Donnerstag, 24. Januar 2013

Kälte und einige Folgen

Ungewohnte Geräusche mischten sich am Morgen in meinen Schlaf… eine Mischung aus Metallischem und Sägegeräuschen, die ich erst nachdem ich richtig wach geworden war genauer zuordnen konnte. Erstaunt registrierte ich meine kalte Nasenspitze, während der Rest von mir bestens temperiert mit einem dicken Fell zugedeckt war. Zusätzlich lag ich eng an eine männliche Heizung geschmiegt… nämlich meinen Leihherrn, von dem auch die sägenden Geräusche herrührten, da er noch tief und fest schlief. Meine Herrin schnarcht ja auch… wobei sie das bestimmt nie zugeben würde!^^ Mir sind solche Töne nach den fast 5 Jahren, die ich ihr inzwischen schon dienen darf, also nicht unbekannt. Nur sind ihre Laute mindestens eine Oktave höher als die des Herrn neben mir. Insofern war meine leichte Irritation nicht weiter verwunderlich.

Die anderen Geräusche konnte ich schnell dem üblicherweise einmal in der Woche hier in Jorts stattfindenden Training der Wachen zuordnen. Sie waren mir von meinem ersten Aufenthalt hier nicht unbekannt und beunruhigten mich daher nicht weiter. Während ich mich ein wenig schadenfroh an die Diskussionen der Kajirae über die nur schwer zu beseitigenden Grasflecken in den Tuniken ihrer Herren erinnerte, die sich mehrfach darüber echauffiert hatten, während wir den Männern beim Training zuschauten, kuschelte ich mich noch ein wenig enger an meinen Leihherrn und genoss still die Geborgenheit, die er mir gab und vor allem die herrliche Wärme in seinen Fellen. Die Temperatur im Zimmer war nämlich lausig… kein Wunder also, dass ich eine kalte Nasenspitze hatte.

Ich drückte mein Gesicht einfach an seine starke Schulter und schloss erneut die Augen, während ich weiter dem gleichmäßigen Schnarchen lauschte und sanft einen Arm um ihn legte… nur schlafen konnte ich nicht mehr. Kein Wunder also, dass meine Gedanken sich irgendwie verselbständigten, sozusagen ganz von alleine. Situationsbedingt, d.h. so eng an einen Mann gekuschelt, aber auch wegen des ständig in mir schwelenden Sklavenfeuers, denn ich bin nun mal von roter Seide, drehten sich meine Fantasien logischerweise schnell um eine ganz bestimmte Sache. Zusätzlich waren mir natürlich die Vorlieben dieses Herrn beim morgendlichen Erwachen ziemlich gut bekannt, so dass sich meine Finger und Lippen irgendwie… naja… verselbständigten würde ich sagen.^^ Übrigens sehr zum Wohlgefallen meines Leihherrn, den ich zwar mit meinen sanften Berührungen aufweckte, aber damit in eine äußerst gute Laune versetzte.

Gut ausgeschlafen, sehr befriedigt und vollkommen entspannt, aber natürlich entsprechend hungrig, war er logischerweise dann recht spät dran, als wir schließlich den Schankraum der Herberge aufsuchten. Die Krieger hatten ihr Training mittlerweile beendet und die meisten gingen offensichtlich bereits wieder ihren Wachgeschäften nach. Lediglich einige der aus Lydius angereisten Herrschaften stärkten sich vor ihrer Abreise noch ein wenig… darunter auch Dark’s Herr, die mich freudestrahlend begrüßte und kurz darauf sogar in der Tavernenküche auftauchte, um mich zu umarmen, als ich dort nach etwas Essbarem für meinen vorübergehenden Herrn Ausschau hielt.

Unsere Wiedersehensfreude beruhte auf Gegenseitigkeit, denn ich mag sie schon seit Jahren, auch wenn sich unsere Wege leider nur sporadisch mal kreuzen. Zu meiner großen Überraschung hatte sie von ihrem Herrn den Auftrag bekommen, mich ein wenig auszuhorchen. Erstaunlicherweise hatte er mich nämlich trotz meiner wegen der Kälte ungewöhnlich dicken Kleidung dennoch erkannt und sich gewundert, dass ich offensichtlich ohne meine Herrin in Jorts war, dafür aber im Besitz eines Herrn zu sein schien. Er hatte anscheinend Überlegungen darüber angestellt, dass da möglicherweise nicht alles rechtens ist und ich womöglich geklaut worden war.

Auch wenn es ihm vielleicht nicht darum ging, meiner Herrin einen Gefallen zu tun, sondern womöglich nur um die Aussicht auf eine Belohnung, fühlte ich mich doch irgendwie geehrt. Es ist einfach ein schönes Gefühl, dass ein Herr, warum auch immer, mich als Eigentum meiner Herrin bemerkt und dann sogar Gedanken über ihren Besitz anstellt, obwohl sie nicht dem selben Heimstein angehören. Leider trat er jedoch alsbald den Heimweg nach Lydius an, sodass sich keine Gelegenheit mehr für ein wenig Kajiratratsch mit Dark ergab. Vielleicht war es ihrem Herrn in Jorts auch einfach zu kalt? Ich konnte Dark leider nicht mehr fragen, ob in Lydius ebenfalls ein grässlicher Wintereinbruch stattgefunden hatte.

Da mein Leihherr nicht bei den anderen Herrschaften am Tisch Platz genommen hatte, denn dazu war er leider nicht eingeladen worden, erreichten mich nur einzelne Gesprächsfetzen aus der Unterhaltung des Händlers mit einer freien Frau über irgendwelche Zahlungen… was mich natürlich auch nichts weiter anging. Bedauerlicherweise nahm er jedoch die Anwesenheit der Herrin zum Anlass, mich mit einem Blick auf meine geöffneten Schenkel auf meine Erziehung hinzuweisen. Ich wollte die Freie natürlich nicht brüskieren und rutschte daher sehr bereitwillig einfach noch etwas dichter an ihn heran, sodass sie nichts Anstößiges mehr von mir zu sehen bekam. Abgesehen davon, war ich wegen der Kälte eh wieder winterlich verpackt… einschließlich Liebestöter drunter. :-(

Ein wenig mehr Körperkontakt mit ihm kam mir jedenfalls sehr gut zupass. Nicht nur wegen meiner Zuneigung zu ihm, sondern weil es so auch etwas wärmer war, denn sein Platz lag recht nah zum offenen Eingang der Herberge. Leider war mein vorübergehender Besitzer von der Tarnung meiner Kniehaltung nicht überzeugt und bestand weiter darauf, dass ich meine Schenkel schließe. Na gut, Freie haben eben immer Recht… das war für mich selbstverständlich überhaupt keine Frage.

Außerdem wollte ich ihm seine gute Laune nach der morgendlichen Vorspeise in seinen Fellen nicht verderben und wurde mit leckeren Brothappen von ihm gefüttert, während er sich lächelnd über die gute Entscheidung meiner Herrin äußerte, mich ihm für eine Weile auszuleihen. Bei aller Liebe zu meiner Herrin stimmte ich ihm sofort zu, dass es dafür allerhöchste Zeit gewesen war. Er meinte auch, dass ich für längere Landaufenthalte in zwar guter Luft aber Einsamkeit einfach nicht geschaffen bin und demnächst wohl alleine durch mein ungestilltes Sklavenfeuer die Milch meiner Herrin hätte erhitzen können, mit der unangenehmen Folge, dass sie sich dann vermutlich ihre Lippen daran verbrannt hätte. ;-))

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