Freitag, 26. Oktober 2012

Lady Dina in Anango

Meine Herrin hatte eine Einladung aus Anango erhalten, wo ein großes Fest gefeiert werden sollte, allerdings ein sehr ungewöhnliches Fest, das auf folgender sehr alten Geschichte beruht…..
 
Vor sehr langer Zeit soll in der Abgeschiedenheit von Anangos Wäldern eine seltsame Pflanze herangewachsen sein, von der die Überlieferung besagt, dass sie in der Nacht gespenstisch leuchtete. Nachdem sich die Pollen dieser Pflanze (komischerweise^^) im Herbst in einer riesigen Wolke über die ganze Insel verteilt hatten, geschahen wundersame Dinge mit allen Einwohnern und ihren Gästen: Sämtliche Sklaven benahmen sich wie Freie, doch ihre Herrschaften bestraften sie dafür nicht, sondern liehen ihnen ihre Kleider und halfen sogar dabei, die kostbaren Roben anzuziehen. Die Menschen in Anango waren von dem benebelnden Duft dieser Pollenwolke vollkommen berauscht, sangen und tanzten fröhlich über den Marktplatz und luden ihre Gäste ein, es ihnen gleich zu tun……
 
Nachdem wir in Anango das Schiff verlassen hatten und Richtung Marktplatz gingen, waren die ersten Worte meiner Herrin sinngemäß: „Oh, es ist sehr blumig hier.“ Es war nämlich tatsächlich alles sehr hübsch mit vielen bunten Blüten und Blättern geschmückt! An mehreren sehr reichhaltig mit den leckersten Speisen gedeckten Tischen entdeckte ich andere Gäste aus Belnend, die schon vor uns eingetroffen waren… den Herrn Hauptmann und seine Gefährtin mit ihrer Sklavin Marthy. Sie begrüßten meine Herrin überschwänglich… wobei Marthy nicht wie eine Kajira gekleidet war, sondern wie eine Freie und meine Herrin auch nicht mit „Herrin“ grüßte. Nachdem ich mich etwas genauer umgeschaut hatte bemerkte ich, es waren sowieso nur Freie anwesend und mir fiel sofort wieder ein, was meine Herrin mir zu diesem Fest im Vorwege erklärt hatte… es sei so eine Art Kajuralia. Daher wunderte es mich auch nicht weiter, als sie mich anwies, eines ihrer Ersatzkleider anzuziehen… genau so etwas war mir nämlich auch gerade durch den Kopf gegangen. ;-)
 
Ich wählte ein recht schlichtes blaues Kleid, allerdings eines mit einem tiefen Ausschnitt und ließ den Liebestöter einfach weg …also das Unterhemd das meine Herrin immer darunter trägt, damit ja kein bisschen von ihrer Haut zu sehen ist. Sooo berauscht von irgendwelchen Blütendüften war ich dann doch nicht, um nicht mein schönes Dekolletee zu zeigen und zuppelte an dieser ungewohnten Menge Stoff so lange herum, bis der Ansatz meiner kleinen festen Brüste gut zur Geltung kam... oder kam mein Tun doch von den Blütendüften?
 
Egal… einigermaßen zufrieden mit mir und meinem Aussehen präsentierte ich mich dann meiner Herrin, die meinen Ausschnitt natürlich als etwas gewagt einstufte, dabei aber übers ganze Gesicht grinste und mich freundlich korrigierte: „Es heißt „Lady“ und nicht „meine Herrin“, zumindest heute… Lady Dina“. Es war übrigens wirklich nicht einfach, meine Herrin immer mit Lady Pinion anzusprechen und ich glaube, ich habe es einige Male auch vergessen oder konnte es gerade noch hinbiegen, indem ich sie dann „meine… Lady Pinion“ nannte und von ihr darauf prompt mit „meine Lady Dina“ angesprochen wurde.
 
Dem Herrn Hauptmann schien mein Anblick jedenfalls sehr zuzusagen, denn er hatte offensichtlich Schwierigkeiten, seine Augen von meinem Ausschnitt loszureißen, was mir natürlich sehr gefiel.^^ Lady Pinion konnte sich allerdings trotz der Düfte ein „hoffnungslos“ oder so nicht verkneifen, bevor sie sich dann aber den leckeren Köstlichkeiten widmete und dadurch von mir abgelenkt wurde. Wie schade, dass der Herr Hauptmann schon so zeitig nach Belnend wieder zurück musste.
 
 
Übrigens, meine nackten Füße bemerkte Lady Pinion schließlich natürlich auch. So benebelt von der Blütenwolke war sie dann leider doch nicht. Am Tisch sitzend hatte ich nämlich den Rocksaum ein wenig höher gezogen, um etwas mehr Luft unter die ungewohnten langen Stoffbahnen zu bekommen. Solche Umhüllungen bin ich einfach nicht gewohnt. Wobei ich mir jetzt im Nachhinein nicht ganz sicher bin, ob mir nicht doch so warm geworden war, weil ich Met getrunken hatte? Ach nee... es lag bestimmt an dieser geheimnisvollen Pflanze und ihrem Duft.^^ Egal…irgendwas musste jedenfalls gegen den Hitzestau unter meinem Rock getan werden! Welch ein Glück für mich, dass Lady Pinion solch ausgesprochen gute Laune hatte und ich daher drum herum kam, ihre fünf Nummern zu großen, oberhässlichen Ersatzschuhe anziehen zu müssen! ;-)
 
Es war ein geselliges, lustiges Fest, auf dem ich einen sehr netten Schmied kennengelernt habe... ein wenig steh ich ja auf die muskelbepackten Männer dieser Kaste^^… die Speisen waren oberköstlich… der Met echt lecker, auch wenn es wohl ganz gut war, dass meine Herrin den Rest ausgetrunken hat. Leider mussten wir trotzdem irgendwann die Rückreise nach Belnend antreten, allerdings nicht ohne dass ich noch einige der schmackhaften Törtchen als Wegzehrung einsteckte.
 
