bin ich noch besser!“ 

Ich gab zu Bedenken, ob er nicht möglicherweise etwas abgelenkt ist, wenn ich zuschaue und er deswegen diesmal besonders gut war, weil ich nicht am Rand der Wiese kniete. „Unsinn, ich lass mich doch nicht ablenken… das würde ich nicht mal, wenn du nackt beim Training tanzt, Arya.“ Das stimmte, denn es wäre ja auch fatal, wenn sich mein Herr von seiner Kajira ablenken ließe und für einen Hauptmann sowieso absolut undenkbar! Obwohl dies grundsätzlich für alle Krieger gilt, überlegte mein Herr trotzdem, ob er es in der nächsten Hand nicht vielleicht mal ausprobieren sollte. 

Selbstverständlich fand ich den Gedanken äußerst interessant, allerdings war mir klar, dass ein solcher Test sicherlich mit Gezeter des Landsitzkriegerweibs einhergehen würde, die ja schon Schnappatmung bekommt, wenn Kajirae ihre Schenkel nicht schließen, obwohl es besonders beim Waffentraining genügend zu sehen gibt, sodass die prüde Frau ihre Blicke wirklich auf anderes konzentrieren könnte. Naja, typischer Fall von freie Frauen Wichtigtuerei und Eifersucht, wenn ihr Gefährte sich am Anblick einer mit geöffneten Schenkeln knienden Sklavin erfreut, obwohl er sich seit der Unterzeichnung des Gefährtenvertrags sehr verändert hat. 

„Er steht etwas unter der Sandale glaub ich“, bestätigte mein Herr mir gerade, als nun die Gnädigste auftauchte und damit das Thema dann auch erledigt war, da es nun anziehen hieß, weil jetzt Frischluft angesagt war. Außerdem hoffte mein Herr herauszubekommen, wer die Zeremonie bei der Gefährtenfeier halten sollte, um welche Ahn sie sein würde und wie es überhaupt um die Vorbereitungen zur Feier steht, von der immer noch nicht bekannt war, wo sie stattfindet. Insofern war seine Idee schon mal nicht schlecht: „Ich werde einfach dem Geruch folgen, indem ich Arya vorlaufen lasse, um zu schnüffeln.“

Dem Brauereikrieger, den ich wegen seines versohlten Hinterns diesmal besonders freundlich anlächelte, eröffnete mein Herr am Hafen, dass er auf seine Kosten für die anstehende Feier schon mal zu üben gedenkt, damit dann alles passt. „Hauptmann, als ob du fressen und saufen noch üben müsstest. Aber man sieht’s…. du fällst schon fast vom Fleisch!“ kommentierte der Brauer von den Überlegungen meines Herrn wenig begeistert. „Ja, du hast es erkannt, ich bin fast nur noch ein Schatten meiner selbst. Du solltest mal sehen, wie viel Hunger eine Nachtwache macht. Wenn Arya mir nicht immer so große Proviantpakete mitgeben würde, wäre ich noch dünner!“ gab mein Herr selbstverständlich nicht auf, bekam aber lediglich zu hören: „Tja Hauptmann, dann halt dich morgen ran.“

Damit ging übrigens das ganz große Rätselraten los, wen der Bauer denn überhaupt für die Zeremonie nehmen wird. Einhellige Meinung der beiden Männer war, dass es eigentlich nur die Schreiberin sein kann, weil die auch den Termin abgesprochen und den Aushang gemacht hatte, doch leider macht sich diese Frau ja irgendwie ständig rar. Insofern fand ich den Vorschlag des Brauereikriegers sehr logisch, dass sich die Gnädigste doch bestens eignet, weil sie schließlich im Kampf mit den Schriftzeichen nicht nur bewandert ist, sondern auch immer siegreich. Oha, damit hatte der Herr offensichtlich jemanden erschreckt… aber sowas von! 


Mein Herr war natürlich sofort sehr angetan von dieser Idee, denn schließlich ist seine Gefährtin gebildet und von hoher Kaste, bei dem guten Gesundheitszustand der Bewohner in Jorts Fähre jedoch in ihrer Kastentätigkeit nicht wirklich ausgelastet. Das sah die jetzt herum drucksende Frau offensichtlich jedoch anders und versuchte ernsthaft, diverse vage Begründungen vorzuschieben, um zu kneifen. Ehrlich gesagt mochte ich nicht glauben, was ich da gerade hörte. Die Freie hatte doch wirklich genug Zeit, sich ein paar Worte zu überlegen und sie notfalls zu notieren, wenn es mit dem grünen Gedächtnis nicht so klappen sollte… warum muss sich ein Hauptmann immer um alles selber kümmern?

Ok, die Begrüßung der Gäste und ein paar Worte über den Wunsch des Bauern, seine ehemalige Kajira wegen Nachwuchs zu gefährten, um sein Wissen an die nächste Generation weiter zu geben und ein bisschen Blablabla… ich konnte verstehen, dass es ihr peinlich war, dies ablesen zu müssen. Ein riesen Bramborium, wie bei einer Zeremonie der sieben Schleier, wie es wenn überhaupt nur bei einer Hochkastigen gewünscht wird, kommt für den Bauern und seine freigelassene Kajira sicherlich nicht in Frage, denn allseits ist ja lange bekannt, wie Hadi aussieht. Ich vermute auch, das Ganze wird nicht am Altar vorher mit einem Opfer an die Priesterkönige erfolgen, so wie bei der Vertragsunterzeichnung meines Herrn mit seiner Gefährtin. Wobei sich der Bauer darüber wie ja schon erwähnt, bislang ausgiebig ausgeschwiegen hat.

