Samstag, 25. Februar 2012

Mäkelei

...auch an der Herrin Regent, die schien nämlich wieder ganz die alte zu sein. Naja, nicht so wie zu ihrer Wirtinnenzeit, denn seit sie Baumeisterin ist, trägt sie Schleier, wie es sich für eine freie Frau dieser hohen Kaste gehört. Aber sie war barfuß und wurde daher von meiner Herrin mit missbilligendem Stirnrunzeln bedacht. Das Argument, sie hätte nur ein Paar Schuhe und die müssten zurzeit gerade gelüftet werden, zählte natürlich nicht bei meiner Herrin, die weiter an den nackten Füßen herummäkelte und sich sogar dazu hinreißen ließ, ihren eigenen Rock anzuheben... selbstverständlich nur ein klitzekleines Stückchen^^... um ihre festen schweren Stiefel als Nonplusultra der praktischen, zeitlos eleganten Schuhmode anzupreisen, die nie aus der Mode kommen und die vor allem so robust sind, um auch dann noch da zu sein, wenn sie tatsächlich mal wieder in Mode kommen sollten... behauptete sie jedenfalls.;-)
Bei so viel Eigenlob über die in meinen Augen ziemlich hässlichen Schuhe, vor allem weil ich als Anhängerin der Barfußfraktion die Baumeisterin sehr gut verstehen kann, konnte ich mir eine etwas abfällige, nicht gerade begeisterte Bemerkung dann nicht verkneifen. Das war natürlich nicht ganz ungefährlich und hatte auch prompt zur Folge, dass meine Herrin ihre Fußeinzwänger und Käsefußzüchter weiter lobte, weil man mit ihnen ja so wundervoll nach frechen Kajirae treten kann. Oha... eine solche Warnung sollte unbedingt ernst genommen werden. Es war für mich also sicherheitshalber angesagt, ein wenig aus dem Aktionsradius meiner Herrin zu rutschen und vor allem nun tunlichst meine Klappe zu halten. Denn auch das Argument der Herrin Regent, mit solchen derben Schuhen "weniger in den Strafvorgang involviert zu sein", zählte für meine Herrin überhaupt nicht. Sie behauptete einfach, für sie sei das lediglich eine Frage der Dosierung beim Treten.
Welch ein Glück für mich, dass der erwähnte Tritt nicht demonstriert wurde, aber für die Herrin Regent das Stichwort war, sich zu erkundigen, wie meine Herrin ihren ersten öffentlichen AufTRITT in der Oase empfunden hatte. Pech war für sie nur, meine Herrin mokierte sich nun erst einmal über einige unverschämte Fragen, die nach den Reden von einer Oasenbewohnerin gestellt worden waren. Danach bemäkelte sie die in ihren Augen nicht vorhandene Stärke des Oasenherrschers, so dass die eigentliche Frage der Herrin Regent bei der ganzen Kritik letztendlich unbeantwortet blieb. Es stieß nämlich der Imkerkäsekapitänwaffenherstellerbaumeister und kurz darauf auch der Herr Kartograf zu unserer Gruppe, so dass die öffentliche Wirkung der Herrin Regent nicht mehr weiter erörtert wurde, da nun die Besichtigung des Neubaus neben der Schmiede angesagt war.
Über diesen Bau will ich mich hier lieber nicht weiter auslassen, denn das steht einer Kajira sowieso nicht zu, auch wenn ich natürlich eine Meinung dazu habe... die gemauerten Bögen und die überdachte Terrasse vor dem Eingang schön finde... Balkone sowieso... und wahnsinnig gerne bade, was auf der Dachterrasse anscheinend nach einem richtigen Regenguss wohl problemlos realisiert werden könnte. Außerdem konnte ich getrost meinen Mund halten, weil der kastenlose Baumeister von den Freien sowieso ganz schön sein Fett weg bekam, die offensichtlich nicht den selben Geschmack bei Gebäuden zu haben schienen wie ein Imkerkäsekapitänwaffenherstellerbaumeister^^.
Sie mäkelten über dicke Wände, merkwürdige Fenster, den Mischmasch von zusammengewürfelten Baustilen in diesem Haus... übrigens meiner Herrin waren's zu viele, dem zukünftigen Bewohner mit nur zweien der Baustilmischmasch dann wiederum doch zu popelig... den bröckelnden Putz, die merkwürdigen Fenster und vor allem ob nun die Entwässerung der Bade-Dachterrasse besser über Dach oder zur Freude der Schimmelpilzkulturen lieber ins Mauerwerk einzubauen sei. Tja... Geschmäcker sind nun mal verschieden. Als der arme Baukünstler dann auch noch in eine Grundsatzdiskussion über nett, interessant, kleine Brüder oder große Schwestern verwickelt wurde… irgendwie tat er mir fast ein wenig leid… strich er endgültig die Segel, denn Kapitän ist er ja auch. ;-)

Donnerstag, 23. Februar 2012

Ausflug in die Oase

Nachdem einige Tage ziemliche Irritationen über den Verbleib der Herrin Regent herrschten, ist sie nun endlich wieder da und sämtliche Gemüter einigermaßen beruhigt. Die Gerüchteküche kocht jedenfalls nicht mehr, auch wenn niemand so genau weiß, wo sie die Tage denn nun war. Hauptsache ist aber... sie ist wohlbehalten zurück! Ist es da nicht vollkommen nebensächlich, ob es nun um Möbel, Kleider oder "was auch immer" gegangen ist? Sie ist eben eine FRAU!!!!! ICH kann jedenfalls gut verstehen, dass FRAU einfach ab und an auch mal nicht soooo logisch^^ handelt, auch wenn ich nur eine Kajira bin! Nun nahm sie jedenfalls ihre Amtsgeschäfte wieder auf, als sei überhaupt nichts gewesen... was ja eigentlich auch so war! ;-)
Als erstes ging es mit einer richtig großen Delegation kasraner Bürger zu einem Antrittsbesuch in die Oase der 4 Palmen. Das Verhältnis zum Emir der Oase war ja seit etlichen Monden ziemlich gespannt, weil er beim Gegenbesuch unseres Regenten zur Fortsetzung des Dattelwein-Besäufnisses mit Ignoranz und Abwesenheit geglänzt und ihn... vornehm ausgedrückt... damit ziemlich brüskiert hatte, zumal der Besuch aufgrund einer Einladung des Oasenemirs erfolgte. Aber so ein hochwohlgeborener Herrscher ist eben auch nur ein Mensch und kann wohl nichts dafür, wenn seine Kajira ihm die Erinnerung an die in Kasra ausgesprochene Einladung vielleicht weggepalmwedelt hat... oder war das doch eine Auswirkung des Dattelweins? Nach diversen weiteren Komplikationen und schrecklichen Kriegsereignissen scheinen nun jedenfalls die Wogen endlich geglättet und die Handelsbeziehungen wieder aufgenommen worden zu sein... manchmal sind Frauen wohl doch die besseren Diplomaten?^^
Mir war die Reise jedenfalls sehr recht und ich freute mich, nach unendlich vielen Monden mal wieder aus Kasra herauszukommen. Die Oase scheute auch keine Mühe, um die Kasraner willkommen zu heißen und hatte dabei sogar an uns Kajirae gedacht. Wir durften nämlich nach dem offiziellen Redenundbegrüßungstamtam an einem Wettbewerb im Sackhüpfen teilnehmen. Leider war ich kurz zuvor blöderweise in einen großen, noch frischen, oberekeligen Haufen Kailla-AA getreten ((Lag ohne Ende:-()) und bekam das vor dem Sackhüpfstart nicht schnell genug von meinem Fuß. Im Brunnen traute ich es nicht abzuwaschen, so dass ich lieber auf die Teilnahme verzichtete, auch wenn mir dadurch die Gelegenheit entging, die Pampe im Hüpfsack zu entsorgen... aber ich bin ja gut erzogen.^^ Besonders froh war ich, dass meine Herrin mein Missgeschick zum Glück nicht bemerkte und so schaute ich fußschuppernderweise einfach zu, was auch lustig war... und vor allem nicht so anstrengend! :-))

