Freitag, 25. Februar 2011

Verhandlungen

Ein Unterhändler aus Kasraticum kam nun doch nicht… sondern eine ganze Unterhändlergruppe mit Heiler und Kajirae. Wortführerin der Gruppe war anscheinend eine freie Frau, falls ich das richtig mitbekommen habe. Da meine Herrin ja leider zurzeit nicht in Kasra weilt, musste ich mich mit einem Platz vor dem Fenster des Ratssaals begnügen, während unser Regent und seine Wachen sowie Kasras Ratsmitglieder sich zusammen mit der Delegation aus Kasraticum nach drinnen begaben. Allerdings konnte ich schnell feststellen, dass nicht nur Kasras Unfreie im Saal unerwünscht waren, sondern auch Kasras Ratsmitglieder. Einzig unsere Rarii durften bleiben und ebenso ein Krieger, der zwar Bürger in Kasra werden möchte, aber seinen diesbezüglichen Antrag noch gar nicht gestellt hatte. Das kam mir alles sehr merkwürdig vor, zumal ich von einer fremden kajira gesteckt bekommen hatte, dass bei den Verhandlungen in Kasraticum alle interessierten Bürger und sogar Sklaven bei den Verhandlungen anwesend sein durften. Aber egal… unser Regent wird seine Gründe gehabt haben… vielleicht hatte ich da auch etwas falsch verstanden.


Mein Fensterplatz neben Mauli war jedenfalls perfekt und ich bekam so auch alles mit… dachte ich zumindest. Es gab nämlich gar nicht viel mitzubekommen… die Verhandlungen wurden nach wenigen Ehn und einigen kurzen Wortgefechten zwischen dem Regenten und der Wortführerin aus Kasraticum abgebrochen und die ganze Unterhändlergruppe rauschte wieder von dannen. Verhandlungen waren das eigentlich gar nicht, die Kasraticumesen stellten einfach nur unverschämt hohe Forderungen. So soll z.B. unser Schmied, der den Heimstein aus dem Schutzkäfig in Aventicum (da hieß es ja noch so) entfernt hat, gepfählt und dann sein Körper an Kasraticum ausgeliefert werden! Auf solche Unverschämtheiten konnte sich unser Regent nun wirklich nicht einlassen…hat er zum Glück ja auch nicht. Die Delegation spielte sich auf, als ob sie die Sieger in dem Konflikt sind, dabei lagen die doch schon am Boden und werden wohl nur von einer Horde Söldner gestützt. Naja…sie wurden dann zum Glück ziemlich brüsk zum Stadttor hinauskomplimentiert. Hoffentlich kam ihr Schiff auf der Rückreise in einen ordentlichen Sturm!

Leider war‘s das dann an dem Abend für mich. In der Herberge herrschte gähnende Leere… auch die Wirtsleute hatten sich bereits zurück gezogen. Waren sie vielleicht sauer, weil sie vom Regenten aus dem Ratssaal heraus komplimentiert worden waren? Oder wollten sie den Abend lieber zu zweit verbringen? Verstehen könnte ich das ja. Es gab für mich im Feuerkrug jedenfalls nichts zu tun. Die Rarii besprachen sich irgendwo in Kasra und hatten offensichtlich auch keinerlei Bedarf an den Diensten einer Kajira… und mich einfach so daneben knien wollte ich mich auch nicht, das sah mir denn doch zu neugierig aus.

Nachdem ich noch eine Weile vor dem Sklavenhaus herumgehangen hatte und tatsächlich nichts mehr passierte, entschloss ich mich letztendlich mal wieder richtig früh schlafen zu gehen. Sowas soll ja für die Schönheit und Gesundheit nicht von Nachteil sein und fürs morgendliche Aufstehen durchaus hilfreich… wobei ich mich frage, ob das wohl auch für mich gilt, die eigentlich gerade morgens immer besonders tief schläft^^.

Donnerstag, 24. Februar 2011

Er ist zurück...

…nicht der Heimstein, sondern mein Lieblingskrieger. :-)

Mein erster Blick nach dem Verlassen des Sklavenhauses gilt ja eigentlich der Schmiede. Aber der Schmied ist in den letzten Tagen immer ziemlich beschäftigt… entweder mit seiner Sklavin oder gestern mit den Waffenbestellungen unserer Krieger. Bevor er mich also noch zu irgendwelchen Hilfsarbeiten einspannen konnte, habe ich mich lieber in Richtung Herberge verdrückt. Schließlich geht ihm ja auch seine eigene Kajira bei der Arbeit zur Hand… also nicht nur in den Ahn danach^^. Außerdem reicht es mir, mein eigenes Feuer im Zaum zu halten, da mache ich um solche heißen Sachen wie das Schmiedefeuer lieber einen großen Bogen… bin in der Beziehung ja auch nicht besonders mutig.

In der Herberge hatten sich außer dem Regenten etliche unserer Krieger versammelt, so auch mein Lieblingshauptmann. Was war ich froh, ihn heil und unverletzt dort zu sehen. Nach unserem gemeinsamen Feldzug gegen Lydius… ähmmm… ich mein natürlich den Feldzug gegen Lydius, auf den ich ihn begleiten und seine Sachen schleppen durfte, wo ich ihn aber tagelang für tot hielt, freu ich mich immer ganz besonders ihn zu sehen und wenn es ihm gut geht. Er schien zwar ein wenig übermüdet nach der langen Reise und den anscheinend schwierigen Verhandlungen, aber ich erfuhr in der Heimsteinsache zumindest, dass die Gegenseite nun ihrerseits einen Unterhändler nach Kasra schicken wollte. Die Verhandlungen gestalten sich bislang wohl recht schwierig und zäh. Leider habe ich keine weiteren Einzelheiten mehr in Erfahrung bringen können, da mein Lieblingshauptmann sich sehr früh zu seinem dringend benötigten Schönheitsschlaf zurück zog… ach nee… er musste natürlich seinen Wachgeschäften nachgehen.

Danach plätscherte der Abend ohne große Höhen so vor sich hin… zumindest war mir das Kaufinteresse eines Herrn an Lina recht egal… weiß ich doch, dass meine Herrin auf eine gute Qualität ihrer Ware Wert legt und ihre Ausbildung als noch nicht beendet ansieht. Dem Herrn Schmied konnte ich nicht so dienen, wie ich es ohne meine anwesende Herrin gerne gemacht hätte und meine Herrin versuchte mal wieder einige anstehende Planungen voran zu treiben. Das fand ich allerdings auch wichtig, da sie außer dem Herrn Regenten die einzige zu sein scheint, die in dieser Beziehung sehr konsequent ist. Vom Regenten erntete sie dafür auch seine volle Zustimmung… zumindest wenn er denn zwischendurch wieder in der Herberge war. Er beschäftigte sich nämlich als Hausmeister und lief mehrfach, bei jedem Läuten der Glocke, höchstpersönlich zum großen Stadttor… nur der erwartete Unterhändler tauchte den ganzen Abend nicht auf. Aber Aventicum liegt ja auch nicht gleich um die Ecke.

Dafür erschien erneut die fremde Herrin aus Ar, der ich am Vorabend schon ihren Tee zubereiten musste und die immer so gestochen Hochgoreanisch spricht… naja meine Meinung über die hochwohlgeborenen freien Frauen aus Ar habe ich ja schon an anderer Stelle kund getan. Diese Herrin hat mich in meiner Meinung jedenfalls wieder voll bestätigt. In solchen Situationen ist es richtig angenehm, Kettenerste zu sein und die Bedienung delegieren zu können, denn eine Herbergskajira war natürlich mal wieder nicht zu sehen. ;-)

Mittwoch, 23. Februar 2011

Zurück gelassene Kajirae

Als ich gestern vor das Sklavenhaus trat, war der Herr Schmied mit seiner Kajira beschäftigt. Worum es ging, habe ich nicht weiter mitbekommen, da ich mich ja nicht einfach unaufgefordert daneben knien und neugierig zuhören kann. Allerdings weiß ich, dass die Gespräche mit seiner Sklavin fast immer in seinen Fellen enden. Da meine Herrin noch schlief und ich alle erforderlichen Arbeiten in ihrem Haus bereits erledigt hatte, machte ich mich zu einem kleinen Rundgang durch Kasra auf. Ich musste doch mal testen, ob die Stadtwachen mich inzwischen wieder mochten, denn noch am Vortag hatten sie mir das Öffnen des großen Stadttores verweigert. Zu meiner großen Freude waren sie wieder nett. Allerdings hatte ich diesmal gar nicht vor, bis zum Hafen zu laufen und trödelte nach einem kurzen Plausch mit ihnen zur Herberge, in der Hoffnung Mauli dort zu finden oder vielleicht auch meinen Lieblingshauptmann.

Den Herrn Hauptmann traf ich leider nicht an und vermutete, dass er wohl in Sachen Heimstein auf Reisen war… aber diese ganze mysteriöse Angelegenheit durchblicke ich ja schon lange nicht mehr. Dafür erblickte ich Mauli, die vor ihrem Probeherrn auf dem Tisch tanzte. Gerade, als ich mich fragte, wie lange sie sich vor dem kaum eine Regung zeigenden Rarius noch räkeln muss, bis er endlich in Wallungen kommen würde, wurde die Herbergstür aufgestoßen und meine Herrin trat ein, drehte allerdings auf dem Absatz sofort wieder um, als sie das Geschehen am Tisch registrierte.