Ich war mir sicher, auch bei der Gnädigsten wird sich das Sprichwort bewahrheiten „man wächst mit seinen Aufgaben“. Trotzdem war es ihr vielleicht eine Hilfe, wenn sie notfalls eine Soufleuse für die Ansprache hatte. Damit dieser Trick nicht auffiel, kam mir eine echte Superidee und ich bat wohlerzogen wie ich bin um Redeerlaubnis. Ich fragte die Gefährtin meines Herrn, ob sie nicht in ihren Truhen mit ausrangierter Kleidung noch einen Rock hat, wie er früher mal in Mode war… so einen richtig weiten Zeltrock. Meinem Herrn ging nun offensichtlich sofort ein ganzer Kronleuchter auf, denn er begann zu lachen: „Sleen, ich hör dir trapsen!“ Nur sein Weib verstand immer noch nicht, sodass ich ihr nun erklärte, dass ich mich mit dem Zettel für ihre Ansprache darunter verstecken könnte, um notfalls zu souflieren. 

Das Verstecken unter solch einem zeltartigen Rock hatte ich vor vielen Märkten unter den gigantischen Röcken meiner damaligen Herrin nämlich perfektioniert. Es würde also niemand mitbekommen, sollte sich die Grüne tatsächlich nicht mehr an die richtigen paar Worte erinnern, was aber ganz bestimmt nicht passieren wird, denn erstens hat sie eine hochkastige Erziehung genossen und außerdem schon eigene Gefährtenschaften geschlossen oder denen von anderen Freien beigewohnt. Doch ein wenig Sicherheit war ja nicht verkehrt und ich würde vorher auch meine Sandalen ausziehen, damit niemand meine Füße unter dem Zelt ihrer Röcke hervorschauen sieht… ohne sind meine Füße nämlich kleiner. ;-))

Donnerstag, 9. März 2017

Glatt bügeln nicht erforderlich

Es ist doch immer wieder schön, meinen Herrn zu erfreuen...

„Ahh Arya, da bist du ja! Hast du gut geschlafen und warst fleißig heute?“ stellte mein Herr mir zwei eigentlich überflüssige Fragen, als er von einem seiner Stadtrundgänge nach Hause kam. Fleißig bin ich sowieso jeden Tag, hatte selbstverständlich auch schon sein Proviantpaket für die Nachtwache fertig und super gut geschlafen hatte ich auch, was ihm aber hätte klar sein müssen. Er hatte mir am letzten Abend nämlich erlaubt auf seinem schönen weichen Fell zu schlafen, also sehr dicht bei ihm. Das gefällt mir wirklich immer ganz außerordentlich gut, obwohl ich auch diese Nacht leider wieder vergeblich darauf gehofft hatte, dass ihm auch im Schlaf der Sinn nach meiner Anschmiegsamkeit steht und er näher zu mir heran rutscht… oder hatte ich so tief geschlafen und das gar nicht mitbekommen? Wundervoll sanft wuschelte mein Herr nun durch meine Haare und erkundigte sich schmunzelnd: „Ach… darauf wartest du… das hättest du wohl gerne?“

Na klar, die Hoffnung stirbt zuletzt und ich sehne mich ständig danach, dass mein Herr mich mit seinen starken Armen an sich zieht! Er weiß ziemlich gut, wie ich veranlagt bin und wie es in mir aussieht, auch wenn ihm ein paar Teile meines Kajiraherzens nicht gehören, weil die schon anderweitig vergeben waren bevor ich sein Eigentum wurde und das auch bleiben. „Nun, dass einige Ecken in deinem Herzen besetzt sind, ist nicht schlimm. Wichtig ist das Jetzt und nicht die Vergangenheit, Arya. Der Mensch kann nicht ohne Erinnerungen, die gehören zu ihm… sonst wäre man nur eine Puppe.“ Das stimmte natürlich. Ein warmes, sehr schönes Gefühl machte sich in mir breit beim Verständnis meines Herrn dafür, dass ich mir meine Erinnerungen bewahren werde.

Ich liebe diese Gespräche mit ihm und genieße unsere Zweisamkeit immer sehr, solange die Gnädigste noch ihr Nachmittagsschläfchen hält oder wenn sie mit irgendwelchen grünen Kastenangelegenheiten beschäftigt ist. Insofern habe ich mit ihrer En’Kara-Müdigkeit auch überhaupt kein Problem. Lustig fand ich übrigens, dass sie meine Bezeichnung für diese Müdigkeit nicht verstand, von der man doch bei allgemeiner Schlappheit um En’Kara herum spricht, wenn vor der ersten Übergangs-Hand die Tagundnachtgleiche naht. Doch dank der Erklärung meines Herrn verstand sie letztendlich was ich meinte, denn ich bin ja nur eine Kajira, die sich mit irgendwelchen Fachbezeichnungen der grünen Kaste nicht auskennt und auch nicht auskennen muss.