Meine Rückkehr ins Kajiradasein begann damit, dass meine Herrin zwar immer noch ausgesprochen gut gelaunt war, leider aber auch mitbekommen hatte, dass ich mein… also ihr Kleid… mit Met bekleckert hatte. Nun meinte sie mich dafür bestrafen zu müssen. Ich glaube sie sagte, dass ich ihr Kleid so lange anbehalten muss, bis der Fleck weg ist… darf es zwar zum Waschen ausziehen… es aber nicht dauernass halten, um keine Kleidung tragen zu müssen… und wenn der Fleck dann weg ist, darf ich auch wieder eine Tunika anziehen…oder wie war das noch?  Ohje… irgendwie vertrage ich wohl doch keinen Met? :-)))

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Pilzsammlerinnen

...eine weitere Lektion in Belnend.;-)
 
Laute Rufe und irgendwelcher Krach von draußen weckten mich nach einer weiteren Nacht in dieser mir noch immer so unbekannten Stadt. Als ich verschlafen die Augen aufschlug sah ich, wie meine Herrin gerade dabei war die Zimmertür zu verrammeln. Auf meinen erstaunten Gruß legte sie schnell einen Finger auf ihre Lippen und flüsterte: „Psst, draußen sind Angreifer!“ Ich bekam natürlich einen riesigen Schrecken, verstummte jedoch schlagartig und war nun wirklich hellwach. Leise schlich ich ans Fenster, um neugierig und sehr vorsichtig über die Fensterbank nach draußen zu schauen. Dort sah ich zwar jede Menge Menschen... nach einem Kampf sah es allerdings nicht aus. Als meine Herrin dann ebenfalls einen Blick nach draußen warf, stellte sie fest, dass tatsächlich anscheinend schon alles vorbei war und befahl mir darauf, mich draußen nützlich zu machen.
 
Vor der Tür verharrte ich trotzdem vorsichtshalber noch im Schatten einer der Holstützen des Vordachs, um die Lage genauer zu erkunden und beobachtete mit ungläubigem Erstaunen, dass Belnends freie Frauen teilweise kaum zu erkennen waren… Hosen tragend, jede Menge mit bunten Malereien beschädigte nackte Haut zeigend, ohne Gesichtsschleier und vor allem bis an die Zähne bewaffnet. Doch die Situation war offensichtlich inzwischen recht harmlos... sämtliche Freien redeten mit irgendwelchen Waldfrauen mehr oder weniger aufgeregt durcheinander, sodass ich nur wenige Wortfetzen davon aufschnappen konnte und eigentlich auch nicht wirklich verstand, worum es ging. Anscheinend hatten einige Taluna Belnend überfallen und wollten nun eine Sklavin verkaufen, über deren Wert die Meinungen offensichtlich ziemlich auseinander gingen. Eine versuchte den Überfall mit dem lächerlichen Hinweis, sie seien doch nur auf der Suche nach Pilzen gewesen, zu verharmlosen. Ach ja, ich schnappte auch noch einige Wortfetzen auf, in denen sich eine der züchtig gekleideten Herrinnen erstaunlicherweise über die freizügige Kleidung ihrer Mitbürgerin aufregte.
 
Worum es bei der ganzen Aktion nun tatsächlich gegangen war, habe ich mit meinem einfach gestrickten Kajirahirn letztendlich nicht kapiert. Vermutlich lohnte es sowieso nicht, aber ich konnte auch nicht länger darüber nachdenken, da meine Herrin in ihrer unnachahmlichen Großzügigkeit leider meinte, dass ich die tapferen KämpferInnen erst mal mit einer Lage Getränke auf ihre Rechnung versorgen sollte. Na toll, danach war mir in dem ganzen Durcheinander nun überhaupt nicht... vor allem bezweifelte ich, dass denen genau in diesem Moment der Sinn nach einem solchen stand. Doch Befehl ist Befehl und musste selbstverständlich befolgt werden. Zum Glück hatte inzwischen ein gutaussehender Herr auf der Herbergsterrasse Platz genommen, dem ich als erstes meine Aufmerksamkeit widmen konnte, um mich nicht in das Gewusel auf dem Platz begeben zu müssen.
 
Dieser Herr sah zwar kleidungsmäßig nicht so aus, aber ich erfuhr später, dass er der blauen Kaste angehörte. Anscheinend war er bei einem anderen Überfall verletzt worden und die Heilerin hatte ihm zur Sicherstellung einer möglichst schnellen Genesung vermutlich ein paar Anweisungen gegeben, von denen er jedoch mindestens eine nun zu ignorieren gedachte. Es war offensichtlich diejenige, die sich auf den Konsum von Wein zu beziehen schien. Er bestellte bei mir nämlich einen Kalana, allerding in einem einfachen, unscheinbaren Becher, in dem man lediglich ein Wasser vermuten würde. Eigentlich nichts einfacher als das, wenn die Heilerin sein Getränk nicht vorkostet... doch warum sollte sie das tun? Ich servierte ihm also ein „Spezialwasser“ und erwähnte den wahren Inhalt selbstverständlich mit keiner Silbe, konnte mir jedoch ein verschmitztes Grinsen nicht verkneifen, als er einen Finger auf seine Lippen legte und mir nach einem verstohlenen Seitenblick auf die grün gekleidete Herrin zuzwinkerte.^^
 
