Mittwoch, 27. Februar 2013

Was für ein Tag!

Ich war etwas eher aufgestanden, da ich mich pflichtbewusst wie ich ja nun mal bin^^, zuerst um die Lieferung des bestellten Pagafasses an den Tavernenwirt kümmern wollte. Die Stadtkettensklavin sollte mir dabei helfen, denn so ein großes Fass rollt sich zu zweit natürlich erheblich leichter. Die Überzeugungsarbeit bei dieser Kajira gestaltete sich zwar mal wieder schwierig, da ich ja (zum Glück ;-) nicht ihre Kettenerste bin, aber letztendlich trottete sie doch hinter mir her. Anscheinend war ihr beim Zählen der Grashalme vor dem Gästehaus wohl doch zu langweilig geworden.
 
Ich konnte das Mädchen sogar noch davon überzeugen, dass wir das Fass zu zweit problemlos gerollt bekommen und dafür keinen Karren brauchen. Hinten herum um die Gebäude ist der Weg nämlich kürzer und vor allem kaum ansteigend. Nach dem Motto „gemeinsam sind wir stark“ schafften wir die kurze Strecke ins Gasthaus auch problemlos, nur dann weigerte sie sich strickt, mir auch beim letzten Stück in die Taverne zu helfen. Sie meinte doch tatsächlich, ich müsse die Reststrecke alleine bewältigen, weil sie nicht in die Taverne darf und ergänzte ziemlich pampig, ich könne mich ja beim Wirt beschweren, sie würde sich nur an sein Verbot halten und hätte keine Lust andernfalls Prügel zu beziehen.
 
Nach außen war ich wohl noch einigermaßen ruhig, doch innerlich begann ich langsam zu kochen^^. Dieses faule Ding versuchte tatsächlich die Worte des Wirtes so zu drehen, dass sie um eine unbequeme Arbeit herum kam und wagte es dann auch noch, den Herrn deswegen zu behelligen! Mal abgesehen davon, dass sie mir widersprach. Aber gut, grundsätzlich habe ich ihr natürlich nichts zu befehlen. 
 
Nur mal so, es ging hier um ca. 10 Schritte, hinein in eine vollkommen LEERE Taverne, weit und breit kein Herr zu sehen, der über die weiße Seide hätte herfallen können und es ging darum, dem Tavernenbesitzer sein Pagafass zu liefern! Selbstverständlich hat er ein Verbot für Weißseidene ausgesprochen, den Tavernenraum für eine längere Zeit zu betreten. Meine Herrin erklärte mir später, dass er damit Regresszahlungen wegen einer möglicherweise verlorenen Jungfräulichkeit vermeiden wollte. Weiße oder rote Seide war hier aber vollkommen nebensächlich… es ging lediglich um eine Fasslieferung für den Wirt!!
 
Aber gut, sie hatte Glück und bezog keine Prügel dafür, einen Freien mit einer solchen Nichtigkeit behelligt zu haben, weil sie ihren Kopf nicht eingeschaltet hatte. Der gutmütige Herr Wirt erklärte ihr nämlich, dass sie die Taverne selbstverständlich betreten darf, nur eben nicht für eine längere Zeit. Erstaunlicherweise kam ihr nicht der Gedanke, sich noch genauer zu erkundigen, was denn ein zu langer Aufenthalt dort ist und was nicht. Womöglich hätte sie den Fasstransport dann als zu langen Aufenthalt in einem verbotenen Raum eingestuft^^, da sie das letzte Stück mit dem Fass nämlich alleine bewältigen musste, so sauer wie ich inzwischen auf sie war.
 
Ich flehte bei dieser Aktion zum wiederholten Mal inständig zu den Priesterkönigen, sie mögen bitte verhindern, dass ich jemals wirklich für diese Blonde zuständig sein sollte, die alles in Frage stellt und jedes Wort in die Waagschale legt und der Sklavenhändler von Jorts möge hoffentlich ganz bald von seiner Reise zurück sein!^^ Auch auf dem Weg zum neuen Haus meiner Herrin, bekam das zurzeit in Obhut meiner Herrin befindliche Mädchen übrigens schon wieder Bedenken, weil ihr verboten worden war, das Dorf zu verlassen. Tja, dann eben nicht, dachte ich schon bei mir, als sie auf einmal aber doch noch angetrottet kam. Erstaunlich wie schnell, und dann sogar ohne weitere Rückfragerei beim Herrn Hauptmann, konnte sie sich offensichtlich klar machen, was wohl mit Verlassen des Dorfs gemeint gewesen war. ;-)
 
 
Zurück auf dem Marktplatz traf ich vor Erleichterung aufatmend auf meine Herrin, die sich gleich bei mir erkundigte, ob ihre Möbel vielleicht schon ins neue Haus geliefert worden waren, was jedoch leider noch nicht der Fall war. Ohne die weiteren Details meiner möglicherweise erforderlichen Überzeugungsarbeit für beschleunigtes Liefern durch Powackeln zu nennen, konnte ich meiner Herrin glaubhaft machen, dass ich alles im Griff haben würde. Einer der Herren, der mich bereits seit einiger Zeit kennt und daher auch ein wenig meinen gelegentlichen Körpereinsatz, bestätigte dies schmunzelnd indem er kundtat, dass ich mit meinem Po notfalls sogar Berge versetzen könnte. Andernfalls würde ich natürlich gerne auf das großzügige Angebot von Shanis Herrn zurückkommen und den Karren ausleihen.
 
Doch für den Umzug der wenigen Sachen aus dem Gästehaus war der Karren erst einmal nicht erforderlich, da ich ja immer noch die Blonde an den Hacken hatte. Wobei man bei den voluminösen Kleidern meiner Herrin natürlich nicht wirklich von einer Kleinigkeit sprechen kann und bei den nun aufkommenden Bedenken des Mädchens sowieso nicht. Sie behauptete doch tatsächlich die Kleider meiner Herrin nicht anfassen zu dürfen und befürchtete andernfalls schon wieder Ärger. Sie könnte die Roben beschmutzen, auch wenn sie saubere Finger hat und sich selbstverständlich immer penibel wäscht, was ich ihr durch Sichtkontrolle und Geruchsprobe bestätigte. Sie muss nämlich wegen irgendwelcher Münzen, eine Hand lang die Sch… der Tavernenkajira umrühren. Es wurde Geld der Stadt vermisst, nach dem schon das halbe Dorf gesucht hatte und ganz besonders der Hauptmann und der Händler.
 
Tja, und dann geschah ein kleines Wunder. Die Stadtkajira bekam einen wirklich genialen Einfall… sie faltete einfach das Innere der Kleider nach außen und hängte sie sich anweisungsgemäß nun doch über den Arm. Puhh... ihre Bedenken wegen Beschmutzung waren wie weggeblasen und unser kleiner Umzug ins neue Haus konnte endlich beginnen. Leider kamen wir jedoch nur bis zum Marktplatz und wurden dort von einem lauten „HALT, Seuchengefahr!“ von meiner Herrin gestoppt und zu einem Desinfektionsbad in Sklaventunke verdonnert.
 
Der Hauptmann badete bereits mit viel Bramborium in der Tunke unter den schadenfrohen Blicken, Kichern und Prusten von halb Jorts… allerdings leider in voller Montur. Den Gesprächen der Freien, die alle einen riesigen Sicherheitsabstand zum Hauptmann und der Sklaventunke einzuhalten schienen, konnte ich entnehmen, dass er anscheinend für das Einschleppen der Hauptmannsseuche aus Hochburg verantwortlich war. Der Ort war vor kurzem bei seinem Besuch vollkommen ausgestorben gewesen, sodass er anscheinend jetzt die Vermutung geäußert hatte, es könnte dort eine Seuche ausgebrochen sein, was in Jorts nun zu diesem plötzlichen Aufruhr geführt hatte.
 
Leider war die Stadtkettensklavin mit in Hochburg gewesen und meine Herrin befürchtete nicht nur, dass die ebenfalls verseucht worden war, sondern mich nun angesteckt hatte, weil ich ja schon den ganzen Tag mit ihr zusammen gewesen war. Immerhin wurde von weiteren Quarantänemaßnahmen abgesehen, aber um das ekelige Bad kam ich leider nicht herum.
 