Mit Erlaubnis von Maulis Probeherrn, der mit mir außer Paga nachschenken sowieso nichts anzufangen wusste, lief ich ihr hinterher und erblickte sie vor der Tür zur Heilerstube. Der Heiler war jedoch wieder nicht da, so dass meine Herrin weiter auf ihre Untersuchung warten muss. Wobei sie dann meinte, dass diese inzwischen wohl auch überflüssig ist, nachdem es in Kasra keine Krankheitsfälle mehr gegeben hat. Genauere Erläuterungen und Beschreibungen zur Untersuchungsmethode des Herrn Heilers wollte sie dann auch weder aus dem Mund des sich zu uns gesellten Wirtes, noch von mir hören. Ich sehe diese Untersuchung für meine Herrin sowieso als überflüssig an, da sie eh keine Körperflüssigkeiten mit anderen austauscht. Aber solche Gedanken kommen natürlich besser nicht über meine Lippen :-)

Etwas später gesellte sich auch der Regent zu unserer kleinen Gruppe auf dem Marktplatz. Er informierte meine Herrin und den Wirt, dass er die hinter ihm kniende Kajira in seine Obhut genommen hatte, die anscheinend in Kasra zurückgelassen worden war. Kasra entwickelt sich wohl langsam zur Sammelstelle für herrenlose, zurück gelassene Kajirae, denn meine Herrin hatte vor einigen Tagen ebenfalls ein Mädchen vorübergehend aufgenommen. Wir fragten uns alle, wie man eine Kajira überhaupt vergessen kann. Richtig gefreut hat mich dazu die Bemerkung des Wirtes, dass er MICH nie zurücklassen würde, wenn ich sein Eigentum wäre. Wobei mich der Hinweis meiner Herrin auf meinen Wert dann doch sehr verlegen machte. Meine Gedanken zu den herrenlosen Sklavinnen gingen eher in die Richtung, ob diese Mädchen sich hoffentlich auch im Feuerkrug nützlich machen würden?

Leider nicht, wie sich später herausstellte. Die eine tauchte gar nicht erst in der Herberge auf, sondern lief vermutlich gleich hinter dem Regenten her… die andere bemühte sich zwar sehr, traute sich dann aber doch nicht, mich zu fragen und servierte Met anstatt eines bestellten Ales. Mal abwarten, wie sie sich die nächsten Tage macht… aller Anfang ist ja bekanntlich schwer. Letztendlich war es also wieder an mir, alle Herbergsgäste alleine zu bedienen, so dass ich froh war, als sich meine Herrin zu vorgerückter Ahn in ihr Haus zurück zog und ich ihr folgen durfte.

Dienstag, 22. Februar 2011

OOC-Gedanken

Möchte-Gern-Besitzer
Verantwortung? Gefühle? Wieso, ist doch NUR ein Online-Spiel!

Immer wieder trifft man auf Kajirae, deren sogenannte „Herren“ verschollen sind. Die Mädchen wissen nichts über den Verbleib ihrer „Besitzer“ und bemühen sich, trotzdem irgendwie ins Spiel zu kommen, was oft nicht unbedingt einfach ist.

Leider ist die Spezies der egoistischen „Besitzer“ in SL-Gor weit verbreitet. Sie geben sich manchmal besonders hart und dominant, also so „richtig goreanisch“. Da es dem männlichen Ego selbstverständlich wunderbar steht, haben sie natürlich mindestens eine Kajira… nach Möglichkeit aber sogar mehrere, weil so das Ansehen ja noch weiter gesteigert werden kann. Wenn so ein Möchte-Gern-Besitzer mal keine Lust hat oder seinen kriegerischen Trieben frönt, können sich mehrere Mädchen dann auch sehr gut untereinander beschäftigen… sozusagen Familien-RP machen. Herrchen fühlt sich also frei von aller Verantwortung. Und über Abwesenheit, Online-Zeiten informieren? Warum das denn? Es ist doch alles bestens geregelt und außerdem doch NUR ein Spiel!

Es ist NIE nur ein Spiel… es sind immer auch RL-Gefühle mit dabei. Niemand verbringt mit anderen seine Freizeit ohne Sympathien oder auch Antipathien zu entwickeln. Eine Sklavin ist von ihrem Herrn abhängig und definiert sich durch ihn… ohne ihn ist sie unglücklich… ein Nichts. Da kann das Spielumfeld noch so nett sein… sie fühlt sich ohne ihren Herrn immer „ein bisschen alleine“ und wartet eigentlich auf seine Rückkehr.

Selbstverständlich MUSS RL immer vorgehen! Aber ist es zu viel verlangt, sein Mädchen über Abwesenheits- und Online-Zeiten zu informieren? Es gibt immer die Möglichkeit, eine Kajira bei längerem Fortbleiben jemand anderem vorübergehend zu unterstellen oder bei endgültigem Ausscheiden, sie zu verkaufen oder zu verschenken. Dann weiß sie, woran sie ist und hängt nicht unglücklich herum!

Die egoistischen Möchte-Gern-Besitzer werden vermutlich nie lernen, was es heißt, jemanden zu besitzen, aber auch leider nie aussterben. Doch zum Glück gibt es auch einfühlsamere Spieler, die sich einer kleinen Kajira dann annehmen.

Freitag, 18. Februar 2011

Ohje… was tue ich da?

Ich muss zugeben… der gestrige Tag fing für mich etwas früher an, da ich mir etwas vorgenommen hatte, von dem bislang noch niemand etwas wusste. Ich auch erst seit dem Vorabend, als mir mit dem Termin für die Verlängerung der Gefährtenschaft der beiden Wirtsleute die Idee dafür kam. Die Zeit war wirklich knapp, so dass ich befürchtete, meinem Hang zur Perfektion nicht so ganz nachkommen zu können und es leider auch nicht konnte. Je näher der Zeitpunkt rückte, umso nervöser wurde ich. Vor allem kamen mir langsam immer mehr Zweifel, so dass ich sogar überlegte, es ganz sein zu lassen. Aber so geht es mir eigentlich mit ganz vielen Dingen. Und wenn man nicht lernt, seine Ängste in den Griff zu bekommen, dann wird es immer so bleiben… so viel zur Theorie.

Die Praxis sah dann so aus, dass ich tatsächlich meinen ganzen Mut zusammen nahm und meiner Herrin berichtete, was ich vorbereitet hatte. Ich hätte ihr mein Werk ja gerne noch vorher gezeigt, aber sie wollte es nicht sehen… die Zeit reichte dafür auch wirklich nicht mehr. So musste ich also ins kalte Wasser springen, ohne jede konstruktive Kritik vorher zur Verbesserung. Ich würde das erste Mal eine jungfräuliche Uraufführung wagen. Und das ausgerechnet mit etwas, dass mir in dieser Form eigentlich nicht wirklich liegt… in anderer Form, d.h. ohne anwesende freie Frauen, schon eher^^.


Der Zeremonie konnte ich überhaupt nicht richtig folgen… mein Hals war vollkommen ausgedörrt, während meine Handflächen dafür immer feuchter wurden. Dann war es plötzlich so weit… die beiden hatten ihr Wort gegeben, den Vertrag unterschrieben und sich ausgiebig geküsst. Achja…meine Herrin und der Schmied unterschrieben auch noch als Zeugen. Dann wurde die Lokalität gewechselt und die kleine Gesellschaft wechselte hinüber in die Herberge, worauf meine Herrin mich zum Umziehen ins Sklavenhaus schickte.

„Wird schon nicht so schlimm werden“, sagte ich mir, während mir unter den ganzen Tüchern, die ich mit leicht zitternden Fingern nervös an mir befestigte, langsam der Schweiß den Rücken hinunter rann… Angstschweiß vor einer Blamage. Vor allem würde ich meine Herrin ja ebenfalls blamieren, dabei hatte ich mir diesen Floh ganz alleine ins Ohr gesetzt! Meine Schritte auf dem Weg in die Herberge wurden immer langsamer, meine Beine irgendwie immer kürzer… die Sklavenglöckchen um meine Fesseln waren bei meinem Schleichen kaum mehr zu hören… trotzdem stand ich irgendwann vor der weit geöffneten Tür und hörte, wie meine Herrin mich ankündigte. Noch einmal tief Luft geholt und dann ging ich tatsächlich hinein..............................

((Vielen Dank an alle für das Zuschauen und die lobenden Worte… es war eine spontane Idee von mir, mit der ich Nasty und Brad eine kleine Freude machen wollte, denn was wäre Kasra ohne euch!

Ich hoffe, es hat euch gefallen… :-))

Schlechtes Timing

((musste ja gestern noch spontan was vorbereiten… deswegen erst heute dieser Bericht :-))

Ein schönes weiches Fell ist tatsächlich nicht zu verachten… führte allerdings dazu, dass ich mich mit dem Aufstehen noch schwerer tat. Aber schließlich rappelte ich mich doch auf… ich wollte doch hören, was es denn so Neues in Kasra gab und ob der Heimstein vielleicht wieder aufgetaucht war. Der Herr Schmied und Mauli kamen mir da vor der Schmiede wie gerufen.

Der Heimstein war zwar immer noch verschwunden, aber der Schmied hatte die Nacht ohne mich als Alarmanlage offensichtlich gut überlebt, wobei ich mir eine leichte Schadenfreude nicht verkneifen konnte, da er anscheinend nur unruhig geschlafen hatte. Meine Bewachung ist eben doch nicht zu verachten. Interessant fand ich die Neuigkeit, dass der Hauptmann jetzt eine Kajira besitzt, die er anscheinend geschenkt bekommen hat. Sie muss aber zu der Sorte Geschenke gehören, die man wohl eigentlich lieber nicht bekommen möchte… sie soll unter Wahnvorstellungen leiden… sieht in unserem Schmied einen Assassinen und scheint sehr schusselig zu sein, denn sie verbrennt wichtige Papiere ihres Herrn. Der Schmied meinte dazu nur trocken, dass jeder die Kajira bekommt, die er verdient und dass er bei einem solchen Geschenk den Freund nicht als Feind haben möchte. Dann ergänzte er noch, es könnte natürlich auch möglich sein, dass der Hauptmann die Kajira weiter verschenkt und für so einen Fall käme dann wohl auch eine Sklavenhändlerin in Frage. Ich weiß ja, dass es mir nicht zusteht, einem Freien zu widersprechen. Trotzdem murmelte ich vor mich hin, dass die Priesterkönige verhindern mögen, dass sowas je an die Kette meiner Herrin kommt. Außerdem könnte es doch auch sein, dass der Hauptmann die Kajira an den glorreichen Schmied verschenkt, sozusagen als Dank für seinen Einsatz beim Holen des Heimsteins von Aventicum. Darauf brummelte der nur noch was von dem heißen Schmiedefeuer als wundersame Erziehungsmaßnahme.

