Donnerstag, 28. Oktober 2010

Weitere Missgeschicke

Gestern musste ich mich schon wieder abkühlen, diesmal allerdings selber… aber natürlich wieder am Brunnen. Meine Herrin scheint das kalte Wasser aus dem tiefen Schacht für Erziehungsmaßnahmen zu lieben *seufzt*. Und das nur, weil ich einen klitzekleinen, also einen superkurzen Moment von ganz wenigen Ehn, die eigentlich nur ein paar Ihn waren, vergaß meine Schenkel zu schließen.

Ich hatte das plötzliche Auftauchen meiner Herrin neben mir nicht bemerkt, weil ich doch nur Augen für meinen Lieblingsschmied hatte, der nach seinen langen Reisen endlich wieder zurück in Kasra war… und dann noch mit einer eigenen Kajira! Außerdem war ich ja im Auftrag meiner Herrin bei ihm, weil ich ihn wegen der verschollenen Herrin der aufgegriffenen Kajira befragen sollte. Ok, ich gebe ja schon zu, dass ich meine gute Erziehung vergessen hatte und unaufmerksam war… meine Strafe war also berechtigt.

Zum Glück ist meine Herrin ja nicht nachtragend und hatte nach vollstreckter Strafe den Vorfall dann auch schon wieder vergessen. Außerdem gelüstete es ihr nach heißer Milch. Ich weihte die Neue also gleich in die wichtigste Sache im Hause Pinion ein. Sie stellte sich auch recht geschickt an und war schon eine Hilfe beim Servieren in der vollen Herberge, denn die Sklaven der Herbergsleute glänzten mal wieder durch Abwesenheit.

Aber irgendwie schien gestern wohl nicht mein Tag zu sein, denn mir passierte ein weiteres Missgeschick, als ich das Schild meines zweiten Lieblingskriegers in der Herberge an die Holzstütze lehnen wollte. Er hatte mich extra noch ermahnt, damit vorsichtig zu sein und es selbst wie ein rohes Vulo-Ei behandelt, doch es fiel ,kaum dass ich mich wieder umdrehte, mit lautem Geschepper zu Boden. Ich hatte wohl den falschen Anstellwinkel oder so gewählt *grummelt*. Ist ja auch völlig dämlich, so ein Schild rund zu machen…das muss ja umfallen. Warum baut man die nicht eckig? Männer sind einfach nicht praktisch veranlagt.

Wobei ich mich eigentlich frage, warum ein Schild so besonders vorsichtig behandelt werden muss. Es ist doch kein Schmuckstück, sondern ein Metallding um harte Schwertklingen abzuwehren, kann also eigentlich doch was aushalten! Na gut, konnte es ja auch, der Herr entdeckte selbst bei kritischer Betrachtung keinen Schaden an seinem Schmuckschild. So brauchte der Schmied also auch nichts ausbeulen. Vielleicht lag das Getue des Kriegers ja auch daran, dass er doch noch nicht wieder ganz gesund war *überlegt*. Obwohl… er verlangte keinen Kräutertee mehr, sondern wieder von dem guten Kalana.^^

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Dekorativ…


…sagte plötzlich eine tiefe männliche Stimme neben mir, während ich gerade so schön gemütlich auf der Mauer vor dem Sklavenhaus in der warmen Sonne saß und vor mich hin träumte. Alle Hausarbeit war selbstverständlich schon lange erledigt und auch das doofe Protokoll längst geschrieben, dass ich von der letzten Ratssitzung anzufertigen hatte. Meine Herrin war leider nicht da, so dass ich es noch nicht verteilen konnte… sie muss es natürlich vorher lesen. Da Kasra auch sonst ziemlich ausgestorben schien, gönnte ich mir also die warmen Steine der Mauer unter meinem Po.

Ich hatte bei meinen Träumereien niemanden kommen gehört und sprang daher ziemlich erschrocken auf die Füße. Es war unser Hauptmann, mein Lieblingskrieger! Er erkundigte sich sofort, ob es sich auf dieser Mauer denn angenehm sitzt und ließ sich nach meiner Bestätigung dort auch gleich nieder. Tja… nun war der gute Platz belegt. Während er seinen Helm abnahm bestätigte er mir den Komfort auf der Mauer und da Offiziere sowieso dekorativ sein sollen, dieser Platz für ihn also genau richtig ist.

Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile… über das Helmtragen und die damit verbundenen Vorzüge, nämlich Hässlichkeit und Kummerfalten unter einem Helm verstecken zu können. Er klärte mich auf, dass Offiziere immer Kummerfalten auf der Stirn haben, wegen der Sorge um das Wohl ihres Heimsteins und ihre Männer. Allerdings musste ich seeehr dicht an ihn heran rutschen, um seine einzige, kleine Kummerfalte auf der Stirn auch erkennen und fühlen zu können… seine Sorgen schienen sich also in Grenzen zu halten und hässlich ist er ja nun absolut nicht… im Gegenteil! Über die Hitze auf dem Kopf unter so einem Helm konnte ich sogar aus eigener Erfahrung mit ihm fachsimpeln, da ich bei den Theateraufführungen ja so eine Blechdose auch schon getragen habe.

Wir klönten noch eine ganze Weile so über dies und das… über eine eigene, vielleicht rothaarige Kajira für ihn… seine Angst vor einer nach einem Kragen schreienden Heilerin… die Gelüste einer freien Frau ihm die Augenbrauen zu zupfen, obwohl diese einen Gefährten hat *flüstert ganz leise* und ihre Aussage über die Sicherheit eines Hintereingangs und dass der Vordereingang aber viel schöner ist und auch weit offen steht *kaum noch zu verstehen*. Aber über solche Dinge bin ich ja verschwiegen wie ein Grab und tratsche selbstverständlich nichts davon weiter… will ja nicht, dass er mir die Zunge abschneidet *verschließt ihre Lippen demonstrativ mit dem Zeigefinger*.

Obwohl er seine Blicke kaum mehr von meinen Schenkeln wenden konnte und ich davon irgendwie ganz kribbelig wurde, rief ihn leider dann wieder die Pflicht und er machte sich zu seiner Wachrunde auf *seufzt mitleiderregend*.

