Dienstag, 31. Mai 2011

Die neue Tunika

Meine Herrin kam gestern von ihrer Reise zurück und mit ihr wie immer ein ganzer Berg Wäsche, die unbedingt gewaschen werden musste. Da meine Kettenschwestern alle auf den Feldern waren, musste ich mich dieser Arbeit leider alleine widmen. Wobei so sehr bedauert habe ich das eigentlich nicht, da mal wieder eine dieser ellenlangen, langweiligen Ratssitzungen stattfinden sollte, auf der neben diversen Anträgen auf Bürgerschaft auch noch über irgendwelche Rechts- und Gesetzesentwürfe diskutiert werden sollte, wovon ich sowieso nichts verstand. Da wollte ich doch lieber zu meinem Lieblingsplatz am Fayheen, um die Wäsche zu waschen. Nebenbei ist es für mich immer eine schöne Gelegenheit zum Baden, während die Kleidung auf der Wiese zum Trocknen ausliegt… ich schwimme doch so gerne!

Wie so oft war meine Herrin zeitlich ziemlich knapp dran und rauschte ohne viele Worte an mir vorbei zum Ratssaal. Sie hatte es sogar so eilig, dass ich ihr weder die Haare aufstecken, noch etwas über die Geschehnisse während ihrer Abwesenheit erzählen konnte, geschweige denn, eine meiner neuen Tuniken vorführen konnte, die ich aus einem großen Stück Tuch genäht und in verschiedenen Farben gefärbt hatte. Zu meiner großen Freude werden ja immer mal wieder die tollsten Dinge ans Ufer des Fayheen gespült… so auch dieser Tunikastoff. Aber was soll‘s, eine Ratssitzung ist selbstverständlich viel wichtiger, als so unwichtige Dinge wie die neue Tunika ihrer Sklavin.


Mir kam es daher natürlich sehr gelegen, den Herrn Schmied vor seiner Werkstatt anzutreffen und ihm meine neuesten Schneiderkünste vorzuführen, bevor ich mit dem Wäscheeimer weiter zum Fluss lief. Soviel Zeit musste einfach sein. Schwer beeindruckt hat mich mal wieder seine hervorragende Beobachtungsgabe… IHM war nämlich sofort aufgefallen, dass ich eine neue Tunika trug! Während ich mich vor ihm drehte und mich ihm von allen Seiten präsentierte, bemerkte er allerdings auch sofort, dass ich meine an sich nicht so üppige Oberweite ein wenig unterschätzt hatte. Alles Zupfen und Zerren seiner Finger am Stoff half jedoch nichts, meine eine Brustwarze schaute immer wieder vorwitzig unter dem Stoff hervor, zumindest zum Teil. Wobei meinem Lieblingsschmied dies aber durchaus zu gefallen schien! Ich muss gestehen, mir gefiel es ebenfalls, raue Männerfinger, die mir leichte, erregende Schauer durch meinen Körper jagten, an dieser empfindlichen Stelle zu spüren. Doch ich musste mich ja leider erst einmal um die Wäsche meiner Herrin kümmern. Ob er hinterher vielleicht noch einmal an der Tunika zuppeln würde? Mal sehen, ich beeilte mich jedenfalls erst einmal zum Fayheen zu kommen.


Ach, was war es wieder schön dort… die Sonne schien herrlich warm und das weiche Gras unter meinen nackten Füßen fühlte sich einfach toll an. Am liebsten hätte ich mich sofort ausgezogen und wäre Schwimmen gegangen… aber das Vergnügen musste vorerst noch ein wenig warten. Zuerst wollte ich die Wäsche soweit fertig haben, dass sie nur noch trocknen musste. Ganz in meine Arbeit vertieft, bemerkte ich gar nicht, dass sich mir leise eine unserer Wachen genähert hatte. Ich wusste bis dahin gar nicht, dass die Krieger auch am Ufer des Fayheen ihre Runden gehen. Ich freute mich jedenfalls über diesen Zufall und ein wenig männliche Gesellschaft. Gegen eine solche Arbeitsunterbrechung hatte ich natürlich nichts… im Gegenteil… und der Rarius offensichtlich auch nicht. Mein Anblick schien ihn offensichtlich zu erfreuen, die neue Tunika und ihr Schnitt interessierte ihn allerdings überhaupt nicht, sondern vielmehr, dass ich darunter wie immer nackt war und nicht so einen grässlichen Keuschheitsgürtel trug und dank der Vorarbeit des Herrn Schmied auch nicht gerade vertrocknet.^^


Selbstverständlich werde ich hier nicht zu viel verraten über diesen Krieger auf seinem Wachgang… denn man weiß ja nicht, in welche Hände so ein Tagebuch durch Zufall mal geraten kann. Daher sei nur erwähnt, dass ihn nicht nur mein Anblick erfreut hat und er sehr zufrieden mit mir war. Das Angebot, seine Tunika gleich mit zu waschen, lehnte er jedoch mit einem Grinsen dankend ab. So ein Risiko, möglicherweise nackt hinter einer Taluna mit erhobenem Schwert herlaufen zu müssen, war ihm wohl doch zu groß *gg*. Wobei das kaum hätte passieren können, da er selbstverständlich eine strategisch sehr günstige Stellung mit Überblick gewählt hatte, während ich ihm dienen durfte. In dieser taktisch klug gewählten Haltung war es IHM selbstverständlich jederzeit möglich, die Gegend mit offenen Augen zu beobachten, was ICH dabei von mir nicht behaupten konnte… Dienst ist eben Dienst!^^

Eine ganze Weile später, nachdem die Wäsche meiner Herrin wieder getrocknet war und ich in der Zwischenzeit ausgiebig im Fayheen geschwommen hatte, lief ich rein zufällig dem Herrn Schmied erneut über den Weg lief. Da ich mich nicht abgetrocknet hatte, klebte meine Tunika an mir wie eine zweite Haut und verbarg nicht im Geringsten meine weiblichen Kurven. Er bemerkte dies natürlich sofort und vor allem, was da immer noch vorwitzig hervor lugte. Zu meiner großen Freude wollte er sich diesem Umstand anscheinend gerade etwas ausgiebiger widmen, als leider eine Händlerin auftauchte. Meine nasse Haut war der Anlass für sie, sich über Nässe zu ereifern, natürlich nur über die von Kleidung! Sie war anscheinend kurz zuvor ins Wasser gefallen und wollte nun ihre bestellte Ware bei dem Schmied abholen, die der Bestrafung ihrer Leihkajira dienen sollte, weil diese ihr ungewolltes Bad nicht verhindert hatte. Wobei ich mich fragte, ob eine Kajira mit Fesseln um Hand- und Fußgelenke ihr beim nächsten Mal besser helfen kann… oder habe ich da nur was falsch verstanden?

Während meine Tunika langsam trocknete, merkte ich, dass mein Lieblingsschmied mich nicht aus den Augen ließ, obwohl er so tat, als würde er sich angeregt mit der Herrin unterhalten, die ziemlich viel Zeit zu haben schien. Wobei er ja sowieso nicht gerade ein Mann der vielen Worte ist, was bei dem Wortschwall der Händlerin aber gar nicht weiter auffiel. Er ist ja eher ein Mann der Taten und vor allem der Blicke… Blicke, die mich gestern hoffen ließen, dass die Herrin endlich verschwinden möge. Tja… irgendwann verschwand sie auch, nur kam gerade in dem Moment ausgerechnet meine Herrin von der Ratssitzung zurück und ich musste ihr leider ins Sklavenhaus folgen… gierige Blicke hin oder her… das Timing hätte nicht schlechter sein können! :-)

Freitag, 27. Mai 2011

Ein Tag vor der Schmiede

Irgendwie gerädert wachte ich auf und räkelte meine steifen Glieder, während ich mich irritiert umschaute, weil ich gar nicht mehr wusste, wo ich war. Ach ja… in der Schmiede… deswegen tat mir auch alles weh! Auf dem weichen Fell im Haus meiner Herrin ist das Schlafen doch um einiges komfortabler! Nur vage erinnerte ich mich noch an den Vorabend, an dem ich offensichtlich hier in der Kammer meines Lieblingsschmieds vor Müdigkeit eingeschlafen sein musste, obwohl ich ihn doch eigentlich noch ein wenig aushorchen wollte… oder so. Egal, ich spähte vorsichtig um die Ecke und sah ihn auf seiner Bank im Gespräch mit Nakisa, der er anscheinend gerade versuchte Manieren beizubringen. Der Arme… wusste er nicht, dass dies bei dieser erziehungsresistenten Kajira vergebliche Mühe ist? Selbst meine Herrin hatte es inzwischen aufgegeben!^^

Er beachtete mich daher nicht weiter, so dass ich mich ganz Jina und ihrer frisch geschneiderten Tunika widmen konnte, die damit gerade vor der Schmiede auftauchte. Recht knapp war sie ja geworden und leicht durchsichtig der dünne Stoff, aber insgesamt hatte sie die ganz gut hinbekommen, wie ich fand. Diese Machart würde Herren bestimmt sehr gefallen und so erlaubte ich ihr großzügig sie zu tragen, auch wenn unsere Herrin normalerweise nur genehmigt, dünne Seiden ausschließlich zu besonderen Anlässen anzuziehen. Etwas Belohnung musste schon sein, wenn sie die halbe Nacht mit so einem Erstwerk verbringt, während ich mich wichtigeren Dingen widme.:-)

Als sie sich auf mein Geheiß voller Stolz um die eigene Achse drehte, damit ich sie gut von allen Seiten betrachten konnte, kam mir in den Sinn, dass es an der Zeit sei, ihre Kenntnisse der wichtigsten Kajira-Positionen zu testen. Einiges war offensichtlich in Vergessenheit bei ihr geraten, aber insgesamt machte sie sich nicht schlecht. Eindringlich mahnte ich sie, sich diese Stellungen und ihre Bezeichnungen gut zu merken, wenn sie mal eine echte Pinion werden wollte. Etwas üben muss sie wohl noch, um sich irgendwann auf dem Block gut präsentieren zu können, damit meine Herrin beim Verkauf einen guten Preis für sie erzielt. Besonders merkwürdig erschienen mir bei diesen Übungen ihre irritierenden Reaktionen, die mich entgegen des Untersuchungsergebnisses der Heilerin wieder überlegen ließen, ob sie doch nicht von roter Seide ist?

Während sie nämlich mit auf dem Rücken gekreuzten Armen so vor mir stand und ich sie ermahnte, ihre üppigen Brüste schön hervor zu strecken, kam mir in den Sinn, mal gegen die durch den dünnen Stoff durchschimmernden Knospen zu schnipsen. Und was passierte? Nichts… oder vielmehr nicht das, was ich eigentlich erwartet hatte… sie nahm ihre Arme nach vorne und bedeckte schützend ihre Brüste mit den Händen. Damit hatte sie sich erstens meinem Befehl widersetzt und zweitens nicht gerade die Reaktion einer Rotseidenen gezeigt. Nun gut, die Reaktion mag daran gelegen haben, dass ich nun mal kein Herr bin, sondern nur ihre Erste. Aber wegen dem Bedecken ihrer Brüste entgegen meinem Befehl ihre Arme hinter ihrem Rücken gekreuzt zu lassen, musste sie nun für den Rest des Tages in dieser Stellung ausharren und mangels eines Herrn noch einige Berührungen zum Eingewöhnen von mir ertragen.^^

Inzwischen hatten sich noch weitere Kajirae zu uns gesellt und der Schmied sich mit Lu in seine Kammer zurück gezogen… angeblich für eine Rasur in seinem Badezuber. Na, wenn er da mal nicht gegen das Enthaltsamkeitsgebot verstößt, überlegte ich und legte mein Ohr an das Tor. Die anderen Mädchen machten es mir nach, aber so wirklich gut zu hören war eigentlich nichts… zumindest kein Stöhnen und Schnaufen, das er bei bestimmten Betätigungen üblicherweise von sich gibt. Ich kam nicht mehr dazu, über den Schallschutzwiderstand des Schmiedetors ausgiebigere Überlegungen anzustellen, da plötzlich hinter mir eine tiefe Stimme ertönte, die in keiner Weise schallgedämmt war. Wie auch, erschrocken drehte ich mich um und stand direkt einer von Karas Wachen gegenüber. Der Rarius erkundigte sich nach unserem Tun, doch ich konnte ihn zum Glück schnell davon überzeugen, dass alles mit rechten Dingen zuging.

Nakisa war nämlich ebenfalls dabei und wollte für ihren Herrn immer noch einen Nagel kaufen. Ich erläuterte dem Herrn Krieger glaubwürdig, dass wir nur die Ohren ans Tor gelegt hatten, um festzustellen, ob der Herr Schmied da drinnen war, weil er auf das Klopfen von Nakisa nicht reagiert hatte, was ja auch stimmte. Da der Herr mit dieser Auskunft zufrieden schien und sich dann umwandte, um in den Feuerkrug zu eilen, kam ich bedauerlicherweise *gg* gar nicht mehr dazu, ihm noch von meiner Neugier über die Rasiertätigkeit in der Schmiedekammer zu berichten. Geschäftige Krieger haben doch manchmal Vorteile, auch wenn ich ihm eigentlich gerne noch eine Weile schöne Augen gemacht hätte!


