Montag, 30. Dezember 2013

Die letzten Tage…

…war es vergleichsweise ruhig in Jorts, da die meisten Bewohner es vorgezogen hatten, in ihren Häusern zu bleiben. Vorgestern war jedoch etwas Besonderes los, denn es stand ein weiterer Heimsteinschwur an. Der Hauptmann und seine Gefährtin hatten ihr Haus recht zeitig verlassen und die Herrin sich bis zur Zeremonie noch am Brunnen niedergelassen, während der oberste Krieger von Jorts den Heimstein aus seinem Versteck holte… ein Umstand, der ihm auch an diesem Tag nicht sonderlich behagte, ist doch der Heimstein einer goreanischen Stadt das Kostbarste und daher Bestbehütetste was man sich nur denken kann.
 
Da die Hauptmannsgefährtin wie so oft in Gedanken versank bzw. auf der Bank am Brunnen ein kleines Nickerchen machte und die offensichtlich sehr nervöse Schreiberin eine Runde nach der nächsten um den Brunnen drehte, wahrscheinlich wollte sie damit ihre Aufregung vor ihrem Schwur auf den Heimstein von Jorts in den Griff bekommen, nutzte ich die Gelegenheit um mich etwas abseits zu knien und das Geschehen auf dem sich langsam füllenden Marktplatz zu beobachten, denn niemand benötigte meine Dienste… dachte ich jedenfalls. Mal wieder falsch gedacht, denn mit dem Eintreffen der beiden Rekruten war es vorbei mit meiner Ruhe. Der Baumkrieger brüllte nämlich meinen Namen quer über den Marktplatz.
 
Ausgerechnet die Gefährtin des Hauptmanns, die eigentlich wissen sollte wie ein Krieger riechen muss, hatte ihr Nickerchen inzwischen beendet und sich gerade über den Geruch der beiden vom Training zurückkommenden Herren beschwert, die nun von mir Abhilfe erwarteten und zwar möglichst schnell und effektiv. Natürlich wäre ich gerne mit beiden Kriegern im Bad verschwunden, doch dafür war die Zeit inzwischen zu knapp, denn die Zeremonie für den Heimsteinschwur würde in wenigen Ehn beginnen und die Männer einfach mit Sklavenparfum beduften, kam auch nicht in Frage. Außerdem stieg mir kein unangenehmer Duft in die Nase… auch nicht, als ich direkt unter den Achseln der Herren eine Geruchsprobe nahm.
 
Pah, was für eine Panikmache! Beide Rarii rochen nach frischer Luft, ein wenig nach Heu und ganz leicht nach frischem Schweiß, also genau so wie Krieger riechen müssen… fand ich jedenfalls und gab dies auch von mir. Außerdem trugen sie ihre besten Tuniken, die trotz den Trainings immer noch  ordentlich und sauber waren. Die wenigen daran klebenden Grashalme waren schnell abgeschüttelt. Verunsichert durch die Herrinnen hatte der Baumkrieger zuvor zwar noch besorgt geäußert, dass ich bei meiner Schnupperprobe hoffentlich nicht bewusstlos werde, plusterte sich nach meinem Urteil nun aber förmlich auf vor Selbstbewusstsein und erntete von den Herrinnen den abfälligen Kommentar, dass ich ja nur eine Sklavin bin. Tja, das bin ich und deswegen hatte ich auch an dem wundervollen Geruch der Krieger absolut nichts auszusetzen!!
 
Die Menschentraube auf dem Marktplatz war inzwischen größer geworden. Sogar Dark’s Herr hatte mal wieder seinen Landsitz verlassen, um der Zeremonie beizuwohnen und diesmal zu meiner Freude auch Dark mitgebracht. Bei ihrer Frage, wer denn die beiden gutaussehenden Krieger neben mir sind, wurde mir klar, dass ich sie ewig nicht mehr gesehen hatte, denn die beiden Herren gehören inzwischen schon ziemlich lange dem Heimstein von Jorts an. Diesen Umstand nutzte Dark natürlich sofort aus, um sich lächelnd nach allen Regeln der Kajirakunst zu präsentieren, die sie wirklich perfekt beherrscht. Während sie den Baumkrieger mit den Augen fast verschlang meinte sie zu mir, wenn die beiden mich inzwischen schon so lange kennen, sei es nun wohl an der Zeit, dass sie endlich sehen, was es sonst noch so gibt.
 
Wahh, das hätte sie sich lieber verkneifen sollen oder wollte sie damit etwa nicht andeuten, die Herren könnten meiner inzwischen überdrüssig sein? Vorsichtshalber verpasste ich ihr einen kleinen Dämpfer, allerdings einen sehr freundschaftlichen, weil ich Dark einfach sehr gerne mag und ihr eh nicht böse sein kann und außerdem mit ihr sowieso nie werde mithalten können. Mit einem kessen Blick zu ihrem Herrn erwähnte ich daher nur beiläufig, wie gut er tanzen kann und der Baumkrieger auch, denn das hatten mir beide vor kurzem beim Konzert der Sängerin aus Lydius wirklich gezeigt. Eigentlich hätte Dark sich darüber freuen müssen, wie gut sich ihr Herr ohne sie unterhalten hatte, doch unschuldig lächelnd erwiderte sie nur, das mit dem Tanzen macht er immer, wenn ihm eine Sklavin nicht gut genug für die Felle erscheint.
 
 
Das tat nun richtig weh, sodass ich es lieber vorzog, ihr die Antwort schuldig zu bleiben, damit niemand den Kloß in meinem Hals bemerkte. Zum Glück wurde Dark umgehend zu ihrem Herrn zitiert, der ihr überaus deutlich mitteilte, dass immer noch er es ist, der bestimmt, wann eine Kajira in sein Fell darf und wann nicht. Dadurch ist es hoffentlich nicht weiter aufgefallen, wie sehr mich dieser Seitenhieb getroffen hatte. Außerdem musste ich mich gerade gegen die Prinzessin des Baumkriegers behaupten, die mich mit ihrem dicken Hintern abdrängen wollte, um ihren Herrn von mir abzuschirmen. Dabei war es ihr vollkommen egal, dass sie sich an seine falsche Seite kniete, Hauptsache „ihr Besitz“ war verteidigt.
 
Wie gut, dass inzwischen die neunte Ahn angebrochen war und alle Freien mit ihren Kajirae nun für den Heimsteinschwur in die Schreiberei strömten. Während ich immer noch leicht gegen meine Gefühle ankämpfte und ernsthaft überlegte, mich einfach zu verdrücken, weil ich mich ohne meine Herrin mal wieder alleine und verloren fühlte, drangen wie durch Watte plötzlich die Worte von Darks Herrn an mein Ohr. Er hatte nicht nur Dark, sondern tatsächlich auch mir befohlen „Dark, Dina… bei Fuß, wir gehen zum Schwur“, sodass ich mich schließlich beeilte, doch noch hinterher zu trotten und mir im Hintergrund einen Platz in seiner Nähe suchte.
 
 
Fast gemein fand ich übrigens die Begründung des Hauptmanns für den Beginn der Zeremonie. Er gab doch tatsächlich von sich, der Zeitpunkt sei jetzt günstig, weil die Schreiberin so schön entspannt aussah. Tja so ist er eben, denn es war offensichtlich, die Herrin bekam ihre Nervosität kaum noch in den Griff und nickte so nun hektisch, dass sie auch noch ihren total verrutschten Schleier wieder feststecken musste. Ich gestehe, dass ich der Zeremonie irgendwie kaum folgen konnte, aber Darks Herr sagte, es war ein guter Schwur… für eine Frau. Dann raunte Dark mir leise zu, ob wir beide uns ins Zeug legen wollen, um ihren Herrn im Bad ein wenig zu erfreuen. Falls er wieder mal wasserscheu ist, würden uns bestimmt Dinge einfallen, um ihn vom Wasser abzulenken. Hach, ich hätte sie knuddeln können… sie war also doch nicht sauer auf mich, weil ich mit ihrem Herrn hatte tanzen dürfen!
 
 
Doch aus dem Bad wurde nichts… ich bekam von dem einen Rekruten den Befehl, in sein Haus zu laufen, weil es dort etwas gäbe, was ich für ihn zu erledigen hätte. Während der Krieger zusammen mit dem Hauptmann den Heimstein zurück in sein geheimes Versteck brachte und die Gelegenheit für irgendeine wichtige Unterredung mit ihm nutzte, lief ich nachdenklich zum Haus des Rarius, denn ich konnte mir nicht vorstellen, was es dort zu tun geben sollte. Es gab auch nichts… keine verteilte schmutzige Wäsche, kein dreckiges Geschirr… alles sah sauber und ordentlich in diesem Kriegerhaushalt aus, obwohl ich wusste, dass der Herr seine Sklavin vor einigen Tagen schon zur Ausbildung im Kochen geschickt hatte. Irritiert entschloss ich mich nun, doch lieber draußen vor seiner Tür auf ihn zu warten. Leider erweckte ich damit jedoch seinen Unmut, als er kurz darauf nach Hause kam. Ich wurde angeherrscht, was ich dort herumstehe, denn er hatte mir ja befohlen, drinnen auf ihn zu warten.
 
Mir blieb nichts anderes übrig als kleinlaut hinter dem Krieger herzulaufen, bis er sich vor mir aufbaute und mir befahl, mich auszuziehen. Diesem Befehl kam ich ohne weitere Fragen zu stellen selbstverständlich sofort nach, meinte ich doch zu wissen, was der Herr mit mir vorhatte. Doch es kam anders… zumindest erst mal.Der Rarius drückte mir ein kleines Paket in die Hände und befahl mir „auspacken und anziehen!“ Dann erklärte er mir, das sei eine Belohnung für mich, weil ich immer so viel Leidenschaft zeige, wenn ich ihm mit meinen Diensten sehr viel Freude bereite. Er wies natürlich darauf hin, dass dieses Geschenk eigentlich meiner Herrin gehört. Sollte sie nach ihrer Rückkehr also „nein“ sagen, darf ich es nicht mehr tragen… doch nun durfte ich es!
 
Es waren wunderschöne Tanzseiden, die der Krieger anscheinend vor kurzem in Belnend erstanden hatte und die meine Hüften nun vor Freude ganz von alleine sofort sanft kreisen ließen. Erschrocken über mein spontanes Tun schaute ich dem Rarius in seine schönen Augen, denn er wollte sicherlich hinüber ins Gasthaus, wo inzwischen die Feier nach dem Heimsteinschwur bestimmt bereits in vollem Gange war. Doch während seine begehrlichen Blicke über meinen fast nackten, nur mit den dünnen, wunderschönen Seiden bekleideten Sklavenkörper wanderten, ermunterte er mich schmunzelnd weiter zu tanzen… nur für ihn. Natürlich gab ich alles, um meine Dankbarkeit für dieses tolle Geschenk zu zeigen.
 
Ich bin mir sicher, dass der Krieger in dieser Nacht wirklich keinen Gedanken mehr an irgendwelche Feiern fassen konnte und schließlich erschöpft, aber restlos tiefenentspannt neben mir einschlief... danke Herr!!!!!^^

Montag, 23. Dezember 2013

Likör aus Turia

Nachdem die Sache mit dem D geklärt war, deutete der Hauptmann auf seine Füße, damit ich ihm meine Dankbarkeit für sein Zugeständnis zeigen konnte, indem ich seine Stiefel küsste. Zum Glück kam kurz darauf Lita dazu, um ihre Pastetchenbeichte abzulegen, sodass ich unbeobachtet schnell die Spuren meiner Tränen von den Schuhen des Hauptmanns abwischen konnte, die ich in dieser emotionalen Situation leider nicht hatte zurückhalten können. Erneut zeigte sich, wie praktisch es ist lange Haare zu haben die vors Gesicht fallen, wenn man demütig seinen Kopf senkt, was ich natürlich gerade tat.
 
 
Danach ging es erst mal für einen Kalana auf die Terrasse, wo der Hauptmann die anderen Herrschaften über unsere Umbenennungen informierte und sich dabei lustigerweise selbst verhaspelte und mit unseren neuen Namen durcheinander kam, denn auf einmal nannte er Sita nun Rita. Aber er war guter Dinge, dass er sich daran noch gewöhnen wird und die Verwechslungen nur am Anfang passieren. Warten wir es mal ab. Es stellte sich übrigens heraus, dass für den Lederarbeiter die Pastetchensache längst erledigt gewesen war und wir gar nicht hätten beichten müssen. Trotzdem fand ich es gut, dass Lita ihren Herrn darüber informiert hatte, denn der eigene Herr sollte einfach wissen, was sein Besitz angestellt hat… so halte ich es mit meiner Herrin ja auch immer.
 