Samstag, 23. Oktober 2010

Abkühlung

Bei meinem ersten Herrn schon hatte ich die Ansage bekommen, im RP KEINE IMs nebenbei! Das gilt für mich bis heute, einschließlich Telefonate oder Gespräche über Skype. Gut, da ich ja nun wirklich nicht zu den Schnellschreiberinnen gehöre, bleibt mir sowieso nichts anderes übrig. Aber man merkt auch den flinken Tippern an, wenn sie etwas anderes nebenbei machen… so wie kürzlich bei meiner Herrin.

Sie meinte zwar nebenbei ihre Milch in der Herberge trinken zu können, aber so wirklich bei der Sache war sie eigentlich nicht. Ich weiß es schon sehr zu schätzen, dass sie mir zuliebe online kommt *schaut mal dankbar zu Teddy*, aber irgendwie bringt es mir dann doch keinen richtigen Spaß ihr zu servieren, wenn sie anderweitig am Quatschen ist oder einer Quasselstrippe zuhören muss^^. So war ich an dem Abend dann richtig froh, als ein Tarnreiter in unserer Herberge auftauchte und ich damit jemanden gefunden hatte, dem ich nun meine Aufmerksamkeit widmen konnte.

Obwohl er nach seinem Flug auf dem Tarn ziemlich durchgefroren aussah, lehnte er die von mir angebotene heiße Milch, wahlweise mit oder ohne Honig, jedoch ab und bestellte sich Met. Als wohl erzogene Kajira habe ich ihm das Gewünschte selbstverständlich auch gebracht. Aber irgendwie wollte ich dennoch die restliche im Topf übrig gebliebene Milch an dem Mann bringen, hatte ich doch für meine Herrin davon etwas zu viel erhitzt. Da meine Herrin ja weiter geistig abwesend am Tisch saß (immer noch Skype) und keine Anstalten machte, ein Gespräch mit dem Herrn zu beginnen, nutzte ich die Gelegenheit. Ich begann dem Herrn also die Vorzüge einer heißen Milch mit oder ohne Honig zu erläutern… vor allem, wie gesund Milch ist im Vergleich zu Alkohol. Es nutzte nichts… er wollte einfach keine Milch bestellen, dafür aber noch ein zweites Met, dass ich ihm natürlich ebenfalls holte.

Danach zog ich dann das Register meiner medizinischen Kenntnisse und erläuterte ihm die Wirkung von Alkohol in Bezug auf sein… ähhmmm… naja Stehvermögen und das die im Alkohol enthaltenen Weichmacher dem Stehvermögen sozusagen entgegen wirken. Wohlgemerkt, darüber dozierte ich lang und breit im Beisein meiner prüden… Verzeihung… ehrbaren Herrin, wollte ich natürlich sagen. Aber die war ja immer noch „geistig abwesend“ und bekam das wohl alles nicht mit…. naja, sie zeigte jedenfalls keine Reaktion. Die einzige Reaktion des Tarnreiters war leider auch nur, dass er herzlich über meine Ausführungen lachte und mir versicherte, sein Stehvermögen sei auch MIT Alkohol bestens und hätte ihn noch nie im Stich gelassen. Danach ging er in die Felle… leider ohne mich… dabei hätte ich mich doch so gerne von der Wirkung oder vielmehr von der Nichtwirkung von Alkohol überzeugt *seufzt*

Doch ich hatte Glück… brauchte mich nicht still neben meiner geistig abwesenden Herrin zu langweilen… mein Lieblingsschmied betrat die Herberge, um seinen Durst nach getaner Arbeit zu löschen. Da die Wirtin sein geliebtes Ale ja aus dem Programm genommen hat und er das nun angebotene Bier scheußlich findet, trinkt er neuerdings immer Paga. Obwohl ich über das Stehvermögen dieses Herrn ja nicht klagen kann^^, begann ich innerlich immer noch glühend von meinem letzten Thema mit dem Tarnreiter, nun dem Schmied die Vorzüge von heißer Milch mit oder ohne Honig anzupreisen und redete mich immer weiter in Hitze… zumal ich meine Herrin ja noch in geistiger Abwesenheit wähnte. Falsch gewähnt… sie stand plötzlich wortlos auf und ging ohne ein einziges Wort nach draußen. Uuups dachte ich… was ist denn nun los… da ist doch irgendwas im Busch… verabschiedete mich überstürzt von dem Schmied und hastete hinter ihr her.

Weit bin ich nicht gekommen… noch bevor ich die Herbergstür passieren konnte, kam sie mir wieder entgegen, allerdings mit einem Eimer Wasser in der Hand… und zwar Wasser aus dem Brunnen. Sie fauchte etwas davon, dass sie nichts über das Thema Weichmacher mehr hören will, der Schlag auf meinen Kopf im Lydiuskrieg wohl doch etwas heftig ausgefallen sei, ihr Lob mir zu Kopf gestiegen und ich die Herren aus der Herberge treibe. Zumindest sinngemäß hörte sich das so an, denn ich konnte nicht mehr richtig zuhören, weil sie gleichzeitig den ganzen Eimerinhalt EISKALTES!!! Wasser über mir ausgoss. Richtig verstanden habe ich ihre Worte über Abkühlung, die ich offensichtlich brauche… naja…habe die Abkühlung ja auch gefühlt! Meine ganze Sklavenhitze war mit einem Platsch sozusagen hin.

Ich brauch ja wohl nicht weiter beschreiben, wer die nasse Abkühlung hinterher wieder weg wischen musste… danach habe ich dann auch lieber meine Klappe gehalten…. so kann man sich über Abwesenheit und nicht zuhören eben täuschen!

((…wollte doch nur mal sehen, wann sie ihr Skype-Gespräch endlich beendet :-))

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Farbenproblem?

Meine Herrin schlief noch, als ich mich gestern vor ihrem Haus mit dem Besen ein wenig nützlich machte. Ich gebe zu, obwohl Neugier einer kajira ja nicht steht, war ich trotzdem neugierig, hatte ich doch metallische Geräusche aus der Schmiede nebenan gehört. Die Fegerei des Vorplatzes schien mir da eine geeignete Möglichkeit für unauffällige Nachforschungen. So lernte ich auch Lu kennen, die Leihkajira unseres Schmieds, die mit einem Eimer in der Hand auf dem Weg zum Brunnen war. Leider konnte ich sie nicht lange genug aushorchen, um mehr über ihren Herrn in Aventicum zu erfahren und warum er sie in die Obhut des Schmieds gegeben hat, aber dies kann ich ein anderes Mal vielleicht noch nachholen.