Mittwoch, 15. Februar 2012

Thema für sich?

Thor schrieb in einem Kommentar in Nastys Blog:

„Wir bloggen auch nicht - ich hab mich öfter gefragt warum aus Kasra gleich mehrere ihr RP in Blogs erläutern, aus der Oase niemand. Dem RL Psychologen in mir fiele dazu einiges ein, aber: Thema für sich!“ 

Da würde mich nun doch mal die Meinung von RL-Fachleuten wie Thor  interessieren, leider liest er ja normalerweise keine Blogs. Liegt es an:
  • Die bloggenden Spieler in Kasra hatten alle eine schwere Kindheit?
  • Sind es also alles Egomanen, die unter notorischer Gedankenlosigkeit und purem Desinteresse leiden und aus lauter Dummheit das Lästern nicht sein lassen können, weil sie eine schwere Kindheit hatten?
  • Wer in Kasra spielt und nicht in der Oase, tut das, weil da Gleichkranke mit einer schweren Kindheit spielen, während in der Oase die „Normalen“ sind?
  • Nach Aussage von Thor spielen die Kasraner „Konfrontations-RP“. Wegen ihrer schweren Kindheit?
  • Die seelische Belastung, die daraus entsteht müssen sie sich dann in Blogs „von der Seele“ schreiben, um nicht noch verrückter zu werden?
  • Oder liegt es einfach daran, dass in Kasra meist mehr Spieler waren/sind als in der Oase und die Wahrscheinlichkeit für „Blogger“ einfach höher ist?

 Fragen über Fragen *seufz*…ich glaube, ich kümmere mich mal um einen Therapieplatz.

Dienstag, 14. Februar 2012

OOC - genervt

…deswegen Pause in der Kasra-Berichterstattung!
Aufgrund der OOC-Krise in Kasra, die spätestens nachdem Barth nun auch davon berichtet mittlerweile wirklich allgemein bekannt sein dürfte, habe ich mich entschlossen erst einmal mein Kasra-Tagebuch hier einzustellen. Da es tatsächlich durch den Blogbeitrag von Nasty zurzeit zu ziemlichen OOC-Spannungen unter den Spielern in Kasra kommt, kann ich nicht garantieren, dass meine OOC-Gefühle nicht meine Beiträge beeinflussen würden. Damit würde wirklich das passieren, was mir eh schon vorgeworfen wird. Also lasse ich es erst einmal, bis ich selbst wieder weiß, was ich will.
Ich werde wohl die Gelegenheit nutzen, mich mit meiner Altine auf anderen Gor- und  RP-SIMs umzusehen. Sowas habe ich schon ewig nicht mehr gemacht. Vielleicht schreibe ich dazu dann hier auch  gelegentlich was… mal abwarten. Leider enttäusche ich damit natürlich Leser, die hier auf Sensationen hoffen… die müssen sich bei Barth austoben. ;-)
Noch ein Wort zu der angeblich „RP-zerstörerischen“ Wirkung meines Blogs: Mir ist schon bewusst, dass ich manchmal kleine Spitzen eingebaut habe. Das war und ist für mich die einzige Möglichkeit eventuelle Kritik oder auch Begeisterung zum Ausdruck zu bringen. Als Kajira kann ich das Ingame natürlich nicht machen im Gegensatz zu den Freien. Ich  weiß…ich habe mir die Rolle selbst ausgesucht und habe selbst Schuld. ;-)
…deswegen werde ich das hier auch weiter machen… egal von wo ich berichte!

PS: Barth, ist es eigentlich Zufall oder steckt da ein tieferer Sinn hinter, dass ausgerechnet mein Kommentar in deinem Blog nicht freigeschaltet wird?... Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. ;-)