Ein Mittel gegen Müdigkeitserscheinungen ist selbstverständlich Bewegung an frischer Luft, sodass mein Herr nun einen Spaziergang vorschlug, der bei mir dazu führte, dass ich mich beeilte, mir eine Tunika überzustreifen, während die Gnädigste seufzend ihre Gesichtsgardine hervor zog. „Du magst den Schleier wohl nicht mehr?“ erkundigte mein Herr sich bei seinem sich offensichtlich selbst leid tuenden und grummelnden Weib: „Ja, ich mochte den noch nie und es war sehr angenehm die paar Male ohne.“ Stimmt, in diesem Dorf am Laurius hatte seine Gefährtin das Teil nicht getragen, wozu er jedoch nichts gesagt hatte… anscheinend war es ihm egal gewesen, dass sie sich unverschleiert in der Öffentlichkeit gezeigt und sich damit der Dorfbewohnerin aus niederer Kaste angepasst hatte.

Jetzt jedoch verkniff er sich einen Kommentar nicht… leider jedoch mal wieder auf meine Kosten: „Vielleicht sollte Arya den Schleier für dich tragen?!“ Na toll, die Gnädigste war von dieser Idee sofort begeistert, während meine Stirn sich wahrscheinlich sehr kraus zusammen zog, was vermutlich ziemlich bedrohlich aussah. Seit meinen letzten geknebelten Erfahrungen und der Ankündigung meines Herrn, dass seine Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft sind, bemühe ich mich wirklich meinen Mund zu halten und meinen Senf nicht mehr ungefragt zu irgendwelchen Dingen dazu zu geben. Leider muss mein Herr mir angesehen haben, was in mir vorging, denn er forderte mich grinsend auf: „Arya, hol mal das Bügeleisen, deine Stirn ist so verfaltet… ich glaube, wir müssen sie glatt bügeln!“

„Das Bügeleisen ist kalt, mein Herr“, brachte ich total entsetzt nur heraus, doch die Grüne meinte, man könne das ändern. Meine Miene glättete sich schlagartig auch ohne Bügeleisen, das dafür wirklich nicht erforderlich war! Hochkonzentriert bemühte ich mich jetzt, mir nicht mehr anmerken zu lassen, was gerade in mir vorging, während mein Herr schallend anfing zu lachen und nach draußen stampfte. Nur noch dann etwas von mir zu geben, wenn ich gefragt werde, klappte ja sowieso schon ganz gut und nach diesem Spaß auf meine Kosten, der natürlich eine große Ehre für mich war, denn es gibt nun mal nichts Schöneres für mich, als meinen Herrn zu erfreuen, verkniff ich mir ungefragte Bemerkungen.

Das Nebentor der Stadtmauer stand nämlich offen und ich vermutete… der Brauereikrieger übrigens auch… da die Schreiberin am letzten Abend angekündigt hatte, dass sie wegen der Gefährtenfeier des Bauern noch einen Aushang anfertigen wollte, dass sie dafür verantwortlich sein könnte, zumal das Dokument auch tatsächlich am Info-Brett hing. Mein Herr will die Freie selbstverständlich aber dazu vorher erst noch befragen, bevor er ihr dann einen Strafzettel aushändigt: „Das wird sie mögen!“ Seine vorbildlich stumme Kajira gefiel meinem Herrn übrigens anscheinend nicht, denn kaum hatte er den Aushang der Schreiberin entdeckt, forderte er mich auf: „Arya, lies mal vor. Ich bin etwas faul gerade.“


Tja, so ganz genau nahm ich es mit dem wörtlichen Vorlesen allerdings nicht: „Einladung zur Feier der Gefährtenschaft des Bauern und seiner freigelassenen Kajira am 5. Tag der 5. Hand, 12. Monat, Jahr 10… aber da steht nicht um welche Ahn, mein Herr.“ Mist, ihm fielen meine Eigenformulierungen sofort auf: „Da steht freigelassene Kajira? Das ist aber ungewöhnlich!“ „Nein mein Herr, da steht Lady Nina… und Rarius Nila, nicht Bauer, obwohl er ja einer ist“, beeilte ich mich nun einzugestehen und kam mit einem Poklatscher und dem Hinweis davon: „Arya, Nila ist auch Krieger. Du weißt, dass er nicht gerne hört, wenn man ihn Bauer nennt, hehe!“ 

Das wusste ich nicht, nur dass der Bauer gut mit dem Schwert umgehen kann, aber nie das Rot der Krieger trägt, sondern stets irgendwas Braunes und ständig Helm. Mir war allerdings auch bekannt, wie stolz Goreaner auf ihre Kaste sind und Bauer zu sein, ist doch keine Schande! Doch eine Kajira lernt ja bekanntlich nie aus und ich wieder etwas dazu. Mein Herr bestätigte: „Nun Arya… Nila ist in der Beziehung tatsächlich manchmal etwas unverständlich. Aber in dem Aushang fehlt das Wichtigste... die Ahn. Woher sollen wir denn wissen, wann es Essen und Trinken gibt? So geht das nicht, ich muss mal ein ernstes Wort mit der Schreiberin über ordentliche Arbeit reden!“ Darauf freute er sich bestimmt genauso wie auf das Überreichen des Strafzettels… auf seine nächste Nachtwache allerdings nicht, zu der er beizeiten leider aufbrechen musste.

Mittwoch, 8. März 2017

Kaum ist der Kuchen verdaut

…naht schon das nächste Festessen.

Mein Herr behauptete übrigens, wegen meines heldenhaften, aufopfernden Kuchenprobiereinsatzes mächtig stolz auf mich zu sein. Leider bedeutete das jedoch nicht, dass er mir alles durchgehen ließ! Beim Verabschieden nach dem üppigen Kuchenschmaus in Kafal, wurde natürlich auch eine Einladung zu einem Gegenbesuch in Jorts Fähre ausgesprochen, zumal der Bäckerwirt zuvor schon über Lieferungen von Backwaren an den Vosk nachgedacht hatte. 

