Donnerstag, 30. Juni 2011

Männer... ihre Launen, Unarten und Vorlieben

Ich erwachte gut ausgeschlafen und bester Laune. So ein ausgiebiger Schönheitsschlaf hat doch tatsächlich was. Meine Herrin war leider immer noch nicht wieder zurück und ich erwarte sie leider auch erst in der nächsten Hand. Also musste ich mich weiter alleine um die Vulos kümmern... ähhmmm... ich meine natürlich die Handelskette meiner Herrin. Jina schien noch auf den Feldern zu sein, aber Lina erspähte ich auf dem Markt, meinem früheren Herrn einen Paga servierend... sie machte sich also nützlich.

Ich nutzte die günstige Gelegenheit und ging zu ihr, um den Rarius zu fragen, ob er kürzlich im Badehaus mit Linas Diensten zufrieden gewesen war. Sie hatte mir zwar auf meine Nachfrage voller Stolz am Vortag schon berichtet, dass er sehr angetan von ihr gewesen war, aber manchmal ist es nicht verkehrt, die Meinung des Herrn direkt einzuholen. So auch in diesem Fall. Er mokierte sich mal wieder über ihren Gürtel, sagte aber gleich dazu, dass er diese Entscheidung meiner Herrin selbstverständlich respektiere. Auszusetzen hatte er nur ihren ziemlich hastigen, überstürzten Abgang aus dem Bad und dass er deswegen seine Kleidung alleine wieder anziehen musste. Wobei er es ihr wohl nicht wirklich krumm nahm, weil es zu weit vorgerückter Ahn war und daher von einer Bestrafung absah.

"Überstürzt" schien für ihn das Stichwort zu sein, um ohne ein weiteres Wort an uns zur Hausecke des Feuerkrugs zu eilen, allerdings zu der dem Marktplatz zugewandten. Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen, als ich sah, dass er dort anscheinend seinen Paga wieder ablassen wollte. Ziemlich erstaunt darüber, denn auf dem Platz waren auch einige freie Frauen anwesend, machte ich gerade Lina grinsend auf sein Tun aufmerksam mit dem Hinweis, dass die Pinkelwand der Herren doch eigentlich hinter dem Haus ist, als hinter mir mein Lieblingshauptmann auftauchte und natürlich meine letzten Worte gehört hatte... oh je!

Das Gespräch mit dem Herrn Hauptmann begann mit der Information über seine extrem schlechte Laune nach einer unerfreulichen Unterredung mit seinem Leutnant. Das hätte er sich eigentlich sparen können, denn seine Verstimmung war ihm förmlich ins Gesicht geschrieben, so grimmig wie er mich anschaute. Mir schwante also nichts Gutes. Meine freche Bemerkung über die Pinkelei meines früheren Herrn kam ihm da anscheinend sehr zu pass, um sich Luft zu machen. Er stellte mich nämlich schlecht gelaunt sofort zur Rede, meinte, ich würde mir eine Meinung über das Pinkelverhalten der roten Kaste anmaßen, anstatt beim Abtröpfeln behilflich zu sein. Zum Glück kam von ihm nicht noch ein Vortrag über die hohe Kaste der Krieger oder dass es für jede Wand selbstverständlich eine Ehre sein muss von einem Rarius angepinkelt zu werden... manchmal doziert er nämlich gerne.^^

Puhhh, mir war jedenfalls sofort klar, dass ich meine Worte nun gut überlegen musste, um einer Bestrafung zu entgehen. Aber gestern hatte ich offensichtlich einen guten Tag, denn es ist mir tatsächlich gelungen, ihn mit der richtigen Antwort und deutlicher Ehrerbietung vor der hohen Kriegerkaste zu besänftigen^^. Ich konnte wohl überzeugend rüber bringen, dass ich niemals nicht eine hohe Kaste kritisieren würde und schon gar nicht die rote. Meine letzte Ergänzung, dass ich ja als unbedeutende Kajira die Kastengeheimnisse der Kriegerkaste selbstverständlich nicht kenne und daher gar nicht wissen kann, wo Krieger pinkeln dürfen, brachte dann tatsächlich noch den letzten Durchbruch. Sein zufriedenes Tätscheln meiner Wange und die Worte "gute Sklavin" ließen mir jedenfalls einen ziemlich großen Stein vom Herzen plumpsen.

Danach war seine Laune schon erheblich besser, allerdings noch nicht ganz gut. Dem half er aber ab, indem er Lina einmal mit Schmackes auf den Po klatschte. Um seine Laune noch weiter aufzubessern, mussten wir beide danach noch jede eine seiner Sandalen putzen. Wobei das eigentlich ein Vorwand war, denn er wollte sich anscheinend nun an dem Anblick unserer wohl gerundeten Hinterteile weiden, die bei der Putzerei natürlich ein wenig hin und her wackelten. Das war daher natürlich eine Arbeit, die mir sehr gefiel, denn ich mag Männerblicke auf meinem Sklavenkörper und hatte selbstverständlich auch nicht die Augen geschlossen, sondern nebenbei ausgiebig seine muskulösen Waden betrachtet und mir bildlich vorgestellt, wo diese herrlichen Männerbeine endeten.^^ Meinem früheren Herrn schien unsere vorgebeugte Haltung ebenfalls erfreut zu haben, denn wir bekamen von ihm zur Belohnung jede noch eines seiner leckeren getrockneten Honigklümpchen, die er immer in einem Beutel bei sich trägt. :-)

Honig war ein weiteres Stichwort für meinen Lieblingshauptmann, denn er erzählte mir nun gut gelaunt von regelmäßigen Honiglieferungen an ihn, die man sehr gut zum Einschmieren einer Kajira verwenden kann, um den Honig dann hinterher von ihr zu essen. Selbst eingeschmiert und anschließend abgeleckt zu werden konnte er sich ebenfalls sehr gut vorstellen... ich mir natürlich auch.^^ Leider rief dann jedoch wieder sein Dienst, so dass ich keine Gelegenheit mehr bekam, mir seine Honigsammlung einmal anzusehen, was ich ja sooooooo gerne mal tun würde. Aner aufgeschoben ist bestimmt nicht aufgehoben? :-)

Komischerweise leerte sich der Marktplatz schlagartig mit den zum Dienst eilenden Rarii, so dass ich mich Richtung Sklavenhaus aufmachte, um noch einige Arbeiten für meine Herrin zu erledigen. Vor der Tür wurde ich jedoch von dem Herrn Schmied gestoppt, der herüberrief, ob ich von meinen Glattehaare-Leidenmögern kein Ale bekommen hatte, da ich meine Haare ja immer noch lockig trug. Ein bisschen ärgerte ich mich über seine Frage, besonders weil er mich ja mit den glatten Haaren sowieso nicht leiden mochte, und zeigte das wohl auch ein wenig. Außerdem wurmte mich immer noch, dass er mir unterstellt hatte, mein Sklavenfeuer würde ohne Locken nicht richtig lodern, was natürlich ziemlicher Quatsch ist. Eine Chance, es ihm zu beweisen hatte er mir auch nicht gegeben und mir nicht geglaubt, welche Überwindung es mich ständig kostet, es so weit im Griff zu haben, dass ich im Beisein meiner strengen, oberkeuschen Herrin nicht ständig Bestrafungen von ihr kassiere wegen meiner Hitze.

Im Gegensatz zu sonst, blieb ich also vor der Tür des Sklavenhauses knien und lief nicht zu ihm hinüber, beantwortete aber seine Fragen... allerdings wohl etwas zurückhaltender. Und dann geschah etwas ganz Unglaubliches... er kam zu mir herüber.. welch eine Ehre für eine unbedeutende Kajira! *strahlt* Er scheint mich also doch noch zu mögen und ich glaube, es war ihm sehr wichtig, dass ich seinen Vergleich mit dem Larl endlich richtig verstand und dass es ihm dabei nicht um die scharfen Zähne des Larls ging und auch nicht darum, in den Fellen gebissen zu werden. Er wollte mit diesem Vergleich nur die Wildheit einer Sklavin in den Liebesfellen verdeutlichen! Ich fand ja, noch besser hätte ich das mit einer praktischen Übung verdeutlichen können... aber danach war ihm anscheinend schon wieder nicht. Vermutlich hatte er sich mit Lu bereits verausgabt... der Arme scheint wirklich alt zu werden! ((war viieeel zu spät für praktische Übungen *gg* :-))

Mittwoch, 29. Juni 2011

Mal keine Locken?

Die letzten Tage auf den Feldern waren wieder wie im Flug vergangen, vielleicht wegen der vielen Arbeit bei schrecklich^^ sonnigem Wetter? :-) Ich musste daher den Staub erst einmal mit einem ausgiebigen Bad im Fayheen abwaschen. Während ich noch das klare Wasser ausgiebig genoss und mich darin aalte, kam mir die Idee, mal wieder zu versuchen, meine wilden Locken beim Trocknen zu glätten, so wie ich es an den Schweigetagen schon gemacht hatte. Das war bislang aber niemandem aufgefallen. Ich finde jedenfalls, es ist einfach mal was anderes, nicht die Standard-Kajira-Frisur zu tragen... oder? Als Festiger hatte ich mir dafür schon vor einiger Zeit die Ale-Reste aus den Trinkhörnern im Feuerkrug besorgt, um einen Trick anzuwenden, den ich noch von der Erde kannte, wo ich ihn mir bei meiner Mutter abgeguckt hatte.

Gesagt, getan... nach dem Waschen das Ale über die Haare gießen und schön verteilen das ganze Zeugs. Igitt, es roch wieder ziemlich ekelig, aber ich wusste, das würde nach dem Trocknen vorbei sein. Es war zwar etwas mühsam, aber mit ausgiebigem Bürsten beim Haaretrocknen, ist es mir dann tatsächlich gelungen, die Locken weitestgehend heraus zu bekommen und der Geruch war auch weg. Mein Blick schweifte allerdings ständig zum Himmel, nicht dass mir ein Regenschauer meine Bemühungen zunichte machte. Aber das Wetter sah gut aus und so sauste ich zufrieden mit meinem Werk in die Stadt hinauf... mal sehen, ob es überhaupt jemandem auffallen würde. Ich fand meine Frisur jedenfalls gelungen, vor allem fand ich es gut, mich von den vielen Locken-Kajirae mal etwas abzuheben.

