Montag, 30. November 2009

Wieder zuhause in Kasra

Nach einer langen, staubigen Heimreise über die alte Salzstraße kam unser Tross spät am Abend wohlbehalten in Kasra an. Ich glaube, nicht nur meins, sondern alle unsere Herzen machten Luftsprünge, als wir die vertrauten Mauern endlich am Horizont im sanften Licht der drei Monde und der vielen am Himmel funkelnden Sterne auftauchen sahen. Erleichtert hörten wir von unseren Wächtern, dass es keine Zwischenfälle während unserer Abwesenheit gegeben hatte. Während meine Kettenschwester schon das viele Gepäck entlud, spannte ich erschöpft, aber glücklich schnell die Bosks ab und versorgte sie wieder mit reichlich Futter und Trinken... sie hatten sich ihre Extraportion wirklich verdient. Eigentlich war ich noch ganz aufgekratzt von dem großen Erfolg unserer ersten Theater-Reise, aber kaum hatte ich mich an diesem Abend am Fußende des Fells meiner lieben Herrin hingelegt, schlossen sich wie von alleine meine vor Müdigkeit bleischweren Lider für einen traumlosen, tiefen Schlaf.

Früh am nächsten Tag erwachte ich mit dem ersten Sonnenstrahl. Meine liebe Herrin schlief noch und ich schlich mich leise die steile Leiter hinunter, um mich gutgelaunt und erholt an die vielen, nach so einer langen Reise erforderlichen Arbeiten zu machen. Gerade fertig damit, erschien auch schon meine Herrin mit den üblichen Gelüsten nach ihrer heißen Milch mit Honig, die sie in der Herberge zu sich nehmen wollte. Dort herrschte emsige Betriebsamkeit, denn auch unser Herr Diplomat und Wirt war bereits auf den Beinen.
Ich wollte gerade mit der Zubereitung der Milch beginnen, als er ankündigte, dass er mich noch zu sprechen wünschte. Mir fuhr bei seinen Worten ein ziemlicher Schreck in die Glieder. Leicht nervös begann ich zu überlegen, ob ich vielleicht etwas falsch gemacht hatte? Siedend heiß fiel mir sofort ein, seine Erste hatte mich doch beim Paddeln auf dem Fayheen erwischt! Na, die würde was erleben, wenn sich herausstellte, dass sie mich verpetzt hatte. Doch es kam ganz anders! Er lächelte mich freundlich an, als ich vor ihm kniete und lobte mich!! Er lobte mich dafür, dass ich mich während der Abwesenheit meiner Herrin so gut um die Vorbereitungen für die Theatertournee gekümmert hatte... und das tat er vor allen Anwesenden in der Herberge!!! Ich kann gar nicht beschreiben, wie stolz ich über dieses Lob war, denn es ist doch eigentlich selbstverständlich, dass ich die mir übertragenen Aufgaben gewissenhaft und ordentlich erledige, um meine Herrin oder andere Freie zu erfreuen. Ich glaube, die Feuer in der Herberge hätten gelöscht werden können, der Raum wäre alleine von meinem Strahlen beleuchtet worden.

Im Laufe dieser Hand kehrte in Kasra schnell der Alltag wieder ein... alle gingen ihren Geschäften und Tätigkeiten nach wie immer. Allerdings wurden schon neue Pläne geschmiedet, wohin die Theatertruppe das nächste Mal reisen könnte. Mir wurde aufgetragen, die genannten Städte für unseren Diplomaten auf einen Zettel zu schreiben.
Leider ist es mir nicht gelungen, die Notizen ohne Tintenkleckse anzufertigen. Ganz in Gedanken hatte ich auch noch ein Strichmännchen auf den Rand gemalt und überreichte dem Herrn etwas ängstlich mein Werk. Doch welch ein Glück war dieses Männchen... er erkannte es als ein Bild von sich und war begeistert!
Ich habe mir schon öfter überlegt, ob er überhaupt lesen kann, denn das macht eigentlich seine Erste immer für ihn.