Wenn schon, denn schon, dachte ich bei mir und zog direkt vor den Augen des Schiffbauers, der auf der Bank direkt neben der Tunke Platz genommen hatte, langsam meine Tunika von den Schultern. Nicht nur das leichte Reiben des Stoffes auf meinen empfindlichen Knospen, sondern vor allem die gierigen Blicke dieses Mannes ließen es innerlich in mir Kribbeln und heiße Schauer meinen Rücken herunter laufen… die dann jedoch leider in der ekeligen Sklaventunke erst einmal ertränkt wurden.
 
 
Hinterher blieb nur, die Tunika mit spitzen Fingern wieder aufzunehmen, den abgestellten Rucksack zu schultern und ab ins neue Haus zum Abspülen des Desinfektionsmittels. Danach war der Marktplatz leider leergefegt. Aber sagte ich nicht eingangs schon… was für ein Sch…Tag?
 
Nein, das anschließende Gespräch mit meiner Herrin habe ich natürlich wie immer sehr genossen! :-))
 

Dienstag, 26. Februar 2013

Ein besonderer Tag

Oha, fast wäre meine Herrin gestern ohne Schuhe vor die Tür gegangen. Nicht auszudenken, was das geworden wäre, wenn ihre zarten Marzipanfüßchen ohne die ollen, potthässlichen, unmodernen Uralttreter Kontakt mit frischem, grünen Gras bekommen hätten… dachte ich so bei mir, denn laut verkneife ich mir natürlich die Wahrheit über ihre geliebten Stiefel. Zum Glück kann sie meine Gedanken immer noch nicht lesen. Aber gut, dass sie mich hat, so konnte ich den Schuhgau dank meines geschulten Blicks gerade noch abwenden und ihr schnell die Stiefel bis zur Haustür hinterher tragen.
 
 
Beim Anziehen meinte meine Herrin dann auf einmal, dass die Stiefel enger geworden sind oder alternativ ihre Füße gewachsen, denn die Schuhe passten ihr angeblich nicht mehr ordentlich. Über Nacht gewachsen??? Konnte ich mir zwar nicht vorstellen, nutzte aber die perfekte Gelegenheit um mal vorsichtig anzumerken, dass sie vielleicht ein Paar neue braucht. Erfahrungsgemäß hat es mich danach nicht erstaunt, dass sie nun wieder anfing über die Vorzüge dieser zeit- und modelosen Qualitätsstiefel zu dozieren. Ein Vortrag, den ich bereits mehrfach gehört hatte, sodass ich gut beraten war, nicht allzu sehr gegenan zu stänkern, denn ich ziehe dabei logischerweise natürlich immer den Kürzeren.
 
Am liebsten würde sie einen ordentlichen Schuster finden, der ihr neue Schuhe nach dem Muster der alten Treter anfertigen kann, also welche die genauso hässlich sind wie die alten oder die bisherigen einfach etwas weitet, da die ja noch sozusagen neu sind. Sie behauptete tatsächlich, dass ich länger in ihrem Besitz bin als die Stiefel, dabei fand ich, dass die Dinger aussehen als seien sie noch aus der Vordinazeit. Fast hätte ich mich beim Thema Geschmack wieder in Ungnade geredet. Doch es gelang mir erstaunlicherweise meine Klappe zu halten, als meine Herrin mir eröffnete, dass ich ihre wundervollen Stiefel quasi als Synonym zu mir selbst ansehen kann. Natürlich wusste ich wie sie das meinte und habe mich daher noch schnell bei ihr für die große Ehre bedankt, mit ihren geliebten Stiefeln verglichen zu werden, dabei bin ich doch nur eine unbedeutende Kajira!
 
Als Erstes durfte ich meiner beschuhten Herrin nun die Schätzchen des Brauereibesitzers zeigen, also den Kessel, Destille usw. Meine Herrin verstand erst gar nicht, was ich ihr da beschrieb, denn sie betrachtete die ganze Zeit die schöne Blumenwiese und war ein wenig erstaunt, dass der Brauer anscheinend auch ein Blumenliebhaber ist. Doch letztendlich konnte ich ihr klar machen, dass die Schätzchen des Herrn die kupferfarbenen Gerätschaften vor der Brauerei waren und nicht die Blumen. Auch wenn ich seinen Brauereileitfaden noch nicht gelesen hatte, konnte ich meiner Herrin trotzdem glaubhaft darstellen, dass ich alles rund um die Brauerei oder vielmehr ums Polieren und Liefern sehr gut im Griff habe bis der Besitzer wieder zurück ist… zumal sich kurz darauf im Gasthaus herausstellen sollte, dass ein neues Fass Paga zu liefern ist.
 
Es wurde nämlich Zeit für die Honigmilch im Gasthaus… wegen der eingelaufenen Stiefel aber vorsichtshalber nur mit einem Löffel Honig. Da der Wirt und vor allem seine ihm zur Probe überstellte Kajira anwesend waren, brauchte ich mich diesmal nicht selbst um die Zubereitung zu kümmern und konnte den Gesprächen der Herrschaften lauschen. Anscheinend war der Wirt mit dem Händler gerade im Verkaufsgespräch über diese Sklavin, jedoch noch nicht einig über ihren Wert, der mich selbstverständlich sehr interessierte. Der Händler kam in seiner Geldgier schon wieder auf die gewaltige Summe von einem Goldtarn zu sprechen, doch einen solchen Preis blockte der Wirt sofort als vollkommen indiskutabel ab. Er scheint offensichtlich zu den Herren zu gehören, die sich auf dem Markt ein wenig auskennen. Leider bekam ich dann jedoch nicht mehr mit, was seine Neuanschaffung denn nun tatsächlich kosten sollte, weil meine Herrin inzwischen erfahren hatte, dass ein Haus frei geworden war und mich mit Shani zur Hausbesichtigung losschickte.
 
 
Welch eine Ehre für mich, aber als ihre jahrelange Erste kenne ich die Ansprüche meiner Herrin natürlich sehr gut. Und bei der Möblierung berate ich sie sowieso immer und das wohl zu ihrer vollsten Zufriedenheit…glaube ich jedenfalls. Die Bauweise des zu besichtigenden Hauses war mir nicht unbekannt, da meine Herrin bereits bei ihrem ersten Aufenthalt in Jorts in so einem gewohnt und sich darin recht wohl gefühlt hatte. Hinzu kam die sehr schöne Lage direkt neben dem Bauernhof, ein großer Baum vor der Haustür und die Holzstützen des Hauses, an denen der Pfeffer bestimmt gut ranken kann, was meine Entscheidung sehr einfach machte. Zusätzlich war reichlich Platz für das geplante Gewächshaus zur Blumenzucht. Auch wenn meine Entscheidung bereits gefallen und ich mir sicher war, dass Shani das sofort wusste, erwähnte ich natürlich, dass meine Herrin selbstverständlich das letzte Wort haben würde. Doch die stimmte meiner Einschätzung sofort zu, und zwar ohne das Haus vorher überhaupt gesehen zu haben… eine weitere große Anerkennung für mich!
 
Als meine Herrin sich später ins Gästehaus zurückzog, überraschte sie mich dann auch noch mit einem Lob. Normalerweise lobt sie nur sehr selten, denn wenn sie nicht meckert weiß ich, dass sie zufrieden mit mir ist und freue mich darüber. Aber ab und an „schwächelt“ sie dann zu meiner Freude doch etwas, lässt mich auf ihrem Fell schlafen, haucht mir einen Kuss auf die Stirn und streicht mir sanft durch die Haare. Das tut immer unheimlich gut! Gestern war jedoch ein wirklich besonderer Tag, nicht nur wegen der wundervollen Streicheleinheiten, sondern auch weil meine Herrin den Herrschaften im Gasthaus so deutlich gezeigt hatte, wie sehr sie mir und meinem Urteil vertraut. :-)))

Freitag, 22. Februar 2013

Brauereiaushilfskajira

Eigentlich hatte ich gerade angesetzt, um der in Obhut meiner Herrin befindlichen Stadtkettensklavin einen kleinen Vortrag zu halten. Sie wusste nämlich offensichtlich nicht, was ein erstes Mädchen ist und wie sie mich zurzeit nennen soll und wie, wenn ich denn ihre Erste wäre, falls sie es jemals schaffen sollte an die Kette meiner Herrin zu kommen. ;-) Für dieses Mädchen schien in Obhut und unterrichtet werden gleichbedeutend mit an der Kette meiner Herrin zu sein. Dabei sollte sie eigentlich doch wissen, dass sie an der Stadtkette ist und somit dem Sklavenhändler von Jorts unterstellt.
 