Nachdem Lu mit dem vollen Eimer wieder in der Schmiede verschwunden war, fegte ich mich also Stück für Stück näher an das große Tor der Schmiede und erfuhr so, dass der Schmied dabei war, Pfeilspitzen herzustellen. Es war schon ein toller Anblick, dem Spiel seiner starken Muskeln zuzuschauen, während er ein Metallstück bearbeitete*seufzt* Lu musste ihm bei seiner Arbeit helfend zur Hand gehen, stellte sich aber trotz der genauen Anweisungen ziemlich ungeschickt dabei an. Sie schien von handwerklichen Dingen absolut keine Ahnung zu haben. Da sie bei diesen Arbeiten immer noch Seide trug und keine einfache Arbeitstunika, fragte ich mich, welcher Kaste ihr Herr wohl angehören mag.

Wie diese schöne Seide nach Beendigung der Arbeiten aussah, konnte ich leider nicht mehr beobachten, da hinter mir plötzlich die Sklavenhaustür aufging und meine Herrin erschien. Zum Glück war ich ja wieder am Fegen, so dass sie nichts von meiner Neugier bemerkte. Sie hatte sich mit einem neuen lila Kleid richtig schick gemacht. Allerdings fiel mir sofort auf, dass sich meine rote Tunika mit der Farbe ihres Kleids fürchterlich biss, bin ihr aber erst einmal in die Herberge hinterher geeilt, um ihre heiße Milch zuzubereiten. Dann hielt ich es jedoch nicht mehr aus und machte sie flüsternd auf UNSER Farbenproblem aufmerksam. Puuhhh… das wäre bei meiner Wortwahl fast in die Hose gegangen… selbstverständlich hatte meine Herrin kein Farbenproblem! Nur knapp bin ich an einer Strafe vorbeigeschliddert und war ziemlich erleichtert, mich schließlich zum Umziehen nach Hause verdrücken zu können.

Tja, dann kam die Qual der Wahl… welche Tunika passt zu dem lila Kleid? Eigentlich am besten meine lila Seide, aber Silks darf ich ja leider nur zu besonderen Anlässen anziehen. Damit wäre sie also bestimmt nicht einverstanden gewesen. Mal wieder stellte ich fest, dass ich einfach nicht genug anzuziehen habe und entschloss mich schließlich für Schwarz… das passt immer, dachte ich mir. Und so war es auch… in ein Gespräch mit der Wirtin vertieft, verlor meine Herrin kein Wort mehr über meine Wahl, was bei ihr mit einer Zustimmung gleichzusetzen ist, und beachtete mich nicht weiter. Dafür wurde ich aber umso mehr von dem Vertreter unseres Regenten beachtet. Nach seinen Blicken zu urteilen, gefiel ihm offensichtlich mein Outfit… sehr sogar… oder gefiel ICH ihm?

Eigentlich war der Herr ja am Essen, doch ich genoss seine Aufmerksamkeit so sehr, dass ich mir nicht verkneifen konnte, mich noch einmal kokett um die eigene Achse zu drehen und ihm damit die Gelegenheit zu geben, mich von allen Seiten zu betrachten. Meine Wirkung auf ihn war nicht zu übersehen: Er hatte bei meinem Anblick anscheinend aufgehört zu kauen und vor allem vergessen zu schlucken, denn sein Unterkiefer war mit vollem Mund staunend heruntergeklappt. Dies blieb natürlich nicht ohne Folgen… in seinem Bart hatte sich eine ganze Vorratskammer aus Essensresten breit gemacht :-)

Dieser Anblick gefiel meiner Herrin natürlich ganz und gar nicht, so dass sie mir prompt befahl, den Krieger zu säubern. Mit aller, wegen den anwesenden Herrinnen gerade noch schicklichen Hingabe, kam ich dieser Aufforderung selbstverständlich gern mit Wasser und einem sauberen Rep-Tuch sofort nach. Nicht nur mir, sondern ich glaube auch dem Rarius haben meine Säuberungsaktionen sehr gut gefallen, da ich dabei ja nun direkt und vor allem dicht vor ihm kniete. So kam er, natürlich vollkommen „unbeabsichtigt“ zu dem einen oder anderen guten Einblick und ganz „zufälligen“ Berührungen meiner weiblichen Reize. Wegen einer „unerwarteten“ Gewichtsverlagerung lag ich sogar plötzlich auf ihm *seufzt*… und das in Gegenwart von freien Frauen!^^

Es ist wohl wirklich mal wieder an der Zeit für einen Herrenbadetag in Kasra!! :-))

Freitag, 15. Oktober 2010

Weibertratsch der Oberzicken

…und worüber?... natürlich über Männer!

Nachdem sich tagelang kein weiblicher Rockzipfel in der Herberge gezeigt hatte und diese von den Herren wieder zur Taverne umfunktioniert worden war… gestern Abend dann das genaue Gegenteil. Kein Mann mehr weit und breit in Sicht, so dass meine Herrin, die Hausbauerin und die Händlerin in der Herberge eine Tratsch- und Zickenrunde veranstalteten zum Thema „Männer“. Da denkt man immer, diesen prüden Ladys reicht weibliche Gesellschaft! Nein,nein…. allen dreien war sofort aufgefallen, dass die Männer fehlten. Auf die Frage, wo die denn alle hin sind, fasste meine Herrin trocken zusammen: „Rudwin krank, Brad betrunken, Luc im Wachhaus, Soran mit Harold im Archiv verschollen, Georg vermutlich in der Schmiede eingeschlafen, Sid und Teibar keine Ahnung.“

Prompt kam von der Hausbauerin, dass Kasra neue Männer braucht. Sie schlug vor, einen Heiratsmarkt zu veranstalten in der Hoffnung, dass auch meine Herrin dann vielleicht einen Gefährten finden könnte. Das war natürlich wiederum das Stichwort für meine Herrin. „Danke, das letzte was ich brauche sind NOCH mehr Kandidaten“, fauchte sie die Hausbauerin an, die aber natürlich nicht locker lies und sich erkundigte, ob der Richter meiner Herrin immer noch den Hof macht, wo die beiden doch so ein nettes Paar wären.

