Dienstag, 29. Januar 2013

Zwischenstopp in Lydius

Nun ging es doch nicht gleich zum Landsitz meiner Herrin. Nein, mein vorübergehender Herr machte noch einen kurzen Abstecher nach Lydius. Als wir das Vosk-Delta verlassen hatten und das Schiff nordwestlichen Kurs aufnahm, schwante mir eigentlich schon das Schlimmste… nämlich weitere Kälte und womöglich noch mehr Schnee als in Jorts Fähre. Denn von früheren Besuchen in Lydius wusste ich noch gut, wie weit diese Hafenstadt im Norden liegt… am Rand der nördlichen Wälder, dort wo der Laurius in die Thassa mündet. Glücklicherweise verlief die Schiffsreise dorthin über das offene Meer wenigstens ohne weitere Zwischenfälle und vor allem bei wenig Seegang, sodass ich von Seekrankheit verschont blieb. 
 
Mit freudiger Überraschung registrierte ich, wie erstaunlich milde das Klima in Lydius trotz seiner nördlichen Lage war… nicht eine Schneeflocke zu sehen und von Schnee keine Spur… im Gegenteil, alles war grün! Nach der Seereise immer noch recht winterlich und warm gekleidet kam ich daher in meinem dicken Umhang, den grässlichen Stiefeln und den liebestötenden langen Unterhosen bald ins Schwitzen. Doch mein Leihherr hatte schnell ein Einsehen mit mir. Gleich nachdem wir im Gasthaus angekommen waren, streifte er selbst ebenfalls seinen warmen Umhang von den Schultern und erlaubte auch mir, meine dicken Sachen auszuziehen… sogar die Stiefel, die ich ja nicht nur wegen der Kälte, sondern auch aus erzieherischen Gründen hatte tragen müssen.Zur besseren Lüftung stellte ich sie vorsorglich lieber vor! die Tür des Hauses. ;-)
 
 
Erstaunlich fand ich irgendwie, dass mein Leihherr bei diesen warmen Temperaturen wie immer Kalda, also sein Lieblingsgetränk bestellte, das ich ihm nach einer kurzen freundlichen Einweisung durch den örtlichen Sklavenhändler in der Küche des Gasthauses sogar selbst zubereiten durfte. Schon im zweiten Anlauf fand ich dann auch einen passablen Becher für den heißen, verdünnten Wein. Sicherheitshalber wusch ich das Trinkgefäß aber trotzdem noch kurz ab… man weiß ja nie!^^ Den ersten Becher, der mir in dieser unbekannten Küche in die Finger kam, hatte ich nämlich mangels hygienischer Eignung einfach zur Seite geschoben, da er meiner kritischen Begutachtung nicht standgehalten hatte. Doch das war von niemandem weiter registriert worden, auch nicht, dass ich mich im Gegensatz zu den örtlichen Kajirae, nicht mit langen komplizierten Gefäßprüfungen aufgehalten habe, sondern mich dabei einfach auf meine guten Augen verlassen habe, sodass mein Herr recht schnell in den Genuss seines Kaldas kam.
 
Bei der Zubereitung keimte mir dann ein Gedanke, warum er möglicherweise ein heißes Getränk bevorzugte. Vielleicht hatte er sich auf der doch ein wenig unkomfortablen Schiffsreise einige Schulter- und Nackenverspannungen zugezogen, die er nun mit innerer Wärme zu lösen gedachte… zumal er ja am gleichen Abend noch weiterreisen wollte? Egal, dachte ich bei mir, gekochter Kalda hin oder her, eine Rotseidene braucht keinen weiteren Grund, um ihren Herrn ein wenig zu verwöhnen und von möglichen Verspannungen zu befreien. Ich rutschte daher ohne lange zu fragen einfach dicht hinter ihn, um mit meinen sanften Händen zart seine Schultern zu massieren. Während er sich dabei angeregt mit dem Herrn Sklavenhändler unterhielt, konnte ich recht schnell seinen zufriedenen Äußerungen mir gegenüber entnehmen, wie sehr ihm mein Tun zusagte. :-))
 
Die Erfolge des Herrn aus Lydius in der Ausbildung und Erziehung von Sklavinnen, insbesondere Barbarinnen waren übrigens sehr erstaunlich… 99iger waren ihm anscheinend noch nie untergekommen und er betonte, nur Ware von ausgezeichneter Qualität zu verkaufen. Die Äußerungen meines Leihherrn über die viele minderwertige Ware, die meiner Herrin in der Vergangenheit schon verkauft worden und bestenfalls als Sleen-, Tarn- oder Fischfutter zu verwenden gewesen war, aber nicht mal ansatzweise als Qualitätsware, konnte er überhaupt nicht nachvollziehen. Da meine Herrin diesen erfolgreichen Freien während ihres Aufenthaltes vor einigen Monden in Lydius nie angetroffen hatte, wird sie an solchen Informationen bestimmt sehr interessiert sein… da bin ich mir ziemlich sicher.
 