Ich holte erst einmal tief Luft, kam jedoch über die Einleitung meiner Erläuterungen dann allerdings nicht hinaus, denn es hatte gerade an der Tür geklopft. Während ich schnell nach unten flitzte, hörte ich noch, wie meine Herrin nun versuchte, dem Mädchen ihren Irrtum klar zu machen. In dem Zusammenhang erläuterte sie ihr auch gleich die Abhängigkeiten und Stellungen innerhalb einer Kette und was einer Kettenletzten bei Widerworten gegen ihr erstes Mädchen passieren kann. Ich hoffe, die Kajira hat verstanden, warum ich mit „du solltest froh sein, dass ich nicht deine Erste bin“ auf ihre Anrede reagiert hatte. ;-)
 
Unten vor der Tür stand ein Schrank von einem Mann, dessen imposanter Anblick mir gleich einen Schauer den Rücken herunterlaufen ließ. Ich wusste von unserem ersten Aufenthalt hier in Jorts, dass er seinerzeit der Nachbar meiner Herrin gewesen war. Es war der Besitzer der Brauerei von Jorts. Doch so von Dichtem hatte ich diesen gutaussehenden Herrn bedauerlicherweise noch nie zu Gesicht bekommen. Vor allem war mir bisher nicht aufgefallen, was für interessante rote Haare er hat, da er anscheinend gerne Kapuzen trägt. Dieser stattlich gebaute Mann nahm nun am Tisch meiner Herrin Platz und ich bekam somit Gelegenheit, ihn zu mustern… selbstverständlich unauffällig^^, denn es gehört sich ja nicht, jemanden anzustarren.
 
Nachdem meine Herrin mit ihm ein paar Höflichkeiten ausgetauscht und ihm von ihrer geplanten Pfefferaussaat einschließlich der Gründe dafür erzählt hatte, wurde mir ganz warm ums Herz, als er ihr lächelnd mitteilte, dass sie immer willkommen ist an seinem Heimstein. Es ist einfach toll, immer wieder die Freundlichkeit der Bürger von Jorts zu erleben! Doch der Brauereibesitzer war nicht nur gekommen, um meine Herrin willkommen zu heißen, er hatte auch an Anliegen an sie. Er benötigte nämlich eine Kajira, die sich in der nächsten Hand ein wenig um seine Brauerei kümmert, da er verreisen muss und zurzeit keine Sklavin mehr besitzt.
 
Irgendwie schwante mir sofort, dass die Wahl meiner Herrin auf mich fallen würde. Und so kam es auch, denn sie mochte es schon immer, wenn ihre Mädchen etwas Neues lernen… sagt sie. Eigentlich will sie uns vor allem aber auch auf Trab halten. Doch egal, für so einen schönen Mann würde ich noch viel mehr tun, als nur seine Brauerei am Laufen halten! Außerdem ging es ihm nicht ums Brauen, sondern lediglich darum, nach dem Rechten zu sehen, die Kessel zu pflegen und sich um sein Fasslager zu kümmern, Nachschub ans Gasthaus zu liefern oder an die Bürger von Jorts und solche Sachen. Fremde müssen warten, bis er wieder zu Hause ist. Mit Preisverhandlungen hätte ich ebenfalls nichts zu tun, darum würde er sich selbst kümmern nach seiner Rückkehr.
 
Auch wenn er sich richtige Mühe gemacht hatte, sogar einen kleinen Leitfaden mit den wichtigsten Grundlagen fürs Brauen und Brennen zusammenzustellen, war mir natürlich viel wichtiger, noch eine persönliche Einweisung von dem Herrn Brauereibesitzer zu bekommen, was er dann auch sogleich in Angriff nahm, während meine Herrin schon mal das Gasthaus aufsuchte. Leider war er jedoch wegen seiner bevorstehenden Abreise ziemlich in Eile, sodass er mir tatsächlich nur eine sehr kurze Einweisung angedeihen ließ. Wirklich sehr schade, ich glaube es wäre mir nicht langweilig geworden, wenn ich noch ein wenig mehr Zeit mit ihm hätte verbringen dürfen.;-)
 
 
Nachdem der Herr mir vor Ort seine kupferfarbenen Schätzchen erklärt hatte… so bezeichnete er Braukessel und Destille tatsächlich!... führte er mich zu den Fässern mit Ale, Paga und Sulpaga in seinem Lager, die ich bei Bedarf an den Wirt der Herberge oder Bürger von Jorts ausliefern sollte. Selbstverständlich war mich sofort klar, dass ich die Kajirae der Stadtkette dafür dann einspannen würde^^. Zuallerletzt zeigte er mir noch die Probierfässer für seine Erzeugnisse und deutete mit offensichtlichem Widerwillen auf ein kleines Fass mit Met auf einem Gestell an der Hausecke, das ihm ein Händler aus Belnend angedreht hatte und das leider immer noch auf durchreisende Nordleute wartet. Bei dem Gedanken an Met schüttelte er sich richtig und erzählte mir, dass er dieses Getränk nicht mehr hinunter bekommt, weil ihm einmal so schrecklich schlecht davon geworden war, nachdem er es im Norden hatte trinken müssen.
 
Tja, das war‘s dann auch schon… der Herr Brauereibesitzer sputete sich, sein Schiff noch zu erreichen und ich machte mich auf den Weg zur Herberge. Da meine Herrin dort zu meiner Freude bereits von Shani mit ihrer Honigmilch versorgt wurde, nahm ich die günstige Gelegenheit wahr, um den Herrn Wirt darüber aufzuklären, dass er mich in der nächsten Hand bei Bedarf in Sachen Getränkenachschub gerne ansprechen kann… ein wenig wichtig kam ich mir so als Brauereiaushilfskajiraundkümmerin ja doch vor.^^ Aber der Wirt hatte zurzeit alles vorrätig, da die Stadt ihm gegenüber vor der Übergabe des Gasthauses offensichtlich sehr großzügig gewesen war. Einzig ein oder zwei Fässer Met fehlten ihm, doch Met würde ja leider in Jorts nicht hergestellt werden.
 
Nicht hergestellt stimmte zwar, aber bei mir klingelten sogleich sämtliche Geschäftsglocken… ich sah meinen ersten Handel so gut wie abgeschlossen. Es wäre doch gelacht, wenn ich nicht das Ladenhütermetprobierfass an den Mann bringen könnte! Und so kam es tatsächlich. Sämtliche Freien schauten mich zwar an, als hätte ich vom Paga genascht (was ich aber seit vielen Jahren nach einem schrecklichen Erlebnis nicht mehr tue ;-) und wüsste nicht wovon ich spreche. Doch als die Kajira des Wirts dann letztendlich das Metfass in die Taverne rollte, Delegation ist übrigens das Zauberwort meiner Brauereiaushilfstätigkeit, änderte sich dies schlagartig. Alle wussten zwar, dass der Brauereibesitzer keinen Met herstellt, nur das Probierfass kannte außer mir niemand!
 
Auch wenn meine Herrin anfangs noch meinte, ich müsse noch lernen, wie man einen Ladenhüter an den Mann bringt, bin ich natürlich trotzdem fast vor Stolz geplatzt über mein erstes Geschäft und habe vermutlich übers ganze Gesicht gestrahlt wie ein Honigkuchenkailla. Sie war aber wohl doch ganz zufrieden mit mir, denn vor dem Schlafengehen hat sie mich tatsächlich gelobt und mir dabei ganz lieb durch die Haare gewuschelt.:-)))

Donnerstag, 21. Februar 2013

Noch eine… und schon wieder eine!