Freitag, 10. Februar 2012

Stegfest

Der Imkerkäsekapitänwaffenherstellerbaumeister lud zu einem Fest ein. Warum, war mir nicht klar, aber eigentlich brauchen Feste auch keinen Grund… oder? Ich war jedenfalls gespannt, wie dieses Fest sein würde, wo doch Kasra nach der Wahl der Herrin Regent in zwei Lager gespalten zu sein scheint, wer alles kommen würde und vor allem darauf, worum sich die Gespräche drehen würden… hoffentlich nicht den ganzen Abend über Politik!
Hinsichtlich des Weges dorthin, zeigte sich meine Herrin sehr mutig, denn sie wagte sich tatsächlich mit ihrem feinen Kleid in ein Kanu, um sich zum Dorf von mir paddeln zu lassen. Unter dem Aspekt, wie geschickt ich mit Kanu und Paddel umgehen kann, denn Wasser und alles was dazu gehört ist ja nun mal mein Element, war es natürlich absolut keine wagemutige Idee, aber so viel Pech, wie sie beim Ein- und Aussteigen aus Booten oft hat, eben doch. Es ging jedoch alles gut… nicht nur die kurze Fahrt durch die milde sternenklare Nacht, sondern auch das Aussteigen neben dem festlich geschmückten Steg, da ich das Kanu an eine seichte Uferstelle gelenkt hatte, wo sie im schlimmsten Falle nasse Füße bekommen hätte!
Als wir ankamen waren schon eine Menge Leute da, ein riesiges Büffet mit allerlei Leckereien gedeckt und alles sehr festlich geschmückt. Es war teilweise ein richtiges Gewusel, so dass ich mich nur äußerst vorsichtig bewegen konnte. Da meine Herrin irgendwie leicht verstimmt und in keiner richtigen Feierlaune zu sein schien, dachte ich es sei am besten, erst einmal ihren Magen mit etwas Leckerem zu erfreuen, musste jedoch leider feststellen, dass ihr anscheinend überhaupt nicht nach Essen war. Zum Glück gelang es mir mit der Behauptung, es gäbe bestimmt auch Törtchen, ihre Augen interessiert aufblitzen zu lassen und sandte auf dem Weg zum Büffet ein kleines Stoßgebet zu den Priesterkönigen, dass ich da nichts Falsches behauptet hatte.
Hatte ich nicht… es waren tatsächlich diverse süße Leckereien da, in die ich zu Vorkostungszwecken erst einmal meinen Finger hineintunkte, da ich erstens unbeobachtet war und zweitens musste ich ja feststellen, ob eher dieses oder doch besser das andere den Geschmack meiner Herrin treffen würde. Naja… und da mir eine schwierige Entscheidung bevorstand, wiederholte ich die Nascherei dann sicherheitshalber noch einmal, war aber auch beim Servieren dann so ehrlich, zu den Löchern im Törtchen zu stehen. Da ich nicht einmal einen bösen Blick von ihr wegen meiner Fingerspuren erntete, fragte mich natürlich, ob sie ihren nachsichtigen Tag hatte oder ob sie tatsächlich meinen Einsatz um ihr Wohlergehen zu würdigen wusste. Aber sie war nur abgelenkt, weil sie von dem Herrn Kartografen gerade erfahren hatte, dass sein Bad am Vortag ausgefallen war und stellte mich deswegen gleich zur Rede. Die Löcher im Törtchen waren daher nebensächlich.
Mit den letzen Krümeln vom Vorkosten zwischen meinen Zähnen fiel mir spontan keine bessere Antwort ein, als zu erklären, dass ich den Herrn nicht hatte baden können, weil sich verkrümelt hatte. Allerdings verbesserte mich schnell noch, ich hatte ihn nicht angetroffen. Über „verkrümelt“ mokierten sich natürlich beide und er erläuterte meiner Herrin, dass er auf dem Baugelände zu tun gehabt habe, um irgendwelche Baupläne abzunicken. Zum Glück war mein kleiner Versprecher dann schnell vergessen, denn meine Herrin bot ihm die Hälfte von der Leckerei an, was er dankend annahm und mich trocken schlucken ließ, als er alles in einem Stück in den Mund schob, dann allerdings einige Schwierigkeiten hatte, mit dicken Wangen alles einigermaßen benimmkonform in Gegenwart einer freien Frau mit Esskultur zu zerkleinern.
Klar, dass ich danach natürlich etwas zum Runterspülen der Krümel beschaffen musste, was sich jedoch einigermaßen schwierig gestaltete, weil auf dem Büffet nur Met und Paga standen. Doch der Herr Imkerkäsekapitänwaffenherstellerbaumeister hatte ein Einsehen mit den Getränkewünschen seiner Gäste und erlaubte mir, Kalana und Milch mit Honig aus seinem Haus zu holen… allerdings hatte er nur Verrmilch da. Ich versuchte zwar, dieser den strengen Geruch von Verr mit einem Extralöffel Honig auszutreiben, aber ich glaube, so ganz gelungen ist es mir wohl nicht. Doch meine Herrin war zum Glück ausgesprochen experimentierfreudig und wollte sie zumindest probieren… meinte aber schließlich, dass diese Milch eher nicht so ihren Geschmack entspräche.
Leider war der Herr Kartograf inzwischen auf die Hausterrasse verschwunden, sodass ich mit seinem Kalana, den ich zuvor gemeinsam mit der Milch geradezu heldenhaft geschickt, ohne zu stürzen und etwas zu verschütten, über eine steile Leiter und anschließende Rampe zum Steg transportiert hatte, diesen schwierigen Weg wieder hinauf nehmen musste. Aber auch diesmal ist es mir entgegen einer sehr großen Verlockung gelungen, nicht einmal ein klitzekleines Tröpfchen auf die Hochnäsige zu verschütten, die vor dem Büffet schon wieder die arme Cassia in der Mangel hatte. Ich glaube, die netten Worte des freundlichen Kriegers, der meine mir anscheinend ins Gesicht geschriebenen Befürchtungen bemerkt hatte, haben da bestimmt geholfen. Alles andere wäre auch schlecht für mich gewesen. Die Laune der Hausbauerin möchte ich mir nicht mal vorstellen!^^ Allerdings war die des Kartografen auch nicht ohne, um nicht zu sagen schon mittelprächtig angesäuert. Ohne den langen Weg seines Kalanas zu würdigen, winkte er mich nach dem Servieren äußerst mürrisch einfach weg.^^
So sauer wie er war, wollte er mich bestimmt am liebsten gar nicht mehr im Blickfeld haben, aber da machte ich ihm einen kleinen Strich durch die Rechnung und bediente als nächstes seinen Sitznachbarn… eine perfekte Gelegenheit für mich, zu zeigen wie schnell ich sein kann, wenn ich weiß, wo ein Herr sich aufhält, der sich nicht einfach wegen einer Sitzgelegenheit heimlich verdrückt hat. Tja, und das ist mir auch gelungen… ich bekam von dem freundlichen Krieger sogar ein Lob dafür und behauptete mit einem dezenten Kopfnicken auf den grummeligen Herrn neben ihm noch einmal großspurig, dass ich immer von der schnellen Truppe und nur in Ausnahmefällen gezwungen sei, "Linie"-Kalana zu servieren. Stoisch tat der Muffelherr zwar so, als sei ich weiterhin Luft und er würde überhaupt nicht zuhören, aber ich bin mir sicher, dass das Gegenteil der Fall war… den lachenden Rarius hatte ich jedenfalls erfreut! ;-)
Den Anfang des Gesprächs meiner Herrin mit der hochnäsigen Baumeisterin hatte ich verpasst, als ich mich irgendwann still wieder neben sie kniete, nachdem niemand mehr meine Dienste benötigte. Daher war ich nur froh, als es sie schließlich nach Hause zog, nachdem viele Gäste ebenfalls schon gegangen waren. Den Rückweg traten wir allerdings zu Fuß an... durch eine stockdunkle Landschaft über Stock und Stein und jede Menge Gebüsch, was auch ganz gut geklappt hat…zumindest bei meiner Herrin. Ich habe mir leider eine kleine Blessur zugezogen, weil ich in der Dunkelheit den geöffneten Fensterladen eines mitten in der Botanik plötzlich auftauchenden Hauses übersehen hatte. Aber die Schmerzen wurden ganz schnell besser, nachdem meine Herrin ihren sanften Finger zart darauf gelegt hatte. :-)))