 
Mir wurde also erst später klar, welcher Kaste dieser Herr angehörte, nämlich als sich zwei Schriftgelehrte aus Ko-Ro-Ba zu ihm an den Tisch setzten und er sich outete ebenfalls ein Schreiber zu sein, aber die Feder manchmal weglegen und zum Schwert greifen zu müssen, wenn es die Umstände erfordern. Inzwischen habe ich gelernt, dass es solche Umstände in Belnend wohl tatsächlich des Öfteren zu geben scheint... der Händler in Jorts hatte mit seiner Warnung also Recht gehabt. ;-) Zwischen den beiden Schreibern bestand übrigens vollkommenes Einvernehmen darüber, Waldweiber und gesetzloses Pack sind eher unbelehrbar und lassen sich weder mit einer Feder noch mit Worten in die Flucht schlagen.
 
In diesem Zusammenhang informierte der zwar nicht so gekleidete, aber dennoch blaukastige Herr aus Belnend den fremden Schriftgelehrten auch darüber, dass seine Stadt nicht so ist wie andere Städte auf Gor... für mich ja keine Neuigkeit und bereits als Lektion verbucht, denn das ist mir in der kurzen Zeit unseres Aufenthalts bereits klar geworden. Wie anders diese Stadt wirklich ist, hatte ich nun ein weiteres Mal mitbekommen. Insbesondere die Andersartigkeit der freien Frauen von Belnend hatte ich erneut kennengelernt und mich gewundert, dass Krieger und freie Frauen von einer bis an die Zähne bewaffneten Gefährtin des Hauptmanns angeführt werden, für die nach Aussage meiner Herrin Kastenstolz und Liebe zum Heimstein offensichtlich Fremdwörter sind. Leider vergaß ich, meine Herrin noch zu fragen, ob und falls ja, was sie im Nachhinein dabei empfindet, dieser bewaffneten „Herrin“ seinerzeit eines ihrer Lieblingskleider geliehen zu haben.;-)
 
Im Kapitel „andere Städte – andere Sitten“ gibt es also noch einiges zu lernen und sich in Toleranz zu üben. ;-)  Ich bin nun gespannt, ob meine Herrin irgendwann dennoch fluchtartig das Weite suchen wird... und eigentlich auch ziemlich sicher, dass es anderen Herrschaften auf ihren Reisen manchmal nicht anders ergeht......... es bleibt also sehr spannend!! ;-)))

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Andere Stadt - andere Sitten

 ...oder meine erste Lektion in Belnend... man lernt eben nie aus! ;-)

Nach der doch recht anstrengenden Reise in der letzten Hand haben wir tagelang die Herberge nicht verlassen und sehr viel geschlafen. Doch nun gelüstete es meine Herrin nach einer heißen Milch mit Honig, die sie diesmal nicht in ihrem Zimmer trinken wollte. Ein wenig schüchtern, wie ich in der Fremde leider immer bin, verließ ich auf leisen, nackten Sohlen das Zimmer, um mich im Gastraum umzuschauen. Ich hatte bislang leider noch nicht in Erfahrung bringen können, ob und von wem diese Herberge bewirtschaftet wird und war daher sehr froh, dort eine Sklavin anzutreffen. Zumindest glaubte ich, eine Kajira vor mir zu haben… doch später war ich mir da nicht mehr so ganz sicher. Aber das war für mich dann nicht weiter von Bedeutung.

Da sich leider herausstellte, dass dieses Mädchen ebenfalls fremd war und sich genauso wenig auskannte wie ich, kam mir eine weitere Kajira wie gerufen, die sich nun zu uns gesellte, sich allerdings ziemlich aufplusterte und die andere sogleich zur Rede stellte, ob sie etwas gestohlen hat. Das konnte nur eine Herbergssklavin sein... dachte ich jedenfalls. Ich grüßte sie freundlich, da ich in der Vergangenheit schon mehrfach die Erfahrung gemacht hatte, dass es nie verkehrt ist, sich mit so einer gut zu stellen. Leider wurde ich postwendend von ihr an meinen Haaren gepackt, mit dem barschen Hinweis, sie sei eine Freie, eines anderen belehrt und auf meine Knie gezwungen. Leider konnte ich mir nicht verkneifen noch leise zu erwidern: „Klar... frei... sehr frei sogar, so nackt wie du aussiehst... ohne Schleier, offene Haare, tiefer Ausschnitt und nackte Arme.“ Dafür hatte sie Stiefel an den Füßen, die selbst auf einer Polarexpedition noch viel zu warm gewesen wären!^^

Mir wurde selbstverständlich schnell klar, welch einen großen Fehler ich begangen hatte... ich hatte nämlich nicht auf ihren Hals geschaut, was bei langen, offenen Haaren allerdings auch nicht gerade einfach ist. Mir blieb nichts als mich schnell zu entschuldigen für mein Vergehen und um Verzeihung zu bitten. Zusätzlich versuchte ich ihr zu erklären, wie zu diesem Fehler gekommen war. Ich erzählte, dass ich aus dem Süden stamme und es dort unüblich ist, dass freie Frauen so freizügig gekleidet sind. Zum Glück war die Herrin einigermaßen gnädig gestimmt und entließ mich ohne weitere Bestrafung, damit ich mich um die Milch für meine Herrin kümmern konnte, für die ich dann recht schnell sämtliche Zutaten fand. Zum Mildestimmen meiner Herrin, wegen meines zu beichtenden Fehlers, rührte ich einfach noch einen Extralöffel Honig hinein, denn meine Herrin ist eigentlich ein Leckermäulchen und liebt Süßes. Noch besser wäre ja ein Törtchen gewesen, doch sowas war in dieser mir fremden Herberge auf die Schnelle nicht aufzutreiben gewesen... die drei Löffel Honig mussten also reichen. ;-)
 