Den Gesprächen der Herren am Tisch lauschte ich ehrlich gesagt nur mit halbem Ohr, während ich mich um das Servieren ihrer bestellten Getränke kümmerte, da es mich nicht sonderlich interessierte, ob irgendwo eine freie Frau vermisst wird und an welchen Körperteilen Herrinnen irgendwelche Haare haben. Interessant wurde es erst, als der Hauptmann versuchte, das Fass mit dem turianischen Likör an den Mann zu bringen oder vielmehr an den Baumeister, weil der seine Wurzeln anscheinend in Turia hat. Ohje, was sprach dieser hochwohlgeborene Herr geschwollen daher und was ist seine Gefährtin für eine hochwohlgeborene Oberzicke! Aber das habe ich mir natürlich nicht anmerken lassen.
 
Eine sehr feine Nase scheint der Gelbkastige jedenfalls zu haben, denn er schnupperte erst einmal an dem Likör, bevor er äußerst vorsichtig an ihm nippte, um den Kelch dann mit dezentem Hüsteln aber irgendwie eingefrorenem Lächeln auf dem Tisch abzustellen… angeblich weil sich das intensive Buket des Likörs noch etwas entfalten musste… oder sagte er abgasen? Egal, er trank ihn jedenfalls nicht, sondern huldigte später dann doch lieber einem guten Kalana aus Jorts, sodass die Luft auf der Terrasse vorerst noch rein blieb.
 
Dies änderte sich schlagartig mit dem Rekruten, den ich in der Bedienreihenfolge leider hinten anstellen musste. Ein wenig selbst Schuld war er ja, denn er hatte seiner Beinahesklavin erlaubt, sich bereits zurückzuziehen. Da ich noch beschäftigt war einem anderen Krieger sein Getränk zu servieren, nutzte der Hauptmann die zweite Chance für das Fass mit dem Likör aus Turia und bot es dem Rekruten an. Ich glaube der Lederarbeiter gab noch den Hinweis, dass er es lieber nicht trinken sollte, bekam aber den Ellbogen des Hauptmanns in die Seite gerammt, da dieser Likör als Abhärtungsmaßnahme zu verstehen sei und nicht als Mordanschlag auf den Krieger.
 
Er pries dem armen Rekruten, der sich das Fass inzwischen mit Begeisterung zum Tisch gerollt hatte, den Inhalt sogar als besonders nussig und von der Zunge abperlend an, sodass das Liköropfer seinen Humpen randvoll laufen ließ und den Inhalt hinunterkippte. Offensichtlich wirklich zufrieden mit dem Geschmack des Zeugs, füllte er gleich noch mal nach, während der Hauptmann mit seinem Kissen vorsorglich von ihm wegrutschte, da die blähende Wirkung des Getränks demnächst zu erwarten war. Und so war es auch. Die ersten Rülpser des Herrn waren ja noch vergleichsweise harmlos, aber als er sich dann die Hand auf den Bauch legte, seine Haltung mit leicht verkniffenem Gesichtsausdruck etwas zur Seite verlagerte, erneut rülpste und dann ein langanhaltendes „Pfffffpuuuup“ von sich gab, klappte allen Anwesenden der Unterkiefer herunter, denn niemand atmete bei dem schlagartig einsetzenden Verwesungsgeruch mehr durch die Nase.
 
Der Hauptmann meinte sogar, unter dem Tisch läge ein Toter…doch da war nichts, nicht mal eine kleine Urt. Wie gut, dass er noch dichter an den Lederarbeiter herangerutscht war, denn plötzlich kam der Likör samt Essen wieder zum Vorschein… der erste Mundvoll leider auf die Bodendielen der Terrasse. Nun war richtig Hektik angesagt. Der eine Krieger wies mich noch an, wegen der üblen Gase schnell ein paar wohlriechende Kräuter ins Feuer zu streuen, während der Hauptmann mir bereits befahl, das Fass umgehend zu entsorgen, weil der arme Rekrut inzwischen den Rest seines Essens über die Brüstung reiherte.
 
 
Leider kam mir natürlich die Aufgabe zu, den ekelhaft stinkenden Schweinkram wegzumachen, gegen den die noch nicht mal verdauten, rückwärts gegessenen Pastetchen am Vortag wirklich nichts gewesen waren. Wie gut, dass sich der Hauptmann für ein Handelsverbot dieses gefährlichen Zeugs einsetzen will. Ach ja, nun ist mir auch klar, warum auf dem Likörfass ein Totenkopf war.^^

Sonntag, 22. Dezember 2013

Strafe oder Ehre?

Irgendwie scheint es für mich zur Regel zu werden, Lita mit geknebeltem Mund stumm anflehen zu müssen, um den doofen Sprechverhinderer loszuwerden. Zum Glück hatte sie auch an diesem Tag ein Einsehen mit mir und band sich den Knebel wieder an ihren Gürtel, wo er diesmal auch bleiben sollte. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich jedoch noch nicht, dass mich eine andere, viel schlimmere Strafe erwartete.
 
Es war übrigens wieder jede Menge los in der Stadt und ganz besonders auf dem Marktplatz, dem zentralen Treffpunkt für Freie und Unfreie. Anscheinend war sich der Brauereibesitzer gerade mit der Pfeife rauchenden Händlerin einig geworden, die erst kürzlich ein Fass mit Blähungen verursachendem Likör aus Turia dagelassen hatte. Doch das ist eine andere Geschichte. Der nette Brauereikrieger sah in der Herrin offensichtlich keine Konkurrenz für seine eigenen Erzeugnisse und hatte ihr daher zugestanden, sich in Jorts niederzulassen... sie benötigte also ein geeignetes Haus, das der Hauptmann ihr nun zeigen wollte. Tja, und dann geschah etwas für mich Unerklärliches.
 
Der Hauptmann sah mich an, brummte auf seine typisch barsche Art: "Rita, mitkommen!" und stapfte dann auch schon mit der Händlerin und dem Brauereikrieger davon. Huch, wer war denn Rita... hatte er etwa schon wieder eine neue Sklavin? In der Annahme, er hatte gar nicht mich gemeint, schaute ich erstaunt hinter mich, doch dort war niemand, sodass mir nichts anderes übrig blieb, als mich besorgt bei Lita zu erkundigen, ob es ihrem Herrn an diesem Tag vielleicht nicht so gut ging. Leider klärte sie mich jedoch darüber auf, dass ihr Herr beschlossen hatte mich Rita zu nennen in der Zeit, in der ich bei ihm in Obhut bin. Ohje, er wollte mich bestrafen... nur wofür? Verbrachte ich nicht sowieso schon jede Nacht in seinem Sklavenkäfig meistens geknebelt, gefesselt und mit Sklavenhaube?
 
Total irritiert zermarterte ich mir mein Hirn, doch mir fiel kein Fehler ein, der diese neue, wirklich harte Strafe verursacht haben könnte. Mir war zwar klar, dass eine Kajira keinerlei Anrecht auf einen Namen hat und sich glücklich schätzen muss, überhaupt einen zu bekommen, trotzdem war das ein gewaltiger Schock für mich. Was gefiel ihm denn daran nicht, dass meine Herrin mir den Namen Dina gegeben hat? In den vielen Jahren seit ich auf Gor bin, haben mich übrigens alle meine Besitzer Dina genannt. Einzige Ausnahme war vor langer Zeit ein Tavernenwirt gewesen, von dem ich den Namen Findling erhielt, weil er mich auf dem Lydiusfeldzug halb verhungert gefunden hatte. Und meine Herrin gab mir nur einmal kurz den Namen ina. Ich verlor damals zur Strafe für eine Hand das D, weil ich einen Fehler gemacht hatte... eine wirklich schlimme Maßnahme für mich.
 
Und nun war ich Rita... hatte die "Ehre" eines neuen Namens erhalten, der für mich schrecklicher nicht hätte sein können. Diesen grässlichen Namen empfand ich als eine so heftige Strafe, dass ich nicht anders konnte, als mit hängendem Kopf und heruntergezogenen Schultern, als würde eine schwere Last auf ihnen liegen, hinter dem Hauptmann herzutrotten, während ich krampfhaft versuchte, gegen den traurigen Kloß in meinem Hals und die aufsteigenden Tränen anzukämpfen. Um nicht noch mehr in Ungnade bei meinem Obhutherrn zu fallen, muckste ich natürlich nicht auf, näherte mich ihm aber gerade nur so weit, dass ich nicht auch noch eine Strafe wegen mangelnder Gehorsamkeit riskierte und sank um meine Fassung bemüht, mit niedergeschlagenem Kopf an der Hausecke auf meine Knie.
 
Dem Brauereikrieger fiel sofort auf, dass mich etwas ganz schrecklich bedrückte, doch der Hauptmann ignorierte seinen Hinweis einfach und befahl mir, das Haus für die Likörhändlerin zu reinigen... eine gute Möglichkeit, mir meinen Frust in Form gewaltiger Staubwolken durch die offene Haustür Richtung Hauptmann von meiner Seele zu fegen. Dachte ich jedenfalls, es klappte aber nicht. Der traurige Kloß in meinem Hals wurde immer größer je länger ich fegte und je mehr Staub ich aufwirbelte, sodass der Wasserstand in meinen Augen kurz vor dem Überschwappen war und ich überhaupt nichts mehr erkennen konnte, sondern nur noch so tat als würde ich saubermachen.
 

Der Hauptmann merkte natürlich doch, dass etwas mit mir nicht stimmte und herrschte mich an, weil ihm mein Benehmen nicht gefiel. Er zog mich schließlich zur Seite und erklärte mir seine Entscheidung, dass er mich die nächsten 3 Hand Rita nennen wird, weil auch Kajirae in seiner Obhut Namen mit der Endung ita erhalten. Er hält es sozusagen wie meine Herrin mit ihren inas, ersetzt nur das n durch ein t. Leider war es darauf jedoch endgültig um meine Beherrschung geschehen und ich löste mich restlos in Tränen auf, erhielt allerdings die Möglichkeit, dem Hauptmann zu erklären, was für mich so schlimm an dem Namen Rita war. Nach meinen geschluchzten Versuchen, ihm meine schrecklichen Empfindungen bei diesem Erdennamen verständlich zu machen, hatte er ein Einsehen und ließ mir wenigstens das D, nennt mich nun also Dita... wirklich eine Ehre für eine so unbedeutende Kajira wie mich.
 
Trotzdem machte es mich unheimlich glücklich, dass alle anderen Herrschaften an diesem Abend weiter bei Dina geblieben sind... zumindest bislang.;-)))

Samstag, 21. Dezember 2013

Pastetchen

Mist, irgendwie war es mir nicht gelungen, dem Hauptmann über den Weg zu laufen, um den doofen Knebel wieder loszuwerden, den er mir am vorherigen Abend noch verpasst hatte, nachdem ich leider mal wieder viel zu spontan eine wie ich fand echt tolle Idee von mir gegeben hatte. Dabei war es so ein wundervoller Abend mit meiner Herrin gewesen, nach dem ich sie aber leider zur letzten Fähre bringen durfte. Sie wollte nämlich für drei Hand verreisen… wieder ohne mich. Während ich versuchte mir beim Abschied nicht anmerken zu lassen, dass ich mit den Tränen kämpfte, trug sie mir noch auf, den Hauptmann darum zu bitten, mich für die Zeit ihrer Abwesenheit in Obhut zu nehmen… dann war sie weg und ich lief mit hängenden Schultern nach Hause, wo ich mich erst einmal verkriechen wollte, um mich wegen meiner herrinlosen Zeit ein wenig zu bedauern. Doch von hinter dem Haus drangen leise Stimmen herein, die mich neugierig werden ließen, da ich die eine dem Hauptmann zuordnen konnte.
 
Wenn er schon draußen war, dann konnte ich ihm die Bitte meiner Herrin auch gleich überbringen, für Selbstmitleid wäre hinterher bestimmt immer noch genug Zeit. Tja, ich bin mir nicht sicher, was genau in dem Hauptmann vor sich ging. Zumindest verdrehte er nicht die Augen bei meinem Anliegen, hatte aber offensichtlich viel mehr Interesse daran, Katy in seine Obhut zu nehmen als mich und erkundigte sich daher sogleich, ob die Bitte meiner Herrin auch für sie gilt. Na logisch, beteuerte ich, sie ist doch ebenfalls Eigentum meiner Herrin. So kam es, dass ich Katy auf seinen Wunsch einen Kragen der Handelskette meiner Herrin umlegte, ihr dabei jedoch deutlich machte, dass sie diesen nur für eine Frist von drei Hand tragen darf. Was danach passiert, wird meine Herrin ihr sagen, denn vielleicht hat Katy sich ihr Collar immer noch nicht verdient… da halte ich mich lieber heraus.
 