Donnerstag, 9. Februar 2012

Aufträge

Als ich aufwachte, wurde mir sofort bewusst, was ich an diesem Tag alles zu erledigen hatte… und zwar ohne meine Herrin, die Kasra in einer Kastenangelegenheit hatte verlassen müssen… zum Glück aber nur für einen Tag. Damit mir nicht langweilig werden würde, hatte ich einen eindeutigen Auftrag unsere neue Herrin Regent betreffend erhalten, musste vielleicht einen Stinkefuß säubern oder sogar den ganzen dazugehörigen Herrn. Wobei ich bei diesem Auftrag ja etwas gemischte Gefühle hatte, aber Stinkefuß hin oder her, der Herr ist einfach interessant und somit wäre das Luftanhalten oder eine Weile ausschließlich durch den Mund atmen wohl in Kauf zu nehmen!^^ Da ich aber nicht einschätzen konnte, wie wasserscheu dieser Herr ist und er sich bei dem Vorschlag meiner Herrin nicht gerade übermäßig begeistert gezeigt hatte, sah ich diesem Auftrag also eher skeptisch entgegen. Abzuwarten blieb auch, ob der Herr Schmied immer noch Badegelüste haben würde oder ob er vor lauter schlechter Laune wegen dem Wahlausgang seine Werkstatt gar nicht mehr aufmacht. Ich hatte das Gefühl, bei ihm mit allem rechnen zu müssen. Und so ganz daneben lag ich auch nicht... allerdings erstaunte er mich auf eine ganz andere Art, als ich vermutet hatte.
Ich trat mit dem Vorsatz vors Sklavenhaus, als erstes den wichtigsten Auftrag die Herrin Regent betreffend auszuführen und schaute mich daher suchend nach ihr um... konnte sie allerdings nirgends entdecken. Ich entdeckte sowieso niemanden, da der Markt wie leergefegt war, bis auf einen, meinen Lieblingsschmied, der wie immer vor seiner Werkstatt stand... allerdings mit einem so obergriesgrämigen Gesicht, dass ich am liebsten schnell wieder verschwunden wäre. Doch kaum hatte er mich entdeckt, hellte sich seine Miene auch schon auf, quasi schlagartig von -10 auf +9 auf einer gedachten, bis +10 gehenden Skala. Da konnte ich selbstverständlich nicht anders, als freudestrahlend zu ihm rüber zu marschieren. Vielleicht hatte er ja auch die Herrin Regent schon gesehen, so dass sich mein erster Auftrag ganz schnell erledigt?
Hatte er... er wusste sogar, wo sie war... nebenan auf dem Baugrundstück. Die Hochnäsige aus Ar war anscheinend auch dort und zusätzlich noch mein Badekandidat... oder kam der erst später dazu? Egal, um den Folgeauftrag war ich also herumgekommen, leider aber nicht um einen Haufen Rückfragen des Schmieds, der nach meiner Frage über den Verbleib der Herrin Regent nun neugierig geworden war. Ach was, neugierig??? Oberoberoberneugierig war er!!! Und das ausgerechnet, wo ich doch über das Vieraugenundohrengespräch vom Vortag Stillschweigen bewahren musste. Mein Konflikt interessierte ihn überhaupt nicht, er bohrte und bohrte und bohrte, während ich natürlich nicht unhöflich sein, aber auch das in mich gesetzte Vertrauen nicht enttäuschen wollte. Ich wand mich also wie ein Aal... überlegte jedes Wort obergründlichst und nannte auch nicht den Namen der Person, der ich was auch immer möglicherweise oder auch nicht melden sollte... oder so.
Tja, nun weiß ich auch, was ich an dem Herrn Schmied bislang noch nicht kannte... seine Scharfsinnigkeit und seine Redegewandtheit. Ich wusste auch nicht, wie gut er mich kennt und vor allem, wie oberstur er sein kann, wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat. Mein ganzes Umschreiben, UmdenheißenBreiherumreden, KeineNamennennen, mit AleodermeinenReizenlocken, hat nicht wirklich was genützt! Er hat einfach eins und eins zusammengezählt, kombiniert und geschlussfolgert und den Rest dann geraten, obwohl ich ihm ABSOLUT NICHTS verraten habe! Erst nachdem ich mich richtig und endgültig weigerte und ihm sagte, dass er Sonstwas mit mir machen könne, ich aber trotzdem nie gegen einen Befehl meiner Herrin verstoßen würde, hatte er ein Einsehen und bekam nun doch Gelüste auf ein Ale im Feuerkrug, seine Laune war aber eher wieder in den Bereich des Gefrierpunkts gesackt.
In der Herberge legte ich mich dann ganz besonders ins Zeug, löschte nach einer spontanen Eingebung kurzerhand das Tischfeuer, nachdem ich ihm sein Ale serviert hatte und kletterte, da keine anderen Gäste und vor allem keine freien Frauen anwesend waren, auf den Tisch, um ihn ein wenig auf andere Gedanken zu bringen... was mir wohl auch ganz gut gelungen ist! ;-)
Achja...und der Stinkefuß muss tatsächlich noch auf die Reinigung warten. Wobei ich glaube, nicht weil der Herr Kartograf wasserscheu ist und tatsächlich gekniffen hat, sondern eher, weil es ihm gestern offensichtlich nicht gut ging, so blass wie er aussah, als er vom Baugrundstück zurück auf sein Zimmer humpelte. Mir wird ja alleine schon bei der Vorstellung, mit der Hochnäsigen über etwas zu diskutieren ganz anders... aber vielleicht täusche ich mich da ja auch... außerdem versucht eine schlaue Kajira gar nicht erst, mit so einer Hochwohlgeborenen zu diskutieren!^^

Mittwoch, 8. Februar 2012

Wetten, er kneift?

