Donnerstag, 29. März 2012

En'Kara (6)

Ich gestehe, richtig viel Lust hatte ich irgendwie nicht auf den angekündigten Schönheitswettbewerb, während ich hinter meiner Herrin hinterher trödelte, andererseits war es ja aber auch nicht verkehrt, mal zu schauen, wie die Konkurrenz sich präsentierte... man weiß ja nie.^^
Wir kamen wie fast immer ein wenig zu spät an, so dass wir die Vorstellungsrunde der Kajirae bereits verpasst hatten. Dafür waren wir aber genau richtig, um zuzuschauen, wie die sieben Mädchen sich dann nacheinander alle präsentierten... sie trugen Gedichte vor, spielten Musikinstrumente, tanzten und erzählten Geschichten oder versuchten das Publikum mit ihren Jonglierkünsten zu erfreuen... die eine kürzer, die andere länger. Alles in allem war es ein ziemlich buntes Programm an Darbietungen, das sich über den gesamten Abend hinzog.
Ich vermute, für die Jury war es nicht leicht, überhaupt eine Siegerin zu ermitteln, denn Geschmäcker sind bekanntlich verschieden... der eine mag lieber breite Hüften und riesige Oberweiten, die andere liebt Musik oder Gedichte oder doch eher akrobatische Einlagen und... und... und. Aber vielleicht waren sogar alle am Schluss letztendlich auf Platz 1 gelandet? ;-)
Ich bekam die Siegerehrung nämlich nicht mehr mit, weil es inzwischen für meine Herrin Zeit geworden war, sich zurück zu ziehen, wofür ich ihr auch sehr dankbar war, weil ich meine Augen kaum noch offen halten konnte. Meinetwegen konnte auf das Platzieren sowieso verzichtet werden, denn ich war mir sicher, dass sich alle Sklavinnen sehr große Mühe gegeben und richtig viel Zeit in ihren Vortrag investiert hatten und nur das zählt doch. Warum muss dann noch festgelegt werden, wer die Beste ist?
Gut, ich gebe zu, ich mag solche Massenveranstaltungen nicht besonders... habe noch nie an so einer teilgenommen und werde es auch nie tun, darin fühlte ich mich gestern wieder bestätigt. Ich vermute, jede der sieben Darbietungen wäre einzeln viel schöner gewesen, als in dieser Masse, was in meinen Augen echt schade war, vor allem eben in Anbetracht der vielen Arbeit, die darin steckt... aber das wissen vermutlich nur die wenigsten. Meine Anerkennung hatten jedenfalls ALLE. ;-))

Dienstag, 27. März 2012

En'Kara (5)

„Letztes Jahr war es Sir Titus, Arer Abstammung, wohnhaft in Kasra, der den Titel „Gefürchtetstes Schwert am Fuße des Sardar“ im traditionellen Schwertturnier erlangte. Am heutigen Tag wird der Titel erneut vergeben. Wird Titus antreten, um seinen Titel zu verteidigen? Wer wird antreten, um ihm den Titel zu entreißen? Wird überhaupt jemand antreten?“ Mit diesen Worten kündigten Ausrufer die Schwertkämpfe am Sardar an.
Weggelassen wurde dabei, dass es sich bei dem „gefürchtetsten Schwert“ um einen Söldner handelte, der seinen Heimstein verlassen hat und desertiert war. Das weiß ich aus einer der Ratssitzungen in Kasra. Er wurde zwar jetzt als „wohnhaft in Kasra“ angekündigt… nur wohnhaft bedeutet für diesen Herrn, er lässt sich in Kasra nur dann sehen, wenn irgendetwas los ist. Wer weiß, wo er sonst noch wohnt… wer weiß, in wessen Diensten er sonst noch steht… muss man bei Söldnern nicht damit rechnen, dass sie für Geld alles tun… insbesondere bei dieser Sorte von Reisesöldnern, die überall dort anzutreffen sind, wo Action angesagt ist? Aber egal… alles Angelegenheiten der roten Kaste, die eine Kajira nichts angehen. Ich bin froh, ihn und einen weiteren Söldner, der dem „gefürchtetsten Schwert“ wie sein Schatten immer hinterherläuft, normalerweise nicht zu Gesicht zu bekommen.
Das Turnier versprach jedenfalls spannende Unterhaltung zu werden. Recht voll war es in der Arena, als ich einigermaßen rechtzeitig versuchte, für meine Herrin dort schon mal einen Platz zu reservieren und es sollte noch voller werden. Als meine Herrin dann erschien, stand ich mittlerweile eingekeilt zwischen einer ganzen Horde gefährlich aussehender Krieger. Kein Wunder also, dass sie es vorzog, doch lieber einen etwas abseits liegenden Zuschauerplatz einzunehmen. Von dort konnte man ebenso gut sehen und sie wahrte etwas mehr Distanz zu den muskelbepackten Kämpfern, was mir entgegen meiner sonstigen Neigungen in diesem Fall nur Recht war. Wir hatten dann beide unseren Spaß an diesem Turnier… das letztendlich von einem stattlichen Nordmann gewonnen wurde. Und dabei ging es meiner Herrin nicht um Wettgewinne in barer Münze. Nein, sie teilte ganz aus freien Stücken sogar den Verlust ihres Nachbarn nach einer verlorenen Wette. Es war für sie ein echtes Vergnügen, eine vermeintlich todsichere Wette des Hinterherläufers auf das „gefürchtetste Schwert“ sogar zu gewinnen, weil dieses Schwert nämlich nicht von allen Kriegern gefürchtet wurde… der Titelverteidiger bekam schließlich eins übergezogen und verlor seinen Titel!
Aber es sollte noch spannender kommen. Auf allgemeinen Zuschauerwunsch lobte meine gutsituierte Herrin, ich glaube gemeinsam mit unserem Herrn Forscher, einen Preis für einen Schaukampf aus, den das nicht mehr „gefürchtetste Schwert“ als zweite Chance ansah, zu neuen Ehren zu kommen und seinen Ruf doch noch zu wahren und sich daher nicht entgehen lassen konnte. Doch auch in diesem Kampf versagte er! Später haben dann das nicht mehr „gefürchtetste Schwert“ und sein Hinterherläufer bewiesen, was für schlechte Verlierer sie sind und versucht, meine Herrin nach dem Turnier zu beleidigen, indem sie ein Gerücht über ihr Eigentum verbreiteten, also über mich.
In Hörweite aller Freien, die sich nach den Kämpfen im Herbergszelt zu einem kleinen Umtrunk zusammen gefunden hatten, haben sich die beiden Kerle gerade laut genug, sodass alle sie hören konnten, darüber unterhalten, meine Herrin würde meine Lippen vergiften, um auf diese wirkungsvolle und heimtückische Weise zu verhindern, dass Männer Interesse an mir zeigen. Kein Herr, der es trotzdem je mit mir gewagt hatte, wäre danach noch einmal gesehen worden. Zusätzlich tönte der Hinterherläufer noch herablassend, er würde sowieso keinen Mann kennen, der überhaupt jemals Interesse an mir gezeigt habe. Danach zogen sie weiter, angeblich weil freie Frauen sie hören konnten… dabei war aber doch gerade das der Sinn ihrer giftigen Behauptungen gewesen. Zum Glück hatte niemand am Tisch meiner Herrin versucht, diese beiden peinlichen Kerle in ihre Schranken zu weisen, denn auf eine solche Bühne hatten sie bestimmt gehofft… zumal der eine oder andere anwesende Herr durchaus schon Kontakt mit meinen Lippen gehabt hatte, sei es durch das Ablecken seines Fingers… einen Kuss auf den Rand seines Trinkgefäßes… oder in welcher Form auch immer.
Sowohl meiner Herrin als auch den anderen Herrschaften war natürlich sofort klar, worauf die beiden schlechten Verlierer aus waren und worum es ihnen tatsächlich ging… nämlich um eine billige Retourkutsche gegen meine Herrin für den erlittenen Verlust von Ehre und Ruhm, aber wohl auch darum, einen triftigen Grund zu haben, nichts mit mir anfangen zu müssen. Bei den primitiven, billigen Kajirae in den Hafenkaschemmen, die sie angeblich so gerne aufsuchen, sind diese Herren genau richtig. Allerdings glaube ich nicht, dass sie es auf Dauer schaffen werden, ihren äußerst fragwürdigen Ruf von „echten“ Männern zu behalten. Sie meinten mit ihrem Gerücht vermutlich oberschlau zu sein, haben dabei jedoch nicht bedacht, wie durchsichtig das Ganze ist und wie durchschaubar sie sind… für meine Herrin sowieso aber auch für die anderen Freien. Ich werte dieses Gerücht jedenfalls als Kompliment und freue mich darüber, mit ihnen auch in Zukunft keinen Kontakt haben zu müssen!