Irgendwie scheint mein Lieblingsschmied eine magische Anziehungskraft auf Kajirae zu besitzen, denn kaum war Mauli zur Unterkunft ihres Leihkriegers geeilt, um dort noch etwas zu erledigen, gesellte sich eine weitere Kajira zu uns, allerdings nicht das Orakel von Kasra… ähmm…also ich mein die Sklavin des Hauptmanns, sondern die, der ich im Fayheen schon mal im Auftrag ihres Herrn die Ohren waschen musste, weil sie ihm nicht zugehört hatte. Sie schien inzwischen einen neuen Namen bekommen zu haben, den ich mir aber vermutlich nicht werde merken können… irgendwas Exotisches, daher werde ich sie wohl einfach Nima nennen, zumindest hat sie auf diesen Namen bislang ganz gut reagiert. Ihr Herr hatte ja kürzlich einen Antrag gestellt, um Bürger in Kasra zu werden. Aufgrund seiner Abwesenheit bei der Ratssitzung wurde dieser jedoch vom Rat erst einmal bis auf Weiteres zurück gestellt. Er scheint aber immer noch nicht wieder zurück zu sein, so dass ich Nima schon mal ankündigte, wo sie landen würde, wenn er verschollen bleibt. Das gefiel ihr nun ganz und gar nicht, denn sie merkte an, wie viel sie noch lernen muss und dass ihr Herr sie deswegen bereits in einer Sklavenschule angemeldet hat. Es stellte sich heraus, diese Anmeldung ist nicht bei meiner Herrin erfolgt, sondern bei der Konkurrenz. Die dahinterstehenden Überlegungen ihres Herrn, der zwar auf den Heimstein von Kasra schwören möchte, seine Kajira aber nicht bei der Sklavenhändlerin von Kasra zur Ausbildung anmeldet, die zudem noch Kastenoberste ist und vor allem einen vorzüglichen Ruf hinsichtlich der Ausbildung ihrer Ware hat, erschloss sich mir dann nicht mehr. Aber er hatte bestimmt seine Gründe dafür.

Irgendwann ging es dann rüber in die Herberge… ich hatte den Herrn Schmied vorsichtig daran erinnert, dass er doch bestimmt schon kurz vorm Verdursten sein muss… denn ich wollte dort gern mal meine Ohren spitzen… also nein…mich dort nützlich machen mein ich selbstverständlich! Es war auch gut, dass endlich eine Kajira dort auftauchte… nicht nur der Schmied, sondern auch der Herr Wirt war kurz vor dem Verdursten und verlangte nach einem Krug Paga zum Nachfüllen seines Bechers. Es war mir leider gänzlich entfallen, dass der Herr Wirt seinen Spezialbecher nicht aus der Hand gibt und immer verlangt, aus einem Krug nachgeschenkt zu bekommen. So habe ich mir bei meinem Versuch, seinen Becher zu nehmen doch tatsächlich was auf die Finger eingehandelt… sein gutes Recht.

Ich suchte also einen besonders großen Krug mit richtig viel Fassungsvermögen heraus, weil ich ja den großen Durst des Wirtes kenne. Leider hatte ich mir vorher nicht überlegt, dass es natürlich auch eine ganze Weile braucht, bis so ein großer Krug voll ist und vor allem hatte ich nicht bedacht, welche Reaktionen das Hineinplätschern des Pagas bei mir und meiner Blase verursachen könnte. Es half alles nichts… ich musste den Krug zwischendurch abstellen und hinter die Herberge sausen, weil es sonst vor dem Pagafass ein Malheur gegeben hätte. Eigentlich gehe ich an diesen Ort ja nicht so gerne, weil man da immer nasse Füße bekommt… aber es war ein absoluter Notfall… ich hatte sozusagen keine andere Wahl…konnte mich nicht einmal mehr hinhocken und entleerte mich wie die Männer einfach im Stehen ((tolle Ani *lacht*)).


Danach leerte sich die Herberge ziemlich schnell. Immerhin habe ich noch mitbekommen, dass unser Regent Söldner anheuern und Aventicum ausspähen wollte und ein Händler mit Fleisch und Honig angekommen war. Was die Kriegersklavenhändlerin mit dem Regenten schon wieder zu besprechen hatte, habe ich leider nicht verstehen können. Sie scheint als Nichtbürgerin zumindest besser informiert zu sein, als mancher Bürger von Kasra. War mir dann aber letztendlich egal, denn mein Lieblingsschmied nutzte unsere Zweisamkeit natürlich sofort aus und zog mich zu meiner Freude auf seinen Schoß. Leider währte das Vergnügen nicht lange. Ich hatte mich gerade ein wenig enger an ihn angeschmiegt, als meine Herrin plötzlich im Feuerkrug auftauchte. Sie war schon etwas früher von ihrer Reise zurückgekehrt. Schnell raffte ich also mein Oberteil, das der Schmied mir gerade ausgezogen hatte, vom Boden auf und rutschte mit glühenden Wangen von ihm herunter, um meine Herrin zu begrüßen, wie es sich gehört. Ein Blick auf seinen hochgewölbten Tunikarock sagte mir, dass ihm das Timing meiner Herrin wohl auch nicht zusagte. Aber sie ist nun mal meine Besitzerin und steht bei mir über allem anderen. Ich denke aber, dass er sich später noch ausgiebig an seiner Kajira schadlos halten konnte… und ich??? :-)

Die ersten Fragen meiner Herrin galten natürlich dem Heimstein und der anstehenden Gefährtenschaftsfeier der Wirtsleute. Zu meiner Überraschung erfuhr ich so, dass die Festivität schon am nächsten Tag stattfinden sollte. Oh je… dabei wollte ich doch noch eine Überraschung vorbereiten, die wohl eine ganze Menge Zeit in Anspruch nehmen würde… hoffentlich würde ich das schaffen. Daher war ich bei aller Neugier zum Heimsteinthema schließlich doch recht froh, dass meine Herrin mich bald zurück ins Sklavenhaus schickte, um ihre Felle aufzuschütteln. So kam ich wenigstens zu meinem Schlaf, den ich für die viele anstehende Arbeit für meine Überraschung doch dringend brauchte. Außerdem scheint das Rätsel um den Heimstein noch lange nicht gelöst zu sein.

Mittwoch, 16. Februar 2011

Alarmanlagen

Auch auf dem Teppich war die Nacht hinter der Tür extrem unbequem. Mein erster Gedanke war daher, dass eine andere Lösung her muss, wenn der Herr Schmied weiter im Gästebett meiner Herrin übernachten will und eine Alarmanlage gegen angebliche Anschläge auf ihn braucht… so hat er mich nämlich bezeichnet. Leider kam mir erst jetzt in den Sinn, dass er ja auch noch seine eigene Kajira hat… warum legt er die nicht vor die Tür? Soll sein Prinzesschen doch auch mal spüren, wie hart der Boden ist! So wie die mich die letzten Tage immer angegiftet hat wegen meiner angeblichen Infektion mit der Seuche und der Ansteckung ihres Herrn, würde ihr das mal ganz recht geschehen… aber die nutzt vermutlich die Gunst der Stunde und macht es sich in seinen Fellen gemütlich. „Pah, mal sehen… mindestens Mauli wird dran glauben müssen, schließlich bin ich ihre Erste!“ waren also meine Überlegungen während ich mich mit steifen Glieder streckte.

Gesagt getan… das Timing war perfekt, denn ich war gerade noch rechtzeitig aufgewacht, bevor Mauli mit unserem Übernachtungsgast rüber in die Schmiede entwischen konnte… angeblich zum Drehen des Schleifbocks! Einen Kommentar dazu habe ich mir vorsichtshalber verkniffen, da es mir nicht zusteht den Befehl eines Freien zu kritisieren. Aber ich fragte mich natürlich, ob sein Schmiedeprinzesschen für eine solche Arbeit jetzt auch zu fein geworden ist? Bleibt sie nur noch in den Fellen liegen, um dort ihren Herrn zukünftig mit gepflegten, manikürten Fingern, die nicht mehr rauh von den Hilfsarbeiten in der Schmiede sind, zu beglücken? Immerhin gibt es im Hause Pinion keine Prinzessinnen oder zumindest nur kurz, wenn es sich um neue Ware handelt, die noch ausgebildet werden muss.

Da Mauli wie immer schon fleißig gewesen war und so leise alle Hausarbeit im Sklavenhaus erledigt hatte, dass ich in meinem morgendlichen Tiefschlaf davon gar nichts mitbekommen hatte, verließ ich nach den beiden ebenfalls das Haus. Ich schaute mich nachdenklich um und überlegte, wie ich es am besten anstellen konnte, Neues über den Verbleib des Heimsteins in Erfahrung zu bringen oder was aus den Verhandlungen mit der Diplomatin aus Aventicum geworden war. War sie noch in der Nacht ihrer Ankunft oder in den frühen Morgenstunden danach wieder zurück gereist? Zu meinem großen Pech war in der Herberge niemand… die Informationsbeschaffung durch Servieren fiel also flach. Auch war leider keiner der Krieger zu entdecken… die steckten vermutlich mal wieder alle in ihren geheimen Besprechungen. Und die Wachen auf der Stadtmauer kann man in der Beziehung ganz vergessen. Die schweigen wie ein Grab. Bei denen hilft es leider überhaupt nichts, ihnen schöne Augen zu machen oder vor ihren Nasen weibliche Reize zur Geltung zu bringen. Mehr als ein anzügliches Grinsen ist ihnen eigentlich nie zu entlocken.

Da also niemand zur Befriedigung der Neugier einer vorübergehend herrinlosen Kajira in Sicht war, trottete ich frustriert zum Hafen. Ich wollte wenigstens mal wieder am Ufer des Fayheen nachschauen, ob nicht vielleicht etwas Interessantes angespült worden war, sozusagen eine Frustsuche machen. Aber ich hatte richtig Glück… gerade in dem Moment kam nämlich meine Herrin von einem Schiff, das kurz zuvor angelegt hatte! Es war zwar nur ein kleiner Zwischenbesuch, da ihre Reise leider erst zum Ende der Hand abgeschlossen sein wird, aber ich freue mich ja über jede Ehn zusammen mit ihr. So konnte ich ihr zumindest einen kleinen Bericht darüber geben, was ich über die Ereignisse der letzten 5 Tage in Erfahrung gebracht hatte… viel war es ja leider nicht, doch sie wusste ja noch überhaupt nichts über das Verschwinden unseres Heimsteins und die ganzen vorherigen Ereignisse.