Meine Herrin lehnte höflich dankend, aber dafür umso resoluter ab und lenkte das Gespräch geschickt darauf, dass sie ein Fan von Blau Gelb sei. Das sind ja ihre Kastenfarben und ihr würden diese Farben auch bei einem Paar gut gefallen, z.B. wenn der Blau tragende Richter die gelb gekleidete Hausbauerin zur Gefährtin nehmen würde.

Nun war die Hausbauerin mit abwiegeln dran, was sie natürlich mit der ihr eigenen typischen Hochnäsigkeit tat. Sie gab tatsächlich von sich, dass sie die Suche nach einem Gefährten endgültig aufgegeben habe, nachdem ihre Heiratsanzeigen seinerzeit nicht den gewünschten Erfolg gebracht hatten. Angeblich waren die Herren alle ihrer nicht würdig. Naja… wer‘s glaubt… ich denke eher, die sind alle schnell abgehauen, als sie merkten, wie arrogant und vor allem hochnäsig diese Lady ist. ;-)

Es wurden noch einige weitere mögliche Heiratskandidaten erörtert, wobei auch die Händlerin kräftig mitmischte, aber dann das Thema mit der Erkenntnis abgeschlossen, das Problem sei ja gar nicht, dass Kasra keine Männer hat, sondern dass diese nur einfach nicht da sind! Na endlich! Für diese Erkenntnis hatten sich die Damen ganz schön lange die Köpfe heiß geredet. Dabei sind sie doch sonst alle so schlau.^^ Die Zickereien gegeneinander gingen sogar so weit, dass meine Herrin die Bestellung einer Sklavin stornierte, weil die Hausbauerin sich erdreistete, ihr Ratschläge für meine Erziehung geben zu müssen. *tsts*

Achja… und ich soll angeblich von dem Krieg in Kassau ein Trauma haben und bin deswegen kein Aushängeschild… oder war das wegen was anderem? *grummelt vor sich hin und macht eine wegwerfende Handbewegung* alles unwichtige Weibergeschichten… mit mir ist alles in bester Ordnung, nur farblich passe ich irgendwie nicht so ganz ins Bild! :-))

((War echt ein tolles IC-Rumgezicke der arroganten Weibsbilder :-))

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Wieder zu Hause

Ach…was habe ich mich gefreut nach meinen Abenteuern auf dem Feldzug wieder zurück in Kasra zu sein! Leider bekam mein Glück einen ziemlichen Dämpfer, als ich feststellte, dass meine Herrin krank war, als ich nach Hause kam. Kaum lasse ich sie mal für ein paar Tage alleine… schon fliegt sie ein Virus an! Vermutlich hat sie ihre stärkende Milch mit Honig nicht getrunken... ich werde mit der Handelskette wohl mal ein ernstes Wort reden müssen! *seufzt*

Nagut…dadurch entkam sie der Ratssitzung… wobei ich nicht weiß, ob es ihr in diesem Fall in den Kram passte, was der Rat beschlossen hatte. Die Ernennung des Kriegers Luc zum Hauptmann der Wachen ist ihr bestimmt sehr recht… hält sie doch sehr große Stücke auf ihn. Aber bei der anderen Ernennung bin ich mir nicht so sicher… da hätte sie vielleicht gerne mitgemischt. Ich kann ihr nicht mal erzählen, was im Einzelnen so alles besprochen wurde, da ich an dem Abend ja die Gäste in der Herberge bedienen musste, was wohl auch ganz gut war, denn es waren Herren, die wegen des Salzhandels nach Kasra gekommen waren und eigentlich unseren Regenten zu sprechen wünschten. Immerhin bleiben sie dank meiner Bedienung so lange, dass der neue Regentenvertreter nach der Sitzung noch kurz mit ihnen sprechen konnte. Leider half das aber wohl auch nicht weiter.

Da der Virus weiter in meiner Herrin tobte und ihr Inneres wohl komplett nach außen krempelte, war ich auch den nächsten Abend wieder ohne sie in der Herberge. Es war sowieso recht wenig los an dem Abend und vor allem waren überhaupt keine freien Frauen anwesend. Da konnten sich die Herren zur Freude von Nakisa und mir mal so richtig ungezügelt geben *wird rot*. Komisch war nur, dass ein fremder Herr sich über das Treiben aufregte und, ob wohl er ja angeblich überhaupt nicht prüde war, laut zeternd wieder von dannen zog. Wusste er nicht, dass Kasra auf Gor liegt oder dachte er etwa, Kasras Herren sind Mönche? Na egal… unser Schmied hatte jedenfalls ein ziemliches Nachholbedürfnis nach seiner langen Kur in Kurztal, wo die Kajirae anscheinend wohl nichts taugten, wie er berichtete. Der Abend verging jedenfalls wie im Flug und ich war ganz erstaunt, dass schon der Morgen aufzog, als ich durch die Nebelschwaden nach Hause schlich.

Am nächsten Tag ließ ich mir den Mangel an Schlaf natürlich nicht anmerken und war erleichtert zu sehen, dass es meiner Herrin wieder besser ging… sie konnte sogar schon ihre Milch wieder vertragen. Leider ging es dafür meinem zweiten Lieblingskrieger umso schlechter. Sogar so schlecht, dass er anstelle seines bevorzugten Kalanas einen Kräutertee verlangte… allerdings mit Honig…und zwar mit viiiieeeel Honig. Leider machte er keine Mengenangabe über die Anzahl der Löffel Honig, sondern tastete sich langsam heran. Nachdem er mich immer wieder los geschickt hatte, um noch mehr Honig in den Tee ein zu rühren, waren irgendwann 12 Löffel da drin. Es war eigentlich Honig mit Kräutertee… der Löffel konnte fast in dem Gefäß stehen und dann war es ihm plötzlich zu süß!... tja…Männer und ihre Krankheiten eben :-)

Dienstag, 12. Oktober 2010

Findling


…war also der Name, den Kassaus Wirt mir gegeben hatte… das war sein gutes Recht und ich denke, er wollte mir damit vor allem meine Stellung deutlich machen. Ich mag den Namen Dina ja sehr… wurde von allen meinen Herrschaften bisher so genannt... mein Branding, auf das ich so stolz bin, ist ebenfalls eine Dina… mein erster Herr hat mir das Bild einer Blume auf die Schulter tätowieren lassen… ein anderer Herr hat mir einmal eine Wüstenblume gepflückt und eine aus Holz für mich geschnitzt. Und nun hieß ich „Findling“. Aber eine kajira besitzt nichts, nicht einmal ihren Namen, und die neue Tunika, die ich nun trug, gehörte auch ihm.