Da mir das Wohlergehen meines Herrn wirklich immer ganz besonders am Herzen liegt und er außerdem gerade mit Genuss die Kuchenköstlichkeiten verdrückt hatte, rutschte mir ein wichtiger Hinweis heraus: „…beim Gegenbesuch am besten Kuchen mitbringen!“ Mist, dabei wollte ich doch eigentlich nicht mehr dazwischen plappern! Leider war meine Bemerkung aber heraus geflutscht und es nützte auch nichts mehr, mir total erschrocken nachträglich noch schnell die Hand auf den Mund zu schlagen und betreten zu Boden schauend, meinen Herrn dafür um Verzeihung zu bitten. 

Allerdings bestätigte er: „Ja… ihr könnt gerne Kuchen mitbringen. Ich glaub, ich muss den noch mal probieren!“ Doch danach packte er mein Kinn und stopfte mir ein Tuch in den Mund, um mich zu knebeln. „So Arya, dein vorlautes Mundwerk stellen wir jetzt erstmal ab.“ Ich verbrachte die Rückreise also schweigend. Zuhause angekommen zog mein Herr mich dann jedoch herrlich dicht zu sich heran, um mit seinen Fingern wundervoll sanft durch meine langen Haare zu streichen. Gleichzeitig erklärte er mir, dass er mich gerne an seiner Kette hat, aber gewisse Lektionen nötig sind, wenn das Probieren von so viel leckerem Kuchen zur Folge hat, dass ich mich vergesse. 

Mein peinlicher Fehler tat mir wirklich sehr leid und eigentlich war mir der Kuchenhinweis doch auch nur heraus gerutscht, weil mein Herr doch so gerne welchen isst! Zum Schweigen verdammt blieb mir nur, meinen um Vergebung bettelnden Blick schließlich traurig zu Boden zu senken und mich innig an das Bein meines Herrn zu schmiegen. Wie schade, dass er trotz der wirklich milden Temperaturen leider immer noch Hosen trägt.

Der nächste Tag begann damit, dass ich etwas länger schlafen durfte. Mein Herr meinte, nach meinem Fleiß beim Kuchen probieren musste das mal sein. Nachdem er sämtliche Fesseln gelöst hatte und ich ihn mit Hingabe begrüßen durfte, versprach ich ihm erneut mit ganz großem Kajiraehrenwort, mich zu bessern und ihm zukünftig keine Schande mehr durch dazwischen Plappern zu machen. 

Ich erwähnte übrigens auch, dass die Bäckerin Jorts vor kurzem doch erst einen Besuch abgestattet hatte und war erstaunt, dass ihm dies überhaupt nicht bewusst gewesen war. Naja, mit Namen und Gesichtern hat mein Herr es nun mal nicht so, denn dafür hat er ja mich und das Gedächtnis seiner Gefährtin kann man sowieso vergessen, da es nämlich noch schlechter zu sein scheint als seins.
 
Es gelüstete meinen Herrn schließlich nach einem kleinen Ausflug in die Stadt. Er hoffte nämlich herauszubekommen, ob seine Informationen über die anstehende Feier zur Gefährtenschaft des Bauern mit seiner freigelassenen Kajira richtig waren, die bald oder vielleicht sogar an diesem Tag noch stattfinden sollte. 

Wir trafen als erstes den Brauereikrieger, der jedoch keinerlei Ahnung davon hatte, sondern sich stattdessen erkundigte, wie es mir in Kafal gefallen hatte. Oha, umgehend machte sich ein Gefühl in mir breit, als würde ich auf sehr dünnem Eis stehen. Entsprechend ausführlich ließ ich mich über die Gastfreundlichkeit der netten Dorfbewohner aus und ihren köstlichen Kuchen, also über alle möglichen Dinge, die mir wirklich gut gefallen hatten. 

Über alles, was mir sonst noch... naja, ich sag mal aufgefallen war, gab ich ziemlich vage herum drucksend von mir, lieber meinen Mund halten zu wollen, weil ich doch nur eine Sklavin bin und darüber wohl besser nichts sagen sollte. Allerdings den Hinweis, dass ich weder eine Stadt- und vor allem keine Brauereikajira bin, verkniff ich mir nicht und erfuhr, dass für die Sklavin des Brauers weder der Hang vom Tor zum Wirtshaus in Kafal, noch das Abladen und Rollen der Fässer vor einiger Zeit ein Problem dargestellt hatte. Na gut, ich bin eben auch ein zartes Prinzesschen. 

Einen Kopfpatscher meines Herrn später und nach weiterem Nachbohren des Brauers, gestand ich schließlich aber doch, was mir bei der Fasslieferung aufgestoßen war… selbstverständlich aber nicht aufmüpfig und Krönchen hin oder her, ich denke in einem für eine Sklavin angemessenem Ton. Puhhh… mit ein paar klärenden Worten zwischen den beiden Kriegern war das Thema dann zum Glück erledigt, weil nun der Kriegerbauer auftauchte und wegen seiner Gefährtenschaft gelöchert wurde. Er zierte sich zwar noch eine Weile, doch letztendlich wurde ein Termin für die Vertragsunterzeichnung am Ende dieser Hand gefunden. 