Wie gut, dass die Horcherei von dem Herrn auf diese Weise unterbrochen worden war, denn kurz darauf öffnete sich das Tor wieder und der Herr Schmied trat tatsächlich frisch rasiert nach draußen. Ich berichtete ihm schnell von dem entgangenen Geschäft mit den Nägeln, was ihn aber nicht weiter zu interessieren schien, aber zu einigen abfälligen Bemerkungen über Nakisa verleitete. Selbstverständlich konnte ich ihm nur zustimmen, da ich kurz zuvor noch eine kleine Zickerei mit dieser angeblich exotischen, dafür aber umso eingebildeteren Prinzessin gehabt hatte. Das anschließende Dozieren des Schmieds über handwerkliche Übungen, insbesondere übers Nageln, habe ich dann irgendwie nicht so ganz verstanden, aber das mag an meiner Müdigkeit gelegen haben nach einem langen, arbeitsreichen Tag. :-)

So kam es mir sehr gelegen, dass der Händler aus Lydius dem Herrn Schmied Kohle geliefert hatte, meine Dienste nach dem Zählen der Säcke nicht mehr benötigt wurden und ich zu meinem wohlverdienten Schlaf auf dem schönen weichen Fell meiner Herrin kam. Allerdings erst, nachdem ich vorsichtshalber noch die große Kiste vor die Tür geschoben hatte. Man weiß ja nie, wer sich in der Nacht so alles herumtreibt… hatte ich doch Gerüchte über einen Assassin mit Dolch auf der Stirn gehört!

Donnerstag, 26. Mai 2011

Enthaltsamkeit?

Da meine Kettenschwester mit einem Stück Stoff beschäftigt war, das wir in den Tiefen unserer großen Wundertruhe im Sklavenhaus gefunden hatten und aus dem sie versuchte, eine neue Tunika für sich herzustellen, machte ich mich alleine auf, um zur Heilerin zu marschieren, in der Hoffnung die Untersuchungspapiere für Jina zu bekommen. So ganz behagte es mir zwar nicht, dieser Herrin erneut unter die Augen treten zu müssen, war ich doch froh, dass meine Haare inzwischen wieder ihre schwarze Naturfarbe angenommen hatten. Ich überlegte mir gerade eine Strategie, wie ich einer weiteren Untersuchung meiner Kopfhaut am besten entkommen könnte, damit ich in keinem Fall Gefahr lief, einen Nachschlag von der grünen Pampe zu erhalten, als ich die Heilerin auf der Bank unter dem großen Baum auf dem Marktplatz entdeckte.

„Je eher heran, umso eher davon“ dachte ich bei mir, holte noch einmal tief Luft und kniete mich leise vor die wie immer giftgrün gekleidete Herrin. Gerade als ich befürchtete, später noch einmal wieder kommen zu müssen, weil die Herrin anscheinend schlief, schlug sie die Augen auf und sah mich an. Zu meiner großen Erleichterung hegte sie keinerlei Gelüste, weder meinen Kopf erneut zu untersuchen, noch ihre Mixtur ein weiteres Mal an mir auszuprobieren. Etwas über die viele Arbeit murmelnd, die sie zurzeit anscheinend hat, holte sie zwei Schriftrollen aus ihrer Heilerpraxis und überreichte sie mir mit den besten Grüßen an meine Herrin… das war also wirklich gut gelaufen!


Zu meiner großen Freude gesellten sich Jina und auch Katy zu mir, die ich einige Tage überhaupt nicht gesehen hatte. Während ich ihr noch lang und breit und in aller Ausführlichkeit die Läuse-machen-grüne-Haare-wenn-man-zur-Heilerin-geht-Story erzählte, sahen wir aus den Augenwinkeln ein Mädchen, das zögernd näher kam. Anscheinend hatte sie gerade nichts zu tun und wollte sich meine Geschichte wohl nicht entgehen lassen. Ich erinnerte mich, sie am Vortag mit ins Badehaus genommen zu haben, weil sie vor der Tür stand und sich offensichtlich nicht hinein traute. Doch war sie dann ziemlich schnell wieder verschwunden, ohne ihre Dienste den Herrinnen anzubieten, wie ich es eigentlich von ihr erwartet hatte. Nun ergab sich also eine perfekte Gelegenheit sie auszuhorchen und ihr mal ein wenig auf den Zahn zu fühlen.

Es stellte sich heraus, dass sie dem Herrn Regenten gehörte, bei ihm jedoch in Ungnade gefallen war. Sie hatte vor wenigen Tagen nicht nur ihre weiße Seide verloren, sondern sich auch noch mit einem Pilz infiziert. Wegen dieser Pilzinfektion herrschte nun in Kasra angeblich ein generelles Sexverbot informierte sie uns. Na toll, ausgerechnet, wenn meine Herrin mal nicht da ist, kommt so eine doofe Anordnung. Wobei ich das Verbot nicht so ganz glauben konnte, weil ich die generelle Enthaltsamkeit für alle irgendwie ein wenig unlogisch fand. Leider konnte ich die Kajira jedoch nicht weiter aushorchen, weil sie sich plötzlich verdrückte. Dabei musste ich doch noch unbedingt in Erfahrung bringen, welche Herren an dem besagten Abend in der Taverne dabei waren, und wer mit wem in den Fellen war!

Auch Katy wollte sich nun um ihren Herrn kümmern, so dass ich plötzlich alleine mit meinen Grübeleien war. Da kam es mir sehr gut zupass, dass der Herr Schmied wieder vor seiner Schmiede aufgetaucht war. Wer sollte über den Enthaltsamkeitsbefehl besser Bescheid wissen als ein Herr, der die Liebesdienste der Kajirae so intensiv nutzte wie er? Aber ich sollte mit meinem Wissensdurst noch weiter auf die Folter gespannt werden, da eine Herrin auf mich zu kam und meine Dienste benötigte. Sie erzählte mir, sie sei Wäscherin und wolle sich in Kasra niederlassen. Allerdings müsste sie vorher eine gute Waschmöglichkeit in Augenschein nehmen. Da war sie bei mir natürlich genau an der richtigen Adresse. Ich schleppte mit ihr zusammen den schweren Waschbottich zum Fayheen und zeigte ihr voller Stolz den schönen Platz, wo ich die Kleider meiner Herrin immer wasche und sie hinterher dann auf der Wiese ausbreite, um sie in der warmen Sonne zu trocknen. Früher hatte ich das Trocknen ja auf einer Leine im Hof zwischen Sklavenhaus und Schmiede gemacht, aber das ging ja nun leider nicht mehr, weil dort jetzt die Zitadelle für unsere Wachen gebaut worden war. Die Gefahr, dass die Herren sich in den angeleinten Zelten… ähmmm… Röcken meiner Herrin verfangen würden, ist mir einfach zu groß!^^

Als ich später vom Fayheen zurück kam, stand der Herr Schmied immer noch vor seiner Werkstatt. Mein Wissensdurst war zwar inzwischen ein wenig meiner Müdigkeit gewichen, aber eine gute Nacht wollte ich ihm trotzdem wünschen, wie es sich gehört. Ich weiß überhaupt nicht, ob und wenn überhaupt, was ich gemacht hatte beim Gute-Nacht-sagen, denn mein Lieblingsschmied packte mich plötzlich und schob mich in seine Kammer… benötigte mich anscheinend also nicht zum Schleifsteinkurbeln sondern für… ja… wofür eigentlich? Wollte er vielleicht MICH jetzt aushorchen… oder etwa das Gebot zur Enthaltsamkeit ignorieren??? :-))

Mittwoch, 25. Mai 2011

Frauenbadetag

Es war der Tag gekommen, an dem meine Herrin Kasra für ihre kurze, dafür aber wohlverdiente Erholungsreise verlassen musste. Selbstverständlich ist es nicht so, dass sie sich von mir erholen muss, sondern von der vielen Arbeit, bei der ich ihr leider nicht helfen kann. Mich beschleicht ja jedes Mal ein komisches Gefühl, ohne sie im Sklavenhaus zu sein und ich weiß jetzt schon, dass ich sie bestimmt vermisse, auch wenn ich mit der Ausbildung ihrer Handelskette gut beschäftigt sein werde. Ab und an kann es ja sogar ganz interessant sein ohne meine Herrin, weil ich mich dann nämlich nicht immer so zusammenreißen muss, um sie mit meinem Sklavenfeuer nicht zu brüskieren. Aber es gibt ja leider noch genügend andere Herrinnen in Kasra, in deren Gegenwart ich meine gute Erziehung selbstverständlich auch nicht vergessen darf.

Immerhin ist meine Herrin frisch gebadet abgereist… also schmutzig ist sie natürlich sowieso nie, aber gestern war sie sozusagen grundgereinigt, denn es war Badetag für Herrinnen. Eigentlich wollte sie ihrer Neuen endlich ein Branding machen lassen, doch das musste leider verschoben werden, weil der Herr Schmied keine Zeit hatte. Mir tat Jina deswegen ziemlich leid, denn ich vermutete, dass sie schon lange darauf wartete und sich danach sehnte, endlich als Eigentum gekennzeichnet zu sein. Ich bin nämlich sehr stolz auf mein Branding, da es für jeden sichtbar ein unauslöschliches Zeichen dafür ist, dass ich eine Sklavin bin. Zu meinem großen Erstaunen machte Jina jedoch einen recht erleichterten Eindruck. Darüber grübeln, ob sie einfach nur froh war, vorerst um den Schmerz des Brandings herum gekommen zu sein oder ob sie ihr Sklavendasein doch noch nicht so richtig verinnerlicht hat, konnte ich nicht lange, da meine Herrin Anstalten machte, das Haus zu verlassen und mir auftrug alles zum Baden mitzunehmen.

Es ging also statt zur Schmiede zum Badehaus… meine Herrin wie immer im Sauseschritt vorweg. Sie war schon gar nicht mehr in Sichtweite, als ich endlich alle Sachen zusammen gepackt hatte und hinter ihr her sauste. Trotzdem lies ich es mir natürlich nicht nehmen, noch einmal kess zu den beiden Wachen vor der Tür zu zwinkern, bevor ich mich dann schnell durch die Tür schlängelte und dabei aufpasste, dass die beiden Männer keinen Blick hinein werfen konnten. Das Badehaus war schon ziemlich gut besucht und meine Herrin stand bereits leicht genervt im Nebenraum, wo sie fertig entkleidet auf mich bzw. ihr züchtiges Badekleid wartete. Sie hatte nur vergessen, auch schon ihre aufgesteckten Haare zu lösen. Aber dank meiner geschickten Finger war das alles schnell bewerkstelligt und meine Herrin gesellte sich zu den anderen Damen ins Bad, die mir alle jedoch ziemlich angeschäkert vorkamen. Naja… baden und Alkohol… das ist eben eine ganz besondere Kombination, die an den Ladys auch diesmal offensichtlich seine Wirkung zeigte.

Nach einer ausgiebigen Säuberung im Wasser gelüstete es meiner Herrin nach einer Massage, bei der sie Jinas Fertigkeiten darin testen wollte. Ein ganz wenig mulmig war mir ja zumute, da ich vorher noch großspurig behauptet hatte, dass jede Kajira massieren kann, warum also nicht auch Jina? Dabei wusste ich das gar nicht. Es war einfach nur eine Schlussfolgerung von mir, denn mir hatte es ja auch nie jemand beigebracht. Meine Einschätzung war jedenfalls richtig gewesen… Jina schaute immer mal zu mir hinüber, beobachte genau, wie ich die Töpferin massierte und machte es geschickt bei meiner Herrin nach. So kam es, dass nicht nur die Töpferin bei meinen sanften wohltuenden Händen ins Schwelgen kam und wohlig stöhnte, sondern auch meine Herrin sich sehr gut entspannte. Die Töpferin war so begeistert, dass sie nicht mit Lob über mich sparte. Sie stellte sogar schon Überlegungen an, wie sie meine Entführung bewerkstelligen sollte. Aber solche Wünsche waren vermutlich nur auf den konsumierten Wein zurück zu führen gewesen… außerdem gebot meine Herrin ihr schnell Einhalt, damit mir das viele Lob gar nicht erst zu Kopf steigen konnte… sie ist ja immer sooooo fürsorglich!

Insgesamt schienen die Damen das Baden jedenfalls zu genießen… auch wenn die meisten sich mangels Kajirae selber waschen mussten. Allerdings muss ich gestehen, dass die Gespräche der Herrinnen ein wenig an mir vorbei gegangen sind… besonders, als ich vor der Tür bekannte Männerstimmen hörte, nämlich die meines Lieblingshauptmanns und seines Leutnants. Der Herr Hauptmann schien eine Wache tatsächlich beim Luschern durchs Schlüsselloch erwischt zu haben und der Leutnant lies den Ärmsten daraufhin erst einmal stramm stehen. Irgendwie taten mir die beiden Wachen leid, aber ich durfte mir drinnen natürlich nicht anmerken lassen, dass ich mit meinen Gedanken und Phantasien vor der Tür war, was mir aber wohl sehr gut gelungen ist. Als ich dann später mit meiner Tunika unter dem Arm das Badehaus verließ, um mal wieder hinter meiner voraus geeilten Herrin herzulaufen, bemerkte ich, dass das Schlüsselloch mit einem Tuch verstopft worden war und wackelte deswegen als kleine Entschädigung noch einmal besonders aufreizend vor den beiden Wachen mit meinem nackten Po.^^

PS: Ich glaube, ich brauche nicht weiter zu erwähnen, dass ich als wohlerzogene Kajira selbstverständlich hinterher kein Bild von meiner Herrin im Badehaus gemalt habe… weder in ihrem totschicken^^ Badekleid und auch nicht, wie sie in ihrem Naturkostüm auf der Massagebank liegt! :-))

Dienstag, 24. Mai 2011

Überflüssiger Umbau

Meine Herrin war für einen kurzen Zwischenstopp von ihrem Landsitz zurückgekehrt, bevor sie diese Hand erneut auf Reisen gehen würde. Natürlich war sie über meine grünen Haare nicht gerade erfreut, denn sie brummelte etwas wie „so kann man dich ja nirgendwo mit hinnehmen“. Mir schossen fast die Tränen in die Augen, als ich mir vorstellte, was mir wegen der doofen Viecher vielleicht alles entgehen würde. Aber es nützte ja nun mal nichts. Ich nahm mir jedenfalls vor, Neuerwerbungen meiner Herrin zukünftig nicht mehr allzu nahe zu kommen, bevor nicht klar ist, ob sie blinde Passagiere auf dem Kopf haben oder nicht. Ansonsten wollte ich ab sofort meine Haare dreimal am Tag waschen, um die Färbung vielleicht noch etwas schneller wieder heraus zu bekommen… Wirkung hatten die Haarwäschen ja bereits gezeigt. Zum Glück schien wenigstens meine Herrin von den juckenden Biestern nicht behelligt worden zu sein.