Mit der Zustimmung des Hauptmanns, uns in Obhut zu nehmen, war es dann leider sofort schon wieder vorbei mit der sturmfreien Zeit im Haus meiner Herrin, bevor sie überhaupt begonnen hatte, da er uns umgehend in sein Haus befahl. Uff, mit dieser Konsequenz hatte ich natürlich nicht gerechnet, befolgte seinen Befehl aber selbstverständlich ohne Wiederspruch und wies Katy dann darauf hin, dass wir für die nächsten drei Hand nun auf Lita zu hören haben, weil sie die Sklavin unseres Obhutherrn ist, auch wenn wir nicht sein Eigentum sind. Leider verwehrte uns der Hauptmann noch ein wenig zu tuscheln, als er sich kurz darauf zum Schlafen nach oben verzog. Mist, ich hätte aber gerade dies gerne noch etwas getan. Da ich den Hauptmann in seiner Nachtruhe selbstverständlich nicht stören wollte, fragte ich ihn prompt, ob das auch gilt, wenn ich ihm etwas zum in die Ohren stopfen hole. Ok, es galt… er stopfte mir kurzerhand den Mund mit „Rühr den Knebel nicht an, sonst setzt es was“. Diese wenigen Worte waren mir Warnung genug, meine Finger davon zu lassen.
 
Leider hatte ich das doofe Ding am Ende des nächsten Tags aber immer noch vor dem Mund und hörte oben schon wieder das bekannte Sägen des Hauptmanns. Nur logisch, dass ich mich hütete, ihn deswegen zu wecken. Einfach abnehmen durfte ich den aber auch nicht und Lita war nirgends zu sehen… vielleicht hatte er ihr ja wegen des Knebels etwas befohlen? Auf der Suche nach ihr trabte ich in die Stadt, doch auf der Terrasse saß nur der Lederarbeiter. Dieser Fiesling machte sich ausgiebig lustig über mein unverständliches Gebrabbel, hatte dann aber doch Mitleid mit mir und deutete über den Marktplatz Richtung Festung, nachdem er mich endlich gefragt hatte, ob ich vielleicht Lita suche. Natürlich erinnerte ich mich sofort, dass immer noch ein Auftrag des Hauptmanns ausstand. Der Lederarbeiter hatte für ihn Diverses angefertigt, das nun anscheinend von Lita, Eo und Katy in die Festung gebracht wurde.
 
Natürlich flitzte ich wie der Blitz über die Trainingswiese mit jeder Menge Hoffnung in mir und traf im großen Saal der Festung tatsächlich nicht nur Eo und Katy, sondern auch Lita, die mir grinsend die unbequeme Sabberbremse sofort abnahm. Während Eo sich nach einer kurzen Beratschlagung mit uns auf den Weg machte, ein paar alte Pastetchen vom Vortag zu holen, eröffnete Lita Katy und mir, dass sie für die Zeit unserer Inobhutnahme bei ihrem Herrn von ihm als Erste ernannt worden war… ein Umstand, der ihr wegen der ganzen Konsequenzen offensichtlich nicht so wirklich zu behagen schien, der mich jedoch breit zu Katy schmunzeln ließ, weil ich doch genau dies schon am Vorabend angekündigt hatte. Da ich wirklich weiß, was es bedeutet erstes Mädchen zu sein, fragte ich Lita fairerweise schnell noch, ob ihr klar ist, was sie möglicherweise erwartet, wenn unsere Pastetchenverkostung auffliegen sollte und bot natürlich an, darauf zu verzichten.
 
Doch unsere vorübergehende Erste fand diese Verkostung ganz besonders in Ordnung. Außerdem hatten wir zuvor ja alle gemeinsam das Für und Wieder bereits ausdiskutiert und waren uns total einig mit Eos Herrn, dass alte vertrocknete Pastetchen vom Vortag den Herrschaften nicht mehr angeboten werden dürfen und dass man sie auch nicht wegwerfen sollte. Leider nahm unser Pastetchenfestmahl nur ein sehr abruptes Ende in Form des Lederarbeiters, der wohl trotz aller Vorsichtsmaßnahmen mitbekommen hatte, dass Eo kurz in der Küche des Gasthauses gewesen war und nun plötzlich im Innenhof der Festung auftauchte. Dummerweise glaubte er uns unser Opfer irgendwie nicht, verstand auch nicht, dass doch nur wir damit gemeint sein konnten, wenn etwas an die Vulos zum Wohl der Stadt verfüttert werden soll.
 

Leider ließ er auch nicht mit sich reden, als ich ihm selbstlos wie ich ja nun mal bin, den verditschten Minihappenrest des leckeren Pastetchens in meiner restlos verklebten, ziemlich verschmierten Hand anbot. Dafür fiel ihm nun auf, dass ich zuvor auf der Terrasse noch geknebelt gewesen war. Während er Eo dazu verdonnerte sämtliche noch im Korb befindlichen Pastetchen aufzuessen, schien ihn dieser Knebel, der sich mittlerweile am Gürtel von Lita befand, auf einmal schrecklich zu interessieren. Nun gut, ich muss mich korrigieren, der Knebel befand sich nur kurzfristig am Gürtel von Lita, denn inzwischen durfte er wieder meine weichen sinnlichen Lippen zerquetschen. Es kam aber noch schlimmer… wie erwartet schaffte Eo es nicht, die ganzen Pastetchen aufzuessen. Das vorletzte beförderte leider sämtliche Vorgänger mit heraus, sodass Lita ihre Tunika zum Aufwischen hergeben musste.
 
Während sich der Herr nun erstaunlich schnell verdrückte, übertrug er mir die ehrenvolle Aufgabe, den ganzen Ekelkram wegzuwischen… immerhin war das meiste noch unverdaut.^^

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Neue Fässer mit Folgen

Der Brauereikrieger hatte wegen seiner bemalten Fässer immer noch Spendierhosen an. Nachdem er am Abend zuvor schon Freiale ausgegeben hatte, war nun Freipaga angesagt, damit das neue Outfit der Fässer angemessen eingeweiht wurde.
 
Darks Herr kommentierte mein Eintreffen im Gasthaus übrigens damit, dass ich erst dann auftauche, wenn die Arbeit bereits getan ist, doch damit sollte er an diesem Abend ganz schön danebenliegen. Ok, um die erste Bedienrunde der durstigen Krieger nach dem Waffentraining war ich tatsächlich herum gekommen, weil ich mich noch ein wenig um meine arme schwächelnde Herrin kümmern musste, doch der Tag war ja noch nicht zu Ende und fing für den Hauptmann offensichtlich gerade erst so richtig an. Doch das bekam Darks Frühschlafengeher natürlich alles nicht mehr mit… selbst Schuld!
 
Da sich auch die auswärtigen Gäste so nach und nach auf den weiten Weg nach Hause machten und somit ihre Sklaven nicht mehr zum Getränkeausschank zur Verfügung standen, befahl der Hauptmann nun mir, dafür zu sorgen, dass die Becher stets voll sind, vor allem natürlich sein eigener. Auf meine überraschte Frage, dass er wieder aus einem Becher trank und nicht wie seit einiger Zeit aus einer Schale, brummte er lediglich, er habe sich für diesen Abend mit kostenlosem Paga vorgenommen, nach Hause zu kriechen und nach Paga Nr. 5 oder 6 fällt es ihm leider immer so schwer, eine Schale zu halten.
 
Kriechen war für einen der anderen Rarii übrigens das Stichwort den Vorschlag zu machen, sich doch lieber nach Hause tragen zu lassen, damit die Kleidung nicht so leidet. Komischerweise ging der Hauptmann auf das Angebot von Darks Herrn gar nicht ein. Er wollte ihn gemeinsam mit dem Kriegerbauern tragen, also jeder von ihnen einen Fuß, den Kopf würden sie dann den Priesterkönigen überlassen. Viel wichtiger war dem Hauptmann anscheinend schon wieder in die gut gelaunte Runde zu prosten, bevor er den Becherinhalt in sich hinein schüttete und danach kräftig rülpste. Über den Nachhauseweg wollte er sich anscheinend noch keine großartigen Gedanken machen.
 
Aber das war auch erst sein Paga Nr. 2 oder 3 gewesen und der Hauptmann noch so nüchtern, dass er sich mit seinen Kastenbrüdern über die Unruhen in Ar unterhalten konnte, weil sie aufpassen müssen, nichts davon nach Jorts schwappen zu lassen. Einzig ein angeblich weit bekannter Spruch des Kriegerbauern in Altgoreanisch „si vis pacem, para bellum“, stimmte den Hauptmann schlagartig sehr nachdenklich, denn er erkundigte sich nun erschrocken, ob er schon krank aussieht. Doch nachdem sein klugscheißender Kastenbruder ihm erklärt hatte, dass das nur „wenn du Frieden willst, bereite dich auf den Krieg vor“ hieß, beruhigte sich der Hauptmann sofort wieder, denn genau dies tun die jortsschen Rarii ja ständig und investieren zusätzlich sogar in Kräne.
 
Leider erfuhr ich immer noch nicht, was es mit den Kränen auf sich hatte, weil die inzwischen wahrscheinlich ziemlich angesäuselten Herren jetzt zum gegenseitigen Bemitleiden übergingen, da das Waffentraining wieder so anstrengend gewesen war. Der arme Brauereikrieger hatte angeblich sogar schon Blasen an den Füßen, weil er vom Kriegerbauern ständig um die Festung gescheucht worden war und befürchtete zusätzlich, demnächst noch ganz vom Fleisch zu fallen, wenn sie weiter so hart trainierten. Die vielen Pfeiltreffer waren wohl auch nicht ohne gewesen, so wie er mit schmerzverzogenem Gesicht nun seinen Allerwertesten abtastete, auch wenn die Herren natürlich immer Trainingspfeile ohne Spitzen nehmen.
 
Als es den Kriegerbauern dann nach einer Massage durch die sanften Hände seiner Sklavin in den heimischen Gefilden seines Hofes gelüstete, war es um das Sitzfleisch des Brauereibesitzers leider auch geschehen. Die Vorstellung, dass dieser Krieger in seinem lädierten Zustand jetzt auch noch alleine in seine kalten Felle legen musste, behagte mir natürlich ganz und gar nicht. Nicht auszudenken, was für schreckliche Verspannungen durch ein unangewärmtes Lager entstehen könnten! Daher war ich froh, vom Hauptmann die Erlaubnis zu erhalten, mit meinem Sklavenfeuer für ein wenig Abhilfe zu sorgen. Ich bin mir sicher, ich konnte recht schnell und überzeugend glaubhaft machen, dass an mir nichts Kaltes ist… im Gegenteil, alles war warm und anschmiegsam.
 
Später dann zurück im Gasthaus hatte ich durch meine Abwesenheit leider den Überblick verloren, wie viele Paga inzwischen den Weg durch die Kehle des Hauptmanns gefunden hatten. So undeutlich wie er jetzt sprach, müssen es jedenfalls einige gewesen sein, zumal er auch noch dazu übergegangen war, den Paga direkt aus dem Krug zu trinken. Seiner Gefährtin blieb beim Verabschieden nichts anderes übrig, als ihm damit zu drohen, ja nicht kriechend nach Hause zu kommen, denn sie konnte ihn weder dazu bewegen, mit ihr nach Hause zu gehen noch dem Paga für den Rest des Abends zu entsagen. Kriechen sei überhaupt kein Problem behauptete der Hauptmann, da er sich inzwischen entschlossen hatte, sich nach Hause tragen zu lassen und der zu euchzende Krieger klärte die Gefährtin auf, wofür der Kran gekauft werden soll… angeblich um den Hauptmann zu vorgerückter Ahn nach einem Abend mit Freipaga nicht mehr über die Straßen schleifen zu müssen.
 
Leider bekam ich danach nur noch einzelne Gesprächsfetzen mit, weil ich nun in der Küche etwas zu Essen für den Rekruten brutzeln musste, der mit den Kochkünsten von seinem Ding immer noch nicht zufrieden war, auch wenn das gestrige Abendessen dank meiner Erläuterungen wohl sehr gut geschmeckt hatte. Die Essenszubereitung dauerte eigentlich nicht besonders lange, doch diese kurze Zeit hatte trotzdem gereicht, dass der Hauptmann nach meiner Rückkehr auf die Terrasse nur noch ohhhs, uhuuuus und oiiihhhs von sich gab… zumindest so ähnlich hörte er sich an. Gleichzeitig behauptete er jedoch, es sei alles in Ordnung mit ihm, was ihm aber keiner der anwesenden Krieger so richtig glaubte und ich auch nicht. Es war wohl wirklich an der Zeit, vorsorglich schon mal einen Spuckeimer zu holen, denn Vorsicht ist besser als Nachsicht, zumal ich ja auch diejenige sein würde, die den rückwärts getrunkenen Paga samt sonstiger Beigaben dann aufwischen musste. Eine Maßnahme, die nach Meinung des besoffenen Hauptmanns total überflüssig war.
 