Der einzige Freie, der sich in meinen Augen beim Gefährtenthema übrigens normal benahm, war der Sattler. Das ganze Hin und Her über wann, warum, wieso, weshalb und glücklich oder nicht, interessierte ihn nämlich kein bisschen, weil es dabei doch nur um das Zeugen von Nachwuchs ging. Spaß in den Fellen gibt es wirklich nur mit einer feurigen Rotseidenen und genau das hatte die freigelassene Hofsklavin ihrem noch nicht Gefährten offensichtlich auch sofort nach dem Trinken des Zuchtweins mit schlagartig entwickelter freie Frauen Prüderie bewiesen.

Erneut bestätigte der Bauer nämlich, dass sie mit dem letzten Schluck dieses Weins umgehend zur Trockenpflaume mutiert war. Hadi ist wirklich nicht mehr wieder zu erkennen, seitdem sie Lady Nina genannt wird… und damit meine ich nicht ihre langen Kleider und dass sie Schleier trägt. Doch es gelang mir an diesem Tag tatsächlich meine Klappe sogar vorbildlich zu halten und ihren zickigen, für freie Frauen typischen Seitenhieb „…oder kocht morgen niemand beim Hauptmann?“ einfach an mir abprallen zu lassen.

Diese Spitze galt eigentlich meinem Herrn und seinem Gedrängel in Sachen Festmahl nach der Vertragsunterzeichnung. Einen wirklichen Bilderbuchbeweis, wie prüde und steif freie Weiber sind, lieferte später übrigens wie immer die Schreiberin, nachdem sich die Männer zum gemütlichen Umtrunk auf der Gasthausterrasse niedergelassen hatten. Doch das schriftgelehrte Gezicke dieser Frau spare ich mir hier jetzt, auch wenn sie es mit ihrer arroganten Art schaffte, den Sattler zu vertreiben.

Übrigens gesellte sich auch der Krieger dazu, der vor einigen Tagen ein Gasthauszimmer bezogen hat und den ich seit inzwischen unzähligen Märkten kenne. Insofern hatte ich logischerweise nicht wie mein Herr Probleme mit der Erinnerung seines Namens, denn der Rarius heißt selbstverständlich immer noch genauso wie damals auf Samanu, als ich dem dortigen Kommandanten dieses Handelspostens in der Thassa vor Port Kar gehörte und danach meiner ehemaligen Herrin. Nicht nur die Zerstörung Samanus, sondern später auch der Untergang von Landa, die neue Heimat des Kriegers, und der Verlust seiner Familie hatten ihn zum Reisenden gemacht.


Mein Herr und der Brauereikrieger konnten das Schicksal des Rarius übrigens sehr gut nachvollziehen, waren sie selbst doch seinerzeit nach der Aufgabe von Torcodino über Kassau irgendwann schließlich nach Jorts Fähre gekommen. Da die rote Kaste selbstverständlich zusammenhält, bot mein Herr dem Krieger an, sollte er Arbeit suchen, wird sich in Jorts bestimmt etwas Passendes für ihn finden und lud ihn zum Waffentraining ein. Der Rarius befürchtete allerdings, ein alter Mann wie er könne da nicht mehr mithalten. 

Doch mal abwarten… mein Herr machte ihm Mut und versprach, selbst der fast unschlagbare Brauereikrieger kann auch ganz sanft mit seinem Gladius streicheln. ;-)

Dienstag, 7. März 2017

Ein Dorf mit „K"

…wie Kuchenkreationen oder einfach Kafal

Erst spät am Abend waren wir aus Belnend zurück und mein Herr befahl: „So Arya… es ist Zeit zum Schlafen. Du schläfst heute unten in der Küche. Dreh dich um, damit ich dir die Hände fesseln kann.“ Ergeben nahm ich hin, wonach ihm offensichtlich der Sinn stand… einer Demonstration seiner Macht über mich, dass er mit mir machen kann, was ihm beliebt und vor allem, dass ich ihm gehöre. An diesem Abend schnappten nicht nur die engen Sklavenfesseln um meine Handgelenke zu, sondern auch um meine Knöchel. Außerdem band mein Herr mir ein Tuch über die Augen, knebelte mich und kettete mich schließlich an den Sklavenring.

Am nächsten Tag hatte sich seine Meinung über meine Hilflosigkeit offensichtlich geändert. „Arya, was hockst du hier in der Ecke herum? Wir haben etwas zu tun… zieh dich an!“ Mit diesen fast ein wenig unwirsch klingenden Worten löste er meine Fesseln und ermöglichte mir ohne Knebel endlich, ihn erst einmal zu begrüßen. Danach konnte ich mir nicht verkneifen zu erwähnen, dass mir gefesselt, geknebelt und blind nichts anderes möglich gewesen war, als dort stumm zu knien und mich in Geduld zu üben. 

„Nun Arya… genau das wollte ich. Aber nun such mal den Brauereibesitzer und frage ihn, ob er reisefertig ist!“ Oha, wir gingen schon wieder auf eine Reise? Selbstverständlich beeilte ich mich nun, mir eine Tunika überzustreifen und Richtung Brauerei zu laufen, wo ich den Krieger beim Aufladen diverser Fässer mit Paga und Ale auf seinen Karren antraf. Der Bosk war bereits angespannt, sodass es losgehen konnte… diesmal Richtung Norden. Unser Ziel war ein kleines Dorf am Laurius namens Kafal, dessen Wirt bei einem Besuch in Jorts Fähre Geschmack an den hiesigen Brauereierzeugnissen gefunden hatte. 