Doch erst einmal mussten wir natürlich zu ihr zurückreisen. Die Abfahrtszeit unseres Schiffes hatte mein vorübergehender Herr bereits beim Kapitän erfragt, sodass es recht frühzeitig am Abend zum Hafen ging. Meine Schuhe standen erstaunlicherweise immer noch vor dem Gasthaus… es hatte sich (leider)^^ niemand irrtümlich an ihnen vergriffen. Doch diesmal musste ich sie nicht wieder anziehen und nahm sie zusammen mit dem hineingestopften Liebestöter nur in die Hand, denn die Abendluft in Lydius war ebenfalls recht milde. ;-)

Sonntag, 27. Januar 2013

Schlechte Laune

…hatte mein Leihherr am nächsten Morgen beim Aufwachen… angeblich wegen kalter Füße. Schuld dafür bekam natürlich ich, was aber selbstverständlich überhaupt nicht sein konnte! Denn wenn ich bei meiner Körpergröße noch Luft bekommen, d.h. oben meine Nase unter dem Fell hervor strecken wollte, so musste ich so weit hochrutschen, dass sich meine Füße bestenfalls auf Höhe der Waden meines vorübergehenden Herrn befanden. Ich kam also überhaupt nicht in dem Bereich an, wo er vermutlich selbst das Fell von seinen Füßen weggestrampelt hatte!! Außerdem mag ich es, meine Füße gegen seine Unterschenkel zu stellen, damit sie schön warm bleiben und rühr mit ihnen also bestimmt nicht herum. Aber egal, eine Sklavin muss auch mit Willkür umzugehen lernen. Leider gab es an diesem Morgen deswegen jedoch keine Frühstücks-Vorspeise in den Fellen.^^

Trotzdem besserte sich seine Laune auch ohne zum Glück ziemlich schnell, denn er wurde unten im Schankraum der Herberge von den Anwesenden Freien an ihren Tisch gebeten und musste sich nicht wieder aus Höflichkeit separat setzen. Vielleicht gefiel ihm auch, dass die Zeugmeisterin von Jorts seinen Namen sehr klangvoll fand oder weil sie ihn mit ihren schönen Augen lächelnd voller Interesse danach fragte, wie er denn meine Herrin dazu gebracht hatte, sich von mir zu trennen. Diese Frage war natürlich eine große Ehre für mich, denn die Herrin tat damit kund, dass sie sich an mich als Eigentum meiner Herrin erinnerte! Wobei das bestimmt ein Zufall war und prominent bin ich sowieso nicht, auch wenn mein vorübergehender Herr dies im Spaß erwähnte, während er der Herrin erläuterte, warum ich zurzeit in seinem Besitz bin.

Ich hatte einfach nur mal wieder Glück gehabt, dass seine Wahl auf mich gefallen war. Immer wenn er im Auftrag meiner Herrin unterwegs ist, bedient er sich nämlich an ihrer Kette… nur zur Reiseunterhaltung und in diesen kalten Regionen besonders als Heizung in den Fellen.^^ Ich war also lediglich ein Teil der Bezahlung meiner Herrin an ihn, liebe es aber natürlich seine Reiseunterhaltung und Fellheizung zu sein… insbesondere nach der unendlich langen Zeit in der Einsamkeit auf dem Landsitz meiner Herrin. Nur schade, dass er nicht viel öfter für sie unterwegs ist bzw. mich nicht immer mitnimmt. Aber ich will nicht undankbar sein… auch nicht, wenn ich als Kaltefüßeverursacherin beschuldigt werde! ;-)

Während ich dann für alle Freien warme Getränke bereiten musste, bekam ich logischerweise nur Bruchstücke davon mit, was so alles besprochen wurde. Es ging wohl um den Zuwachs an freien Frauen in Jorts seit dem letzten Besuch meines Leihherrn vor etlichen Monden. Wobei es nach meinem Geschmack gerne mehr Herren sein könnten… aber dafür interessierte selbstverständlich niemand. Die Herrschaften besprachen auch, ob und von wem die neue Heilerin Ärztin genannt werden darf, denn sie favorisiert anscheinend, als Heilerin bezeichnet zu werden. Jedenfalls hat sie sich sehr diplomatisch aus der Affäre gezogen und niemanden brüskiert.