Montag, 26. März 2012

En'Kara (4)

Leider musste ich auch beim En'Kara-Fest zwischendurch wieder harten, äußerst anstrengenden Felddienst verrichten... allerdings bei wundervollem Frühlingswetter ((supertolles RL-WE!! :-)))), so dass ich wohl einige interessante Veranstaltungen der letzten 3 Tage verpasst habe. Ich kam daher ein wenig abgekämpft zurück ins Unterkunftszelt meiner Herrin, die jedoch noch ein Genesungsschläfchen hielt. Fast zögerte ich, das Zelt überhaupt alleine zu verlassen, doch andererseits wollte ich natürlich in Erfahrung bringen, was auf dem Festgelände los war und wenn meine Herrin nicht dabei ist, kann ich mich ja auch ein wenig rotseidener geben.^^
Gesagt, getan... ich kramte kurz im Rucksack und entschied mich für ein schlichtes, schmales Tuch, dass ich mir einfach um die Hüften schlang, kombiniert mit einem recht knappen Oberteil. Kaum hatte ich das Zelt verlassen, traf ich für Test Nr.1 meines Outfits auf unseren Herrn Forscher.^^ Er bestätigte mir zu meiner großen Freude auch mit einigen richtig netten Worten, wie gut er meine Entscheidung fand, vors Zelt zu schauen. Allerdings ging es ihm dabei offensichtlich dann doch nicht um mein Aussehen, sondern weil er mich brauchte, um die heutigen Aktivitäten zu erfahren, die er sich nicht gemerkt hatte und ja leider immer noch keine eigene Merk-Kajira besitzt, wie er sich ausdrückte.;-)
Ich glaube, meine vergangenen Berichte haben bereits gezeigt, dass ich eine kleine "Schwäche" für diesen gut aussehenden Herrn habe und daher kam ich seinem Informationswunsch nur allzu gerne nach. Ich hätte auch noch mehr für ihn getan, ihm einen Kalana serviert und ihn auf jede nur erdenkliche Weise^^ erfreut, doch dazu war keine Gelegenheit mehr, weil wir mittlerweile zu einer kleinen Versammlung gestoßen waren, bei der es sich um die Zeremonie für eine Gefährtenschaft handelte. Leider hatte er kein Wort über das Fastnichts was ich trug verlauten lassen und setzte sich in eine der hinteren Reihen zu den anderen Gästen, um dem ganzen Bramborium zu lauschen.
So blieb mir vorerst nichts anderes übrig, als mich still hinter ihn zu knien und mich in Geduld zu üben. Das heißt ich war gezwungen, wohlerzogen wie ich nun mal bin, meine Klappe zu halten, bis endlich die ganzen Schleier auf umständlichste Art und Weise von der neuen Gefährtin des Rarius verschwunden waren. Irgendwie konnte ich es nicht fassen, dass Kriegerfinger sich bei freien Frauen so schwer tun, wo sie bei Kajirae doch ganz anders sind!^^ Wobei mir auch klar wurde, dass Kajirae DIESEN Rarius für mindestens ein Jahr eh vergessen können, bei DEM Schwur, den er vor seiner Angebeteten abgelegt hat *seufzt theatralisch* ;-)).
Tja... mein Outfit-Test Nr. 2 in Form meiner Herrin, die kurz vor dem letzten Schleier doch noch zur Zeremonie kam, war dann auch nix. Sie war wirklich noch nicht besonders fit glaube ich, denn sonst hätte sie sich bestimmt über den wenigen Stoff mokiert, der meine weiblichen Reize kaum verhüllte. Müde und offensichtlich immer noch ziemlich schwach auf den Beinen zog sie sich auch gleich nach den Gratulationen wieder zurück, stellte es mir allerdings frei, noch ein wenig aufzubleiben. Doch dazu hatte ich dann auch keine Lust mehr... mein Test-Herr, der Forscher war inzwischen mit der Herrin Regent verschwunden ;-)... unser Schmied wurde eh von seinen beiden Mädchen betüdelt^^... die anderen Herrschaften kannte ich sowieso nicht und ein wenig müde war ich nach der tagelangen Feldarbeit auch... etwas mehr Schönheitsschlaf würde mir also ganz gut tun. Da war es nur selbstverständlich, dass ich meiner Herrin beim Schlafengehen noch kurz zur Hand ging, ihre Felle schön aufschüttelte, damit sie es gemütlich und bequem hatte und sie schließlich ordentlich zudeckte! :-))

Sonntag, 25. März 2012

En'Kara (3)

Erstaunlich, aber ich sollte mich tatsächlich mit meiner gaaaanz vagen Ahnung beim Einschlafen tatsächlich nicht getäuscht haben^^... doch der Reihe nach.
Meiner Herrin ging es nicht besonders gut am nächsten Tag ((leider krank:-()). Schlaf war daher das Beste für sie, so dass ich mich alleine aus dem Unterkunftszelt schlich, um mich auf die Suche nach ihrer Gastkajira zu machen, für die ich ja vorübergehend verantwortlich war... nicht, dass das Mädchen noch irgendwelchen Mist verzapfte, für den ich dann gerade zu stehen hatte. Es war also Umsehen auf dem Festgelände angesagt... vielleicht nebenbei Ausschau nach dem Herrn Schmied halten, aber natürlich auch nach meinem Lieblingshauptmann, den ich am Ankunftstag in dem Gewusel überhaupt nicht mehr entdeckt hatte.
Es war ja der Tag der Kastentreffen, überall sah ich Freie, gekleidet in ihren Kastenfarben in Gespräche vertieft. Die rote Kaste entdeckte ich zum Glück ziemlich schnell und dort auch den Herrn Hauptmann und unseren Ex-Regenten. Zu meiner großen Freude, kam ich offensichtlich genau zum richtigen Zeitpunkt... die beiden Herren und ihre Gesprächspartner waren nämlich durstig, aber keine Kajira weit und breit zu sehen und nahmen daher meine Dienste gern für eine Getränkebestellung an. Eine gute Gelegenheit für mich, mich ein wenig nützlich zu machen und gleichzeitig weiter Ausschau nach der Gastkajira zu halten, was bei den vielen Menschen übrigens gar nicht so einfach war.
Nachdem alle Freien am Tisch der roten Kaste von mir versorgt worden waren, wurde ich vor dem Tavernenzelt schließlich fündig. Die Gesuchte hatte es sich im Eingang gemütlich gemacht und flegelte sich dort auf dem Teppich herum, quasi unter den Augen einiger Herrschaften am Nebentisch, während neben ihr eine andere Kajira anmutig kniete. Von mir wegen dieser nicht-kajira-liken Haltung zur Rede gestellt, erfuhr ich, dass ihr niemand diese Pose befohlen hatte und zischte sie daher an, sich hinzuknien, um keine Schande über meine Herrin zu bringen. Vorübergehend in ihrer Obhut hin oder her... so ein schlechtes Benehmen konnte ich natürlich nicht durchgehen lassen.^^
Danach wandte ich mich der anderen Kajira zu und stellte zu meiner großen Freude fest, dass es die verschollen geglaubte Lu war. Ihr Herr war hoffentlich auch nicht weit? So war es... auch wenn ich zuerst befürchtete schon wieder einen Geist zu sehen. Er war jedoch weder verschollen noch tot und auch nicht als Geist widerauferstanden, sondern saß gesund und munter, locker plaudernd am Nebentisch mit einem Ale in seiner Hand... war also eigentlich ganz der alte! Da meine kranke Herrin mir mit matter Stimme noch aufgetragen hatte, in ihrem Namen ihm sein "Geschenk" zu überreichen, sofern ich ihn irgendwo auf dem Festgelände treffen sollte, sie schien wohl eine ähnliche Vorahnung gehabt zu haben wie ich und mir sogar den Schlüssel für das Collar mitgegeben hatte, kam ich diesem Auftrag sogleich nach.
Ich bin mir nicht ganz sicher, aber es machte sich in mir spontan ein leichtes Gefühl breit, als sei der Schmied von diesem Geschenk nicht gerade begeistert... zumindest schien er nicht damit gerechnet zu haben, nun plötzlich eine zweite Kajira zu besitzen und durchfüttern zu müssen. Hatte er bei dem Schuldeneintreiber vielleicht eine andere Rechnung offen gehabt, deren Bezahlung er nicht in Form einer Sklavin erwartet hatte? Lu zog auch ein ziemlich langes Gesicht... aber egal, das hatte mich alles nichts weiter anzugehen... ich war die Gastkajira jedenfalls los.
Während wir uns noch über meine überflüssigen Befürchtungen bezüglich des Wohlergehens des Herrn Schmieds unterhielten, der aber einfach nur bei seinen Verwandten in Kurtzal gewesen war und über irgendwelche Abrisspläne der Baumeister seine Schmiede in Kasra betreffend, stieß ein Sklavenhändler mit seiner Gefährtin aus Lydius zu unserer kleinen Gruppe und erkundigte sich, ob eine von uns Dreien zu verkaufen wäre, was der Schmied jedoch verneinte. So schnell wollte er sein Geschenk also doch nicht wieder loswerden. ;-)
Tja, und über mich sagte er, dass ich ihm LEIDER (das habe ich genau gehört!) nicht gehöre, was mir, wenn ich ehrlich bin, durchaus ein klitzekleines bisschen schmeichelte und mein Kajiraherz einen Bruchteil einer Ihn schneller schlagen ließ^^, denn Eitelkeit steht einer Sklavin nicht gut zu Gesicht... auch wenn das bestimmt nur ein zufälliger Versprecher war. Da sich das Gespräch danach eh nur noch um das Geschenk drehte und die Herrschaften die Kajira anscheinend auch noch irgendwie von früher kannten, sah ich zu, dass ich mich bei der erstbesten Gelegenheit verkrümeln konnte... in dieser Gruppe war kein weiterer Bedarf mehr an meinen Diensten... außerdem musste ich ja noch nach meiner kranken Herrin schauen.