Mein Test sollte in der Herberge beginnen, weil ich dort im Vorbeigehen eine mir gut bekannte tiefe Stimme gehört hatte, die meines Lieblingshauptmanns. "Perfekt" dachte ich und betrat den Feuerkrug. Ich blieb sogar stehen, weil ich mir so ein wenig mehr Aufmerksamkeit erhofft hatte, als auf Knien. Tja, leider falsch gehofft... niemand und vor allem nicht der Herr Hauptmann, nahm wirklich Notiz von mir, geschweige denn, bemerkte meine veränderten Haare. Ich hatte offensichtlich einen sehr ungünstigen Moment erwischt, denn der arme Kerl war in einer strafrechtlichen Diskussion mit zwei Herrinnen. Ich verdrückte mich daher etwas enttäuscht besser wieder, horchte allerdings noch einige Ehn vor der Tür, um nicht ein möglicherweise baldiges Ende zu verpassen. Doch daran war bei einem Thema natürlich nicht zu denken, wo es um schickliches Benehmen von freien Frauen und Herren, vor allem die nie eingestandenen Wünsche der Damen gegenüber Männern ging, von ihrer Hitze will ich da gar nicht reden *Augen verdreht*. Mein Lieblingshauptmann tat mir irgendwie leid.^^

Ich musste mir also einen neuen Beurteiler suchen. Da kam mangels anderer Herren nur noch der Herr Schmied in Frage. Allerdings nahm dieser gerade auf der Bank vor seiner Schmiede ein Nickerchen, keine Kajira weit und breit zu sehen. Eigentlich ungewöhnlich, wo er doch sonst immer mehrere vor sich knien hatte. Um ihn nicht gegen mich einzunehmen, indem ich seinen Schlaf störte, grüßte ich ihn in dezenter Lautstärke bereits aus größerer Entfernung. Doch ich hatte Glück, er schlug sofort seine Augen auf und schaute überhaupt nicht grummelig. Im Gegenteil, sogar überaus freundlich winkte er mich näher zu sich und bemerkte auch sofort meine veränderte Frisur. Ich musste sogar so dicht zu ihm rutschen, damit er meine glatten Haare mit seinen rauen Männerfingern befühlen konnte, was mir sehr gefiel. ;-)

Leider schlug meine Freude sehr schnell in Enttäuschung um, ihm gefiel meine neue Frisur nämlich ganz und garnicht. Ich musste mir einen langen Vortrag von ihm über die wilden Locken von Sklavinnen anhören, die er mit Larls in den Fellen verglich, also die Kajirae. Wobei ich den Vergleich mit den Larls nicht ganz verstanden habe. Ich äußerte daher meine Skepsis, wegen der scharfen Zähne dieser wilden Raubtiere und dass eine Kajira da erheblich bessere und vor allem schonendere, nicht so schmerzhafte Möglichkeiten habe, um einen Herrn in den Fellen zu verwöhnen. Leider hatte der Herr Schmied seinen begriffsstutzigen Tag und wollte von mir Näheres über diese Möglichkeiten einer Kajira HÖREN. An einer praktischen Erläuterung dazu schien er in keiner Weise interessiert zu sein... erinnerte sich anscheinend auch nicht mehr daran, dass und wie ich ihm vor langer Zeit mein Können in den Fellen unter Beweis gestellt hatte. Wieso sollte sich das mit meinen geglätteten Haaren plötzlich geändert haben? Er scheint wohl langsam doch alt zu werden und muss sich vielleicht seine Manneskraft aufsparen, damit er die eigene Kajira später nicht in den Fellen enttäuscht? Oder mochte er mich mit der Frisur etwa nicht mehr?

Ich bot ihm selbstverständlich an, das Ale wieder auszuspülen, was wohl auch ganz in seinem Sinne war, denn er schickte mich weg... vielleicht wollte er mich loswerden.^^ Ein wenig nachdenklich trödelte ich zum Wasser, um meine Locken durch Nässe wieder kringeln zu lassen, als ich einen kräftigen Klaps auf meinem Po spürte, der sich ganz nach meinem Lieblingshauptmann anfühlte. Mein Gefühl stimmte tatsächlich, aber meine Annahme, er würde meine neue Frisur nicht bemerken stimmte nicht... im Gegenteil! :-) Leider bekam ich nicht mehr heraus, ob sie ihm gefiel oder auch nicht, da er leider wie immer im Dienst war und schnell weiter musste. Menno... immer dieses Pflichtbewusstsein... nie hatte er Zeit! Er war so eilig an mir vorbei, dass ich nicht mal schnuppern konnte, ob meine Vermutung über seine Wasserscheu nun stimmte oder nicht. Wobei, wenn ich da richtig lag, hätte ich wohl etwas riechen müssen. Er scheint also auch einer der Herren zu sein, der die sanften Hände seiner eigenen Kajirae bevorzugt. :-(

Aber egal, ich hatte keine Zeit mehr lange darüber zu sinnieren, da mein nächster Frisurbeurteiler auftauchte, der Herr Zimmermann, dem meine neuen Haare tatsächlich gefielen! Na, immerhin einer! Wobei er meine Locken auch leiden mochte, die ich ja nun mit Wasser schnell wieder kringeln ließ. Ich gefiel ihm sogar so gut, dass er meine Dienste im Feuerkrug wünschte... egal mit welcher Frisur!*strahlt* Allerdings musste ich vorher noch dem Schmied meine Lockenrückgewinnung präsentieren. Meine Pechsträhne setzte sich damit dann leider fort, da er sich nun über mein Sklavenfeuer erkundigte... natürlich wieder nur theoretisch, anstatt es praktisch zu erproben. Der Herr schien wirklich alles über mich vergessen zu haben! Ich glaube auch, seitdem er die Erziehung sämtlicher Sklavinnen übernommen hat, scheint er mehr Gefallen an Worten als an Taten zu haben... wobei es natürlich auch sein kann, dass ich ihm nicht mehr gefalle, bei der großen Auswahl der ständig vor der Schmiede herumlungernden Kajirae. Nun gut, es gibt ja noch andere Herren in Kasra, die meine Dienste vielleicht genießen mögen? :-)

Insofern kam es mir eigentlich recht gelegen, als Lu auftauchte und ich mich endlich Richtung Feuerkrug verdrücken konnte, denn ich wurde jetzt sowieso für den Herrn Schmied uninteressant und auf die Zickereien seiner Kajira hatte ich keine Lust. Leider kam ich jedoch zu spät, denn der Herr Zimmermann war nirgendwo mehr zu finden *grummelt*. Daher lief ich zurück ins Sklavenhaus und genehmigte mir an diesem Abend einen frühzeitigen Schönheitsschlaf... mit Locken!^^

Samstag, 25. Juni 2011

Sprechverbot

...endlich vorbei!!!


Erst dachte ich, das ist doch mal eine interessante Strafe. Nach 5 Tagen konsequentem Schweigen (ich war nämlich jeden Tag wie immer online) sage ich: "Das ist eine richtige Sch...strafe, vor allem über so einen langen Zeitraum, die mich echt genervt hat.

Warum?

Grundsätzlich habe ich kein Problem damit, schweigend hinter meiner Herrin zu knien, während sie sich mit anderen Freien unterhält, habe aber trotzdem jederzeit die Möglichkeit, eine geflüsterte Frage zu stellen, irgendwas zu murmeln oder auch im Hintergrund mit einer Sklavin zu tuscheln. Dies entfällt alles mit dem Verbot zu sprechen.

Ich habe es als extrem schwierig oder manchmal auch als unmöglich empfunden, als einzelne Kajira einbezogen zu werden, denn meine Herrin war leider die ganze Woche nicht im RP bzw. nicht online. Ich musste also alleine aktiv werden. Meine Schwierigkeiten sind zum Teil sicherlich bei mir selbst zu finden, da ich nicht gerade vor Kreativität platze und eher zurückhaltend bin... und mich vor allem nicht aufdrängen mag.

Wenn ich es dann geschafft hatte, wahrgenommen und angesprochen zu werden, war es von der Sache her eine sehr einseitige Unterhaltung, die auch sehr viel Ideenreichtum bei meinem/r Gesprächspartner/in erforderte. Es war schon eine ziemliche Herausforderung, mich durch Beschreibung meiner Zeichensprache so verständlich zu machen, dass mir die richtigen Fragen gestellt wurden, die ich dann mit Nicken, Kopfschütteln oder Schulterzucken beantworten konnte.

Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass meine Mitspieler sehr schnell ermüdeten und daher die erstbeste Gelegenheit suchten, um mich wieder "los zu werden"... mein Sprechverbot mich also insgesamt ein bisschen einsam gemacht hat.

Ich hoffe, dass sich mit diesem Post niemand "auf den Schlips getreten" fühlt, denn so ist dies wirklich nicht gemeint. Im Gegenteil, ich möchte damit erreichen, sich die Auswirkungen einer solchen Strafe über so einen langen Zeitraum von 5 Tagen gut zu überlegen, vor allem, wenn die Betroffene diese Zeit überwiegend auf sich alleine gestellt ist.

Es war für mich jedenfalls eine Erfahrung, für die ich meiner Herrin nicht OOC böse bin, die ich aber nur sehr ungern wiederholen möchte bzw. zukünftig in so einem Fall dann wohl durch Abwesenheit glänzen werde, wenn meine direkten RP-Partner nicht online sein können. :-)

Freitag, 24. Juni 2011

Eigentlich war nichts los

Kasra war komischerweise mal wieder fast ausgestorben oder nein... es waren leider schon wieder keine Wachen zu sehen. In der Herberge war auch niemand, so dass ich mir überlegte, mal am Hafen die Lage zu peilen, da ich Wasser und Schiffe liebe. Außerdem ist der Hafen immer ein guter Ort, um mitzubekommen, welche Besucher eintreffen oder wer abreist.