Die Reise verlief ohne Zwischenfälle und am Laurius lag erfreulicherweise kein Schnee. Nicht ganz so erfreulich war das Zugvermögen von Klaus-Bärbel vor dem Brauereikarren und mein Herr kündigte vorsorglich an, er würde nicht schieben, sollte der feststecken. Der Empfang im Dorf war sehr herzlich, nur das blöde Bosk-Viech wollte den letzten Hang nicht so wirklich hoch, sodass der Brauer hinter dem Tor vom Bock sprang und mir in seiner unnachahmlich charmanten Art den Befehl gab: „Arya, du lädst die Fässer ab… spuck schon mal in die Hände, der Wirt hat je zwei Fässer Ale und Paga bestellt!“ Verdattert wie ich war, sah ich vermutlich dem Bosk jetzt ziemlich ähnlich und machte erst einmal gar nichts. 


Freundschaft mit meinem Herrn hin oder her… warum tat der Brauer so, als ob mein Herr Luft war? Ich bin wirklich immer hilfsbereit und dass ich nur eine Kajira bin, die Befehle von Freien auszuführen hat, ist mir ebenfalls klar. Doch hier handelte es sich um ein Geschäft des Brauers, für das nicht mein Herr bezahlt wurde, sondern sich der Geldbeutel seines Freundes füllen würde, dessen eigene Kajira auf dieser Auslieferungsreise übrigens nicht dabei war. Irritiert blieb ich hinter meinen Herrn stehen, den er nicht mal gefragt hatte, ob er mich ihm zur Verfügung stellt und spuckte nicht in meine Hände, sondern ins Gras.

Mein Herr war von dem dreisten Befehl des Brauereikriegers offensichtlich nicht angetan: „Arya, ich möchte nicht, dass du Rücken bekommst. Entweder dir wird beim Abladen geholfen oder du lässt es.“ An seinen Freund gewandt, erkundigte er sich: „Warum hast du deine Kajira nicht mitgenommen? So ein Fass ist zu schwer für eine Sklavin alleine!“ Doch der Brauer mopperte weiter: „Bei allen Göttern… das wird doch zu bewerkstelligen sein, die paar Fässer da hoch zu rollen… also nur Mut Mädels und in die Hände gespuckt!“ Inzwischen sah es zum Glück nach Hilfe aus, denn eine neugierige Dorfkajira hatte sich dazu gesellt.


„Sicher ist das zu bewerkstelligen, jeder nimmt ein Fass… du nimmst auch eins und ich auch“, grinste mein Herr den Brauer an und machte Anstalten, die Fässer abzuladen. Doch der Hüne begann nun mit seiner wehleidigen Tour und jammerte: „Ich hab Rücken und die holprige Fahrt tat ihr übriges… die schwerste Arbeit hab ich ja schon gemacht.“ Peinlich, aber der Kerl rührte wirklich keinen Finger und kümmerte sich einen Sch…dreck um seine Lieferung! Immerhin bequemte er sich nach meinem Vorschlag gnädig, Klaus-Bärbel den Karren noch ein ganzes Stück den Hang hinauf Richtung Wirtshaus ziehen zu lassen, äußerte dabei aber lautstark Befürchtungen, deswegen Ärger mit der Boskschutzvereinigung zu bekommen. 

Danach stolzierte er davon, um sich ein gutes Plätzchen auf der Tavernenterrasse zu suchen und „nach der Plackerei erst mal durch zu schnaufen“. Mir stellte sich bei dieser Aktion jedenfalls die Frage, zeigten sich hier Symptome einer Ale-Unverträglichkeit und der oberfaule Kerl verträgt sein Lieblingsgetränk nicht mehr? Doch behielt ich meine Überlegungen selbstverständlich für mich und dachte nur stumm darüber nach, während ich eines der Fässer hinter meinem Herrn Richtung Taverne rollte. Da es für den überaus freundlichen Wirt kein Thema war, sich um das Abladen der letzten Fässer zu kümmern, ging es nun zum gastfreundlichen Teil über.


Wir erfuhren, der Wirt war gleichzeitig Bäcker und hatte sich mit der Frau zusammengetan, die vor einiger Zeit in Jorts Backwaren angeboten hatte. Gastfreundschaft wird in diesem kleinen Dorf groß geschrieben und hohe Kasten gibt es dort nicht… keinen Schutz durch Krieger und keinen Heiler oder Schreiber. Die Dorfbewohner sind bei Überfällen ganz auf sich alleine gestellt und mussten sich schon mehrfach mit Angriffen irgendwelcher Waldweiber abärgern. Mein Herr bot den freundlichen Leuten selbstverständlich sofort die Unterstützung der jortsschen Krieger gegen solche Plagen an und erhielt im Gegenzug ein oberleckeres Angebot… die Lieferung von Backwaren, die nun sehr reichhaltig zum Probieren aufgefahren wurden. 

Der Bäckerwirt backt nämlich herzhaftes Brot mit Boskfleisch oder helles mit Trauben, Teigrollen mit Pagacreme, Rambeerkuchen und außerdem Zimtschnecken. Ich konnte mein Glück gar nicht fassen, denn mein Herr erlaubte mir alles für ihn vorher zu probieren, weil er von seiner Probiersklavin natürlich wissen wollte, auf was er sich da einließ. Die Pagacreme-Rollen fand ich nicht so überzeugend, aber der Rambeerkuchen und auch die Zimtschnecken hatten es mir gewaltig angetan. Am besten schmeckte alles übrigens beim zweiten und dritten Bissen, denn meinem Herrn war es selbstverständlich sehr wichtig, auf Nummer sicher zu gehen… nicht auszudenken, wenn meine Gourmetzunge mich hinters Licht geführt hätte und nur der erste Happen wäre lecker gewesen!