Ich lag schon lange wach, genoss es ausgiebig, mich noch ein wenig zu räkeln, einer Menge sehr angenehmer und schöner Gedanken ((IM:-)) nachzuhängen und mit dem Aufstehen einfach zu warten, bis meine Herrin ausgeschlafen hatte, denn im Haus war soweit nichts zu tun.
Der erste Weg meiner Herrin ging nach dem Auwachen und einem kleinen Schwätzchen mit mir dann erst einmal nur bis vor die Tür, wo sie auf meinen Lieblingsschmied und den immer noch fußverletzten, inzwischen mit Krücke bewaffneten Herrn Kartografen traf. Leider habe ich bislang nicht in Erfahrung bringen können, was mit seinem Fuß passiert war. Nur es scheint nicht gut zu stehen, denn seinen Fuß hatte er in Schonhaltung so hochgezogen, dass der gar nicht mehr zu sehen war. Erstaunlich fand ich nur, dass es ihn anscheinend nicht nennenswert stört, den Fuß bzw. sich insgesamt wegen der Bandage nicht baden zu können. Auf den Einwand meiner Herrin, irgendwann würde er noch anfangen zu müffeln, wenn er keine Körperpflege betreibt, erwiderte er aber nur, genug Duftöle und so zu haben, um jeglichen unangenehmen Geruch damit ertränken zu können. Nur logisch also, dass ich daraufhin mal vorsichtig in seine Richtung schnupperte, allerdings nix unangenehmes feststellen konnte. Naja… erstens stand er ein ganzes Stück weg von mir… zweitens waren wir an der frischen Luft… drittens wehte sowieso kein Wind… und viertens weiß ich nicht, ob ich bei den vertrauten Gerüchen meiner Herrin neben mir und um mich herum, die irgendwie vor mehr als 1,5 Jahren zuletzt in Kasra gebadet hatte (...oder neee, da war noch ein neuerer Frauenbadetag gewesen^^), überhaupt etwas hätte riechen können! Wobei ich noch einmal betone, ich sagte "vertraute Gerüche", eine Bewertung dieser steht mir selbstverständlich nicht zu und ob meine Herrin ausgiebige Badesessions auf ihrem Landsitz veranstaltet, weiß ich ja nicht… da nimmt sie mich nämlich leider nie mit hin.^^
Jedenfalls hatte sie großes Mitleid mit dem Fußverletzten und seinem Verband. Ich ja sowieso, weil ich noch sehr gut weiß, wie nervig so eine wochenlange feste Schale um einen Knöchel sein kann, das es ja noch nicht so lange her ist, dass mir die Heiler soetwas mal für 7 Hand verpasst hatten. Und da mein Herrin heute leider einer wichtigen Arbeit nachgehen muss, bei der ich ihr nicht helfen kann, sie mich also nicht weiter benötigt, bot sie dem Herrn sofort meine Dienste an… sozusagen das rundum Wellnesspaket… also nicht nur ihn ins Badehaus begleiten, Verband abnehmen, Fuß waschen, Verband wieder anlegen… sowas kann ich nämlich alles… nein bei der Gelegenheit dann gleich den ganzen Herrn auspacken und baden und, und, uuuund? *grinst frech*. Wobei, wenn ich mich da an seine Miene bei diesem Angebot richtig erinnere und nicht vollkommen mit meiner Einschätzung daneben liege, sollte ich mich besser nicht zu früh freuen, denn ich bin mir ziemlich unsicher, ob er darauf eingehen wird. Im Gegensatz zu dem Herrn Schmied, der bei diesem Thema selbstverständlich gleich hellhörig wurde und eindeutige Badegelüste von sich gab^^, habe ich bei dem Herrn Kartografen das deutliche Gefühl, er wird bestimmt kneifen! Es könnte ja sein, dass er wasserscheu ist oder mich einfach nicht mag für solche Dienste.;-) Mal abwarten… wenn keine andere Kajira da sein sollte… zwei Männer schaffe ich auch… das dürfte eigentlich kein Problem für mich sein… oder etwa doch? ;-)
Leider wurde diese interessante Unterhaltung dann unterbrochen, weil die neue Herrin Regent ein Vieraugenundohrengespräch mit meiner Herrin wünschte, zu dem sich die beiden dann ins Sklavenhaus zurück zogen… ich natürlich hinterher, denn meine Augen und auch meine Ohren zählen ja bei so einem vertraulichen Gespräch nicht, da ich ja weiß, wann und worüber ich Stillschweigen zu bewahren habe und das dann auch tue! Aber eines kann ich wohl trotzdem verraten...  Herrin Regent scheint in ziemlichen Schwierigkeiten zu stecken... mal sehen, ob und wie sie die in den Griff bekommt. Irgendwie fühle ich mich jedenfalls ein wenig darin bestätigt, dass ICH keine Frau zum Regenten gewählt hätte, auch wenn Männer eben manchmal kneifen! :-))

Dienstag, 7. Februar 2012

Nach der Wahl - vor der Wahl

Am Wahltag trieb es mich recht zeitig aus den Fellen, allerdings nicht vor Aufregung wegen der bevorstehenden Wahl, sondern weil ich hoffte, vor der Ratsversammlung vielleicht noch das eine oder andere an Neuigkeiten aufzuschnappen, da ich ja leider die vergangenen drei Tage auf den Feldern arbeiten musste. Außerdem war Rina seit langem mal wieder aufgetaucht und belegte meine Herrin wie immer mit Beschlag ohne Luft zu holen^^, so dass meine Herrin mich nicht benötigte.
Als erstes fiel mir gleich der düstere, hohe Bauzaun neben der Schmiede auf. Nein stimmt gar nicht, ich schaute natürlich wie immer zuerst zu meinem Lieblingsschmied rüber und grüßte ihn freundlich... hatte dabei aber den hässlichen Zaun schon ein wenig im Blick. Der Herr Schmied konnte mir leider keine genaueren Auskünfte über den Baufortschritt geben, war aber noch viel neugieriger als ich, weil er nicht hatte lesen können, was da für Anschläge am Zaun klebten. Hilfsbereit und lesekundig wie ich ja nun mal bin, wollte ich selbstverständlich seine Neugier befriedigen und vor allem, weil die hochnäsige Haareabschneiderin gerade zielstrebig auf die Schmiede zusteuerte, verdrückte ich mich daher schnell zur Erkundung der Zettel. Eigentlich bin ich für die oberzickige Baumeisterin normalerweise sowieso immer Luft, aber ich wollte nicht Gefahr laufen, zufällig doch bemerkt zu werden und nach Cassias Erfahrungen vorsichtshalber meine schönen langen Locken ihren Blicken entziehen.... sicher ist sicher!^^
Am Bauzaun hingen Einladungen zu einem Stegfest bei unserem Imkerkäsekapitänwaffenherstellerbaumeister und einer mir unbekannten Frau, deren Namen mir absolut nichts sagte. Wie gut, dass ich lesen kann... nun hatte ich dem Herrn Schmied eine Information voraus! Aber mir war noch etwas aufgefallen. Irgendein Künstler hatte damit begonnen, den hässlichen dunklen Bretterzaun durch Farbe zu verschönern oder zumindest erste Farbproben darauf hinterlassen... irgendwas in einem wundervollen Blau und einen weiteren Test in einem herrlichen Rot, das mir fast noch besser gefiel als das Blau. Ich fragte mich gerade, ob vielleicht noch andere Farben dazu kommen werden, der Künstler sein Werk aus welchen Gründen auch immer also nur unterbrochen hatte, als ich in meinen Malereibetrachtungen von einer scharfen, weiblichen Stimme unterbrochen wurde.
Die Baumeisterin war anscheinend fertig bei... oder mit? dem Schmied und hatte in mir nun ein neues Opfer gefunden. Auf ihre hochnäsige Art fragte sie mich, ob ich wüsste, wer diese Schmierereien am Zaun hinterlassen hatte und befahl mir gleichzeitig, ihr meine Hände zu zeigen. Eigentlich wollte ich meine Antwort mit einem höflichen Gruß beginnen, wie es sich ja nun mal gehört, aber leider bekam ich diesen Gruß nicht vollständig heraus. Bevor ich nämlich "Tal Herrin" komplett sagen konnte, bekam ich einen wirklich schrecklichen Hustenreiz oder eher eine Art von Schluckauf, bei dem ich das "in" leider verschluckte und sie daher nur mit "Tal Herr" begrüßte.
Klar, dass ich mich umgehend verbesserte, nachdem ich wieder Luft bekam und mich selbstverständlich auch für meinen Patzer entschuldigte! Trotzdem ließ sie sich natürlich nicht entgehen, mich noch ordentlich zur Schnecke zu machen, weil ich sie als Herr bezeichnet hatte und verpasste mir eine gepfefferte Ohrfeige. Meine Wange brannte zwar schrecklich, dennoch muss es mein Glückstag gewesen sein, denn die Lady hatte diesmal anscheinend keine Schere zur Hand und somit blieben meine langen Haare erhalten. Nur gut, dass sich die Ahn der Wahl näherte, so dass ich schließlich aus dem Schussfeld dieser unbequemen Dame kam. Ich hoffe nur, dass ihre Hand ähnlich schmerzte wie meine Wange!^^
Die Wahl selbst... tja was soll ich sagen... ich fand das Wahlergebnis von 7:4 gegen unseren Regenten sehr enttäuschend oder vielmehr, dass sich einige Männer Kasras unter den Pantoffel einer zur Baumeisterin aufgestiegenen Wirtin stellen wollen oder einfach nicht gewählt haben... doch das habe ich mir natürlich nicht anmerken lassen. Aber in mir schlägt nun mal ein Kajiraherz... für mich kommt also nur ein männlicher Regent in Frage und für die richtigen Männer, wie z.B. mein Lieblingsschmied eben auch!
Aber war überhaupt ein anders Wahlergebnis drin oder überhaupt zu erwarten gewesen? Der eine Kerl steht eh unterm Pantoffel^^ durch einen Gefährtenschaftsvertrag, ein anderer ist sowieso mehr oder weniger ein baumeisterliches Schoßhündchen^^, ob der neue Krieger überhaupt soweit des Lesens und Schreibens mächtig ist, um in einer Briefwahl den richtigen Namen anzukreuzen, kann ich nicht einschätzen, nur hat er offensichtlich nicht für seinen Regenten gestimmt, sondern sich peinlicherweise auch noch enthalten!
Und mein Lieblingshauptmann? Was für eine Enttäuschung für mich!!! Ich glaube, momentan ist er nicht mehr mein Lieblingshauptmann ;-)... er hat nämlich überhaupt nicht gewählt! Wie wichtig müssen DIESE Wachgeschäfte wohl gewesen sein, um seinem Regenten die Stimme zu verwehren und nicht mal per Brief abzustimmen??? Aber was soll's, nun hat Kasra eben eine Herrin als Regenten... das Beste für Kasra wollen sie beide... und nach der Wahl ist eben auch vor der Wahl!!! :-)))