Wobei der Herr Hauptmann offensichtlich die Nase voll von Diplomatie hat… insbesondere von einer ganz bestimmten Diplomatin bzw. unfähigen Schreiberin, die ihm mit ihrem fehlenden Wissen über Militärangelegenheiten wohl ziemlich auf den Geist gegangen war und dann auch noch gefordert hatte, wie sie ihren Tee gerührt haben möchte. Ich schien daher tatsächlich bei ihm gepunktet zu haben, als ich der Schreiberin von Jorts ihren Tee mit Honig servierte… oder bekam die neue Heilerin-Ärztin den Tee? Egal, wichtig für den Hauptmann war dabei jedenfalls, dass ich nicht erwähnt hatte, in welche Richtung ich das heiße Getränk umgerührt hatte. Falls es links rum gewesen wäre, hätte er wohl mit Gegenständen um sich geschmissen… zumindest drohte er sowas an.^^

Leider erinnerte sich mein Leihherr bei der Diskussion über einen Sleen und meinen Überlegungen, wie ich verhindern wollte, in der Nacht von ihm gefressen zu werden daran, dass der dritte Tag unseres Aufenthalts von Jorts fast zu Ende war. Er meinte, dass ich mir auf dem Schiff keine Sorgen mehr über Sleens zu machen brauche und wollte also tatsächlich abreisen. Mir blieb daher leider nichts übrig, als unsere wenigen Sachen zu packen und die dicken Sachen wieder anzuziehen… einschließlich der klobigen Stiefel, bevor es wieder hinaus in die Kälte mit dem grässlichen Schnee ging. Ganz besonders achtete ich natürlich auf das kleine Schmuckstück, für das ich mich bei meinem Leihherrn selbstverständlich zwar sofort ganz lieb bedankt hatte, aber mangels passender Gelegenheit immer noch nicht so „richtig“. Die Gelegenheit dafür gab es dann aber auf dem Schiff! ;-)

Donnerstag, 24. Januar 2013

Kälte und einige Folgen

Ungewohnte Geräusche mischten sich am Morgen in meinen Schlaf… eine Mischung aus Metallischem und Sägegeräuschen, die ich erst nachdem ich richtig wach geworden war genauer zuordnen konnte. Erstaunt registrierte ich meine kalte Nasenspitze, während der Rest von mir bestens temperiert mit einem dicken Fell zugedeckt war. Zusätzlich lag ich eng an eine männliche Heizung geschmiegt… nämlich meinen Leihherrn, von dem auch die sägenden Geräusche herrührten, da er noch tief und fest schlief. Meine Herrin schnarcht ja auch… wobei sie das bestimmt nie zugeben würde!^^ Mir sind solche Töne nach den fast 5 Jahren, die ich ihr inzwischen schon dienen darf, also nicht unbekannt. Nur sind ihre Laute mindestens eine Oktave höher als die des Herrn neben mir. Insofern war meine leichte Irritation nicht weiter verwunderlich.

Die anderen Geräusche konnte ich schnell dem üblicherweise einmal in der Woche hier in Jorts stattfindenden Training der Wachen zuordnen. Sie waren mir von meinem ersten Aufenthalt hier nicht unbekannt und beunruhigten mich daher nicht weiter. Während ich mich ein wenig schadenfroh an die Diskussionen der Kajirae über die nur schwer zu beseitigenden Grasflecken in den Tuniken ihrer Herren erinnerte, die sich mehrfach darüber echauffiert hatten, während wir den Männern beim Training zuschauten, kuschelte ich mich noch ein wenig enger an meinen Leihherrn und genoss still die Geborgenheit, die er mir gab und vor allem die herrliche Wärme in seinen Fellen. Die Temperatur im Zimmer war nämlich lausig… kein Wunder also, dass ich eine kalte Nasenspitze hatte.

