Dienstag, 18. September 2012

Kalana-Fest in Jorts

Leider hatten meine Herrin und ich es nicht geschafft, rechtzeitig zum ersten Tag des Weinfestes in Jorts anzukommen, waren dafür aber gestern dann umso froher, dass die Reise so problemlos geklappt hatte. Naja, was heißt problemlos… die Schiffstoiletten hatten meiner Herrin anscheinend nicht so wirklich zugesagt, so dass sie sich gleich nach unserer Ankunft erst einmal in die Büsche verzog. Oder war das, weil sie irgendwas an ihren Kleiderschichten richten musste? Egal… ich hielt jedenfalls so lange auf dem Weg Wache, um sie vor ungewollten Blicken auf ihre geheimsten Körperteile zu beschützen, denn meine Herrin ist nun mal eine freie Frau von untadeligem Ruf!

Mit dem Beziehen meines Postens zur Bewachung meiner Herrin habe ich meinen siebten Sinn bewiesen, denn plötzlich kam der Hauptmann von Belnend mit einer Sklavin des Weges. Um ihn gleich davon abzubringen, überhaupt auf irgendwelches Rascheln oder Plätschern im Gebüsch zu horchen, versuchte ich ihn selbstverständlich mit meinem Anblick ein wenig abzulenken und verwickelte ihn nebenbei schnell in ein kurzes Gespräch. Offensichtlich freute er sich mich zu sehen, erkannte mich sogar wieder, obwohl es etliche Monde her ist, dass ich ihm zuletzt begegnet war, denn er wusste noch meinen Namen und erkundigte sich auch sogleich nach dem Befinden meiner Herrin. Ehrlich wie ich nun mal bin, gab ich darüber natürlich bereitwillig Auskunft… sehr zum Leidwesen meiner Herrin übrigens, die meine Worte und Erklärungen zu ihrem derzeitigen Aufenthaltsort natürlich gehört hatte und mich mit mittelprächtig zerknirschten Blicken anfunkelte, als sie aus den Büschen hervor kam. 

Wieder einmal zeigte sich, welch ein gutes Benehmen die rote Kriegerkaste einer Dame gegenüber an den Tag zu legen weiß. Der Rarius ließ nämlich sein Insiderwissen meiner Herrin gegenüber mit keinem Mucks anklingen und geleitete sie schließlich galant zum Festplatz, wo ich ihn dann leider aus den Augen verlor. Jede Menge Trubel war dort los und ich sah viele, mir inzwischen doch ein wenig vertraut gewordene Gesichter aus unserer Zeit hier vor einigen Hand. Und damit meine ich jetzt nicht den nicht mehr grummeligen Händler, der ja erst kürzlich meiner Herrin die Einladung zu diesem Fest persönlich überreicht hatte und nun anscheinend sowas wie ein Empfangskomitee für die vielen Gäste war. Ich meine auch nicht die freundlichen Kajirae, sondern den Herrn Hauptmann, der es sich nicht nehmen ließ, meine Herrin nun höchstpersönlich zu begrüßen und erneut an seinem Heimstein willkommen zu heißen. 
Ich bin jedenfalls nicht unglücklich darüber, dass meine Herrin mir schon ankündigte, wegen ihres Kastenauftrags mit Sicherheit noch einmal in dieses kleine Dorf reisen zu müssen, zumal die Wachen inzwischen einen sehr interessanten Zuwachs erhalten haben… aber darüber hatte ich im Zusammenhang mit der überreichten Einladung ja bereits berichtet. Nun erfuhren wir auch, dass der Hauptmann von Jorts demnächst eine neue Gefährtenschaft eingehen will, nachdem seine bisherige Gefährtin anscheinend frühzeitig den Vertrag gelöst hatte. Seine jetzige Auserkorene ist eine Parfumherstellerin, äußerst großzügig und spendabel, denn sie fragte sogleich meine Herrin, ob es ihr gestattet ist, mir einen kleinen Flakon Sklavenparfum zu schenken. Juhuuu… meine Herrin erlaubte es… nun habe ich sogar einen zweiten betörenden Duft. Leider konnte ich jedoch seine Wirkung auf Männer noch nicht antesten, aber dafür gibt es bestimmt noch gute Gelegenheiten, wenn nicht so viele Herrinnen anwesend sind.

Einer der Höhepunkte dieses Kalana-Festes war der gemeinsame Tanz einiger Kajirae aus Jorts, bei dem die Mädchen rote Bänder um ihre schlanken Handgelenke gebunden hatten und auf den ich mit großer Spannung gewartet hatte. Es war einfach schön, diese Idee, die meine Herrin mir seinerzeit vorgeschlagen hatte mit einer ganz anderen Choreographie so wunderschön umgesetzt zu sehen. Die Aufregung der Tänzerinnen vorher konnte ich jedenfalls absolut nachvollziehen, weiß ich doch genau, wie es mir vor einem Tanz immer geht. Es wurde dann eine wirklich gelungene Aufführung, nach der die Sklavinnen erschöpft auf den Boden sanken, während plötzlich die vielen bunten, bislang am Boden befestigten Lampions unter einem gemeinsamen, begeisterten Aufschrei der Anwesenden zu den drei Monden aufstiegen… einfach toll anzusehen!
Es war vor allem ein Tanz, der erneut alles in mir kribbeln ließ und mich große Überwindung kostete, still knien zu bleiben… aber ich hatte ja meine bunten Seidenbänder nicht dabei.