Ich vergaß natürlich auch nicht zu erwähnen, dass Mauli und ich vom Heiler bestätigt bekommen hatten, beide bei bester Gesundheit zu sein. Unsere Freude war daher riesig, von meiner Herrin nun die Erlaubnis zu bekommen, die unbequemen Gürtel vorerst nicht mehr tragen zu müssen. Eine Infektionsgefahr scheint wohl auch nicht oder kaum mehr zu bestehen, da inzwischen wohl fast alle Bürger Kasras untersucht worden sind und anscheinend niemand in Quarantäne musste. Mauli und ihren Kaufinteressenten, der sie nun eine Woche auf Probe hat, wird dies natürlich besonders freuen… da er so ihr gesamtes Können testen kann. Hauptsache sie macht meiner Herrin keine Schande! :-)

So sehr wie ich mich für Mauli über ihr Glück mit dem Probeherrn auch freute, auf dem Weg zurück ins Sklavenhaus fiel mir natürlich ein, dass sie die nächsten Tage als Alarmanlage hinter der Tür ja nun leider nicht mehr in Frage kam und vermutlich ich wieder in die saure Larma beißen musste, um den Herrn Schmied vor möglichen Attentaten zu beschützen. Doch er war weit und breit nicht zu sehen und aus den geöffneten Toren seiner Schmiedewerkstatt tönten mal wieder eindeutige Geräusche, allerdings nicht solche von harter Arbeit, sondern die aus den Fellen. Wobei auch dort kann es ja schweißtreibend zugehen, egal wie zart und gepflegt die Hände seiner Schmiedeprinzessin auch sind. Hauptsache, sie hat auch Fähigkeiten als Alarmanlage… sonst habe ich mich die anderen Nächte umsonst gequält^^. So kam ich auch ohne Mauli doch noch zu einer bequemen Nacht auf dem weichen Fell am Fußende meiner Herrin.

Dienstag, 15. Februar 2011

Gesund

Ich erwachte ziemlich gerädert. Ich glaube, es gab keinen Knochen in mir, der nicht weh tat. Am allerschlimmsten waren jedoch die Druckstellen von dem grässlichen Gürtel. Was es doch für ein Unterschied ist, nachts auf einem weichen Fell oder dem harten Boden zu liegen! Erstaunt bemerkte ich, dass ich nicht mehr direkt hinter der Tür lag und rappelte mich mit steifen Gliedern auf. Dann wurde ich vollends wach, denn ich bekam einen großen Schreck, als ich das leere Gästebett erblickte… der Schmied war weg! War ich etwa schon während der Nacht von der Tür fortgerollt, so dass ein Attentäter unbemerkt eindringen konnte?

Schnell lief ich nach draußen, um nach dem Übernachtungsgast meiner Herrin zu suchen und entdeckte ihn zu meiner großen Erleichterung vor seiner Schmiede. Es schien ihm gut zu gehen… die dunklen Ränder unter seinen übernächtigten Augen waren gar nicht mehr so stark zu sehen. Er erzählte mir, dass er sehr gut geschlafen hatte und mich in den frühen Morgenstunden einfach ein wenig zur Seite geschoben hatte, um über mich hinweg steigen zu können. Kein Wunder, dass ich das nicht mitbekommen hatte… nach so einer unbequemen Nacht muss ich gegen Morgen wohl in einen erschöpften tiefen Schlaf gefallen sein. Wobei ich morgens, wenn ich aufstehen muss, sowieso immer am Besten und vor allem am Tiefsten schlafe. Es ist ständig eine Tortur nicht zu verschlafen ((und gelingt mir leider auch nicht immer :-( )).

Noch im Gespräch mit dem Herrn Schmied, bemerkte ich aus dem Augenwinkel, wie eine Herrin die Tür zur Heilerstube öffnete und eintrat. Der Herr Heiler schien also Sprechstunde zu haben. Zum Glück wurden meine Dienste vom Schmied nicht weiter benötigt, so dass ich mich schnell von ihm verabschiedete, um mir die Gelegenheit einer Untersuchung bei dem Herrn in Grün nicht entgehen zu lassen… denn das war die Voraussetzung dafür, nicht in Quarantäne zu müssen und den unbequemen Gürtel los zu werden. Gesagt, getan… ich hatte Glück und musste nicht mal warten. Die Untersuchung selber….naja… ich bin ja keine Medizinerin… aber zumindest war sie nicht unangenehm. Mich interessierte eigentlich auch nur die Diagnose… und die war „gesund, keine Quarantäne erforderlich!“

Mauli hatte ziemliches Pech… sie kam nicht mehr dran und muss es heute erneut versuchen... obwohl eigentlich wartete nach mir nur noch eine andere Kajira, dann wäre Mauli an der Reihe gewesen. Tja…wäre sie, wenn sich nicht eine freie Frau dazwischen gedrängelt hätte… furchtbar, diese Bevorzugungen von Privatpatienten! Aber so hatten wir beide immerhin reichlich Zeit zum Tratschen. So erfuhr von einer Kaufinteressentin für sie und revanchierte mich, indem ich die Erläuterungen des Herrn Heilers über Wärmeisolation und Entzündungshemmung von Intimbehaarung von mir gab. Ich muss allerdings gestehen, so ganz verstanden hatte ich ihn nicht. Zumindest war er der erste Herr, dem nicht gefiel, was er sah bzw. was er nicht sah^^. Aber was soll‘s, allen Herren, denen ich bislang dienen durfte, hat’s gefallen… zumindest hat sich bislang keiner gegenteilig geäußert!

Kasra ist momentan mit den geschlossenen Stadttoren und den unheimlich wichtig hin und her stolzierenden Kriegern, die ständig in irgendwelchen geheimen Zusammenkünften sind, in einem merkwürdigen Zustand. Irgendwie hatte ich auch kein besonders großes Bedürfnis, im Feuerkrug zu bedienen, zumal ich anhand der Stimmen schon draußen hörte, dass sich dort nur 2 Herrinnen unterhielten. Das kam mir nicht ganz ungelegen, konnte ich doch annehmen, meine Dienste seien dort wohl nicht erforderlich. Ich brauchte nämlich Zeit zum Nachdenken. Ich war mir ziemlich unsicher, ob ich den Gürtel nun immer noch tragen muss oder nicht. Eigentlich war mir ja schon vor der Untersuchung klar gewesen, dass ich nicht krank bin… aber nun steht es offiziell fest. Doch was bringt mir das Ganze nun? Hatte meine Herrin gewollt ihr Eigentum vor Erkrankung zu schützen oder Herren vor einer Erkrankung durch ihr Eigentum? Das Erstere würde bedeuten, ich muss den Gürtel weiter tragen, obwohl ich gesund bin. Andererseits waren inzwischen wohl alle Bürger Kasras beim Heiler… er hat immer noch keinen Notstand ausgerufen und auch niemanden in Quarantäne gesteckt. Es scheint also keine Seuche mehr zu geben? Dann brauch ich den Gürtel wohl doch nicht mehr tragen.

Leider war mir bei diesen Überlegungen der zu späterer Ahn wieder aus den Gefilden seiner Werkstatt auftauchende Schmied auch keine Hilfe. Ich glaube, er war mit seinen Gedanken schon wieder im Gästebett meiner Herrin, denn diese sichere Übernachtungsmöglichkeit wollte er sich eine weitere Nacht genehmigen... immerhin habe ich mir aber dieses Mal den Teppich vor die Tür gezogen... ein wenig Komfort muss schon sein und erhöht bestimmt meine Wachsamkeit :-))

Montag, 14. Februar 2011

Heimstein verschwunden

Da ich alle mir übertragenen Arbeiten auf den Feldern zum Wohlgefallen des Aufsehers erledigt hatte, durfte ich schon gestern Abend zurück nach Hause… allerdings erst zu sehr später Ahn. Die Sonne war schon lange untergegangen und die 3 Monde standen bereits hoch am Himmel, als ich vor dem merkwürdigerweise geschlossenen Stadttor in Kasra ankam. „Komisch… ist das große Tor sonst nicht immer offen?“ dachte ich gerade, als eine fremde Herrin mit ihrer Kajira auf mich zu kam, so dass ich keine Zeit mehr für weitere Grübeleien darüber hatte. Die Herrin befahl mir, unserem Regenten oder seinem Vertreter auszurichten, dass sie ihn als Diplomatin von Aventicum zu sprechen wünsche… und zwar am Hafen, sie würde dort auf ihn warten. Natürlich fragte ich mich, wieso sie von Aventicum sprach… die Stadt hieß doch jetzt Kasraticum, seitdem der Heimstein in Kasras Besitz war… alles sehr merkwürdig!

Egal, ich machte mich auf in die Stadt. Zum Glück hatte mich eine der Stadtwachen oben auf der Mauer offensichtlich gleich erkannt und öffnete mir das schwere Tor, schloss es allerdings hinter mir sofort wieder. Gerade, als ich darüber nachdachte, ob ich den Herrn Regenten zu so später Ahn überhaupt noch stören durfte, entdeckte ich auf der Bank auf dem Marktplatz einen von Kasras Kriegern. Welch ein glücklicher Zufall, denn ich erfuhr, dass der Regent tatsächlich nicht mehr zu sprechen war, aber der Herr Krieger sich um den späten Besuch kümmern wollte. Ohne lange zu fragen lief ich ihm natürlich hinterher, um möglichst viel über das Anliegen der Diplomatin zu erfahren.

So hörte ich mit großem Erschrecken, dass Kasras Heimstein entwendet worden war und sich offensichtlich im Besitz von Aventicum befand. Der Krieger machte der Diplomatin unmissverständlich klar, dass um diese späte Zeit kein hochrangiger Vertreter mehr zu sprechen war, bot ihr aber eine Übernachtung unter Kasras Schutz an. Die Herrin schien seinem Kriegerehrenwort wohl nicht ganz zu trauen, denn sie schickte vorsorglich ihre Kajira mit einer Nachricht über ihren Verbleib zurück nach Aventicum, folgte dem Krieger dann aber durchs Stadttor. Leider konnte ich den beiden nicht bis in die Feste hinterher laufen, da ich dort ja eigentlich nichts zu suchen hatte und trollte mich grübelnderweise langsam Richtung Sklavenhaus. Allerdings kam ich nur bis vor die Tür, weil ich den Herrn Schmied vor seiner Werkstatt stehen sah und ihn grüßte. Ich glaube, er war ganz erstaunt über meine frühe Rückkehr, da er mich eigentlich bei meiner Herrin auf ihrem Landsitz vermutete.