Ich drückte mein Gesicht einfach an seine starke Schulter und schloss erneut die Augen, während ich weiter dem gleichmäßigen Schnarchen lauschte und sanft einen Arm um ihn legte… nur schlafen konnte ich nicht mehr. Kein Wunder also, dass meine Gedanken sich irgendwie verselbständigten, sozusagen ganz von alleine. Situationsbedingt, d.h. so eng an einen Mann gekuschelt, aber auch wegen des ständig in mir schwelenden Sklavenfeuers, denn ich bin nun mal von roter Seide, drehten sich meine Fantasien logischerweise schnell um eine ganz bestimmte Sache. Zusätzlich waren mir natürlich die Vorlieben dieses Herrn beim morgendlichen Erwachen ziemlich gut bekannt, so dass sich meine Finger und Lippen irgendwie… naja… verselbständigten würde ich sagen.^^ Übrigens sehr zum Wohlgefallen meines Leihherrn, den ich zwar mit meinen sanften Berührungen aufweckte, aber damit in eine äußerst gute Laune versetzte.

Gut ausgeschlafen, sehr befriedigt und vollkommen entspannt, aber natürlich entsprechend hungrig, war er logischerweise dann recht spät dran, als wir schließlich den Schankraum der Herberge aufsuchten. Die Krieger hatten ihr Training mittlerweile beendet und die meisten gingen offensichtlich bereits wieder ihren Wachgeschäften nach. Lediglich einige der aus Lydius angereisten Herrschaften stärkten sich vor ihrer Abreise noch ein wenig… darunter auch Dark’s Herr, die mich freudestrahlend begrüßte und kurz darauf sogar in der Tavernenküche auftauchte, um mich zu umarmen, als ich dort nach etwas Essbarem für meinen vorübergehenden Herrn Ausschau hielt.

Unsere Wiedersehensfreude beruhte auf Gegenseitigkeit, denn ich mag sie schon seit Jahren, auch wenn sich unsere Wege leider nur sporadisch mal kreuzen. Zu meiner großen Überraschung hatte sie von ihrem Herrn den Auftrag bekommen, mich ein wenig auszuhorchen. Erstaunlicherweise hatte er mich nämlich trotz meiner wegen der Kälte ungewöhnlich dicken Kleidung dennoch erkannt und sich gewundert, dass ich offensichtlich ohne meine Herrin in Jorts war, dafür aber im Besitz eines Herrn zu sein schien. Er hatte anscheinend Überlegungen darüber angestellt, dass da möglicherweise nicht alles rechtens ist und ich womöglich geklaut worden war.

Auch wenn es ihm vielleicht nicht darum ging, meiner Herrin einen Gefallen zu tun, sondern womöglich nur um die Aussicht auf eine Belohnung, fühlte ich mich doch irgendwie geehrt. Es ist einfach ein schönes Gefühl, dass ein Herr, warum auch immer, mich als Eigentum meiner Herrin bemerkt und dann sogar Gedanken über ihren Besitz anstellt, obwohl sie nicht dem selben Heimstein angehören. Leider trat er jedoch alsbald den Heimweg nach Lydius an, sodass sich keine Gelegenheit mehr für ein wenig Kajiratratsch mit Dark ergab. Vielleicht war es ihrem Herrn in Jorts auch einfach zu kalt? Ich konnte Dark leider nicht mehr fragen, ob in Lydius ebenfalls ein grässlicher Wintereinbruch stattgefunden hatte.

Da mein Leihherr nicht bei den anderen Herrschaften am Tisch Platz genommen hatte, denn dazu war er leider nicht eingeladen worden, erreichten mich nur einzelne Gesprächsfetzen aus der Unterhaltung des Händlers mit einer freien Frau über irgendwelche Zahlungen… was mich natürlich auch nichts weiter anging. Bedauerlicherweise nahm er jedoch die Anwesenheit der Herrin zum Anlass, mich mit einem Blick auf meine geöffneten Schenkel auf meine Erziehung hinzuweisen. Ich wollte die Freie natürlich nicht brüskieren und rutschte daher sehr bereitwillig einfach noch etwas dichter an ihn heran, sodass sie nichts Anstößiges mehr von mir zu sehen bekam. Abgesehen davon, war ich wegen der Kälte eh wieder winterlich verpackt… einschließlich Liebestöter drunter. :-(

Ein wenig mehr Körperkontakt mit ihm kam mir jedenfalls sehr gut zupass. Nicht nur wegen meiner Zuneigung zu ihm, sondern weil es so auch etwas wärmer war, denn sein Platz lag recht nah zum offenen Eingang der Herberge. Leider war mein vorübergehender Besitzer von der Tarnung meiner Kniehaltung nicht überzeugt und bestand weiter darauf, dass ich meine Schenkel schließe. Na gut, Freie haben eben immer Recht… das war für mich selbstverständlich überhaupt keine Frage.