Donnerstag, 22. März 2012

En'Kara (2)

Nachdem meine Herrin sich am Ankunftstag im Sadargebirge recht bald nach unserem Auftritt zurückgezogen hatte… die Strapazen der weiten Reise forderten einfach ihren Tribut… ich nach dem feurigen Tanz aber noch viel zu aufgedreht war, um so früh schlafen zu können, traf zu meiner großen Freude… *flüstert* mein geheimer Schwarm… der Händler Sir Nic ein, den ich ja leider immer nur ganz wenige Tage im Jahr zu Gesicht bekomme. Es schien ihn wie immer nicht weiter zu stören, dass er meine Herrin nur knapp verpasst hatte.^^ Auch unseren Fackeltanz versäumt zu haben, machte ihm offensichtlich leider nichts aus ;-(… viel wichtiger fand er wohl, gerade noch rechtzeitig angekommen zu sein, um den Erzählungen des Emirs der Oase lauschen zu können, der es sich nach unserem Auftritt in einem Sessel auf der Bühne bequem gemacht hatte. Ich glaube, für Geschichten hat der Herr Händler wirklich etwas übrig, zumal er doch auch selber schon Verse vorgetragen hat. Ich vermutete, er hoffte vielleicht auf eine Gelegenheit, ebenfalls etwas zum Besten geben zu können und war natürlich äußerst gespannt, ob das wieder etwas Zweideutiges sein würde, bei dem freie Frauen überhaupt nicht verstehen, worüber alle Männer und Kajirae lachen.^^

Andererseits war ich auch ganz froh, dass der Redefluss des Oasenoberhauptes nicht nachlassen wollte und sich daher für meinen Händler keine Gelegenheit ergab, die Bühne zu betreten. So konnte ich die Gunst der Ahn nutzen und mich aufgekratzt und glücklich über sein unerwartetes Eintreffen an sein nacktes Bein schmiegen. Wobei ich gestehen muss, dass diese Nähe zu ihm oder vielmehr zu seinem Bein, mich komischerweise so vereinnahmte, dass die Geschichten des Emirs vollkommen an mir vorbei gegangen sind… in meinen Augen ein Beweis dafür, dass ich wohl nicht allzu multitaskingfähig bin.^^ Aber auch eine Kajira muss Prioritäten setzen und die waren in diesem Fall, hohes Amt hin oder her, für mich nun mal eindeutig! ;-) Seinen Umhang einigermaßen um sich herum drapierend, um wegen der Befindlichkeiten der anwesenden freien Frauen eine… ähmm… Vorwölbung seines Tunikarocks zumindest ein wenig zu kaschieren, schnappte er schließlich Katy, Gina und mich, damit wir ihm seine Felle noch ein wenig wärmen! ;-)))

Dementsprechend müde war ich am nächsten Tag und schlief etwas länger… naja, eine Kajira braucht eben ab und an einfach ihren Schönheitsschlaf, auch wenn sie deswegen dann leider die Rätselfragen der Oasenwirtin verpasst. Wenigstens kam ich gerade noch rechtzeitig in die Gänge für eine recht interessante Tanzaufführung. Diese Art des Tanzens hatte ich vorher noch nie erlebt. Während sich mehrere Kajirae synchron auf einer großen Tanzfläche bewegten, trat nacheinander jeweils eine von ihnen vor und erzählte dem Publikum eine kleine Geschichte… teilweise sogar in Reimen. Begleitet wurden die gesprochenen oder gesungenen Vorträge von überschwänglichen Begeisterungsbekundungen der Oasenbewohner, die mich schon ein wenig neidisch werden ließen, während ich von einer der freien Frauen einige Wortfetzen darüber aufschnappte, dass die Kajirae Kasras nicht tanzen können. Allerdings fügte sie noch irgendwas über ihre eigene Kajira hinzu und über eine Ausnahme aus dem Hause Pinion oder so… doch ausgerechnet das habe ich dann wegen irgendwelcher Zuschauerrufe leider wirklich nicht mehr verstehen können.^^ Aber was soll‘s… außer der Meinung meiner Herrin über meine Tänze, ist mir die von freien Frauen sowieso egal… ich tanze einfach am liebsten für Männer… und Geschichten konnte ich noch nie gut erzählen… auch nicht mit ein wenig Powackeln dabei! ;-)

Kaum war die Vorführung zu Ende, wurde meine Herrin von dem griesgrämigen Schuldeneintreiber angesprochen, der schon mehrfach für irgendwelche Geschäfte in Kasra aufgetaucht war. Wobei er diesmal nicht so grummelig war wie sonst… sich aber auch nicht über die Qualität von Paga mit oder ohne Kopfschmerzen ausließ, der ja seiner Meinung nach überall besser zu sein scheint, als in Kasra!^^ Schnell wurde mir klar, warum er so freundlich war… er hatte ein Anliegen an meine Herrin… daher wehte also der Wind! Damit die beiden sich in Ruhe unterhalten konnten, verzogen sie sich in eines der großen Gemeinschaftszelte… ich natürlich hinterher, denn mein Platz ist nun mal bei meiner Herrin. Es folgte uns aber auch ein weißblondes Etwas, das sich als Besitz des nun ausgesprochen freundlichen Grummelkerls herausstellte. Begleitet von sintflutartigen Tränenbächen über das Gesicht der blonden Kajira, die diesen Herrn unverständlicherweise zu vergöttern schien^^, gab er seine Sklavin in die Obhut meiner Herrin, zusammen mit irgendwelchen Papieren für Kasras Schmied.

Prompt schoss mir bei diesem Geschäft ein erster Gedanke durch den Kopf, nämlich, ob eine Übergabe des Mädchens an den Nachbarn meiner Herrin nicht zum Scheitern verurteilt ist? Der Schuldeneintreiber schien offensichtlich nicht zu wissen, dass der Schmied seit einigen Hand bzw. seit der Wahl der Herrin Regent verschollen ist! Wenn er nicht wieder auftauchen würde, wäre die Kajira also im Besitz meiner Herrin!! Ich weiß nicht, ob sie den gleichen Gedanken hatte wie ihre Erste, denn meine Herrin schlug in diesen Handel selbstverständlich nicht ein, ohne die ihr zu übergebende Ware erst einmal zu überprüfen. Natürlich wollte sie sichergehen, nicht womöglich eine Prinzessin überreicht zu bekommen… eine Ladenhüterprinzessin, auf der sie vielleicht sitzen bleiben würde bzw. die den Sklavenbrei nicht wert ist, den sie isst und schließlich bei ihrer Entsorgung im Fayheen wieder ein teure Ankerkette kostet. ;-) Doch das Mädchen machte letztendlich einen ganz passablen Eindruck und wird vermutlich keine allzu großen Kosten verursachen. Wohlgenährt wie sie ist, schafft sie sicherlich auch einige Tage ohne Sklavenbrei. Warten wir’s also einfach mal ab, wie sie sich macht.^^ Komischerweise bekam ich beim Einschlafen so ein gaaaaaaanz vages Gefühl, als ob der Schmied nun doch bald wieder auftauchen wird!?!? ;-)

Mittwoch, 21. März 2012

En'Kara (1)