Weit war ich jedoch noch nicht gekommen, als ich bereits Katys Herrn über den Weg lief, der mich gleich wieder mit zurück in die Stadt nahm. Das fand ich eigentlich sehr nett von ihm, allerdings reagierte er ziemlich sauer auf mein Sprechverbot. Er bezeichnete mich als unhöflich, obwohl ich ihn sehr freundlich gegrüßt hatte... aber eben stumm... und befahl mir, meiner Herrin auszurichten, dass er sie deswegen zu sprechen wünsche. Leider ist es mir nicht gelungen, ihm klar zu machen, dass meine Herrin wieder einige Tage auf ihrem Landsitz verbringt und ich ihr seinen Wunsch daher erst in der nächsten Hand ausrichten kann. Um ihn nicht noch mehr zu verärgern, flitzte ich lieber schnell ins Sklavenhaus, um eine kleine Notiz für ihn über den Verbleib meiner Herrin anzufertigen. Bei einer solchen Strafe kommt es einem doch sehr gut zupass, schreiben zu können. Wobei eine schriftliche Mitteilung natürlich voraussetzt, dass der Empfänger auch lesen kann, was bei den meisten Goreanern jedoch leider eher unwahrscheinlich ist.

Als ich mit meinem Papier wieder vor die Tür des Sklavenhauses trat, war Katys Herr dann aber verschwunden und ich erfuhr von zwie Herrinnen, dass der Herr Hauptmann ein Training für Kasras Krieger angeordnet hatte. Dabei hätte ich wirklich gerne zugeschaut, doch Lina war inzwischen aufgetaucht und zeigte mir mit Hochheben ihrer ziemlich knappen Tunika, dass sie ihren Gürtel nicht mehr trug. Das war natürlich sehr merkwürdig. Vage fiel mir dann allerdings wieder ein, dass sie meiner Herrin in der letzten Hand berichtet hatte, wie ihr dieser von einem Schreiber, der wohl für alle Eventualitäten Schmiedewerkzeug mit sich herumschleppte, entfernt worden war. Mir war nur bisher nicht klar gewesen, dass er ihr den später nicht wieder umgelegt hatte und ob meine Herrin dies wusste, war mir noch weniger klar. Also befahl ich Lina mit einer Handbewegung, mir zur Schmiede zu folgen, da ich ihr vorsichtshalber einen neuen Keuschheitsgürtel verpassen wollte. Doch die Schmiede war leider ausgestorben... von meinem Lieblingsschmied weit und breit nichts zu sehen. :-(

Da Untersuchungen bei der neuen Heilerin für Kasras Bürger kostenlos sind, zog ich Lina weiter zur Heilerpraxis, um ihren Status vorsichtshalber prüfen zu lassen... sicher ist sicher, dachte ich bei mir, denn vielleicht hatte sich der neue Gürtel ja bereits erübrigt. Lina versuchte mir zwar mit unterschiedlich gefärbten Steinen ihren Status klar zu machen, aber ich erinnerte nicht, dass sie überhaupt schon mal untersucht worden war... so eine Untersuchung konnte daher also sowieso nicht schaden.

In der Heilerei angekommen hatten wir Glück, dass zwei andere Patienten gerade die Praxis verlassen wollten und ich schrieb der lesekundigen Heilerin mein Anliegen schnell auf ein Papier. Das war aber auch das Letzte, was schnell war, denn dann begann eine obergründliche Untersuchung Linas, die mehrere Ahn dauerte. Doch irgendwie konnten wir beide telepathische Fähigkeiten entwickeln und zum Zeitvertreib bzw. damit mir nicht zwischenzeitlich die Augen zufielen "ich seh was, was du nicht siehst" spielen.^^

Schließlich war die Untersuchung dann nach einer Ewigkeit aber doch vorbei, ohne dass ich meine gute Erziehung vergessen hatte und eingeschlafen war, und wir durften wieder gehen. Da Lina tatsächlich noch von weißer Seide war, unternahm ich gleich im Anschluss einen weiteren Versuch beim Herrn Schmied und hatte diesmal Glück. Er war zu Hause und unterhielt sich mit dem Herrn Händler. Also wieder jede Menge Fuchteln, Zeigen, Nicken, Kopfschütteln bis er endlich mein Anliegen verstanden hatte und ich einen Gürtel aus der Schmiede holen durfte. Leider war der zu eng... da half alles Quetschen nichts, Lina war einfach zu dick, ich bekam ihn nicht zu. Naja, eigentlich kein Wunder, hatte doch zuvor die Heilerin Linas Gewicht festgestellt und den Hinweis gegeben, sie auf Diät zu setzen. Trotzdem musste aber möglichst bald ein neuer Gürtel her. Zum Glück fand ich dann noch ein XXL-Modell, dass ich Lina mit einigen Schwierigkeiten tatsächlich anlegen konnte. :-)

Kurze Zeit später stellte sich dann heraus, wie richtig ich mit dem Gürtel lag. Die Krieger hatten ihr Training offensichtlich beendet und mein früherer Herr gesellte sich zu uns. Er schien nicht nur an mir, sondern vor allem an Lina sehr interessiert zu sein. Da sie ja irgendwann verkauft werden soll, bedeutete ich ihr mit einigen Knuffs, sich schön vor ihm zu präsentieren, was sie auch ganz gut hinbekommen hat. Seine Blicke wurden nämlich nicht nur bei meinem Anblick immer lüsterner... ich war schließlich mal seine Kajira und er kennt mich ja sehr gut, sondern wanderten auch immer wieder abschätzend über Lina. Ich glaube, sein Interesse ist geweckt, denn er kündigte an, uns beide demnächst mit ins Badehaus zu nehmen. Aber Krieger sind ja immer sehr wasserscheu und lassen den Schweiß eines harten Trainings gerne erst mal antrocknen.^^ Solche Absichtsbekundungen habe ich nämlich schon öfter zu hören bekommen, allerdings wurden sie eher selten auch in die Tat umgesetzt... mal sehen, wann er sich selbst nicht mehr riechen kann. :-)

Donnerstag, 23. Juni 2011

Immer noch stumm

Die Handelskette war auf den Feldern und meine Herrin schlief noch, als ich mich leise aus dem Haus schlich, da ich draussen Stimmen gehört hatte. Meine Neugier wurde sofort von einer Gruppe Krieger geweckt, die sich lautstark darüber unterhielten, ob jemand nun tot war oder "nur" schwer verletzt. Ein wenig abseits der Rarii standen zwei freie Frauen, die ebenfalls vor Neugier die Hälse reckten... so kam es mir jedenfalls vor. Aber mein Interesse galt natürlich den Männern, zumal mein Lieblingskrieger dabei war. :-)

Ich pirschte mich also möglichst unauffällig näher, um nicht neugierig zu erscheinen. Gerade als ich überlegte, wie ich die Herren mit einem Maximum an Ehrerbietung stumm grüßen konnte, rief der Herr Hauptmann auch schon fingerschnipsenderweise meinen Namen und zitierte mich zu sich. Meine Begrüßung fiel dann doch recht knapp nur mit einem freundlichen Nicken aus, was aber niemandem weiter aufzufallen schien. Nun entdeckte ich erst, was sich neben der Kriegergruppe auf dem Boden befand... eine ziemlich große Blutlache nämlich. Puhhh, bei dem Anblick lief mir ein kalter Schauer den Rücken herab. Hier musste tatsächlich jemand schwer verletzt worden sein. Ich hatte jedoch nicht lange Zeit irgendwelchen Gedanken darüber nachzuhängen, da mir vom Herrn Hauptmann aufgetragen wurde, den Boden sauber zu wischen.


Ich besorgte mir also Eimer und Bürste und machte mich ans Werk. Die Blutlache war zum Glück noch nicht angetrocknet, so dass die Reinigung einigermaßen gut funktionierte. Allerdings roch es ekelig. Ich sputete mich daher ziemlich, um das klebrige Zeugs weg zu bekommen. Selbstverständlich achtete ich darauf, dass ich mich den Herren bei der Schrubberei möglichst vorteilhaft präsentierte und meine weiblichen Reize von allen Seiten gut zur Geltung brachte, denn das kann ja nie schaden^^. Es gelang mir auch tatsächlich, einige lüsterne Blicke meines Lieblingskriegers auf mein Dekollete und nach einer Drehung auch auf meinen wohlgerundeten Po zu ziehen, doch leider war er im Dienst und entfernte sich plötzlich wegen irgendwelcher Dienstgeschäfte.

Nachdem ich die Lache sorgfältig entfernt hatte, ohne die Kriegerfüße dabei nass zu spritzen, und das Schmutzwasser ausgekippt hatte, war die Gruppe auf einen Herrn zusammengeschrumpft. Doch nun wurde es spannend. Der Herr forderte mich nämlich auf, die Namen der Kajirae an der Handelskette meiner Herrin zu nennen. Wie sollte ich das aber mit meinem Sprechverbot tun und dabei die mir gebotene Ehrerbietung Freien gegenüber zeigen? Es schien mir eine kaum zu bewätigende Aufgabe zu sein. Doch mit jeder Menge Gestikulieren, Nicken, Kopfschütteln, Schulterzucken und auf den in meinem Collar eingravierten Namen deuten, ist es mir tatsächlich gelungen, dem Herrn Krieger und den beiden heran gerückten Herrinnen klar zu machen, dass ich von meiner Herrin Sprechverbot erhalten hatte.

Das war wirklich ein schwieriges Unterfangen! Nicht nur für mich, denn die Herrschaften schienen bei der endlosen Raterei auch an ihre Grenzen gelangt zu sein. So eine einseitige Unterhaltung fordert nämlich eine Menge Phantasie bei den Fragestellern. Vor allem müssen alle Fragen so gestellt werden, dass sie mit Nicken oder Kopfschütteln beantwortet werden können. Sowas ist natürlich nicht einfach und die Herrschaften zeigten bald kein weiteres Interesse an mir, so dass ich mich leise und immer noch stumm zurück ins Sklavenhaus verkrümelte.

Fazit: Sprechverbot macht irgendwie einsam, dabei gibt es so gute Möglichkeiten für eine Sklavin zu dienen, ohne dabei zu reden^^.