Da ich mir bei der Treffsicherheit meiner Vorahnungen zur Kleiderwahl meiner Herrin am nächsten Tag doch nicht mehr so sicher war, wartete ich diesmal lieber ab, welches Kleid sie wählen würde, um danach dann schnell eine farblich dazu passende Tunika anzuziehen. Das war flott getan, denn ich habe im Gegensatz zu ihr natürlich besten Überblick über die viel zu wenigen Kleidungsstücke, die sie mir erlaubt zu tragen.^^ Bei ihren vollen Kleiderkisten gestaltet sich meistens schon die Phase der Entscheidung recht schwierig… wer die Wahl hat, hat eben auch die Qual und zusätzlich hört sie oft einfach auch nicht auf mich, da sie nun mal ihren eigenen Kopf hat und der kann manchmal ganz schön stur sein. Das Übereinanderziehen der vielen Kleiderschichten brauchte dann selbstverständlich noch zusätzlich Zeit.
 
Aber egal, es ging trotzdem irgendwann in die Herberge hinüber… meine Herrin diesmal in Schwarzgold, ich in meiner Lieblingsfarbe Rot. Im Gastraum herrschte ziemliche Aufregung um eine Sklavin, die anscheinend gar keine war oder eigentlich doch. Bei den vielen durcheinander schwirrenden Stimmen bekam ich leider nicht alles mit… nur dass diese Kajira sich offensichtlich erdreistet hatte, sich für ihre Flucht von wo auch immer in die Roben einer freien Frau zu hüllen. Besonders gut überlegt scheint sie sich ihren Plan jedoch nicht zu haben, denn beides waren die schlimmsten Verbrechen, die eine Kajira überhaupt begehen kann. Normalerweise werden solche Vergehen mindestens sehr schwer bestraft, wenn nicht sogar mit dem Tod, zumal diese Sklavin anscheinend auch noch eine Wiederholungstäterin war.
 
Aber ich muss wohl tatsächlich etwas nicht richtig mitbekommen haben. Auf jeden Fall wusste sich der mit den ganzen Entlaufenen offensichtlich ein wenig überforderte kastenerste Händler aufgrund der Abwesenheit des örtlichen Sklavenhändlers keinen anderen Rat, als das Mädchen vorerst dem neuen Wirt zu überstellen. Wann und wie die Kajira nun bestraft werden würde, erschloss sich mir nicht. Mir wurde lediglich klar, dass dem Händler anscheinend das Einverständnis meiner Herrin entfallen war, sich um die Stadtkette zu kümmern, solange der Slaver noch auf Reisen ist. Dabei war doch ausgerechnet er derjenige gewesen, der sie dazu überredet und ihr letztendlich die andere Entlaufene aufs Auge gedrückt hatte! Oder war die Neue gar nicht an der Stadtkette? Mir sollte das nur recht sein und ich glaube, zu später Ahn ging dem Herrn Händler dann wohl doch noch ein Licht auf. ;-)
 
Während ich mich selbstverständlich erst einmal um die Honigmilch für meine Herrin kümmerte, knöpfte diese sich die wieder aufgetauchte, in ihrer Obhut befindliche andere Entlaufene vor. Vorsorglich süßte ich die Milch schon mal mit einem Extralöffel Honig. Ich hatte so eine Ahnung, dass meine Herrin vielleicht etwas Nervennahrung gebrauchen könnte! Ihr war nämlich zu Ohren gekommen, dass sich einige Freie über das Benehmen dieser Sklavin empört und aufgeregt hatten. Dem Mädchen waren anscheinend einige Missgeschicke passiert, die meine Herrin sich nun von ihr schildern ließ. Natürlich ist eine Ungeschicklichkeit schnell geschehen, doch mit dem Bericht der Entlaufenen stellte sich leider eine recht heftige Uneinsichtigkeit bei ihr heraus. Sie hatte nicht nur die Lektion meiner Herrin vom Vortag offensichtlich nicht im Geringsten verstanden, sondern ist vor allem weit davon entfernt, ihren Status verinnerlicht zu haben. Meiner Herrin blieb letztendlich nichts anderes übrig, als die Erziehungsresistente zum Nachdenken ins Haus zu schicken.
 
Auch wenn sich die Aufregung um die dochnichtFreiesondernEntlaufene inzwischen gelegt hatte, kehrte dennoch keine Ruhe im Gasthaus ein. Die Zeugmeisterin zog nämlich nun ein weiteres Mädchen ziemlich unwirsch hinter sich her und übergab das Ende des Seils dann meiner Herrin, letztendlich also mir. Allerdings war es diesmal eine Versklavte. Man sah der Herrin direkt an, wie froh sie war, den neuesten Fang des Hauptmanns und auch die Vertretung für ihren Sklavenhändlergefährten wieder losgeworden zu sein. Sie war anscheinend zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen und hatte nichts dagegen tun können, dass der Hauptmann ihr quasi seinen Besitz in die Hand gedrückt hatte, weil er seinen Wachdienst antreten musste.
 
Wobei die Gefesselte keinen allzu unwilligen Eindruck machte und mir ohne weiteren Widerstand wortlos zum Stadtkennel folgte. Sie schien sich bereits in ihr Schicksal ergeben zu haben, denn sie ließ eine Möglichkeit zur Flucht ungenutzt verstreichen. Meine Herrin hatte mir noch aufgetragen, für das Mädchen etwas Wasser und Sklavenbrei zum Kennel mitzunehmen. Nur wie sollte ich in einer Hand das Wasser, in der anderen die Schale mit Sklavenbrei tragen und gleichzeitig auch noch das Seil festhalten? Die Fesseln des Mädchens wollte ich vorsichtshalber erst im Kennel lösen. Kurzentschlossen legte ich ihr daher das Seilende lose um den Hals und befahl ihr mitzukommen. Welch ein Glück für mich, dass sie nicht plötzlich das Weite suchte. Diese Möglichkeit war mir in dem Moment natürlich überhaupt nicht in den Sinn gekommen!^^ Doch vermutlich war die Aussicht auf Essen vorrangiger als der Kennel? Dank Shani, die mir wenige Ihn später die Verpflegung abnahm, konnte ich das Seil wieder fest packen und so den Besitz des Hauptmanns sicher im Kennel verstauen.
 
Der Hauptmann war jedenfalls recht angetan von seinem „günstigen“ Einkauf, wie er am nächsten Tag meiner Herrin stolz berichtete, die übrigens schon wieder ein anderes Kleid angezogen hatte und ich selbstverständlich eine farblich dazu passende Tunika^^. Eigentlich wollte ihm die junge Frau Sklavenparfum verkaufen… durch ihre Versklavung besitzt er nun beides und das auch noch umsonst… das Parfum und das Mädchen! Ich hoffe nur, dass ihn sein Besitz erfreuen wird. ;-)

Dienstag, 19. Februar 2013

Gesangsunterricht und eine kleine Bestellung

„Setz mal vorsichtshalber Gesang mit auf den Lehrplan“, meinte meine Herrin gestern grinsend zu mir, nachdem ich ihr ihre Honigmilch serviert hatte und empfahl mir zusätzlich noch zu üben, bevor ich das nächste Mal öffentlich singe.
 
Na gut, ich weiß, dass ich bei der Zubereitung ihrer heißen Honigmilch meiner guten Laune mit leicht schrägem Trällern Luft gemacht hatte, aber dafür hatte ich auch jede Menge Grund. Ich war nämlich ausgesprochen gut drauf und hatte einfach nur nicht bedacht, dass zwischen Küche der Herberge und Schankraum ja keine Tür dazwischen ist, sondern nur ein offener Durchgang, der bestenfalls mit einem Vorhang geschlossen werden kann. Die Milch für meine Herrin war jedenfalls bei meiner guten Laune nicht sauer geworden… so schlimm können die wenigen schiefen Töne also gar nicht gewesen sein… dennoch habe ich vorsichtshalber gelobt, an mir zu arbeiten. Es ist einfach nie verkehrt, Einsicht und guten Willen zu zeigen.
 