Noch vor weniger als einer Ahn saß ich ausgelassen trällernd in der schönen Badewanne mit warmem, sauberem Wasser und die kajira des Wirts wusch mir mit einem weichen Schwamm sanft meinen Rücken. Ich fühlte mich rundum wohl und strahlte vor Glück, der Einsamkeit und dem unheimlichen Wald in Lydius entkommen zu sein… war dem Wirt dafür unendlich dankbar. Allerdings hatte ich bis dahin auch alle Gedanken über mein weiteres Schicksal verdrängt. Mit dem neuen Namen wurde mir schlagartig bewusst, dass ich ein Mädchen war, dessen Herrin weit weg ist und der für sie zuständige Krieger immer noch verschollen oder sogar tot. Ich kam also auf dem Boden meines Sklavendaseins wieder an.

Nun war ich also im Besitz des Wirtes von Kassau, zumindest zurzeit. Auf meinem Kragen stand zwar immer noch der Name meiner Herrin und kein ehrbarer Goreaner würde sich einfach so an fremdem Eigentum bereichern. Aber es gibt die Frist von einer Hand, in der meine Herrin ihren Anspruch auf mich bei dem Wirt geltend machen müsste. Würde er sie über meinen Verbleib benachrichtigen? Wenn nicht, wie sollte sie dann von meinem Schicksal erfahren. Sie wähnte mich doch immer noch mit dem Krieger Luc auf dem Feldzug!

Diesen Gedanken konnte ich jedoch nicht allzu lange nachhängen, denn der Wirt befahl mir sogleich, seine Gäste zu bedienen. Da ich ja oft in der Herberge von Kasra aushelfen muss, dachte ich eigentlich, dass es hier in Kassau auch nicht viel anders sein kann. Bedienen ist eben bedienen. Falsch gedacht, es war doch anders! Ich bekam zu spüren, dass dieser Wirt ein sehr strenger Herr und vor allem mit einer sehr lockeren Hand ist, denn ich machte natürlich einige Fehler und handelte mir dadurch mehrere Ohrfeigen ein. Es ist doch ein gewaltiger Unterschied, ob ein Wirt zugegen ist und einen kritisch beobachtet oder nicht.

Aber ich hatte ja auch selber schuld. Er schickte mich irgendwann in die Küche, um Braten und Brot für seine Gäste zu holen, mit der Erlaubnis, mir davon auch etwas zu nehmen… vermutlich fühlte er sich von meinem erbärmlich knurrenden Magen gestört^^. Hungrig wie ich nun einmal war, stopfte ich mir also das erste Bratenstück bereits beim Aufschneiden des Fleischs in den Mund, konnte aber auch nicht widerstehen, ein weiteres zu nehmen, als ich bereits mit dem großen Teller auf dem Weg wieder nach draußen war. Ich kam also mit dicken Backen kauend dort an. War ja eigentlich klar, dass er mich strafen würde… es steht einer Sklavin doch kein Essen zu, bevor nicht den Herrschaften serviert worden ist *reibt sich leise grummelnd die Wange bei der Erinnerung*. Ich gieriges Etwas hätte einfach vorher in der Küche zu Ende kauen müssen, dann hätte er wohl nichts bemerkt… oder vielleicht doch?

Merkwürdig fand ich ja auch, dass ich keine Hitze zeigen durfte auf der Terrasse vor seinem Gasthaus. Dabei war der Gast ganz und gar nicht abgeneigt… eher im Gegenteil, und es waren weder freie Frauen in Sicht noch anwesend. In deren Gegenwart würde ich mich so natürlich nie benehmen, wohlerzogen wie ich ja nun mal bin. Ich bin schließlich der Besitz einer ehrbaren, keuschen Trockenpf… ähhmmm… freien Frau und weiß, was sich gehört, wenn Damen anwesend sind. So musste ich die in mir schwelende Hitze also notgedrungen zügeln… und das nach so vielen einsamen Tagen im Wald! Oder dachte er, meine Hitze würde dann später in seinen Fellen nicht mehr ausreichen? :-)


Diese Chance hat er sich an dem Abend entgehen lassen und wird es wohl auch so bald nicht feststellen können. Denn am nächsten Tag, der Wirt und einige Herren aus Kassau unterhielten sich gerade über eine geplante Reise, traute ich meinen Augen nicht, als der Krieger Luc plötzlich auftauchte. Er sah zwar ziemlich ramponiert aus, aber er war es! Ich kann gar nicht beschreiben, wie groß meine Freude darüber war, ihn zu sehen. Trotz der ganzen Blessuren war er für mich der schönste Herr von ganz Gor.

Danach ging dann alles ganz schnell. Luc verhandelte noch kurz mit dem Wirt über die Kosten, die ich verursacht hatte, während ich schnell die Tunika auszog und zurück gab. Die hätte der Krieger sonst nämlich auch noch bezahlen müssen. Dann ging es aufs Schiff und ab nach Kasra. Bei aller Freude wieder zu meiner Herrin nach Hause zu kommen, war ich doch ein wenig traurig darüber, dass es nun auf einmal so schnell ging. Ich hätte Kassaus Wirt doch gerne noch gezeigt, was so alles in mir steckt und vor allem, dass ich lernfähig bin. Aber wer weiß, vermutlich hätte ich andere Fehler gemacht und weitere Ohrfeigen kassiert.^^

((Vielen Dank Archon… hat Spaß gebracht mit dir))

Sonntag, 10. Oktober 2010

Mein OOC – Fazit zum Feldzug

Das muss ich jetzt auch noch loswerden.

Schade, ich hatte mir einiges versprochen im Vorfeld und mich wirklich gefreut, dass meine Herrin mich da mit hingeschickt hat. Dass Luc andere Online-Zeiten als ich hat, wusste ich vorher. Ich habe mich am Freitag zwar bemüht, etwas früher IG zu gehen….hat aber trotzdem nicht gereicht. :-) Das war aber nicht das Hauptproblem.