Ungewöhnlich waren in dieser Hand die vielen Besucher in Kasra, fast ausnahmslos Krieger, die auf der Suche nach einem neuen Heimstein waren. Zu meinem Leidwesen habe ich von den Gesprächen unseres Regenten mit ihnen nicht viel mitbekommen, Neugier steht ja einer Kajira nicht. Ich vermute jedoch, dass unsere Wachen Verstärkung bekommen haben.
Ein Herr ist mir besonders aufgefallen. Es war ein Abend, an dem meine Herrin sehr früh zurückgezogen hatte und ich noch einmal zurück in die Herberge ging, weil ich nicht einschlafen konnte. Er erzählte gerade von seinem traurigen Schicksal... dass er durch ein Unglück sein Gedächtnis verloren hatte und vollkommen mittellos war. Nebenbei fragte er mich ein wenig aus, wem ich gehöre und ob ich Restriktionen habe, was ich verneinte. Als ich dann den Mund öffnen sollte, fiel es mir jedoch wieder ein! Mit hochrotem Kopf klappte ich meinen Mund schnell wieder zu und beichtete, dass ich ganz aus Versehen etwas verschwiegen hatte. Ich darf keinen Paga trinken! Das hätte ich fast vergessen zu sagen. Er lachte mich aus, denn er wollte mir keinen Paga in den Mund gießen, sondern nur meine Zähne sehen.
Die Information von Sir C., dass unsere Wachen bestimmt noch weitere Krieger zur Verstärkung gebrauchen können, veranlasste ihn, erst einmal in Kasra zu bleiben, um am nächsten Tag mit unserem Regenten oder dem Leutnant der Wache über sein Bleiben zu sprechen. Er ließ sich von mir einen Schlafplatz am Lagerfeuer vor unseren Stadtmauern zeigen und meinte noch, dass ihm die Wärme des Feuers genüge und er meine Dienste nicht mehr benötigte. Seufzend legte ich noch ordentlich Holz nach und zog mich leise zurück. Am nächsten Tag erfuhr ich, dass die Nacht wohl doch ziemlich kalt war… tja… er wollte ja nicht von mir gewärmt werden!


Zum Ende dieser Hand musste meine liebe Herrin erneut reisen. Als ich sie zum Hafen begleitete, trug sie mir auf, dort zu warten, um ihren guten Freund, den Händler Sir N., der mit dem nächsten Schiff ankommen würde, auf eine Reise zu begleiten. Traurig schaute ich ihrem am Horizont verschwindenden Schiff hinterher. Doch schnell packte mich eine große Aufregung, weil ich nicht wusste, wohin Sir N. mich mitnehmen würde. Die Reise ging zu einer Insel mit einer großen Arena, wo ein riesiges Kaissa-Brett auf Spieler wartete. Lange Listen mit Spielernamen hingen dort aus. Ich kombinierte, dass Sir N. sich vermutlich im Auftrag meiner Herrin nach einem Kaissa-Spiel für Kasra umsah, denn darüber hatte sich meine Herrin gerade diese Hand mit unserem Regenten und anderen Freien im Feuerkrug unterhalten.

Zuletzt entdeckten wir noch ein anderes Spiel... ein Brettspiel, das sich Zar nennt. Ich kannte es aus meiner Zeit in der Tahari, denn dort ist dieses Brettspiel weit verbreitet. Aber das Tollste war, ich durfte eine Runde mit Sir N. spielen! Und es kam noch toller... ich habe gewonnen!!... oder hat er mich gewinnen lassen?

Erst sehr spät in der Nacht legte unser Schiff wieder in Kasra an. Niemand war zu sehen, alle Bürger schliefen bereits, nur unsere unermüdlichen Wachen patroullierten auf der Stadtmauer. Traurig stellte ich fest, dass meine liebe Herrin nach ihrer Reise leider noch nicht wieder zuhause war. Ich hätte ihr so gerne von meinen Erlebnissen berichtet. Doch sollte ich diese Nacht nicht alleine im Sklavenhaus sein. Sir N. wollte erst am nächsten Tag weiter reisen und zog mich zu sich ins Gästebett, in seine starken Arme………….
Was für eine Nacht... und der nächste Morgen erst! *färbt sich dunkelrot*… das von ihm entfachte Sklavenfeuer in mir ließ mich fast verglühen… ich diente Sir N. mit aller Leidenschaft und Hingabe einer rotseidenen Kajira!!!