Dieses Zusammentreffen mit dem Nachbarn meiner Herrin war für mein Informationsdefizit natürlich ein echter Glückstreffer und so nutzte ich diese Gelegenheit auch reichlich aus, um alles darüber zu erfahren, warum das Stadttor verschlossen war und was in Kasra die letzten 3 Tage so alles passiert ist. Gleichzeitig bestätigte ich dem Herrn Schmied seinen Verdacht über das Verschwinden des Heimsteins. Er war sich nämlich nicht sicher gewesen, ob er tatsächlich entwendet oder vielleicht vorsorglich an einen anderen, sicheren Ort gebracht worden war. Dieses Wissen um den aus Kasra entwendeten Heimstein machte den guten Schmied nun vollends nervös. Immer wieder schaute er sich suchend um. Er war ja letzte Hand schon ein wenig sonderbar gewesen, hatte ständig von schwarz gekleideten Herren gesprochen. Nun teilte er mir jedoch mit, dass er sich gerade überlegt, Kasra zu verlassen… und zwar sofort, da er befürchte, aufgrund seiner Rolle bei der Heimsteinentwendung von Aventicum in großer Gefahr zu sein und möglicherweise als Bauernopfer herhalten zu müssen.

Ich bin ja Barbarin und werde bestimmt nie auslernen, aber ein wenig weiß ich doch über Gor… glaube ich zumindest. Wenn die Krieger beim Schwur auf den Heimstein geloben, nicht nur den Stein, sondern auch alle Bürger der Stadt mit ihrem Leben zu beschützen, dann widerspricht das doch einer Auslieferung unseres Schmieds… oder nicht? Er hat sich doch keinem Vergehen gegen Kara schuldig gemacht… im Gegenteil. Er war zwar bei der Entwendung des fremden Heimsteins namhaft beteiligt, aber natürlich auf Anweisung unseres Regenten. Es steht mir ja nicht zu, gegen die Entscheidung eines Herrn zu argumentieren… das wollte ich auch nicht, aber ich wollte den Herrn dazu bringen, seine spontanen Fluchtüberlegungen noch einmal zu überdenken, möglichst noch eine Nacht darüber zu schlafen und sich vielleicht mit dem Rat darüber zu besprechen. Kasras Wachen werden ihn beschützen.

Tja… es scheint mir gelungen zu sein. Auf sein Argument, er könne sowieso nicht schlafen, weil er immer auf der Hut vor einem Attentäter sein müsse, erwähnte ich so ganz nebenbei das freie Gästebett im Haus meiner Herrin, wo ihn bestimmt niemand vermuten würde. Hoffentlich habe ich damit keinen Fehler begangen, aber ich dachte so bei mir, dass der gute Freund meiner Herrin, Sir N., dort ja auch gelegentlich nächtigt. Außerdem war dies sozusagen ein Notfall. So schlecht wie der Schmied mit seinen dunklen Ringen unter den Augen aussah, hatte er dringend Schlaf nötig. Jedenfalls entschloss er sich spontan im Sklavenhaus zu übernachten, zumal meine Herrin auch nicht anwesend war. Nachdem ich mich noch ein wenig seinen ganzen Verkrampfungen widmen durfte, ist er letztendlich sofort eingeschlafen, wusste er doch, dass ich mich wie versprochen vor die Tür des Sklavenhauses legen würde. Die Tür ist zwar nie verschlossen, aber sie öffnet nach innen und würde mich daher treffen, wenn in der Nacht jemand herein käme. Durch meinen Schrei wäre ihm dann die Gelegenheit gegeben, schnell durchs Fenster zu fliehen. Ich fand meinen Plan eigentlich ziemlich genial… mal sehen, ob meine Herrin dies heute auch so sieht. :-))

Freitag, 11. Februar 2011

Wie im Taubenschlag

Während einige unserer Krieger gestern anscheinend schon wieder in Kasras Vasallenstadt weilten, kümmerte ich mich als erstes darum, dass Mauli endlich ein Gürtel angepasst wurde. Wie nicht anders zu erwarten, passte ihr dies natürlich überhaupt nicht. Doch warum soll es ihr besser gehen als mir. Außerdem geschieht es in diesem Fall ja zu unserem Schutz. Wir hoffen jedenfalls beide auf die Untersuchung beim Heiler, damit wir das unbequeme Teil endlich wieder los werden.

Leider habe ich wegen dem blöden Gürtel von Mauli die Abreise des Herrn N. verpasst, den ich ja so sehr mag. Irgendwie hatte ich mir große Hoffnungen gemacht, dass er mich auf seine nächste Reise auch wieder mitnehmen würde. Wobei ich meinen Ohren nicht recht glauben wollte, als er meine Herrin mit „die Alte“ bezeichnete. Nur gut, dass sie das nicht gehört hat, wo sie doch so große Stücke auf ihn hält… außerdem finde ICH sie nicht alt… im Gegenteil! Dafür bin ich aber von dem Herrn Schmied gelobt worden. Er hatte mir eine ganz merkwürdige Frage gestellt, nämlich wie viele Candys ich schon von ihm erhalten hatte. Diese Frage verstand ich nun überhaupt nicht und konnte mich auch nicht erinnern, jemals ein Candy von ihm erhalten zu haben. Krampfhaft überlegte ich, welche Antwort er von mir hören wollte, zumal er eigentlich im Gespräch mit einem Rarius war. Ich entschied mich schließlich für die Wahrheit und genau diese Antwort wollte er hören!

Zurück bei meiner Herrin im Sklavenhaus hatte ich das Gefühl im Taubenschlag zu sein… so viel Besuch wie meine Herrin bekam. Eine fremde Kajira wollte eine Botschaft ihres Herrn überbringen, musste sich dann aber erst einmal gedulden, weil der Herr Schreiber vorbei kam. Anscheinend ist er dabei immer mehr Bürokratie in Kasra einzuführen und das Melderegister zu aktualisieren. Er hatte unendliches Sitzfleisch und besprach noch alles Mögliche mit meiner Herrin. Ich glaube, sie war richtig froh und erleichtert, als er dann doch irgendwann wieder verschwand. Leider hat er ihr jedoch einige Formulare da gelassen, die sie noch ausfüllen muss.

Vor dem nächsten Besucher entstand zum Glück eine kurze Pause, so dass die geduldig wartende fremde Sklavin endlich ihr Anliegen vortragen konnte. Sie überbrachte die Botschaft ihres Herrn, dass er innerhalb der Kaste Kontakte knüpfen will und meine Herrin wohl demnächst besuchen möchte. Sie machte keinen schlechten Eindruck auf mich, zumindest wusste sie, dass eine Sklavin sich in Geduld üben muss, bis sie zu Wort kommen darf. Aber sie war ja auch das erste Mädchen des unbekannten Herrn.

Ich glaube, das Kissen des Schreibers war noch nicht kalt geworden, als sich schon wieder der nächste Herr darauf nieder ließ, unserer Wirt vom Feuerkrug. Stolz berichtete er, dass er den Schleier meiner Herrin nicht mehr benötigte und legte den Stoff schlabberig und schmierig wie er war, mitten auf den Tisch. Der Herr war nämlich inzwischen beim Heiler gewesen und für gesund befunden worden. Bei genauerer Betrachtung der Gesichtsgardine kamen mir allerdings große Zweifel, ob meine Herrin diesen Schleier je wieder tragen wird, so ekelhaft wie der aussah. Aber das durfte ich ja nicht sagen, nahm ihn also mit zwei spitzen Fingern auf und trug ihn vorsichtig zu der anderen schmutzigen Wäsche.

Danach kam Mauli ins Sklavenhaus und machte ihrem Namen mal wieder alle Ehre. Sie war so obermaulig wegen dem Gürtel, dass sie meine Herrin nicht einmal richtig grüßte. Außerdem konnte sie wegen dem Ding angeblich nicht mehr laufen und blieb direkt an der Tür knien. Meine Herrin musste sich also quer durch den Raum mit ihr unterhalten. Dabei hatten wir ihr dies alles schon einmal erzählt. Selbstverständlich ließ meine Herrin ihr so eine Frechheit nicht durchgehen. Sie war sogar so verärgert über diese Anmaßung, dass sie Maulis „Erziehung“ selbst vornahm… darin ist sie auch wirklich unvergleichlich. War ich anfangs noch ziemlich empört über Maulis Benehmen, so schlug meine Empörung irgendwann dann doch in Mitleid um. Ich hoffe nur, dass Mauli es sich nun endlich merken wird und dankbar ist, noch Haare auf dem Kopf zu haben. Ich glaube, sie hat noch einen schweren Weg vor sich, bis sie vielleicht irgendwann mal an die Privatkette meiner Herrin darf. Schade nur, dass wir deswegen die Untersuchung beim Heiler verpasst haben, denn die Heilerstube war hinterher leider geschlossen… also noch ein weiterer Tag mit dem doofen Gürtel *grummelt*.