Auch wenn ich jetzt abschweife von der tollen Leistung der Mädchen aus Jorts, musss ich einfach noch kurz schildern, was bei dieser Aufführung in mir vorging. In mir keimte nämlich sofort die Erinnerung an meinen eigenen Bändertanz wieder auf, bei dem ich mich anfangs so schwer getan hatte, die Anregung meiner Herrin mit den langen, bunten, flatternden Seidenbändern umzusetzen. Umso glücklicher war ich damals gewesen, ihn dann für den Hauptmann von Jorts tanzen zu dürfen… eine wirklich super Gelegenheit für mich, diesem Krieger endlich meine Dankbarkeit für die lange zurück liegende Rettung vom Lydius-Feldzug zu zeigen und ihn damit vielleicht ein wenig zu erfreuen, was mir in Anbetracht der giftigen Blicke seiner Kajirae anscheinend wohl auch ganz gut gelungen war.^^ Wobei ich vermute, dass er dem anwesenden Schmied ebenfalls gefallen hatte. ;-)))

Freitag, 14. September 2012

Erste Prototypen und eine Einladung

Irgendwie grauste es mich gestern vor dem verhassten, ekeligen Sklavenbrei besonders, sodass ich mal wieder nur eine Miniportion davon herunter bekam. Während ich bei dem letzten Bissen fast würgen musste, kam mir dann ein wie ich fand obergenialer Gedanke: Müsste es nicht eigentlich auch möglich sein, die verhassten Körner zu Keksen zu verarbeiten? Mit Eiern, guter Boskbutter, etwas Milch und ordentlich Honig verrührt, danach als mundgerechte Plätzchen auf dem Feuer schön knusprig gebacken, würde die ekelige Pampe doch bestimmt gleich ganz anders schmecken und wäre immer noch Sklavenbrei… zumindest fast. Ich fand die Idee einfach super und machte mich auch sogleich ans Werk, da meine Herrin eh noch schlief. Vielleicht waren die ersten Prototypen ja zu ihrem Frühstück bereits fertig?
 
Es klappte tatsächlich. Trotz meiner Teignascherei mit kleinen Schwächeerscheinungen wegen leichtem Bauchweh, waren eine ganze Menge lecker aussehender Kekse entstanden, denen man den Sklavenbrei überhaupt nicht mehr ansah und die zumindest mir einfach köstlich schmeckten. Ich war jedenfalls sehr zufrieden mit mir, seit langem endlich mal wieder richtig satt und mein Timing war ebenfalls perfekt. Denn kaum hatte ich noch schnell den neuen, aromatisch duftenden Kräutertee aufgebrüht, den ich erst vor kurzem auf dem Markt gekauft hatte, alles auf einem Tablett drapiert ((danke liebe Angel dafür :-)) und sogar noch…. *flüstert*…. einige Blütenstiele vom Rankengitter des gegenüberliegenden Hauses ausgeliehen und damit einen kleinen Strauß zusammengestellt, als ich den Geräuschen im Schlafraum entnahm, dass meine Herrin endlich aufgewacht war.
 
Äußerst vorsichtig balancierte ich das Tablett mit sämtlichen Utensilien und den immer noch lecker duftenden Plätzchen elegant zu ihr. Ich glaube, sie wusste zuerst gar nicht wie ihr geschah. Nachdem sie endlich festgestellt hatte, dass sie doch nicht mehr träumte, weder sie noch ich Geburtstag hatten und auch sonst kein besonderer Tag war, ich wie immer nichts ausgefressen hatte und ja sowieso weiß, dass ich sie in so einem Fall nicht beeinflussen kann, sondern ich ihr an diesem Morgen einfach nur ein etwas anderes Frühstück als sonst servierte, lächelte sie mich an und probierte nicht nur vom Tee sondern auch von den knusprigen Keksen. Sie war durchaus angetan von diesem Plätzchenschmaus, auch wenn sie vielleicht ein klitzekleines bisschen zu trocken geraten waren.^^ Trotzdem genau der richtige Moment für mich, ihr nun zu gestehen, woraus ich die knusprigen Teilchen hergestellt hatte. Wie nicht anders zu erwarten, sah sie die Köstlichkeit natürlich dann sofort mit ganz anderen Augen und begann sich nun um meine Ernährung und Figur zu sorgen.
 
Zum Glück wurde sie dann jedoch von lautem Gepolter an der Tür unterbrochen. Ich vermutete, es konnte nur ihr Herr Bewacher aus Lydius sein, der von den leckeren Düften der Keksherstellung angelockt worden war und hüpfte daher freudestrahlend schnell zur Tür. Leider hatte ich falsch vermutet… es war nur der grummelige, geldgierige Händler^^ aus Jorts. Diesmal hatte er jedoch keine 99er im Schlepp, die er meiner Herrin verkaufen wollte, sondern nur seine eigene Sklavin. Er war höchstpersönlich vorbei gekommen, um ihr die Einladung zu einem Fest in Jorts zu überreichen und war eigentlich auch überhaupt nicht grummelig. Ich bezeichne ihn nur insgeheim immer noch so, weil er das mal war. ;-) Ich weiß nämlich noch ganz genau, wie schlecht gelaunt er seinerzeit rumlamentiert und mir über Pagapreise einen Vortrag gehalten hat, die im Vergleich mit anderen Gaststuben angeblich viel zu hoch waren und dann auch noch Kopfschmerzen bei ihm auslösten. Als ob ich für die Preisgestaltung von irgendwelchen Wirtsleuten und den Kopf des Herrn verantwortlich bin! Aber gut, eine Kajira muss sowas wegstecken können und das hab ich natürlich auch schon lange. Inzwischen grummelt er mich jedenfalls nicht mehr an bzw. beachtet mich meist nicht weiter.^^
 
Nun war eine perfekte Gelegenheit, ihn mit dem oberköstlichen Kräutertee zu erfreuen… ganz umsonst und garantiert ohne Kopfweh! Ich war mir allerdings ziemlich sicher, dass er den niemals im Leben trinkt und daher echt gespannt, wie er sich nun aus der Affäre ziehen würde, ohne meine Herrin zu beleidigen. Es gibt eben keinen Alkohol im Haus meiner Herrin und schon gar nicht Paga! Selbstverständlich versuchte ich mir meine Spannung natürlich nicht anmerken zu lassen. Tja, er nahm dann doch mit einfachem Wasser vorlieb und sowas Süßes wie Kekse war natürlich auch nichts für ihn, denn da war ja kein Fleisch drin… ich war also nicht wirklich erstaunt *kichert leise*. Komisch, andere Männer haben überhaupt kein Problem mit Süßem und wissen solche Köstlichkeiten durchaus zu schätzen.^^ Aber egal, seiner Kajira blieb das Plätzchen ebenfalls fast im Hals stecken, nachdem sie hörte woraus es gemacht war, denn sowas Ekeliges wie Sklavenbrei gehört offensichtlich nicht zum Speiseplan der Glücklichen. ;-)
 