Die Reise ins Sardar

Nun sollte es also tatsächlich wie im letzten Jahr ins Sardar-Gebirge gehen, um dort das En’Kara-Fest zu feiern. Tagelang hatte ich mich um diverse Vorbereitungen gekümmert oder vielmehr um die Kleider meiner Herrin, die anlässlich dieses Festes natürlich auf ihren Kastenfarben bestand. Aber das war mir selbstverständlich schon klar gewesen, auch wenn ich nach wie vor für die rote Farbe schwärme und das Geschenk des Herrn Hauptmanns natürlich als Anlass genommen hatte, meiner Herrin einige Tage „rot“ zu verordnen und ihre sämtlichen Kleider in Kastenfarben gleichzeitig zu waschen und sie besonders langsam trocknen zu lassen.^^
Leider kam es kurz vor unserer Abreise eigentlich wie immer… meine Herrin konnte sich mal wieder nicht entscheiden, welches ihrer vielen Kleider sie denn nun anziehen wollte, so dass die Prozession Kasra schon verlassen hatte und wir hinterher laufen mussten. War das im letzten Jahr nicht noch anders gewesen? Ich meine, da wurde noch auf Lady Pinion gewartet! ;-) Stockduster war es jedenfalls bei der ganzen Anprobiererei  geworden, als wir schließlich das Sklavenhaus verließen und den anderen Bürgern Kasras hinterher hetzten. Auch wenn ich diesmal so schlau gewesen war, eine kleine Lampe an meinem schweren Rucksack mit den ganzen Kleidern meiner Herrin zu befestigen, fand ich den Wald mit den gespenstisch hin und her huschenden Schatten und den vielen Geräuschen von irgendwelchen unbekannten Tieren mal wieder äußerst unheimlich und atmete erleichtert auf, als wir endlich die Oase für einen ersten Zwischenstopp erreichten.
Dort im Gewühl der Menschenmassen, die alle zum Sardar wollten, fanden wir dann auch Kasras Bürger wieder und erreichten nach einer gefühlten Ewigkeit mit ziemlich viel schlechtem Wetter ((Lag und Abstürze ohne Ende :-()) zwar müde, aber wohlbehalten das Festgelände vor dem Gebirge, wo wie im letzten Jahr jede Menge Stände und mehrere große Zelte aufgebaut worden waren… anscheinend auch eine neue große Arena… und natürlich eine Bühne. Ich gebe zu, mit dem Anblick dieser Bühne setzte dann auch prompt das typische Kribbeln bei mir ein, das ich immer vor einer Tanzaufführung habe. In diesem Fall prickelte es allerdings besonders und machte mir ziemlich weiche Knie, weil ich noch nie vor so vielen Menschen getanzt hatte. ((Ich konnte mich vor Lag kaum noch bewegen und  crashte immer wieder… erste schreckliche Befürchtungen wegen des Tanzes kamen in mir auf :-()).
Regentenrede    (Foto: Sir Pagar)
Selbstverständlich bekam ich meine Nervosität einigermaßen in den Griff und lenkte mich mit einigen letzten kleinen Anweisungen für Gina und Katy ab, die dieses Jahr den Fackeltanz gemeinsam mit mir tanzen wollten. Dann war es schließlich soweit… die Rede unserer Herrin Regent, von der wir allerdings bei unseren Vorbereitungen hinter dem Zelt kein Wort mitbekommen haben, schien zu Ende zu sein und meine Herrin tauchte bei uns auf, um uns das Startzeichen zu geben. Schnell streiften wir unsere Tuniken ab, denn diesen Tanz tanze ich immer nackt aus Brandschutzgründen^^, richteten noch ein letztes Mal die Blumenkränze in unseren Haaren, die Gina für uns geflochten hatte und entzündeten unsere Tanzfackeln. Nach einem letzten tiefen Luftholen setze ich mich dann mit den beiden Mädchen im Gefolge in Bewegung und marschierte durch das Menschengedränge zur Bühne, was übrigens gar nicht so einfach war, denn es war kaum eine schmale Gasse mehr da, um da durchzukommen.
Fackeltanz    (Foto: Sir Pagar)
Ich glaube, die Eleganz unserer kleinen Truppe ist auf dem Weg zur Tanzfläche auch ein wenig auf der Strecke geblieben, aber letztendlich haben wir es dann doch geschafft sie zu erreichen. Mit wild klopfenden Herzen nahmen wir Aufstellung, um uns dem zahlreichen Publikum zu präsentieren. Selbstverständlich sandte ich auch diesmal wieder ein kleines Dankeschön an meine frühere Kettenschwester Sina, von der die Grundidee für diesen Fackeltanz stammt, aber flehte vor allem die Priesterkönige an, für einige Ehn den starken Wind ein wenig abflauen zu lassen. Ich glaube, sie haben mich tatsächlich erhört und unser Tanz hat einigermaßen geklappt… vor allem ohne Brandschäden!  ((Ich konnte mich zumindest „einigermaßen“ bewegen bei dem Lag… wirklich synchron waren wir aber wohl leider nicht :-())
Dina   (Foto: Lady Kranfel)
Nur meine beim Tanzen aufkeimenden Gefühle waren äußerst schwer in den Griff zu bekommen. Es ist wirklich ein extrem hartes Los als Sklavin einer freien Frau mein ständig in mir schwelendes Sklavenfeuer im Zaum halten zu müssen, um meine Herrin nicht zu brüskieren. Das scheint mir gestern dann wohl auch nicht soooo besonders gut gelungen zu sein… denn wenn ich tanze, dann gehen meine rotseidenen Empfindungen schon mal durch mit mir, zumal ich irgendwann weder meine Herrin noch die anderen freien Frauen gesehen habe, sondern nur noch für die anwesenden Männer getanzt habe!
Aber ich glaube, meine Herrin war trotz ein wenig Meckerei hinterher wohl doch ganz zufrieden mit mir… denn wenn sie das nicht gewesen wäre, hätte sie gaaaaaanz anders gemeckert!!! :-)) Die Befindlichkeiten der anderen Herrinnen zählen sowieso nicht für mich… die hätten ja wegsehen können.^^
Emirgeschichten zu später Stunde

Dienstag, 20. März 2012

Ein glücklicher Zufall

...oder zur richtigen Zeit am rechten ort! ;-)
Laute Stimmen veranlassten mich, das Sklavenhaus zeitig zu verlassen und neugierig um die Ecke Richtung Stadttor zu schauen. Dort entdeckte ich den Herrn Hauptmann und ein paar Freie sowie diverse Kajirae. Doch mit welchem Vorwand sollte ich mich dieser Gruppe nähern? Außer meiner Neu… also außer meinem Interesse an Neuigkeiten wollte ich natürlich sagen, konnte ich eigentlich nichts vorbringen… was in meinen Augen ein wenig zu dünn war. Na gut, ich muss ja nicht alles mitbekommen. Ich wandte mich daher in die andere Richtung, um mal zu schauen, was sich sonst noch so in Kasra tat.
Leider nichts… der Marktplatz war wie leer gefegt… keine Menschenseele weit und breit und die Schmiedewerkstatt leider immer noch geschlossen. Da ich mir über den Verbleib des Herrn Schmieds keine weiteren Gedanken machen wollte… ich konnte ja eh nichts daran ändern, dass er nun mal verschollen ist^^, wandte ich meine Aufmerksamkeit dem neuen Haus des Herrn Forschers zu. Hatte er nicht erst kürzlich von sich gegeben, dass er sich mit der Einrichtung so schrecklich schwer tut? Vielleicht wäre er ja darüber erfreut, wenn ich ihm ein wenig Beratung zukommen lasse? Aber war er überhaupt zu Hause? Fragen über Fragen, die ich unbedingt klären musste.
Um nicht allzu aufdringlich zu erscheinen, falls er denn überhaupt zuhause ist und um herauszubekommen, ob er in dem Fall nicht vielleicht viel zu sehr beschäftigt ist für meine Beratung, schaute ich vorsichtshalber erst einmal durchs Fenster… nein falsch… WOLLTE ich erst einmal durchs Fenster schauen. Doch das klappte leider nicht… ich war zu kurz für diese in luftiger Höhe eingebauten Fenster! Welch ein Mist, was hatten sich die Baumeisterinnen und vor allem der Baumeistergehilfe dabei nur gedacht! Aber wie sagt man auf der Erde? „Wenn man vom Teufel spricht,….“ Dieser Spruch passte mal wieder wie die Faust aufs Auge. Ich hatte noch gar nicht so richtig meinem Frust Luft machen können über die zu hohe Brüstung, da tauchte auch schon der Verantwortliche für diesen Baufehler auf, nämlich der Imkerkäsekapitänwaffenherstellerbaumeister und teilte mir mit, dass die Fenster weder zum Hineinsehen noch für den Ausblick nach draußen gedacht sind, sondern zur optimalen Beleuchtung des Innenraumes mit Tageslicht und daher in dieser luftigen Höhe sein müssen.
Aha… wieder was dazu gelernt. Allerdings kam ich nicht dazu, mir meinen hübschen Kopf darüber zu zerbrechen, ob das nun die hohe Baukunst oder eine Ausrede für Pfusch am Bau war. Ein riesiger Sarg zog nämlich meine ganze Aufmerksamkeit auf sich, den der Herr auf seiner Schulter trug. Zum Glück stellte sich schnell heraus, dass er niemanden im Haus des Herrn Forschers beerdigen wollte, sondern dass es sich bei der großen Kiste um eine Standuhr für den Forscher handelte. Welch ein glücklicher Zufall, dass er mich hier vor dem Haus antraf! Er war mit dem riesigen Teil auf der Schulter gar nicht in der Lage an die Tür zu klopfen und ich bekam so die perfekte Gelegenheit, nicht nur dabei behilflich zu sein, sondern auch einmal einen Blick ins Haus zu werfen und wurde sogar mit hinein beordert. Da die beiden Männer sich mit der Bedienung und dem Stellen der Uhr ein wenig schwer taten, erlaubte mir der Herr Forscher dann, mich einmal umzuschauen in seinem Haus. So etwas lasse ich mir selbstverständlich nicht zweimal sagen und packte die günstige Gelegenheit gleich beim Schopfe, alles genau zu inspizieren. ;-)
Tja… er hat tatsächlich noch etwas Beratungsbedarf und die eine oder andere Idee ist mir auch gleich durch den Kopf gegangen… vor allem was man mit so einer Zeltstange auf der Dachterrasse nettes anstellen kann!^^ Aber leider hatte er letztendlich doch keine Zeit mehr, weil die Vorbereitungen für die Reise zum Sadar nun keinen Aufschub mehr erlaubten, was mich prompt daran erinnerte, dass ich für meine Herrin ebenfalls noch eine Menge zu erledigen hatte… meine Einrichtungsvorschläge müssen also noch bis nach den En’Kara-Feierlichkeiten warten. :-))