Außerdem wollte ich ihm seine gute Laune nach der morgendlichen Vorspeise in seinen Fellen nicht verderben und wurde mit leckeren Brothappen von ihm gefüttert, während er sich lächelnd über die gute Entscheidung meiner Herrin äußerte, mich ihm für eine Weile auszuleihen. Bei aller Liebe zu meiner Herrin stimmte ich ihm sofort zu, dass es dafür allerhöchste Zeit gewesen war. Er meinte auch, dass ich für längere Landaufenthalte in zwar guter Luft aber Einsamkeit einfach nicht geschaffen bin und demnächst wohl alleine durch mein ungestilltes Sklavenfeuer die Milch meiner Herrin hätte erhitzen können, mit der unangenehmen Folge, dass sie sich dann vermutlich ihre Lippen daran verbrannt hätte. ;-))

Mittwoch, 23. Januar 2013

Ausgeliehen

Endlich tat sich mal was… nachdem sich meine Herrin inzwischen nun schon seit NEUN Wochen, also eine ganze Ewigkeit auf ihrem Landsitz aufhält!! Wobei ich diesen Aufenthalt in keiner Weise in Frage stelle, denn er war und ist einfach erforderlich und wirklich wichtig für sie, so wie sie zuletzt ständig schwächelte und kränkelte. Die viele Arbeit für ihre Kaste und ihre teilweise beschwerlichen, nicht ungefährlichen Reisen, bei dem zuletzt sogar körperlich angegriffen worden war, hatten irgendwann einfach Tribut von ihr gefordert. Ihr blieb nichts anderes übrig, als endlich an ihre Gesundheit zu denken und sich zu erholen. Was bietet sich da besser an, als das Landleben in bestem Klima, mit angenehmen Temperaturen und guter Luft?
 
Auch wenn ich es intensiv genossen habe, wenig tun zu müssen, früh schlafen zu gehen und eine viel zu kurze Zeit zusätzlich morgens auch mal später aufzustehen, ist dieser Landsitz meiner Herrin für meinen Geschmack auf Dauer doch zu einsam gelegen, denn niemand kam zu Besuch… bis ich meinen Augen erst nicht trauen wollte, als ich IHN sah… meinen geheimen Schwarm! Der gute Freund meiner Herrin, mit dem sie eine sehr schöne, langjährige, allerdings auch oberplatonische Freundschaft pflegt, kam zu Besuch! Doch es wurde noch besser und mein Kajiraherz machte tatsächlich einen kleinen Extrahüpfer, als meine Herrin mir gestattete, dass ich ihren guten Freund auf eine Reise begleite, während sie noch einige Tage die herrliche Landluft genießen wollte.
 
Einziger Nachteil war, mein Leihherr befahl mir dicke, warme Kleidung einzupacken, denn es sollte nach Jorts gehen. Ihm war nämlich zu Ohren gekommen, dass dort in diesem Jahr ein Wintereinbruch stattgefunden hatte. Meine gute Laune verschwand daher ein wenig, denn ich trage natürlich in Gegenwart von Männern am liebsten nur dünne, leichte Stoffe, die meine weiblichen Formen gut zur Geltung bringen oder noch besser gar nichts… und Schuhe sowieso nur ungern. Doch je näher wir unserem Ziel kamen, umso dankbarer wurde ich für die angeordnete, warme Verpackung, wenn ich mal aus den Fellen meines vorübergehenden Herrn musste und er von seiner Lieblingsbeschäftigung auf der ansonsten recht unspektakulären Schiffsreise kurzfristig abließ!^^
 
Es lag tatsächlich eine Menge Schnee in Jorts, sodass ich sogar ein wenig Gefallen an den unbequemen Schuhen fand. Das Dorf hatte sich wegen der Kälte übrigens genötigt gesehen, Baumaßnahmen zu ergreifen. Mit Erstaunen stellte ich nämlich fest, dass die bei unserer Abreise vor etlichen Wochen ursprünglich noch allseits offene Terrasse der Herberge umgebaut worden war. Shani berichtete mir später, diese Arbeiten seien wegen des Kälteeinbruchs und den freien Frauen erforderlich geworden, um den Damen ihren Aufenthalt in der Herberge etwas wärmer und angenehmer zu gestalten. Einen Tavernenraum würde eine ehrbare freie Frau ja selbstverständlich niemals betreten, selbst wenn er schön warm ist. Die auf ihren guten Ruf bedachten Herrinnen aus Jorts wären in diesem kalten Winter andernfalls vermutlich zu Hause geblieben.
 