Freitag, 3. Februar 2012

Erregungen

Ich schlich mich wie so oft leise aus dem Haus, um meine Herrin nicht zu stören und zu schauen, wo die Stimmen herkamen, die ich drinnen gehört hatte. Es hatte ganz den Anschein, als streckte ich meine hübsche Nase genau rechtzeitig vor die Tür, um eine Besprechung am Bauplatz neben der Schmiede nicht zu verpassen. Allerdings unterhielten sich nur die neue Baumeisterin und der Imkerkäsekapitänwaffenherstellerbaumeister über irgendwelche Markierungen für anstehende Bauarbeiten. Bei meinem Lieblingshauptmann bekam ich den Eindruck, als hätte er auf mein Auftauchen gewartet, denn sein Fingerzeig, mich vor ihn zu knien war sehr eindeutig und kam prompt, nachdem ich mich grüßend zu der Gruppe gesellt hatte.
So ernst wie er mich ansah, schossen mir natürlich sofort wilde Gedanken durch den Kopf, ob ich mir etwas zuschulden kommen lassen hatte. Hatte ich aber nicht… er machte sich einfach Sorgen… und zwar um meine Herrin oder vielmehr um ihre Erregung am Vortag und ihren Teint. Er hatte ja mitbekommen, dass sie sich immer noch über die Geschehnisse in der Versammlung echauffierte und vor allem über den Silbermasken-Schachzug des Herrn Regenten, mit dem er zumindest Kasras Herren für die Regentenwahl auf seine Seite zu ziehen versuchte. Als ich wagte zu erwidern, dass ihr das Rosige doch gar nicht so schlecht steht, wurde der Hauptmann sehr ernst und wies mich zurecht, dass er sich selbstverständlich nicht über die durch Erregungen verursachte Rosigkeit einer Frau in aller Öffentlichkeit auf dem Markt äußern werde… also ich meine, über ihren Teint wollte er sich wohl dann doch nicht äußern… oder so… ich gestehe, ich habe seine genauen Worte vergessen *kleinlaut*.
Aber verstanden, was er sagen wollte, habe ich schon… glaube ich jedenfalls… und daher war es gar nicht so einfach, mir ein Kichern zu verkneifen. Doch eine Sklavin ist immer gut beraten, gewisse Alarmzeichen zu beachten, um sich keine Strafe einzuhandeln. Ein solcher Hinweis war von ihm, plötzlich nicht mehr Dina genannt zu werden, sondern nur noch Kajira. Ich gab ihm also schnell die gewünschte Antwort, dass sie sich in zwischen ein wenig beruhigt und auch ein angenehmes Gespräch mit dem Herrn Regenten geführt hatte, wobei ich unsicher zu dem Regenten schaute, da ich nicht wusste, ob angenehm die richtige Bezeichnung für die lange Unterhaltung der beiden war. Nur der hatte inzwischen ein richtiges Pokerface aufgesetzt und ließ keine Regung sehen, bestätigte dann aber schließlich doch, dass es sich immer, so auch am Vortag, sehr gut mit meiner Herrin reden ließ. Die Sorge des Hauptmanns um meine Herrin war damit jedoch noch nicht abgetan, denn er schlug mir nun vor, ihr zur Beruhigung zukünftig Gedichte vorzulesen, damit sie von politischen Dingen und irgendwelchen Pamphleten abgelenkt wird.
Gedichte vorlesen? Hhmmm… aber Gedichte von meinem Lieblingshauptmann vorgetragen, das hätte natürlich was. Wäre es vielleicht sogar eine gute Methode die beiden doch noch zu verkuppeln? Ich ließ mir meine Gedanken selbstverständlich nicht anmerken, sondern fragte lieber noch einmal nach, ob ich ihn da richtig verstanden hatte, denn eigentlich konnte ich ihn mir als Gedichtevortrager zusammen mit meiner Herrin doch nicht so ganz vorstellen. Was ich mir bei ihm immer vorstelle, ist natürlich ganz was anderes *errötet leicht*. Mit meiner vorsichtigen Rückfrage hatte ich mal wieder den richtigen Riecher gehabt. Er lachte leise und stellte klar, dass seine Soldatengedichte über Krieger, die einen aus Eisen hatten und damit sogar einen Tross entgleisen lassen konnten… oder so^^… also die wären nicht für meine Herrin geeignet. Vielmehr meinte er, dass ICH ihr Gedichte vorlesen sollte, bevorzugt irgendwelche Elaboradingens über Blumen, Frühling, Liebe und so… also Erbauendes müsste es sein. Klar… ich verstand… so ein hartes Eisending eines erregten Kriegers… sowas wäre selbstverständlich nichts für meine ehrbare Herrin, die würde vermutlich gar nicht verstehen, was da gemeint ist, auch wenn sie mich nach so vielen Jahren manchmal ja immer noch erstaunt.
Das Lyrikthema war noch nicht ganz abgehandelt, da tauchte meine Herrin auch schon auf…als sei Kultur das Stichwort für sie gewesen. Aber so konnte Kasras Sonne ihrem Hauptmann dann noch persönlich erzählen, dass sie immer dann, wenn eine Stadt ihren freien Frauen die Sicherheit entziehen will, ihre Stimme erhebt… das sei nun mal eine Schwäche von ihr. Frühling und possierliche Tierchen hin oder her, in diesem Fall wäre ihr ein Tritt in den Hintern des Kriegers lieber gewesen und zwar in den des fremden Besserwissers, ausnahmsweise mal nicht in den des Söldners. Über Potritte und Frühling wandte sich das Gespräch dann schlagenden Bäumen in einem Wald namens Mai zu und schließlich Cassias Strafe durch die oberzickige Baumeisterin, die nämlich nicht geschlagen, sondern geschnitten hatte, so dass aus Cassias langen Haaren eine Kriegerfrisur geworden war, wie der Herr Schmied so treffend meinte. Über das Wieso-Weshalb-Warum und vor allem seine Entschädigung über diese Verunstaltung und Wertminderung seines Eigentums hatte mein Lieblingshauptmann allerdings noch keine Klärung mit der allseits unbeliebten Dame herbeiführen können, die sich mittlerweile zum Gespött aller gemacht hatte. Mir wurde noch einmal überdeutlich klar, wie dankbar ich meiner Herrin für ihren schnellen Abgang aus der Versammlung sein musste, da ich sonst vielleicht auch in Gefahr geraten wäre, meine langen Locken zu verlieren. Ich mag Cassia eigentlich ganz gerne, aber soweit geht meine Solidarität mit ihr dann doch nicht, auch wenn dem Hauptmann das Wuscheln von kurzen Haaren offensichtlich sehr zu gefallen scheint!
Leider rief den aber mal wieder viel zu früh sein Wachdienst, den Regenten irgendwelche Amtsgeschäfte, den Imkerkäsekapitänwaffenherstellerbaumeister die Bauarbeiten und meine Herrin hatte auch noch etwas zu erledigen, so dass ich mit dem Auftrag, mich nützlich zu machen, schließlich mit meinem Lieblingsschmied alleine auf dem Marktplatz war. Klar, dass ihn nach so viel Sabbelei im Stehen nach einem Ale im Feuerkrug in bequemerer Haltung gelüstete. Da zu meiner großen Freude kein noch so kleiner Zipfel eines Zeltes… ähhmm Rockzipfel… also keine freie Frau in der Herberge anwesend war, legte ich mich ordentlich ins Zeug und ließ beim Servieren seines Getränkes mein Sklavenfeuer lodern. Ich glaube, es ist mir tatsächlich ganz gut gelungen, seinen Durst zu löschen und nicht nur den nach Ale.^^