Besonders erfreut war ich natürlich, dass wir auf dem Weg in den Feuerkrug niemandem begegneten, der sich womöglich über meine Haarfarbe lustig gemacht hätte. Nur etwas weiter entfernt, vor dem Haus der Sklaventrainerin, waren einige Herrinnen zu sehen, ansonsten war Kasra vollkommen ausgestorben… so auch der Feuerkrug. Wegen meinen hässlichen Haaren war ich darüber fast ein wenig erleichtert, aber wegen meiner Herrin machte mich das auch traurig, da ich ihr ein wenig Gesellschaft mit angenehmer Unterhaltung gewünscht hätte. Leider wurde uns sofort klar, warum sich niemand im Schankraum der Herberge aufhielt. Im Keller war nämlich entgegen aller früheren Beschlüsse des Rates eine Pagataverne eröffnet worden. Wie es zu diesem Ratsbeschluss nun so plötzlich dann doch gekommen war, entzog sich leider auch den Kenntnissen meiner Herrin.

Die lauten, durch die Bodendielen in den Herbergsraum dröhnenden Männerstimmen, schienen jedenfalls nicht nur meiner Herrin, sondern auch anderen Gästen den Aufenthalt hier vermiest zu haben… deswegen also die gähnende Leere. Da an eine Unterhaltung bei dem Lärm von unten überhaupt nicht zu denken war, würde der Schankraum vermutlich auch leer bleiben. Insofern fragte ich mich natürlich, warum dieser Keller überhaupt umgebaut worden war… wollte die neue Baumeisterin ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen? Nur warum dann auf diese, in meinen Augen vollkommen überflüssige Art und Weise! In der Vergangenheit war die Herberge doch schon oft genug und mit gutem Erfolg zur Taverne umfunktioniert worden. Sie blieb selbst dann einfach eine Taverne, wenn sich wider Erwarten doch eine freie Frau hinein verirrt hatte, die dann mehr oder weniger echauffiert das Weite suchen musste. So what!… aber ich muss ja nicht alles verstehen!!

Da meiner Herrin jedenfalls der Appetit auf ihre geliebte Milch mit Honig gehörig vergangen war, benötigte sie mich vorerst nicht unbedingt und stellte mir frei, in der Taverne meine Dienste anzubieten. Doch danach war mir ja nun überhaupt nicht. Erstens fand ich mich oberhässlich mit den grünen Haaren, zweitens wusste ich nicht mal, wo der Eingang zu dieser Spelunke war und drittens konnte ich doch nicht einfach meine liebe Herrin alleine lassen, die ich einige Tage nicht gesehen hatte und die demnächst schon wieder abreisen würde! So wurde es ein schöner, ruhiger Klöhnabend zu zweit.

Sonntag, 22. Mai 2011

Grün!!!

Meine Herrin war nun tatsächlich abgereist, um einige Tage auf ihrem Landsitz zu verbringen. Da Jina noch schlief, verließ ich das Sklavenhaus leise. Mein erster Blick galt mal wieder der Schmiede, wo schon wieder eine Menge los war. Der Händler aus Lydius schien dem Herrn Schmied irgendetwas geliefert zu haben. Da ich die Herrschaften bei ihren Geschäften nicht weiter stören wollte, genügend Kajirae knieten dort eh, um ihnen zu Diensten zu sein, trödelte ich Richtung Herberge und entdeckte meinen ersten Herrn einsam auf der Bank unter dem großen Baum sitzen. Ich wollte natürlich nicht frech sein, aber irgendwie packte mich der Schalk, so dass ich mich auf meinen nackten Füßen leise von hinten an ihn anschlich, um ihn zu überraschen. Ich legte sanft meine Hände auf seine Schultern. Puhhh, mit so einer schnellen Reaktion hatte ich gar nicht gerechnet, denn ich hatte ihn kaum berührt, da packten mich schon seine starken Hände. Mein Anschleichen war wohl doch nicht unbemerkt geblieben! Aber er nahm meine ungewöhnliche Annäherung von hinten nicht weiter krumm und ließ sich schmunzelnd von mir seine Schultern massieren.

Leider konnte ich ihm nicht mehr zeigen, was ich noch alles an Verwöhnkünsten drauf habe, weil sich bald schon eine Freie zu ihm gesellte und er kurz darauf etwas von irgendwelchen Dingen brummelte, die er noch erledigen wollte. Aber was soll's, Jina war inzwischen neben mir aufgetaucht und ich hatte vor der Heilerstube eine grün gekleidete Herrin bemerkt, in der ich die Heilerin vermutete. Jina schien zwar keinerlei Lust auf die bevorstehende Untersuchung zu verspüren, schlich aber brav hinter mir her. Es war inzwischen wirklich an der Zeit, endlich ihren Gesundheitszustand feststellen zu lassen, so wie meine Herrin es angeordnet hatte. Meine Vermutung war jedenfalls richtig gewesen und da die Heilerin Zeit hatte, konnte nun Jina's Untersuchung endlich durchgeführt werden.

Die Heilerin war ziemlich gründlich und nahm sich anscheinend alles vor, was man nur untersuchen konnte. Mich hatte sie dabei auch gleich mit eingespannt. Da ich ja schreiben kann, musste ich die Untersuchungsergebnisse notieren. Na ja, so hatte ich wenigstens was zu tun. Trotzdem kam mir die Untersuchung wie eine Ewigkeit vor. Da ich nicht ständig etwas aufschreiben mussste, hatte ich nebenbei genügend Zeit, mir den Totenschädel auf dem Tisch neben meinem Notizzettel genauer zu betrachten. Ein wenig gruselig sah das Ding mit seinen dunklen Augenlöchern in dem weißen Schädelknochen ja aus. Erstaunlicherweise hatte er sogar noch alle seine Zähne, die mich fies angrinsten. Eine gefühlte langweilige Ahn später, in der ich nichts notieren brauchte, wanderten meine Augen erneut zu dem Totenschädel. Voller Erstaunen stellte ich fest, dass der tote Kopf inzwischen einen blauen Zahn hatte. Huch, wie hatte der das denn auf einmal gemacht? Vorher waren doch noch alle weiß gewesen! Und außer mir waren nur die Heilerin und Jina im Raum, die aber mit der Untersuchung beschäftigt waren!

Ich hatte keine Zeit mehr noch lange über diesen blauen Zauberzahn nachzudenken, da es wider Erwarten auf einmal interessant wurde. Die Heilerin hatte nämlich Läuse auf Jina's Kopf entdeckt. Gerade, als ich mir vorstellte, wie Jina wohl mit Glatze aussehen würde, wie lange es dauern würde, bis die wieder so lang gewachsen waren und vor allem, wie sehr dies den Preis von Jina drücken würde, orderte die Heilerin mich ebenfalls zu sich und machte sich auf meinem Kopf zu schaffen. Oh je, daran hatte ich ja noch gar nicht gedacht! Sollten die Viecher womöglich auch auf meinem Kopf zu finden sein? Sie waren es, sie hatten es doch tatsächlich von Jina zu mir geschafft! Zu meiner Herrin womöglich auch noch? Oder zu den Herren, denen ich in den letzten Tagen gedient hatte? Nicht auszudenken sowas!!! Halb Kasra mit Glatze???


Ich beruhigte mich etwas, als die Heilerin mitteilte, dass sie gegen die Biester eine Tinktur anmixen würde, die wir gleich noch in die Haare einreiben sollten... sie müssten also nicht geschoren werden. Immerhin etwas, dachte ich, funkelte Jina aber weiterhin böse an, während ich der Heilerin neugierig bei der Zubereitung des Mittels zusah. Oh je, es war eine grüne, nach Knoblauch stinkende Pampe, die sie uns schließlich in die Haare schmierte und die auch noch eine ganze Weile einwirken musste. Das war vielleicht peinlich und sah echt sch... ähmmm... grün aus! Wie sollten wir nur ungesehen zum Sklavenhaus und später zum Fluss kommen? Aber es sollte noch schlimmer kommen, die Heilerin eröffnete uns nämlich, dass unsere Haare auch nach dem Auswaschen des Zeugs noch einige Tage grün bleiben würden. Na toll, immerhin soll der Geruch nach der ersten Wäsche wohl weg sein.

Leider kamen wir nicht unbemerkt zum Sklavenhaus zurück, sondern fielen prompt der kleinen Gruppe vor der Schmiede auf und mussten Auskunft über den neuesten Modeschrei Kasras geben... mit dem Erfolg, dass alle, die nicht rechtzeitig oder schnell genug das Weite gesucht hatten, sich ständig am Kopf kratzten. Komisch, mein Kopf hatte überhaupt nicht gejuckt, bevor die Heilerin dort angeblich eine Laus entdeckt hatte und Jina hatte sich bis dahin auch eigentlich nie gekratzt. Fest steht jedenfalls, eine andere Haarfärbung hätte mir irgendwie mehr zugesagt, aber die Heilerin scheint leider Grün zu lieben und das offensichtlich nicht nur bei ihren Roben. :-)

Freitag, 20. Mai 2011

Mell wird Jina

Als Mell und ich gestern das Sklavenhaus verließen, um erneut einen Versuch bei der Heilerin zu starten, liefen wir dem Herrn Regenten und meinem Lieblingsschmied über den Weg und legten einen Zwischenstopp ein, um die beiden Herren zu begrüßen, wie es sich gehört. Der Schmied überreichte gerade dem Regenten ein neues Schwert, auf das dieser wohl schon einige Tage gewartet hatte. Während Schwert und Geld den Besitzer wechselten beobachtete ich den Regenten unauffällig hinsichtlich irgendwelcher Krankheitserscheinungen. Da er mir jedoch bei bester Gesundheit zu sein schien, wagte ich nach dem Abschluss des Geschäfts die Frage, wie ihm das gebratene Vulo mit Speck denn geschmeckt hatte. Es stellte sich heraus, er hatte den Vogel gar nicht verzehrt, sondern sich entschlossen, das Viech aufzubewahren, in Ehren zu halten und ausstopfen zu lassen, weil man ein solches Geschenk nicht einfach aufessen kann. Leider hatte er noch keinen Plan, an wen er sich mit diesem Anliegen wenden könnte. Mein Vorschlag, vielleicht die Heilerin dazu zu befragen, honorierte er zu meiner großen Freude als eine gute Idee. Ich hoffe nur, dass sich das Präparieren nicht noch lange hinziehen wird, denn ich befürchte, dass das Vulo demnächst wieder lebendig werden könnte und gegen den damit dann einher gehenden Gestank das Ausstopfen vermutlich nicht die geeignete Lösung ist. Mal abwarten, wie sich die Gerüche in Kasra in den nächsten Tagen entwickeln.^^

Gerade als ich eigentlich weiter wollte, wuschelte mir mein Lieblingshauptmann durch die Haare und gesellte sich zu unserer kleinen Gruppe. Die beiden Krieger begannen sich über irgendeine Piratensache zu unterhalten, von der ich bisher noch gar nichts mitbekommen hatte. Es war selbstverständlich klar, dass ich mir dieses Gespräch nicht entgehen lassen konnte, vorerst also bei den Herren knien blieb und meine Ohren aufsperrte. Zumindest dieses Gespräch schien den beiden Herren wohl auch für Sklavenohren geeignet zu sein, obwohl sie sich über ihre Anordnungen bezüglich der Wachen und einer Bürgerbefragung unterhielten sowie über eine streng geheime Aktion, worüber ich hier natürlich nicht plaudern kann. Gleichzeitig bekam ich noch mit, dass Katys Herr inzwischen bei den Wachen aufgenommen und somit ins Wachquartier eingezogen war. Als das Gespräch dann darum ging, welche Rarii dicke Freunde werden, wer wen vermutlich verprügeln wird, wie sicher der nächste Eklat durch einen bestimmten Krieger kommt und wem wegen schneller Zunge und großer Klappe auf den Zahn gefühlt werden muss, sah ich eigentlich den richtigen Zeitpunkt gekommen, um mich langsam zu verkrümeln.

Doch falsch gedacht, der Herr Hauptmann ließ uns noch nicht gehen. Er wandte sein Augenmerk nun dem neuesten Erwerb meiner Herrin zu und betrachtete sie ein wenig genauer, während ich ihm erläuterte, dass ich sie Mell nannte, weil meine Herrin ihr noch keinen neuen Namen gegeben hatte und ich sie unter diesem Namen ja noch von früher kannte. Meine Schilderungen über unsere gemeinsame Zeit bei den Bakah veranlassten ihn zu ziemlich abfälligen Äußerungen, bei denen es mir sogar fast gelungen ist, meine Klappe zu halten… aber eben nur fast. Er kommt ja ursprünglich aus Cos und scheint auf die Wüstenstämme nicht gut zu sprechen zu sein… bezeichnete diesen Kavar-Stamm nämlich als Karawanen ausraubende Strauchdiebe, die sich für die Herrscher der Wüste halten und eigentlich an Stadttoren baumeln sollten. Ich konnte nicht umhin, ihm zu bestätigen, dass sie mit ihrem ziemlich blutrünstigen Kommandanten tatsächlich Karawanen überfallen hatten, wir ja aber damals nur Kajirae dieses Stammes waren und begann dann, ihm von ihrem Pascha und dessen männlichen Vorzügen vorzuschwärmen.