Mittwoch, 9. Februar 2011

Erwischt

Ich hatte von meiner Herrin ja den Auftrag bekommen, auch der neuen Stadtsklavin einen Gürtel anpassen zu lassen, wegen der möglichen Ansteckungsgefahr durch die Seuche. Deswegen ging ich gestern als erstes in die Schmiedewerkstatt hinüber, um bei dem Herrn Schmied anzufragen, wann es ihm denn passen würde. Er benahm sich sehr merkwürdig... trat sofort einige Schritte zurück, als ich mich ihm näherte. Auch Lu schaute mich sehr misstrauisch an und ging ein wenig auf Distanz zu mir, während sie mich mit ihren Blicken richtig angiftete. Aber da kann ich ja nun drauf… ich tat einfach so, als sei sie Luft für mich und reckte meine Nase ziemlich hoch. Es stellte sich heraus, beide befürchteten, dass ich die Seuche habe und sie anstecken könnte. Diese Ängste sind offensichtlich durch mein zweimaliges Niesen entstanden. Ja… ich habe in 2 Tagen 2 mal genießt… aber ist das ein Wunder, wenn im Feuerkrug anscheinend nicht mehr richtig sauber gemacht wird, weil den Wirtsleuten die Kajirae weggelaufen sind? Im Ratssaal ist der Reinigungszustand mangels Kajirae nicht viel besser… da kann es in einer empfindlichen Nase schon mal kribbeln. Aber ich konnte den Herrn Schmied wohl vorerst davon überzeugen, dass ich nicht krank bin und mich, abgesehen vom Kneifen des doofen Metalldings zwischen meinen Schenkeln, sehr gut fühlte. Da ahnte ich aber nicht, wie schlimm das Kneifen noch werden kann.

Jedenfalls wollte sich der Herr das Geschäft nicht entgehen lassen und teilte mir mit, dass die Neue sogleich zu ihm kommen könnte. Ich sauste daher auf der Suche nach ihr als erstes in die Herberge und hatte Glück sie dort zu finden. Allerderdings wurden ihr gerade von der Schlaumei… ähmmm… Baumeisterin diverse Arbeiten aufgetragen. (Verzeihung, da habe ich mich doch fast versprochen und die Herrin beinahe so genannt, wie ich es erst kürzlich gehört hatte… oder sollte ich mich da etwa verhört haben?^^) Nach meinem Hinweis darüber, warum meine Herrin auch für die Stadtsklavin den Gürtel befohlen hatte, durfte ich sie sogar mitnehmen. Allerdings nur unter der (selbstverständlich hochnäsig) hervor gebrachten Auflage, dass die befohlenen Arbeiten hinterher dann sofort erledigt werden müssten. Schließlich habe die Herrin ein Anrecht auf diese Stadtsklavin, da sie ja schließlich Steuern zahle. Dazu verkniff ich mir lieber eine Bemerkung und verdrückte mich mit dem neuen Mädchen schnell in Richtung Schmiede, bevor die hochwohlgeborene Herrin es sich noch wieder anders überlegen konnte.

So sehr, wie mich der Anblick meiner Herrin ja immer erfreut, gestern hätte ich gern noch ein Weilchen auf sie verzichten können. Sie kam nämlich beim Anpassen des Gürtels hinzu. Der Anblick veranlasste sie dann leider zu der Frage, ob ich auch schon einen der neuen Gürtel des Herrn Schmieds trage, was ich leider verneinen musste. Ich hatte gehofft, dass sie diese Frage nicht stellen würde, denn ich wollte keinen neuen… mein alter ist mir schon verhasst genug, aber der passt wenigstens… war ja auch mal sehr teuer *grummelt vor sich hin*. Besonders schlimm fand ich auch das schadenfrohe Getue von Lu dabei, die gestern sowieso ihre Zickentour hatte. Aber wohlerzogen, wie ich nun mal bin, habe ich mich zum Schluss trotzdem noch ganz lieb bei ihr für die Hilfe beim Anlegen des Gürtels mit einem dicken Küsschen bedankt… allerdings eines von der richtig nassen Sorte *lacht frech*. Komischerweise war sie davon gar nicht begeistert… dabei ist sie dem Küssen sonst doch nicht so abgeneigt… glaube ich zumindest :-))... hoffentlich werde ich das blöde Ding bald wieder los!!!

Eine Belohnung für die Qual durch den grässlichen Gürtel und vor allem Ablenkung davon, war dann die Reise zu einer Sklavenauktion. Ich durfte nämlich den lieben Freund meiner Herrin, Sir N. begleiten. 2 Talunas hingen dort zur Versteigerung über dem Block. Wir kamen genau rechtzeitig noch an, dass ich noch kurz die Qualität der Ware in Augenschein nehmen konnte, als es auch schon losging. Sie waren beide in meinen Augen vollkommen ungeeignet für die Handelskette meiner Herrin... für die Stadtkette bestenfalls für umsonst. Ihre Haut war sehr stark beschädigt... hatten hässliche Bemalungen am ganzen Körper und mit ihren Mündern war auch was nicht in Ordnung, aber das konnte ich nicht mehr genauer in Augenschein nehmen, weil eine mit Bogen bewaffnete Krieger-Ubara die Versteigerung eröffnete. Damit wurde es dann noch merkwürdiger. Die Gebote kamen nur sehr verhalten, was mich auch nicht weiter wunderte bei dieser Ware, aber bezahlt wurde in Kupfer oder Salz... nur konnte auf Nachfrage meines Herrn N. niemand über den Wert eines Sacks Salz in Kupfer keine Auskunft geben. Ist aber auch egal gewesen, denn er hat sowieso nur aus Mitleid einige Kupfer geboten, ohne die beiden wirklich ersteigern zu wollen. Ich glaube, weder meiner Herrin noch Kasra ist dort etwas entgangen und ich habe mal wieder festgestellt, wie schön es doch zu Hause ist :-))

Dienstag, 8. Februar 2011

Angesteckt?


Die gestrige Ratssitzung zog sich mal wieder unendlich in die Länge. Aber mir steht ja nicht zu, die Schwafeleien einiger Ratsmitglieder und ihre Auseinandersetzungen über Zuständigkeiten zu kommentieren. Bedauerlicherweise habe ich dann auch noch die einzigen interessanten Punkte der Sitzung verpasst, weil ich mich um eine neue Stadtsklavin kümmern musste. Dabei hätte ich so gerne Näheres über die Sache mit Aventicum erfahren.

Immerhin habe ich mitbekommen, dass Kasra jetzt wieder einen Heiler hat, nachdem der Rat seinem Bürgerschaftsantrag zugestimmt und er auf den Heimstein geschworen hat. Zwischenzeitlich wusste ich schon von meiner Herrin, dass der Herr Heiler extra wegen dieser noch kaum erforschten, merkwürdigen Seuche nach Kasra gekommen ist. Das muss man ihm ja hoch anrechnen, finde ich. Die Seuche scheint wohl aber immer noch nicht besiegt zu sein, sondern es besteht weiter eine gewisse Gefahr der Ansteckung, wenn man sich nicht entsprechend schützt. Dabei hatte ich so große Hoffnungen, den doofen, kneifenden Metallgürtel schnell wieder loszuwerden. Doch in dieser Beziehung bleibt meine Herrin momentan unnachgiebig und hebt ihre Entscheidung vorerst nicht auf… natürlich nur zu meinem Schutz. Wie es aber nun genau weitergehen soll, weiß ich nicht *seufzt*… hoffentlich weiß es der Heiler.

Der Wirt trägt übrigens wegen der Tröpfcheninfektion immer noch den Schleier meiner Herrin. Ob er wegen der Infektion durch den Austausch von Körperflüssigkeiten auch etwas unternommen hat, entzieht sich jedoch leider meiner Kenntnis… vielleicht lebt er ja zurzeit wie ein Mönch^^? Die Gardine steht ihm eigentlich gar nicht so schlecht… ist in der roten Farbe auch ein netter Kontrast zu seinen dunklen Haaren… einen schönen Mann entstellt eben nichts! Meine Herrin würde damit selbstverständlich noch viel besser aussehen, aber sie trägt ja fast nie rot. Alle Witzeleien einiger Ratsmitglieder zu seinem Infektionsschutz ließ der Herr Wirt gestern jedenfalls einfach von sich abprallen und behielt den Schleier auch in der Sitzung vor dem Gesicht. Wobei… heißt es nicht „wer zuletzt lacht, lacht am besten?“

Mir ist nämlich ein unangenehmes Missgeschick passiert, was mir furchtbar peinlich und sonst wirklich überhaupt nicht meine Art ist, da ich doch eine gute Erziehung erhalten habe und weiß, was sich gehört. Nachdem ich die Stadtsklavin weggebracht hatte und im Ratssaal wieder neben meiner Herrin kniete, musste ich plötzlich so überraschend und vollkommen unangekündigt niesen, dass es mir tatsächlich nicht mehr möglich war, meine Tunika vor den Mund zu ziehen. Der gewaltige Nieser entlud sich in Richtung meines Lieblingsschmieds, der darauf nichts Besseres zu tun hatte, als sich demonstrativ die muskulösen Arme abzuwischen, die er zum Schutz noch hoch gerissen hatte. Also das fand ich nun wirklich übertrieben, denn ich habe gekniet… er hat quasi über Eck auf einem Stuhl gegenüber gesessen… zwischen uns war sowohl ein ziemlicher Höhenunterschied als auch noch der gewaltige, breite Ratstisch… er kann eigentlich gar nichts abbekommen haben! Aber Einbildung soll ja auch ‘ne Bildung sein ;-)

Nun bin ich nur gespannt, ob noch irgendwelche Quarantänemaßnahmen ergriffen werden…

Freitag, 4. Februar 2011

Donnermarkt

…Kasra zwischenzeitlich gesperrt, und zwar nicht wegen einer Seuche, sondern wegen zu hohem Besucherandrang! ((SIM voll :-))

Ich erwachte vom Rumpeln schwerer Wagen auf dem Pflaster des Marktplatzes und lautem Hämmern. Sofort fiel mir ein, dass die Geräusche vom Aufbau der vielen Marktstände für den planmäßig an jedem 4. Tag der ersten Hand eines jeden Monats stattfindenden Donnermarkt herrühren mussten. Aber fand der Markt denn auch statt, wenn in Kasra eine Seuche grassierte? Sollte nicht lieber die Quarantäneflagge gezogen werden oder gibt es sowas nur auf Schiffen? Ich hielt mich jedenfalls an die Anweisung meiner Herrin… zwängte mich in den unbequemen Gürtel und schloss ihn sorgfältig. Grrr, wie ich das Ding hasse. Nachdem ich alle meine Tuniken durchprobiert hatte, aber nur eine einzige passt damit einigermaßen und kaschiert den ein wenig, machte ich mich auf, um zu schauen, was es so alles Neues gibt… vielleicht wurde ja wegen der Seuche auch schon Entwarnung gegeben?