 
Ich servierte ihr die extrasüße Milch auf der Terrasse vor der Herberge natürlich mit einem besonders liebevollen Lächeln und einem vorsorglichen Hinweis auf den zusätzlichen Löffel Honig zur Stärkung, Besänftigung und einem Wunsch für Gelassenheit. Denn dass die Milch anders schmeckt als normalerweise üblich, würde sie ja bereits mit dem ersten Schluck bemerken. Ein wenig Vorbereitung und Einstimmung auf die Süße war da mit Sicherheit nicht verkehrt. Doch das machte sie natürlich gleich hellhörig und ließ sie sogar eine Augenbraue hochziehen… übrigens ein ganz untrügliches Zeichen dafür, dass etwas im Busch ist, was wegen meines Patzers ja leider auch stimmte, über den ich ihr dann auch schnell berichtete... je eher heran, umso eher davon.

So wirklich verwundert war meine Herrin irgendwie nicht, denn erstens war ihr die ungewöhnliche Kleidung dieser Freien ebenfalls aufgefallen und zweitens meinte sie zu meinem Erstaunen: „Dina, wir sind in Belnend, hier tragen Frauen sogar Waffen.“ Wobei ich eine Waffe an der Freien nicht bemerkt hatte... oder hatte ich die ebenfalls übersehen und nicht nur das fehlende Collar? Egal, da ich von der freizügig Gekleideten keine Strafe erhalten hatte, erwartete meine Herrin nun, dass ich ihr nun zeige, wie bewusst mir mein Status ist und dass ich meine Lektion verstanden habe. Ich fand zwar, dass ich das mit dem Niederknien und meiner Entschuldigung schon getan hatte und war daher etwas begriffsstutzig, bis meine Herrin mich schmunzelnd auf „die richtige Fährte“ brachte... ich glaube, so drückte sie sich aus.^^ Sie wünschte nämlich zusätzlich von mir, dass ich die Herrin frage, ob ich ihr vielleicht etwas servieren darf.

Wobei es meiner Herrin ebenfalls recht war, wenn dies nicht der Fall sein sollte, die Freie meine Dienste also nicht wünschte.... und so war es zu meiner großen Erleichterung dann auch. Die Dame war nämlich gerade dabei sich zurückzuziehen. Ich hatte also Glück, da ich ihr am liebsten aus dem Weg gehen wollte, auch wenn es eigentlich mein allergrößter Wunsch hätte sein müssen, sie zu erfreuen. Meine Herrin meinte sogar, dass ich seeeehr viel Glück hatte, stellte dann aber schmunzelnd fest, dass mein Fehler für uns BEIDE als eine Lektion verbucht werden kann... ich vermute, im Kapitel „andere Stadt - andere Sitten“! ;-)

Wie erleichtert war ich danach, als Marthy sich zu mir kniete, denn bei ihr war ich mir zumindest sicher, dass sie eine Kajira ist. Wobei Verwechslungen in Belnend wohl nicht allzu ungewöhnlich sind… Marthy war sowas anscheinend auch gerade erst passiert. Sie hatte allerdings lediglich eine Kajira mit einer Freien verwechselt und dementsprechend gegrüßt. Von Marthy erfuhren wir auch, dass an den Schreckensbotschaften über die Gefahr von Überfällen in Belnend wohl doch etwas dran sein muss, da einige Einwohner gerade erst von irgendwelchem Gesocks verschleppt worden waren, aber mittlerweile wohl freigehandelt und wieder zurück. Mir kam natürlich sofort der Gedanke, ob es nicht letztens doch besser gewesen wäre, die von dem Schmied angepriesene Forke zu erstehen, wenn ein Haufen Gesetzloser es schafft, sogar einen Hauptmann nebst weiteren Freien mitten aus seiner Stadt zu entführen? Nun bleiben mir nur die althergebrachten Kajira-Techniken wie hauen, treten, beißen und mein großer Kochlöffel, den ich nachts übrigens immer in meiner Nähe habe, um meine Herrin zu verteidigen.
 
Dem Gespräch meiner Herrin mit den beiden netten, übrigens verschleierten^^ Damen, die sich schließlich auf der Terrasse noch zu ihr setzten, ihren Berichten über diesen kürzlich stattgefundenen Überfall mit Entführung und etlichen Verletzten sowie ihrem Austausch über diverse andere Neuigkeiten, habe ich dann nur noch mit halbem Ohr zugehört, weil ich nebenbei leise mit Marthy geflüstert habe. Ein wenig Kajiratratsch ist eben auch wichtig. Dennoch bekam ich natürlich mit dem anderen Ohr mit, als ein Bericht von mir über das Feuer in Lydius gewünscht wurde und dass die Herrinnen sich u.a. auch um das offensichtlich hohe Ansehen unterhielten, das meine Herrin anscheinend gorweit besitzt und welch einen guten Ruf das Sklavenhaus Pinion hat. :-)))