Meine Herrin war von diesem Besuch jedenfalls äußerst angenehm überrascht und hat sich genau wie ich richtig darüber gefreut, zu so einem Fest eingeladen zu werden, auch wenn noch etwas unklar ist, ob und wann wir es nach Jorts schaffen werden. Irgendwie ist mir dieses kleine Dorf mit seinen Frühaufstehern und Frühschläfern doch ziemlich vertraut geworden in der Zeit, wo meine Herrin dort wohnte. Besonders gespannt bin ich nun nicht nur auf den Hauptmann, über den ich beim Kajiratratsch hörte, dass er fast eine neue Gefährtin hat^^, sondern vor allem auf den neuen Krieger der dortigen Wachen. An ihn und vor allem auch an eine Verwandte von ihm, die mir vor vielen Jahren in der Tahari das Leben gerettet hat, erinnere ich mich immer noch voller Dankbarkeit sehr gerne. ;-))

Donnerstag, 13. September 2012

Doch kein Fußbad

…denn es kam ganz anders.

Als sich bestätigte, wie viele Kastenangelegenheiten bei meiner Herrin in den letzten Tagen liegengeblieben waren, ich ihr bei der Bearbeitung jedoch wie immer nicht behilflich sein konnte, schlüpfte ich schließlich mit meinem Einkaufskorb leise aus dem Haus Richtung Markt. Wobei ich eingestehen muss, dass ich ziemlich getrödelt habe, weil ich jede Menge Zeit für meine Besorgungen hatte und es mich ehrlich gesagt auch nicht allzu schnell ins Haus zurück zog. Ich legte daher am Brunnen erst einmal einen kleinen Zwischenstopp ein, um einen großen Schluck des köstlichen Wassers zu trinken. Eigentlich überlegte ich gerade, ob ich nicht vielleicht sogar ein Fußbad im Brunnenbecken nehmen sollte. Nicht weil ich in Tarnschiet oder ähnlich Ekeligem getreten war, ich bin schließlich kein sandalentragender Krieger,^^ sondern achte mit nackten Füßen immer darauf, wo ich hintrete! Nein, auf dem Brunnenrand wäre dafür einfach ein perfekter Sitzplatz gewesen, sodass ich mit meinen Füßen im kühlen Wasser hätte plantschen können. Nachdem ich mich vollkommen unbeobachtet glaubte, war ich schon fast dabei ein Bein über den Rand zu schwingen, als ich durch die Wasserkaskaden hindurch auf der gegenüberliegenden Brunnenseite plötzlich etwas Rotes bemerkte, was meine Aufmerksamkeit fesselte und mich dann doch von meinem Vorhaben abbrachte.

Es war ein Krieger der Wachen, der anscheinend zumindest fast den gleichen Gedanken wie ich gehabt hatte, denn er war dabei, sich Wasser ins Gesicht zu schöpfen und offensichtlich auch seinen Durst zu stillen, machte allerdings keinerlei Anstalten, als wolle er im Brunnen seine Füße baden. Es war der Herr, der in der ersten Zeit nach unserer Ankunft in Lydius so oft um das Haus meiner Herrin patrouliert war und wie meine Herrin ein Kuchenliebhaber oder zumindest dem einen oder anderen Stück nicht abgeneigt. ;-) Offensichtlich gut gelaunt und äußerst großzügig aufgelegt, spritzte er mich mit dem Brunnenwasser nass, nachdem ich grüßend das Becken umrundet hatte und bei dieser unerwarteten Dusch natürlich erschrocken anfing zu quietschen, ihn dann aber anlachte. Wobei sooooo gut war er doch nicht drauf, denn er empörte sich sogleich, dass ich zu seiner Begrüßung nicht auf die Knie gesunken war und ihm stehend nicht die nötige Ehrerbietung entgegen gebracht hatte.

Ups… selbstverständlich hatte ich nicht unhöflich sein wollen und entschuldigte mich sogleich in aller Demut bei ihm, nachdem ich nun schnell mit gesenktem Kopf vor ihn kniete. Er schien jedoch nicht ernsthaft erzürnt zu sein und hatte vielleicht sogar ein wenig Verständnis dafür, wie schwierig es für eine Kajira ist, die unterschiedlichen Wünsche von Freien zu erahnen. Der eine möchte lieber von einer knienden Sklavin begrüßt werden, der andere legt darauf keinen Wert bzw. befiehlt ihr sogar, sich zu erheben. Bei meiner doch eher geringen Körpergröße laufe ich wenigstens auch bei kleineren Männern im Stehen nicht in Gefahr auf einen Herrn herab zu schauen.^^ Auch dieser Herr befahl mir dann tatsächlich wieder aufzustehen, da er sich um meine Knie sorgte… eine perfekte Gelegenheit für mich, ihm ein Bein waagerecht entgegen zu strecken, damit er mal fühlen konnte, was gute Hautpflege bewirken kann und wie samtweich sich meine Haut anfühlt. ;-)

Ich erinnere nicht mehr so genau, ob ihm das Befühlen meiner zarten Haut weiche Beine und einen ziemlich roten Kopf machte und er daher das Bedürfnis verspürte sich zu setzen oder ob es eine andere Erregung war, nämlich die über meinen Bericht das Attentat auf meine Herrin betreffend. Er hatte natürlich bereits von den anderen Wachen davon gehört und erkundigte sich nun besorgt nach dem Befinden meiner Herrin, regte sich ziemlich auf, dass so etwas ausgerechnet dann passieren musste, als er sie wegen anderer Dienstgeschäfte nicht beschützen konnte. Besonders gewaltig erboste er sich über die in seinen Augen mangelhafte Ermittlung des Täters und dessen Bestrafung und befahl mir, ihm zum Gasthaus zu folgen. Dieser Aufforderung kam ich natürlich umgehend nach und deponierte dort angekommen meinen Einkaufskorb neben dem Stand des freundlichen Fischhändlers, damit ich mich ohne dieses überflüssige Ding dem Herrn Krieger widmen konnte. Der Marktbesuch war momentan absolute Nebensache. Mein ganzes Bestreben war nämlich, den Rarius zu erfreuen und ihn seinen Zorn vielleicht vergessen zu lassen, da sich an der Sachlage wohl eh nichts mehr ändern ließ und meine Herrin inzwischen ja auch wieder vollkommen gesund war.