Ursache für meine gute Stimmung war, dass ich mich in meiner Tunika ziemlich wohl fühlte. Es war nämlich eine der besseren, die etwas mehr Haut von mir zeigte, ohne dabei jedoch meine Herrin zu brüskieren. Besonders gefiel mir an ihr das kleine, leichte Etwas von Röckchen, das ich bei einer schwungvollen Drehung so schön auffliegen lassen konnte, um Herren zumindest einen schnellen Blick auf meinen wohlgerundeten festen Po zu ermöglichen. Der Pfiff daran ist, dass die leichte Seide auch schnell wieder herab schwebt, sozusagen genau im richtigen Timing bevor sich irgendwelche prüden Herrinnen darüber echauffieren können^^. Leider bekomm ich jedoch nie mit, ob ich mit einer solchen Drehung überhaupt einen Herrn erfreue, denn ich habe nun mal hinten keine Augen.
 
Auch nach den vielen Jahren in den Diensten meiner Herrin ist es immer noch ein Problem für mich, mich wegen ihrer Befindlichkeiten ständig so kleiden zu müssen, wie es ihr gefällt und nicht wonach Herren und damit auch mir der Sinn steht! Dank meiner guten Beratung hatte sie an diesem Tag dann auch noch ein Kleid gewählt, das sehr gut zu meiner Tunika passte. Ich mag nämlich nicht, wenn sich unsere Farben so schrecklich beißen, wenn ich neben ihr knie. Wobei, es in diesem Fall natürlich so war, dass ich zufälligerweise vorher eine Tunika angezogen hatte, die ziemlich gut zum Kleid meiner Herrin passte! Ich hatte eben einfach einen siebten Sinn dafür gehabt, welches Kleid sie an diesem Tag tragen würde, denn wo kämen wir hin, wenn meine Herrin den Farbvorstellungen ihrer Sklavin nachgäbe? ;-)
 
Ein weiterer Grund für meine gute Laune war, dass es nicht danach aussah, dass ich mich schon wieder um die Erziehung der aufgequatschten Kajira kümmern musste. Die hatte sich nämlich verdünnisiert und war nirgends zu entdecken gewesen. Wobei ich eingestehen muss, dass ich lieber auch nicht nach ihr gesucht hatte, denn ich nahm an, sie würde sich genau wie vor kurzem irgendwo nützlich machen. Ihr dabei über den Weg zu laufen, darauf legte ich eigentlich keinen allzu gesteigerten Wert, da mich dann möglicherweise mein Glück verlassen hätte. Grund genug sich unsichtbar zu machen, hatte sie nach dem erbosten Bericht eines Kriegers jedenfalls gehabt. Mal sehen, wie es mit ihr weitergehen wird, sofern sie nicht schon wieder weggelaufen ist.
 
Wobei meine Herrin gestern ebenfalls ziemlich gut drauf war und sogar schon wieder ein wenig lachen konnte. Ich glaube, ihr Zusammentreffen mit dem Kommandanten von Kasra in der letzten Hand hat wohl dazu beigetragen, dass sie nun anfängt den schweren Schicksalsschlag zu verdauen. Einen ersten Schritt in diese Richtung hat sie nämlich jetzt gemacht, indem sie bei dem Händler eine Bestellung aufgegeben hat… Pfefferkörner. Allerdings bleibt noch abzuwarten, ob die tatsächlich ausgesät und dann auch keimen werden. Zumindest hat meine Herrin sich offensichtlich entschlossen, einem Rat zu folgen… mit gewissen Dingen zu leben oder zu bleiben wo der Pfeffer wächst. Ich bin sehr gespannt, ob er das in Jorts tun wird! ;-))

Montag, 18. Februar 2013

Red Ropes (13)