Montag, 22. Oktober 2012

Abreise aus Lydius... Ankunft in Belnend

 
Der gesamte Hausstand meiner Herrin war mittlerweile in Kisten verpackt und zum Hafen gebracht worden. Die schöne Wohnung sah ohne die Möbel nun noch größer aus, war aber auch ziemlich ungemütlich, weil alles Persönliche fehlte. Leider hatte meine Herrin noch einige letzte Dinge zu erledigen, bei denen ich ihr nicht helfen konnte, sodass ich ein wenig vom Reisefieber gepackt etwas unruhig und aufgeregt war und kaum still neben ihr knien konnte. Verständlicherweise kostete es mich eine gehörige Portion Beherrschung, mich nun noch eine gefühlte Ewigkeit in Geduld üben zu müssen, bis es endlich zum Hafen gehen würde, denn das Verabschieden stand ja ebenfalls noch an. Plötzlich waren jedoch irgendwelche lauten Rufe von draußen zu hören, die meine Herrin veranlassten, mich vor die Tür zu schicken, um zu erkunden was es damit auf sich hatte.
 
Erleichtert endlich etwas zu tun zu bekommen sauste ich nach draußen und bekam dort dann einen ziemlichen Schrecken, als es gerade kräftig rumste und der Boden unter meinen nackten Füßen erzitterte, als ob etwas Schweres zusammengebrochen war. Gleichzeitig bekam ich einen Hustenanfall, denn ich stand inmitten von dichtem Rauch... konnte vor lauter Qualm kaum etwas sehen, meine Augen begannen zu tränen. Es musste ein Unglück geschehen sein... vermutlich ein Feuer! Vorsichtig machte ich mich auf, um Näheres heraus zu bekommen. Es war das Teehaus... oder vielmehr, die Überbleibsel des ehemaligen Teehauses, denn wirklich viel stand von dem großen Bau nicht mehr, das offensichtlich gerade in sich zusammengestürzt war. Es war nicht mehr als ein großer Haufen lichterloh brennender und dabei jede Menge Qualm erzeugender Balken davon übrig. Nun war Logik angesagt, um keine Rauchvergiftung zu bekommen. Ich eilte daher schnell weiter zur Luvseite der Brandstelle und konnte dort endlich wieder frei atmen.
 
Hier hatte sich inzwischen eine große, aufgeregte Menschenmenge versammelt... mehr oder weniger rußverschmiert von ihren offensichtlich vergeblichen Löschversuchen. Doch die Ursache für diesen schrecklichen Brand war allen anwesenden Freien und Sklaven offensichtlich unbekannt und anscheinend auch niemandem erklärlich. Zum Glück war das Feuer auf kein Haus übergesprungen. Lediglich der viele Rauch und die Windrichtung waren problematisch. Oh je, meine Herrin war immer noch im Haus, das voll in besagtem Qualm lag... hoffentlich ging es ihr gut? Gerade als mir diese Frage durch den Kopf schoss, entdeckte Dark's Herr mich und war ebenso besorgt um ihr Wohl wie ich. Ich flitzte daher wie der Blitz zu ihr, um sie schnellstmöglich zu evakuieren. Zum Glück hielt sich der Rauch im Haus noch in Grenzen... meine Herrin war also wohlauf, kam aber trotzdem gleich mit mir mit, da sie ihre letzten Arbeiten inzwischen abgeschlossen hatte. Ihrer Abreise nach Belnend stand also außer dem Abschied von einigen Bewohnern nun nichts mehr entgegen.
 
 
Einen Vorteil hatte das Feuer und der damit verbundene Volksauflauf ja... es war recht einfach für meine Herrin, sich von diversen Bürgern zu verabschieden und sparte ihr mehrere Wege in die jeweiligen Häuser der Herrschaften. Trotzdem war es ein unangenehmes Gefühl, Lydius ausgerechnet nach einem solchen Unglück zu verlassen. Doch wir konnten nichts mehr tun. Erstaunlich war, dass dieser Brand so viele Einwohner vor die Tür gelockt hatte, nämlich auch etliche, die wir in mehreren Hand in dieser großen Stadt noch nie gesehen hatten, denn die Straßen und auch das Gasthaus waren fast immer  überwiegend menschenleer gewesen... zumindest zu den Zeiten, wo meine Herrin vor der Tür war. Doch es nützte nichts, ein Kastenauftrag musste erfüllt werden, die Umzugskisten waren eh gepackt und verschifft... die Abreise konnte daher einfach nicht länger verschoben werden. Außerdem ist ja nicht ausgeschlossen, dass wir möglicherweise irgendwann nach Lydius zurückkehren werden. Die Gelegenheit, vielleicht die anderen Einwohner doch noch kennen zu lernen, ist also lediglich aufgeschoben. ;-)
 
 
Die Reise verlief zum Glück ohne weitere Zwischenfälle... und selbst der unpraktische, nämlich fast weiße und deswegen sehr empfindliche Umhang meiner Herrin, den ich eigentlich nicht so besonders mag, meine Herrin dafür aber leider umso mehr ;-), hatte keinen Schaden erlitten. Unsere Geschmäcker sind manchmal einfach ziemlich unterschiedlich, aber ihrer ist natürlich immer der einzig wahre!^^ Gerüche nimmt sie übrigens auch anders wahr als ich. Denn im Gegensatz zu ihr, fiel mir gleich nach dem Verlassen des Schiffs die frische, herrlich duftende Waldluft auf, während meine Herrin keinen allzu großen Unterschied zur Seeluft feststellte. Na gut... meine Herrin war selbstverständlich auch nicht in der Unterkunft der Schiffsmannschaft gewesen. Doch dies ist natürlich ein Thema, von dem sie nie was nichts hören will... sie versteht einfach nicht, was ihr da entgeht... nämlich sowas wie z.B. frische Waldluft oder der Duft der vielen hübschen Blumen, die unseren Weg ins Dorf zierten *plinkert unschuldig*. Ich gebe zu, meine Nase war nach dem Männergeruch der Schiffsbesatzung bestimmt übersensibilisiert^^ für andere Düfte.
 