Meine Gesellschaft schien den Herrn tatsächlich sehr zu erfreuen, denn er erlaubte mir nicht mal, ihm etwas zu trinken oder zu essen aus der Gaststube zu holen. Er genoss offensichtlich meine Nähe und meinen sich an ihn drängenden Körper sehr, während er mir von einer geheimen Expedition berichtete, über die ich Stillschweigen bewahren muss. Leider war es jedoch erforderlich dafür noch diverse Vorbereitungen zu treffen, sodass der Krieger schließlich von mir abließ, um seinen Pflichten nachzugehen und ich mich schweren Herzens ebenfalls meinen Aufgaben widmete. Ich hoffe nur, er kommt gesund wieder… mit oder ohne Ruhm! ;-)

Mittwoch, 12. September 2012

Galgenfrist

Meine Herrin war wieder fit… sämtliche Krankheitserscheinungen nach dem Larma-Angriff offensichtlich verflogen. Da sie den vorherigen Tag fast komplett verschlafen hatte, berichtete ich ihr natürlich als erstes von meinen Erlebnissen und gestand ihr auch mein Missgeschick ein, einschließlich der Strafen durch den Administrator. Darüber war sie leider nicht besonders erbaut, um nicht zu sagen mittelprächtig verstimmt. Den philosophischen Teil des Tages ließ ich allerdings weg, denn von sowas will meine oberehrbare, züchtige Herrin nie etwas wissen und ich denke auch nicht, dass der Herr sich mit meiner Herrin über die in der Taverne geführten philosophischen Gespräche unterhalten wird.^^ Mit den kassierten Ohrfeigen hatte sie selbstverständlich keine Probleme, aber sehr wohl machte sie ein ziemliches Tamtam, weil ich den hohen Herrn mit meinem Benehmen beleidigt hatte, verzichtete aber darauf mir noch eine weitere Strafe zu verpassen… zumindest vorerst. Doch der Tag war noch nicht zu Ende, dafür meine fast überschwänglich gute Laune schon fast verflogen.
 
Ich habe meiner Herrin natürlich auch von den vollendeten Bauarbeiten am Gasthaus berichtet und dass dort einige Brettspiele zur Verfügung stehen. Über die Art der Spiele konnte ich ihr jedoch leider keine genauere Auskunft geben. Erstens interessierten mich die nicht so wirklich und zweitens hatte mich doch der Herr Administrator davon abgebracht, indem er mich zu sich zitierte. Tja, und dann nahm meine weitere Bestrafung ihren Lauf. Meine Herrin zog es natürlich ins Gasthaus… so weit so gut. Leider gelüstete es sie jedoch auch danach, die Spiele auszuprobieren und zwar mangels anderer Spielpartner mit mir, die sich bei solchen Dingen immer so absolut dusselig und schwer von Begriff anstellt und daher nicht die geringste Lust dazu verspürt. Aber es geht natürlich nicht nach der Lust einer Kajira. Ich war also dran und mein ganzes Streben drehte sich natürlich darum, meine Herrin zu erfreuen… theoretisch. Praktisch klappte irgendwie nix bei mir… wie eigentlich auch nicht anders erwartet, was meine Lust natürlich noch weiter in den Keller sinken ließ.
 
Zum Glück bot eine unbekannte Kajira an, meiner Herrin (und mir natürlich auch^^) die Regeln zu erklären. Dies ging selbstverständlich am Besten bei einem Spiel. Mir fiel ein riesiger Stein vom Herzen. Dieses Mädchen kam echt wie gerufen und ich machte ihr sowas von schnell und überaus bereitwillig Platz, wie schon Ewigkeiten niemandem mehr, denn ich befürchtete, sie wollte erklären während meine Herrin mit MIR spielte. Das hatte also ganz gut geklappt, allerdings war mir klar, dass ich nur einen kleinen Aufschub bekommen hatte. Und so war es auch. Der Vortrag meiner Herrin zu vorgerückter Ahn über ihre mich betreffenden Erwartungen hatte es jedenfalls in sich. Irgendwie war ich fast ein wenig froh, als sie mir ankündigte, am nächsten Tag wegen der vielen liegengebliebenen Arbeit das Haus nicht verlassen zu können… meine Galgenfrist wurde also noch ein wenig verlängert.;-)

Dienstag, 11. September 2012

Philosophisches?

Nun gut… bislang wusste ich nicht so genau, was die Lydianer unter „philosophischen Gesprächen“ in ihrer Taverne verstehen. Ich hatte irgendwo lediglich ein paar Andeutungen darüber aufgeschnappt… eine Kajira hört eben das eine oder… andere *zwinkert mal zu Dark*. Inzwischen bin ich immerhin ein wenig schlauer. Gespräche waren es jedenfalls gestern nicht, denn es wurde eigentlich eher kaum bis fast gar nicht geredet… wobei mir das gestrige „Philosophische“ durchaus gefallen hat!^^ Doch ich werde lieber der Reihe nach berichten…
 
Die Genesung meiner Herrin nahm große Fortschritte und ihre Lähmungen gingen zum Glück sehr schnell zurück. Ihr Körper brauchte jedoch anscheinend noch eine Auszeit, indem sie sich quasi gesund schlief und wenn überhaupt, zwischendurch immer nur kurz wach wurde, um etwas zu trinken oder eine kleine Mahlzeit zu sich zu nehmen. Während einer dieser Schlafphasen nutzte ich gestern die Gelegenheit, um auf dem Markt ein paar kleinere Lebensmitteleinkäufe zu erledigen. Gleichzeitig war ich natürlich neugierig, etwas über die Bauarbeiten am Marktplatz in Erfahrung zu bringen, die meine Herrin und ich ja schon seit einigen Tagen mit großem Interesse verfolgen.
 