Gefühle einer Sub

 
Freude
Endlich war es soweit. Der Tag der Ausstellung war gekommen, nachdem die Eröffnung wegen irgendwelcher technischen Schwierigkeiten noch einmal um einige Tage hatte verschoben werden müssen. Sie war total aufgeregt, denn sie fand die Bilder ihres Herrn einfach toll und besonders die von ihr wunderschön. Nicht aus Eitelkeit, weil ihr die Aufnahmen ihres nackten Körpers so gut gefielen, sondern weil sie mit jeder Fotografie, jeder dargestellten Pose und ganz besonders mit den roten Seilen etwas sehr Emotionales verband, das mit Worten nicht zu beschreiben war und sie immer wieder versonnen an ihren schmalen silbergoldenen Halsschmuck greifen ließ.
   Besonders gespannt war sie darauf, wie ihr Herr ihr kleines Geschenk aufnehmen würde. Er hatte die letzten Tage logischerweise nur wenig Zeit für sie gehabt. Es gab einfach noch unendlich viel für ihn mit der Immobilienbesitzerin zu besprechen, sich um die Beschaffung weiterer Rahmen und viele andere wichtige große und kleine Dinge zu kümmern. Doch sie wurde deswegen in keiner Weise traurig. Im Gegenteil, sie bekam die spontane Idee, die Gelegenheit zu nutzten, um zu jedem Bild, das er von ihr gemacht hatte, eine kleine Kurzgeschichte für ihn aufzuschreiben.
   Anfangs tat sie sich damit dann doch ein wenig schwer und wusste nicht, wie sie anfangen sollte. Sie war einfach nicht besonders kreativ. Ihr wurde klar, dass sie eben doch keine Schriftstellerin ist. Irgendwann allerdings verselbständigten sich plötzlich ihre Finger förmlich auf der Tastatur. Sie schrieb nämlich einfach auf, was ihr in den Sinn gekommen war, ihre erotischen Fantasien beim Modellstehen und beim Betrachten der Bilder und war kaum noch zu bremsen.
   Eine der Kurzgeschichten verfasste sie sogar auf der Arbeit, was durchaus unangenehm hätte enden können, wenn sie jemand dabei ertappt hätte, denn sie überzog dafür maßlos ihre Mittagspause, mal abgesehen von den Texten, die natürlich von den Kollegen niemand lesen durfte und schon gar nicht ihr Chef. Zum Glück war aber alles gut gegangen. Eigentlich ein kleines Wunder, denn nach dem Abspeichern der wilden Fantasien auf ihrem Stick, stellte sie bei einem Blick in den Spiegel fest, dass man in ihrem Gesicht wie in einem aufgeklappten Buch lesen konnte, wie erregt sie war.
   Für den besonderen Anlass dieser Vernissage war sie übrigens auch tagelang nach Feierabend shoppen gewesen, da sie ihren Herrn mit einem schönen Kleid überraschen wollte. Es war leider überhaupt nicht einfach, ein schwarzes Nichts zu finden, mit dem sie hoffte, ihm eine kleine Freude machen zu können und das vor allem seinen Vorlieben entsprach, denn sie wollte ihm natürlich gefallen.
   Es musste sexy, aber auch öffentlichkeitstauglich sein. Der Rock sollte möglichst viel von ihren wohlgeformten Beinen zeigen, aber natürlich nicht jedem, dass sie kein Höschen drunter anhatte. Ebenso durfte man zwar sehen, dass sie keinen BH trug, aber letztendlich sollten ihre festen kleinen Brüste doch den Blicken entzogen sein. Ein nicht ganz leichtes Unterfangen, bis sie endlich ein Kleid erstanden hatte, das ihrer Meinung nach diese Ansprüche alle perfekt erfüllte.
   Leider hatte sie keine Zeit mehr gefunden, ihrem Herrn das neue Outfit vorher noch vorzuführen und konnte wegen beruflicher Termine auch nicht in seinem Auto zur Eröffnung mitfahren. Dementsprechend nervös war sie also, als sie schließlich aus dem Taxi stieg, strahlte dann jedoch sofort glücklich, nachdem sie entdeckt hatte, dass er bereits auf sie wartete. Lächelnd breitete er sofort seine Arme für sie aus, damit sie sich an ihn schmiegen und ihm einen zärtlichen Kuss geben konnte.
   Dann überreichte sie ihrem überraschten Herrn mit verlegen niedergeschlagenen Augen ihr kleines Geschenk, das Manuskript mit ihren erotischen Fantasien zu seinen Bildern. Passenderweise hatte sie als Titel „Red Ropes“ gewählt, denn die roten Seile waren nicht nur der gemeinsame Nenner aller Bilder, sondern für sie auch ein Symbol dafür, was sie mit diesem Mann verband.
   Auch wenn das Timing hierfür ihrem Herrn offensichtlich nicht ganz behagte, war sie doch ziemlich erleichtert, als er ihre Geschichten vorerst in die Tasche steckte, ohne sie zu lesen. Vielleicht würden sie ihm ja auch gar nicht gefallen? Inzwischen war es nämlich allerhöchste Zeit, hinein zu gehen ins Theater, wo das Event mit einem Livekonzert und Tanz beginnen sollte. Ob ihm ihr Kleid gefiel wusste sie ebenfalls noch nicht, aber auch das war überhaupt nicht mehr wichtig für sie. Sie war einfach nur glücklich bei ihm sein zu dürfen und vor allem äußerst gespannt darauf, wie die Fotografien in den Räumen aussehen würden, da sie seit ihrem ersten Besuch nicht mehr dort gewesen war.
   Nie vorher hatte sie sich träumen lassen, dass es so wundervoll sein würde, in seinen starken Armen übers Parkett zu schweben, denn sie kam sich beim Tanzen tatsächlich wie auf Wolke sieben vor. Er war ein wirklich genialer Tänzer und seine Hand auf ihrem Rücken, mit der er sie fest und besitzergreifend, aber auch beschützend an sich drückte, machte sie schon wieder ganz verrückt. Doch heute ging es natürlich nicht um sie, sondern einzig um ihn und vor allem um die lang herbeigesehnte Eröffnung der ersten Ausstellung seiner Bilder.
   Nachdem das Vorprogramm geendet hatte, gab ihr Herr dem Drängen seiner vielen Bewunderer schließlich nach und begab sich mit der ganzen Gesellschaft in die Ausstellungsräume. Sich dezent im Hintergrund haltend, platzte sie fast vor Stolz auf ihn und konnte ihr Glück überhaupt nicht fassen, diesen Mann ihren Herrn nennen zu dürfen. Noch mehr Herzklopfen bekam sie dann, als es zuerst ins oberste Stockwerk ging, wo ausschließlich Bilder von ihr an den Wänden hingen. Auf dem Weg nach oben bemerkte sie staunend, dass seine Bilder auf insgesamt drei Etagen ausgestellt waren und ausgerechnet mit denen von ihr sollte die Ausstellung eröffnet werden.
   Ihr Herr sprach unheimlich schöne Worten darüber, was ihn ganz besonders zu den Bildern von ihr veranlasst hatte. Ihr wurde klar, wie tief seine Gefühle waren, die ihn nicht nur mit diesen Aufnahmen, sondern auch mit ihr verbanden. Sie konnte ihr Glück darüber kaum fassen. Übers ganze Gesicht strahlend zog sie sich dennoch dezent ein wenig zurück aus der überwiegend weiblichen Menge von Bewunderern des Künstlers, denn es war ihr unangenehm plötzlich so im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses zu stehen. Etwas verdeckt durch eine große Pflanze wollte sie sich einfach still über den großen Erfolg des Fotografen freuen, ihres Herrn, auf den sie so stolz war, dass sie fast platzte!
   Doch da hatte sie die Rechnung ohne ihn gemacht, denn er befahl ihr plötzlich vorzutreten, um sie seinen Bewunderinnen vorzustellen. Sie wäre am liebsten im Erdboden versunken, so unangenehm war es ihr, dass alle Augen nun auf ihr ruhten. Nicht, weil die Anwesenden sie auf den Bildern nackt sehen konnten, sondern weil sie davon überzeugt war, dass ihr eine solche Aufmerksamkeit einfach nicht zustand.
   Dann lächelte ihr Herr sie unendlich zärtlich an und zückte plötzlich das Geschichtenmanuskript, um es für alle Interessierten zum Lesen auszulegen! Nun wäre sie tatsächlich fast in Ohnmacht gefallen, doch das warme Gefühl, das sich gerade in ihr ausbreitete verhinderte dies und ließ sie einfach nur stumm ihren Herrn anstrahlen, bevor sie demütig ihren Kopf senkte und am liebsten vor ihm niedergekniet wäre.

Red Ropes (12)