 
Sämtlicher Warnungen zum Trotz erreichten wir also Belnend wohlbehalten, waren jedoch nicht die einzigen Neuankömmlinge. Kurz nach uns traf noch ein auf Wanderschaft befindlicher Schmied ein, um seine Waren anzubieten. Während meine Herrin sich von einer Kajira im Gasthaus ein Zimmer zeigen ließ, gab sie mir den Auftrag, von dem Herrn zwei neue Collare für ihre Handelskette zu erstehen, da die alten im Laufe der Jahre doch ziemlich gelitten hatten. Puuhh... es war ein echt zähes und äußerst schwieriges Verhandeln mit ihm, da mir sein ursprünglich genannter Preis für die beiden Kragen viel zu teuer erschien. Auf jegliche Ablenkungsversuche mit vollem Körpereinsatz ging der Herr bedauerlicherweise überhaupt nicht ein. Obwohl er ein äußerst gut gebauter Kerl war, konnte man fast denken er sei gar kein Mann.^^ Aber mit viel Ausdauer und noch mehr Zähigkeit beim Feilschen hatte ich schließlich einen 20%igen Nachlass einschließlich sorgfältig geölten Schlössern herausgehandelt. Letztendlich gab meine Herrin ihm dann aber doch 2 Kupfer mehr, damit er sich gerne an dieses gute Geschäft zurück erinnern wird und Belnend vielleicht irgendwann erneut aufsucht. Sie ist nun mal eine geschickte, wirklich gewiefte Geschäftsfrau... oder einfach zu gutmütig?! ;-)
 
Zu später Ahn suchte dann auch der Hauptmann von Belnend für einen Paga die Herberge auf. Wir hatten ihn ja erst kürzlich auf einer Festivität getroffen. Wobei wir ihm auch früher schon und zuletzt eben sogar mehrfach auf Festen in Jorts begegnet sind. Meine Herrin einmal sogar fast, aber eben nur fast in einer etwas peinlichen Lage, die ihm seiner Bemerkung zufolge jedoch offensichtlich besonders gut im Gedächtnis geblieben ist, wenn ich ihn da richtig verstanden habe.^^ Sofort hatte ich die Situation vor Augen, als ich meine Herrin vor seinen Blicken auf ihre nackte Haut gerettet hatte, ihn mit geschickter Ablenkung durch meinen Anblick abgelenkt hatte. Er kam nämlich sehr plötzlich des Weges, während mein Herrin gerade... ähhmmm... im Gebüsch beschäftigt gewesen war und dabei keine Männerblicke gebrauchen konnte. Bei dieser Gelegenheit hatte sich wieder einmal gezeigt, wie gut es ist, dass sie mich hat. Bevor sich der Krieger über einige verdächtige Geräusche wundern konnte, gelang es mir nämlich, ihn zusätzlich noch in ein Gespräch zu verwickeln. Da ich jedoch immer sehr frei heraus und ehrlich bin, deutete ich ihm ohne langes Nachdenken an, wo und womit meine Herrin beschäftigt war. Tja, wie schön, dass ihre Dankbarkeit für diese Rettung dann doch überwog... ihre zerknirschten Blicke ließen jedenfalls erahnen, was sie am liebsten mit mir getan hätte! ;-)
 
Schade, dass der Herr Hauptmann erst recht spät die Herberge aufgesucht hatte, sodass für meine Herrin nicht viel Zeit mit ihm verblieb, denn sie war nach der langen Reise recht müde. Allerdings plant sie auch in dieser Stadt einen längeren Aufenthalt von mehreren Hand ein und wird daher bestimmt noch häufiger Gelegenheit haben, mit ihm zu sprechen... da bin ich mir eigentlich sehr sicher! :-))

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Gefährtenfeier in Jorts

Seit Tagen war ich nun schon damit beschäftigt, den großen Hausstand meiner Herrin in Kisten zu verpacken... und zwar so, dass auch alles heil am nächsten Reiseziel ankommt. Es stand nämlich in Kürze ein weiterer Umzug im Auftrag des Kastenobersten meiner Herrin an. Bei der ganzen Plackerei war ich daher sehr froh, als sie mir eröffnete, vorher noch einen kleinen Zwischenabstecher nach Jorts zu machen, bevor wir am nächsten Tag Lydius endgültig verlassen würden... diese große, schöne, aber auch sehr, sehr ruhige Stadt.
 