Mittwoch, 22. Juni 2011

Mundspülung

Leise schlich ich vom Hems die steile Leiter hinab, nicht wegen der Lina-Strafe, die mir ja leider das Sprechen verbot, sondern um den Schönheitsschlaf meiner Herrin nicht zu stören. Eigentlich wollte ich auf direktem Wege vor die Tür, um mich nach der Handelskette umzuschauen, insbesondere nach Jina, mit der ich noch ein Vulo zu rupfen hatte. Allerdings sollte das keine Essensvorbereitung sein, sondern ich wollte ihr nicht so einfach die ungehörige Bezeichnung des Herrn Schmieds vom Vortag durchgehen lassen. Leider hatte ich noch überhaupt keinen Plan, wie ich der Sache die erforderliche Gewichtung geben konnte, damit sie ihr Vergehen gut in Erinnerung behalten würde. Schläge mit der Kurt sind da eher ein einfallsloses ungeeigneteres Mittel und viel zu wenig im Gedächtnis bleibend. Das habe ich von meiner Herrin gelernt und kann es aus eigener Erfahrung ((Pagaerziehungsmaßnahmen)) nur bestätigen. Eigentlich tat ich mir ein wenig selbst leid und haderte mal wieder mit meinem harten Leben als Erste, weil mir solche Erziehungsmaßnahmen mangels Kreativität echt nicht liegen.

Ich kam gar nicht bis zur Tür, als ich hinter mir ein leises Geräusch hörte und Jina vor dem Kamin entdeckte. Huch... ich bekam direkt einen kleinen Schreck, denn im Sklavenhaus hatte ich sie nun wirklich nicht erwartet, sondern eigentlich wie immer vor oder in der Schmiede! War der Herr Schmied etwa nicht zu Hause? Und wenn das so war, wo war er dann? Hatte sie vielleicht irgendwelchen Mist verzapft und sich hier verkrümelt? Fragen über Fragen, nur wie sollte ich sie stellen, ohne zu sprechen? Meine Wut auf Lina keimte erneut auf und vor allem jede Menge Selbstmitleid mit meinem harten Los. Zum Glück ist Jina aber ziemlich plietsch und kapierte sehr schnell, was meine Zeichensprache und meine zerknirschten Blicke zu bedeuten hatten und stellte mit die richtigen Fragen, die ich mit Nicken oder Kopfschütteln einfach beantworten konnte. Wobei ich fand, sie hätte mich ruhig auch ein wenig mehr bedauern können.

Das wurde ich dann von Katy, die uns mal wieder besuchte, weil ihr Herr nicht da war. Leider ist Katy aber von ihrer Natur her nicht gerade eine sprudelnde Quelle der Worte und ich sah in meiner misslichen stummen Lage keinen Weg, an genauere Informationen über den Aufenthalt ihres Herrn zu kommen, da auch Jina sich in Schweigen hüllte. Das war richtig mies von ihr, warum erkundigte sie sich nicht einfach an meiner Stelle danach? So eine nicht neugierige Kajira ist mir noch nie unter gekommen! Katys Worte, es würden mit meinem Sprechverbot sehr stille Zeiten anbrechen, trafen den Nagel daher leider genau auf den Kopf. Selbst meiner Wut auf die ins Haus hereintrödelnde Lina konnte ich nicht richtig Luft machen, wobei meine giftigen Blicke schon eine recht gute Wirkung bei ihr zeigten.^^

Es wurde also sehr still im Hause Pinion, da Jina und Katy sich mit Lina und mir solidarisch zeigten und ebenfalls nichts mehr sagten. Na gut, dachte ich bei mir, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, mein Schweigen für die Erziehung von Jina zu brechen. Ihre Chance hatte sie gehabt und meine Herrin ausdrücklich das Sprechverbot für einen solchen Fall aufgehoben. Jina zeigte sich ziemlich bockig und fand ihr Vergehen überhaupt nicht schlimm, tat es als leichten Versprecher ab mit dem Hinweis, sie hätte den Herrn Schmied ja so nicht direkt angesprochen, sondern nur VON ihm gesprochen. Dass er dabei in Hörweite war und ihre Ungehörigkeit mit Sicherheit mitbekommen hatte, schien sie einfach abtun zu wollen. Meine sowieso schon etwas schlechte Laune verbesserte sich dadurch nicht gerade, aber ich gab ihr noch eine letzte Chance und fragte sie, welche Strafe sie für ihren Fehler als angemessen sehen würde. Tja, Chance verpasst... mehr als ein Schulterzucken kam von ihr nicht.

Glücklicherweise kam mir in dem Moment ein Spruch meiner Oma in den Sinn über eine uralte Erziehungsmethode aus dunkelgrauer Vorzeit. Ich schickte Lina los, ein Stück Kernseife und eine Schale Wasser zu holen, was diese auch postwendend erledigte... ihr schlechtes Gewissen mir gegenüber schien ihre Hilfsbereitschaft sehr zu beflügeln, oder war das etwa aufkeimende Schadenfreude, weil sie ahnte, was ich vorhatte? Ich ließ sie die Schale auf dem Tisch abstellen, nahm die Seife und hielt diese Jina direkt vor den Mund mit dem Befehl, davon ein Stück abzubeissen und ordentlich durchzukauen, aber ohne es zu schlucken. Was passierte? Außer heftigem Kopfschütteln und krampfhaft zusammen gekniffenen Lippen, natürlich nichts! Damit hatte ich selbstverständlich gerechnet, packte Jina nun fest bei den Haaren und wies Katy an, ihr die Nase zuzuhalten. Es wäre doch gelacht, wenn der Selbsterhaltungstrieb sie nicht irgendwann nach Luft schnappen lassen würde.^^

So kam es auch... sie lief zwar schon etwas rot im Gesicht an, machte aber letztendlich dann doch ihren Mund auf, um zu atmen... für mich also die Gelegenheit, ihr die Seife zwischen die Zähne zu schieben. Ihre Bockigkeit schien mit der Luftknappheit spontan verflogen zu sein, denn sie biss tatsächlich brav ein Stück der Seife ab und kaute es mit leichtem Würgen und einer ziemlichen Grimasse durch. Ich muss gestehen, mir drehte sich bei der Vorstellung dieses grässlichen Geschmacks auch fast der Magen um, so dass ich ihr kurz darauf die Wasserschale vor den Mund hielt, damit sie etwas davon nehmen konnte, um die ekelige Seife aus dem Mund zu spülen. Ich denke, diese Mundspülung wird sie nachhaltig daran erinnern, Herren mehr Ehrerbietung zu zeigen und sie zukünftig nicht einfach bei dem Vornamen zu nennen! ;-)

Meine Herrin bekam von dieser Erziehungsmaßnahme nichts weiter mit, da sie besonders lange ausschlief, freute sich aber darüber, dass es im Sklavenhaus so schön sauber roch und vermutete, dass wir einen gründlichen Hausputz durchgeführt hatten. Tja, ich musste nun ja leider wieder in die angeordnete Stummheit verfallen und Jina schien über ihre Lektion komischerweise auch kein großes Mitteilungsbedürfnis zu haben. Also ließen wir meine Herrin in dem Glauben eines sauberen Hauses, was ja irgendwie auch stimmte, denn Jina gehört ja zum Haus Pinion. :-)

Dienstag, 21. Juni 2011

Erstes Mädchen

…einer strengen, besonders anspruchsvollen Herrin zu sein, ist nicht nur eine sehr große Ehre, sondern hat leider ziemlich oft auch eine ganze Menge Nachteile. Gestern war mal wieder so ein Tag, wo mir Gedanken durch den Kopf gingen, dass die Nachteile überwiegen. Aber der Reihe nach…

Ich war ja bereits am Vorabend zu sehr später Ahn in Kasra eingetroffen, nachdem ich mal wieder drei Tage auf den Feldern schuften musste. Leider war das Sklavenhaus jedoch genauso ausgestorben wie Kasra insgesamt… zumindest der Marktplatz. Meine Herrin befand sich noch auf ihrem Landsitz und alle Bürger Kasras vermutlich in ihren Häusern oder sonst wo. Auch von den Kajirae der Handelskette meiner Herrin war weit und breit nichts zu sehen. Dabei treiben sie sich doch üblicherweise meistens vor oder in der Schmiede herum, aber die war ausgestorben. Ein wenig enttäuscht legte ich mich daher leise seufzend schlafen. Mein letzter Gedanke war jedoch noch, dass sich die Mädchen hoffentlich gut benahmen und unserer Herrin Ehre machten, damit ich am nächsten Tag nicht wieder für ihre Fehler gerade stehen musste.

Der neue Tag begann eigentlich wie üblich… ich erblickte Jina nämlich vor der Schmiede und fragte mich mit kraus gezogener Stirn, ob sie da eigentlich schon wohnt. Zumindest diesmal erinnerte sie sich an ihre Erziehung und fragte den Herrn Schmied, ob sie sich entfernen durfte, was er ihr auch sofort erlaubte. Na also, es geht doch… aber es war ja auch kein Spiel wichtiger als ihre Erste. Ich machte ihr trotzdem noch einmal klar, dass ich von ihr grundsätzlich unaufgefordert einen Bericht über die wichtigsten Geschehnisse der letzten Tage erwarte, wenn sie mich möglicherweise betreffen. Glücklicherweise war sie für ein Vergehen bereits postwendend mit ein paar Klapsen auf den Po bestraft worden, so dass ich mich dafür nicht mehr entschuldigen musste. Ansonsten hatte sie dem Herrn Schmied offensichtlich gut gedient, denn er hatte anscheinend seine Zufriedenheit über sie geäußert… immerhin etwas, so langsam scheint sie sich wohl doch zu machen.^^

Als meine Herrin kurze Zeit später vor die Tür des Sklavenhauses trat, wurde es ziemlich verwirrend. Der Herr Imker kam nämlich sofort hinzu und schien ihr irgendetwas ziemlich Wichtiges erzählen zu wollen, sprach aber nur verworrenes Zeugs, so dass wir bis zum Schluss nicht erfuhren, was er denn nun eigentlich mitteilen wollte, dafür aber wild darüber spekulierten, ob er zu oft von seinen Bienen gestochen worden oder ihm sein Verr-Käse zu Kopf gestiegen war. Er kam uns jedenfalls so vor, dass er dringend eine Heilerin aufsuchen sollte. Den Gelüsten meiner Herrin auf ihre Milch mit Honig schien diese kurze, aber verworrene Unterbrechung jedoch keinen Abbruch zu tun, denn sie preschte danach in ihrem üblichen Eiltempo in die Herberge und bekam so nicht mehr mit, dass Jina nicht von dem „Herrn Schmied“, sondern von „Georg“ sprach. Ich glaubte nicht recht gehört zu haben und kündigte ihr an, dass diese Anmaßung noch Folgen haben würde, befahl ihr aber erst mal unserer Herrin in die Herberge zu folgen.