Damit wurden seine abfälligen Äußerungen über diese Nomaden, die sich inzwischen wohl in alle Winde zerstreut hatten, jedoch noch schlimmer. Er bezeichnete sie als Wüstenpack, gesetzlose Verbrecher, Boskhirten und ihr Oberhaupt als Fettsack, was Mell und mich leider veranlasste, ihm noch ein wenig mehr von dem Pascha vorzuschwärmen, denn der war nun wirklich ein sehr gut gebauter, großer, muskulöser Mann gewesen, den ich insgeheim immer bewundert und angehimmelt hatte. Leider hatten wir uns dabei wohl etwas zu sehr ins Zeug gelegt, so dass der Herr Hauptmann unsere Erwiderungen als Belehrung auffasste. Zum Glück tauchte genau in diesem Moment meine Herrin auf und wurde von ihm als „Sonne von Kasra“ begrüßt. :-)

Oh ja, welch eine passende Bezeichnung für meine liebe Herrin… mir wurde es auch ganz warm und vor allem froh ums Herz. Sie hätte den Augenblick nicht besser wählen können. Auch wenn ihr Erscheinen zu meinem Leidwesen und dem einiger Herren ja leider schon dazu geführt hatte, eine Taverne wieder in eine Herberge umzufunktionieren, hätte diesmal der Zeitpunkt nicht besser sein können. Der Herr Hauptmann ließ die Angelegenheit mit unserer Entschuldigung nämlich auf sich beruhen und wandte sich wieder seinem Gespräch mit dem Regenten zu, während meine Herrin uns ins Sklavenhaus beorderte, damit Mell ihre Lektion darüber bekam, dass Freie immer Recht haben und Kajirae eben nicht, selbst wenn sie etwas besser wissen sollten. Sklaven sind nun mal unfrei, ein Nichts, das lernen muss, mit Ungerechtigkeit und Willkür von Freien zu leben.^^

Meine Herrin begann zu lächeln, als sie merkte, dass Mell dies alles bereits bewusst war und auf dem besten Wege, es zu verinnerlichen. Sie murmelte, dass nun der richtige Zeitpunkt da sei, um zu tun, was sie schon seit einer Hand vorhatte. Ich wusste sofort, was kommen würde und sprang freudig auf, schnell die Utensilien aus der großen Kiste zu holen, die meine Herrin brauchen würde, während diese sich hinter Mell stellte und ihr auftrug, die Handgelenke zu kreuzen und über den Kopf zu heben. Wie immer bei einer Unterwerfung bekam ich ziemliches Herzklopfen, während ich die Szene beobachtete und Mell die Worte meiner Herrin nachsprechen hörte, die ich im Geiste bei solchen Anlässen schon so oft wiederholt hatte. Ich glaube, meine Herrin weiß genau, was da jedes Mal in mir vorgeht, denn ich bekomme immer ebenfalls ein Stück Brot und einen Schluck zu trinken von ihr… eine Geste, die mir sagt, dass ich ohne sie verhungern und verdursten würde.

Ein herzliches Willkommen… meine Kettenschwester Jina! :-)

Donnerstag, 19. Mai 2011

Aufgeschoben… nicht aufgehoben

Meine Herrin war ja mal wieder ohne mich zum turnusmäßigen Kastengrilltreffen gereist und so machte ich mich an das Abarbeiten der mir übertragenen Aufgaben. Zuallererst wollte ich dem Herrn Regenten das gebratene Vulo mit Speckstreifen vorbeibringen, denn ich hatte Angst, es könnte schon wieder lebendig werden, wenn es noch länger vor der Tür des Sklavenhauses herumliegt. Ein skeptischer Blick auf das Viech sagte mir, dass es eigentlich immer noch so aussah, wie am Abend vorher, als der Herr Wirt es zu sehr später Stunde unter seinem Umhang hervorgezogen und mir übergeben hatte. Da der Herr Regent sich da schon lange in seine Gemächer zurückgezogen hatte, war mir nichts anderes übrig geblieben, als das Vulo mit samt den Speckstreifen mitzunehmen. Nun war die Gelegenheit vielleicht günstig, außerdem konnte ich Mell bei diesem Botengang gleich mal zeigen, wo sich die Räume unseres Regenten befinden.

Die Fortsetzung der Ratssitzung hatte noch nicht begonnen, ich hatte also große Hoffnung, das Fettteil tatsächlich auch los zu werden. Und so geschah es. Ich musste zwar lange klopfen, bis der Herr Regent mich endlich hörte… er war wohl ziemlich in die Vorbereitung der Sitzung vertieft gewesen… aber da ich eine gewisse Hartnäckigkeit an den Tag legte, kam er schließlich doch an die Tür und nahm mir das Geschenk aus Belnend tatsächlich ab. Allerdings sprachen seine Blicke Bände, als er diese weitgereiste Speise skeptisch betrachtete und etwas brummelte, das sich anhörte wie „die freundliche Geste zählt… der Geschmack vermutlich weniger“. Zumindest schien er diese Gabe nicht als einen Anschlag auf seine Person zu werten, was mich erleichtert aufatmen lies.

Während ich mir noch die fettigen Finger in meiner Tunika abwischte, verkündete ich Mell, dass der Tag gut angefangen hatte und ich ihr nun endlich beim Schmied einen Gürtel anpassen lassen wollte, so wie meine Herrin es angeordnet hatte. Mell zog zwar nicht gerade ein begeistertes Gesicht, trabte aber brav hinter mir her zur Schmiede, wo mal wieder eine ganze Menge los war. Die Sklaventrainerin hatte eines ihrer neuen Mädchen ans Kreuz binden lassen, damit sie das Zeichen ihres Hauses bekam. Ausgerechnet beim Branden schau ich eigentlich nur äußerst ungerne zu. Obwohl ich in den vielen Jahren bei meiner Herrin wirklich schon oft dabei war, werde ich mich an den Geruch des verbrannten Fleisches wohl nie gewöhnen. Da ich andererseits die Sache mit dem Gürtel aber erledigt haben wollte, zog ich es vor, doch lieber zu bleiben und hielt mir vorsichtshalber die Nase zu.

Der Trick mit dem Nasezuhalten klappte hervorragend, besonders weil ich kein Risiko eingehen musste, da ich Mell fragen konnte, ob die Luft wieder rein ist. Welch ein Glück, dass ich sie dabei hatte, denn sie verhinderte, dass ich meine Nase zu früh los lies und bewahrte mich so vor einem weiteren ekeligen Geruch, der noch dazu kam. Eine Heilerin hatte dem Schmied bei seiner Arbeit zugeschaut, aber offensichtlich ihren Magen wohl nicht ganz im Griff gehabt. Irgendwann war die Luft trotzdem jedoch wieder rein und ich konnte meinem Lieblingsschmied mein Anliegen vortragen, ohne dabei zu näseln.

Das Anpassen des Gürtels wäre echt ein Klacks gewesen, wenn Mell sich beim Ausziehen ihrer Tunika nicht so geziert hätte. Meine Güte… so schamhaft und umständlich hatte ich sie gar nicht mehr in Erinnerung!^^ Sie ist mit ihrem Getue nur ganz knapp an einem Verbot von mir vorbei geschrammt, hinterher ihre Tunika nicht wieder anziehen zu dürfen. Bewundert habe ich dann das perfekte Augenmaß des Herrn Schmied, denn er ließ sich von Lu einen Gürtel in genau der richtigen Größe bringen, der auf Anhieb passte.

Zufrieden mit mir, diesen Auftrag ebenfalls so schnell erledigt zu haben und ihn nicht länger vor mir herschieben zu müssen, zog ich Mell weiter zur Heilerstube. Doch hier hatte ich leider kein Glück… auch auf hartnäckiges Klopfen öffnete niemand. Von der anderen Heilerin mit dem schwachen Magen erfuhren wir dann, dass sie selbst wegen einer Erkrankung zurzeit nicht praktizieren durfte und die kastenoberste Heilerin nicht anwesend war. Na toll dachte ich bei mir, da haben wir nun schon zwei Heilerinnen und dann klappt sowas trotzdem nicht. Mell schien allerdings ein Stein vom Herzen gefallen zu sein. Nur herumkommen um die Untersuchung wird sie nicht… die ist nur aufgeschoben. ;-)

Nun war es an der Zeit, mir endlich eine saubere Tunika anzuziehen, da ich mir ja meine fettigen Finger schon mehrfach darin abgewischt hatte. Ich wollte nämlich noch in den Feuerkrug, um dort meine Dienste anzubieten. Auch meine Haare habe ich kräftig durchgebürstet, um mich von meiner besten und schönsten Seite zu zeigen. Meine Wirkung war tatsächlich nicht schlecht, denn mein früherer Herr machte sogleich eindeutige Bemerkungen über mein Aussehen und zeigte sehr großes Interesse an meinen Diensten, dem ich nur zu gern nachkam. Außerdem schien er sich gut zu erinnern, wie ich ihn früher oft verwöhnt hatte. Doch es sollte anders kommen, als von ihm geplant. Die Herberge wurde zwar immer mehr zur Taverne… ich war gerade dabei meinem früheren Herrn seine Stiefel auszuziehen und auch die anderen Herren widmeten sich ihren Mädchen in einer Weise, wie sie es im Beisein einer freien Frau nie tun würden, als sich die Tür plötzlich öffnete. Meine Herrin tauchte wider Erwarten auf und funktionierte den Feuerkrug wieder in eine Herberge um… aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben!^^

Mittwoch, 18. Mai 2011

Spontaneität

…und ihre Folgen!^^

Der Tag begann ruhig… sehr ruhig sogar. Meine Herrin hatte eines ihrer schönsten Kleider angezogen und sah darin wie immer blendend aus… ihre dunklen, aufgesteckten Haare bildeten einen tollen Kontrast zur Kleiderfarbe. Etwas ungewöhnlich für sie war, dass sie keinen Schleier trug. Aber ich dachte mir nichts weiter dabei, zu Hause muss sie sich ja nicht so verhüllen. Sie hatte offensichtlich auch nicht vor, ihr Haus alsbald zu verlassen und begann jede Menge Papiere durchzuarbeiten… weiterhin unverschleiert. Nebenbei unterhielt sie sich etwas unkonzentriert mit mir. Eigentlich saß ich fast ein wenig wie auf Kohlen… wollte nämlich gerne vor die Tür, weil ich noch keine Gelegenheit gehabt hatte, die letzten Neuigkeiten zu erfahren, oder gab es vielleicht gar keine? Mir blieb vorerst aber nichts anderes übrig, als mich ein wenig in Geduld zu üben und in der Bändigung meiner Neugier.

Meine Überlegungen kreisten gerade darum, ob ich meiner Herrin ihre Milch vielleicht besser zu Hause servieren sollte, wenn sie so beschäftigt ist. Nur befürchtete ich, dann würde sie vermutlich überhaupt nicht mehr vor die Tür gehen, vor allem, wo sie ja noch nicht mal ihren Schleier richtig fest gesteckt hatte. Andererseits würde ich auf dem Weg in die Herberge, wo ich mangels einer Kochgelegenheit im Sklavenhaus für die Milchzubereitung hin musste, vielleicht doch etwas Interessantes aufschnappen. Die Wahrscheinlichkeit dafür war hoch, denn ein Blick aus dem Fenster zeigte mir, dass Kasras Bürger anscheinend alle draußen waren… nur meine Herrin eben leider nicht.

Meine Überlegungen wurden von einem lauten Hilferuf nach den Wachen jäh unterbrochen. In so einem Fall gibt es dann natürlich nichts, was mich noch im Haus halten kann. Ohne lange zu fragen nutzte ich die Gelegenheit, um vor die Tür zu sausen… selbstverständlich aber erst einmal nur bis zur Hausecke, um mich im Gefahrenfall schnell wieder verdrücken zu können, denn ich wusste ja noch nicht was los war. Ich lugte also relativ vorsichtig, dafür aber umso neugieriger um die Ecke des Sklavenhauses und sah, dass die großen Stadttore geschlossen waren. Ansonsten sah ich außer der sich inzwischen gebildeten Menschenmenge eigentlich nichts. Nur eine offensichtlich ziemlich aufgeregte Advocata, die wohl irgendeine Erscheinung gesehen hatte.

Was sie als Erscheinung bezeichnete, war und blieb mir leider unklar. Inzwischen war nämlich auch meine Herrin draußen aufgetaucht… allerdings schien sie sich für den Aufruhr nicht wirklich zu interessieren. Daher wandte ich mich leise seufzend von den Geschehnissen am Tor ab, denn mein Platz war natürlich an der Seite meiner Herrin bzw. hinter ihr. Leider reichten ihr bereits meine Auskünfte über das Wenige in Erfahrung gebrachte… Genaueres über irgendwelche Erscheinungen wollte sie nicht mehr wissen. Ich fragte mich, wie sie nur so wenig neugierig sein konnte?

Meine Herrin widmete ihre Aufmerksamkeit lieber einer anderen Erscheinung, die vor ihr fast nackt kniete und deren Collar ihr aufgefallen war. Sah schon toll aus dieser Schmuck, leider war aber kein Besitzername eingraviert. Später stellte sich heraus, dass dieses Mädchen anscheinend bis vor kurzem noch die Erste an der Kette des Administrators von Lydius gewesen war und nun unserem Regenten gehörte. Hauptsache, sie wird schnell wieder gesund, damit sie ihrem Herrn mit aller Hingabe dienen kann. Gestern litt sie offensichtlich unter irgendwelchen Krämpfen, die sehr schmerzhaft gewesen sein müssen, so wie sie sich immer wieder verbog ((ich mag solche Animationen einfach nicht, finde sie albern und restlos unpassend ;-)).