Gefühle einer Sub

Demut
Leises Geschirrklappern und der köstliche Duft von Kaffee weckten sie am nächsten Morgen und ließ sie erstaunt die Augen aufschlagen. Erst spät in der Nacht war sie vollkommen ermattet, aber so glücklich wie noch nie nach den Erfüllungen des vergangenen Abends eng an ihren Herrn gekuschelt eingeschlafen. Nun stand er nackt wie die Natur ihn geschaffen hatte breit grinsend mit einem Frühstückstablett in den Händen vor ihr.
   „Mach mal Platz meine kleine Langschläferin und nein, vergiss deine lüsternen Absichten gleich wieder, wir haben heute eine Menge zu arbeiten“ ergänzte er schmunzelnd, nachdem er ihre Blicke auf sein bestes Stück gesehen hatte.
   Ohne zu murren rutschte sie zur Seite, auch wenn sie eben noch tatsächlich den durchtrainierten Körper ihres Herrn mit ihren Blicken förmlich verschlungen hatte. Dann schwang sie sich jedoch schnell aus dem Bett, um zu ihm Herrn hinüber zu laufen. Er hatte inzwischen das Tablett aufs Laken stellt und machte nun erste Frühstücksanstalten. Erstaunt über ihr Tun schaute er sie nun an und begann dann zufrieden zu schmunzelten, als sie vor seiner Bettseite auf die Knie sankt, sanft nach seiner Hand griff, die eigentlich gerade zu einem der herrlich duftenden Croissants greifen wollte und ihm zärtlich den Handrücken küsste.
   „Guten Morgen mein Herr, ich hoffe, du hast gut geschlafen!“ Danach senkte sie ihren Kopf und wartete mit klopfendem Herzen auf seine Reaktion.
   „Ich sehe, du hast dazu gelernt mein Mädchen und weißt inzwischen deine Demut zu zeigen. Das freut mich sehr! Morgen darfst du das Frühstück holen.“
   Lächelnd legte er seine Hand unter ihr Kinn und hob ihren Kopf an, um ihr in die Augen zu schauen.
   „Aber lass uns jetzt frühstücken. Ich habe einen Bärenhunger und heute noch ganz viel mit dir vor. Husch, zurück mit dir auf die andere Seite meine Süße.“
   Aus dem Augenwinkel sah sie, dass sein Penis über die Frühstücksabsichten ihres Herrn offensichtlich anderer Auffassung zu sein schien, sodass sie nicht umhin konnte, schnell noch einen zärtlichen Kuss darauf zu drücken, bevor sie fröhlich lachend gehorsam wieder zur anderen Bettseite zurück huschte.
   Während beide über die Köstlichkeiten auf dem Tablett herfielen, eröffnete ihr Herr ihr seine Pläne. Sie sollte ihm an diesem Tag Modell stehen, denn er wollte für seine Ausstellung auch von ihr eine Bilderserie fotografieren. Sie konnte kaum glauben, dass er dies mit ihr vorhatte. Ihre Freude über diese große Ehre, die er ihr da zuteilwerden ließ, war für sie einfach unbeschreiblich und kaum fassbar. Am liebsten hätte sie ihn abgeknutscht und gedrückt in ihrem überschäumenden Glück, doch das verhinderte nicht nur das Tablett zwischen ihnen, sondern auch sein betont strenger Blick und das Croissant, mit dem er sie nun lächelnd zu füttern begann.
   Das gemeinsame Duschen gestaltete sich dann doch etwas länger, nachdem sie begonnen hatte, ihren Herrn voller Hinhabe einzuseifen. Mit geschlossenen Augen genoss er ihre sanft kreisenden Hände auf seiner Haut sehr offensichtlich und gab leise Brummtöne von sich, als sie etwas fester seine muskulöse Brust durchknetete und dabei auch seine Brustwarzen nicht ausließ.
   Besonders hingebungsvoll widmete sie sich natürlich seinem inzwischen prachtvoll aufragenden Schwanz, indem sie zärtlich mit einer von der Waschlotion glitschigen Hand über die glatte, straff gespannte Haut strich, den empfindlichen Punkt unterhalb der Eichel intensiv massierte und schließlich mit der anderen Hand seine Hoden durchknetete.
   Sie selbst wurde dabei ebenfalls immer erregter, doch diesmal ging ihr ganzes Streben darum, einzig ihren Herrn zu verwöhnen. Je mehr sie ihre Berührungen intensivierte, umso lustvoller begann er zu stöhnen. Als sie schließlich vor ihm niederkniete, um ihre weichen Lippen über die prall gespannte zarte Haut seines inzwischen vor Verlangen pochenden Speers zu stülpen und ihn tief in ihrem Mund aufzunehmen, war es fast um seine Beherrschung geschehen.
   Hart packte er daher ihre Haare und fixierte so ihre Kopfbewegungen, während er stöhnte: „Langsamer du Luder, du bringst mich zwar fast um den Verstand mit deinem Tun, aber lass dir noch ein wenig Zeit dabei. Ich will deine verheißungsvollen Lippen und deine fordernde Zunge so lange genießen wie ich es hinauszögern kann!“
   Lächelnd nickte sie mit dem dicken Pfahl in ihrem Mund, eine kleine Bewegung nur mit ihrem Kopf, die ihren Herrn jedoch dermaßen erregte, dass er erneut laut aufstöhnte und um Beherrschung ringend noch schmerzhafter an ihren Haaren zog. Nur kurz hielt sie darauf inne mit ihrem Saugen und Massieren und entließ seine harte Lanze sogar komplett aus ihrem Mund, um dann jedoch mit der Zunge über den gesamten Schaft zu schlecken und ihn schließlich ganz langsam wieder tief in ihren Rachen einzusaugen und das Bändchen erneut mit sanfter Zunge zu bearbeiten.
   Heftig atmend in ihrer eigenen Lust trieb sie ihren keuchenden, stöhnenden Herrn aber dennoch langsam seinem Höhepunkt entgegen, bis er sich in einer gewaltigen Explosion in ihr entlud und sie stöhnend vor Verlangen gierig seinen heißen Samen schluckte.
   „Du machst mich wirklich verrückt meine Kleine“, murmelte er schließlich und zog sie dabei für einen leidenschaftlichen Kuss wieder auf die Füße, nachdem sie den letzten Tropfen aus ihm getrunken und seine Zuckungen etwas nachgelassen hatten.
   Glücklich schmiegte sie sich in seine starken Arme und verharrte eng umschlungen ganz still, während das warme Wasser der Dusche weiter über sie beide rann. Doch plötzlich stoppte das Nass und ihr Herr murmelte dicht an ihrem Ohr:
   „So meine Hübsche, an die Arbeit mit uns. Wir haben heute ein wirklich volles Programm“, stieg aus der Dusche und warf ihr lachend ein Handtuch zu.
   Modell zu sein war wirklich anstrengend, doch sie ertrug die vielen unterschiedlichen Posen mit großer Geduld und dem beglückenden Gefühl, ihrem Herrn eine Freude zu machen. Mehrfach lobte er sie und fragte nach, ob sie vielleicht eine Pause möchte. Doch jedes Mal lächelte sie nur und verneinte kopfschüttelnd. Es machte ihr wirklich große Freude, von ihm fotografiert zu werden.
   Ohne zu murren harrte sie in Stellungen aus, die jede Menge erotische Fantasien in ihr entfachten und ihren Körper erregt kribbeln ließen. Sie durchlebte auf diese Weise tatsächlich das erste Wochenende mit ihrem Herrn und den vielen neuen Empfindungen, die auf sie eingestürzt waren noch einmal und war am Ende der Fotosession so geil, dass sie vor Nässe triefte.
   Ihr Herr jedoch hatte nur seine Fotos für die bevorstehende Ausstellung im Kopf und zog sich nach der letzten Aufnahme gleich zurück, um die ersten Abzüge anzufertigen. Leise seufzend, weil sie ihm dabei nicht helfen konnte, legte sie sich vor dem Kamin auf ein weiches Fell. Die Versuchung sich selbst zu streicheln war wahnsinnig groß, doch sie übte sich in Beherrschung. Auch wenn ihr Herr ihr das nicht befohlen hatte hoffte sie, ihn damit zu erfreuen.
-  Fortsetzung folgt  -

Sonntag, 17. Februar 2013

Red Ropes (11)