Freitag, 16. März 2012

Gute Erziehung zahlt sich eben aus

Ich schlich mich mal wieder alleine aus dem Haus, weil meine Herrin noch schlief... ab und an braucht sie einfach einen längeren Schönheitsschlaf.^^ Mein erster Blick ging wie immer zur Schmiede hinüber, aber die war weiter ausgestorben... das große Tor geschlossen und leider auch kein Schmied davor. Er war offensichtlich immer noch verschollen oder sogar noch schlimmer? Ich versuchte meine trüben Gedanken schnell wegzuscheuchen, indem ich leise ein Lied summte und trollte mich Richtung Herberge... vielleicht wäre dort ja etwas Neues in Erfahrung zu bringen, falls überhaupt Gäste da waren.
Oh ja... am Tisch unterhielten sich der gut aussehende Forscher und der Imkerkäsekapitänwaffenherstellerbaumeister... und zwar über den neuesten Ratsbeschluss... das Sklaventunkgesetz und die Einwände der roten Kaste dagegen, die mir mein Lieblingshauptmann ja schon erläutert hatte. Bis meine Herrin auftaucht nur Männer zu bedienen, gefiel mir natürlich ausgesprochen gut. :-) Doch meine Freude darüber währte leider nicht allzu lange. Mein Sklavenherz hatte erst einen einzigen kleinen Hüpfer gemacht, als sie bereits von einer grünen, an mir vorbei rauschenden Wolke zunichte gemacht wurde, die sich als Heilerin entpuppte und prompt in das Sklaventunkethema mit einstimmte, denn dieser Beschluss war ja aufgrund ihres Antrags gefasst worden.
Wenigstens platzierte sie sich am Tisch strategisch recht günstig, sodass ich mit dem Rücken zur Heilerin dem Forscher sein Getränk sozusagen im Halbnadu^^ und mit ein wenig mehr Hingabe servieren konnte. Zuvor hatte er mir ja schon eine große Gunst erwiesen, ich durfte nämlich seinen Finger ablutschen... naja... eigentlich wollte er ihn nur befeuchtet haben, weil er damit einen Ascheflusen vom Tisch aufstippen wollte, den er dann natürlich an meiner Tunika abwischte. Ich hatte beim Anzünden des Küchenfeuers wohl etwas zu kräftig in die Restglut geblasen und dadurch der Asche das Fliegen beigebracht. Leider musste ich mich dann jedoch um die anderen Gäste kümmern und konnte ihn nicht weiter umgarnen, zumal der Imkerkäsekapitänwaffenherstellerbaumeister schon anfing herumzunörgeln. Ich hatte mich selbstverständlich erst einmal ausschließlich dem Herrn Forscher gewidmet und nicht gleich eine Sammelbestellung aufgenommen, denn ich weiß, dass der Herr dies so wünscht. Eigentlich kaum zu glauben, was sich ein Kerl ohne Kaste meint herausnehmen zu können, aber da war er natürlich bei dem Forscher an die falsche Adresse geraten, der zu meiner großen Freude ausdrücklich betonte, wie zufrieden er mit meiner Art zu servieren sei.
Aber nicht nur der Herr ohne Kaste war an diesem Tag unwirsch... die Lady in Grün stand ihm in dieser Beziehung in nichts nach. Trotz ihrer hohen Kaste war sie als Frau nun mal die letzte, die ich nach ihrem Getränkewunsch fragte. Restlos genervt wie sie inzwischen war, fauchte sie mich prompt an, ich solle nicht lange fragen, sondern mich sputen, es wisse doch mittlerweile jede Kajira, was sie immer trinkt. Das war natürlich Wasser auf meine Mühlen... auf dieses schnippische Gezicke von einer freien Frau stand mir nun gar nicht der Sinn. Aber mir ist natürlich klar, dass ich als Sklavin ein Nichts bin, keinerlei Rechte habe... dass ich gegen Ungerechtigkeit und Willkür nichts machen kann und jede Laune von Freien ertragen muss. Trotzdem erdreistete ich mich, vorsorglich jedoch schon mal um Entschuldigung bittend, ihr höflich mitzuteilen, dass ich erstens nicht "jede" Kajira bin, sondern die der kastenobersten Sklavenhändlerin von Kasra, dass meine Herrin mich Dina nennt und ich bedauerlicherweise auch keine hellseherischen Fähigkeiten habe, also leider nicht wüsste, was sie zu trinken pflegt, da ich sie zuvor noch nie bedient hatte. ;-)
Ich glaube, danach war sie kurz vor dem Platzen... zumindest hielt es sie, übrigens sehr zum Erstaunen des Herrn Forschers, der nun zu ihr aufschauen musste, nicht mehr auf dem Sitzkissen, während sie mich angiftete, dass sie WIE IMMER einen Tee zu trinken wünscht... gut gesüßt und nicht zu warm. Wie gut, dass ich wohlerzogen bin und es mir perfekt gelungen ist, keine Miene darüber zu verziehen, wie sehr ich es genoss, diese eingebildete Grüne so aus dem Häuschen gebracht zu haben.^^ Selbst als der Herr ohne Kaste meinte, ebenfalls seinen Senf dazu geben zu müssen, indem er mich noch ein wenig mehr zusammenstauchte, fand ich mich überaus wohlerzogen und habe ihn lediglich mit giftsprühenden Blicken bedacht. Ich denke, es erübrigt sich hier noch zu erläutern, dass die Zubereitung dieses Tees natürlich besooooooonders lange dauerte ... das Wasser uneeeeeeeendlich brauchte, bis es kochte, weil ich es "zufälligerweise" nicht genau über dem Feuer platziert hatte, sondern "leider" etwas daneben. Eigentlich hatte ich sogar noch darauf spekuliert, dass meine Herrin etwas zeitiger aufstehen und in die Herberge kommen würde, denn ihre Bedienung hätte für mich selbstverständlich die allerhöchste Priorität gehabt, sodass der Tee erneut ins Hintertreffen geraten wäre. Aber das war mir dann doch nicht vergönnt gewesen. Meine Herrin erschien bedauerlicherweise erst, nachdem die Heilerin ihren Durst einigermaßen gestillt hatte ((...das war übrigens ein wirklich "nettes" RP!^^)).
Nachdem der Feuerkrug sich irgendwann schlagartig leerte, widmete sich meine Herrin Aly, was eigentlich schon längst überfällig war. Sie machte ihr klar, wie lange sie nun schon in ihrer Obhut ist und dass sie vermutet, ihrem Herrn sei etwas zugestoßen. So wurde an diesem Abend nach unendlicher Fummelei an dem Schloss von Alys Kragen, dank der großen Fingerfertigkeit meiner Herrin und einem Tropfen Öl aus der verlassenen Schmiede, ihre Handelskette um eine gut ausgebildete Kajira länger... herzlich Willkommen im Haus meiner Herrin, Gina! :-))
...ach ja... und wie man sieht, sie trägt ein rotes Kleid!!!  ;-)))))