Leider stellte sich dann eine Idee des zu euchzenden Kriegers als richtig schlecht heraus. Er zückte nämlich seinen Dolch, legte seine linke Hand mit weit gespreizten Fingern auf den Tisch, um mit der Dolchspitze in schneller Folge in die Zwischenräume zu pieksen und forderte den Hauptmann auf, ihm das mit seinem besoffenen Kopf mal nachzumachen. Wie ich schon sagte, es war tatsächlich eine doofe Idee, denn in seiner betrunkenen Selbstüberschätzung nahm der Hauptmann diese Herausforderung natürlich an und lallte, das wäre alles ganz leicht für ihn. Allerdings hatte er schon gewaltige Schwierigkeiten, seinen Dolch überhaupt hervor zu fummeln, sodass der entsetzte Rekrut ihn von diesem Beweis seiner Nüchternheit abbringen wollte. Doch der zu euchzende Krieger meinte nur trocken, die Heilerin würde wahrscheinlich sowieso einen Aderlass empfehlen.
 
Ok, der Hauptmann war wenigstens noch so nüchtern, dass er für den Test die Finger des zu euchzenden Rarius benutzen wollte und nicht seine eigenen, was der andere ihm selbstverständlich verwehrte. Mir wurde darauf von dem Rekruten befohlen, mich sofort neben ihn zu knien… ein Befehl, dem ich in dieser brenzligen Situation selbstverständlich umgehend nachkam, da ich genau wie der umsichtige Rekrut befürchtete, der Hauptmann würde sich nach der Verweigerung seines Kastenbruders nun womöglich für meine Hand entscheiden. Seine Vermutung , meine Herrin würde ausrasten, wenn jemand ihr Eigentum beschädigte, war wohl nicht ganz von der Hand zu weisen, sodass ich glücklich war, dem Krieger später meine Dankbarkeit für diese Rettung noch zeigen zu dürfen.
 
Zum Glück nahmen die mit Freipaga zu feiernden neu bemalten Fässer dann doch noch ein gutes Ende… nämlich ohne Dolchverletzungen. Was für Schäden im Haus des Hauptmanns und womöglich in seinem Kopf noch auftreten… keine Ahnung, seine Gefährtin und seine Kajira haben jedenfalls mein Mitgefühl. Der Rekrut trickste den inzwischen wie ein Seemann auf seinem sturmgepeitschten Schiff heftig schwankenden Hauptmann jedenfalls aus. Er schnappte sich mit flinker Reaktion nach einer geschickten Ablenkung des Hauptmanns den gefährlichen Dolch und brachte seinen in langen Schlägen aufkreuzenden Vorgesetzten sicher in den heimatlichen Hafen des Hauptmannshauses… allerdings wohl nur bis zur Treppe, da er sich wegen der Gefährtin nicht ins Obergeschoss traute.
 
 
Mal sehen, ob es mir gelingt, dem Hauptmann heute etwas aus dem Weg zu gehen, zumindest so lange bis ich weiß, ob der ausgiebige Pagakonsum unangenehme Folgen nach sich gezogen hat. Sein Schädel wird bestimmt fürchterlich brummen… irgendwie passend, weil Brummen beim Hauptmann doch eine sehr beliebte Kommunikationsform ist und ihm somit sehr vertraut. ;-)))

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Dina

Komischerweise war diesmal das Spielehaus die zentrale Anlaufstelle für alle Freien, da dort anscheinend zwei Krieger Kaissa gespielt hatten. Das Spiel war jedoch bereits vorbei und der Rekrut inzwischen mächtig dabei mit seiner Sklavin anzugeben, der er für fast umsonst ein paar dünne Tanzseiden gekauft hatte. Den Kommentar des Brauereikriegers „sowas werden sie ja im Winter auch nicht los“ ließ er allerdings von sich abprallen, als habe er ihn gar nicht gehört. Vielleicht funktionierten seine Ohren aber auch nicht, weil er von der Schönheit seiner Kajira so geblendet war, denn es heißt doch, Männer seien nicht allzu multitaskingfähig?
 
Nachdem letztendlich auch noch der Hauptmann und sein Vertreter ihren Senf zu den Seiden dazu gegeben hatten, wandten sich die Herrschaften dann aber anderen Themen zu und ich wurde von dem Rekruten an seine rechte Seite beordert. Er wollte nämlich von mir wissen, ob und wie gut ich kochen kann, da ihm die tägliche Suppenkost seiner Kajira anscheinend mittlerweile zum Hals heraushing. Ich war selbstverständlich ehrlich und gestand ein, dass mir auch schon mal Essen übergekocht und angebrannt war, ich aber eigentlich wohl ganz gut kochen kann, jedenfalls ist meine Herrin noch nicht verhungert. Mit halbem Ohr lauschte ich nebenbei noch Richtung Hauptmann, der schon wieder von sich gab, dass er meiner Herrin wegen irgendwelcher Verwirrungen vorschlagen will, mich umzubenennen. Doch leider bekam ich ausgerechnet jetzt von dem Rekruten den Befehl, mich sogleich um den Kochunterricht seines Mädchens zu kümmern, da er den gutaussehenden Bootsbauer gerade zum Essen in sein Haus eingeladen hatte.
 
Mist, das war nun wirklich unglücklich, allerdings nicht nur wegen meiner Umbenennung. Nein, ich rechnete doch mit der nächsten Fähre mit der Ankunft meiner Herrin, die für mich nun mal über irgendwelchen Kochkünsten in Kriegerhaushalten steht. Immerhin blieb noch genug Zeit, um schnell die Vorräte im Rekrutenhaushalt zu sichten, sodass ich der Sklavin meine Zubereitung von gebratenen Suls mit Zwiebeln, Boskschinken und Vulorühreiern beibringen konnte und nebenbei noch ein wenig Nachhilfe in der Bedienreihenfolge. Doch dann war es leider auch schon Zeit, mich zu verabschieden, was mir ehrlich gesagt nicht leicht viel, so wie die beiden Männer und vor allem der gutaussehende Bootsbauer mich anschauten, während sie sich über mein Feuer und meine funkelnden Augen unterhielten. Hach, wirklich schade, zumal die Gefährtin des Bootsbauers nicht dabei war… aber eben nicht zu ändern.
 
Mein Timing hätte übrigens nicht besser sein können. Meine Herrin war nämlich gerade erst wenige Ehn zu Hause, als ich dort eintrudelte. Leider erfuhr ich von ihr, dass sie sich auf ihrem Landsitz einer kleinen Operation hatte unterziehen müssen, die zwar gut gelaufen war, nun allerdings noch einige Tage Schonung zur Folge hat. Doch für ihre geliebte Honigmilch auf der wie immer gut besuchten Terrasse des Gasthauses war sie bereits fit genug, auch wenn sie sich etwas früher zurückziehen musste. Irritierenderweise saß ein fremder Herr etwas separat auf einem Kissen, das wegen seines Aussehens offensichtlich nicht zu den Herbergskissen gehörte. Und so war es auch. Es stellte sich nämlich heraus, dass er ursprünglich ausgerechnet das Stammkissen des Hauptmanns für sein Hinterteil gewählt hatte und von diesen davon heruntergebrummt worden war… zumindest stelle ich mir das so vor, denn ich war nicht dabei, aber der Hauptmann brummt ja eigentlich ständig.
 
Der fremde Herr wurde übrigens auch brummig, während sich seine Gefährtin hinter ihrer Teeschale versteckte, als die Sprache auf ihren ungewöhnlichen Namen kam… sie hieß nämlich Dina, allerdings Lady Dina, da sie eine Freie ist und genau das war das Ungewöhnliche. Während der Hauptmann erneut brummte, wie kompliziert es für ihn ist zwischen Lady Dina und Dina zu unterscheiden, meinte ein anderer Krieger nur trocken, das sei doch ganz einfach. Die eine ist die mit den Schleiern und die andere die mit dem dicken Hinterteil, auf das er dann auch sofort mal draufklapste, weil dieses genau neben ihm kniete. Meine Herrin war über diesen Namen für eine Herrin irritiert und fand es sogar abwertend, ihn einer Freien zu geben.
 
Die Dina ist eine kleine, zierliche, wunderschöne Blume, aber auch eine ganz gewöhnliche und unwichtige. Sie wird oft „Sklavenblume“ genannt, denn es wird erzählt, dass einst ein Ubar die Tochter eines seiner Feinde mitten in einem Feld voller Dinas in die Falle gelockt hatte und für seine neue Sklavin danach dann den Namen „Dina“ wählte. Komischerweise schien diese Geschichte den beiden aus dem hohen Norden stammenden Herrschaften jedoch nicht bekannt zu sein. Im Gegenteil, der Herr behauptete, dass der Name „die Gerechte“ bedeutet und erwähnte als Beweis dafür irgendwelche Schriftrollen. Doch meine Herrin schaute darauf nur noch skeptischer und fragte vorsichtshalber noch einmal nach. Nun wurde der Herr jedoch allmählich sauer und unterstellte meiner Herrin, sie würde seine Gefährtin öffentlich beleidigen.
 
Als ihm klar wurde, dass er sich in die Nesseln gesetzt hatte, trat er freundlich grüßend, aber offensichtlich beleidigt den Rückzug an und zog mit seinem Sitzkissen von dannen, nachdem er meiner Herrin noch empfohlen hatte, bevor man über jemanden urteilt, sollte man erst mal in Erfahrung bringen, mit wem man es zu tun hat. Wie gut, dass eine Kajira nicht alles verstehen muss. Aber dass dieser Nordmann gerade einer Bürgerin des Heimsteins von Jorts, wo er zu Gast ist, ihre freie Meinungsäußerung hatte verbieten wollen und außerdem nicht abstreiten konnte, dass auch in seinem hohen Norden die Dina nicht nur ein typischer Sklavenname und eine Blume ist, sondern außerdem eines der berühmtesten und verbreitetsten Brandzeichen Gors, das weiß ich genau.

Dienstag, 17. Dezember 2013

Alles für die Kinder

Kaum erreichte ich die Terrasse, da stürmte auch schon der Baumkrieger auf mich zu, als hätte er mich erwartet. „Dina du musst mir helfen… es ist wichtig… es geht um meine Kinder!“ Kinder?... Oh, der Herr hatte Kinder??? Ich war natürlich total erstaunt, da ich von seinem Nachwuchs zuvor noch nie gehört hatte. Aber warum nicht, vielleicht waren sie irgendwo zur Ausbildung gewesen und jetzt vielleicht zu ihrem Vater zurückgekommen? Meine Neugier… nee, mein Interesse war jedenfalls geweckt. Allerdings musste ich dem Rarius leider mitteilen, dass ich nicht sofort zur Verfügung stand, da ich an diesem Tag noch zwei Aufgaben für den Hauptmann zu erledigen hatte. Der Krieger schaute mich darauf jedoch mit einem so verzweifelten, schmerzerfüllten, leidvollen Blick an, dass ich schlagartig das Gefühl bekam, es handelte sich in seinem Fall mindestens um Leben und Tod oder womöglich noch Schlimmeres, womit ich tatsächlich Recht haben sollte.
 
Voller Mitgefühl schlug ich daher vor, schnell den Hauptmann wegen der Dringlichkeit der für ihn zu erledigenden Dinge zu befragen. Die Erleichterung meines Baumkriegers war sofort gewaltig, nachdem sich die Aufträge des Hauptmanns als nicht allzu eilig herausgestellt hatten. Fast kam es mir so vor, als hätte ich einen Stein auf den Boden plumpsen gehört, der dem Rekruten vom Herzen gefallen war. Doch es blieb keine Zeit mehr, noch lange den Boden abzusuchen, da der Krieger bereits schnurstracks nach Hause marschierte… so flott übrigens, dass ich kaum hinterher kam. Aber das bin ich von meiner Herrin ja gewohnt. Wobei der Gang des Rarius irgendwie merkwürdig aussah, nur blieb mir keine Zeit mehr, noch lange darüber nachzudenken, während ich ihm eilig hinterherhetzte. Übrigens hatte sich in seinem Haus nicht viel verändert seit meinem letzten Besuch. Einzig die am Badetag vor der Altarweihe noch wild verstreuten Kleidungsstücke fehlten.
 