Hoffentlich besucht er meine liebe Herrin bald wieder. :-))

Freitag, 20. November 2009

Die Theateraufführung in Torcodino

Darstellerinnen:
Sira – Theaterdirektor
Sandra – Lady A
Stoo – Sklavenhändler
Sina – Lady B und Milo
Dina – Talena und Wachmann

Regie:
Meine liebe Herrin, Lady Teddy Pinion

Nach einem erholsamen Schlaf erwachte ich am nächsten Morgen etwas verwirrt in der fremden Umgebung des Gästehauses in Torcodino. Meine liebe Herrin schlief noch tief und fest und so schlich ich mich leise aus dem Haus, um die Stadt zu erkunden und nach den Bosks zu sehen. Diese grasten zufrieden vor dem Stadttor, so dass ich mir um sie keine Sorgen machen musste.

Meinen Durst löschte ich am Stadtbrunnen und lief dann zur Arena, um aus unseren mitgebrachten Vorräten Sklavenbrei und das Frühstück für meine Herrin zuzubereiten. Dort traf ich auch schon auf Sira und Sandra, die mit letzten Arbeiten an den Kulissen beschäftigt waren.

Der Tag verging wie im Flug und viel zu schnell trafen die ersten Zuschauer in der Arena ein. Langsam stieg meine Nervosität und alle Darstellerinnen begannen sich in ihre Kostüme zu zwängen. Für mich war das am wenigsten aufwändig, da ich in den ersten drei Akten eine Kajira spiele und daher schon fertig umgezogen war.

Die große Arena Torcodinos füllte sich schnell immer mehr... neugierig lugte ich immer wieder durch den Vorhang und entdeckte auch einige bekannte Gesichter. Ich staunte, vor so vielen Menschen hatten wir noch nie gespielt. Hoffentlich ging nichts schief! Dann ging es endlich los......




Ich mache es kurz, die Aufführung klappte hervorragend und das, obwohl wir sie schon lange nicht mehr gespielt oder geprobt hatten. Wir bekamen richtig viel Beifall und sogar Zugabe-Rufe. Überschwänglich verbeugten wir uns alle immer wieder vor diesem tollen Publikum. Der einzige Zwischenfall war, dass der Vorhang sich ein paar Male von alleine schloss...da schien es irgendein technisches Problem gegeben zu haben *grinst zu Momo*.

Vor unserer Abreise wollten alle noch unbedingt das legendäre Teehaus von Torcodino aufsuchen. Meine Herrin hatte vorher ja von Sir N. schon davon gehört und zu Kuchen eingeladen. Sie war von der Farbgestaltung und dem Ambiente dort so begeistert, dass sie mehrfach versuchte, den Wirt von Kasra davon zu überzeugen, dieses als Vorbild für seine Herberge zu nehmen. Unverständlicherweise lehnte er brüsk ab.




Spät am Abend dann, nachdem wir die letzten Dinge auf die Wagen verladen hatten, rumpelten wir mit diesen aus dem Tor von Torcodino hinaus und lenkten die Gespanne auf die beschwerliche, lange Rückreise nach Kasra. Diesmal achtete ich allerdings darauf, wegen dem vielen Staub nicht wieder am Ende unserer kleinen Karavane zu fahren. Ich wäre gerne noch einen Tag geblieben, aber leider hatten meine Herrin und auch die anderen Mitreisenden dringende Geschäfte in Kasra zu erledigen. Aber dies war hoffentlich nicht unsere letzte Theaterreise.

Donnerstag, 19. November 2009

Die Reise nach Torcodino

Seit Tagen schon war in Kasra eine fast hektische Betriebsamkeit zu spüren. Die Vorbereitungen für die große Reise unserer Theatertruppe nach Torcodino erreichten ihr Endstadium und liefen auf Hochtouren. Da meine liebe Herrin einige Tage verreisen musste, übertrug sie mir einen Berg von Aufgaben.