Dort ging es mit Anmaßungen weiter, allerdings nicht von Jina, sondern mit Frechheiten eines dreisten Schreibers. Der Fremde hatte sich vor meiner am Tisch sitzenden Herrin aufgebaut und meinte ihr befehlen zu können, was sie zu tun hätte, damit er 4 Kajirae für irgendein Fest von ihr ausleihen kann. Der Kerl ging sogar so weit, arrogant seinen Geldbeutel mit jeder Menge Silbertarsk vor ihr auf den Boden zu werfen. Meinte der etwa, dass er mit viel Geld alles kaufen kann und sie sich danach bücken würde? Damit war er bei ihr selbstverständlich an der falschen Adresse. Mit Beleidigungen und so einem Benehmen kann er sich an meiner Herrin eher die Zähne ausbeißen, wovon aber ernsthaft abzuraten ist, als Kajirae von ihr zu bekommen. Als kastenoberste Sklavenhändlerin von Kasra mit Qualitätsware hat sie das Geld so eines Großkotzes sowieso nicht nötig und verleiht schon gar nicht an Fremde, die ihr nicht die gebührende Höflichkeit zollen, egal wie dick deren Geldbeutel ist. Es war mir irgendwie ein innerlicher Genuss, was ich mir natürlich unter Aufbietung allergrößter Beherrschung nicht habe anmerken lassen, dem Kerl sein Geld zu reichen, obwohl meine Herrin dafür nur ihre Hand hätte ausstrecken müssen.

Nach dieser Abfuhr schien dem fremden Schreiber jedenfalls die Luft ausgegangen zu sein, denn er versank in Stillschweigen. Trotzdem blieb es interessant, denn ein weiterer Herr mit einer eigenartigen Frisur, sehr langenzweifarbigen Haaren und besonders ausgeprägten Brustmuskeln betrat die Herberge. Irgendwie hatte er es geschafft, seinen Bogen an den Wachen vorbei zu schmuggeln. Aber er schien in friedlicher Absicht gekommen zu sein, jagte mir allerdings einen ziemlichen Schrecken ein, als er erzählte, dass er… nein SIE anscheinend nur einen kurzen Zwischenstopp einlegen wollte, um IHRE Wasserschläuche wieder aufzufüllen. Seine Stimme war nämlich eindeutig die einer FRAU und ich hatte „Tal Herr“ gesagt! Oh je, ein solcher Irrtum hatte mir vor langer Zeit auf Samanu mal eine ziemlich deftige Strafe eingebracht. Doch in diesem Fall bestand zum Glück keine Gefahr für mich, da alle anwesenden Freien sich in dieser merkwürdig und absolut nicht damenhaft gekleideten Frau ebenso getäuscht und sie für einen Mann gehalten hatten.

Leider kam das dicke Ende des Tages und damit doch noch eine Bestrafung. Leider jedoch nicht die für Jina, wegen ihres den Herrn Schmied betreffenden Fehlers… die war nämlich schon von meiner Herrin in die Felle geschickt worden. Auch nicht, weil ich etwas falsch gemacht hatte, sondern weil ich als Erste für den Mist der Handelskette gerade stehen muss. Lina die olle Nudel war nämlich mal wieder restlos unaufmerksam und reagierte auf eine Frage unserer Herrin, die diese sogar noch wiederholte, erst nach einer gefühlten Ahn. Und dann wusste sie natürlich nicht mehr, was meine Herrin sie gefragt hatte, kam aber auch nicht auf die Idee, ihre Erste um Hilfe zu bitten. Toll… nun müssen wir eine ganze Hand zur Strafe schweigen. Ich darf allerdings für Erziehungsmaßnahmen das Schweigen unterbrechen. Irgendwie machen es mir solche Bestrafungen ziemlich schwer, mich darüber zu freuen, das erste Mädchen meiner Herrin sein zu dürfen... das Leben einer Ersten ist einfach nicht leicht, sondern oft soooooooo schwer und ungerecht! :-))

Freitag, 17. Juni 2011

In Obhut

Nach einem kurzen reinigenden Bad im herrlich warmen Wasser des Fayheen, um mir den Staub eines weiteren arbeitsreichen Tags auf den Feldern abzuspülen, lief ich leise vor mich hinsummend auf nackten Sohlen den kurzen, steilen Anstieg zur Stadt hinauf und wurde abrupt gestoppt. Eigentlich hatte ich die Wachen wie üblich oben auf der Mauer erwartet, aber diesmal befand sich einer der Rarii außerhalb der Stadt vor dem großen Tor. Damit hatte ich nicht gerechnet, aber mein Herz machte einen kleinen, freudigen Hüpfer, als ich in dem Krieger Katys Herrn erkannte. Katy war auch da und kniete im Gras neben einer dort leblos liegenden Person. Ihr Herr schickte sie gerade zur Heilerin und wies mich an, der Verletzten den Puls zu fühlen. Sie war anscheinend von der Mauer gestürzt.

Ganz tot war sie aber offensichtlich nicht, denn gerade als ich an ihrem Hals herumfummelte, um ihre Schlagader zu suchen, murmelte sie etwas Unverständliches. Ich nutzte die Gelegenheit, um sie ein wenig genauer zu betrachten und fragte Katys Herrn, ob sie eine der Waldfrauen sei, weil sie so merkwürdige Kleider trug. Doch er zuckte nur mit seinen muskulösen Schultern und meinte, sie sei für ihn einfach eine Kajira, denn sie trug ein Collar. Leider tauchte in diesem Moment die Heilerin auf und ich musste ihr für die Untersuchung Platz machen, so dass ich meine Musterung der fremden Sklavin vorerst nicht fortsetzen konnte. Katys Herr nutzte die Gelegenheit und verbot uns, zukünftig alleine auf die Mauer zu gehen. Leider ließ er sich nach meinem Hinweis, ich sei schon oft alleine da oben gewesen, um die tolle Aussicht zu genießen und dabei nicht herunter gefallen, nicht umstimmen. Er meinte nur, mir sollte es eigentlich nicht schwer fallen, einen Krieger dafür zu finden.

Die Diagnose der Heilerin lautete nach einer kurzen Untersuchung "schwere Gehirnerschütterung und gebrochener Arm". Da die Verletzte immer noch nicht ansprechbar war, wurden Katy und ich losgeschickt, um eine Trage für den Transport der Bewusstlosen zu holen. Wie gut, dass ich Katy dabei hatte. Ohne sie hätte ich nämlich die neue Heilerei vermutlich nicht gefunden, die während meiner tagelangen Feldarbeit offenbar umgezogen war. Obwohl die Verletzte eigentlich nicht besonders schwer war, kam ich doch mit ziemlich langen Armen in der Heilerei an und war froh, sie auf dem Behandlungstisch abladen zu können. Die Heilerin hatte zum Glück keinen Bedarf an weiteren Diensten von uns, so dass Katy und ich uns schnell wieder verdrücken konnten. Ich muss gestehen, dass mir diese Herrin immer noch sehr suspekt ist, nachdem sie mir die grünen Haare verpasst hat und ich mich daher sehr bemühe, nicht allzu lange in ihrer Reichweite zu sein.

Draussen erwartete uns schon Katys Herr. Nachdem er von mir erfahren hatte, dass sich meine Herrin für einige Zeit wieder auf ihrem Landsitz befand, befahl er mir, ihm zu folgen. Als er mir mitteilte, dass er mich und die Handelskette meiner Herrin während ihrer Abwesenheit in seine Obhut nehmen wollte, bekam ich vor Freude und Dankbarkeit schon wieder Herzklopfen. Anscheinend plant er in der nächsten Hand sogar ein ausgiebiges Bad mit uns allen und will sich da wohl richtig verwöhnen lassen. Nun bin ich nur gespannt, was der Schmied und Jina dazu sagen werden, denn die drückt sich ja nur noch vor seiner Werkstatt herum. Ihre Prioritäten scheinen sich während meiner Abwesenheit stark verschoben zu haben, denn sie spielte gestern offensichtlich lieber mit der Kajira des Schmieds ein Spiel, als ihre Erste zu begrüßen. Der werde ich noch eine Menge Benehmen beibringen müssen, vor allem das Grüßen, das sie trotz aller Ermahnungen leider immer noch nicht beherrscht. Zum Glück waren die Herren sehr großzügig und verzichteten darauf, mich für ihren Fehler zu bestrafen, da sie vorher gerade in den 'Genuss' noch viel schlechteren Benehmens einer unausgebildeten Sklavin des anderen Sklavenhauses gekommen waren.^^
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OOC:
Dina ist erstes Mädchen der ersten Sklavenhändlerin von Kasra, als solche fällt sie nicht gleich einer ihr fremden Kajira um den Hals, sondern ist IC sehr wohl arrogant und zickig. Sie reagiert IC auch entsprechend auf Fehlverhalten einer anderen Kajira. Wer damit nicht umgehen kann, sollte noch üben :-)

OOC bin ich eigentlich ganz nett *lächelt freundlich in Richtung des anderen Sklavenhauses*

Mittwoch, 15. Juni 2011

Nichts verpasst?

Nach 4 Tagen harter Feldarbeit in sengender Sonne ((RL-Renovierungen und ein wenig Urlaub:-)) durfte ich endlich für einen Tag wieder zurück nach Kasra... genau rechtzeitig übrigens, um das Branden von Jina nicht zu verpassen. Meine Herrin schickte mich zu meinem Lieblingsschmied, um kurz nachzufragen, ob er Zeit für diese wichtige Handlung im Leben einer Kajira hatte, während Jina über die Aussicht, nun endlich unwiderruflich als Eigentum gekennzeichnet zu werden, nicht allzu erbaut zu sein schien.

Ich war mir ganz sicher, die Tür des Sklavenhauses bei meiner Rückkehr hinter mir wieder geschlossen zu haben und wollte gerade meiner Herrin die Antwort des Herrn Schmieds ausrichten, als plötzlich ein Fremder vor ihr stand und sich wütend darüber äußerte, dass er angeblich von einer Sklavin ignoriert worden sei. Na, von mir jedenfalls nicht, denn ich hatte ihn sogar noch freundlich gegrüßt auf dem Weg zurück ins Haus. Mit seinem ungehobelten Auftreten war er bei meiner Herrin natürlich genau an der richtigen Adresse... ohne viel Federlesens verwies sie den unmöglichen Kerl kurzerhand des Hauses und hörte sich dann an, was ich bei ihrem Nachbarn in Erfahrung gebracht hatte, nämlich dass dem Branding nichts entgegen stehe.