Donnerstag, 2. Februar 2012

Silbermasken

Ich habe nicht herausbekommen, wie gut oder schlecht meine Herrin nach der Auseinandersetzung in der Wahlveranstaltung geschlafen hat, denn als ich endlich aus meinem Schönheitsschlaf aufwachte, war sie schon draußen. Der Herr Regent hatte sich aufgrund des besagten Eklats vom Vorabend genötigt gesehen, Konsequenzen für seinen Wahlkampf zu ziehen und ein Papier verteilen lassen, dass meiner Herrin anscheinend das Ausschlafen vermiest hatte… ein Papier mit dem Titel „Weg mit den Silbermasken!"
Hatte unser Regent jetzt das große „Muffensausen“ vor starken freien Frauen bekommen und wollte sich und den anderen Männern Kasras männliche Dominanz beweisen, weil er befürchtete, Kasra könnte zu einem zweiten Tharna werden? Soweit ich unterrichtet bin, trugen in der Stadt Tharna einst alle Frauen Silbermasken, nur die Regentin trug eine goldene. Dazu kam es, weil sich die Männer dort nach und nach verändert hatten... immer weniger Dominanz besaßen. Je stärker die Macht der Männer schwand, umso selbstbewusster und vor allem dominanter wurden die Frauen, bis sie schließlich so viel Macht erlangten, dass alle hohen Positionen von ihnen bekleidet wurden und eine Administratorin an ihrer Spitze stand.
Tharna war jedoch keine sehr glückliche Stadt und die Bürger, obwohl sie grundsätzlich keine Probleme damit hatten von einer Frau regiert zu werden, waren ohne Lebensfreude… die Silbermasken verhasst. Vergnügungssklavinnen waren innerhalb der Stadtmauern nicht erlaubt, verliebte Frauen wurden versklavt und mussten dann auf den Feldern arbeiten. Bei aller Ergebenheit zu meiner Herrin, für mich wäre ein solcher von Frauen dominierter Zustand in Kasra einfach schrecklich, denn ich bin nun mal eine Rotseidene und daran wird sich auch nie was ändern.
Aber ist Kasra nach dem ganzen Trubel nun tatsächlich in Gefahr ein zweites Tharna zu werden? War nicht das Gezeter dieser Baumeisterin eher vergleichbar mit dem Flehen eines Kindes, endlich Grenzen aufgezeigt zu bekommen oder ein Ausdruck ihrer Sehnsucht, von einem Mann unterworfen zu werden? Steckt nicht in jeder Frau (außer meiner Herrin^^) irgendwo eine Sklavin? Solange diese unbefriedigten freien Frauen ihren sexuellen Frust nicht an mir austoben, so wie an der armen Cassia, die dabei ihre langen Haare lassen musste, kann ich ja einigermaßen mit ihnen leben, zumal meine Herrin mir viel Freiraum lässt… naja… wenigstens, wenn sie mich nicht braucht. Ich bin jedenfalls gespannt darauf, wie mein Lieblingshauptmann die oberzickige Baumeisterin zur Rechenschaft über die Beschädigung seines Eigentums ziehen wird.
Dass meine Herrin sich darüber empört, vom Regenten als Silbermaske bezeichnet zu werden, kann ich verstehen, denn sie ist wirklich keine, sondern eine wirklich ehrbare freie Frau der alten Schule. Selbstverständlich achtet sie männliche Dominanz, wenn es sich denn um eine solche handelt und ich weiß auch, zu welchen Herren sie aufschaut! Und damit meine ich jetzt nicht, weil die Herren größer gewachsen sind als sie. Männliche Wichtigtuer und Besserwisser laufen sehr große Gefahr, von ihrem gefürchteten Mundwerk zur Schnecke gemacht zu werden... haben dann aber auch wirklich nichts anderes verdient. 
Ich habe mich richtig darüber gefreut, dass sich meine Herrin und der Regent nach seiner oben genannten neuesten Wahlkampagne gestern dann zu einer ausführlichen Unterredung unter vier Augen, und meinen natürlich^^, zusammen gesetzt haben. Aber darüber werde ich hier selbstverständlich nichts verlauten lassen, da dieses Gespräch nicht für die Öffentlichkeit gedacht war, sonst hätten sie nämlich auf dem Marktplatz stehen bleiben können. Wie das Gespräch letztendlich ausgegangen ist, weiß ich leider nicht, weil ich zu später Ahn in die Felle musste. Und wem meine Herrin bei der anstehenden Wahl ihre Stimme geben wird, weiß ich auch nicht… zumindest nicht ganz genau^^… aber ICH würde IHN wiederwählen… doch ich bin ja nur eine Kajira ohne Wahlrecht, die eigentlich nicht auf freie Frauen steht! ;-))