Ohne sich weiter für den Menschenauflauf am Stadttor zu interessieren und die Ursache dafür, eilte meine Herrin schließlich in die Herberge weiter. Für einen Verzicht auf ihre Milch war draußen wohl leider nicht genug los und Voyeurismus ist nun mal nicht ihr Ding. Da zieht sie es lieber vor, in einer leeren Herberge zu sitzen, was sich im Nachhinein dann für ihren untadeligen Ruf auch als sehr gut herausgestellt hat. Außerdem hatte sie ja ihre Papiere mitgenommen und vertiefte sich wieder in diese, während ich begann, in der Küche mit dem Milchtopf und dem Honig zu hantieren.

Und dann passierte es! Der Herr Schmied hatte sich inzwischen zu meiner Herrin an den Tisch gesetzt, ich kniete mit gesenktem Kopf neben ihr und wollte gerade ihre Milch servieren, als der Herr eine Bemerkung über das veränderte Aussehen meiner Herrin von sich gab. Ich schaute sie an… und… oh je… sie trug immer noch keinen Schleier!! Das hatte ich bis dahin überhaupt nicht bemerkt, da ich entweder mit demütig nieder geschlagenem Blick vor ihr gekniet hatte oder hinter ihr, wie es sich eben für eine Kajira gehört und von den mysteriösen Ereignissen am Tor sowieso abgelenkt gewesen war, was ich natürlich nicht hätte sein dürfen!!! Voller Panik, wegen der mir blühenden Strafe, sauste ich zur Tür, um so schnell ich konnte die fehlende Gesichtsgardine zu holen… erinnerte ich mich doch noch sehr gut an die Folgen, als sie schon einmal ohne Schleier vors Haus gegangen war und ich das nicht gesehen hatte.^^

Doch noch bevor ich die Herbergstür erreichte, wurde ich von ihr zurück beordert, um ihr beim Anlegen des Ersatzschleiers zu helfen. Stimmt, sie hat eigentlich fast immer in weiser Voraussicht einen zweiten Schleier im Ärmel, denn man weiß ja nie, was so alles passieren kann, vor allem, wenn sie sich so plötzlich entschließt, das Haus zu verlassen.^^ Dieser Zweitschleier kam nun zum Einsatz. Während ich ihr half, das Ersatzteil zu befestigen, zitterten meine Finger aus Angst vor Bestrafung so heftig, dass ich es fast nicht schaffte. Meine anschließende riesengroße Erleichterung kann ich daher kaum in Worte fassen… sie gab mir gar nicht die Schuld am Fehlen der Gardine, sondern machte einzig den Hilferuf dafür verantwortlich, ohne den sie nie so spontan das Haus verlassen hätte und sowas dann selbstverständlich auch nie passiert wäre!! :-))

Dienstag, 17. Mai 2011

Krieger mit und ohne Benehmen

Kurz bevor meine Herrin das Haus verlassen wollte, um zur Ratssitzung zu gehen kam noch netter Besuch vorbei. Es war Katys Herr, der sich bei meiner Herrin erkundigen wollte, welchen Weg er denn beschreiten muss, um Bürger in Kasra zu werden. Da die Ratssitzungen ja öffentlich sind, ergriff er dann nach einigen kurzen Erklärungen meiner Herrin zum Verfahren auch sogleich die Gelegenheit beim Schopfe und begleitete sie kurz entschlossen in die Sitzung. Ich wollte mich ja eigentlich vor der langweiligen Versammlung drücken, aber in diesem Fall kam ich lieber doch mit.

Oh je, welch eine Aufregung gleich nach dem Betreten des Ratssaales! Hätte der Herr Krieger seine Teilnahme an der Ratssitzung vorher ankündigen bzw. vielleicht sogar besser schriftlich beantragen müssen? Eine der Wachen zückte nämlich in blindem Aktionismus sofort sein Schwert und wollte Katys Herrn den Zutritt in den Saal verwehren. Jegliche Fürsprache und Erklärungen meiner Herrin über ihren Begleiter halfen nichts… der übereifrige entlaufene Söldner aus Ar, der sich ja leider bei Kasras Wachen verpflichtet hat, ließ sich einfach nicht beruhigen. Selbst auf unseren Regenten hörte er erst nach dessen eindringlicher Ermahnung und bewies damit auf ein Neues, dass er ausschließlich mit dem Schwert umzugehen versteht… sonstige Qualitäten scheinen bei ihm restlos auf der Strecke geblieben zu sein. Aber das war ja allgemein bekannt, so oft, wie er sich schon daneben benommen hatte.

Nachdem sich die ganze Aufregung endlich gelegt hatte, nahm die Ratssitzung dann wie üblich ihren langweiligen Lauf mit Anträgen und Abstimmungen zu Bürgerschaften und einem Schwur auf den Heimstein. Wobei sich die Selbstdarstellungsbegeisterung einiger Herrschaften tatsächlich ein wenig gelegt hatte. Einzig der Richter konnte sich mal wieder sein anzügliches Getue gegenüber meiner Herrin nicht verkneifen, bis sie ihn schließlich komplett ignorierte. Bei allem Respekt zu einem hochkastigen Herrn, bei diesem Kerl fragte ich mich wirklich, wie peinlich er sich noch benehmen will, bis er endlich aufgibt, meine Herrin auf diese Weise zu beleidigen. Der scheint im wahrsten Sinne des Wortes wirklich ein dickes Fell zu haben.

Katys Herr ist dagegen ganz anders… gut aussehend, höflich… einfach ein Krieger, der weiß, was sich gehört. Dabei hat er ein goreanisches Auftreten drauf, das einer Kajira schon das Herz ein wenig schneller schlagen lässt und ich glaube, meiner Herrin auch.^^ Er scheint nicht nur ein Mann des Schwertes zu sein, im Gegenteil… mit Worten ist er mindestens genauso geschickt, was andere ja nicht von sich behaupten können. Leider ist mir in meiner Schwärmerei für diesen Rarius dann aber etwas Unverzeihliches passiert. Ich weiß gar nicht, wie das geschehen konnte, aber irgendwie hob sich meine Hand vor Begeisterung über seinen Antrag bei der Abstimmung. Eine Kajira hat doch überhaupt kein Recht abzustimmen und das weiß ich doch auch… wollte mich damit keinesfalls auf das Niveau anderer Kajirae begeben, die in der Vergangenheit schon versucht hatten abzustimmen!

Dieser Fehler war für den Söldner natürlich ein gefundenes Fressen, um meiner Herrin und mir eins auszuwischen. Unter dem beifälligen, breiten Grinsen seiner Gefährtin, die auf meine Herrin wegen der Auseinandersetzung über ihre unzulässige Betätigung als Sklavenhändlerin vermutlich immer noch nicht gut zu sprechen ist, forderte er, dass mir die Hand abgehackt werden sollte. Zum Glück ist darauf niemand weiter eingegangen und der Antrag von Katys Herrn auf Bürgschaft wurde ziemlich schnell angenommen.

Mit dem Ende der Sitzung war es dann sehr spät geworden. Trotzdem ließ es sich Katys Herr nicht nehmen, meine Herrin zurück ins Sklavenhaus zu begleiten. Naja… vielleicht hatte er sich auch erhofft, bei ihr im Haus übernachten zu dürfen, um den langen Heimweg in seine außerhalb der Stadtmauern liegende Unterkunft zu sparen… selbstverständlich nur im Gästebett! Doch dies bot meine Herrin ihm bei aller Freundschaft natürlich nicht an, so sehr wie sie immer auf ihren guten Ruf bedacht ist… was aber kein Problem für ihn darstellte, wohlerzogen wie er nun mal ist. :-)

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OOC:
Manchmal fasse ich mir dann doch an den Kopf. Das eine Kajira nicht mit abstimmt, ist ja wohl klar. Wenn dann die Hand doch hochgeht, sie dafür abschlagen zu wollen fand ich schon etwas daneben. Eine Strafe wäre vielleicht angebracht gewesen, aber gleich so eine? Ich frage mich, was passiert wäre, wenn der Regent zu dem Vorschlag genickt hätte. Hätte der Söldner das wirklich ausgespielt? Ich befürchte ja, so wie ich ihn mittlerweile einschätze. Das wäre dann das Ende von Dina in Kasra gewesen...eine Kajira mit nur einer Hand taugt zu nix. Aber ich befürchte, dass auch das ihm egal ist.

Mit gemeinsamen Rollenspiel hat so etwas nach meinem Verständnis nicht mehr viel zu tun. Wenn ich so eine Drohung ausstoße, so einen Vorschlag mache, muss ich auch bereit sein, das mit allen Konsequenzen zu Ende zu spielen. Das hat aber gravierende Folgen für den betroffenen Character. Wenn ich bei der Abstimmung meine Hand hebe, muss ich mit Strafe rechnen...das habe ich auch, aber mit einer angemessenen. Man kann auch keine Kajira pfählen, weil sie einen Pagabecher fallen lässt.

Samstag, 14. Mai 2011

Sklavenversteigerung

((Bloggen geht wieder :-), sogar mein gestriger Post ist wieder aufgetaucht, leider jedoch ohne die beiden Kommentare von Luc und Net :-())


Als ich das Sklavenhaus verließ, herrschte schon eine Menge Trubel auf dem Markt. Es hatte sich eine sehr ansehnliche Zahl von Freien eingefunden, die die beiden Mädchen bereits begutachteten, die für eine begrenzte Zeit, etwas über eine Hand, verkauft werden sollten. Mein Weg führte wie fast immer zuerst zur Schmiede, um den Herrn Schmied zu begrüßen, der mich interessiert fragte, ob ich denn auch zum Verkauf stehe, was ich jedoch verneinte. Grundsätzlich ist meine Herrin ja nicht dagegen, mich vorübergehend zu verkaufen, ich sowieso nicht^^, aber in diesem Fall gefielen ihr ((und mir)) die Umstände dieser Versteigerung nicht. Außerdem weilte sie mal wieder für einige Tage auf ihrem Landsitz. Daher führte die Sklaventrainerin den Verkauf durch. Von meinem Lieblingsschmied erfuhr ich auch, dass er seine Kajira nicht gedachte zu verkaufen und anscheinend auch bei dieser Auktion nicht vorhatte, mitzubieten. Die Frage, ob er mitgeboten hätte, wenn ich zum Verkauf stünde, verkniff ich mir lieber… Eitelkeit steht einer Sklavin nämlich nicht.


Die Auktion war eine gute Gelegenheit, um Mell zu zeigen, wie eine Kajira sich zu präsentieren hat auf einem Block. Besonders Terry war in meinen Augen perfekt darin. Mell schien dies jedoch überhaupt nicht zu behagen, eher das Gegenteil war der Fall. Sie konnte auch nicht verstehen, dass mich ein Kribbeln überkam, als ich mir vorstellte, selbst dort oben zum Verkauf zu stehen. Da sie ja noch nicht bei der Heilerin gewesen war, kam mir dabei die Frage in den Sinn, ob Mell überhaupt von roter Seide war, denn das Skavenfeuer schien noch in keinster Weise in ihr geweckt zu sein. Aber vielleicht waren das auch alles noch Nachwirkungen von ihrer anstrengenden Reise… so wie ihr erhöhtes Schlafbedürfnis, was mich veranlasste, sie früh in die Felle zu schicken.

Die Sklaventrainerin gab sich die allergrößte Mühe, um die beiden Mädchen für einen guten Preis zu versteigern, allerdings hatte sie einen sehr eigenwilligen Stil, den ich bisher so noch nicht kennengelernt hatte. So pries sie Terry mit Worten an, die ich so verstand, als ob es für Terrys frühere Herren eine Ehre gewesen war, diese Superkajira zu besitzen. Vermutlich habe ich sie aber nur falsch verstanden in dem lauten Stimmengemurmel der Auktion, denn sie meinte bestimmt, dass es für Terry eine Ehre gewesen ist, bei den genannten hohen Herren gedient zu haben. Ich freute mich jedenfalls für Terry, dass sie einen höheren Preis als das andere Mädchen erzielte. Sie war immerhin vor einigen Jahren mal meine Erste gewesen. Ich freute mich auch darüber, dass sie einen guten Herrn bekam, meinen damaligen ersten Herrn.


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OOC:
Die Sklavenauktion wurde für einen wohltätigen Zweck angesetzt. Der Erlös sollte nämlich nicht den Besitzern zu gute kommen, sondern dem Südland… daher floss in diesem Fall auch echtes Geld. Ich finde, dass sich Kasra hiermit ein wenig untreu geworden ist. Bislang waren alle Aktionen rein IC, d.h. es wurde nie eine Ware gegen L$ verkauft. Die Versteigerung war zwar IC, jedoch die Bezahlung nicht. Das war der Grund, warum ich an dieser Versteigerung nicht teilgenommen Ich lehne es prinzipiell ab, gegen echtes Geld verkauft zu werden. Selbstverständlich kostet eine SIM eine Menge Geld, das von der Spielgemeinschaft aufgebracht werden muss. Die Owner dürfen da auf keinen Fall von uns Nutznießern im Regen stehen gelassen werden. Ich hätte es nur besser gefunden, auch die Bezahlung IC zu belassen und vielleicht vor dem Block eine zusätzliche Spendenbox aufzustellen. Dort hätten sicherlich auch andere Geld hineingesteckt, die bei der Auktion nicht mit gesteigert haben, z.B. auch Sklaven. Vielleicht wäre sogar mehr Geld zusammen gekommen, denn ich hatte den Eindruck, dass diese Versteigerung für alle ein schöner RP-Abend war.