Mittwoch, 14. März 2012

Ein Geschenk

...für meine Herrin! :-))
Es hatte sich in Kasra schon wieder Besuch aus der Oase angesagt… der Besprechungsmarathon zur Vorbereitung der gemeinsamen Festivitäten für das in der nächsten Woche anstehende En'Kara-Fest ging also weiter… seit einer gefühlten Ewigkeit löste nämlich leider eine Besprechung die nächste ab. Aber wat mutt dat mutt nu mal.:-( Eine Ratssitzung zwischendurch, bei der mir wie fast immer die große Ehre zuteil wurde, wohlerzogen und stumm hinter meiner Herrin knien zu dürfen, mag ich auch nicht wirklich als Highlight der Abwechslung bezeichnen. Wobei dies für mich aber eine ganz gute Gelegenheit ist, einigen Gedanken nachzuhängen ((IM;-)).
Während ich dann vor mich hin träume, muss ich selbstverständlich aufpassen, nichts Wichtiges zu verpassen... wie z.B. den Antrag für die Sklavenpampe, in die zukünftig alle fremden Kajirae getaucht werden müssen bevor sie die Stadt betreten dürfen. Von diesem Beschluss sind jedoch auch die eigenen betroffen, sofern sie das Glück haben, auf eine Reise mitgenommen zu werden. Das betrifft mich also eigentlich gar nicht, denn normalerweise komme ich ja nicht weg aus Kasra und auf den Feldern arbeiten zu müssen ist wohl kein „weg sein“, auch wenn ich dann ein paar Tage eben nicht da bin. Das Problem an der Tunke ist momentan jedoch, sie muss anscheinend noch getestet werden... nur hoffentlich nicht an mir... dafür ist die Kajira der Heilerin doch allerbestens geeignet… finde ich jedenfalls!^^
Mir kam dazu ganz spontan in den Sinn, noch viel bessere Testobjekte wären natürlich die Kajirae der Oase, die zur vereinbarten Besprechung mit anreisen würden. Ich stellte mich daher nach dem Verlassen des Sklavenhauses strategisch günstig an der Hausecke auf, damit mir dies nicht entgehen würde. Eigentlich fand ich meine Idee ziemlich gut, nur hatte ich nicht damit gerechnet, dass der Besuch schon längst da war. So bekam ich nur mit, wie der Ex-Regent und mein Lieblingshauptmann sich vor dem Feuerkrug über die Durchführung dieses… naja, ich sag mal ganz wertfrei^^… dieses Beschlusses der Ratssitzung den Kopf zerbrachen… das hatte nämlich der hohe Rat bei seiner Entscheidung noch nicht getan. Ich glaube, in der Angelegenheit ist noch nicht das letzte Wort gesprochen worden… aber abwarten, einer Kajira bleibt sowieso nichts anderes übrig!;-)
Wobei es eigentlich auch schon wieder sein Gutes hatte, dass die Oasenmädchen gestern nicht getunkt wurden, denn ich hätte dabei sowieso nicht zuschauen können. Kaum hatte ich mich an der besagten Ecke platziert, verabschiedete sich der Herr Hauptmann von dem Ex-Regenten und befahl mir, mit ihm mit zu kommen. Ich bekam fast den Eindruck, als habe er auf mich gewartet. Ohje… das konnte eigentlich nichts Gutes bedeuten… hatte die Gastkajira meiner Herrin etwa schon wieder was angestellt, für das ich gerade stehen musste? Ziemlich zögerlich trabte ich also hinter ihm her und stellte zu meinem großen Erstaunen fest, dass es in seine Wohnung ging. Dort angekommen entschuldigte ich mich vorsorglich gleich mal bei ihm… für was auch immer… konnte ja aber nicht schaden… außerdem würde er mir dies bestimmt gleich sagen.
Tat er auch… es ging um keine Bestrafung… er zeigte mir seine neuen Bilder! Besonders eines, das ihn an der Spitze seines Heeres auf einem Feldzug zeigte, schien es ihm angetan zu haben. Ich gebe zu, recht imposant war es wirklich… aber so wie ich ihn in Kasra immer zu Gesicht bekomme, also ohne Helm und Gedöns, mag ich ihn eigentlich lieber, denn ich finde so gaaaanz toll hat ihn der Maler nicht getroffen. Er sieht nämlich in echt viiiieeeel schöner aus!! Doch das zählte für ihn alles nicht, vor allem war ihm sehr wichtig, mir ein weiteres Gemälde in einem wundervollen Goldrahmen zu zeigen. Wegen diesem Gemälde erteilte er sogar seinem Untergebenen eine recht barsche Abfuhr, der ihn zu einem Schwerttraining oder was auch immer beschwatzen wollte und offensichtlich überhaupt nicht verstand, dass der Hauptmann es vorziehen könnte mit mir lieber weiter über Bilder zu fachsimpeln. :-)
Auf dem Bild war eine nackte Sklavin von hinten gemalt, die anscheinend gerade auf dem Block zur Auktion stand und für die bereits mehrere Herren boten. Ein wirklich tolles Bild, das mir sofort ein leichtes Kribbeln durch meinen Sklavenkörper laufen ließ, weil ich mich beim Betrachten an meine eigenen Empfindungen auf dem Block erinnerte, als sei dies erst gestern gewesen. Während der Hauptmann noch versuchte den kriegerischen Störenfried an der Tür abzuwimmeln, kamen in Cassia und mir selbstverständlich Gedanken auf, ob wir von hinten auch so aussehen. Daher war es nur logisch, dass ich schnell mal die gleiche Position wie das gemalte Mädchen einnahm, um Cassia einen guten Vergleich zu liefern. Meine dunklere Haut war sowieso klar, aber hatte ich auch so einen Po? Zu unserer großen Erleichterung konnten wir uns nach gegenseitigem Betrachten bestätigen, dass unsere Hinterteile straff und wohlgerundet sind… so wie Männer sie eben mögen!^^
Doch es ging dem Herrn Hauptmann selbstverständlich nicht darum, meine unbedeutende Meinung zu diesem Gemälde einzuholen und noch weniger um meine wohlgeformten Rundungen, sondern er teilte mir mit, dass er es meiner Herrin schenken wollte. Wow… ich traute meinen Ohren kaum… so etwas Tolles hatte er für SIE gekauft? Er scheint sie wirklich sehr zu mögen… seine Sonne von Kasra… so nennt er sie ja immer. Ein Tuch hatte er ihr doch auch schon mal geschenkt! Selbstverständlich gaben Cassia und ich uns die allergrößte Mühe, diesen wertvollen, aber leider auf den Treppen etwas sperrigen Wandschmuck heil und sicher ins Sklavenhaus hinüber zu transportieren, was uns zum Glück auch gelungen ist.
Doch meine Herrin war in der Zwischenzeit leider zur Besprechung in den Ratssaal gegangen, so dass wir das Bild noch nicht endgültig aufhängen konnten. Eigentlich hatte ich gehofft, die Besprechung würde vielleicht etwas schneller zu Ende sein und ich glaube, der Herr Hauptmann hoffte das wohl auch. Jedenfalls machte er sich nicht gleich wieder aus dem Staub und oberdringende Wachgeschäfte schienen auch nicht auf ihn zu warten. Nein, er ließ sich sogar jede Menge Zeit… schaute sich interessiert im Sklavenhaus um und betrachtete immer wieder sein Geschenk, um dann ausgiebig über Sklavenkörper und ihre Vorzüge, aber auch über seine diesbezüglichen Vorlieben zu dozieren, wobei ich natürlich mal wieder Herzklopfen bekam, und nicht zu vergessen, über seine Ansprüche hinsichtlich seiner beiden Kajirae, denen er die Ehre erweist, ihm dienen zu dürfen. Ich bin mir allerdings nicht so ganz sicher, ob die eine sich dieser Ehre überhaupt bewusst ist. Doch darüber habe ich selbstverständlich nichts verlauten lassen.
Letztendlich hat er meine Herrin dann doch verpasst, wenn auch nur knapp, und so nicht ihre Freude über dieses wundervolle Geschenk mitbekommen. Die Entscheidung, wo es schließlich hängen sollte, war eine ganz besonders schwierige, denn eigentlich wollte sie es oben in ihrem Schlafbereich aufhängen, wo kein Besucher hinkommt… zumindest kein „normaler“ Besucher *schmunzelt*. Sie begründete es damit, das Gemälde sei für sie etwas sehr Besonderes… etwas Privates. Doch wegen der Dachschrägungen und dem Giebelfenster klappte das nicht so richtig, so dass es nun doch unten hängt… zumindest erst einmal. Nun bin ich gespannt, welche Farbe ihr Kleid heute hat. Dass ich ihr eines der vielen roten herauslegen werde, hat sie jedenfalls lächelnd zur Kenntnis genommen… aber dass die anderen Farben alle zur gleichen Zeit gewaschen werden müssen und ausgerechnet dann, wenn so überhaupt kein passendes Wetter zum Trocknen ist, das hat sie mir wohl nicht so ganz abgenommen… aber mal sehn! :-)))