Die Lebensmittel waren schnell und dank äußerst wohlwollender Händler auch zu einem sehr günstigen Preis erstanden. Wobei ich glaube, dass ein nicht unerheblicher Anteil dabei nicht meinem verführerischen Aussehen und überzeugendem Verhandlungsgeschick zuzuschreiben war, sondern wohl eher der Tatsache, dass die Herrschaften mangels anderer Marktbesucher vermutlich froh waren, mir ihre Waren etwas günstiger verkaufen zu können, bevor sie andernfalls irgendwann auf den Müll wandern müssen, weil sie verdorben sind. Ich gestehe allerdings, es war echt schwer auf den Charme des netten Fischverkäufers nicht reinzufallen und standhaft zu bleiben. Aber ich habe seit der widerlichen Fischsuppe in Kasra mit ihrem scheußlichen Nachgeschmack und den glotzenden toten Fischaugen oben drauf die Nase gestrichen voll von jeglichem Wassergetier. Wenn ich es also umgehen kann, kommen mir keine Grätenviecher in Topf oder Pfanne! Aber da lässt meine Herrin mir zum Glück freie Hand. ;-)
 
Mit großem Staunen stellte ich nun fest, dass die besagten Bauarbeiten mittlerweile abgeschlossen waren. Das Gebäude hinter dem Markt präsentierte sich in neuem Glanz… mit einem an zwei Seiten offenen, sehr hübsch gestalteten ebenerdigen großen Raum, der mit seiner kleinen Restauration Freie förmlich zum Verweilen einlädt… und damit meine ich Herrschaften beiderlei Geschlechts. Strategisch äußerst günstig gelegen haben Mann und Frau von dort einen guten Blick sowohl über den Marktplatz und den Eingang der Arena, als auch zur anderen Seite Richtung Palast und Brunnen, wenn ihre Aufmerksamkeit nicht durch eines der dort befindlichen Brettspiele gefesselt wird. Ich denke, der Baumeister versteht sein Fach wirklich. Ich kann mir gut vorstellen, dass das große Teehaus demnächst noch leerer sein wird, wenn die freien Frauen hier eine so schöne Gelegenheit haben, in angenehmer Atmosphäre und selbstverständlich mit allem Anstand, vielleicht sogar im Beisein von Herren eine Kleinigkeit zu essen oder etwas zu trinken? Aber mal abwarten. ;-)
 
Die Spiele waren es jedenfalls, die meine Neugier geweckt hatten und meine nackten Füße ins Gebäude lenkten. Ich dachte nämlich, wenn ich meiner brettspielbegeisterten Herrin hierüber Genaueres berichten kann, wird sie bestimmt noch schneller wieder gesund. Doch es sollte ganz anders kommen… ich hätte nämlich beinahe die Herrschaften im hinteren Teil übersehen. Zum Glück aber nur beinahe, dank des Geschirrklapperns eines Sklaven hinter dem Küchentresen. Es wäre mir extrem peinlich gewesen, ausgerechnet den gut aussehenden Herrn Administrator zu übersehen, der sich dort mit der netten Händlerin unterhielt, die meiner Herrin vor einigen Hand das Haus vermietet hatte. Sie erkundigte sich auch sofort nach dem Befinden meiner Herrin bei mir und war sehr in Sorge, als sie von dem auf sie ausgeübten Attentat erfuhr. Es blieb mir dann gar keine Zeit mehr, mich weiter mit den Spielen zu befassen, denn auch ihr Gesprächspartner hatte über diesen ungeheuerlichen Vorfall in seiner Stadt bislang noch nichts Genaueres erfahren und begann nun mich auszuhorchen.
 
Leider passierte mir dann ein Missgeschick. Während sich die beiden Herrschaften über diese Attacke auf eine Händlerin in ihrer Stadt echauffierten, machte sich leichte Empörung in mir breit und hatte zur Folge, dass ich vor mich hin brummelte, das Attentat sei nicht auf IRGENDEINE Händlerin verübt worden, sondern auf MEINE Herrin! Prompt wurde ich deswegen neben den hohen Herrn zitiert, der zwar einerseits wohl kein schlechtes Gehör hat, aber andererseits natürlich mein Gemurmel nicht genau verstanden hatte. Oh je, er forderte mich auf, meine Worte nun zu wiederholen, was ich selbstverständlich dann zwar mit aller mir zur Verfügung stehenden Höflichkeit, aber eben auch wahrheitsgetreu tat und mir so eine Ohrfeige von ihm einhandelte… die erste übrigens. Meine Reaktion war natürlich, mir sofort die leicht brennende Wange zu reiben, wofür er mir dann gleich noch eine weitere Ohrfeige ankündigte. Allerdings sollte ich ihn darum jedoch erst später bitten, nachdem er das Etablissement gewechselt hat.^^
 
Ich glaube, ich brauche nicht groß ausführen, dass ich mich nun selbstverständlich von meiner oberallerbesten wohlerzogensten, aber natürlich auch verführerischsten Seite zeigte und mir wirklich die größte Mühe gab, den strengen Herrn ein wenig zur Abmilderung der angekündigten zweiten Ohrfeige für mich einzunehmen… ähmmm… ihn zu erfreuen wollte ich natürlich sagen.^^ Leider ein recht schwieriges Unterfangen in Gegenwart der Herrin, die ich selbstverständlich mit meinen Verführungsversuchen nicht brüskieren wollte, die andererseits aber zu meiner großen Freude den Herrn offensichtlich nicht ganz kalt ließen. Doch diese Problematik kenn ich im Beisein meiner Herrin ja leider zur Genüge *seufzt laut*.
 
Welch eine günstige Fügung, dass die Herrin sich alsbald zurück zog. Der gestrenge Herr nutzte die Gelegenheit danach auch sogleich, nun die neu renovierten Räume der Taverne im Keller aufzusuchen, von denen er anscheinend bislang nur gehört hatte, um sie jetzt erstmalig höchstpersönlich in Augenschein zu nehmen. Seine Blicke inspizierten jedoch nicht nur die Räume, sondern schließlich auch mich. Genau die richtige Situation für mich, ihn nun demütig um die Ehre von Ohrfeige Nummer 2 zu bitten. Ich reckte ihm mit geschlossenen Augen mein Gesicht entgegen und hielt die Luft mit wild klopfendem Herzen an, während ich auf seinen Schlag wartete.
 