Freitag, 13. Mai 2011

Und gleich noch etwas

77 Kommentare auf einen Blogpost von Bart...das ist schon heftig. Ich würde mich an so etwas nicht mehr beteiligen. Meine Erfahrungen in Lydius sind schon etwas älter, aber selbst wenn sie aktuell wären, was soll das. Interessant finde ich, wenn sich der ehemalige Eigner von Lydius immer wieder provozierend einmischt, der ja angeblich mit Gor abgeschlossen hat.

Meine Güte...lasst doch die Lydianer spielen, wie es ihnen Spass macht. Ihr müsst da doch nicht hingehen, wenn ihr damit nicht klarkommt.

Bart beklagt, dass Plots noch offen sind...meine Erfahrung ist, das die wenigsten zu Ende gespielt werden. Ein Grund, warum ich keine geplanten Plots mag. Roleplay muss sich für mich spontan aus der Situation heraus entwickeln. Plots waren für mich in der Vergangenheit immer Flops.

Ich war es nicht

Einigen meiner Leser wird vielleicht aufgefallen sein, dass der letzte Eintrag hier verschwunden ist. Ich bin unschuldig, das war offensichtlich unser Provider:
Blogger Status
Friday, May 13, 2011
To get Blogger back to normal, all posts since 7:37am PDT on Weds, 5/11 have been temporarily removed. We expect everything to be back to normal soon. Sorry for the delay.
Posted by at 04:25 PDT



Da steht was von "temporarily"...ist aber immer noch verschwunden. Nasty scheint das selbe Schicksal ereilt zu haben...ihr letzter Beitrag ist auch im digitalen Nirvana verschwunden...genau wie auch alle Kommentare von Luc und Net zu meinem Beitrag. Georg konnte auch nichts Neues reinstellen. Ich habe auch nicht mehr das Original...na ja egal, ist ein kostenloser Service hier mit den Blogs, da kann ich wohl kaum eine gepfefferte Beschwerde an den Provider schreiben. Das zufällige Bakah-Treffen (um das ging es bei Nasty und mir) war trotzdem schön.

Donnerstag, 12. Mai 2011

Ein besonderer Tag...

…nicht nur für mich!

Auf dem Weg zur Herberge trafen meine Herrin und ich auf eine größere Gruppe von Herren, darunter mein Lieblingshauptmann. Er betrachtete gerade Stoffe in diversen Rottönen. Leider bekam ich nicht ganz mit, worum es da nun genau ging und was der Anlass für diese Begutachtung war. Seinen guten Geschmack bei der Stoffauswahl hat er mit dem schönen Tuch, das er meiner Herrin damals vom Lydius-Feldzug mitbrachte, schon lange bewiesen, wie ich finde. Meine Herrin tut damit immer sehr geheimnisvoll und verwahrt es sorgfältig, zeigt aber gerade bei offiziellen Anlässen, wie wichtig es ihr ist, indem sie es trägt. Mal sehen, was er nun vorhat. Vielleicht sollen ja nur die Wachen neu eingekleidet werden… das wäre dann eigentlich nicht so spannend. Hoffentlich bekomme ich bald Näheres darüber heraus. Eine Gelegenheit dazu wird sich bestimmt ergeben.

Ein anderer Herr dieser Gruppe war Katys Herr, der nach einer langen Reise nun endlich in Kasra eingetroffen war. Katy strahlte übers ganze Gesicht. Aber auch die Augen meiner Herrin leuchteten vor Freude… ihre herzliche Zuneigung zu diesem Herrn war für mich nicht zu übersehen. Aber ich kenne ja auch die Vorgeschichte dazu und freute mich für meine Herrin und für Katy mit. Nach einer so langen Zeit, wo sie sich nicht gesehen hatten, hatten meine Herrin und Katys Herr sich natürlich eine Menge zu erzählen und begaben sich daher in den Feuerkrug. Im Sitzen erzählt es sich einfach besser. So konnte ich Mell gleich zeigen, wie das wichtigste Getränk in der Herberge zubereitet wird… die heiße Milch mit Honig für meine Herrin. :-)

Wir waren kaum damit fertig, als ein weiterer Gast die Herberge betrat… mein erster Herr, der nun schon einige Zeit in Kasra wohnt. Ich hatte ihn draußen bereits bemerkt und mich mit schlechtem Gewissen an das Versprechen erinnert, das ich ihm kurz nach seiner Ankunft gab, aber meiner Herrin gegenüber dann gebrochen hatte. Auf ihre Nachfrage hatte ich ihr nämlich verraten, wer er ist, obwohl ich ihm doch versprochen hatte, darüber Stillschweigen zu bewahren. Nun setzte er sich auch noch an den gleichen Tisch wie meine Herrin. Er kannte nämlich Katys Herrn. Die beiden hatten sich jedoch aus den Augen verloren, nachdem die Bakah seinerzeit ihre Zelte in der Tahari abgebrochen hatten und weiter gezogen waren. Ich hatte diesen Aufbruch damals jedoch nicht mehr miterlebt, weil ich kurz zuvor nach Samanu verkauft worden war.

Zum Wiedersehen nach so langer Zeit gab mein damaliger Herr nun also einen Sul-Paga aus, während ich den Blick kaum noch heben konnte vor lauter Unbehagen und Nervosität wegen meines Vertrauensbruchs ihm gegenüber. Doch dann stellte meine liebe Herrin so ganz nebenbei an Katys Herrn die für mich so wichtige Frage, ob eine Sklavin ein gegebenes Versprechen immer unter allen Umständen halten muss oder ob sie dies gegenüber ihrem Besitzer und zwar NUR gegenüber ihrem Besitzer, brechen darf bzw. dies sogar tun MUSS. Ich kann meine riesengroße Erleichterung gar nicht beschreiben… alle drei Herrschaften, also auch mein früherer Herr, waren sich darüber einig, dass eine Kajira eine Frage ihrer Herrschaft IMMER wahrheitsgetreu beantworten muss. Ich hatte also keinen Fehler gemacht und er war mir nicht böse, dass ich meiner Herrin seine Identität verraten hatte.:-)

Die Wiedersehensfreude am Tisch sollte noch größer werden, nachdem sich ein weiterer Herr dazu gesellte. Da ich nun endlich wieder meinen Blick zu heben wagte, konnte ich mir selbstverständlich auch nicht verkneifen, ihn genauer zu mustern… natürlich möglichst unauffällig. Leider war von ihm jedoch nicht viel zu sehen, da er dicke Tücher um den Kopf und auch vor Mund und Nase geschlungen hatte. Gerade, als ich mir überlegte, dass dies eigentlich die typische Kleidung eines Kavar ist und ihn mir intensiver anschauen wollte, begann er mit zwinkernden Blicken zu den beiden Herren am Tisch, aber auch zu mir, die Tücher abzulegen. Es war mein früherer Herr von den Bakah, der mich damals in ein furchtbar tiefes emotionales Loch gestoßen und schließlich an den Kommandanten von Samanu verkauft hatte. Zum Glück haben wir dieses tiefe Loch vor ungefähr einem Jahr gemeinsam wieder zugeschaufelt, als er für eine kurze Zeit hier in Kasra war, so dass ich mich nun darüber freuen konnte, ihn wiederzusehen. :-)

Es wurde ein sehr feuchtfröhlicher Abend mit einer ziemlichen Menge alkoholischer Freuden-Getränke. Ich habe mal einen Tahari-Nomaden darüber sprechen hören, dass die Freude einen alten Freund wiederzusehen, recht heftige Auswirkungen mit sich ziehen kann. Das schien sich an diesem Tag zu bestätigen. Alle Herren hatten nämlich beim späteren Aufbruch ein wenig mit schwankenden Bodendielen zu kämpfen und sind vermutlich wie Klötze in ihre Felle gesunken. Die arme Katy durfte wohl keine Lampe mehr ins Fenster stellen… oder vielleicht ja doch?^^

Selbst meine liebe Herrin machte eine Ausnahme und trank nicht nur Milch, sondern sogar Kalana… allerdings nach Art des Hauses Pinion zubereitet! Aber wie hätte sie auch dem unübertrefflichen Charme von Katys Herrn an so einem besonderen Tag länger wiederstehen können? Er weiß wirklich, wie man eine Frau um den Finger wickeln kann… mal sehen, ob oder wie lange er in Kasra bleiben wird!^^

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OOC: Nasty hat hier ja auch schon über diesen denkwürdigen Abend geschrieben und ob das nun Zufall war oder nicht. Auf jeden Fall hatten wir gestern Abend eine auffällige Häufung von „alten“ Spielern aus Jasmine- und Bakah-Zeiten. Etliche spielen ja eh schon seit einiger Zeit in Kasra, Spieler wie Luc (Zelmo), Terry, Teddy und ich gehören ja schon zum Inventar. Seit einiger Zeit nun auch noch Kaisa, Jenny und ganz neu Mell. Aber nachdem dann gestern auch noch Kim, Net und Montri auftauchten und selbst Kitten als Observer da war, fühlte man sich nach einem Blick auf die Namen im Radar um 3-4 Jahre in die Vergangenheit versetzt. Georg erwähnte noch, dass die meisten der genannten auch schon gemeinsam im Mittelalter-RP gespielt haben. Insgesamt war der Abend für mich mal eine angenehme Überraschung und erinnerte ein wenig an ein Klassentreffen.

Viele der „alten“ Spieler hatten nach meinem Gefühl in den letzten Jahren SL-Gor verlassen oder mit mir unbekannten ALTs gespielt. Zur Zeit scheinen doch diverse von denen zurückzukehren. Ich würde das begrüßen. Manchmal fühlte ich mich ja schon wie eine übriggebliebene Gor-Oma.

Mittwoch, 11. Mai 2011

Versandware

Da die Renovierungen des Badehauses nun endlich abgeschlossen waren, fand nach langer Zeit mal wieder ein Badetag für Herren statt. Selbstverständlich hätte ich da gerne meine Dienste angeboten, vor allem dem neuen Krieger, dem es schon vor einiger Zeit nach einer Reinigung durch meine sanften Hände gelüstete. Aber daraus ist ja wegen der Bauarbeiten leider nichts geworden. Doch eigentlich nahm ich an, dass er sich inzwischen wohl nicht mehr für meine Dienste interessierte, denn ich hatte ihn schon lange nicht mehr gesehen. Vielleicht bediente er sich lieber einer anderen Kajira? Wahrscheinlich würde ich im Badehaus also nicht gebraucht werden, denn viele Herren in Kasra hatten ja eigene Sklavinnen. Einzig unser Regent, der Zimmermann und der Wirt waren noch ohne, doch ich glaube, die baden sowieso nicht öffentlich. Am liebsten wäre mir natürlich gewesen, wenn mein Lieblingshändler nach seinen ständigen langen Reisen zufällig in Kasra eingetroffen wäre, das war aber natürlich nicht zu erwarten gewesen.^^

Egal, meine Herrin schickte mich sowieso zum Hafen, um ihre neue Ware in Empfang zu nehmen, die ihr mit dem Schiff zugesandt werden sollte. Eine gefühlte Ewigkeit hatte ich mich schon am Pier gelangweilt, als das erwartete Schiff dann endlich anlegte. Was hätte ich in dieser Wartezeit alles einseifen können! *seufzt* Nicht einmal eine Wache hatte sich blicken lassen, mit der ich ein wenig hätte schäkern können, um mir die Zeit zu vertreiben. Denn auch wenn sie ihren Dienst immer sehr ernst nehmen, sind Kasras Rarii einer kleinen Unterhaltung normalerweise nicht abgeneigt. Ich hoffte nur, die einsame Warterei würde sich lohnen… aber darüber steht einer Kajira kein Urteil zu.

Ein wenig blass um die Nase herum sah die Neue ja aus, als sie ein wenig wackelig über die Reling turnte. Leider konnte ich den Kapitän nicht mehr über irgendwelche Geschehnisse während der Reise ausfragen, da er gleich wieder ablegte, nachdem das Mädchen von seinem Schiff war. Neugierig musterte ich sie ein wenig genauer. Irgendwie bekannt kam sie mir vor, aber da konnte ich mich auch täuschen… das musste vorerst verschoben werden, denn meine Herrin wartete auf uns. Erst einmal befahl ich ihr, sich auszuziehen und ihre schäbige Kleidung in den Fayheen zu werfen, weil sie so nicht vor meine Herrin treten konnte. Damit kamen dann auch ihre Lebensgeister ein wenig zurück, denn sie sträubte sich, sich auszuziehen. Nun gut, ihre erste Lektion lernte sie also schon am Hafen.

Die zweite Lektion lernte sie dann auf dem Weg zum Sklavenhaus. Ich wusste inzwischen, dass ich mich nicht getäuscht hatte und sie tatsächlich aus meiner Zeit bei den Bakah kannte. Allerdings hatten wir damals nie viel miteinander zu tun gehabt. Anders Nova, die ihr fast um den Hals fiel, als sie uns am Stadttor kurz über den Weg lief und meine Vermutung bestätigte… es war tatsächlich Mell. Sie schien mir wirklich ziemlich mitgenommen zu sein und hatte mich ja offensichtlich auch nicht erkannt. Sie war so neben der Spur, dass sie nicht einmal in der Lage war, den Herrn Imker zu grüßen, geschweige denn, sich ihm so zu präsentieren, wie es sich für eine Sklavin gehört, die ein Herr betrachten möchte. Die Ärmste muss wirklich eine Menge durchgemacht haben, doch der Imker war zum Glück sehr verständnisvoll!