Auch wenn ich mein Brandzeichen nun schon seit über 4 Jahren voller Stolz trage, weiss ich noch sehr genau, welche Angst ich vor der Ungewissheit darüber ausgestanden hatte, wie weh es tun würde. Und es tat richtig höllisch weh! Das konnte ich Jina natürlich vorher nicht sagen, sondern nur, wie stolz sie hinterher sein würde, um sie ein wenig zu beruhigen. Sie hielt sich dann auch sehr tapfer, während ich wie immer die Luft anhielt, weil ich den Geruch von versengtem Fleisch nicht riechen mag. Ich glaube, meine Herrin mag den Gestank auch nicht, denn ich bekam aus dem Augenwinkel noch mit, dass sie sich ihren Schleier fester vor das Gesicht zog und irgendetwas darunter schob, von dem ich vermutete, dass es vielleicht ein parfümiertes Tuch war. Aber so genau konnte ich das nicht feststellen, weil meine Hauptaufmerksamkeit natürlich bei der Szene am Kreuz war.

Dann war alles ganz schnell vorbei. Meine Herrin schien wohl tatsächlich nichts unangenehmes gerochen zu haben, denn es gelüstete ihr gleich im Anschluss nach einer Milch mit Honig. Die Herberge war wie fast immer sehr gut besucht, allerdings die im Keller befindliche Taverne leider auch. Es war schon sehr nervig, ständig Stimmen durch die dünnen Fußbodendielen zu hören ((gegenseitiges zuspammen des chats :-()). Zum Glück hörten die Herren die Stimmen der Besucher in der Herberge über ihnen ebenso laut und verzogen sich daher bald. Da die nach monatelanger Feldarbeit zurück gekehrte Lina meiner Herrin die Milch bereitete und der Herr Wirt schon seinen großen Spezialbecher mit dem geliebten Paga in Händen hielt, durfte ich nach langer Zeit mal wieder meinen Lieblingsschmied bedienen. Weil meine Herrin gegenüber Platz genommen hatte und ich einer anderen Herrin beim Servieren den Rücken zudrehen konnte, nutzte ich die Gelegenheit, das Ale etwas weniger züchtig zu servieren, in der Hoffnung, dass es dem Herrn dann noch besser schmecken würde, ich mir damit aber keine Strafe einhandelte. :-)

Meine Herrin schien meine gespreizten Schenkel tatsächlich nicht mitbekommen zu haben oder ihre Neugier an Linas Erlebnissen überwog, denn ich wurde für mein Herrinnen-nicht-taugliches Benehmen nicht bestraft. Zurück im Sklavenhaus musste Lina nämlich berichten, was sie alles erlebt hatte. Meine Herrin und ich kamen aus dem Staunen und Kopfschütteln gar nicht heraus bei ihren Geschichten über Disney-Entführer aus nördlichen Gefilden und einen handwerklich begabten Schreiber, der eigentlich wohl lieber Schmied geworden wäre und daher mit Leichtigkeit einen eisernen Keuschheitsgürtel mit seinem Spezialwerkzeug entfernen konnte. Ich hatte die letzten Tage also offensichtlich nichts verpasst!

Donnerstag, 9. Juni 2011

Gerichtsverhandlung…

…mal wieder. Mir kommt es fast so vor, als ob ständig irgendwer irgendwen anklagt. Manche Freie scheinen nicht wirklich ausgelastet zu sein, insbesondere freie Frauen. Sie haben anscheinend nichts Besseres zu tun, als die Priesterkönige, den Heimstein oder sich gegenseitig zu beleidigen oder zu bestehlen. In der Beziehung ist die Kreativität dieser Lady-Zicken recht hoch und einige scheinen sich förmlich darin zu sonnen, vor dem Richter eine Bühne für ihre spitzfindigen Formulierungen zu bekommen.

Meine Herrin war schon voraus gegangen, da ich vorschob, noch einige Kleinigkeiten im Haushalt erledigen zu müssen. Wobei ich zugeben muss, dass ich mich damit nicht gerade beeilt habe, da ich keinen gesteigerten Wert auf solche Veranstaltungen lege, weil sie bei mir im Beliebtheitsgrad gleich hinter den Ratssitzungen stehen. Einzig bei den bereits aufgestellten Pfählen auf dem Marktplatz habe ich meine Schritte ein wenig beschleunigt, weil es mir bei diesem Anblick eiskalt den Rücken herunter lief und ich inständig darauf hoffte, dass es kein Todesurteil geben würde. Eine richtige Theateraufführung ist mir doch um einiges lieber, vor allem, wenn ich selber auf der Bühne stehen darf. Aber ich will nicht rumnörgeln… ich gönne auch anderen Schauspielern ihre Bühne. Das Theater… ähhhmmm… der Ratssaal war übrigens sehr gut besucht gestern, so dass ich nicht mehr wagte, mich durch die vollen Sitzreihen zu meiner Herrin durchzuquetschen und einfach still in eine Ecke kniete.

Die Verhandlung war schon in vollem Gange und die Gemüter der Kontrahenten bereits ziemlich erhitzt. Trotzdem muss ich gestehen, dass ich das ganze Hin und Her nicht besonders aufmerksam verfolgt habe und mir eigentlich einen schnellen Richterspruch wünschte, um in meiner Ecke nicht einzuschlafen. Ein wenig interessanter wurde es erst, als eine Nebenklägerin… oder war es eine Zeugin?... egal, als diese heimsteinfremde Freie anfing, die Zuschauer zu beleidigen und damit auch die Bürger Kasras, indem sie das Publikum als Pöbel bezeichnete. Naja, von der Gefährtin eines desertierten Söldners, die im Vorfeld schon öfter unangenehm aufgefallen war, konnte man wohl nichts anderes erwarten. Immerhin hat sie es damit geschafft, die Lebensgeister bei so manchem Zuhörer zurückzubringen… denn einige der Herrschaften taten auf einmal laut ihren Unmut darüber kund. Wobei ich selbstverständlich nicht unterstellen will, dass außer mir noch jemand kurz VOR dem Einnicken gewesen war.

Doch einer hatte dies tatsächlich geschafft… unser Herr Hauptmann! Ich fand, es war ein echtes Highlight des Prozesses!! Als er als Zeuge aufgerufen wurde, wurde festgestellt, dass er tief und fest schlief… und zwar IM STEHEN!!! Eine solche Körperbeherrschung ist schon wirklich genial… aber er ist ja auch ein toller Mann und sowieso einer meiner Lieblingskrieger. Glücklicherweise ist ein weiterer Zeuge überhaupt nicht anwesend gewesen, was wohl dann zu dem Entschluss führte, generell keine Zeugen mehr zu vernehmen. Der Herr Schmied wurde nämlich auch nicht mehr aufgerufen und von dem wusste ich genau, dass er als Zeuge aussagen sollte. Aber egal, mir sollte es nur recht sein… so wurde die ganze Verhandlung immerhin erheblich abgekürzt. Da die Beweise anscheinend fast alle nicht besonders stichhaltig waren, zog der Richter plötzlich ein schnelles Urteil förmlich aus dem Ärmel. Die Strafe bestand lediglich aus einigen Tagen Pranger und irgendwelchen zu zahlenden Bußgeldern, mit Säumniszuschlägen durch die Kurt für jeden säumigen Tag.

Erleichtert darüber, dass es kein Todesurteil geworden war, bekam ich beim Hinauslaufen aus dem Saal noch mit, dass die Anklägerin anscheinend beabsichtigt, Revision gegen das Urteil einzulegen… es ist also doch noch nicht das letzte Wort gesprochen worden und wird demnächst also wohl eine weitere Verhandlung geben oder sogar zwei. Zurück im Sklavenhaus, ließ sich nämlich meine immer noch empörte Herrin sofort von mir ihre Schreibutensilien bringen, um eine Anzeige gegen die Heimsteinfremde wegen Beleidigung aufzusetzen, die ich postwendend der Herrin Advocata zustellen musste. Es gestaltete sich leider etwas schwierig die Schreiberin zu finden, aber nach einiger Sucherei ist es mir schließlich doch gelungen, ihr die Schriftrolle zu überreichen.

Danach war ich leider so müde, dass meine Herrin mich Schlafen schickte, sonst wäre ich vermutlich doch noch im Knien eingeschlafen. Nachteil war nur, dass ich nicht mehr mitbekam, was sie mit der Händlerin noch alles besprochen hat… aber das werde ich bestimmt noch erfahren… mein Schönheitsschlaf war einfach erst mal wichtiger. :-)

Mittwoch, 8. Juni 2011

Noch mal davon gekommen?

Nachdem ich mal wieder in sengender Sommerhitze mehrere Tage auf den Feldern arbeiten musste ((langes WE mit Brückentag und Obersupersommerwetter:-)) und zum Abschluss nach einem gigantischen Unwetter mit sintflutartigem Starkregen und furchtbarem Gewitter auch noch dazu verdonnert worden war, den Keller eines großen Hauses leer zu schöpfen, durfte ich gestern endlich wieder zurück nach Kasra. Mit großem Erstaunen stellte ich fest, dass in der Zwischenzeit das neue Kontor am Hafen fertig gestellt worden war und nutzte den Moment, als ich alleine am Kai stand, um mich dort ein wenig umzuschauen. Meine Herrin weilte ja leider immer noch auf ihrem Landsitz, der von diesem Unwetter hoffentlich nicht heimgesucht worden war.

Über den Baustil und die sonstige architektonische Leistung für dieses Gebäude werde ich mich hier lieber nicht weiter auslassen, da Geschmäcker ja bekanntlich verschieden sind und es einer Sklavin selbstverständlich nicht zusteht, das Werk eines hochkastigen Baumeisters zu kritisieren. Auf jeden Fall machte alles in meinen Augen einen sehr soliden Eindruck, einschließlich des großen Krans, den ich gerne mal in Aktion sehen würde, wenn damit eine Schiffsladung gelöscht wird. Der Ausleger schien mir ziemlich kurz geraten, aber das mag auch eine optische Täuschung gewesen sein. Genügend Lagerraum scheint das Gebäude jedenfalls zu haben. Jaja, ich gebe zu, ich habe einfach das große Tor geöffnet, natürlich nicht aus Neugier, sondern ausschließlich zu Informationszwecken. Wobei es ein ziemlicher Kraftakt war, das riesige Tor aufzubekommen. Doch wo ein Wille ist, ist ja meist auch ein Weg. In diesem Fall war es ein Schalter, den ich bei meinen ersten vergeblichen Anstrengungen nicht gleich gefunden hatte.