Der Hauptmann von Jorts hatte zur Feier seiner neuen Gefährtenschaft eingeladen. Daher war es nur selbstverständlich, dass meine Herrin ihm zu Ehren ein rotes Kleid wählte und ich mich auch in ein wenig Rot hüllte. Wobei ich meine Herrin vorsichtshalber zu meinem Outfit noch um Erlaubnis fragte, da die Bekleidung meiner Hinterseite arg knapp geraten, um nicht zu sagen so gut wie nicht vorhanden war. Doch sie hatte erstaunlicherweise kein Problem damit, für den Hauptmann von Jorts schien ihr mein nackter Po wohl angemessen zu sein... oder hatte sie etwa nur meine Vorderseite begutachtet und meine Blöße gar nicht gesehen?^^
 
In Jorts tobte bei unserer Ankunft bereits voll das Leben... viele bekannte, aber auch viele unbekannte Gesichter für mich. Ein riesiges Büffet war aufgebaut worden mit jeder Menge Leckereien, sodass sich fast die Tischplatten bogen. Dort traf ich auch auf eine Kajira, die ich vor etlichen Jahren einmal kennengelernt hatte und die sich riesig freute mich wiederzusehen. Der Händler von Jorts, den ich mittlerweile ja nicht mehr grummelig finde^^, war auch unter den vielen Gästen. Allerdings war er in ein Gespräch mit einem Herrn vertieft, der mich irgendwie ein wenig an jemanden erinnerte. Wegen seiner Kleidung nahm ich an, dass er Sklavenhändler sein musste. Leider wollte mir jedoch nicht einfallen, woher mir der Herr so bekannt vorkam.
 
Bedauerlicherweise suchte sich meine Herrin einen Sitzplatz, der von diesem mysteriösen Freien etwas weiter entfernt lag, sodass ich meine Grübeleien vorerst aufgeben musste und das Rätsel erst einmal ungelöst blieb. Dann begannen die Kajira des Hauptmanns und die Sklavin des  Händlers von Jorts mit einem sehr schönen Tanz zu Ehren der neuen Gefährten, in dem sie das Paar am Ende der Aufführung geschickt mit langen Tüchern fesselten und dann einfach verschwanden. Das bedröppelte Gesicht des Hauptmanns war echt obersehenswert, zumal sich offensichtlich auch niemand für seine Befreiung zuständig sah. Ich glaube, ihm wurde nun erst richtig klar, worauf er sich mit dem Unterzeichnen des Gefährtenschaftsvertrags eingelassen hatte!^^
 
 
Bei der Erinnerung an den einen oder anderen Kopf-Ditscher, den er mir während unseres Aufenthalts in Jorts schon verpasst hatte, konnte ich mir ein kleines, recht schadenfrohes Grinsen über seine missliche Lage natürlich nicht verkneifen, während ich auf dem Weg zum Büffet direkt an den beiden eng verschnürten Herrschaften vorbei kam. Eigentlich hätte der Herr sich selbst befreien können müssen, wenn er seine bohrenden, giftigen Blicke nicht auf mich geschossen, sondern sich damit auf das Durchschneiden der Tücher konzentriert hätte. So musste er eben noch ein wenig ausharren...  eng verschnürt als Paket mit seiner neuen Gefährtin, bis er schließlich doch von einem mitleidigen Herrn ein Messer zugesteckt bekam.
 
Nachdem zu vorgerückter Ahn viele Freie das Fest mittlerweile verlassen hatten, wechselte der nette^^ Händler noch einmal seinen Platz und kam zum Tisch meiner Herrin herüber. Einerseits wohl, weil sich Gesprächspartner zurückgezogen hatte, andererseits kam es mir aber auch fast so vor, als ob er ein wenig neugierig war. Selbstverständlich gebot es ihm die Höflichkeit, sich bei meiner Herrin nach ihrem Befinden zu erkundigen. Als nächstes fragte er dann aber schon, ob sie noch in Lydius weilte und wohin sie als nächstes reisen würde. Wobei sie ihm vorher noch erklären musste, dass sie mich immer noch Dina nennt und nicht Konstanze, wie er meinte vom Nebentisch her gehört zu haben, als sie sich mit auch ihr seit Jahren bekannten Kajira unterhielt, die mittlerweile in Belnend lebte und sich immer noch freute, uns getroffen zu haben. Pahh... Konstanze... ein fast undenkbarer Name für eine Kajira des Hauses Pinion... eigentlich weiß der Herr doch, dass die Namen aller Sklavinnen meiner Herrin grundsätzlich mit ina enden!
 
Die Information meiner Herrin, sie würde als nächstes nach Belnend reisen, entlockte ihm dann ein wenig Wichtigtuerei... oder war er tatsächlich um das Wohlergehen meiner Herrin besorgt? Er machte jedenfalls sehr überzeugend deutlich, dass er hoffe, sie wisse worauf sie sich da einlässt, denn er wäre schon oft in Belnend gewesen und hätte immer erleichtert aufgeatmet, wenn seine Geschäfte abgeschlossen waren und er wohlbehalten die Heimreise antreten konnte. Belnend sei nämlich nicht mit Orten wie Jorts oder Lydius vergleichbar, wo es überwiegend sicher ist und sehr ruhig zugeht, was ich absolut bestätigen kann. Nein, in Belnend bestehe ständig eine Gefahr durch Überfälle!
 