Im Sklavenhaus angekommen kniete sich Mell auf meinen Befehl erst mal still in den Hintergrund, da meine Herrin noch in einer geschäftlichen Besprechung war. Leider konnte ich mir in meinem Eifer nicht verkneifen, meiner Herrin zuzuflüstern, dass ihre Versandware endlich angekommen war und ihr das Ende des Stricks hin zu halten, den ich Mell um den Hals gelegt hatte. Ich hätte vorher meinen Kopf einschalten sollen, denn ich wurde natürlich ignoriert, als sei ich Luft. Hoffentlich hat Mell wenigstens aufgepasst und ebenfalls dazu gelernt. Ich glaube es aber eher nicht. Nachdem meine Herrin ihr Gespräch beendet hatte, war sie ja nicht mal mehr in der Lage, einige Auskünfte über ihre Erlebnisse zu geben, so dass meine Herrin es schließlich seufzend aufgab, ihr jedes Wort einzeln aus der Nase zu ziehen. Mal sehen, ob es die Strapazen der Reise waren oder Übermüdung und wie sie sich macht, wenn sie geschlafen hat.

Dienstag, 10. Mai 2011

Zauberei und Käse

Als ich gestern aus dem Sklavenhaus trat, war ich fast drauf und dran postwendend umzudrehen und wieder hinein zu gehen, weil ich einen ziemlichen Schrecken bekam. Ich entdeckte nämlich einen furchterregend aussehenden Herrn im Gespräch mit einer unserer Heilerinnen, von dem ich befürchtete, er könnte ein Attentäter sein. Er war fast vollkommen schwarz gekleidet. Sein Gesicht war mit einem schwarzen Tuch bis über die Nase verhüllt, an den Händen trug er dicke schwarze Handschuhe und an den Füßen schwarze, sehr klobige, hohe Stiefel. Er schien offensichtlich ein echter Frostködel zu sein, denn Kasra liegt ja bekanntlich im Süden, am Rand der Tahari und mir war z.B. keinesfalls kalt, barfuß und spärlich bekleidet, wie ich ja eigentlich immer rumlaufe. Na gut, ich habe ja auch eine Menge Feuer in mir, dieser Herr vermutlich nicht.

Was mich aber wirklich ängstlich machte, war seine schwere Bewaffnung. Er trug nicht nur ein langes Schwert, oh nein, sondern auf dem Rücken auch noch eine Armbrust (oder so) mit jeder Menge Pfeile… und von Kasras Wachen war weit und breit keine Spur. Zum Glück entdeckte ich meinen Lieblingsschmied, der vor der Tür seiner Werkstatt gerade am Arbeiten war und flüchtete mich erst einmal zu ihm. Zu meiner großen Erleichterung klärte der mich aber darüber auf, dass dieser Herr keinen Dolch auf seiner Stirn trug, also vermutlich nicht mit Mordabsichten gekommen war… da hatte ich natürlich nicht hingeschaut.

Diese Auskunft beruhigte mich immerhin ein wenig und mein Interesse an der Arbeit des Schmieds gewann schnell Oberhand. Ich wunderte mich nämlich, wie er es hinbekam, seine Messer zu schleifen, ohne den Schleifstein durch Kurbeln in Schwung zu halten. Es grenzte für mich fast an Zauberei. Hatte er in der Vergangenheit nicht schon mehrfach erwähnt, dass er beim Schleifen eigentlich eine Kajira benötigt, die den Schleifstein durch Kurbeln in Schwung hält? Auf meine diesbezügliche Frage folgte ein sehr theoretischer Vortrag über verschiedene Schleifsteine mit und ohne Kurbel für unterschiedliche Werkstücke, den ich aber nicht so ganz verstanden habe, nur so viel, es ging bei diesem Schleifstein nicht mit Zauberei, sondern anscheinend alles mit rechten Dingen zu. Hoffen wir, dass das stimmt und nicht, dass der Schmied da einen geheimen Antrieb erfunden und eingebaut hat. Nicht das Kasra demnächst durch blaue Blitze zerstört wird. Jedenfalls benötigte der Herr Schmied keine Hilfe zum Kurbeln, lediglich zum Wasser holen. Das ist wohl bei allen Schleifsteinen gleich und wurde nun meine Aufgabe.

Als ich mit dem vollen Wassereimer vom Brunnen zurück kam, blieb mir das Herz schon wieder fast stehen. Der Schwarzgekleidete stand nämlich jetzt neben dem Schmied. Nachdem es mir irgendwie gelungen war, trotz meines leichten Zitterns genug Wasser in den Behälter unter dem Schleifstein zu füllen, ohne alles daneben zu gießen, verkrümelte ich mich schnell ein wenig in den Hintergrund, denn es sollte noch beängstigender kommen. Der Fremde ließ aus seinen dicken Handschuhen spitze Klingen vorspringen, die der Herr Schmied ihm schärfen sollte. Die Dinger sahen richtig gefährlich aus. Kein Wunder, dass die Handschuhe so klobig waren, die beherbergten ja auch diese Mordwerkzeuge und den ganzen Zauber-Mechanismus dafür!

Ich war daher richtig froh, dass ich in die Schmiede außer Reichweite der spitzen Dinger geschickt wurde, um dem Schmied ein sauberes Reptuch zu holen. Nachdem ich endlich in Erfahrung gebracht hatte, wo er sowas denn aufbewahrt und selbstverständlich die günstige Gelegenheit genutzt hatte, um ein wenig in der großen Kiste zu stöbern (natürlich nicht aus Neugier, sondern nur zu Orientierungszwecken für mögliche spätere Aufträge:-), sputete ich mich, ihm das Tuch schleunigst zu bringen. Ich wollte ja verhindern, dass der Unheimliche womöglich ungeduldig wurde. Leider sputete ich mich wohl ein wenig zu sehr, übersah die anscheinend neue Türschwelle und schlug der Länge nach hin. Das war echt schmerzhaft, aber ich war mit einem blutig aufgeschrammten Knie noch einigermaßen davon gekommen.

Lange Zeit mich selbst zu bemitleiden hatte ich auch nicht, da ich gleich den nächsten Auftrag bekam, weil sich weitere Kundschaft vor der Schmiede eingefunden hatte. Die Sklaventrainerin wollte einer ihrer Kajirae ein Branding machen lassen. Ich wurde daher von meinem Lieblingsschmied angewiesen, die Feuerschale neben dem Kreuz zu entzünden. Immerhin ist mir das gelungen, ohne meine Tunika anzusengen, mich zu verbrennen oder meine langen Haare abzufackeln. Nebenbei bekam ich sogar noch mit, dass der merkwürdige Herr anstelle der geforderten 5 Kupfer 2 Silbertarsk! für das Messerschärfen bezahlte und konnte ich mich nicht dem Gedanken erwehren, dass dem Schwarzgekleideten wohl doch zu warm geworden war… offensichtlich sogar viiiieeeel zu warm.^^

Den Priesterkönigen sei Dank, genau zum richtigen Zeitpunkt tauchte dann meine Herrin auf. Das Brandingeisen der Sklaventrainerin glühte bereits und ich war schon am Überlegen, wie ich mich elegant verdrücken kann, weil ich den Gestank von versengtem Fleisch nicht riechen mag. Egal wie oft ich meiner Herrin beim Branden schon geholfen habe, an diesen Geruch werde ich mich wohl nie gewöhnen. Wobei ich eingestehen muss, mein Abgang war etwas… naja… also… ungeschickt formuliert und brachte mir eine hochgezogene Augenbraue der Sklaventrainerin ein. Nun gut, ich gebe zu, ich war eigentlich etwas frech zu meinem Lieblingsschmied, dem das bei den vielen Aufträgen aber wohl nicht weiter aufgefallen war, denn er entließ mich zu meiner Herrin.:-)

Leider entgeht meiner Herrin sowas ja nie und ihre Strafe folgte auf dem Fuße. Sie ging hinüber in die Herberge und ließ ihre von mir frisch zubereitete heiße Milch in meinen ausgestreckten Armen abkühlen. Ich glaube, ich brauche nicht weiter ausführen, wie lange es dauert, bis KOCHEND heiße Milch abkühlt. Meine Arme wurden jedenfalls immer schwerer, während ich mir zusätzlich auch noch Bemerkungen von ihr über mein Alter anhören musste. Aber einen Lichtblick hatte diese Strafe trotzdem. Ich mag ja Männerblicke auf mir^^… und dem Herbergswirt fiel nicht nur meine Haltung sofort auf, sondern auch, dass ich genäht und ein Tunika-Oberteil umgearbeitet hatte. Es gibt eben Männer, denen SOWAS nicht entgeht… meiner Herrin entgehen leider andere Dinge nicht. :-(

Besonders interessant wurde es dann, als die Herberge sich weiter füllte und ich wegen der Milchabkühlerei nicht zum Servieren zur Verfügung stand. Nach einigem Hin und Her erbarmte sich letztendlich der Herr Imker und holte die gewünschten Getränke. Aber er wollte wohl auch gute Stimmung für seine neue Geschäftsidee machen… Verr-Käse. Anscheinend schwebten ihm bereits große Absatzmöglichkeiten für diesen ziemlich streng riechenden Käse vor, bei dessen Verzehr man immer denkt, das Verr sitzt mit am Tisch und der nach meinem Empfinden mindestens ebenso eklig schmeckt, wie die berühmte stinkende Fischsuppe der Herbergswirtin. Die Krönung wäre ja Fischsuppe mit Verr-Käse. Aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Außerdem vermute und hoffe ich, dass in dieser Angelegenheit noch nicht das letzte Wort gesprochen wurde, hatte er doch anscheinend noch überhaupt nicht bedacht, dass die Käseherstellung mit 2 weiblichen Tieren und einem Verr-Bock nicht gerade mengenmäßig gigantisch sein würde… also mal abwarten!

Freitag, 6. Mai 2011

Es gibt wieder Milch...

…aber sanftmütig macht die nicht!^^

Als erstes machte ich mich gleich nach dem Aufstehen mit einem Eimer in der Hand auf die Suche nach Bazi, um die Versorgung für das Lieblingsgetränk meiner Herrin sicher zu stellen. Ich mochte gar nicht darüber nachdenken, sollte es keine Milch mehr in Kasra geben! Doch ich hatte Glück und traf vor der Herberge gleich auf die Wirtin, die sich über meine Befürchtungen ein wenig erheitert zeigte. Selbstverständlich gab es den Bosk noch, nur den Boskstall nicht mehr. Ziemlich baufällig wie er anscheinend gewesen war, war er dem neuen Haus der Sklaventrainerin gewichen. Und gleich daneben, direkt vor dem großen Heuhaufen, stand Bazi, also fast an der gleichen Stelle wie vorher. Ich hätte gestern einfach nur um die Ecke hinter das neue Haus zu schauen brauchen. Was war ich erleichtert… der Tag war gerettet. Bazi zeigte sich auch wie immer von ihrer besonders gutmütigen Seite und ließ sich problemlos melken, so dass ich schnell den halben Eimer voll Milch hatte. Der Zubereitung des Lieblingsgetränks meiner Herrin stand also nichts mehr im Weg… mal sehen, ob sie mit dem richtigen Getränk im Bauch dann etwas sanftmütiger unserem Nachbarn gegenüber sein würde?

Bei der Milchzubereitung im Feuerkrug stellte ich dann fest, dass meine Herrin entgegen ihrer üblichen Gewohnheiten, immer noch zu Hause war. Daher servierte ich ihr die heiße Milch einfach dort, bevor sie wieder kalt wurde. Dies gefiel einer fremden Herrin zwar nicht, die offensichtlich erwartete, von mir in der Herberge bedient zu werden, aber meine Herrin geht nun mal vor. Nachdem ich diese Herrin später noch etwas mehr beobachten durfte, freute es mich im Nachhinein eigentlich, dass sie ewig auf ihre Bedienung warten musste, auch wenn Schadenfreude einer Kajira natürlich nicht steht. Aber bei der war die einfach angebracht. Ich hoffe nur, dass sie nie im Haus meiner Herrin zur Ausbildung landet, wenn sie einen Kragen bekommen hat. Mal abwarten und den Priesterkönigen schon vorsorglich ein Zusatzgebet schicken… vielleicht hilft es!^^ Leider war meine Herrin im Haus immer noch mit irgendwelchen Sachen ziemlich beschäftigt, so dass ich mich leise wieder aus dem Staube machte, um sie dabei nicht weiter zu stören, da ich von diesen Dingen sowieso nichts verstand. Ich wollte nämlich die neuesten Neuigkeiten in Erfahrung bringen.

Es war perfektes Timing… Mina kam gerade angeschlendert als ich vor die Tür trat. Sie hatte offensichtlich sogar nach mir Ausschau gehalten, weil sie irgendein Tuch suchte, das sie verloren hatte. Da war ich ihr allerdings keine Hilfe bei, denn das hatte ich nirgendwo gefunden. Leider konnte sie nicht mal sagen, wo sie es denn verloren hatte. Vermutlich erübrigte sich die Suche auch inzwischen, da es sowieso schon längst in irgendeiner Feuerstelle gelandet war. Interessant war aber zu hören, dass sie einen neuen Namen bekommen hatte… Nova, auf den sie ziemlich stolz ist. Ihr Herr muss wohl zufrieden mit seiner Neuerwerbung sein. Wobei ich mich aber dann doch fragte, ob die Zufriedenheit bleibt, wo sie doch offensichtlich mit seinem Eigentum nicht gerade sorgfältig umgegangen ist. Vielleicht benennt er sie ja noch wieder um in „Vergesslich“ oder „Schussel“?^^

Diesen Gedanken konnte ich nicht weiter spinnen, weil meine Herrin inzwischen vor die Tür getreten war und sich mit der Wirtin darüber unterhielt, ob diese etwas aus der Oase über eine bereits vor längerer Zeit angedachte Theateraufführung dort gehört hatte. Solche Auskünfte durfte ich natürlich nicht verpassen. Der Emir hatte nämlich damals bei der Uraufführung unseres zweiten Theaterstücks sehr geheimnisvoll getan. Es war irgendwie herauszuhören gewesen, als ob er uns für eine Aufführung engagieren wollte. Schade, die Herbergswirtin wusste davon leider nichts, obwohl sie ja immer viel hört. Von der Sängerin aus Lydius, die noch auf dem En’Kara-Fest so begeistert von unserer Aufführung war und uns unbedingt einladen wollte, haben wir ja auch nichts mehr gehört. Es scheint mal wieder wie immer zu sein… eigentlich wollen sie alle, nur in die Puschen kommen sie nicht und meine Herrin bettelt natürlich auch nicht um Aufträge! Aber vielleicht ergibt es sich noch, wenn Kasras Handelsbeziehungen irgendwann wieder in Schwung gebracht werden?