Donnerstag, 8. März 2012

Von Veteran zu Veteran

…oder wie schnell mann sich verrechnen kann! ;-)
Als ich gestern von einem meiner üblichen Streifzüge am Hafen in die Stadt zurück kam, fiel mir sofort die kleine Versammlung auf dem Marktplatz auf und zog mich fast magisch an. Es waren nämlich mein Lieblingshauptmann mit seiner Kajira, eine recht viel Haut zeigende She-Urt, die von ihm gerade in ihre Schranken verwiesen wurde und auch der griesgrämige^^ Schuldeneintreiber, der jedoch den Anschein erweckte, als sei er gerade beim Abreisen, weil er schon ein Stück entfernt stand. Der Hauptmann war gerade dabei dem Urt-Mädchen anzudrohen, dass sie umgehend einen Kragen bekommt, sollte er sie noch einmal so spärlich bedeckt antreffen, auch wenn er durchaus über sie hinwegsehen könne, wenn sie sich fast unsichtbar wie ein Schatten an ein paar Essensabfällen vom Feuerkrug zu schaffen macht. Da er an diesem Tag ziemlich gut gelaunt zu sein schien, ich glaube, der grummelige Eintreiber ;-) hatte ihm gerade ein Fass Paga übergeben, ließ er sie mit dieser Ermahnung schließlich weiter ziehen.
Inzwischen hatte sich der „Geist“ zu uns gesellt. (Damit mein ich den lange tot geglaubten, wiederauferstandenen, kriegslüsternen Rarius^^). Er schien offensichtlich die gute Laune seines Vorgesetzten ausnutzen zu wollen, indem er ihm mitteilte, dass er etwas mit ihm zu besprechen hätte. Oho, schlechter hätte er nicht beginnen können, denn der Hauptmann meinte darauf nur, wie wunderbar, er würde es ihn wissen lassen, wenn er Zeit für ihn hat. Leider verstand der Rotkastige diese Zurechtweisung jedoch nicht, sondern erdreistete sich nun auch noch, seinem Vorgesetzten mit einer Anklage gegen ihn drohen zu können, von der er aber gerne absehen würde… wegen des „Seite an Seite Kämpfens“ und so. Wie gut, dass ich so perfekt darin bin, mir in solchen Situationen nichts anmerken zu lassen und einfach meine Klappe zu halten. Sonst hätte ich mich womöglich um die Fortsetzung dieses überaus interessanten Gesprächs mit einem enormen Unterhaltungswert gebracht.^^
Genau in dieser Ehn stießen nämlich der Ex-Regent und meine Herrin zu unserer Gruppe und erfuhren sogleich von den Klageerwägungen und Beschuldigungen des „Geistes“ gegen meinen Lieblingshauptmann, von dem er seinen Nachlass und vor allem sein Vermögen zurück forderte, weil er ja nicht mehr tot ist. Sein Tod war angeblich eine Pilgerreise… allerdings sagte ich ja schon, offensichtlich eine mit zu viel Sonne! ;-) Ohje, ein Wort gab darauf das andere… es ging um die Beschlagnahmung seines Besitzes im Namen der Stadt Kasra, juristische Klärungen, Klageempfänger, tote Verwandte, kurze Dienstwege von Veteran zu Veteran, das selbstverständlich wie immer untadelige Verhalten meines Lieblingshauptmanns wurde angezweifelt… und nun kommt’s… es ging auch um gigantische Beutesummen aus diversen Feldzügen und Außentrainingseinsätzen... um angesparten Sold und Heerführersonderzulagen, Sondersiegeszulagen und noch diverse weitere Zulagen und natürlich nicht zu vergessen, um irgendwelche sonstigen Sonderzuwendungen und Erlöse aus kleineren Nebentätigkeiten, wie z.B. Eskorten. Alles in allem bezifferte der Wiederauferstandene sein Vermögen mit 40 Gold!!! 125 Silber!! und 53 Kupfer!
Dem Ex-Regenten und dem Hauptmann entgleisten bei dieser gewaltigen Summe fast die Gesichtszüge, bei meiner Herrin konnte ich das wegen ihrer Gesichtsgardine nicht so genau sehen. Der Ex-Regent äußerte spontan sein Interesse, ebenfalls mit dem Auftraggeber solch lukrativer Eskorten ins Gespräch zu kommen und beide Rarii fragten sich natürlich, was sie falsch gemacht hatten. Meine Herrin hatte auf diese Frage selbstverständlich die einzig logische Erklärung parat: „Ihr seid einfach ehrliche Krieger geworden!“ Dann ereiferten sich die Freien weiter über Steuerhinterziehung und steuerfreie Kriegsbeute… ab wann jemand akut verstorben und tot ist… dass sich ein Toter nicht gut als Leutnant macht… ob der Schatzmeister eine Todeserklärung großzügig als nur teilweise tot auslegen kann und dann irgendwie einen Weg findet, alles zu verrechnen… aber auch über unerlaubtes Entfernen von der Truppe und die Eitelkeit eines jungen, aufstrebenden, überengagierten Heerführers und natürlich auch über militärische Ränge, wovon ich allerdings nur die Hälfte verstand.^^
Letztendlich konnten die vielen Fragen, die eine solch gewaltige Summe von über VIERTAUSEND! Silber aufwirft, nicht endgültig geklärt werden. Um dem Gerücht entgegen zu wirken, jemand habe sich bereichert, während Kasra im Krieg Schulden machte, wird es wohl tatsächlich noch vor Gericht gehen… wobei der übereifrige „Geist“ letztendlich doch ein wenig klein beigab und meinte, seine Berechnungen wohl noch mal prüfen lassen zu müssen… naja… er ist halt eben ein Krieger, die haben es normalerweise eigentlich nicht so mit den Zahlen und können eh meist nicht oder nur schlecht lesen und schreiben… ist er vielleicht einfach nur ein Mensch, der es nicht so mit den Nullen hat? ;-)
Da meine Herrin sich leider etwas zeitiger zurückziehen musste, beauftragte sie mich schließlich, den Herren eine Runde Paga oder Sul-Paga auf ihre Kosten zu servieren, bevor sich die Gemüter noch weiter erhitzten. Welch eine gute Entscheidung von ihr, denn dabei wurde es wieder lustig, weil sie nun darüber frotzelten, dass der ehemalige Regent nach seinem Ausscheiden weder einen Ehrensold eingefordert hatte, noch einen Streitwagen mit Kutscher. Auch der Zapfenstreich war bei seiner Verabschiedung vergessen worden. Ein unverzeihliches Versäumnis, denn der Hauptmann gestand ein, dabei immer so ergriffen zu sein, dass er sogar weinen muss, wenn „Schau wie die roten Tuniken wehen auf dem brennenden Feld“ gespielt wird!^^
Während der allzeit besonnene Ex-Regent den Ex-Feldherrn schließlich für einen Abkühlungsspaziergang mit auf die Stadtmauer nahm, informierte mich mein Lieblingshauptmann über das freche, unmögliche Benehmen der Kajira, die meine Herrin zurzeit in Obhut hat… er dachte nämlich, das Mädchen sei an der Handelskette des Sklavenhauses. Sie hatte ihn schwer beleidigt und als bösartig bezeichnet, war aber wohl bereits entsprechend von ihm bestraft worden und nur knapp daran vorbei geschlittert, den Hals durchgeschnitten zu bekommen. Zum Glück braucht meine Herrin kein Ordnungsgeld wegen Brunnenverschmutzung bezahlen, denn da war das freche, ungeschickte Ding hinein gefallen. Erleichtert bot ich ihm darauf gleich noch einen zweiten Paga an, mit der Begründung, auf einem Bein könne man ja schlecht stehen und der Alkohol würde bestimmt helfen, sich den Ärger über das Benehmen der schlecht oder gar nicht erzogenen Sklavin und vor allem seinen ehrgeizigen Untergebenen schöner zu trinken.
Es geschehen doch manchmal noch Zeiten und Wunder… er nahm sich tatsächlich einen weiteren Paga und kam dabei ins Schwärmen über seinen alten Schwertmeister… so einen guten Lehrer hatte der „Geist“ während seiner Ausbildung offensichtlich nicht gehabt. Dieser Meister hatte dem Hauptmann wohl eine ganze Menge über das Streben nach Macht beigebracht… wonach ein Mann nicht schreien sollte… und dass ein Mann von den Aufgaben gerufen werden sollte und nicht umgekehrt…oder wie war das noch? *zieht nachdenklich die Stirn kraus* Danach klärte er mich noch über wirkliche Männerschönheit auf, die man sich nicht schön trinken kann und schwärmte mir was von Triumphen, muskulösen Männerkörpern und blitzendem Stahl vor, während er sich selbstbewusst durchs Haar strich. Seinen Erläuterungen über die Heimkehr eines strahlenden, mit Goldpuder bestäubten Siegers in seinem Streitwagen, der von den Massen bejubelt wird, die Helden sehen wollen und Blütenblätter auf ihn herabregnen lassen, wagte ich tatsächlich zu widersprechen. Nicht das Goldpuder macht für mich einen Helden aus, sondern der Mann, der darunter steckt. Außerdem fand ich, dass er sowieso überhaupt kein Goldpuder nötig hat und gab zusätzlich zu bedenken, dass man davon bestimmt niesen muss, wenn es windig ist.
Ich Doofie hatte natürlich nicht daran gedacht, dass vor dem Bepudern erst mal ordentlich Salbe auf die Haut muss, die natürlich von sanften, zarten Frauenhänden aufgetragen wird… mit oder ohne Gold, ein wirklich anregender Gedanke für eine Rotseidene.^^ Dem Hauptmann gefiel die Vorstellung offensichtlich auch, denn er schwärmte mir darauf vor, wie gerne er sich sogar von zwei Sklavinnen gleichzeitig einsalben lässt… warum nur zwei Hände nehmen, wenn man vier haben kann… warum nur eine Zunge, wenn zwei doch viel besser sind? Oh ja, das konnte ich mir ebenfalls sehr gut vorstellen… auch wenn mir der Gedanke, Salbe zu lecken nicht so ganz gefiel, würde ich seiner Kajira selbstverständlich sehr gerne dabei helfen! Er sah das Ganze leider unter rein ökonomischen Aspekten… also wegen der Zeitersparnis und so… wenn er sich da mal nicht getäuscht hat! *gg*
Leider musste er sich vorher aber noch um die Bestandsaufnahme des Nachlasskrimskrams vom Leutnant kümmern… würde Cassia und mich aber rufen, sobald er damit fertig ist, um sich dann von uns salben zu lassen… sein Motto ist eben: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!“  ;-)
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OOC-Anmerkung
Für den „Geist“^^ und andere „Sensibelchen“^^, die hier vielleicht lesen:
Es war ein wirklich witziges RP wegen der gigantischen Summe, die da eingefordert wurde… denn meines Wissens ist schon ein einzelner Silbertarsk ist für die meisten Goreaner von sehr großem Wert und ein Goldtarn fast ein kleines Vermögen… mehr als manch ein einfacher Arbeiter im Jahr verdient! ;-)
Es ist absolut nicht meine Absicht, hier jemanden schlecht zu machen oder auf ihm herumzuhacken… sondern ich versuche einfach, die Charaktere aus IC-Sicht von Dina zu beschreiben!

Dienstag, 6. März 2012

Ein ganz normaler Tag im Feuerkrug...