Doch meine selbstbewusste Herrin ließ sich von seiner Schwarzmalerei nicht von ihren Reiseplänen abbringen und in keiner Weise einschüchtern. Warum auch... erstens weiß sie sich immer zu helfen und außerdem hat sie ja eh keine Wahl. Sie muss schließlich den Auftrag ihres Kastenobersten ausführen! Außerdem hat sie ja mich und ich kann ganz gut kneifen, hauen, beißen und treten, Letzteres allerdings mit nackten Füßen. Auf unserer Rückreise nach Lydius nahm ich mir jedenfalls  trotzdem ganz fest vor, einen großen Kochlöffel, den ich sehr gut als Waffe benutzen kann, zuoberst in meinem Rucksack zu verstauen. Vorsicht ist nun mal die Mutter der Porzellankiste... eine gute, pflichtbewusste Kajira sorgt eben vor! :-)

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Echte Freunde

Ein „Erlebnis“ bzw. das Reagieren und Nicht-Reagieren einiger auf meiner FL befindlichen SL-Spieler hat mich veranlasst, mehrere Gespräche mit Freunden zu führen, die mir sehr wichtig sind. Sie haben mich ziemlich ins Grübeln gebracht, sodass ich letztendlich versucht habe, mir darüber klar zu werden, was Freundschaft für mich bedeutet und vor allem, was ich von einem Freund*) erwarte... erwarten darf... ob ich in SL überhaupt einen echten Freund*) habe, der an mir, der RL-Person interessiert ist?.....................................JAAAAA, habe ich!!! :-)))
 
Auch wenn sie sich so nennt, die FL im zweiten Leben ist jedenfalls keine Liste mit Freunden (auch wenn sich die echten darunter befinden), sondern bestenfalls eine mit mehr oder weniger oberflächlichen, aber auch einigen sehr lieben Bekannten. Sie ist in erster Linie ein komfortables Tool, um zu erkennen ob jemand online ist bzw. um z.B. auf einfache, schnelle Art und Weise eine IM zu senden, weil man sich im gleichen Roleplay befindet oder irgendeinen anderen Bezug zueinander hat. Erlischt dieser Bezug und man wird gestrichen, ist das kein Anlass beleidigt und schon gar nicht traurig zu sein… die Notwendigkeit zum Aufrechterhalten des Kontaktes ist schlicht und einfach nicht mehr gegeben! Das Streichen von der FL nach einem Streit ist in meinen Augen jedoch eher eine zusätzliche, allerdings recht lächerliche Gehässigkeit, um hinterher noch einmal nachzutreten. Aber darum geht es hier jetzt nicht, sondern um echte Freunde. :-)
 
Echte Freundschaft ist für mich eine wundervolle, sehr kostbare Beziehung zu einem anderen Menschen, die mit sehr viel Emotionen (sowohl positiven, als auch negativen) und sehr großer Sympathie verknüpft ist. Eine solche Beziehung kann sehr gut auch virtuell funktionieren, ohne das Gesicht des anderen, ohne seine Körpersprache zu sehen. Aufgrund meiner emotionalen Verbundenheit und der gegenseitigen Offenheit kann man durchaus spüren, wenn es dem Freund*) schlecht geht. Ich werde traurig, wenn er traurig ist, mache mir Sorgen um ihn… freue mich ganz besonders über seine Erfolge, lache mit ihm und bin glücklich, wenn er glücklich ist... und umgekehrt. Bei einem Freund*) darf ich mich ausheulen, er hat Verständnis für meine Gefühle, wäscht mir aber vielleicht auch gelegentlich den Kopf, wenn ich mich verrannt habe und hilft mir, meine quer liegenden Gedanken zu sortieren... und... und... und. Freundschaft bedeutet auch, Vertrauen haben, an den Freund*) zu glauben, einfach ganz subjektiv von der Richtigkeit seiner Handlungen überzeugt zu sein, sie nicht weiter zu hinterfragen, weil er das Beste für mich will und hinter mir steht.
 
Nachdem ich ein wenig gegoogelt habe, bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass mich auch eine echte Freundschaft nicht berechtigt, automatisch Loyalität (franz. Treue) zu erwarten oder diese gar einzufordern. Loyalität steht sowohl für die innere Verbundenheit, als auch für das Verhalten gegenüber anderen Personen. Wer loyal ist, teilt was dem Anderen wichtig ist... seine Werte, die Meinung des Anderen und steht auch Dritten gegenüber dazu, obwohl er sie evtl. nicht 100%ig teilt. Mir ist klar geworden, dass ich von keinem Freund*) Loyalität einfordern möchte, denn ich würde ihn damit in einen Konflikt bringen, wenn er meine Meinung und meine Werte nicht teilt.
 
Echte Freundschaft ist für mich also große gegenseitige Wertschätzung, sehr viel Zuneigung und jede Menge Vertrauen… hat aber nichts mit Loyalität zu tun, obwohl es durchaus auch unter echten Freunden Loyalität gibt.............................. ;-)
 
Ohje... alles irgendwie ganz schön kompliziert! *lächelt etwas schief in Richtung ihrer Freunde*
 
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*) gilt natürlich auch für eine Freundin!

Montag, 8. Oktober 2012

Ohne viele Worte

 
 

 
 

2 Wochen Sommerverlängerung, fast ohne Internet... dafür aber lesen und relaxen bei fantastisch mildem Spätsommerwetter... beim Frühstück Delphine in der Bucht beobachten... die herrlich warme Sonne auf der nackten Haut in vollen Zügen genießen und mit geschlossenen Augen ein wenig von Gor, SL und den sehr lieb gewonnenen, virtuellen Freunden träumen... zwischendurch natürlich immer wieder ausgiebig baden und schnorcheln im glasklaren Wasser... aber auch die Gegend ein wenig mit dem Fahrrad erkunden auf Touren, die teilweise schon fast ein Survivaltraining waren... abends dann die untergehende Sonne über dem Meer beobachten und den herrlichen Tag bei dem einen oder anderen Gläschen leckeren Rotwein ausklingen lassen... und... und... und.................^^
 
Es war einfach obersupertoll!!!!!!... leider nur viel zu schnell schon wieder vorbei. :-(((