Obwohl es draußen unangenehm kalt war, war die Herberge bei unserer Ankunft jedoch leer. Ursache dafür war vermutlich der angereiste Händler, der auf dem Dorfplatz seine Waren anbot. Während sich seine geschäftstüchtige Kajira um meinen Leihherrn kümmerte, nutzte ich die günstige Gelegenheit, um ein wenig mit Shani zu tratschen, die mich tatsächlich trotz der ungewohnten Verpackung erkannt hatte. Sie gehört immer noch dem Händler von Jorts, den ich jedoch nirgendwo entdecken konnte. Voller Stolz berichtete sie mir, dass es zwischenzeitlich eine Kaufinteressentin für sie gegeben habe, ihr Herr aber nicht darauf eingegangen war. Naja… etwas eitel war sie ja schon immer^^, aber welche Sklavin hätte sich nicht darüber gefreut? Ich konnte sie jedenfalls verstehen und war daher schon ein wenig neidisch, weil ich mit solch einer Information natürlich nicht mithalten konnte. Auf den Landsitz meiner Herrin hatte sich bis zu meiner Abreise leider niemand verirrt, der auch nur einen Hauch von Interesse an mir hätte zeigen können! :-)
 
Ansonsten war in Jorts alles irgendwie beim Alten… nur wenige Dorfbewohner und Kajirae waren auf den Straßen, dafür der Hauptmann zumindest an diesem Tag von einer Spätwache verschont. Ach nee, es gibt doch noch etwas Neues… eine Bäckerei mit oberleckeren, frischen und daher noch warmen Brötchen, die sich bei der Kälte hervorragend als Fingerwärmer eigneten und einfach oberköstlich schmeckten. Mein Leihherr schenkte mir sogar ein ganzes Brötchen für mich alleine, er meinte es wirklich gut mit mir! Daher war ich wirklich froh, von Shani zu erfahren, dass noch  Zimmer in der Herberge frei waren, allerdings nur noch zwei und sauste sogleich los, um die Reservierung klar zu machen. Ich wollte meinen vorübergehenden Herrn natürlich nicht damit erzürnen, dass er mangels Unterkunft im Dorf eine weitere Nacht auf einem kalten, feuchten Schiff verbringen musste.
 
Die Priesterkönige müssen mir gestern wirklich wohlgesonnen gewesen sein, denn sie verhinderten, wenn auch nur ganz knapp, dass ich mit Shani’s Herrn zusammenstieß, als ich wegen der Zimmerreservierung eilig um die Ecke preschte. Nicht auszudenken, wenn ich ihm dabei, beschuht wir ich ja nun mal war, auf die Füße getreten oder ihn sogar umgeschmissen hätte! Wobei letzteres aufgrund unserer unterschiedlichen Körperstatur und Größe wohl eher unwahrscheinlich gewesen wäre. Naja, auch wenn sich der Herr Händler ermahnende Worte an mich verkniffen hatte, so wie er mich anschaute, war er wohl doch ein wenig verärgert darüber, übersehen worden zu sein. Als ich dann kurz darauf die Treppe ziemlich schwungvoll wieder herunter kam und er an mir vorbei ging, stieg in mir so ein Gefühl auf, als würde er sich auf einmal besonders breit machen.^^ Zum Glück konnte ich jedoch auch in diesem Fall meine gute Reaktion beweisen, gerade noch rechtzeitig abbremsen und ihm geschickt ausweichen.
 