Aber der Herr hatte inzwischen ja auch eine Fastzweitsklavin, die an diesem Tag nur nirgends zu sehen war. Auch von seinen Kindern war keine Spur zu entdecken und vor allem nichts zu hören. Als mein Blick auf den Karnickelkäfig mit den Hurts fiel, kam mir in den Sinn, ob der Rekrut vielleicht in Sorge um den Hoppelnachwuchs war und er womöglich die süßen Kleinen mit den langen Ohren als seine Kinder bezeichnet hatte? Der Krieger bemerkte natürlich sofort meine suchenden Blicke und wies mich mit gequälter Stimme an, zum Waschbecken zu schauen. Oh je, innerlich flehte ich stumm zu den Priesterkönigen, sie mögen bitte verhindern, dass ich dort kleine ertrunkene Hurtkinder entdecke. Es klappte, sie hatten tatsächlich ein Einsehen mit mir, denn dort war nichts außer kaltem, klarem Wasser ohne irgendwelche leblosen Schwimmer. Es ging aber gar nicht um das Becken und seinen Inhalt. Nein, mit leidvoller, fast gebrochener Stimme wies mich der Rarius nun an, den daneben befindlichen Salbentiegel zu nehmen und damit zu ihm zu kommen.
 
Gesagt getan, nur was mit den Kindern des Herrn war und um welche es sich überhaupt handelte, das war mir immer noch nicht klar geworden. Ratlos schweiften meine Blicke zwischen dem Krieger und dem Hurt-Käfig hin und her, bis er mir befahl, ich soll endlich den Tiegel öffnen und IHN behandeln. In schmerzgepeinigter Tonlage berichtete der Herr mir, dass es ein großer Fehler gewesen war, auf die Sängerin zu hören, vor allem ohne Hose und nur mit Tunikarock bekleidet. Hoffentlich habe ich nicht so ratlos ausgesehen, wie ich mich fühlte, denn ich kapierte immer noch nicht, was mein Baumkrieger von mir erwartete, zumal er nun auch noch herumjammerte, dass er sich nicht mal dazu in der Lage sieht, was er genau zu diesem Zeitpunkt am liebsten tun würde, weil er ja schon so lange ohne Kajira ist. Stöhnend und ächzend wie ein Schwerkranker erzählte er mir gequält, dass seine Sklavin immer noch nicht von ihrer Ausbildung zurück ist und die Fastzweitsklavin sich anscheinend verdünnisiert hatte.
 
Endlich klärte er mich dann aber doch auf, was mit ihm los war. Er litt ganz schrecklich unter den Folgen des gestrigen Thalarionrennens. Der Sattel war entgegen der Behauptung der Sängerin doch nicht so weich wie angekündigt gewesen und er dafür nun total wundgescheuert an seinen empfindlichsten Teilen, denn er war ohne Hose geritten. Ich wurde förmlich angefleht, nun doch bitte ganz schnell die Salbe aufzutragen, weil es sonst um seine Kinder geschehen sei. Endlich verstand ich worum es ging! Wobei es aber trotzdem auch um die Hurts ging, denn während ich dem Herrn beim Entkleiden half und ihn bat, sich mit weit gespreizten Schenkeln auf dem bequemen Sofa zurückzulehnen, jammerte er nun herum, ich soll ja aufpassen, dass ich mich zwischen seinen Beinen nicht auf eines der kleinen Viecher knie, die möglicherweise auf dem Fußboden herumwuseln.
 
 
Doch die mussten sich anscheinend irgendwo versteckt haben, zumindest sah ich keines als ich dicht vor dem Herrn zu Boden sank. Wobei ich eingestehen muss, dass ich in Anbetracht der Tatsache, was sich nun direkt vor meinen Augen befand, auch kaum noch an die kleinen Langohren denken konnte, denn ich nahm meine Pflegeaufgabe natürlich sehr ernst und massierte die Wundsalbe sehr intensiv in die zu behandelnden Regionen ein. Meine Hingabe kannte selbstverständlich keine Grenzen, denn was will eine Sklavin mehr als alles andere? Genau, Herren erfreuen. In diesem Fall ging es sogar um zweierlei Freude… äußerlich und innerlich. Äußerlich durch das vorsichtige Auftragen der Wundsalbe mit meinen sanften Fingern, das entgegen den ursprünglichen Befürchtungen des Kriegers doch nicht ohne Wirkung blieb. Wahrscheinlich habe ich besonders empfindliche Bereiche auch besonders intensiv behandelt, sodass ich mich zusätzlich mit meinen weichen Lippen um diese angeblich nicht mehr funktionierende Verhärtung kümmern durfte, deren innere Entladung mir einiges zu schlucken gab, aber auch einen gutgelaunten, entspannten Krieger zur Folge hatte.
 
Durch meine einfühlsame Therapie konnte ich den Herrn jedenfalls von seiner größten Sorge befreien, denn hinterher fürchtete er nicht mehr um seine Kinder. Wobei er die wohlige Entspannung danach leider nicht mehr so richtig genießen konnte, da es plötzlich laut an seiner Haustür klopfte. Nach seinem Hinweis, ich soll ja niemanden ins Haus schauen lassen und ganz besonders keine freie Frau, lief ich zur Tür, während der Rarius mit nacktem Hinterteil schnell nach oben flitzte, um sich einen neuen Tunikarock anzuziehen. Es war zum Glück aber keine Herrin, sondern der andere Rekrut. In mir stieg sofort der Verdacht auf, ob er sich vielleicht die Wundsalbe ausleihen wollte? Ich kann die Männer nämlich durchaus verstehen, gerade bei diesen Symptomen keine Heilerin zu konsultieren, die mit dem Amputieren eines Zehs und mehreren Hand Alkoholverzicht nicht lange herumfackelt.
 
Leider besaß der Besucher jedoch keinerlei Benehmen, denn mich vollkommen ignorierend rannte er mit seiner Kajira im Schlepp nicht nur einfach an mir vorbei sofort ins Haus, sondern auch gleich in die obere Etage, sodass meinem Patienten nichts anderes übrig blieb, als sich notdürftig zu bedecken. In dieser kurzen Zeit hatte er natürlich noch keine Möglichkeit gehabt, sich zu bekleiden, nahm die Situation letztendlich aber sportlich und baute sich in seiner nackten Männlichkeit neben seinem Bett auf, um von seinem Kriegerfreund zwei Kragen in Empfang zu nehmen… was für ein überflüssiger Überfall wegen etwas so Unwichtigem! Aber gut gelaunt wie mein Nichtmehrpatient inzwischen ja wieder war, konnte ihn nun offensichtlich nichts mehr erschüttern. Seine einzige Sorge war, dass ich über das Warum und Wie meiner Behandlung Stillschweigen bewahre… eine Selbstverständlichkeit für mich!
 
 
Nachdem seine Kajira ziemlich unerwartet zurückgekommen war, sodass ich die weitere Behandlung ihr überlassen konnte, und den Worten meines Baumkriegers, ich sei eine Freude für diese Stadt und wenn ich seine Kinder mal auf der Eiche herumturnen sehe, soll ich daran denken, welchen Anteil ich daran hatte, verließ ich leise lächelnd sein Haus, um mich im Gasthaus noch ein wenig nützlich zu machen. Dort kam ich gerade noch rechtzeitig an, um nicht zu verpassen, dass Rawi an den Lederarbeiter verschenkt werden soll… übrigens sehr zum Erstaunen desselbigen, aber auch des Hauptmanns, dem sie zuvor anscheinend noch für mehrere Silber angeboten worden war und der sich mit ihr bereits ein kleines Geschäft überlegt hatte. Warum, wieso, weshalb das Verschenken? Keine Ahnung, allerdings scheint das letzte Wort wohl noch nicht gesprochen worden zu sein.
 
Ebenso unklar war mir, warum meine Herrin mir nach Meinung des Hauptmanns einen anderen Namen geben sollte. Ich wurde zwar immer nur kurzfristig mal umbenannt, doch da eine Kajira nichts besitzt, auch nicht ihren Namen, hielt ich mich nach dieser Information selbstverständlich sehr bedeckt. Außerdem war der Hauptmann sowieso merkwürdig drauf, auch wenn ich es sehr genoss, mal wieder neben ihm knien zu dürfen. Nur erschloss sich mir immer noch nicht, was es mit dem Geschenk auf sich hat, für das ich ihm Vorschläge unterbreiten sollte, was ich natürlich auch getan habe. Richtig ins Grübeln brachte er mich allerdings mit seinen Überlegungen, welche Kajira oder sogar Kajirae er wegen seiner Kinder vielleicht zu kaufen beabsichtigt, sodass ich letztendlich ziemlich nachdenklich nach Hause lief und auch einige Probleme mit dem Einschlafen hatte, obwohl es schon sehr spät war.

Sonntag, 15. Dezember 2013

Thalarionrennen in Belnend

der Hauptmann von Jorts Fähre

Kajirae
 
Massen auf der Tribüne

Zuschauer aller Hautfarben

 

Verwirrendes

„Dina du kommst wie gerufen“ und „Genau, die kann sich um die Stinkerin kümmern“ waren die Worte der Krieger, die mir meinen ersten Arbeitsauftrag einbrachten, nachdem ich den Marktplatz erreicht hatte. Es ging darum, ein ziemlich unangenehm müffelndes Waldmädchen mit kaltem Wasser aus der Pumpe hinter dem Gasthaus von ihrem strengen Geruch zu befreien, damit die Heilerin nicht mangels ausreichend zuträglicher Atemluft in Ohnmacht fiel bei ihrer Untersuchung. Die Gnädigste behauptete zwar stur, sie sei eine Freie und verbat sich von mir mit „Mädchen“ angesprochen zu werden. Doch das war mir zu diesem Zeitpunkt ziemlich schnuppe, denn sie trug ein Seil um ihre Handgelenke, war in meinen Augen also nicht so richtig frei.
 
Wie nicht anders zu erwarten machte sie reichlich Getue um ihre Körperwäsche, allerdings weniger wegen des kalten Wassers, sondern weil jemand sie nackt sehen könnte. Natürlich konnte ich mir nicht verkneifen, ihr deutlich zu machen, dass es für jede Kajira mehr als angebracht ist, sich beizeiten an Nacktheit zu gewöhnen, wenn sie einen Herrn erfreuen möchte. Huiiih, fast dachte ich schon, sie würde sich gleich in Luft auflösen. Besonders bei Reisekajirae ist ja das Phänomen der Wasserlöslichkeit an der Tagesordnung und mir durchaus bekannt. Doch erstaunlicherweise gelang es mir, die angebliche Nichtsklavin schließlich doch noch dem Krieger unaufgelöst und vor allem nicht mehr stinkend zurückzuliefern, sodass ihrer Untersuchung bei der Heilerin also nichts mehr im Weg stand.
 
Eigentlich nur logisch, dass den drei Steine platt tretenden Kriegern nach meiner Reinigungsleistung nun erst einmal der Sinn nach einem Getränk stand. Ihre Kehlen waren von dieser schweren Tätigkeit inzwischen wohl ganz ausgetrocknet worden. Sie bestellten zwei Steh-Kalana und ein Steh-Ale, da sie zu dem Zeitpunkt ihre Stellung auf dem Marktplatz noch nicht aufzugeben gedachten. Nett wie ich war, überließ ich Katy die Wahl, ob sie lieber Ale oder Wein servieren wollte und hörte mit Erstaunen, dass sie sich für das Ale entschied, weil die beiden Kalana-Besteller nicht so wirklich zu ihren Servierbevorzugten zählten. Perfekt für mich, was wollte ich mehr, gelang es mir doch nun den Hauptmann zu bedienen, da er an diesem Tag seine eigene Sklavin mit anderen Aufgaben betraut hatte.
 
Während ich vor dem Hauptmann auf die Knie sank und den zweiten Kelch neben mir auf dem Boden abstellte, gab er komischerweise erfreut von sich, wie aufmerksam er es fand, dass ich ihm gleich zwei Kalana brachte. Zwar ein wenig verwirrt, ignorierte ich diesen Ausruf aber einfach und begann unbeirrt mit dem Servieren des für den Hauptmann gedachten Kelchs, denn der andere war doch für den zu euchzenden Krieger gedacht. Ich vermutete nämlich, dass der Hauptmann mich nur foppen wollte. Erstaunlicherweise war er an diesem Tag wohl recht gut gelaunt und auch etwas feinfühliger aufgelegt, denn er bedankte sich für sein Getränk ausnahmsweise mal mit einem zwar kurzen, aber überaus angenehmen Kraulen meiner Haare und nicht mit dem wie sonst üblichen Kopfditscher.
 