Endlich wurden die tollen Wagen und die Zugbosks von dem Wagenbauer Sir Andi geliefert... wurden Probe gefahren und mussten noch mit ein paar zusätzlichen Sitzplätzen auf den Kutscherböcken ausgestattet werden. Auch unser Wirt sollte es im Wagen neben seinem geliebten Paga bequem haben und die Flaggen Kasras durften an den Wagen selbstverständlich nicht fehlen.

Ich versuchte alles zur Zufriedenheit meiner lieben Herrin zu erledigen, wobei mir doch ein wenig der Kopf schwirrte, denn ich durfte ja nichts vergessen. Nicht nur die unendlichen Kleiderberge meiner Herrin mussten in Taschen und Kisten verpackt und auf den Wagen zu verstaut werden, sondern auch die Theaterkostüme, die Bosks wurden verpflegt und bekamen noch ein paar extra Portionen Futter für den beschwerlichen, langen Weg. Um unsere Verpflegung und die Theaterbühne kümmerten sich zum Glück andere.

Am Abend vor der Abreise knisterte die Luft in Kasra förmlich von der Aufregung aller Kajirae, denn so eine Reise haben die meisten wohl noch nie gemacht. Auch die begleitenden Krieger konnten ihre Anspannung nicht mehr ganz verstecken. Murmelnd hockten sie vor großen Karten zusammen, um die Reiseroute über die alte Salzstraße festzulegen und pflegten ihre Waffen.
























Dann ging es endlich los. Unter lautem Gerumpel rollten die Wagen aus dem Stadttor von Kasra. Der große Planwagen mit der Bühne und den Kostümen wurde von meiner Herrin gelenkt, neben ihr auf dem Kutschbock der Regent von Kasra. Ich musste den zweiten Wagen mit den vielen Sitzplätzen steuern, der neben mir sitzende Goldschmied hatte da keine Lust zu. Über seine Gesellschaft auf dem Kutschbock habe ich mich aber sehr gefreut. Hinten auf den harten Holzbänken saßen die Schreiberin und Sina. Leider war mein Bosk äußerst störrisch und musste massiv mit der Peitsche angetrieben werden *ich glaube, Kasra war kurz vor dem Crash….vor lauter Lag ging da gar nichts mehr*. Das war mir aber natürlich immer noch lieber, als selbst einen Wagen zu ziehen, so wie das erste Mädchen des Wirtes es musste. Der Wirt hatte es sich unter der Plane in dem kleinen Wagen mit seinem Pagafass bequem gemacht und trieb Sira mit motivierenden Worten an. Sandra ritt auf einem Bosk, der den Wagen mit den Vorräten und den anderen Kajirae zog. Ich vermute, ihr tut nicht nur der Po weh *gg*.

Die Fahrt war furchtbar anstrengend. Da der von mir gelenkte Wagen am Ende der kleinen Karawane fuhr, schluckten wir natürlich den ganzen aufgewirbelten Staub. Es knirschte richtig zwischen meinen Zähnen. Die Schreiberin fing schon nach kurzer Zeit an zu jammern, wie unbequem diese Reise doch sei. Zwischendurch sah ich immer wieder nach oben und beobachtete den eleganten Flug des Tarns, der von unserem Leutnant der Wache gelenkt wurde und der unsere Reise wirkungsvoll beschützte.

Nach unendlich langer Fahrt und vielen kurzen Rastpausen erreichten wir irgendwann die beeindruckenden Stadtmauern von Torcodino. Erstaunlicherweise waren die Stadttore offen und unbewacht, so dass wir ungehindert bis auf den Marktplatz fahren konnten. Sina und ich spannten die Bosks aus und brachten sie auf die frischen Blumenwiesen vor dem Tor. Kurz danach tauchte dann doch der Kommandant der Torcodino-Wache auf. Da er wohl unsicher war, wie er mit uns verfahren sollte, holte er den Administrator der Stadt hinzu. Dieser war sichtlich erfreut über unsere Ankunft und hieß uns sehr herzlich willkommen.