Als ich schließlich durchs Stadttor trödelte, natürlich nicht ohne für die letzten Neuigkeiten einen kurzen Klönschnack mit den Wachen zu halten, erfuhr ich, dass in der Stadt wohl nicht viel los sein würde. Das jede Hand übliche Wachtraining fand turnusmäßig statt, die Rarii waren also beschäftigt und viele andere Freie waren vermutlich bei einem Vortrag über Ernährung. Ich ließ mir also noch ein wenig mehr Zeit, da ich nicht erwartete, dass überhaupt jemand meine Dienste benötigen würde. Mit großem Erstaunen entdeckte ich jedoch den Herrn Schmied vor seiner Werkstatt, als ich um die Ecke des Sklavenhauses bog. Er war damit beschäftigt, Jina beizubringen, was er bei einem nichtherbergsmäßigem Serve MIT Tamtam von einer rotseidenen Sklavin erwartet. Ich glaube, sie hat sich dabei nicht gerade mit Ruhm bekleckert oder der Herr war oberpinselig. Ergebnis der Lehrstunde war jedenfalls, dass er auch bei ihrem dritten Versuch nicht wirklich zufrieden war, das zu servierende Ale inzwischen jedoch warm geworden war und ihm anscheinend nicht besonders gut schmeckte. Tja… für seinen Durst hätte er sich wohl besser ein Ale von seiner eigenen Kajira servieren lassen sollen.

Jina schien jedenfalls sehr erleichtert, als ich auftauchte und begrüßte mich freudig. Sie hoffte vermutlich, nun um eine weitere Servierübung herum zu kommen. Zu meinem großen Entsetzen machte sie mich darauf aufmerksam, dass einige meiner Haarsträhnen immer noch eine leichte Grünfärbung von der Läusepampe der Heilerin aufwiesen. Restlos genervt über dieses grässliche Mittel, sauste ich schnell zu meiner Lieblingsbadestelle am Fayheen, um ein ausgiebiges Bad zu nehmen, damit die grünen Farbreste nun endlich verschwinden würden… was mir zum Glück auch gelungen ist. Gut gelaunt über diesen Erfolg, trottete ich frisch gebadet und sehr zufrieden mit meinen jetzt wieder schwarzen Haaren langsam zurück zur Schmiede. Leider hatte ich nicht damit gerechnet, dass dort ein ziemlich erboster Herr auf mich warten könnte. Meine gute Laune war schlagartig wie weg geblasen. Ohje, ich hatte in meinem Entsetzen über die grünen Strähnen nämlich meine gute Erziehung vollkommen vergessen und überhaupt nicht daran gedacht, um Erlaubnis zu bitten, ob ich mich entfernen durfte.


Zum Glück kam vor dem Sklavenhaus Besuch für meine Herrin an, so dass ich der Wut des Schmieds über mein Benehmen vorerst entkommen konnte. Es war die Töpferin mit ihrem Gefährten, dem Herrn Heiler, dem ich vor vielen Jahren bei einer Behandlung mal assistieren durfte. Die Herrschaften beabsichtigten eigentlich, meiner Herrin eine ihnen zugelaufene Kajira in Obhut zu geben, bis die von ihrem Herrn abgeholt werden würde. Leider erschloss sich mir zwar nicht, wie es dieses Mädchen überhaupt geschafft hatte, ganz von Laura hierher zu kommen, aber ich erfuhr, dass sie dem dortigen Ubar gehörte. Spontan kamen mir sehr starke Bedenken, ob ihr Herr sie überhaupt vermissen und abholen würde, die ich aber selbstverständlich nicht laut äußerte. So wie die sich benahm, war sie in meinen Augen eine typische 99er. Da sie jedoch ein ausgeprägtes Rückenleiden zu haben schien, was sie ständig zu krampfartigen Krümmungen veranlasste ((ich mag solche Zappel-Anis einfach nicht)), beschloss der Herr Heiler in seiner Großherzigkeit, jedoch gegen den Willen seiner Gefährtin, sie für eine Behandlung wieder mitzunehmen, womit er meiner Herrin vermutlich eine Ankerkette erspart hat.^^

Die Kundschaft vor der Schmiede hatte sich inzwischen in den Feuerkrug begeben, doch dem Herrn Schmied gelüstete es nach Jinas vorangegangenen Servierversuchen nach keinem weiteren Getränk. Mir blieb daher also nichts anderes übrig, als mich in Erwartung meiner Bestrafung demütig vor ihn zu knien. Erleichtert stellte ich fest, dass seine Wut auf mein Benehmen inzwischen immerhin ein wenig verraucht war, so dass leichte Hoffnung in mir aufkeimte, vielleicht um eine schlimme Bestrafung herum zukommen. Dem war aber nicht so. Er entließ mich ins Sklavenhaus mit dem Auftrag, Jina beizubringen, wie eine Kajira einen Herrn zu erfreuen hat. Und dann betonte er noch, dies sei nur ein Teil meiner Strafe… den anderen würde er mir zu gegebener Zeit noch mitteilen. Da hatte ich mir wohl doch zu früh Hoffnungen gemacht! ;-)

Freitag, 3. Juni 2011

Verrkäse

Nachdem meine Herrin am Vortag überhaupt nicht mehr dazu gekommen war, ihr Haus zu verlassen, wollte sie sich nun die Verrkäse-Herstellungs-und-Verkaufs-Beteiligungsveranstaltung-mit-Verkostung in der Herberge nicht entgehen lassen. Bevor sie jedoch mal wieder in der von ihr bekannten Schnelligkeit aus dem Haus preschte, kritisierte sie leider nun doch an meiner über der rechten Brust etwas zu knapp geschneiderten Tunika herum. Dabei hatte ich mir schon Hoffnungen gemacht, dass ihr dies nicht auffallen würde. Anscheinend sieht sie mich ab und an doch etwas genauer an. Alles argumentieren half jedenfalls nichts, ich musste meinen fast nicht zu sehenden Nippel mit meinen langen Haaren bedecken, indem ich mir schnell einen Seitenzopf band.

Wie üblich konnte ich ihr bei ihrem Sauseschritt kaum folgen und lief mal wieder mit einigem Abstand hinter ihr her. Da sie bei dem Herrn Händler mit seiner Kajira und Lu keinen Zwischenstopp einlegte, hatte ich wie fast immer keine Chance, sie einzuholen. Aber ich wusste ja, wo sie hin wollte und konnte mir in meiner Funktion als ihre Nachhut daher die erforderliche Zeit für das Grüßen des Herrn nehmen. So konnte ich von der Marktplatz fegenden Lu erfahren, dass sie nicht aus Strafe zum Fegen verdonnert worden war, sondern weil sie diese Tätigkeit dem Bedienen im Feuerkrug vorzog. "Na toll", dachte ich bei mir, "dann bleibt es mal wieder alleine an mir hängen" und trabte weiter in die Herberge.

Gleich hinter der Tür wurde ich schon von dem herben Geruch des Verrkäses eingenebelt, wobei ich dem Herrn Imker-Käsehersteller-und-anscheinend-auch-Handelsflottenkapitän meine Anerkennung für das Buffet zollen musste... oder hatte das jemand anderes arrangiert? Egal, es sah trotz der Käseschwaden sehr schön aus, auch wenn keiner davon kostete. Aber vielleicht waren die Herrschaften auch schon satt, denn die Veranstaltung war bereits in vollem Gange und der Herr Verrkäsehersteller erläuterte ausführlich seine Geschäftsidee anhand diverser Bilder. Besonders gefiel mir die Darstellung der Verr... die sahen richtig süß und knuddelig aus, so dass man fast ihren strengen Geruch vergessen konnte.


Selbstverständlich wollte meine Herrin auch bei so einer Verr-Veranstaltung nicht auf ihre Milch verzichten, betonte aber, dass sie wie immer Boskmilch trinken wollte. Das war natürlich kein Problem für mich, zumal ich keinen gesteigerten Wert darauf legte, herbe Verrmilchschwaden beim Aufkochen der Milch um meine Nase ziehen zu lassen. Leider passierte mir bei der Zubereitung jedoch ein kleines Missgeschick und es zog plötzlich doch ein unangenehmer Geruch an mir vorbei. Da ich durch die Verkaufspräsentation etwas abgelenkt war, hatte ich das Aufschäumen der Milch über dem Feuer zu spät bemerkt. Zum Glück hielt sich der Schaden in Grenzen, da die Milch nur ins Feuer übergekocht war und ansonsten ihren normalen (ekeligen) Geschmack behalten hatte, so dass meine Herrin keinen Anlass für eine Reklamation hatte.

Die Herberge füllte sich so nach immer mehr, auch mehrere merkwürdige Fremde auf Pilgerreise mit sehr eigenartigem Benehmen waren eingetroffen. Dem einen war in seiner arroganten großkotzigen Art meine Zubereitung seines Blackwines zu langwierig, obwohl er derjenige war, der die Zubereitung unnötig verzögerte, indem er mir auf meine Frage, wie er ihn zu trinken wünschte, keine Antwort gab. Er schien überhaupt nicht zu wissen, dass Blackwine unterschiedlich getrunken wird, hatte hinsichtlich seines Geschmacks offensichtlich hellseherische Fähigkeiten bei mir vorausgesetzt und vor allem anscheinend angenommen, dass er im Feuerkrug Blackwine aus pulverisierten Bohnen bekommt, über die ständig vor sich hinköchelndes Wasser nur mal so eben drüber gegossen werden muss. :-(

Aber die eintreffenden Pilgerinnen standen dem Herrn in nichts nach. Die eine mokierte sich darüber, dass ich die Schale für ihr Wasser nicht abgewaschen hatte, tat so, als würde mir einfallen, Wasser in einem schmutzigen Trinkgefäß zu servieren! Eigentlich fehlte nur noch, dass sie von mir eine Überprüfung der Schale auf Risse verlangte. Davon nahm sie aber zum Glück Abstand. Die andere Freie hatte eine eigene, übrigens ständig im Nadu kniende Kajira dabei, schimpfte aber mehrfach, nicht bedient zu werden. Tja, da hatte sie eben Pech gehabt, wenn ihre Sklavin nicht in derLage ist, mich zu fragen, wo sie denn Getränke für ihre Herrin findet. Jedenfalls hatten sich meine Befürchtungen, die einzige Bedienung im Feuerkrug zu sein, mal wieder voll bestätigt. Lu kam zwar fegenderweise zwischendurch dazu, verdrückte sich aber schnell wieder, ohne ihre Hilfe anzubieten und die Kajira des Händlers scheint auch eine Prinzessin zu sein, die offensichtlich nur ihrem Herrn dient. V vielleicht sollte ich mal mit ihrem Herrn darüber sprechen?