Leider blieb mir jedoch nicht lange Zeit, mich über diese ungewohnte Zuwendung zu freuen. Der Hauptmann bückte sich gleich danach zu dem anderen, immer noch auf dem Boden neben mir stehenden Kelch herab, lobte mich allerdings erneut, wie toll es ist, gleich zwei Kalanakelche auf einmal zu erhalten. Tja, von wegen foppen, er wollte den zweiten tatsächlich. Ich gab zwar noch von mir, dass dieser eigentlich nicht für ihn bestimmt gewesen war, nur blieb mir nichts anderes übrig, als erneut in die Taverne zu flitzen, um einen weiteren Wein zu holen, damit auch der dritte Herr schließlich sein bestelltes Getränk erhielt. Warum die Krieger auf Kräne und pinkelfeste Bäume tranken, erschloss sich mir jedoch leider nicht mehr… aber ich muss ja auch nicht alles verstehen.
 
Inzwischen war der Lederarbeiter mit einer weiteren Reisekajira zu der Gruppe getreten, um sie bei dem Händler abzuliefern, damit das Mädchen wie in Jorts üblich, bis zu ihrem Verkauf an die Stadtkette genommen wird. Shani war zwar nicht gerade begeistert darüber, für die Sklavin in der Schmiede ein passendes Stadtcollar zu suchen, doch da der unzuverlässige Schmied mal wieder nirgends aufzutreiben war, blieb ihr nichts anderes übrig. Zu diesem Zeitpunkt war die Kajira übrigens noch recht willig und folgte ohne großes Gezeter, doch das sollte sich bald ändern und Jorts besitzt nun einen Stadtkragen weniger. Es stellte sich nämlich heraus, dass diese Kajira tatsächlich zu der sich in Luft auflösenden Sorte gehörte, als sie sich nackt ausziehen sollte… naja, eine 99er eben. Sie verpuffte schlagartig, weil sie sich vor den ganzen asozialen Wichsern auf der Terrasse zu sehr ekelte… pfui aber auch! Oder habe ich das nur geträumt?
 
Die Herren hatten ihren Allerwertesten übrigens irgendwann dann doch auf die Terrasse verlagert, ihre Gespräche drehten sich aber weiter um irgendwelche Kräne. Ich glaube, der Händler bezeichnete den Hauptmann sogar als Bauarbeiter, weil der so eine ungeahnte Liebe für Kräne entwickelt hatte. Ein ungewöhnlicher Umstand, da Krieger seiner Meinung nach doch in erster Linie ihr Schwert lieben. Aber so ist und bleibt es natürlich auch. Der Hauptmann klärte den Händler sofort auf, dass sein Schwert selbstverständlich an erster Stelle steht, Kräne allerdings kurz danach kommen… trotzdem, immer noch alles sehr verwirrend für mich, aber das sagte ich ja schon.
 
Tja, der Abend ging sogar verwirrend zu Ende mit einer Aufgabe des Hauptmanns, mir gemeinsam mit Katy etwas zu überlegen, worüber ich hier lieber noch nichts verlauten lasse. Außerdem tauchte eine Händlerin auf, die zwar anscheinend dem Marktverbund angehört, aber eher den Eindruck hinterließ, zur von-und-zu-Flinkfinger-Fraktion zu gehören. Nach einigem Hin und Her über Unbedenklichkeitserklärungen wegen Löchern in Stiefeln und dem blähenden Beweis nach einer Eigenverkostung durch die Händlerin, war der Hauptmann dann aber doch davon überzeugt, ein gutes Geschäft mit dem überlassenen Fusel zu machen. Er schloss jedenfalls die Kette auf, mit der er den Wagen der Händlerin an einen Baum gekettet hatte, sodass die Dame weiterziehen konnte. ;-)

Freitag, 13. Dezember 2013

„Alles Schöne geht auch mal vorbei…

…doch das gibt uns die Möglichkeit uns zu erinnern und uns auf etwas Neues zu freuen“. Worte meiner Herrin über einen sehr schönen Abend…………
 
Leider hatte ich mich mit meinen Arbeiten ein wenig verzettelt, sodass ich erst zur Festwiese kam, nachdem die Sängerin bereits am Trällern war. Meine Herrin hatte es sich schon an einem der als Sitzgelegenheit dienenden Strohballen bequem gemacht und neben ihr entdeckte ich einen der beiden Rekruten, den ich still für mich immer noch den Baumkrieger nenne, weil er seinerzeit doch in Jorts einen Baum gepflanzt hatte. Eigentlich hatte ich ja vorgehabt, meiner Herrin von hinten einfach die Augen zuzuhalten und leise „Buh, meine Herrin“ in ihr Ohr zu hauchen, denn so abgelenkt wie sie durch den Krieger neben sich war, hatte sie mein Nähern bestimmt nicht mitbekommen. Doch ich besann mich gerade noch rechtzeitig und flüsterte ihr lieber ein eher angebrachtes „Tal meine Herrin“ ins Ohr, um den Gesang nicht zu stören.
 
Den Rarius neben meiner Herrin bedachte ich mit einem ebenso geflüsterten Gruß und wurde dafür von dem lachenden Herrn mit Durchwuscheln belohnt. Während Darks Herr sich prompt zu meiner Herrin umdrehte, als er meinen Namen hörte und sich mit einem breiten Grinsen in meine Richtung erstaunt darüber äußerte, dass ihre Kettenletzte nun auch da ist, erlaubte meine Herrin mir, dass ich tanzen, springen und was auch immer darf, da an diesem Abend ein wenig gefeiert wurde. Das ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen, zumal sich der Baumkrieger ebenfalls zum Tanzen entschloss und zwar mit mir! Kein Wunder also, dass ich so tat, als hätte ich Kettenletzte von Darks Herrn überhört. Außerdem korrigierte meine Herrin ihn sowieso, denn ich darf immer noch ihre Erste sein, da sie ja mehr als eine Kajira an der Kette hat.
 
Hach, der Baumkrieger war ein wirklich toller Tänzer… er wirbelte mich durch die Luft, pfiff laut oder sang schräge die Melodien mit und stampfte total aus dem Takt mit mir über die Wiese. Ein oberperfekter Grund für mich, mit meinen nackten Armen seinen Nacken zu umschlingen und mich an den Rarius anzuschmiegen. Ab und an stieß der Herr meinen grazilen Sklavenkörper zwar von sich, hielt meine Hände aber ganz fest gepackt, um mich sofort wieder an seinen muskulösen Kriegerkörper zu ziehen, kaum dass ich eine kleine Drehung gemacht oder mein nacktes Bein in einem eleganten Bogen durch die Luft geschwungen hatte. Lustig fand ich den Hinweis eines Kriegers aus Enkara, der den Tanz meines Baumkriegers anscheinend schon eine Weile beobachtet hatte. Er meinte nämlich lachend, er soll bloß nicht versuchen, einem Bosk Konkurrenz zu machen, sondern lieber tanzen.
 
Das ließ mein Supertänzer natürlich nicht auf sich sitzen, salutierte dem anderen Krieger prompt und wirbelte mich lachend wie ein Flagge herum, während er voller Selbstbewusstsein so eine Art „was-bin-ich-wieder-gut-Blick“ aufsetzte und ich eine vorsichtige Kontroller meiner nackten Füße riskierte, die sich gefährlich oft, äußerst dicht neben den Riesentretern des Herrn befanden. Leider wanderten die Augen des Herrn nur immer wieder mal zu meiner Herrin. Höflichkeit hin oder her, dieser Umstand gefiel mir selbstverständlich nicht so wirklich gut, sodass ich schließlich mit meiner flachen Hand diese Blickrichtung etwas abschirmte und den Krieger kess anblitzte. Zum Glück war der Herr bestens gelaunt, sodass diese Frechheit außer lachendem Augenrollen keine Konsequenzen hatte und ich von den starken Kriegerarmen erneut herumgewirbelt wurde.
 
Leider siegte bei dem Herrn schließlich doch die Höflichkeit gegenüber meiner Herrin. Er beendete den Tanz und wollte mich zu ihr zurückschicken, da er bereits in Sorge um ihr Hinterteil war. Er vermutete nämlich, dass darin inzwischen womöglich einige Strohhalme steckten, die ich herauszuziehen hatte. Doch ich fand einfach, die Strohzupfaktion hatte noch ein wenig Zeit. Darks Herr stand nämlich ganz alleine auf der Wiese, nachdem er zuvor mangels Kajira mit einer Stange hatte tanzen müssen… natürlich erst, nachdem er die Standfestigkeit des Tanzpfahls mit kritischem Rütteln geprüft und offensichtlich als nicht feindlich gesonnen befunden hatte. Ich glaube, er gab irgendetwas von sich wie „Tanzen ist auch nur eine Form von Schwertkampf“.
 
Was nun kam war irgendwie schwierig, weil ich ja leider immer so schüchtern bin und mich auch nicht mit einem Schwertkämpfer messen wollte. Mir stand der Sinn natürlich nach ganz anderem. Nach einem kurzen Blick zu meiner Herrin, die mich jedoch nicht zu vermissen schien, so angeregt wie sie sich jetzt mit meinem Baumkrieger unterhielt, lief ich schnell zu Darks Herrn, damit ihn mir keine andere wegschnappen konnte. Hach, was für ein toller Herr… er machte es mir einfach, indem er mir erst einmal Grüße von Dark ausrichtete, da ich ihn vor kurzem gebeten hatte, ihr von mir welche zu bestellen, weil sie zurzeit auf seinem Landsitz leider nicht abkömmlich ist und ich sie besonders Mitte der Hand immer sehr vermisse. Danach wagte ich dann tatsächlich mal vorsichtig zu fragen, ob er gesehen habe, mit wem und wie gut ich mit dem Krieger getanzt hatte. Schließlich nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und fragte ihn tatsächlich, ob er das vielleicht auch kann.
 
Uff… alleine die beiden Finger dieses Herrn unter meinem Kinn zu spüren, ist es allemal wert gewesen, meine Schüchternheit zu überwinden. Doch es wurde noch viel besser!! Während ich bei der Berührung fast dahinschmolz, meinte der Krieger schmunzelnd, ich darf es ausprobieren, packte mich gleichzeitig an den Hüften, um mich an sich zu ziehen und dann tanzte er mit mir!!! Wow, ich fühlte mich, als würde ich in den Armen dieses Herrn schweben und bin bestimmt errötet, als er mir schmunzelnd sagte, dass ich mich auf meinen Füßen fast so sicher bewege wie auf meinem Rücken.
 
Mir blieb nur zu erwidern, denn ich bin ja immer ehrlich, dass ich doch gar nichts dafür kann… bei so starker Führung, geht auch das Tanzen wie von alleine… und wurde lachend als Charmeurin bezeichnet, obwohl das ein Titel ist, der doch von ihm selbst bereits gepachtet ist. Leider war die Gesangsvorstellung dann plötzlich vorbei, sodass auch dieser Tanz nach meinem Geschmack viel zu früh endete… allerdings mit den Worten „Du fühlst dich wie immer nach mehr an Dina“… was für ein Lob!
 
Ich glaube, meine Herrin sah mir genau an, was in mir vorging, als ich mich leise seufzend und innerlich glühend neben sie kniete, denn sie wollte wissen, ob ich eine Runde in den Vosk muss oder ob es noch geht. Doch da die beiden Herren ja immer rechtzeitig genug gekniffen… also den Tanz mit mir beendet hatten, wollte ich natürlich sagen… ging es noch so einigermaßen und ich brauchte keine Abkühlung im kalten Flusswasser, zumindest gab ich das nicht zu, konnte ja aber auch nicht ahnen, dass meine Herrin mich mit den Worten „los komm her du Frechdachs“ in ihre Arme nehmen und mit mir tanzen würde.
 
Aufgewühlt wie ich ja sowieso schon war, fehlten mir echt die Worte, als der Händler trocken anmerkte, dass nun ein Schreittanz beginnt. Pah Schreittanz, ich funkelte ihn einfach nur an und schlang meine Arme ganz fest um den Hals meiner Herrin, damit sie ja nicht auf dumme Gedanken kommt… kam sie aber auch nicht. Sie ließ es tatsächlich zu, dass ich mich im langsamen Rhythmus unseres Tanzes ganz eng an sie schmiegen durfte. Das Schreiten kam erst hinterher, nämlich nachdem sie befohlen hatte: „Jetzt schreiten wir nach Hause Dina.“ :-)))
 
 

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Charmeur trifft Quasselstrippe

Nachdem ich schon eine kleine Weile dem Muskelspiel der Krieger bei ihrem Waffentraining zugeschaut hatte, das in dieser Hand leider ohne den Hauptmann stattfand, gesellte sich auch eine der beiden neuen Stadtsklavinnen zu den Zuschauern und zog meine Aufmerksamkeit kurz auf sich. Nicht nur weil sie sich auf eine für eine Kajira eher ungewöhnliche Art ins Gras flegelte… immerhin waren wir durchaus im Blickfeld der trainierenden Krieger, sodass es mir zumindest wichtig war, mich knienderweise gut in Positur zu bringen, denn es könnte ja vielleicht einer der Herren mal zu mir hinüberschauen. Nein, die Sklavin war eigentlich auch etwas merkwürdig gekleidet. Oben herum eher wenig bis gar nichts mit nacktem Busen, dafür an den Füßen ziemlich dicke Stiefel… eine Kombination, die mich leicht irritierte. Doch darüber hielt ich lieber meine Klappe, denn das hatte mich nichts anzugehen.
 