Puuhhh, diese Strafe fiel jedenfalls noch um einiges härter aus als Nummer 1, aber es gelang mir dank meiner vorsorglich hinter dem Rücken gekreuzten Hände, nicht erneut meine brennende Wange zu reiben und mir einen schmerzhaften Aufschrei ebenfalls zu verkneifen… eine gute Gelegenheit für mich, dem Herrn zu zeigen, wie sehr mir daran lag, ihn zu erfreuen, indem ich seine Befehle beherzige. Obwohl ich mir in der relativ schlecht beleuchteten Taverne natürlich nicht sicher sein kann, meinte ich dennoch anschließend vielleicht sogar ein klitzekleines bisschen Wohlwollen in seinen braunen Augen zu erblicken.
 
Klar, dass ich mich natürlich auch weiter ins Zeug legte, um ihn noch mehr zu erfreuen… besonders als ich ihm nackt einen Paga servieren durfte. Sein „philosophisches“ Tun gefiel mir jedenfalls ausgesprochen gut und entfachte mein Sklavenfeuer bis es so hell brannte, dass ich daran Fackeln hätte entzünden können. Dementsprechend feurig war dann auch mein Tanz, mit dem ich versuchte, ihn zu verführen und der ihn tatsächlich zu noch mehr…… „Philosophischem“ anregte.;-)

Samstag, 8. September 2012

Gerüchte...

über "sonderbare" Nachbarn von Lydius???
 
Wie gut, dass meine Herrin und ich mit diesem bereits gorerprobten Outfit für Notfälle seit einigen Jahren für alles gewappnet sind. Pahhhh, es wäre doch wirklich gelacht, wenn wir damit nicht garantiert auch einen Gor-Furry in die Flucht schlagen können! ;-))
 
 
Die halbnackte "Kleine" ist übrigens meine Herrin... aber wenn ich knie fällt der Größenunterschied eigentlich nicht mehr auf.^^

Freitag, 7. September 2012

Rettung in letzter Ehn

Ein weiterer Tag in dieser großen, wirklich schönen aber leider meist so unheimlich leeren Stadt neigte sich seinem Ende zu. Meine Herrin war den ganzen Tag mit ihren Kastenangelegenheiten wieder schrecklich beschäftigt gewesen, während ich mir zusammen mit einem Glaser^^ verschiedene Möglichkeiten angeschaut hatte, um die Zugluftbeeinträchtigungen in ihrem doch ein wenig luftigen Haus mit den ständig offenen Bogenfenstern in den Griff zu bekommen. Der Herr Handwerker war wirklich sehr nett und sehr umgänglich und setzte nach einigem Verhandeln letztendlich zwei verschiedene Glassorten erst einmal provisorisch ein… außen eher durchsichtig und in der Wand zum Schlaf- und Baderaum wegen gewisser „Befindlichkeiten“ meiner Herrin selbstverständlich etwas blickdichter. Sie sollte natürlich dann auch das letzte Wort über diesen Einbau haben, war aber anscheinend recht angetan von der gefundenen Lösung. :-))

Nachdem es nun also nicht mehr zog im Haus, was meiner Herrin natürlich immer besonders unangenehm gewesen war, wenn sie ein Bad genommen hat, machte sie sich wie üblich zu ihrem Abendspaziergang auf, denn wir konnten immer noch nicht glauben, dass alle Bürger wirklich jeden Abend spurlos verschwunden sind! Dass Lydius nicht wirklich ausgestorben ist, ist uns schon klar wegen der Bautätigkeit im Bereich von Taverne und Markt. Dort zieht es uns auf den Spaziergängen nämlich fast immer hin, da die Umbauten sehr vielversprechend aussehen und wirklich neugierig machen *zwinkert mal zu Dark*. Während wir noch darüber rätselten, wann die Bauarbeiten vielleicht fertig sein würden, fiel der Blick meiner Herrin durch das große Tor der Arena und ließ sie fragen: „Nanu, da ist jemand in der Arena… meinst du ich brauche ein Gladius, um dort hineingehen zu dürfen?“ Mir war natürlich sofort klar, dass dies eine rein rhetorische Frage war, was mir ja auch postwendend bestätigt wurde, da meine Herrin wie üblich gar nicht auf eine Antwort von mir wartete, sondern sich wie immer sofort in Bewegung setzte und in die Arena marschierte. Doch das kenn ich von ihr ja eigentlich auch nicht anders.^^

Die Begrüßung der beiden Krieger und ihren Kajirae Dark und Shy war überaus freundlich. Die Rarii waren zwar einigermaßen erstaunt über den ungewohnten Besuch, aber ich glaube der Herr von Dark fand ganz besonderen Gefallen an dem roten Oberteil meiner Herrin, denn er bekundete sogleich seinen Gefallen an diesem Kleidungsstück… eigentlich doch ein wenig erstaunlich für einen Mann!^^ Ich fühlte mich von seinem Farbgeschmack ebenfalls wieder voll bestätigt, denn Rot ist nun mal einfach meine Lieblingsfarbe!! ;-) Während sich das Gespräch dann dem rätselhaften abendlichen Verschwinden der Lydianer zuwandte, das den beiden Herren übrigens ebenso mysteriös vorkam wie meiner Herrin und mir, geschah etwas wirklich Schreckliches. Ohne zu wissen was los war, sah ich meine Herrin plötzlich mitten im Satz einfach umfallen… wie ein gefällter Baum, allerdings einfach so ohne eine Vorankündigung, sozusagen ohne dass vorher überhaupt gesägt worden war!

Die Ursache war schnell festgestellt, in ihren Haaren klebte eine matschige Larma. Nur wie die dort hinkam… es war nämlich kein Baum mit überreifen Larmafrüchten weit und breit zu sehen… war und blieb absolut schleierhaft, vor allem wie man von dem harten Kern in so einer halb vergammelten Frucht tatsächlich ohnmächtig werden kann! Meine Herrin konnte… das war jedenfalls offensichtlich. Sie war sogar oberohnmächtig und kam auch nach der von uns Kajirae verabreichten kalten Wasserdusche leider nicht zu sich, obwohl die mit Sicherheit jeden besoffenen Kerl schlagartig wieder zum Leben erweckt hätte.