Aber wie gesagt, es war sowieso mein Glückstag und er war noch nicht zu Ende… ich bekam noch mehr geschenkt! Allerdings war es inzwischen zu spät geworden, um das Schmuckstück meinem Leihherrn voller Dankbarkeit noch angemessen vorführen zu können, um das er vorher übrigens ein kleines Geheimnis gemacht hatte. Ich musste nämlich erraten, in welcher seiner ausgestreckten Hände es sich befand und tippte leider erst einmal auf die falsche. Doch auch das entpuppte sich als Glücksfall, denn so bekam ich Gelegenheit, auch noch seine andere Hand sanft berühren zu dürfen. Wobei  das nicht der letzte Hautkontakt mit ihm war, denn bei der herrschenden Kälte war es selbstverständlich besonders wichtig, dass ich mich für einen entspannten, erholsamen Schlaf meines Leihherrn, um eine angenehme Temperatur in seinen Fellen kümmerte!! ;-)

Sonntag, 6. Januar 2013

Nachdenkliches

Nun habe ich es verpasst... die Jahreswende ist doch der Zeitpunkt für Rückblicke!! Geht das am 6. Januar auch noch?
 
Aber keine Sorge, ich werde mich jetzt nicht lang und breit über die inzwischen mehr als 100.000 Zugriffe auf mein Blog auslassen... wann zu welchem Schlüsselwort besonders viele Klicks registriert wurden, wie lange die Verweildauer war, welches Betriebssystem benutzt wurde, und... und... und.............
 
Nein, ich möchte mich einfach nur ganz doll bei allen meinen LESERN bedanken, denn Klicks heißen ja noch lange nicht, mein Geschreibsel tatsächlich auch zu lesen! Also lieber doch noch die Verweildauer auswerten??? OMG!!! :-(
 
Pauschal hier alles Gute für 2013 zu wünschen, wollte ich mir eigentlich auch verkneifen. Es ist doch viel schöner, diejenigen, die man mag, persönlich anzuschreiben... nicht nur zum Jahreswechsel.
 
Doch genau das habe ich leider nicht konsequent oder nur viel zu selten getan, dafür aber natürlich gehofft und wohl auch erwartet, dass andere aktiv werden, sofern ihnen etwas an mir liegen sollte. Meine Schlussfolgerung: Nur bei einigen wenigen scheint dies der Fall zu sein... heul, ich zerfließe vor Selbstmitleid! :-(
 
Mell hatte mal so treffend beschrieben, was sie in SL sucht bzw. sich wünscht. Leider haben Mell und Dark ihr Blog inzwischen geschlossen, daher hier jetzt ohne Zitat und nur sinngemäß: "Keinen Mann, keine Kinder, kein Reihenhaus... Menschen, die sich freuen, wenn ich online komme." Diese Worte kann ich voll unterstreichen. Genau das wünsche ich mir auch und bin wirklich glücklich, in SL einige solcher Freunde gefunden zu haben.
 
Ein unerwarteter Neujahrsgruß hat mich nun sehr nachdenklich gemacht... ein Gruß, über den ich mich unheimlich gefreut habe, weil ich den Absender mal sehr mochte. Nein, eigentlich mag ich ihn immer noch, bin nur enttäuscht darüber, dass er sich nie mehr gemeldet hat.
 
Vorsichtshalber will ich diese freundliche Geste daher lieber nicht überbewerten. Vielleicht gehört er zu den Menschen, die "nur" zum Jahreswechsel ihre Namenslisten durchsehen, um dann den einen oder anderen Gruß zu schicken?
 
Damit hätte er in diesem Fall schon viel mehr getan als ich. Außerdem habe ich ihn ganz anders kennengelernt. Ich habe mich bei ihm ja auch nicht mehr gemeldet, nachdem wir kein gemeinsames Roleplay mehr hatten... weil in seinem Roleplay-Umfeld eine Person ist, die mir OOC überdeutlich gezeigt hat, wie sehr sie mich hasst.
 
Doch was haben seine RP-Partner mit mir zu tun? Gar nichts. Habe ich nicht inzwischen gelernt, dass die Zugehörigkeit zu einer SL-Spielergruppe nichts zu bedeuten hat? Emotionale Bindungen und Wir-Gefühl sind im Roleplay im anonymen SL fehl am Platze und interessieren doch kaum jemanden!
 
Die letzten Tage war ich aus RL-Gründen nicht online, habe mir aber jetzt ganz fest vorgenommen, den Kontakt zu einigen wenigen Menschen, die ich in SL kenne, zukünftig besser zu pflegen! Danke für diesen unerwarteten, aber wirklich schönen Neujahrsgruß! :-))