Die Anstrengungen des Tages fanden aber noch kein Ende. Die Herren (sogar unser Regent!) waren mit Sägen und Hämmern dabei, die Bühne aufzubauen. Ich hätte den gut gebauten Herren, die sich mittlerweile teilweise ihrer Oberbekleidung entledigt hatten, gerne dabei zugesehen, musste jedoch, wie alle anderen Kajirae, die Vorräte von den Wagen abladen und in der Arena verstauen. Nur die faule Sandra hatte sich natürlich wieder irgendwo verdrückt.
Meine Herrin hatte wohl den anstrengendsten Teil der Arbeit… sie saß auf einer Zuschauerbank und überwachte und dirigierte uns alle.

Der Tag endete im Gästehaus der Stadt mit einem kleinen Fiasko… das einzige Bett in diesem Haus, welches meiner Herrin zugedacht war, war bereits durch eine fremde Herrin belegt. Offensichtlich ein Fehler im Buchungssystem. Meine Herrin zog sich daraufhin grummelnd in den Vorraum zurück, legte sich auf ein geliehenes Fell zum Schlafen und zog etwas unwirsch ihren Umhang eng um sich. Dies bedeutete natürlich, dass alle männlichen Mitglieder unserer Reisegruppe diesen Raum verlassen und sich Schlafplätze im Freien suchen mussten. Erschöpft fiel ich am Fußende des Fells in tiefen Schlaf und träumte von der bevorstehenden Theateraufführung.

Dienstag, 10. November 2009

Grillfest in Kasra…

...zu Ehren unseres neuen und unseres alten Regenten.







Meine liebe Herrin hatte alle Bürger Kasras nach der Wahl von Sir T. zum neuen Regenten zu einem Grillfest eingeladen. Der Termin wurde mit den beiden hohen Herren abgestimmt und dabei selbstverständlich auch Rücksicht auf den Sitzungstermin des Südlandrates genommen. Die Verantwortung für alle Vorbereitungen übertrug sie mir.

Tagelang hatte ich geplant, überlegt und Beschaffungen getätigt und wurde immer aufgekratzter, je näher der Tag des Festes rückte. Die Vorbereitungen haben mir richtig Spaß gemacht, auch wenn ich gerne die eine oder andere Hilfe dabei gehabt hätte, aber egal, es sollte nicht sein.

In der letzten Nacht vor dem Fest konnte ich dann, vermutlich vor lauter Aufregung, nur schlecht schlafen und stand am Morgen schon sehr früh auf. Meine Herrin schlief noch, keine Seele war in Kasra zu sehen. Ich hatte noch einiges zu erledigen und machte mich schnell daran… wollte rechtzeitig vor dem Eintreffen der Gäste mit allem fertig sein.

Als erstes begann ich die Grilltafel auf dem Marktplatz von Kasra zu decken, alle Sitzkissen noch einmal aufzuschütteln und schön auszurichten (Sch...Script... musste jedes Kissen noch einmal resetten). Nebenbei lauschte ich zum Hafen hinunter, um nicht die Ankunft des Händlers zu verpassen, der Kalana, Rence-Bier und ein Tarsk liefern sollte. Pünktlich kam er und half mir sogar noch dabei, das Task auf den vorbereiteten Grill zu hieven. Puuhhh... war das Biest schwer... die inzwischen reichlich vorhandene Glut trieb mir feine Schweißperlen auf meine Haut… nur gut, dass ich meine Tunika rechtzeitig ausgezogen hatte. Meine Schürze sah ziemlich schmutzig aus nach der Wuchterei mit dem Viech. Ein Glück, dass meine Herrin keinen Bosk bestellt hatte. Das Kalana-Fass anzustechen, war ebenfalls nicht so einfach, wie ich es mir vorgestellt hatte. Leider ist es mir auch nicht ganz gelungen, den Hahn richtig dicht zu bekommen. Es tropfte den ganzen Abend etwas, was aber zum Glück wohl niemandem weiter aufgefallen ist.