Während wir drei Kajirae uns mehr oder weniger hektisch um meine Herrin bemühten, Shy in dieser verlassenen, großen Stadt vergeblich nach einer Heilerin suchte… dabei soll angeblich sogar eine in der Nachbarschaft meiner Herrin wohnen… schleppten die beiden Krieger schließlich zwei ziemlich verwahrlost aussehende Frauen herbei, die eine ziemlich große Lippe riskierten und letztendlich von Darks Herrn mit der Drohung, einen Pfahl am Stadttor zieren zu dürfen wenn sie sich jemals wieder sehen lassen, aus der Stadt geworfen wurden. Ich habe das ganze Hin und Her mit diesen beiden Weibern nicht wirklich mitbekommen, da ich nach der Wasserdusche und dem Abspülen der Fruchtmatschteile vom Kopf meiner Herrin ihr vorsichtig die vielen Haarnadeln herauszog, um die leicht blutende Wunde besser in Augenschein nehmen zu können. Dark meinte nämlich, wenn was Weißes zu sehen ist, dann ist das der Schädelknochen.

Oh je, ich hoffte wirklich inständig, dass meine Herrin endlich aufwachen würde, während ich mich äußerst vorsichtig mit dem Herausziehen der Haarnadeln aus ihren dichten langen Haaren beschäftigte, denn die Nadeln sind bei ihr nicht so ganz ohne und wirklich mit großer Aufmerksamkeit zu behandeln. Ich wusste, dass die eine oder andere vergiftete darunter sein kann. Meine Herrin macht da verständlicherweise natürlich ein ziemliches Geheimnis draus und normalerweise lasse ich daher auch meine Finger davon. Meine Vorsicht wurde bestätigt, als Shy plötzlich anmerkte, dass sich ihre Hände, mit denen sie die restlichen Fruchtstückchen aus dem Haar meiner Herrin entfernt hatte, an den Spitzen so merkwürdig taub anfühlten und ich im gleichen Moment eine Haarnadel fand, die sich offensichtlich durch den Larmatreffer in die Kopfhaut meiner Herrin gebohrt hatte. Meine Herrin hatte also keine Gehirnerschütterung sondern war durch das eingedrungene Gift ohnmächtig geworden und nun gelähmt! Meine Verzweiflung darüber war kaum mehr auszuhalten.
Zum Glück beschaffte Dark einen Wagen und ihr Herr nahm meine immer noch steif daliegende Herrin kurzerhand auf die Schulter, um sie darauf zu betten, damit wir sie nach Hause bringen konnten. Immerhin stöhnte meine Herrin ab und an… ein Zeichen für mich, dass sie noch nicht ganz tot war, was mich aber auch nicht wirklich beruhigte. Schließlich zu Hause angekommen, war ich inzwischen so in Sorge, dass ich nicht mal mehr wusste wo links und rechts war. Ich glaube, ohne die Hilfe der beiden Kajirae und vor allem ohne die starken Arme von Darks Herrn wäre ich restlos aufgeschmissen gewesen. Leider hatten die Krieger jedoch noch etwas Wichtiges zu erledigen, sodass ich plötzlich ganz alleine mit meiner Herrin war und in Panik und wahnsinniger Sorge um sie meinen Tränen nun freien Lauf ließ. In meiner Verzweiflung und Ahnungslosigkeit darüber was ich bloß tun könnte, wurde ich immer aufgelöster und konfuser und ließ mich zu ich weiß nicht was alles für Versprechungen hinreißen, damit meine Herrin bloß wieder aufwachen würde.

Die Priesterkönige müssen mich erhört haben bzw. konnten wohl mein lautes, verzweifeltes Jammern und Klagen nicht mehr mit anhören, denn meine Herrin begann plötzlich irgendwelche unartikulierten Laute von sich zu geben, aus denen ich schließlich meinte, das Wort „Gegenmittel“ heraushören zu können. Ich glaube die Hektik, die sich danach in mir breit machte, brauche ich hier nicht weiter zu beschreiben. Jeder kann vermutlich nachvollziehen, mit welcher Eile ich mich auf die Suche nach dieser Medizin gemacht habe. Ich konnte mich nämlich leider überhaupt nicht daran erinnern, so ein Mittel im Haushalt meiner Herrin jemals gesehen oder gar in Händen gehalten, geschweige denn davon gehört zu haben, wurde aber letztendlich in einer der Kommodenschubladen fündig!
 
Welch ein unbeschreibliches Glück… das Zeugs wirkte tatsächlich und meine Herrin konnte zu weit vorgerückter Ahn sogar schon wieder einige Worte sprechen, aus denen ich entnahm, dass die Vergiftung am nächsten Tag sowieso ihre Wirkung verloren hätte und sie nie tödliches, wohl aber lähmendes Gift benutzt. Meine Schuld war, mir ihre diesbezüglichen Worte vor vielen Jahren nicht richtig oder vielmehr gar nicht gemerkt zu haben. DAS wird mir nach diesem absolut oberschrecklichsten aller denkbaren Erlebnisse bestimmt nie wieder passieren!!! ;-)))

Mittwoch, 5. September 2012

Bommelschuhe & Co.

Ausnahmsweise war meine Herrin mal früher aufgestanden als ich und hatte mich doch tatsächlich einfach schlafen lassen! Eigentlich ein Umstand, der sonst so gut wie nie vorkommt, da sie ja als Langschläferin bekannt ist, für den ich ihr aber gestern wirklich dankbar war, da ich seit einigen Tagen unter einem nicht unerheblichen Schlafdefizit leide *seufzt leise*. Daher war ich natürlich ziemlich erstaunt, sie schon ausgehfertig vorzufinden. Noch erstaunter war ich allerdings, dass sie bei meiner Begrüßung fast schuldbewusst eingestand, von mir erwischt worden zu sein, da sie eigentlich gerade los wollte, um Schuhe zu kaufen!
 
Ok, ihre schuldbewusste Miene fand ich in diesem Fall absolut gerechtfertigt, denn was wären das ohne meine Beratung wohl für Schuhe geworden? Sie kann doch nicht einfach ohne mich einkaufen gehen! Na gut, kann sie wohl... ich bin ja nur ihre unbedeutende Kajira. Bestes Beispiel sind für den Geschmack meiner Herrin doch die von ihr so heiß geliebten, angeblich legendären und vollkommen zeitlosen, dafür aber restlos unmodischen, klobigen Treter… unsere Geschmäcker liegen da leider ziemlich weit auseinander, um nicht zu sagen... Welten!! Andererseits war mir gestern eigentlich überhaupt nicht danach, diverse Schuhläden mit meiner Herrin abzuklappern, sodass ich vorsichtig versuchte, ihr das Vorhaben auszureden. Ich dachte nämlich, dass wir dadurch möglicherweise etwas in Lydius verpassen könnten... an das Waffentraining in Jorts und die damit verbundenen Konsequenzen hatte ich leider nicht gedacht.
 