Aber es waren auch andere Gäste da, Herren, die ich immer sehr gerne bediene. Erst beim Servieren des Ales für meinen Lieblingsschmied stellte sich heraus, wie praktisch das Kaschieren meiner zu knappen Tunika mit meinen langen Haaren war, da er diese kurzerhand zur Seite strich, um sich an dem Anblick meines hervor schauenden Nippels zu erfreuen. Ich liebe einfach solche Blicke auf meinem Sklavenkörper... leider versteht nur meine liebe Herrin dies irgendwie nicht :-( aber sie war so sehr in das Gespräch über die Absatzmöglichkeiten des Verrkäses vertieft, dass sie sowieso keinen Bick für mich übrig hatte. :-)

Beim Servieren des Pagas für meinen früheren Herrn, den ich wohl sehr erfreute, indem ich in Ermangelung eines Kühlfachs den Pagabecher und damit auch seinen Paga durch kaltes Wasser kühlte, bekam ich sogar eine echte Köstlichkeit geschenkt... ein Stück getrockneten Honig. Bis dahin wusste ich gar nicht, dass es diese süße Leckerei auch in getrockneter Konsistenz gibt. Mmmmhh... es schmeckte echt oberlecker, war allerdings im Mund ziemlich klebrig, vor allem zwischen den Zähnen. Aber meine Zähne sind zum Glück in einwandfreiem Zustand, so dass ich mit der entsprechenden Technik und der nötigen Spucke sie auch wieder auseinander bekam und auch mit der klebrigen Köstlichkeit im Mund sprechen konnte.:-)

Leider bekam ich keine Gelegenheit mehr, diese Technik noch weiter zu perfektionieren, da sich meine Herrin recht früh zurückzog, weil sie am nächsten Morgen wieder auf Reisen gehen wollte. Nach der vielen Serviererei legte ich mich müde und dankbar zu ihren Füßen schlafen, um wilde Sachen über kniffelige Schneidermuster und süße Leckereien zu träumen. :-))

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Noch ein albernes Erlebnis am Rande: Unsere Krieger haben 3 Taluna gefangen und in den Kennel gesperrt. Ich war kurz dort und das erste, was mir da entgegentönte "Das ist die Kajira, die vor kurzem dem Rarius einen geblasen hat". Ganz großes Kino....bei der angesprochenen Situation war weder auf dem Radar, noch auf der Minimap irgendjemand in der Nähe. Es kann also IC niemand gesehen haben. Aber hier im Blog habe ich darüber geschrieben. Informationen aus einem Blog ins Spiel zu übernehmen spricht nicht gerade für die Rollenspielerin.

Mittwoch, 1. Juni 2011

Besuchstag im Sklavenhaus

Es schien ein ruhiger Tag zu werden… allerdings war mir beim Aufstehen noch nicht klar gewesen, dass meine Herrin und ich das Sklavenhaus gar nicht verlassen würden. Ich war schon etwas früher aufgestanden, um schnell noch ein wenig Klarschiff zu machen, bevor meine Herrin aufstand. Gerade damit fertig geworden, kam sie auch schon die Leiter vom Hems herunter. Es war mal wieder ein beeindruckender Anblick, wie sie nicht nur mit wehenden Röcken, sondern auch noch mit einem weiten Umhang bekleidet diese steile Leiter hinunter rauschte. Ein wenig erinnert sie mich dann immer an einen Fallschirmspringer, der seinen Ballon um die Hüften trägt, aber das sage ich ihr natürlich nicht!^^

Gestern war ihr Anblick jedoch besonders ungewöhnlich. Nein, keine Angst, ihren Schleier trug sie selbstverständlich und auch ihre Haare waren wieder züchtig hochgesteckt. Sie wollte wohl nicht schon wieder Aufsehen bei den Männern mit ihrer langen offenen Mähne erregen. Leider war ich ja bei der Ratssitzung nicht dabei gewesen und habe daher nur die Bemerkungen meines Lieblingsschmieds zu ihren schönen langen Haaren gehört, bin mir aber sicher, dass sie damit auch anderen Herren aufgefallen sein muss. Diesmal waren es ihre nackten Füße, die mir bei ihrer Ballonlandung im Erdgeschoß des Sklavenhauses auffielen. Ihr langer Umhang schien ihr offensichtlich dermaßen eingeheizt zu haben, dass sie überhaupt nicht merkte, dass sie keine Schuhe trug.

Nur gut, dass sie mich hat und ich immer auf sie aufpasse… zumindest es versuche, denn manchmal schaffe ich das bei bestem Willen einfach nicht, so wie am Ersten Tag dieser Hand. Nun stellte sich nämlich auch heraus, dass sie nicht nur mit wallenden, offenen Haaren zur Ratssitzung gestürmt war, sondern da auch schon barfuß gewesen war. Ihr fiel nämlich jetzt siedend heiß wieder ein, dass sie ihre Schuhe nach der Reise am Tisch im Sklavenhaus ausgezogen hatte, um ihren Füßen eine kurze Erholung zu gönnen. Und dann war sie ja überstürzt aus dem Haus gestürmt und zwar ohne Schuhe! In so einem Fall sind die langen Roben natürlich perfekt, denn ich glaube, ihre nackten Füße sind tatsächlich niemandem während der Sitzung aufgefallen oder hatten vielleicht alle Herrschaften so viel Anstand, über diesen unverzeihlichen Fauxpas meiner doch immer so extrem züchtigen Herrin großzügig hinweg zu sehen?^^

Als die Schuhe zu ihrer großen Erleichterung schließlich wieder an ihren Füßen waren, durfte ich über die Geschehnisse in Kasra während ihrer Abwesenheit berichten, sie über Jinas und meine Näharbeiten informieren (juhuuu… sie hat übrigens kein Wort über den Schnitt meiner Tunika verlauten lassen :-), ihr erzählen, dass wir uns immer vorbildlich benommen haben oder zumindest uns nicht bei dem Schabernack am Schmiedetor haben erwischen lassen. Wobei ich das Letzte in meinem Bericht lieber weg gelassen habe. Dafür habe ich ihr aber mein Erlebnis mit dem unheimlichen Totenschädel und seinem blauen Zahn gebeichtet, was sie anscheinend aber wohl überhaupt nicht schlimm fand, zumal die Heilerin ja auch nichts dazu gesagt hatte. Vielleicht war der Zahn doch schon immer blau gewesen?^^

Gerade hatte ich ihr die beiden Schriftrollen der Heilerin über Jinas Untersuchung überreicht, als es an der Tür des Sklavenhauses klopfte… es war die Heilerin. „Wenn man vom Teufel spricht“, dachte ich still bei mir, während ich sie freundlich anlächelte und ins Haus bat. Es stellte sich heraus, dass die Heilerin keinen Anstandsbesuch machte, weil sich die beiden Herrinnen außer in der Ratssitzung noch gar nicht getroffen hatten, sondern sie wollte lediglich Grüße der Herbergswirtin aus der Oase der 4 Palmen überbringen, die früher einmal Bürgerin in Kasra gewesen war und sogar ein sehr hohes Amt in der Stadt inne gehabt hatte.

Während die beiden Damen ein wenig über dies und das plauschten, klopfte es erneut an der Tür. Diesmal war es mein Lieblingswirt, der mit meiner Herrin sprechen wollte. Auf die Heilerin schien er irgendwie nicht so gut zu sprechen zu sein, was ich bei der Erinnerung an meine grünen Haare auch sehr gut nachvollziehen konnte. Obwohl er beteuerte, dass dies nicht persönlich gemeint sei, verabschiedete sich die Herrin dann doch recht schnell und wollte nicht mal eine Milch mehr trinken, obwohl sie dieses Getränk als sehr gesund einstufte, was beim Wirt jedoch noch mehr Abneigung gegen Heiler hervorrief… natürlich nur nicht persönlich gemeinte.

Leider musste ich mangels einer Kochgelegenheit im Sklavenhaus und der Abneigung meiner Herrin gegen Alkohol, für die Getränke rüber in den Feuerkrug laufen und bekam daher nicht alles mit, was der Herr Wirt mit meiner Herrin zu bereden hatte… es handelte sich aber wohl nur um die letzten Beschlüsse des Rats, die er nicht mehr alle mitbekommen hatte, weil er die Sitzung vorzeitig verlassen musste. Natürlich ist es mir eine große Freude gewesen, meine Herrin und den Wirt mit ihren Lieblingsgetränken zu erfreuen. Ich glaube, meinen Lieblingswirt habe ich sogar ganz besonders erfreut, denn ich erinnerte mich selbstverständlich noch sehr genau daran, wie er von mir wünscht, seinen geliebten Paga serviert zu bekommen. Meine Herrin hatte dabei natürlich mal wieder Angst um ihre Keuschheit… hat mir aber später gesagt, dass ich ihm auch in ihrem Beisein zukünftig seinen Paga so servieren darf… sie wisse ja nun, wann sie wegzuschauen habe!^^ :-)

Ob ich mit meinem Serve bei ihm gepunktet hatte oder ob er meiner Herrin nichts ausschlagen mochte, kann ich nicht genau sagen… aber das Ergebnis gefällt mir auf jeden Fall sehr. Er will mich nämlich demnächst auf eine Reise mitnehmen, was eine wirklich große Ehre für mich ist und worüber ich mich riesig freue, da meine Herrin ja leider bald wieder einige Tage weg ist.