Nix da… keine Entwarnung, kein Aushang… aber von Quarantäne und Seuche auch keine Spur. Es waren jede Menge Herrschaften da und ein munteres Handeln und Feilschen um die vielen angebotenen Waren in Gange. Außer den Freien Frauen trug niemand einen Mundschutz… merkwürdig… aber ich den doofen Gürtel! Egal, es war ja zu meinem Schutz und meine Neugier trieb mich erst einmal los. Nur schwer konnte ich mich durch die Menschenmassen hindurch drängeln, um mir die vielen angebotenen Waren anzuschauen. An jeder Ecke roch es anders… nach destilliertem Alkohol, Düften von schönen Badezusätzen, Käse und Honigwaben. Leider roch es an einer Ecke nicht so angenehm, da die geschäftstüchtige Herbergswirtin sich natürlich nicht die Gelegenheit entgehen ließ, auf dem Markt ihren stinkenden Fisch zu verkaufen. Der Herr Hauptmann hatte sich auch schon darüber geärgert und Nakisa angewiesen, die Luft ständig zu fächeln, damit die Fischgase sich ein wenig besser verteilten. Doch die war hinter dem Stand eingeschlafen…vermutlich vor Erschöpfung und vor allem vor Sauerstoffmangel.

Mit zugekniffener Nase lief ich weiter und entdeckte ein schönes weißes Fell auf einem weichen Bett, das beides auch zu verkaufen war. Hier traf ich auch auf meine Herrin, doch leider hatte sie für diese Annehmlichkeiten überhaupt kein Auge und auch keine Nase für die schön duftenden Badeöle. Vielleicht, weil sie solche teuren, exquisiten Essenzen ja immer von ihrem guten Freund, dem Herrn Nic geliefert bekommt? Dafür steuerte sie aber gleich auf den gegenüberliegenden Stand mit dem Honig zu. Leider musste ich ihr mit rotem Kopf eingestehen, dass von dem auf dem letzten Donnermarkt gekauften Honig merkwürdigerweise nicht mehr viel nach ist… er sozusagen alle ist… und das, wo sie doch ihre Milch immer mit dem Honig aus der Herberge bekommt. Meine einzige Erklärung dafür war, dass er wohl verdunstet sein muss. Zum Glück hakte sie nicht mehr weiter nach und kaufte einfach zwei neue Töpfe Honig, nachdem sie sich durch eine Kostprobe von der Qualität überzeugt hatte. Ich bin nur gespannt, ob sich dieser Honig auch wieder so schnell in Luft auflöst? Aber ich habe ihn noch nicht probiert…ehrlich!


Danach ging es weiter zu dem Stand einer Teppichhändlerin, leider jedoch nicht, weil sie einen neuen Teppich für das Sklavenhaus kaufen wollte. Nein, sie erkundigte sich bei der Herrin nach einem Spinnrad und einem Webstuhl, da ihre Mädchen das Spinnen und Weben lernen sollen. Sie meinte, dass wir uns dann das Tuch für neue Tuniken selber herstellen können. Ohje… diese Idee von ihr behagt mir eigentlich überhaupt nicht. Während ich den angefangenen Teppich im Webstuhl der Händlerin genauer betrachtete, warf ich entsetzt ein, dass so eine selbstgewebte Tunika dann ja wie eine Rüstung an mir hängen würde. Aber sie erwiderte nur, dies sei lediglich eine Frage der Fadendicke. Hmm… wenn ich mir aber vorstelle einen Stoff mit dünnem Faden selber weben zu müssen… welch eine vertane Zeit, in der ich sooo viel anderes, viel, viel schöneres tun könnte *seufzt*. Zumindest hatte die Händlerin weder einen Webstuhl noch ein Spinnrad dabei, gab meiner Herrin aber bedauerlicherweise eine Wegbeschreibung zu ihrem Lager in der Nähe des Handelspostens. Tja…nun kann ich nur noch hoffen, dass meine Herrin das schnell wieder vergisst, aber sie hat ja leider ein Gedächtnis wie ein Saurier.^^

Nachdem wir unsere Runde über den Markt fast beendet hatten, blieb meine Herrin noch kurz bei unserem Herrn Schmied stehen. Leider war er jedoch in Verhandlungen über Pfeilspitzen vertieft, so dass ich nicht mehr erfuhr, was sie eigentlich von ihm wollte. Zuletzt entschloss sie sich noch spontan, ein paar Geschirrteile bei der Händlerin zu bestellen, von der sie ihr Service seinerzeit gekauft hatte. Leider hatte diese jedoch nicht die zum Design passenden Teile dabei und so verabredeten sich die beiden Herrinnen dann für nächste Hand. So kam ich um die Geschirschlepperei erst einmal herum. Ich bin nur gespannt, wann sie denn gedenkt ihr vieles Geschirr zu benutzen, denn sie isst doch immer in der Herberge und die Küche hat sie aus ihrem Haus auch wieder ausbauen lassen. Plant sie vielleicht eine Feier? Mal abwarten… das einzige, was mich momentan wirklich interessiert ist, wann werde ich den scheußlichen Gürtel endlich wieder los???

Donnerstag, 3. Februar 2011

Eine Seuche?

Als ich gestern aufwachte schlief meine Herrin noch tief und fest, so dass ich ihr leise ein neues Kleid hinlegte in der Hoffnung, dass sie es vielleicht anziehen würde. Danach schlich ich mich lautlos aus dem Haus, um sie nicht weiter zu stören. Da der Herr Schmied mit Lu in ein Gespräch vertieft war, grüßte ich nur kurz hinüber und bog dann um die Ecke in Richtung Stadttor. Mein Ziel war natürlich mal wieder der Hafen bzw. der Fayheen… meine übliche Strandgut-Entdeckungstour.

Allerdings kam ich nicht weit, denn ich wurde schon im Tor von zwei Wachen mit gesenkten Speeren aufgehalten, die aussahen, als ob sie mich nicht aus der Stadt lassen wollten. „Na, das wäre doch gelacht, wenn ich die beiden nicht bezirzen könnte“ dachte ich so bei mir, machte ihnen schöne Augen und ließ sie meine weiblichen Reize bewundern, wobei ich ein wenig mit dem Po wackelte. Es funktionierte… obwohl mein Anblick den beiden offensichtlich restlos die Sprache verschlagen hatte, nahmen sie trotzdem ihre Speere höher, so dass ich anstandslos passieren konnte.


Weit war ich jedoch noch nicht gekommen, als von oben eine donnernde, tiefe Stimme ertönte, die unserem Herrn Hauptmann gehörte. Er stand auf der Stadtmauer und hatte uns die ganze Zeit beobachtet. Barsch ermahnte er die beiden immer auf Zack zu sein, ihren Dienst wegen weiblicher Reize nicht zu vernachlässigen… erlaubte mir dann aber meinen geplanten Weg fortzusetzen.



Leider war meine Suche am Fayheen vergeblich… es war nichts Brauchbares angeschwemmt worden, so dass ich bald wieder umdrehte, um zurück zu gehen und nach meiner Herrin zu schauen. Ich fand sie in der Herberge, wo sie sich mit dem Schreiber über die Kosten für den Besitz einer echten Pinion unterhielt. Zu meiner großen Freude trug sie tatsächlich das hübsche Kleid, das ich ihr herausgelegt hatte. „Na also, geht doch“ dachte ich bei mir und bereitete zufrieden ihre Milch mit Honig zu, wobei ich diesmal besser aufpasste und mich nicht wieder am heißen Topf verbrannte. Nebenbei wechselte ich noch ein paar Worte mit einer fremden Kajira. Da sie so nervös hin und her trippelte, gab ich ihr leise einen Tipp, wo sie Pipi machen kann, aber irgendwie muss sie mich nicht richtig verstanden haben, denn sie zappelte weiter… oder lag das in ihrer Natur? Egal, ich hatte keine Zeit mehr, mich mit ihr noch lange abzugeben, da die Milch inzwischen fertig war.

Außerdem hatte sich am Tisch inzwischen ein interessantes Gespräch entwickelt, das ich mir nicht entgehen lassen wollte. Nachdem der Schreiber gegangen war, hatten sich zu meiner Herrin der Wirt und der neue Heiler gesellt. Es ging um eine Seuche, die die Kajira der Krieger-Sklavenhändlerin anscheinend in Kasra eingeschleppt hatte und von der zu befürchten ist, dass sie sich ohne geeignete Gegenmaßnahmen in Kasra ausbreiten könnte. Ein medizinisches Gegenmittel scheint noch nicht vorhanden zu sein, da es dem Herrn Heiler wohl noch an den richtigen Kräutern fehlt. Die geplanten ärztlichen Untersuchungen aller Einwohner Kasras wurden auch noch nicht durchgeführt. Merkwürdig ist ja nur, dass in Kasra schon ewig keiner mehr krank war, kaum haben wir einen Heiler kommt dann so etwas. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ;-)

Nachdem der Herr Wirt endlich verstanden hatte, wie die Seuche übertragen werden kann und was eine Tröpfcheninfektion ist, wurde er ganz panisch und fragte meine Herrin, ob sie ihm nicht einen Schleier leihen könnte. Selbstverständlich konnte sie^^… ich bin mir nur noch nicht sicher, ob er mit dieser Gardine glücklich war. Ständig hing sie in seinem Paga, so dass er dadurch in den Genuss seines geliebten Getränkes nur gefiltert kam. Da der dünne Schleier natürlich auch nicht besonders saugfähig ist, kleckerte er sich zusätzlich noch die ganze Brust voll Paga. Aber da konnte ich schnell Abhilfe schaffen, indem ich ihm schließlich ein Reptuch wie ein Lätzchen unter seine Hosenträger klemmte, so dass die Tropfen aufgesogen wurden.