...mit Schwerkraft, Meditationen, Geistern und einem einrichtungsgestressten Mann
Meine Herrin schlief noch, als ich mich leise aus dem Haus schlich, um ihr schon mal eine Milch mit Honig zuzubereiten. Da sie ja mit ihrer Schniefnase leider immer noch nicht ganz wiederhergestellt war, würde ihr diese nach dem Aufstehen bestimmt gut tun und sie hoffentlich ein wenig stärken. In der Herberge waren sogar schon zwei Gäste... der neue Herr Heiler und der griesgrämige, schon wieder schlecht gelaunte Schuldeneintreiber, der sich bei einer mir bislang unbekannten, hinkenden Kajira erneut über die Qualität des Pagas beschwerte. ;-)
Da die beiden Herren also bereits versorgt waren, konnte ich mich gleich der Milchzubereitung widmen. Offensichtlich war ich dabei aber wohl etwas zu temperamentvoll, denn mir rutschte leider der Topf aus der Hand und ging mit lautem Geschepper zu Boden... sehr zum Ärger der beiden Herren, die mittlerweile wortlos am Tisch saßen und vor sich hin meditierten... sich durch das Topfgepolter darin dann offensichtlich gestört fühlten. Zumindest der Grummelige machte sich darüber ungehalten lautstark Luft, bevor er wieder verstummte.^^ Wobei ich eingestehen muss, mein Missgeschick war leider äußerst schlecht getimed. Normalerweise passiert mir sowas eigentlich nicht oder wenn, dann nur äußerst selten. Aber nun ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, wo die Herren vorher schon in den Genuss eines fallengelassenen Wasserkessels gekommen waren, das war natürlich Pech.
Doch woher sollte ich auch ahnen, dass die Kajira sich damit gerade ihren Fuß demoliert hatte, kurz bevor ich in der Herberge auftauchte? Aber egal... der Feuerkrug ist kein Ruheraum für Meditationen maulfauler Kerle. Wenn die ihre Ruhe brauchen, sollen sie sich halt in den Wald setzen. Außerdem war es mit der Ruhe eh vorbei, weil gleich nach meiner Herrin ein Gast nach dem anderen eintrudelte. Wie gut, dass ihre Milch schon fertig war, sodass ich mich alsbald den anderen Gästen widmen konnte, denn die unbekannte Sklavin stellte sich als Besitz des Heilers heraus, der sich mit ihr recht bald verzog, um ihren Fußschaden zu versorgen.
Auch ein Geist^^ suchte übrigens gestern die Herberge auf, allerdings nicht zur Geisterstunde, sondern zu einer ganz normalen Zeit und versetzte alle Gäste in ungläubiges Erstaunen. Nur die beiden Meditierenden nicht, weil die die Vorgeschichte dieses Geistes nicht kannten. Wobei sich das Gespenst mit seinen Feldwebelleutnant-Allüren über den unter seiner Führung ach so ruhmreichen Feldzug dann doch als der totgeglaubte, nun wiederauferstandene Krieger der kasraner Wachen entpuppte. Ich glaube übrigens, der Herr Hauptmann wird noch einen schweren Stand haben, seinen kriegsgeilen Untergebenen von den Gelüsten nach Rang und Ruhm wieder runter zu bekommen. Zusätzlich faselte der Spätzurückkehrer auch noch wirres Zeugs von einem Aufenthalt in der Tahari, Begegnungen mit Wissenden, Priesterkönigen und dem Sardar... Es ist wohl tatsächlich zu befürchten, dass die lange Zeit, in der die Wüstensonne auf den Kopf des Ärmsten gebrannt hat, einiges da drinnen vermatscht zu haben scheint. ;-) Aber die Heilkunst auf Gor ist zum Glück ja sehr hoch entwickelt und Kasra hat sogar zwei Heiler!
Der Abend endete schließlich mit richtig interessanten Gesprächen über Möblierungen, Kissenfarben und dies und das zum Einrichtungsthema, mit dem der Herr Kartograf sein neues Haus betreffend restlos überfordert zu sein scheint... naja, eigentlich alles Frauenlieblingsthemen, egal ob frei oder unfrei, nur eben der absolute Schrecken eines jeden Mannes.^^ Leider suchte der einrichtungsgestresste Herr dann das Weite, bevor er so weit war, alles in die kompetenten Hände von meiner Herrin, Cassia und mir zu geben... mal sehn, wie lange er braucht, diesen gigantischen Fehler einzusehen! ;-))

Sonntag, 4. März 2012

Letzte Hand in Kasra

Eigentlich gibt es aus meiner Kajirasicht kaum etwas zu berichten über die vergangene Hand. Der erste Tag war geprägt von einer Ratssitzung, die unter dem Motto stand "nun haben wir uns alle wieder lieb" und mir einen Rüffel einbrachte. Allerdings nicht von meiner Herrin, sondern von der Herrin Regent, weil ich mir nicht verkneifen konnte "Friede, Freude, Eierkuchen" zu murmeln. Ich werde mir für die Zukunft nun besonders gut merken, welch außerordentlich gute Ohren sie hat.^^ In dieser Sitzung wurde den Bürgern dann auch Gelegenheit gegeben, ihre Meinungen zu dem Baustil des neuen Hauses zu äußern, ein in meinen Augen recht spätes Ansinnen... aber besser spät als nie. ;-) Die überaus engagierte Herrin Regent machte damit sehr deutlich, wie wichtig es ihr ist, dass alle Bürger sich an ihrem Heimstein auch weiterhin wohlfühlen und unter ihrer Regentschaft über den Stadtrat selbstverständlich ein Mitspracherecht bei allen wichtigen Entscheidungen haben. Wobei ich mich fragte, warum die konkreten Baupläne nicht schon viel früher eingesehen worden waren, denn der Bauzaun stand doch schon eine ganze Weile da. Naja, wer mag sich schon in die Angelegenheiten der hohen Baukaste einmischen?! ;-))
Am zweiten Tag der Hand wurde dann in einer weiteren Sitzung ausführlich über die anstehenden Planungen für das diesjährige En'Kara-Fest gesprochen und einen bevorstehenden hohen Besuch aus der Oase der 4 Palmen. Da meine Herrin sich eine Schniefnase zugezogen hatte und entsprechend schwächelte, d.h. es vorzog, weder ihre Felle und vor allem nicht ihr Haus zu verlassen, also sehr viel schlief, nutzte ich die nächsten beiden Tage die günstige Gelegenheit, um eine interessante, den Besuch betreffende Aufgabe anzugehen und auch zu lösen. Ich glaube, das ist mir sogar ganz gut gelungen. Trotzdem bleiben natürlich wie immer Zweifel in mir, ob ich damit meine Herrin auch erfreuen werde... aber mehr verrate ich darüber lieber noch nicht!
Am letzten Tag der Hand, meine Herrin schlief sich weiter gesund, hielt es mich dann aber doch nicht mehr im Sklavenhaus, sondern zog mich in die Herberge, um vielleicht die eine oder andere Neuigkeit für meine Herrin in Erfahrung zu bringen. Eine gute Entscheidung, denn so bekam ich mit, dass mein Lieblingshauptmann von seiner Dienstreise zurück war. Ich glaube, er freute sich auch ein wenig, mich zu sehen… oder war das bei ihm doch nur Freude über meine Verpackung? Ich hatte mich an diesem Tag nämlich wie so oft, für eine rote Tunika entschieden, denn Rot ist nun mal nach wie vor meine Lieblingsfarbe, auch wenn die Kastenfarben meiner Herrin andere sind! Während die Kajira des Herrn Hauptmanns einen Gast am Nebentisch bediente, äußerte er sich zu meiner großen Freude sehr wohlwollend über meine Tunikawahl und die diesbezügliche Großzügigkeit meiner Herrin. Dass die Sonne Kasras, wie er meine Herrin ja oft nennt, sogar mehrere rote Kleider besitzt und nicht tagein, tagaus ausschließlich ihre Kastenfarben trägt, schien er vollkommen vergessen zu haben... naja, er ist eben halt auch nur ein Mann *verdreht grinsend die Augen*.
Leider riefen den Herrn Hauptmann dann alsbald wieder seine Wachgeschäfte, doch der Feuerkrug leerte sich trotzdem noch nicht. Der neue Herr Heiler orderte von mir einen Tee und zusätzlich hatte sich noch ein weiterer Gast eingefunden... ein ziemlich griesgrämiger Schuldeneintreiber war das glaube ich, auf der Suche nach einem Schwert aus dem Nachlass des verstorbenen Leutnants. Er konnte die Angelegenheit mit dem Herrn Hauptmann jedoch vorerst noch nicht endgültig klären, was seine Laune nicht gerade verbesserte. Außerdem schien er panische Angst hinsichtlich der Qualität des Pagas zu haben und befürchtete davon Kopfschmerzen zu bekommen. Nur logisch also, dass sich die Hauptmannskajira bei der erstbesten Gelegenheit verdrückte, um von ihm nicht für irgendwelche Kopfschmerzen verantwortlich gemacht zu werden, da sie das Getränk ja serviert hatte. Na toll, nun blieb es also an mir, für die Kopfschmerzen gerade zu stehen oder seine Laune zu bessern.
Zum Glück bestellte er keinen dritten Paga mehr, sondern erkundigte sich bei mir, ob in der Herberge noch ein Zimmer frei sei, was ich schnell bestätigte und ihm dann auch zeigen durfte. So bekam ich die perfekte Gelegenheit, ihn von den Strapazen seiner aufreibenden Reisen und Recherchen, aber auch von seiner Angst vor Kopfschmerzen zu befreien. Ich bin mir eigentlich sicher, dass mir dies mit meinen rotseidenen Fertigkeiten wohl auch ganz gut gelungen ist, denn sein griesgrämiges Grummeln ging zunehmend mehr in wohliges Stöhnen über und von möglichen Kopfschmerzen war keine Rede mehr.^^