Am Donnerstag reisten wir also nach Kassau, dort sollte es ein Heerlager geben. Gab es aber nicht. Warum auch immer, wurde sofort nach Lydius aufgebrochen. Dort wurde dann im Wald auf einer Low-PRIM unser Lager errichtet, bis sich eigentlich niemand mehr bewegen konnte. Ein Heerlager in Kassau zum Sammeln der Krieger wäre vermutlich sinnvoller gewesen, Kassau ist immerhin eine Full-SIM. Dort hätte man erst einmal ein wenig Roleplay machen können. Ein Haufen wilder Krieger…Paga und Met…Kajirae…hätte lustig sein können denke ich.

Nun gut…also Lydius Woods. Viel Durcheinander beim Einrichten des Camps…das war in Ordnung. Aber was hatten die ganzen freien Frauen in ihren Festroben da zu suchen? Vor allem…wieso liefen die wie aufgescheuchte Hühner alleine durch den fremden Wald? Luc machte zwischendurch den Vorschlag, sie an Bäumen festzubinden. Leider verhallte der ungehört.

Freitag…ich komme im Camp online. Offensichtlich wurde der Angriff am frühen Abend begonnen. Nach meiner Erfahrung ist Freitag der schlechteste Abend für so ein Unterfangen auf SL-Gor. Fast alle Gor-SIMs sind Freitagabend so gut wie leer. So war es scheinbar auch hier. Mit drei oder vier Kriegern eine Stadt anzugreifen verstehe ich nicht. Man hätte doch mit so wenigen Spielern noch ein wenig Camp-RP machen können…die Umgebung erkunden und ausspähen können.

Nachdem ich dann Archon erspäht hatte, begannen wir ein wenig RP, doch bereits nach wenigen Minuten kam ein Lydius-Kämpfer wie ein Berserker aus dem Gebüsch und schlug uns ohne ein Wort nieder, um dann genauso wortlos zu verschwinden. Das wiederholte sich bestimmt zwei- oder dreimal so. Jedes Mal wenn unsere Meter sich wieder erholt hatten, wurden wir postwendend wortlos niedergeschlagen. Unsere Versuche, zwischendurch RP zu machen, waren damit zum Scheitern verurteilt.

Zum Glück wurden wir irgendwann gefesselt, so dass diese tollen Niederschläge damit endlich aufhörten. Eine Heilerin aus Lydius sollte uns dann wegbringen, dazu hatte sie aber nun gar keine Lust. Sie verschwand dann einfach, kümmerte sich auch nicht um unsere Verletzungen. Archon spuckte dauernd Blut, das hat sie aber in keinster Weise bewegt, ihren Beruf auszuüben.

Irgendwann kam dann Vallis, der erbarmte sich und fing tatsächlich mit uns zu spielen an. Er brachte uns dann nach Lydius und Archon in den Kennel. Mich ließ er einfach vor dem Gitter sitzen, ohne Fessel. Ich spazierte dann seelenruhig durch Lydius…emotete meine Angst, wann immer ich in Chatreichweite von Lydiuseinwohnern war. Keinerlei Reaktion. Ich stemmte dann das Stadttor auf und wanderte zum Hafen. Dort wurde gerade Beowulf von Vallis verabschiedet. Ich versteckte mich ein paar Meter entfernt inklusive der entsprechenden Emotes. Wieder keine Reaktion. Zumindest hat Vallis auch früher noch nie ein Geheimnis aus seiner Abneigung gemacht, mit Kajirae zu spielen.

Dann lief ich noch eine Stunde alleine durch den Wald. Das gab mir dann die Gelegenheit ein wenig per IM mit Kaya zu plaudern…der Wald dort ist absolut sicher für allein herumlaufende Kajirae…ein wunderschönes Ausflugsziel.

Gestern spazierte ich dann wieder durch den Wald zum Hafen. Am Hafen waren Tharkan und Kin in Verhandlungen zum Austausch der Gefangenen. Kins Kajira Sura, die ich vom ersten Tag noch kannte, kniete daneben. Ich schwamm ziemlich auffällig zu einer Böschung, wo ich mich wieder versteckte (inklusive Emotes). Dass auch hier keine Reaktion erfolgte, überraschte mich nicht mehr wirklich. Nachdem die beiden Krieger hochgingen in die Stadt, hockte ich mich neben Sura.

Ich wurde dann auch einfach mit nach Kassau genommen, lediglich der Wirt, der aus dem Kennel geholt worden war, bemerkte freudig, dass ich wieder aufgetaucht war. Kein anderer wunderte sich, dass da mit einem Mal eine zusätzliche, völlig verdreckte und abgerissene Kajira kniete und dann auch mit an Bord ging.

Ich war vorher erst einmal mit Dina und einmal mit einem Alt in Lydius. Beide Male fand RP mit Einwohnern nur sehr zäh und widerwillig statt. Damals dachte ich, ich hätte einfach einen ungünstigen Zeitpunkt erwischt. Nach den Erfahrungen der letzten drei Tage bin ich mir da nicht mehr so sicher. Lydius ist wunderschön und eigentlich spielen dort auch bekannte Spieler, warum mögen die nicht mit mir spielen? Weil ihr Prätor der einzige in SL auf meiner Mute-Liste ist? Das kann ich mir nun doch nicht vorstellen.

Mein Fazit: Es war mal eine nette Abwechslung zum eher ruhigen Spiel in Kasra, aber lieber ruhiges Spiel, als gar kein Spiel. Das was ich von diesem Krieg erlebt habe, war sinnloses Ballerplay.

Zug der Gerechten (Teil 3)

Der Krieg ist zu Ende, Kassau und seine Verbündeten haben die Schlacht verloren. Es gab Gefangene und Verletzte auf beiden Seiten.

Aber der Reihe nach…….

Ich verbrachte eine weitere einsame Nacht in dem fremden, unheimlichen Wald. Das ständige Rascheln und Knistern überall im Unterholz, jagte mir einen Schrecken nach dem nächsten ein. Ich hatte ja nur ein ziemlich kleines Feuer entzündet, um keine Feinde auf mich aufmerksam zu machen, und wusste nicht, ob es reichen würde, wilde Tiere abzuhalten. Dafür machte es unheimliche Schatten, die meine Phantasie manchmal irgendwelche Wesen sehen ließen, richtig gruselig war das. Zusätzlich von schrecklichem Heimweh gequält, schlief ich irgendwann dennoch erschöpft ein.