Ich gestehe, ein wenig beunruhigt mich die Seuche ja doch. Daher war ich besonders vorsichtig und habe unseren zurückkehrenden, siegreichen Kriegern ihre Getränke mit möglichst großer Distanz und mit sehr weit von mir gestreckten Armen serviert. Warum sie den dortigen Heimstein entwendet haben, entzieht sich leider meiner Kenntnis, aber es muss mit hartem Kampfeinsatz geschehen sein, so blutverschmiert wie unser Herr Hauptmann aussah. Meine Furcht vor Ansteckung hatte jedenfalls die Oberhand vor meiner Neugier auf die Schilderungen der Kampferlebnisse gewonnen, so dass ich nicht traurig war, als meine Herrin sich bald zurückzog und ich ihr folgen durfte. Ich werde mir auch ihren Befehl, ab heute einen Gürtel zu tragen und keinerlei Körperflüssigkeiten mit Herren auszutauschen, sehr zu Herzen nehmen. Hoffentlich gelingt mir dies auch wenn meine Herrin nicht da ist, denn ich bin nun mal eine Sklavin und muss die Wünsche von Freien erfüllen.

Mittwoch, 2. Februar 2011

Alpträume

Langsam überlege ich, ob ich mir ernste Sorgen um meine Herrin machen muss. Nicht nur, dass sie jeden Tag dünner zu werden scheint, sie wird auch offensichtlich von schrecklichen Träumen heimgesucht. Ich habe inzwischen die Vermutung, dass sie das hässliche Kleid mit der ausladenden Hüftpartie nur trägt, weil sie damit kaschieren will, dass sie immer dünner wird. Dabei bereite ich ihr doch jeden Tag ein schönes Essen und ihre warme Milch mit Honig bekommt sie natürlich auch immer. Gestern hatte sie sich sogar ein gebratenes Vuloei gewünscht, die ekelige, stinkende Fischsuppe mit den oben drauf schwimmenden Fischaugen, die einen so tot ansehen, isst sie ja zum Glück nicht.

Sie scheint ihrem Essen neuerdings auch mehr Aufmerksamkeit zu widmen… das hat sie früher nie getan. Ihr ist z.B. nun zum ersten Mal aufgefallen, dass ich Spiegeleier immer von beiden Seiten brate. Das habe ich auch schon auf Samanu so gemacht. Ich weiß das genau, weil ich dafür ja einen Grund habe. Und zwar nicht, um mit meiner Kunstfertigkeit beim Eierwenden anzugeben, ich lass das Ei nämlich durch die Luft fliegen zum Wenden und fange es dann geschickt mit der Pfanne wieder auf ((aber nur in SL :-)), sondern weil ich die ungebratene Seite eklig finde, denn das Eiweiß ist dort ja noch roh und richtig glibberig. Geschmeckt hat ihr das beidseitig gebratene Vuloei jedenfalls und gutgelaunt wie sie war, bekam ich auch noch etwas von der Köstlichkeit ab. Leider ist es ihr gelungen zu essen, ohne das scheußliche Kleid zu bekleckern… wird es wohl nun noch einen weiteren Tag tragen wollen. Mal sehen, ob ich sie heute davon abbringen kann, denn sonst bekomme ich noch Alpträume davon.


Achja… Alpträume… meine Herrin träumt neuerdings wirklich merkwürdig und Furcht einflößend. Ihr letzter Traum hatte was mit Bewegung zu tun. Sie saß im Schlaf anscheinend auf so einer Art Thalarionsattel… ihre Füße steckten in Schlaufen, aus denen sie sich aber offensichtlich nicht befreien konnte und musste mit den Füßen kreisende Bewegungen machen und zwar gegenläufig… wenn ein Fuß oben war, war der andere unten. Voran kam sie dabei jedoch nicht… war aber nach etlichen Ihn trotzdem ziemlich aus der Puste, als sie davon endlich erlöst worden war. Es muss ein echter Alptraum gewesen sein, der meine arme Herrin da heimgesucht hatte… hoffentlich schläft sie in Zukunft wieder besser, sonst muss sie vielleicht noch zum Heiler.

Dienstag, 1. Februar 2011

und nun wieder...business as usual :-)

Ich liebe es ab und an am Ufer des Fayheen zu sitzen, den im Sonnenlicht glitzernden Wellen zuzuschauen oder auch darin zu baden. Selbstverständlich natürlich nur, wenn ich alle mir übertragenen Arbeiten erledigt habe. Manchmal werden interessante Dinge angespült… das war schon auf Samanu so. Eine Sklavin hat ja keinerlei Besitz… nicht einmal ihren Namen… kann sich also auch nichts kaufen… alle ihre Tuniken gehören sowieso ihrer Herrschaft und die bestimmt auch, wann ein neues Kleidungsstück benötigt wird.
Daher haben gestrandete Sachen für eine Kajira von Natur aus einen sehr hohen Wert, auch wenn sie sie selbstverständlich ihrer Herrschaft bringen muss. Auch eine Sklavin liebt schöne Sachen und ist eben eine Frau. Allerdings ist es nicht immer einfach das Strandgut zu bergen, vor allem nicht, wenn es sich um größere, aber noch gut erhaltene Möbelstücke handelt. Doch dies scheint am Fayheen im Gegensatz zur Thassa eher seltener der Fall zu sein… obwohl auch da schon mal ein kleiner Stoffballenrest zu finden ist, der sich ganz perfekt für eine neue Tunika eignet… man braucht ja nur wenig Stoff:-).

Obwohl ich gestern leider kein Strandgut gefunden hatte, kam ich trotzdem gut gelaunt vom Hafen zurück und summte ein leises Lied vor mich hin… einfach weil ich mich wohlfühlte und tolles Wetter war. Die tanzenden Lichtkreise, die die Sonnenstrahlen durch die Blätter des großen Baumes vor dem Sklavenhaus hindurch auf den Boden des Marktplatzes malten, waren einfach schön anzusehen und meine Herrin dort auf der Bank sowieso, auch wenn sie mal wieder ein, wie ich finde, sehr unvorteilhaftes Kleid angezogen hatte. Aber darüber habe ich lieber nicht noch einmal etwas verlauten lassen, da ich seinerzeit für meine Hinweise zu diesem Kleid von ihr nicht gerade gelobt worden war… sie sieht sich eben nie von hinten! Aber egal… wie gerne ich immer einkaufen gehe, ein Kleid oder eine Tunika sind letztendlich doch unwichtig!

Sie lächelte mich an, als ich mich neben sie kniete und bemerkte sofort meine gute Stimmung. Allerdings vermutete sie, dass diese auf die in ihren Augen neue Tunika zurück zu führen sei, von der sie vermutete, dass ich sie wohl gerade am Fluss gefunden hatte. Damit lag sie aber vollkommen daneben. Irgendwie hat sie bei den Tuniken überhaupt keinen Durchblick… und das liegt nun wirklich nicht an der Anzahl, so wenige wie in der Truhe liegen! Aber sie hat den Überblick ja manchmal auch nicht bei ihrer eigenen Kleidung… doch dafür hat sie ja mich. Meine Tunika war jedenfalls überhaupt nicht neu, sondern sogar schon ziemlich alt. Ich erzählte ihr, dass der Stoff ursprünglich weiß gewesen war. Und da Weiß schon nach ganz kurzer Zeit immer so schmuddelig aussieht, ist eben eine empfindliche Farbe, hatte ich das Tuch grau eingefärbt… so fällt ein wenig Schmutz darauf einfach nicht so auf. Ich fand meine Idee eigentlich ziemlich clever.

Nicht so clever war ich leider etwas später in der Herberge, als ich den Topf mit der heißen Milch vom Feuer nehmen wollte und mir den Finger verbrannte, weil mir das Rep-Tuch verrutscht war. Mit heißen Dingen tu ich mich ja manchmal ein wenig schwer, vor allem mit sowas Heißem, wie dem Schmiedefeuer, aber die Geschichte habe ich ja schon an anderer Stelle erzählt. Zum Glück war die kleine Brandblase am Finger nicht so schlimm und schränkte mich kaum ein, während ich den Gästen der Herberge ihre Getränke servierte, denn es war mal wieder weit und breit keine Herbergskajira zu sehen. Trotzdem war ich ein wenig durcheinander… vergaß den Teller mit dem Essen für meine Herrin auf der Anrichte und auch die Gespräche der Herrschaften plätscherten irgendwie an mir vorbei. Ich bekam lediglich mit, dass in 2 Tagen in Kasra wieder ein Donnermarkt stattfindet und dass alle Herrschaften dafür noch möglichst viel Mund zu Mund Propaganda machen sollen.

Interessant wurde es dann, als zu vorgerückter Ahn noch ein fremder Herr den Feuerkrug betrat und einen Paga bestellte. Da er nicht wusste, dass ich nicht zum Feuerkrug gehöre, sondern dort nur aushelfe, war ich für ihn selbstverständlich nur eine Pagaschlampe, die im Preis des Getränkes mit drin ist. Über diesen Anspruch ließ er auch keinerlei Zweifel aufkommen, da er mich gleich mit Beschlag belegte… meine körperlichen Vorzüge erkundete, allerdings in aller gebotenen Zurückhaltung, da ja freie Frauen anwesend waren. Es war offenkundig, wonach ihm gelüstete und was er noch mit mir vorhatte.

Ich kam durch seine Berührungen jedoch ein wenig in Konflikt, da ich in Gegenwart meiner Herrin mein ständig in mir schwelendes Sklavenfeuer natürlich zügeln muss, um sie nicht zu brüskieren und vor allem, um mir von ihr keine weitere Strafe einzuhandeln. Sie hatte doch bereits angekündigt, dass die Zeit der kalten Duschen vorbei sei! Nun, meine dezenten Versuche, mich aus seiner Umarmung zu winden, scheiterten alle. Wollte ich mich vielleicht gar nicht aus seinem Arm winden? Gespannt wartete ich auf eine Reaktion meiner Herrin, die ja durchaus ihren Besitzanspruch an mich hätte geltend machen können, wenn sie meine Dienste wünscht und ich dem Fremden deswegen nicht weiter zur Verfügung stehe. Dies schien jedoch nicht der Fall zu sein, denn sie verließ plötzlich die Herberge… und zwar ohne mich! Mein Versuch ihr zu folgen, wurde von dem fremden Herrn vereitelt. Er bestand darauf, dass ich ihm sein Zimmer zeige und dort…naja…jedenfalls ließ er mich auch dort nicht so schnell gehen. Auf jeden Fall soll ich meiner Herrin heute seine Zufriedenheit mit mir ausrichten *lächelt*.