Endlich waren alle notwendigen Arbeiten erledigt. Ich hatte sogar erfolgreich gegen meine Gelüste angekämpft, ein Scheibchen vom Käse zu probieren. Die Gäste und meine Herrin konnten kommen, nur… niemand tauchte auf. Ich wurde langsam etwas nervös. Dann war meine Herrin jedoch endlich da... schaute sich ziemlich erstaunt um und murmelte was von „Oh...das Fest hätte ich ja beinahe vergessen!“… wie gut, dass sie sich auf ihre Erste verlassen kann!^^

Aber wo blieben denn nur die Gäste? Ich wurde immer aufgeregter, je später es wurde, dachte schon, dass es alle vergessen hatten. Doch dann trudelten die Bürger so nach und nach ein, vor allem auch unser Regent und die Ubara der Aretai, die ihm zum Amtsantritt ein Schwert schenkte. Leider erhielten wir aber auch die Nachricht, dass der Südlandrat schon wieder tagte und unser „alter“ Regent dadurch verhindert war. Der Termin für das Fest war doch mit Rücksicht auf den Rat extra auf den ersten Tag dieser Hand geschoben worden! Grummelnd machte ich meiner Enttäuschung etwas Luft. Aber ich habe auch verstanden, dass diese Sitzung sehr wichtig gewesen sein muss, wohl auch für Kasra, sonst wäre unser zweiter Ehrengast, der "alte" Regent bestimmt in Kasra gewesen.

Es wurde jedenfalls ein schönes Fest, fand ich. Ich glaube, die Speisen haben allen Herrschaften geschmeckt, obwohl meine Herrin wie immer sehr zaghaft an dem Fleisch knabberte... allerdings zu meinem Vorteil. Ich bekam eine Riesenportion von ihr! Mmmmmhh... war das lecker!!! Auch dem Rence-Bier wurde ordentlich zugesprochen, vor allem von unserem neuen Regenten *gg*.

Ich weiss nicht, ob es an dem vielen Bier lag oder weil Sir T. einfach gut drauf war... Er stellte sich jedenfalls zu vorgerückter Stunde auf das schmale Brett über einem großen, mit Wasser gefüllten Bottich und alle Kajirae durften dann mit Larmas nacheinander auf die hinter dem Bottich vorhandene Zielscheibe werfen!! Welch ein Spaß... wir lachten und kicherten... nur trafen wir einfach nicht richtig... hatten ja alle kein "Zielwasser" getrunken. Er stand jedenfalls ziemlich lange dort oben, übrigens toll anzuschauen der Regent... *schwärmt: "welch ein Mann!"* Zwischendurch wurde er von Sir S. sogar noch mit einem weiteren Bier versorgt, damit er da oben auf dem Brett nicht verdurstete! Irgendwann gelang mir dann der richtige Treffer in die Mitte der Scheibe, der die Verriegelung des Bretts löste... Sir T. plumpste in den Bottich und tauchte pitschenass, lachend und prustend wieder auf. Abtrocknen alleine half nicht, er musste sich umziehen! Zur Belohnung für diesen genialen Treffer durfte ich mir dann noch ein Tarsk-Steak abschneiden :-)

Fazit:
Also... grillen in Kasra ist eine echt tolle Sache... und wenn neue Regenten zukünftig auf diese Weise immer in ihr Amt "eingetaucht" werden, dann sollte unser Regent öfter wechseln... alternativ könnte auch der jetzige die Prozedur zur Verlängerung seiner Amtszeit regelmäßig wiederholen. Ich werde mal versuchen, meiner lieben Herrin diese Idee für die nächste Ratssitzung schmackhaft zu machen.^^


Noch was…
Der Wirt bekam von meiner Herrin eine Kiepe mit einem kleinen Fass seines geliebten Pagas geschenkt. Leider war er aber gestern nicht in Kasra und so überreichte sie Sira das Geschenk, denn die muss es ja tragen, wenn ihr Herr auf Reisen ist.^^ Ich weiß nicht, wem meine Herrin damit die größere Freude gemacht hat… dem Wirt oder Sira?... Sira strahlte jedenfalls für den Rest des Abends irgendwie glücklich vor sich hin :-)

Montag, 9. November 2009

Mal keine Fischsuppe...


... ob ich mal probieren sollte?

Andi baut echt supertolle Sachen... vor allem auch für die niederen Kasten :-)

Donnerstag, 5. November 2009

Wochenrückschau in Bildern...

Kasras neuer Regent, Sir T.
Wahl des Regenten....


Ratssitzung in Kasra


Wir sind allein zu Haus... Sina ist für eine Weile auf den Feldern...