Mittwoch, 1. Februar 2012

Ungor

Erfahrene Gor-RPer haben‘s immer noch nicht kapiert und wärmen Diskussionen von vor fünf Jahren wieder auf…. die Rolle einer freien Frau auf Gor wird kaputt gemacht, wenn freie-Frauen-Spielerinnen darauf stehen, was aufs Maul zu bekommen und Krieger ihnen nur zu gerne diesen Gefallen tun… wie kann die Rolle einer freien Frau konsequent und ehrbar gespielt werden, wenn langjährige Spieler Gor-Grundlagen ignorieren... wie dumm darf es werden, dass der Spaß am RP nicht verloren geht... macht es Sinn Gor zu spielen ohne Mitspieler?
Eine Menge Fragen, die meine Herrin gestern stellte, nachdem sie ohne weitere Erklärungen den Ratssaal wütend verlassen hatte. Fragen über die man meiner Meinung nach lieber noch mindestens eine Nacht schlafen sollte, bevor man sich aufgebracht Luft macht… wie auch immer. Ich bin jedenfalls sehr froh, dass sie diese Empfehlung von mir schließlich angenommen hat.
Was war überhaupt los? Eigentlich ist zurzeit Wahlkampf in Kasra. Die beiden um das Amt des Regenten konkurrierenden Kandidaten wollten interessierten oder noch unentschlossenen Bürgern ihre Wahlprogramme bekannt geben und sich ihren Fragen stellen. Soweit so gut… die meisten Bürger scheinen sich bereits entschlossen zu haben, wer demnächst über Kasra herrschen soll, so dass die Veranstaltung recht dünn besucht war. Machte aber nix und hielt die beiden Kandidaten auch selbstverständlich nicht davon ab, ihre Programme fundiert, ausführlich oder sogar fast leidenschaftlich vorzustellen. Sie machten beide auf persönliche Art sehr deutlich, wo ihre Stärken liegen, aber auch ihre Schwächen.
Ich gestehe, dass mich der jetzige Wahlkampf, ebenso wie die in der Vergangenheit, nicht übermäßig interessiert und das nicht nur, weil eine Kajira kein Wahlrecht besitzt. Aber darüber will ich mich jetzt nicht weiter auslassen… ich kann ebenso mit einer für mich langweiligen Wahlkampfveranstaltung in Kasra leben, wie auch den ständigen Ratssitzungen… manchmal besser, manchmal auch schlechter, sodass Gedanken an eine mindestens 14tägige Nebenbeschäftigung, je nach Selbstdarstellungsbedarf der Freien gelegentlich aber auch öfter, immer mal wieder aufkommen.^^
Die gestrige Wahlkampfveranstaltung war aber gegen meine Befürchtungen anders, denn sie kippte plötzlich und wurde laut. Interessanterweise passierte dies nicht lange nach dem Eintreffen eines Rarius, der auch in der Vergangenheit schon mehrfach unangenehm durch sein Benehmen aufgefallen ist, insbesondere freien Frauen gegenüber. Wobei es sich hier lediglich um einen Söldner handelte, also keinen Bürger von Kasra, der somit auch kein Ratsmitglied ist. Ich wunderte mich eigentlich über sein Auftauchen, da er schon mehrfach gesagt hatte, dass ihn Gesprächsrunden und Diskussionen im Rat restlos langweilen und vollkommen an ihm vorbeigehen. Dementsprechend signalisierte er auch mit seiner Körpersprache pure Ignoranz und machte überdeutlich, wie wenig ihn die Regentenwahl interessierte.
Was wollte also dieser Supermann im Schwertkampf ohne Stimmrecht im Rat… waren ihm, der eigentlich nur auf Action aus ist, etwa die Kriegsschauplätze ausgegangen… fanden nirgendwo mehr Kämpfe statt, in denen er sein Superkönnen ein weiteres Mal unter Beweis stellen konnte? Mir kam in den Sinn, ob er vielleicht auf eine Gelegenheit lauerte, um Stunk zu machen, vielleicht gar einer der Herrinnen eins auszuwischen? Als dann die Sprache darauf kam, dass sich die oberzickige der beiden Baumeisterinnen kürzlich einer Befragung durch den Regenten widersetzt hatte, nutzte er dies prompt und fragte diesen, ob er die Herrin für ihre anmaßenden Worte als Erziehungsmaßnahme im Kennel festsetzen soll, wartete allerdings die Antwort nicht ab, sondern packte die Dame gleich am Arm.
Danach gab ein Wort dann das andere… der Regent ignorierte erst einmal seinen nach Handgreiflichkeit geiernden Söldner und versuchte die Sachlage klarzustellen… die hochnäsige Baumeisterin wurde immer aufgebrachter und sparte nicht mit Beleidigungen und Beschimpfungen gegen ihren Widersacher… tja und der Krieger nutzte eine Rückfrage seines Geldgebers dazu, ihn weiterhin falsch zu verstehen und die Herrin auf die Füße zu ziehen, um sie Richtung Kennel zu schleppen, was natürlich weitere wüste Beschimpfungen der Lady zur Folge hatte. Mittlerweile waren die meisten Herrschaften aufgesprungen... so auch meine Herrin. Sie äußerte mit Vehemenz ihren Unmut darüber, dass einer freien Frau, noch dazu einer Bürgerin Kasras, an ihrem Heimstein das Recht auf freie Meinungsäußerung genommen werden soll und ihr mit Kerker gedroht wird.
Mit Wahlkampf hatte das alles wirklich nichts mehr zu tun. Als es dann fast den Anschein bekam, dass sich die Freien wieder einkriegen würden und sogar der Söldner auf dem Weg war zu kapieren, was der eigentliche Wunsch des Regenten war oder vielmehr was dieser nicht wollte, toppte leider ein heimsteinfremder Rarius, der als Gast an der Wahlveranstaltung teilnahm, die peinliche Situation noch. Er fühlte sich berufen, der Baumeisterin auf ihrem eigenen Heimstein im Beisein ihres Regenten wegen ihrer Beleidigungen gegenüber einem ebenfalls heimsteinfremden Söldner mit Versklavung zu drohen. Da diesem fremden Flegel niemand widersprach und er sowieso zu den unbelehrbaren immer Recht habenden Herren zu gehören schien, platzte meiner Herrin dann der nicht vorhandene Kragen, so dass sie mit den Worten "Wo sind wir hier eigentlich?" aus dem Saal rauschte... ich natürlich hinter ihr her.
Mal sehen, wie sie geschlafen hat und wie sie heute drauf ist. Weglaufen ist mit Sicherheit keine Lösung, aber manchmal die einzige Möglichkeit, um sich zu beruhigen. Ich hoffe nur, dass diese geistigen Umnachtungen in der roten Kaste nicht ansteckend sind und von Heilern behandelt werden können.