Ein bisschen gejarlt wird in diesem Dorf allerdings auch, denn es gesellte sich schließlich noch ein weiterer Herr dazu, der als Dorfjarl und Fischer vorgestellt wurde. Aber vielleicht kann man über das Gejarle auch hinweg hören. In Anbetracht der gebackenen Köstlichkeiten, fand ich den Vorschlag meines Herrn jedenfalls sehr angebracht: „Vielleicht solltest du deine Terrasse erweitern, wenn ihr regelmäßig Besuch bekommt?“ Viele Sitzgelegenheiten gab es dort nämlich nicht und es war ziemlich eng um den Tisch herum. Nach dem ersten Besuch meines Herrn in diesem Dorf bin ich mir nämlich fast sicher, es war bestimmt nicht sein letzter! ;-)

Montag, 6. März 2017

Ein Kalana der besonderen Art…

…lässt leider weiter auf sich warten und ein glasernder Handwerker auch.

„Arya, zieh dir mal etwas an, sonst denken alle ich bin arm. Wir gehen auf den Markt in Belnend. Vielleicht haben wir dort Glück und finden einen Handwerker, der uns im neuen Haus das Fenster verglast.“ Nur logisch, dass ich nach dieser Ankündigung ein Kleidungsstück wählte, in dem meine weiblichen Vorzüge gut zur Geltung kamen und mein Herr oder andere Freie sich trotz des roten fast Nichts noch an meinem wenig bedeckten Sklavenkörper erfreuen konnten. 


Mir gefiel übrigens sehr, dass mein Herr für die Reise an meinem Kragen eine Kette samt Schloss befestigte, bevor wir zum Hafen liefen, um dort auf den Sattler und seine Kajira zu warten. Da nicht ganz klar war, ob der Herr tatsächlich mitreisen wollte, schlug ich vor, ich könnte schnell zu seinem Haus laufen, um dies in Erfahrung zu bringen. Doch der Sattler tauchte mit Laya auf, kaum dass mein Herr wundervoll besitzergreifend bestimmt hatte: „Nein, nein… die Kette bleibt wo sie ist und du auch, Arya.“ 

Am Schiffsanleger von Belnend trafen wir vollkommen überraschend auf die jortssche Wirtin, die dort mit einer Wilden gerade über einen Kajirus verhandelte. Der Preis für den Kerl betrug bei unserem Eintreffen 5 tote Nordmänner... eine äußerst merkwürdige Forderung, die mein Herr auch sofort als Unding bezeichnete, denn wer handelt mit Toten? Auch der Sattler war sichtlich irritiert und wies darauf hin, wie schnell solch ein Zahlungsmittel gammelt und stinkt, für ihn aber als Bezahlung für seine Lederarbeiten selbstverständlich sowieso nie in Frage käme. 

Die Verhandlungen waren offensichtlich nicht nur für mich nicht nachvollziehbar und ich war wirklich erleichtert, dass mein Herr den Sattler bald aufforderte: „Komm, dieses Geschäft geht uns nichts an... hehe, ich handel sowieso nicht mit Toten!“ Zum Glück verließen wir den Schiffsanleger für mich gerade noch rechtzeitig und machten uns in die Stadt auf, nämlich bevor sich mein bereits gefährlich krampfender Magen endgültig umdrehte bei dem ekeligen Gespräch über das Verspeisen von Menschenfleisch, das die Wilde gerade als sehr schmackhaft anpries. 

Puhhh… in Belnend war schreckliches Gedrängel, das für Märkte typische Musikantengedudel fehlte auch hier wieder nicht und zusätzlich herrschte solch ein Stimmengewirr, dass man kaum sein eigenes Wort verstand. Trotzdem war die Stimme des belnendschen Kommandanten deutlich heraus zu hören, der sich gerade darüber ausließ, wie er einen Verletzten vor den Toren seiner Stadt aus dem Wasser gefischt hatte und dem Mann mit Übungen auf dessen Brust sowie Atem aus seinen eignen Lungen dazu verholfen hatte, die halbe Thassa wieder heraus zu würgen.


Mein Herr schob sich sofort durch die Menschenmassen in Richtung des Kommandanten, denn noch hatte er die Hoffnung auf den seinerzeit beim Wagenrennen versprochenen, von diesem Krieger persönlich servierten Kalana nicht aufgegeben. Erst vor einigen Tagen hatte ich ihn als seine Erinnerungskajira an diesen noch ausstehenden Wein der ganz besonderen Art erinnert und war wirklich sehr gespannt darauf, da ich noch nie erleben durfte, wie der Befehlshaber einer Stadt dem Hauptmann einer anderen Stadt einen Kalana serviert. Trotz des Gedrängels auf dem Marktplatz, entdeckte übrigens auch der Kommandant meinen Herrn und ebenfalls den Sattler.

Er begrüßte beide sichtlich erfreut und nannte mich wie immer „Dina“, denn ein Freier kann eine Kajira nennen wie er will, auch wenn mein Herr ihn deswegen später als „nicht lernfähig“ bezeichnete. In Sachen Glaser konnte der belnendsche Kommandant leider jedoch nicht weiterhelfen und wurde auch bald durch lautes Gebrüll zur Stadtmauer gerufen, wo irgendjemand anscheinend das Tor herunter gelassen hatte. Während mir klar wurde, dass es außer einem Zimmermann auf diesem Markt keine Handwerker gab, entschieden mein Herr und der Sattler, sich ein wenig aus dem Trubel zurückzuziehen, da man bei dem Wortschwall etlicher Freier und Unfreier kaum sein eigenes Wort verstand.