Bei der Beschwerde der Herbergswirtin über ihren mangelnden Umsatz, fiel dem Regenten ein, dass er schon seit Tagen auf seinen Sul-Paga verzichten muss. Die Einladung meiner Herrin auf eine Schale frische Milch ließ seine Stimmung auch nicht gerade steigen, denn er brummelte die Wirtin etwas unwirsch an, dass sie sich über fehlende Einnahmen im Feuerkrug nicht wundern darf, weil er dort, wo er nichts zu trinken bekommt, nun mal nicht hingeht. Tja, es war alles eine Fehlinformation von Nakisa, die ja nicht mehr zum Feuerkrug gehört. Ohne eigene Sklavin blieb der Wirtin keine andere Wahl, als kurze Zeit später, nachdem sich die Freien doch in die Herberge begeben hatten, ein neues Fass Sul-Paga höchstpersönlich aus dem Gewölbe herauf zu schleppen. Das hätten alle Anwesenden dieser kleinen Frau so ohne weiteres gar nicht zu getraut… doch sie meinte nur, es sei alles eine Frage der Technik. :-)

Leider war ich mal wieder die einzige Kajira und musste allen Freien servieren. Für die Bürger Kasras tu ich das eigentlich auch ganz gerne, vor allem für einige, die ich besonders gerne mag. Aber andererseits gehöre ich natürlich nicht zum Feuerkrug. Beim Bedienen bekam ich die Gespräche der Herrschaften leider mal wieder nicht so ganz mit… nur so viel, dass es sich erneut um die nächste Gerichtsverhandlung drehte und der Schmied immer noch nicht wusste, ob er oder ob er nicht angeklagt wird und vor allem, weswegen! Einiges scheint er inzwischen wohl klarer zu sehen… anderes aber umso verschwommener und das liegt wohl nicht an einem blauen, zugeschwollenen Auge. Er sieht nämlich zurzeit wieder ganz normal aus… so normal, dass die Wirtin ihn schon nicht mehr richtig erkennt.^^

Für meine Herrin scheint die Sache mit der Anklage ziemlich klar zu sein, aber sie hat ja auch den Vorteil, die Ausführungen der Advocata im Rat gehört zu haben… mein Lieblingsschmied eben nicht, da er seinen Sitz im Rat niedergelegt hat, zumindest vorübergehend. Sein Pech, vielleicht muss er sich mit meiner Herrin nun doch ein wenig besser stellen, wenn er Näheres von ihr darüber erfahren möchte… denn sie will das in der Öffentlichkeit nicht wiederholen. Aber ob er sie deswegen in ihrem Haus aufsuchen wird? Wird sie ihm dann darüber berichten? Vermutlich kann er sowieso nicht über seinen Schatten springen der alte, selbstgefällige Sturkopp. Sich zu entschuldigen scheint ja unter seiner Würde zu sein… vernünftig darüber reden tun die beiden auch nicht… da stehen sie sich in nichts nach. Meine Herrin ist eben immer noch gekränkt wegen seiner unbegründeten Beschuldigungen. Leider hat die gestrige Milch auch keine Wirkung bezüglich ihrer spitzen Zunge gezeigt… sie war ihm gegenüber nämlich nicht gerade sanftmütig. Dabei weiß er doch eigentlich mit Frauen umzugehen… oder nur mit den Knienden? Ich finde diesen Zwist zwischen den beiden jedenfalls immer noch doof. Kann er ihr nicht einfach mal ein wenig den Hof machen… jede Frau mag sowas doch? Außerdem braucht er doch sowieso nichts zu befürchten dabei… sie will ihn nicht als Gefährten… will auch keinen anderen Mann! Sagt sie jedenfalls. Dabei weiß sie überhaupt nicht, auf was sie alles verzichtet! *seufzt herzergreifend* :-))

Donnerstag, 5. Mai 2011

Dickköpfe

oder… immer noch keine Versöhnung in Sicht. :-(

Es kam, wie ich es schon lange befürchtet hatte… der Bosk-Stall war abgerissen worden… Bazi entweder auf irgendwelchen Feldern oder gar nicht mehr unter den Lebenden… und keine Milch mehr da!!! Oh je, meine Herrin war nicht gerade erfreut darüber. Zum Glück trank sie dann ausnahmsweise mal ein Wasser, allerdings nicht warm und auch nicht mit so einer ekeligen Haut oben drauf wie bei ihrer geliebten Milch, wenn die abkühlt. Obwohl sie immer so großen Wert auf ihre Figur legt, auf ihre kalorienreiche Milch mit Honig mag sie einfach nicht verzichten. Oder anders… wenn sie da mal drauf verzichtet, ist sie krank… und das gefällt mir dann ja nun ganz und gar nicht. Heute muss ich mich also als Erstes zum Melken auf die Suche nach Bazi machen, um meiner Herrin ihr Lieblingsgetränk wieder zubereiten zu können. Hoffentlich klappt das alles ohne Probleme... sonst habe ich wohl ein weiteres Problem!

Außer meiner Herrin hatten sich sogar einige Gäste im Feuerkrug eingefunden… mein Lieblingsschmied, der Imker und eine fremde Herrin… eine Baumeisterin, aber erstaunlicherweise NICHT aus Ar! Allerdings waren außer meiner Herrin alle Freien ohne eigene Kajirae da und in der Herberge gibt’s ja leider keine mehr. Da war ich natürlich froh, dass mir Katy in ihrer fleißigen Art beim Bedienen geholfen hat. Außerdem habe ich wieder etwas dazu gelernt. Es gibt nämlich Ständer für gefüllte Trinkhörner. Ich steh mit diesem nordischen Gefäßkrams immer noch ein wenig auf Kriegsfuß, auch wenn ich inzwischen für Ale und Met selbstverständlich diese komischen Gefäße nehme, die man immer festhalten muss, weil sonst der Inhalt ausläuft. Die Herbergswirtin hat das irgendwann so angeordnet.

Die fremde Baumeisterin war nicht besonders gesprächig, aber was sollte sie auch zu dem Streitgespräch zwischen meiner Herrin und dem Herrn Schmied beitragen? Es ging um die Beleidigungen nach der Binasuche im Labyrinth bei den En’Kara-Feierlichkeiten. Der Schmied hatte ziemlich viel Geld beim Wetteinsatz auf seine Kajira verloren und meine Herrin dann bezichtigt, sie hätte ihre eigenen Kajirae bevorzugt, was nun absolut nicht stimmte. Diese Behauptung hatte meine immer oberkorrekte, liebe Herrin damals natürlich sehr gekränkt, zumal sie ein wirklich gutes Verhältnis zu unserem Nachbarn hatte und ihn wohl richtig mochte. Er hat ihr mit seiner Beschuldigung jedenfalls ziemlich weh getan. Vielleicht mag sie ihn sogar immer noch, aber sie kaschiert es perfekt und ihr extrem gutes Gedächtnis wird so eine verletzende Beleidigung wohl nie vergessen.

Ich hoffe ja seit diesem Vorfall inständig, die beiden würden sich darüber mal unterhalten und mein Lieblingsschmied sich dann bei meiner Herrin entschuldigen. Aber entweder ist er in irgendwelche Weibergeschichten verwickelt, steht andauernd vor Gericht, prügelt sich, sobald sein blaues Auge mal wieder abgezogen ist und macht, wenn er denn mal Zeit hätte, lieber mit irgendwelchen Kajirae rum, um seine Potenz unter Beweis zu stellen^^. Seit gestern sieht das nun leider noch weniger nach einer Entschuldigung und Versöhnung aus. Meine Herrin konnte sich nämlich ihre Schadenfreude darüber nicht verkneifen, dass er schon wieder vor Gericht muss und er meinte in überheblicher Großspurigkeit, ER hätte meiner Herrin bereits verziehen, dass sie ihre Kajirae bevorzugt hatte… ich sehe in dieser Sache also leider immer noch ziemlich schwarz *heul*^^…aber immerhin haben sie sich wenigstens darüber gestritten… vielleicht ist das ja ein Anfang? ;-))

Mittwoch, 4. Mai 2011

Kleines Missgeschick

Sehr zu meiner Freude berichtete meine Herrin mir gestern gleich nach dem Aufstehen, was noch in der Ratssitzung besprochen worden war, nachdem ich vor die Tür musste. Sie schien diese Anordnung des Regentenvertreters anscheinend überflüssig zu finden, würde dies aber selbstverständlich nie gegen so einen hohen Herrn äußern. Aber sie weiß ja auch, dass ich Stillschweigen bewahren kann… der hohe Herr wohl nicht. Daher werde ich hier jetzt auch nichts mehr darüber schreiben :-)

Unser Weg in den Feuerkrug hinüber glich fast einem Slalomlauf, so viele Menschen hatten sich mal wieder auf dem Marktplatz versammelt und unterhielten sich über dies und das. Allerdings schien sich meine Herrin dafür nicht weiter zu interessieren, da sie den Tag natürlich erst einmal mit einer heißen Milch mit Honig beginnen wollte. Erstaunlich ist nur, dass in letzter Zeit die Herberge eigentlich immer leer ist. Die Wirtsleute werden wohl mangels Einkünften bald schließen müssen, wenn sich das nicht demnächst ändert.

Aber sie haben ja auch selbst schuld, wenn sie ihre Sklavinnen nicht auf Zack halten und diese sogar noch verkaufen… obwohl ich mich frage, ob das nicht aus einer Not heraus geschehen ist. Die Verluste durch die hohen Schulden der versklavten Herrin waren ja nicht so ganz ohne. Nur wie sollen die ausgeglichen werden, wenn kein Service mehr geboten wird und die Gäste deswegen ausbleiben? Nakisa und Mina scheinen ja auch lieber den Marktplatz zu fegen, als im Feuerkrug zu bedienen, obwohl ich genau mitbekommen habe, wie ihre Herren ihnen dazu klare Anweisungen gegeben haben. Egal, das geht mich ja nichts weiter an, Hauptsache meine Herrin bekommt ihre Milch… und zwar am besten von mir!

Leider ist mir bei der Zubereitung gestern jedoch ein kleines Missgeschick passiert. Dummerweise hatte ich nämlich den Milchtopf schon über die Feuerstelle gehängt, obwohl ich das Feuer noch ein wenig in Schwung bringen musste… ohne Herbergskajira muss ich das ja nun selber machen. Ich pustete also in die zum Glück noch vorhandene restliche Glut, um die nachgelegten Holzscheite zu entzünden. Leider habe ich wohl etwas zu stark gepustet, so dass einige Ascheflocken aufflogen und nicht nur auf mir, sondern ein paar auch in dem Milchtopf landeten… nicht viele, aber immerhin. Oh je, was sollte ich tun? Es war die letzte Milch gewesen… für neue hätte ich zum Stall hinüber gemusst!

Ich entschied mich, die Aschekrümelchen einfach unter zu rühren und meiner Herrin zum Ausgleich dafür einen zusätzlichen Löffel Honig in ihre Milch zu geben… sie mag es ja gerne süß! Außerdem habe ich noch nie gehört, dass so ein paar Flusen gesundheitsschädlich sein könnten. Im Gegenteil, es gibt auf der Erde sogar Käse mit Asche glaube ich… oder hatte ich das nur geträumt? Warum sollte es auf Gor dann nicht Milch mit ein paar Ascheflusen geben? Ist doch fast das Gleiche, nur eben in anderer Konsistenz und Reifegrad sozusagen.^^

Gesagt, getan, ich servierte meiner Herrin also die Milch mit dem Extralöffel Honig und ich glaube, sie hat wirklich nicht bemerkt, dass damit nicht alles so war wie es sein sollte. Über die Süße schien sie sich jedenfalls zu freuen, wusste sie doch, dass ich es gut mit ihr gemeint hatte. Na ja, eigentlich auch ein wenig mit mir selbst *murmelt*. Erstaunlicherweise hat sie, entgegen ihrer sonstigen Gewohnheiten, die Schale jedoch nur halb leer getrunken. Das gab mir natürlich ein wenig zu denken, tat meiner guten Laune aber keinen weiteren Abbruch und meine Herrin war sowieso gut drauf… fand ich jedenfalls… sonst hätte sie mich später bestimmt nicht gefragt, ob ich vielleicht einen Clown verschluckt hätte. :-)

Dienstag, 3. Mai 2011

Dina gibt klein bei

Liebe Leserinnen und Leser...den heutigen Beitrag habe ich mir hier verkniffen und in den geschlossenen Teil des Südlandforums gestellt. Ich wollte hier die öffentliche Haue, aber auch die Schadenfreude von "Nichtkasranern" vermeiden. Ganz verkneifen konnte ich mir ihn aber nicht ;-).

Tut mir leid für alle, die jetzt erst neugierig geworden sind ;-)...Morgen gibts vielleicht wieder einen Alltagsbericht an dieser Stelle.