Vorsicht, sehr gute Argumente und jede Menge Respekt waren bei meinem Unterfangen auf jeden Fall geboten, denn es ging selbstverständlich nicht darum, ob ICH Lust hatte meine Herrin bei ihrem Schuhkauf zu begleiten… denn wer bin ich denn?! Sie hatte mir also lediglich ihren Entschluss zur Kenntnis gebracht!! Dafür war ich natürlich sehr dankbar. Ich glaube, es ist mir in den ganzen Jahren, die ich nun schon bei meiner Herrin sein darf, auch tatsächlich noch nie gelungen, sie von etwas abzubringen, das sie sich in den Kopf gesetzt hatte. Im Gegensatz zu vielen Freien, lässt sie sich nämlich nicht steuern und sämtliche Versuche meinerseits ( jaja, ich gebe zu, es immer mal wieder versucht zu haben) sind wie nicht anders zu erwarten, seeeeeeehr kläglich gescheitert.^^
 
Mein Glück gestern war dann, dass meine Herrin anscheinend doch noch nicht so richtig wild entschlossen zum Schuhkauf war… mein Pech jedoch, dass sie mich natürlich sofort durchschaut hatte und prompt vom Ausgangsthema ablenkte, indem sie sich nach dem Verbleib der, ich glaube sie sagte „wundervollen Pantöffelchen“ erkundigte, die sie mir vor einigen Jahren mal gekauft hatte als wir in den kalten Norden reisen mussten. Ohje… ein wirklich heikles Thema, denn die Dinger sehen nicht nur oberhässlich aus, sondern sind auch schrecklich unbequem. Außerdem sind für eine Sklavin Schuhe in gemäßigten Breiten und entsprechenden Temperaturen sowieso vollkommen überflüssig! ;-)
 
Aber ehrlich wie ich nun mal bin, bestätigte ich meiner ziemlich erstaunten Herrin natürlich, dass die schrecklich "wundervollen Pantöffelchen" selbstverständlich noch existieren und versuchte mir mit unschuldigem Plinkern nicht anmerken zu lassen, wie verhasst mir diese Puschen sind. Allerdings konnte ich mir eine kleine Einschränkung nicht verkneifen, da ich befürchtete die „wundervollen Pantöffelchen“ womöglich anziehen zu müssen und gab daher schnell noch im Nachsatz zu bedenken, dass ich sie seit unserem letzten Umzug oberbedauerlicherweise leider nicht mehr gesehen hatte.
 
Ohje, nun kam das dicke Ende. Meine Herrin war offensichtlich in echter Gönnerlaune und eröffnete mir sofort großzügig, dass sie im Falle eines Nichtwiederfindens der „wundervollen Pantöffelchen“ demnächst neue kaufen würde, da sie erst kürzlich welche mit Bommelchen an langen, nach oben gedrehten Spitzen gesehen hatte, die sie „unglaublich niedlich“ gefunden hatte. Ich schnappte zwar ein wenig nach Luft, aber versuchte natürlich mir meinen Schock über diese schreckliche Mitteilung nicht anmerken zu lassen, denn es ist doch eine wirkliche Ehre für eine Kajira, solch ein "unglaublich niedliches" Schuhgeschenk von ihrer Herrin zu bekommen. ;-)
 
Trotzdem liebe ich es einfach wenigstens barfuß zu sein, wenn ich schon nicht wegen der Befindlichkeiten meiner Herrin insgesamt nackt sein darf^^ und versuchte daher, die Nachteile eines solchen Kaufs möglichst glaubhaft darzustellen, ohne dabei undankbar zu erscheinen. Leider wies meine Herrin sämtliche, in meinen Augen absolut gerechtfertigten Bedenken bezüglich dieser Wunderwerke einfach weit von sich... oder so^^  und meinte nur, dass diese Dinger meine kleinen entzückenden Füßchen sehr wohl schmücken und mich vor allem aus der Menge hervorheben würden… knien, nicht stolpern und Milch servieren ohne dabei zu kleckern wäre alles lediglich eine Frage von Technik und entsprechender Übung. Toll, ich war echt begeistert! *grummelt leise und verdreht die Augen dabei*
 
Leider führten meine praktischen und ich fand sehr überzeugenden und überaus anschaulichen Darbietungen, nämlich wie ich mich dann mit solchen Schuhen gezwungenermaßen bewegen müsste, zu jeder Menge Erheiterung bei meiner Herrin, sodass mir irgendwann tatsächlich die Luft ausging und ich keinen anderen Weg mehr sah, als meine Arme um ihre Knöchel zu schlingen und sie anzuflehen, mir diese niedlichen, mit Bommelchen versehenen Schuhe mit hochgezogenen Spitzen in Überlänge bitte, bitte, bitte nicht zu kaufen! ;-)
 
Das schöne Gefühl, als meine Herrin mir dann durchs Haar wuschelte und die riesengroße Erleichterung, die sich in mir breit machte, als sie mir immer noch kichernd mitteilte, dass alles doch nur Spaß gewesen war, kann ich hier gar nicht beschreiben… wobei sie mein Glücksgefühl nach dieser Aussage selbstverständlich auch gleich wieder ein wenig dämpfte. Als ob mir das nicht schon vorher klar gewesen war, gestand sie mir nämlich, dass sie solche Schuhe WIRKLICH niedlich findet! Trotzdem meinte sie lächelnd, dass ich mit meinem Barfußtick vorerst vom Schuhhaken sei.^^ Tja, mein letzter Gedanke beim Einschlafen war, mich nun noch mehr zu bemühen, meine Herrin zu erfreuen, damit ihre gute Laune noch uuuuuuunendlich lange anhält und mir vor allem ihre Nachsicht bezüglich Bommelschuhen & Co. erhalten bleibt. :-)))