Alpträume darüber, wie ich ohne meinen Krieger Luc jemals wieder nach Hause kommen sollte, ließen mich am nächsten Morgen früh erwachen. Ich machte ich mich wieder auf die Suche nach ihm. Eines wurde mir beim Durchstreifen dieses unendlichen Waldes jedenfalls klar: Das Leben einer Taluna oder Panther ist nichts für mich. Meine schöne rote Tunika war mittlerweile vollkommen zerrissen und bestand nur noch aus einem kleinen Fetzen, der mehr offenbarte als bedeckte. Ich war insgesamt inzwischen ziemlich verdreckt und meine langen Haare restlos verfilzt. Das Wasser in dieser Gegend ist wunderbar klar und köstlich zu Trinken, aber darin baden hatte etwas von Überlebenstraining, so kalt war es. Also beschränkte ich mich doch sehr bei meiner Körperhygiene.


Irgendwann gab ich dann die Hoffnung auf, meinen Krieger noch zu finden. Mir wurde klar, dass meine einzige Chance, nach Kasra zu meiner Herrin zurück zu kommen, vermutlich darin bestand, mich als blinder Passagier auf ein Schiff zu schmuggeln.
Ich suchte mir also eine geeignete Stelle, um das Treiben am Hafen beobachten zu können und traute meinen Augen nicht, als ich dort die Kajira Sura aus Kassau entdeckte, die neben 2 Kriegern kniete. Vorsichtig schlich ich mich so dicht wie möglich an, ohne entdeckt zu werden und bekam gerade noch die letzten Worte der Herren „dann wollen wir mal sehen, wo wir Kassaus Wirt finden“ mit, bevor sie sich auf den Weg in die Stadt machten. Sie wussten anscheinend nicht, dass er in den Kennel gebracht worden war.

Danach ging alles ziemlich schnell. Ich wurde nun doch unvorsichtig und in meinem Versteck von einer Herrin entdeckt. Von ihr zur Rede gestellt, was ich hier am Hafen zu suchen hätte, wurde auch Sura auf mich aufmerksam, kam herüber und erkannte mich. Mit großer Erleichterung erfuhr ich, dass die Schlacht zu Ende war und zurzeit die Gefangenen ausgetauscht wurden, bevor es dann mit dem nächsten Schiff zurück nach Kassau gehen sollte. Von meinem Krieger fehlte aber leider weiter jede Spur.

Ich hatte Sura gerade meine Erlebnisse der letzten Tage zu Ende erzählt, als die Herren zu meiner Freude mit dem Wirt und einer weiteren Sklavin zurückkamen. Irgendwie fühlte ich mich ihm doch ein wenig verbunden, nachdem wir so schreckliche Dinge gemeinsam erlebt hatten. Nach einem letzten kurzen Palaver mit dem Krieger aus Lydius, ging es dann aufs Schiff und zurück nach Kassau.

In Kassau angekommen, stellte sich heraus, dass der Wirt mich als seinen neuen Besitz ansah und in sein Gasthaus mitnahm. Irgendwie war ich ziemlich froh und erleichtert, dass sich nun jemand um mich kümmerte.

Richtig glücklich wurde ich aber dann, als er mich in die Badewanne steckte. So sehr wie dieses schöne warme Wasser, hatte ich noch nie ein Bad genossen! Hinterher bekam ich dann eine saubere Tunika von seiner Sklavin, da meine alte nicht mal mehr als Putzlappen zu gebrauchen war und musste die Gäste in seinem Gasthaus bedienen. Dabei stellte sich auch heraus, dass der Wirt ein sehr strenger Herr mit einer sehr lockeren Hand ist *reibt sich beide Wangen bei der Erinnerung*. Einen neuen Namen gab er mir auch "Findling"... aber die Dina auf meinem Schenkel und die mir von meinem ersten Herrn auf die Schulter tätowierte Sklavenblume kann er mir nicht nehmen!
Alles weitere über mein Schicksal als "Findling" bei Kassaus Wirt dann in der nächsten Fortsetzung. :-)

Samstag, 9. Oktober 2010

Zug der Gerechten (Teil 2)

Fürchterlich frierend erwachte ich am nächsten Tag und schaute mich leicht orientierungslos um. Ich lag nicht in der mir so vertrauten Dachkammer am Fußende meiner Herrin in Kasra, sondern auf weichen Fellen in einem Zelt. Es roch auch ganz anders als sonst, nämlich nach Wald. Plötzlich fiel mir wieder ein, wo ich war und sprang auf. Vorsichtig schob ich eine Zeltplane zur Seite und lugte hinaus. Die Feuer im Lager waren ziemlich heruntergebrannt, direkt neben dem Zelt lag ein mir unbekannter Mann, der sich nicht rührte… ein Stückchen weiter noch jemand. Hatte ich einen hier stattgefundenen Kampf verschlafen? Wo war denn mein Krieger? War er über Nacht gar nicht zurück ins Lager gekommen? Und wo waren die anderen Krieger? Kajirae waren auch nicht zu sehen… merkwürdig.

Vorsichtig schlug ich die Zeltplane endgültig zur Seite und schlich leise über den weichen Waldboden durch das Lager. Der unbekannte Mann neben dem Zelt schien keine blutenden Verletzungen zu haben, er war anscheinend nur bewusstlos. Während ich langsam weiter schlich, hörte ich plötzlich Stöhnen aus einem Zelt und entdeckte dort den schwer verwundeten Wirt aus Kassau, neben ihm eine gefesselte, mir unbekannte Frau. Ich überlegte noch, ob die Frau zu den Gerechten gehörte oder zu den Bösen, als ich einen fürchterlichen Schmerz spürte und alles dunkel um mich herum wurde.

Gefesselt wurde ich wach von den lauten Geräuschen eines erbitterten Schwertkampfes, den letztendlich die feindlichen Krieger gewannen und es stellte sich heraus, dass die fremde Frau eine Heilerin aus dem feindlichen Lager war. Nachdem sie von ihren Fesseln befreit worden war, suchte sie das Weite, ohne sich um die schweren Verletzungen des Wirtes zu kümmern… von meinen will ich ja gar nicht sprechen… ich war ja nur eine unbedeutende Sklavin.

Jedes Mal wenn der Wirt und ich versuchten uns hochzurappeln, kam ein Lydius-Krieger durch das Camp gerannt und schlug uns beide kommentarlos wieder zu Boden. Beim letzten Mal wurden wir beiden dann gefesselt und liegen gelassen, das bewahrte uns wenigstens vor weiteren Prügeln.