Da ich diese Sklavin von früher noch kannte, interessierte mich viel mehr, wie es ihr in der Zwischenzeit ergangen war. Ich erkundigte mich natürlich nach ihrem letzten Herrn, da ich über den Namen des Sklavenhändlers auf ihrem Kragen schon ein paar Informationen aufgeschnappt hatte. Doch sie sprach nur von ihrem verstorbenen Herrn, den sie eigenartigerweise ausschließlich beim Vornamen nannte. Leider bekam ich nicht mehr heraus, durch welche Umstände sie von dem Sklavenhändler, der angeblich nicht ihr Herr gewesen war, sondern sich nur vorübergehend um sie gekümmert hatte, nun nach Jorts an die Stadtkette gekommen war. Doch meine Frage wurde schlagartig zur Nebensache, als sich einer der gutaussehenden Krieger, der seit ihrem unerklärlichen Auftauchen wohl ein Auge auf dieses Mädchen geworfen hat, plötzlich vor uns aufbaute.
 
Nachdem er erst mich und dann die Stadtsklavin intensiv gemustert hatte, verkündete er zu meiner Freude, wie sehr ihm mein Anblick gefiel. Seine vielleicht zukünftige Kajira herrschte er jedoch nur missmutig an. Das Mädchen flegelte sich nämlich immer noch lässig auf ihrem Allerwertesten im Gras und streckte dem Herrn die bestiefelten Füße entgegen. Ohje, bei „knie dich ordentlich hin“ tat sie mir echt nicht leid, aber als er die dicken Stiefelpuschen dann als hässliche Schlappen bezeichnete, keimte doch ein wenig Mitleid in mir auf. Dieser Hauch von Mitgefühl verflog allerdings sofort bei den gegrummelten Widerworten der Sklavin. Sie versuchte es zwar noch mit Anhimmeln, vermasselte die Sache mit den Stiefeln dann jedoch endgültig mit der überflüssigen Frage, ob sie dem Herrn denn nicht gefalle. Das hatte er doch bereits überdeutlich kundgetan! Kurzerhand zog er ihr die Dinger mit den Worten von den Füßen, dass er keine Kajirafüße leiden mag, die wie die eines Bauern aussehen, auf denen vorher offensichtlich noch ein Bosk gestanden hatte.
 
 
Da meine Herrin inzwischen vor der Festung aufgetaucht war… übrigens mit ihrem wunderschönen roten Tuch um die Schultern, dem Geschenk des ehemaligen Hauptmanns aus Kasra dafür, dass sie mich ihm seinerzeit für den Lydiusfeldzug ausgeliehen hatte… bekam ich nicht mehr mit, ob die Kajira irgendwann noch zu einer besseren Erkenntnis über ihren Status gelangt ist. Mein Augenmerk wandte sich nun nämlich Darks Herrn zu, der meiner Herrin bei seiner Begrüßung mal wieder gewaltig schmeichelte und diesmal besonders dick auftrug. Kein Wunder eigentlich, dass meine Herrin sofort skeptisch wurde und ihn als Krieger mit Schwert und Zunge bezeichnete, gleichzeitig sich aber auch erkundigte, worum es sich denn handelt und was es sie kosten wird. Doch mit schelmischem Blick verneigte sich der Rarius nur und wies darauf hin, dass er grundsätzlich langfristig denkt und deswegen zurzeit noch nicht sagen kann was er will und schon gar nicht, was es meine Herrin mal kosten wird.
 
Das Süßholzraspeln zwischen den beiden ging noch eine Weile weiter, bis der charmante Krieger schließlich das offizielle Trainingsende verkündete und es nach und nach alle ins Gasthaus zog. Nachdem meine Herrin der zurzeit in Jorts weilenden Sängerin aus Lydius noch ein paar Tipps zu deren neuen Kajirus gegeben und einem der beiden Rekruten zugestanden hatte, dass ich der Urtsklavin gelegentlich ein wenig auf die Sprünge helfe, da während ihrer Zeit als Freie wohl das eine oder andere in Vergessenheit geraten ist, zog es meine Herrin ebenfalls ins Gasthaus, denn ihre Honigmilch war inzwischen schon überfällig. Ungewöhnlicherweise saßen die Herrschaften an diesem Tag am hinteren Tisch… aber warum nicht, mal was anderes, es müssen ja nicht immer die inzwischen schon mit Namen bestickten Sitzkissen auf der vorderen Terrasse sein!
 
Leider hatten die beiden Krieger am Tisch bereits ihre Getränke, denn besonders um Darks Herrn hätte ich mich natürlich gerne gekümmert. Doch nachdem ich meine Herrin mit ihrer Milch versorgt hatte, durfte ich dem zehamputierten Rekruten einen Tee servieren. Der Herr muss ja bis zum endgültigen Verheilen der Wunde am Fuß dem Alkohol entsagen, sodass ich mich ziemlich ins Zeug gelegt habe, um ihn ein wenig über den Pagaentzug hinwegzutrösten. Außerdem waren die Blicke meiner Herrin aufgrund ihrer gegenüberliegenden Sitzposition perfekt durch den Tisch zwischen uns abgeschirmt und die Sängerin saß hinter mir, sodass ich trotz Anwesenheit zweier Herrinnen etwas rotseidener Servieren konnte.
 
Wobei ich glaube, meine Vorsichtsmaßnahmen waren gar nicht erforderlich gewesen, da meine Herrin nur Augen für Darks Herrn hatte, während ich den Rekruten anhimmelte. Ab und an hat meine Herrin ja wirklich Recht, auch wenn sie behauptet, sie habe es immer. Nur in diesem Fall traf ihre Aussage „typisch rote Seide, wenn Dina einen Krieger bedient, merkt sie nichts“ tatsächlich zu, denn ich war mal wieder hin und weg neben dem Herrn und hatte alles um mich herum über Kriege in rosa Tuniken und mit Wattebällchen statt Schwertern, diplomatische Honigkompromisse ohne oder doch lieber mit Milch, damit die Motivationskampfpausen kürzer ausfallen und die Schleifchen, die Darks Herr auf dem Rücken tragen will, irgendwie ausgeblendet, dadurch leider aber auch eine Frage meiner Herrin nicht mitbekommen. Zum Glück war meine Herrin so guter Stimmung, dass sie mir dies verzieh und ihre Frage dann selbst beantwortete.
 
Leider teilte mir der wohlerzogene Rarius letztendlich dann doch mit, dass er keinen Wunsch mehr hat, den ich ihm im Beisein von freien Frauen erfüllen kann und nahm seine raue Kriegerhand von meinem Schenkel, sodass ich zurück auf meinen Platz hinter meine gutgelaunte Herrin rutschte, die sich durch Darks Herrn und Obercharmeur an diesem Abend übrigens zu einer richtigen Quasselstrippe entwickelte. Ich kam nun also in den Genuss von ich weiß nicht wie vielen angedeuteten Geschichten, die mir im Gegensatz zu den anderen Herrschaften, die vor Neugier wahrscheinlich fast platzten, jedoch bereits bekannt waren und einem Bericht meiner Herrin über ein Erlebnis vor vielen Jahren in der Tahari, bei dem sich mal wieder gezeigt hatte, was ihre beste Waffe war und noch immer ist… doch das verrate ich hier natürlich nicht!
 
 
Übrigens war sie sooo gut gelaunt, dass sie sich sogar lobend über meine Qualitäten als Alarmanlage äußerte und richtig betonte, wie todesmutig ich bin, mich aufopfere und dafür sorge, dass das Eigentum meiner Herrin geschützt wird. Denn es ist ja noch gar nicht allzu lange her, da hatte ich meine Herrin ermuntert, doch mal aus dem Fenster zu schauen, ob irgendwelche Angreifer schon weg sind… oder meinte sie das etwa gar nicht lobend??? Merkwürdig war auch die Behauptung von Darks Herrn, dass ich Räuber anlocke wie Fliegen den Honig... oder so ähnlich. ;-))

Dienstag, 10. Dezember 2013

In der Klemme

Noch gar nicht richtig wach, bemerkte ich sofort, dass etwas nicht stimmte. Ich konnte mich nämlich nicht wie sonst genüsslich räkeln und strecken, um meine Lebensgeister nach einer etwas unbequemen Nacht zu aktivieren… da war irgendetwas, das dies verhinderte! Genau, ich lag immer noch mit auf dem Rücken gefesselten Händen in dem neuen Sklavenkäfig des Hauptmanns, den ich in der letzten Nacht einweihen durfte. Übrigens ist er ebenso kurz wie die Erstanschaffung, denn es war genau das gleiche Käfigmodell. Während ich schläfrig nun versuchte, mich in die Diagonale meiner spartanischen Unterkunft zu drehen, mein Füße-durch-die-Stäbe-stecken reichte nämlich wegen der dahinter befindlichen Wand immer noch nicht zum Räkeln, fiel es mir endgültig wie Schuppen von den Augen und ich wurde schlagartig wach. Bahh, ein wirklich doofer Spruch in Anbetracht der Tatsache, dass ich nichts sehen konnte, obwohl es bestimmt schon lange Tag war. Ich meinte natürlich, dass meine Erinnerung an das gestrige Geschehen schlagartig wieder da war.
 
Mein Kopf steckte leider immer noch in der Sklavenhaube, die mich von meiner Umgebung absolut nichts erkennen ließ und die ich wegen meiner gefesselten Hände leider auch nicht loswerden konnte. Auch an das Entfernen des Knebels aus meinem Mund war nicht zu denken und vor allem kam ich nicht an das Schloss der Käfigtür heran. Mist, ich saß echt in der Klemme oder vielmehr im Sklavenkäfig des Hauptmanns fest und begann mit angehaltenem Atem nun besonders intensiv zu lauschen. Im Haus war jedoch absolut nichts zu hören, vor allem nicht mehr das sägende Paga-Schnarchen des Hauptmanns, das in der Nacht die Wände hatte erzittern lassen. Der Herr gehört nach meiner Einschätzung wohl ebenfalls zu den Männern, die nach dem Genuss von Alkohol besonders herzhaft und ausdauernd sägen.
 
Plötzlich drangen jedoch sehr leise Stimmen an mein Ohr, die ich nur leider nicht verstehen konnte, sodass ich sie dem Geschehen auf dem Marktplatz oder vielleicht auch der Terrasse des Gasthauses zuordnete. Mir wurde klar, geknebelt und gefesselt wie ich war, würde ich mich nie so laut bemerkbar machen können, dass mich draußen jemand hören konnte. Bei aller Vorliebe, einem Mann ausgeliefert zu sein, stieg nun allmählich Verzweiflung in mir auf, denn meine Herrin würde von ihrem Landsitz zurück kommen und nicht wissen wo ich steckte! Außerdem machte sich auf sehr unangenehme Weise meine Blase bemerkbar. Nicht auszudenken, wenn ich es nicht mehr aushalte und in den Käfig des Hauptmanns pieschern muss… die Pfütze würde sich bestimmt über den ganzen Fußboden verbreiten. Nach solch einem Missgeschick wollte ich den Hauptmann echt nicht erleben, denn die Kostprobe seiner Kreativität bei Strafen hatte mir ehrlich gesagt in Form meiner Mundspülung vollkommen gereicht!
 
Mir blieb nichts anderes übrig, als mit meinen Füßen rhythmisch gegen die Gitterstäbe zu trampeln, was immerhin ein halblautes Rumpeln und Scheppern erzeugte. Aber ob das ausreichen würde, um auf mich und meine prekäre Lage aufmerksam zu machen? Keine Ahnung, bestenfalls wenn draußen vielleicht jemand vorbei kommt… trotzdem gab ich nicht auf. Tja, die Priesterkönige müssen ein Einsehen mit mir gehabt haben, denn ausgerechnet an diesem Tag kam Katy vorbei. Ich glaube, sie wollte eigentlich den Hauptmann etwas fragen und befreite mich nach ein wenig Fummelei aus meiner unbequemen Käfighaltung. Dummerweise fiel mir erst bei ihrem Auftauchen wieder ein, dass der Hauptmann beim Einsperren das Schloss zwar immer demonstrativ mit besonders lautem, metallischem Klacken einrasten lässt, es in der Vergangenheit jedoch immer geöffnet hatte, bevor er sein Haus verließ, um z.B. seinen frühen Wachdienst anzutreten.
 