Sie ließen sich etwas abseits auf einer Bank nieder und mein Herr erkundigte sich: „Sattler, was hältst du davon, wenn wir uns von unseren Mädchen etwas zu trinken und zu essen holen lassen?“ Letzterer war von dieser Idee natürlich sofort angetan. Da meine frühere Herrin einige Zeit in Belnend gewohnt hatte, kenn ich mich im Gasthaus dieser Stadt eigentlich noch ganz gut aus, war aber erfreut über die Hilfsbereitschaft einer dunkelhäutigen Kajira, die Laya und mich nun darüber aufklärte, was es an Speisen gab, sodass wir für das leibliche Wohl unserer Herren bestens sorgen konnten. Wegen der gigantisch hohen Wucherpreise in Belnend und des vom Kommandanten nicht servierten, kostenlosen Kalanas, bestellte mein Herr allerdings nur einen Becher Paga.

Ich bekam von seinem leckeren Essen wie immer etwas ab und auch der Sattler verfütterte etliche Happen an Laya, während er meinem Herrn erzählte, dass er keine mageren Kajirae mag und die außerdem nur schlechte Preise bringen. Args… wie erwartet wurde mein Herr sofort hellhörig und bekundete sein grundsätzliches Kaufinteresse an dieser Sklavin. Ich gestehe, die Sattlerkajira nun eingehend musternd verging mir ein wenig der Appetit, denn mit ihren großen Brüsten kann ich leider nicht mithalten. Doch das ließ ich mir selbstverständlich nicht anmerken, zumal Laya zurzeit auch nicht verkauft werden soll. Stattdessen strahlte ich meinen Herrn an, weil er mir nun erlaubte, die Reste seines Essens zu verputzen.


Als es auf dem Marktplatz irgendwann etwas ruhiger geworden war, schickte mein Herr mich noch einmal wegen eines Glas-Handwerkers los. Selbstverständlich nahm ich das Geschirr gleich mit zum Gasthaus, stellte Teller und Becher allerdings nur schnell neben der Spüle ab, denn von draußen war sehr laut die Stimme des Kommandanten zu hören: „Dina? Hab ich da gerade Dina vorbeilaufen gesehen? Dinaaa??“ Eilig flitzte ich zu ihm. „Sag mal, Dina... ist dein Herr noch in der Stadt? Ich musste vorhin doch zum Tor und habe ihn schon gesucht, denn als ich zurückkam, war er nicht mehr da.“ Natürlich war mein Herr noch in Belnend… er würde mich doch nicht alleine zurücklassen, wenn er sich auf den Heimweg macht! Leider wurde an diesem Tag jedoch nichts mehr aus der Fortsetzung des Gesprächs zwischen den beiden Kriegern.

„Dina? Jetzt sehe ich dich erst… schön, dass ihr uns besucht“, lachte nun auch der Krieger neben dem Kommandanten, bei dem es sich um einen meiner früheren Herren handelte. Auch ich freute mich, ihn nach seinem Besuch vor kurzem in Jorts Fähre so bald schon wiederzusehen. Ich erzählte den beiden noch, wo sich mein Herr aufhielt, wurde dann aber entlassen, um mich auf die Handwerkersuche zu machen. Lustig fand ich übrigens die Bemerkung meines früheren Herrn zum Abschied: „Pass auf dich auf, Süße!“ Ich lächelte ihn an und erwiderte kess: „Das tue ich immer, Herr. Auch eine Kajira ist sich selbst nämlich manchmal die nächste… obwohl sie nur eine Kajira ist!“ Inzwischen hatte ich es aber wirklich eilig, wegen des gesuchten Handwerkers weiter zu kommen.

Ich hoffte, den Zimmermann auf dem Markt zu entdecken, den ich bei unserer Ankunft gesehen hatte und dass er mir vielleicht helfen konnte. Insofern verkniff ich mir meine Frage nach dem Hinweis des Kommandanten an die beiden neben ihm knienden Kajirae zum Aufpassen: „Soso, das merkt ihr beide euch mal nicht. Nur um das gleich klar zu stellen… Arya ist schon sooooo alt, da kommt es zu Verschleißerscheinungen!“ Zum Glück schaffte ich es, mich bei der Rückfrage der dunklen Sklavin "was meinen Herr? Arya kaputt?" noch zu beherrschen und begann erst zu grinsen, nachdem ich mich umgedreht hatte und mit sanft wiegenden Hüften bereits über den Marktplatz lief. Meine Suche nach dem Zimmermann blieb jedoch leider vergeblich.

Darüber war mein Herr natürlich nicht erfreut, hatte aber wohl auch nicht wirklich damit gerechnet, einen Glaser zu finden. Er verstand übrigens genauso wenig wie ich, welche Verschleißerscheinungen der Kommandant an mir gesehen hatte und meinte zum auf mich Aufpassen nur: „Hehe… ich bin ja dafür da, um auf dich aufzupassen, Arya!“ Oh ja und wie… gleichzeitig packte er mich nämlich mit festem Griff am Kragen und befestigte erneut die Kette daran, damit ich ihm nicht abhanden komme. ;-)))