Letztendlich kam ein fremder Krieger, der mich stark an den Sohn meines letzten Herrn auf Samanu erinnerte und nahm den Blut spuckenden Wirt auf die Schulter. Mir befahl er halbherzig, ihm zu folgen. Auf dem weiten Weg durch den Wald erwähnte er zwar, dass sich der Slaver von Lydius bestimmt über mich freuen würde, aber am Stadtkennel angekommen, schenkte er mir keine weitere Beachtung und lies mich einfach dort vor dem Gitter alleine sitzen. Ich bin eben doch nur eine wertlose Sklavin. Auch der Sohn meines früheren Herrn war immer absolut desinteressiert an Kajirae….er schien es tatsächlich zu sein.

Ich war wohl auch durchsichtig geworden, denn auch sonst nahm niemand Notiz von mir in dieser fremden Stadt, so dass ich diese schließlich unbehelligt verlassen konnte. Etwas orientierungslos irrte ich in der mir unbekannten Gegend herum, immer nach Feinden Ausschau haltend und vor allem nach meinem Krieger Luc, bis ich in der Nähe des Hafens ein merkwürdiges Gespräch belauschen konnte. Der feindliche Krieger, der Kassaus Wirt eben noch in den Kennel geschleppt hatte, unterhielt sich mit dem Anführer der Kassau-Verbündeten aus dem Fjord av Hammaren oder wie dieser Fjord nun hieß.

Egal, den Namen Beowulf des Anführers habe ich genau verstanden und auch seine freundliche Einladung, ihn in seiner Longhall jederzeit zu besuchen. Irgendwie muss da einiges an mir vorbei gegangen sein, wenn aus Feinden so schnell Freunde geworden waren. Sehr merkwürdig das Ganze. Für mich sah das nach Verrat aus.

Nachdem ich den Abzug der Nordleute aus einem geschützten Versteck beobachtet hatte, ist es mir dann einige Ahn später gelungen, unser immer noch verlassenes Lager wieder zu finden, wo ich mich mit fürchterlichem Hunger gierig über die Vorräte hermachte und mich dann erschöpft von den ganzen Ereignissen, die ich nicht verstand, unglücklich und einsam schlafen legte. Die Gedanken, wie ich weiter in diesem fremden Wald überleben soll, ob ich meinen verschollenen Krieger Luc wieder finden und vor allem, ob ich jemals wieder nach Hause zu meiner Herrin kommen würde, ließen mich noch lange hin und her wälzen, bis ich mich dann in einen unruhigen Schlaf weinte. Unsere Krieger scheinen alle tot zu sein… oder übergelaufen.

Freitag, 8. Oktober 2010

Zug der Gerechten (Teil 1)


Vor einigen Tagen kam Besuch in Kasra an, ein Herr des hohen Rats von Kassau. Er rief Kasras Krieger zu einem Feldzug gegen die ruchlose Stadt Lydius auf. Dieser Feldzug sei ein heiliger Krieg erzählte er, von den Priesterkönigen beschützt und von einem Wissenden gesegnet. Es soll gegen den verdorbenen Rat von Lydius gehen, der Heiden und Barbaren in seinen Reihen hat und die rechtgläubigen Bürger der Stadt in die Verdammnis stürzt.

Diesen Aufruf konnte einer meiner beiden Lieblingskrieger, der Herr Luc, natürlich nicht überhören. Es ist ja wohl klar, dass nach diesem Aufruf in der Herberge von nichts anderem gesprochen wurde, als über den bevorstehenden Feldzug. Letztendlich übergab mich meine Herrin in die Hände meines Lieblingskriegers, sozusagen als Packesel, denn für so eine weite Reise in den Norden wird natürlich auch eine ganze Menge Ausrüstung benötigt, die dann durch unwegsame Gegenden geschleppt werden muss… und zwar von mir.

Es ging gestern in Kasra so schnell los und ich hatte mit der ganzen Packerei so viel zu tun, dass ich gar keine Zeit mehr hatte, mich von meiner Herrin noch zu verabschieden. Aber ich glaube, sie mag solche Abschiedsszenen auch nicht. Hauptsache, sie freut sich, wenn ich heil wieder zurück bin.

Zuerst fuhren wir nach Kassau. Dort fand wohl sowas wie eine Musterung der Krieger statt oder zumindest sollte es das wohl sein. Ich fand das Gewusel am Hafen irgendwie etwas unorganisiert. Aber das gehört ja vielleicht so. Außerdem bin ich ja noch nie auf einem Feldzug dabei gewesen, kann das also gar nicht beurteilen.

Irgendwann fuhren wir dann per Schiff nach Lydius weiter. Zum Glück habe ich die schaukelnde Reise ohne Seekrankheit ganz gut überstanden. Komisch war nur, dass der Kai in Lydius nach dem Verlassen des Schiffs unter meinen Füßen immer noch zu schwanken schien und ich mit dem schweren Rucksack auf meinen Schultern so sehr ins Straucheln kam, dass ich ins Wasser viel. Bäähhhh… war das kal, aber immerhin lag kein Schnee in Lydius wie bei unserem letzten Besuch!!!

Zum Glück schwimm ich wie ein Aal und hatte zum Frieren mit meiner nassen Tunika sowieso keine Zeit, denn ich musste ja die ganze Ausrüstung schleppen… über Stock und Stein… bergauf… bergab… über eine schmale Brücke, die eine schwindelerregende tiefe Schlucht überspannte und schließlich in einen dunklen Wald mit riesigen Bäumen, wo dann das Lager auf einer Lichtung aufgeschlagen wurde. Es war echt eine Plackerei, aber ich glaube, mein Krieger war ganz zufrieden mit mir, nachdem ich sein Zelt profimäßig aufgebaut und seine Felle auf dem weichen Moos ausgebreitet hatte.

Er war sehr fürsorglich und sorgte sogar dafür, dass ich etwas zu essen bekam, bevor er leider zu dem ihm zugeteilten Beobachtungsposten aufbrechen musste. Auf diesen schöne weichen Fellen bin ich dann mit vollem Bauch irgendwann vor Erschöpfung eingeschlafen, während er noch seine Wachrunden drehte, dabei wollte ich doch eigentlich auf ihn warten.^^