So war es auch diesmal, ich hätte also gar nicht so lange ausharren brauchen. Aber egal, ohne auch nur eine einzige Erklärung abzugeben, flitzte ich wie der Blitz erst einmal an Katy vorbei nach draußen zum erstbesten Gebüsch… übrigens keine Ihn zu spät! Danach erfuhr ich, dass meine Herrin bereits in der Stadt war und sputete noch eiliger nach Hause, um mich schnell anzuziehen. Dankenswerterweise hatte die fleißige Kajira der Händlerin für meine Herrin bereits eine gekochte Honigmilch auf ihrem Tablett, sodass ich diese nur noch zu servieren brauchte… allerdings leider nur normal gesüßt. In Anbetracht meiner Beichte über die falsche Servierreihenfolge am Vortag und warum ich bei ihrer Ankunft nicht aufzufinden gewesen war, wollte ich meiner Herrin jedoch ihr Lieblingsgetränk selbstverständlich nicht länger vorenthalten.
 
Mir blieb nichts anderes übrig, als das Risiko einzugehen, ohne Nervenberuhigung durch mindestens einen zusätzlichen Löffel Honig mit meinem Bericht über meinen Fehler zu beginnen. Zum Glück gelang es mir dann, meinen kaum mehr zu stillenden Wissensdurst in den Vordergrund zu stellen. Eine Kajira lernt eben nie aus und ich wollte natürlich nicht noch einmal eine Freie aus hoher Kaste zu verärgern, sodass meine Herrin sich in jeder Menge Erklärungen über die beim Servieren einzuhaltenden Hierarchien erging und anfing zu dozieren, was sie ja ganz gerne tut. Schließlich war es Zeit nach Hause zu gehen, denn es war inzwischen spät geworden und außerdem hatte meine Herrin immer noch ein Vulo mit Katy zu rupfen, die sich seit einiger Zeit ständig herumtreibt.
 
Meistens hält sie sich zwar in der Nähe vom Haus meiner Herrin auf, trotzdem hält sie es einfach nicht für nötig an ihrer Seite zu knien, wie es sich für ihre Kajira gehört. Gerade an diesem Tag spürte ich nach ihrer Beseitigung meiner Klemme im Hauptmannskäfig zwar jede Menge Dankbarkeit für Katy, doch seitdem meine Herrin sie erworben hatte, hatte dieses Mädchen genug Zeit zum ausgiebigen Nachdenken gehabt, sodass ich sie nun auf freundliche, aber sehr bestimmte Art ins Haus befahl.
 
Doch trotz der intensiven Kopfwäsche gegen ständiges Murren, die meine Herrin ihr in der Badewanne angedeihen ließ, bleibt wohl immer noch abzuwarten, ob diese Maßnahme vielleicht wirklich etwas bewirkt hat. ;-)

Montag, 9. Dezember 2013

Servieren… nicht immer leicht

Eigentlich hatte ich angenommen, mein Auftauchen in der Stadt würde sich an diesem Tag gar nicht lohnen, doch ich wurde schnell eines Besseren belehrt, denn die meisten Kajirae waren mit anderen Aufgaben beschäftigt. Nach und nach trudelten zu meiner Freude nämlich immer mehr Bürger, aber auch Gäste ein. Teilweise kamen sie von irgendwelchen Reisen zurück oder auch einfach nur aus ihren Häusern, sodass mir kein bisschen langweilig wurde. Noch vor der Terrasse durfte ich den Hauptmann und einen weiteren Krieger mit einem Getränk bedienen, während die Kajira der neuen Händlerin sich um die Versorgung des Lederarbeiters und der Gastschreiberin kümmerte. Waren es anfangs auf dem Marktplatz noch servierte Stehgetränke, so gingen die Freien nach und nach dann doch zum Hintern platt sitzen auf der Terrasse über, nachdem die Steine draußen irgendwann wohl als platt genug angesehen worden waren und außerdem noch mehr Herrschaften eintrafen.
 
 
Nachdem sich die andere Sklavin leider anderen Arbeiten widmen musste, kam mir die Aufgabe der Bedienung dann alleine zu. Manchmal bin ich bei einer so großen Flut von Bestellungen zwar etwas gestresst, doch an diesem Tag machte mir das überhaupt nichts aus. Es gibt bei mir eben solche und solche Tage und gestern war wohl einer von den besseren… fand ich jedenfalls, denn ich ließ mich nicht aus der Ruhe bringen. Auch nicht, als einer der Rekruten wie ein Wilder in die Küche gerannt kam und nach einer Schale verlangte, um sich seinen Paga in Selbstbedienung zu zapfen. Warum nicht, wenn er nicht warten will und mir sogar Arbeit abnimmt, zeige ich ihm gerne das Pagafass. Ich ließ mich auch nicht aus der Ruhe bringen, als mich zwischendurch Beschwerden erreichten, meine Ohren seien nicht in Ordnung, denn ich weiß, dass sie es sind und sauber auch. Bei vielen Menschen und entsprechend lautem Stimmengwirr auf der Terrasse, kann es schon mal passieren, dass ich nicht jeden Ruf höre, vor allem wenn ich zwischendurch nebenan mit der Zubereitung von Getränken oder Speisen zu tun habe. Aber was soll‘s, ich werde meiner Herrin selbstverständlich gerne den Wunsch übermitteln, mich zur Heilerin zur Ohrenuntersuchung zu schicken, auch wenn ich dies als vollkommen überflüssig ansehe... nur darüber hat eine Sklavin nicht zu entscheiden.
 
Eine Kajira hat auch nicht darüber zu entscheiden, in welcher Reihenfolge sie Freie zu bedienen hat, denn es geht nicht nach Mögen und Nichtmögen, sondern nach Heimstein, Kaste und Geschlecht. Ich meine, mir war vor langer Zeit beigebracht worden, dass die Heimsteinzugehörigkeit die oberste Priorität hat. Danach kommt die Hierarchie der Kasten, allerdings mit Berücksichtigung der Geschlechter. Wobei vor allen anderen Herrschaften natürlich der eigene Herr bzw. in meinem Fall meine Herrin zu bedienen ist. Doch die war wie immer an den letzten drei Tagen der Hand auf ihrem Landsitz. Von den hohen Kasten bediente ich daher als erstes den Hauptmann, danach einen anderen Krieger, denn in einer männerdominierten Welt wie Gor werden Herren grundsätzlich vor Herrinnen bedient, außer es ist wie gesagt die eigene Herrin. Da es für diesen Krieger so aussah, als hätten alle Anwesenden bereits ein Getränk, wies er mich an, neben ihm knien zu bleiben. Ich glaube, er wollte noch ein wenig meine Nähe genießen, was mir natürlich nicht unangenehm war. Pech war nur, es hatten noch nicht alle etwas zu trinken und der Rarius hatte nicht mit seinem Hauptmann gerechnet, der zwar in der gleichen Kaste, ihm aber vorgesetzt ist und vor allem sehr aufmerksam.
 
Von dem erhielt ich nun den unmissverständlichen Befehl, mich um die anderen Gäste zu kümmern, darunter eine Heilerin und eine Schreiberin, beide also ebenfalls von hoher Kaste, aber nur freie Frauen und auch nicht heimsteinangehörig. Da die Gastheilerin schon etwas länger in der Stadt ist, erschien es mir logisch, sie zuerst nach ihrem Wunsch zu fragen und die Gastschreiberin noch etwas warten zu lassen, denn sie würde schon nicht verdursten, da sie ja erst kurz zuvor draußen auf dem Marktplatz ein Getränk serviert bekommen hatte. Oha, mit dieser Annahme lag ich ziemlich daneben und das Unglück nahm mit dem Auftauchen des Lederarbeiters schließlich seinen Lauf, indem ich ihm nun einen weiteren Paga servierte, und zwar bevor ich mich zuletzt der Gastschreiberin zuwandte. Diese Dame war mittlerweile kurz vor dem Platzen…jedenfalls sah sie so aus, während sie mich bei ihrer Wasserbestellung anfauchte.
 
Warum hatte ich sie nicht als nächste bedient, sondern den Lederarbeiter vorgezogen?
 
Unter dem Gesichtspunkt, dass in der männerdominierten Welt von Gor der Heimstein das Wichtigste für jeden Goraner ist und das Kastensystem an zweiter Stelle rangiert, hatte ich mir überlegt:
  • Die Gastschreiberin ist keine Heimsteinangehörige, nur eine Frau, allerdings hochkastig.
  • Der Lederarbeiter gehört dem Heimstein von Jorts an, ist ein Mann, jedoch als Handwerker nur niedrige Kaste.
 
Es erschien mir daher richtig, zuerst den Lederarbeiter zu bedienen, weil er ein Heimsteinangehöriger von Jorts ist, danach dann erst die heimsteinfremde Gastschreiberin. Tja, leider eggte ich damit ziemlich an. Bei der inzwischen giftsprühenden Herrin sowieso, deren Art mich übrigens sehr stark an eine Freie erinnerte, die allerdings nur vorübergehend Jorts wohnte und inzwischen weiter gezogen ist. Nein, auch bei dem Hauptmann stieß ich mit der Reihenfolge auf Unmut, sodass er mich wegen meiner Vorgehensweise nun zur Rede stellte, mir damit aber dankenswerterweise auch eine Chance für Erklärungen einräumte. Natürlich war ich inzwischen ziemlich klein und total verunsichert, denn ich bin doch nur eine Sklavin, die einfach versucht hatte, alles richtig zu machen, damit sich niemand benachteiligt fühlte, was in dieser etwas kniffligen Situation nur leider etwas schwierig war. Trotz meiner Erklärungen gelang es mir auch leider nicht, den Hauptmann von meiner Vorgehensweise zu überzeugen. Er befahl mir, zukünftig die Gastschreiberin vor dem Lederarbeiter zu bedienen.
 
Leider war die Folge davon, dass der Lederarbeiter nach einigem Hin und Her beleidigt von dannen zog, der Hauptmann allerdings hinter ihm her. Uff, irgendwie hatte ich schon wieder Schuld, auch wenn meine Herrin immer behauptet, dass dies nur der Fall ist, wenn sie es sagt… also mal abwarten? Nein, ich hatte wirklich Schuld, denn einen der Krieger hatte ich tatsächlich nicht bedient, nämlich den Pagaselbstbediener. Trotz gesunder und sauberer Ohren war mir leider komplett entgangen, dass die Heilerin dem Rarius seine Pagaschale aus medizinischen Gründen wieder abgenommen hatte. Zusätzlich hatte sie ihm auch noch drei Hand Alkoholabstinenz verordnet. Der Herr wartete seitdem also auf seinen Tee, den ich ihm in jedem Fall noch vor dem Lederarbeiter hätte servieren müssen! Zum Glück war der Krieger sehr nachsichtig mit mir.
 
Ach ja, eines noch, damit sich niemand fragt, warum ich nicht einfach ein Tablett mit verschiedenen Getränken auf den Tisch gestellt habe, damit alles etwas schneller geht. Ich fand es schöner, jedem Freien meine Aufmerksamkeit zu widmen und nach dem jeweiligen Getränkewunsch zu fragen… Paga, Ale, Kalana, schwarzer Tee und Wasser waren es in diesem Fall. Auch wenn ich von den meisten Bürgern ihr Lieblingsgetränk kenne, es werden manchmal auch noch Säfte, unterschiedlich verdünnte Getränke oder auch ein Kräutertee und von meiner Herrin natürlich heiße Honigmilch gewünscht. Es handelte sich hier um eine gesellige Klöhnrunde aus Bürgern und Gästen von Jorts, unter denen mit Sicherheit niemand war, der kurz vor dem Verdursten war, sodass ich weder einen Anlass für eine Massenbestellung gesehen habe, noch für Selbstbedienung von einem auf dem Tisch befindlichen Tablett. Ich finde, gerade in gemütlicher Runde muss so viel Zeit vorhanden sein, dass ein Herr oder Herrin eben auch ein wenig auf ihr Getränk wartet.
 
Tja… und wie ich den Befehl des Hauptmanns nun aufzufassen hatte, in dieser Nacht in seinem Haus zu schlafen? Keine Ahnung… Strafe? Nein, für mich jedenfalls nicht. Vielleicht wollte er einfach nur seinen zweiten Sklavenkäfig eingeweiht wissen… irgendwie scheine ich wohl seine Sklavenkäfig-Einweiherin geworden zu sein, diesmal allerdings mit der Variante „Knebel und Sklavenhaube“……………... ;-)