Gefühle einer Sub

 
Vertrauen
   Ihr Herr packte sie hart und dirigierte sie wie vor einigen Tagen zwischen die steinernen Säulen, um ihr zwei rote Lederarmbänder umzulegen, die er sehr stramm um ihre schmalen Handgelenke zog. Dann schloss er erneut Ketten daran an und straffte ihre Arme soweit seitlich in die Höhe, dass sie das Gefühl bekam, sie würden in die Länge gezogen. Leichte Erregung wuchs in ihr bei seinem Tun, erinnerte sie doch noch genau, dass ihr Herr sie schon einmal in dieser Haltung an den Abgrund der Lust geführt hatte.
   Auch um ihre schlanken Knöchel erhielt sie Ledermanschetten, die zwar ebenfalls mit Ketten verbunden wurden, allerdings weiter locker von der Decke herab hingen. Mit der roten Gerte in der Hand baute er sich nun vor ihr auf und verschränkte die Arme vor seinem Brustkorb. Minutenlang sagte er nichts, sondern schaute sie sehr ernst und durchdringend an, sodass sie wildes Herzklopfen bekam und ihr ganz schwach in den Knien wurde.
   Eine Mischung aus anfangs geiler Erwartung, dann Unsicherheit und schließlich Angst machte sich in ihr breit. Ohne die straff gespannten Ketten an ihren Handgelenken wäre sie vermutlich zusammengesackt. Um diesem bohrenden Blick auszuweichen, senkte sie schließlich nervös die Augen, wurde aber sofort angeherrscht.
   „Schau mich an!“ donnerte er und zog ihr einen heftigen Schlag mit der Gerte quer über ihre Brüste, der sie qualvoll aufschreien ließ. Aber sie hob sofort den Blick und sah ihren Herrn nun an, während ihr gleichzeitig Tränen der Angst in die Augen schossen, denn so heftig hatte er noch nie zugeschlagen.
   „Ich denke, es ist an der Zeit deine Erziehung endlich zu intensivieren.“
   Ein noch härterer Schlag traf sie, diesmal genau auf einen Nippel platziert, der ihren leicht geöffneten Lippen einen lauten Aufschrei entlockte und eine erste dicke Träne aufsteigender Panik über die Wange rinnen ließ.
   „Was meinst du, warum ergreife ich diese Maßnahmen?“
   Zack, der nächste heftig brennende Schlag traf sie auf die andere Brustwarze und ließ ihre Tränen nun endgültig fließen, während ohnmächtige Wut und Trotz gemischt mit Angst sich in ihr breit machten.
   „Ich, ich, ich weiß nicht mein Herr“ stotterte sie schnell und bekam prompt wieder die Gerte zu spüren.
   „Du bist nicht zufrieden mit mir mein Herr, du bestrafst mich“, beeilte sie sich schnell noch zu ergänzen, während das Brennen der kräftigen Hiebe immer stärker zu werden schien.
   „Aha, nun kommen wir der Sache näher. Was denkst du, warum bestrafe ich dich?“
   In Erwartung des nächsten Schlags schloss sie kurz ihre Augen und biss sich fest auf die Lippen, um weitere Schreie zu verhindern. Doch diesmal blieb der Schmerz aus. Erstaunt schaute sie ihren Herrn wieder an.
   „Weil ich nichts gegessen habe?“
   Der nächste Schlag zog einen weiteren roten Striemen quer über ihre Brüste und brannte noch höllischer. Doch es gelang ihr, ein weiteres Stöhnen zu verhindern, weil sie sich ganz fest auf die Lippen biss. Zufrieden über ihre Beherrschung blitzte sie ihren Herrn mit vor Wut tränenverschleierten Augen an.
   „Nein mein Mädchen, dein Appetit ist mir relativ egal. Nicht egal ist mir allerdings, wenn es einen Grund für deinen fehlenden Appetit geben sollte. Und ich glaube nicht, dass dies die mangelnden Kochkünste meiner lieben Cloe waren. Oder sollte ich mich da getäuscht haben?“
   Erneut schaute er sie drohend an und trat noch dichter an sie heran, strich diesmal aber sanft streichelnd mit der weichen Spitze seiner Gerte über die glühende Haut ihrer Brüste und umrundete diese damit. Sich zwar immer noch fest auf die Lippen beißend, konnte sie dabei nicht verhindern, dass ihr ein leises Wimmern entwich, da ihr Körper auf diese Berührungen mit aufkeimender Erregung reagierte.
   „Ich habe keinen Appetit, weil, weil, weil ich immer noch sauer auf dich bin, Herr“, stotterte sie und nannte ihn in ihrem erneut aufflammenden Frust mit wütend aufblitzenden Augen extra nur „Herr“ und nicht wie befohlen „mein Herr“.
   „Ach, die Gnädigste ist also sauer auf mich! Und warum ist meine Prinzessin das?“ fragte er mit höhnischem Grinsen, doch auch diesmal blieb ein weiterer Schlag aus.
   Mutiger geworden sprudelte nun der ganze seit der Immobilienbesichtigung aufgestaute Frust aus ihr heraus.
   „Du hast mich total ignoriert heute Nachmittag, die Tussi von Immobilienmaklerin auch. Ich war einfach Luft für euch. Anscheinend magst du mich nicht mehr. So wie du die eingebildete Tätowierte ununterbrochen angebaggert hast, schien sie dir ja wohl viel besser gefallen zu haben als ich und ihr Kleid sowieso! Ich hätte lieber zu Hause bleiben sollen.“
   Aufmüpfig stampfte sie nach den letzten Worten mit dem Fuß auf und zuckte erneut schmerzhaft zusammen, als sie einen weiteren Hieb mit der Gerte erhielt. Das Gesicht ihres Herrn hatte sich zusehends verfinstert.
   „Warum solltest du mir nicht gefallen, habe ich mich unklar ausgedrückt, als du dich in deinem neuen Kleid vor mir gedreht hast? Antworte!“
   „Nein“ gab sie schnell von sich.
   „Warum nenne ich dich „meine Hübsche?“ Ist das eine übliche Bezeichnung, für jemanden, den man nicht mag?“
   „Nein Herr“.
   Die Fragen ihres Herrn wurden immer donnernder, während ihre Antworten immer leiser wurden. Schließlich flehte sie kleinlaut: „Bitte verzeih mir!“ und fügte laut und deutlich schnell noch hinzu „mein Herr!“
   „Ich habe dich zu meiner Sklavin genommen, weil ich dich nicht nur zur Befriedigung meiner sexuellen Wünsche begehre, sondern auch weil ich es genieße, mich mit dir zu unterhalten und dich so wie heute als Begleitung dabei haben möchte. Dein Körper macht mich total an, aber vor allem du und dein ganzes Wesen gefallen mir sehr, übrigens im Gegensatz zu der Immobilienmaklerin. Dennoch, wäre es anders, müsstest du damit leben, denn ich bin dein Herr. Ich sehe großes Potential in dir, mich rundherum in all meinen Wünschen zufrieden zu stellen und umgekehrt. Außerdem habe ich die ganzen letzten Tage fast an nichts anderes denken können, als an dich.“
   Die letzten Worte waren nur noch ein Murmeln, erfüllten sie aber mit unendlich großer Freude. Danach hakte er jedoch die an ihren Knöcheln befestigten Ketten mit unwirscher Geste in einem Seilzug ein und zog sie über eine an der Decke befestigte Umlenkrolle so straff, dass sie den Boden unter den nackten Füßen verlor und ängstlich aufschrie.
   Mit weit gespreizten Schenkeln hing sie vor ihm in der Luft, alle Viere durch die Ketten weit von sich gestreckt. Erschrocken über ihre Hilflosigkeit, begann sie sich keuchend zu winden und an den Ketten zu zerren und brauchte einen Moment, um sich zumindest ein wenig an den starken Zug an ihren Gliedmaßen zu gewöhnen. Schnell wurde ihr klar, dass alles Zappeln nicht helfen würde.
   Sie war ihrem Herrn vollkommen ausgeliefert. Erneute Panik machte sich in ihr breit und ihr fiel ein, dass sie diesen Mann erst wenige Tage kannte. Verzweiflung schnürte ihr fast die Luft ab. War sie zu gutgläubig gewesen? War dieser Mensch überhaupt ihr Vertrauen wert? Hatte er sie mit seinen Worten womöglich nur eingelullt, um sie gefügig zu machen? War sie in Gefahr? Unbeantwortete Fragen, bei denen sich ihr nackter Körper mit einem feinen Schweißfilm der Angst überzog. So hilflos war sie in ihrem ganzen Leben noch nie zuvor gewesen.
   „Bitte Herr, lass mich wieder herunter!“
   Sie begann erneut zu zappeln und schaute flehend zu ihm auf, der jetzt zwischen ihre weit gespreizten Schenkel getreten war, sie dann aber mit so viel Zärtlichkeit in seinen braunen Augen ansah, wie noch nie ein Mann zuvor.
   „Hör auf zu zappeln meine Kleine. Du brauchst keine Angst vor mir zu haben, hab Vertrauen“, sprach er leise und beruhigend, während seine Gerte nun zart über ihren Bauch strich und schließlich langsam ihren Bauchnabel umrundete.
   Sein liebevoller Blick und seine sanfte Stimme gingen ihr durch und durch, sodass sie schlagartig aufhörte sich zu winden. Leise seufzend schloss sie voller Hoffnung ihre Augen und spürte nun die behutsamen Berührungen der Gerte noch intensiver, die ihr einen erregenden Schauer nach dem anderen durch den Körper jagten, ein intensiver Kontrast zu den wie Feuer brennenden Striemen auf ihren Brüsten.
   „Ich habe versprochen, dass ich deinen Verstand und deinen Körper beschützen und dich anleiten werde, aber auch, dass ich dich strafe, solltest du mich enttäuschen.“
   „Ja mein Herr“, flüsterte sie und entspannte ihre immer noch leicht verkrampften Muskeln mit einem weiteren leisen Seufzer, als der befürchtete nächste Schlag ausblieb. Sie ließ sich jetzt einfach hängen im wahrsten Sinne des Wortes. Es war offensichtlich, dass sie sich in ihr Schicksal ergeben hatte, an Händen und Füßen gefesselt sich der Gnade dieses Mannes auslieferte, seinen Liebkosungen aber auch seinen Schlägen.
   „Du hast mich heute mit deiner unbegründeten, vollkommen überflüssigen Eifersucht sehr enttäuscht. Du musst lernen Vertrauen zu mir zu haben, dich fallen zu lassen, denn ich werde dich führen. Mit deiner Unterwerfung hast du dich mir ausgeliefert, jedoch keinen Anspruch darauf, meine Liebe oder meine Zuneigung zu erwarten. Aber ich weiß, dass du darauf hoffst und es dein sehnlichster Wunsch ist, mir zu gefallen.“
   Mit jetzt deutlicher Erregung in seiner leisen Stimme strich ihr Herr erneut mit der Gerte über ihren Bauch und zog dann den flexiblen Stab langsam durch ihre Spalte, was ihr ein leises Stöhnen entlockte und ihr Verlangen weiter steigerte. Ihr Körper reagierte jedoch nicht nur auf die Berührungen, sondern vor allem auf ihre Hilflosigkeit. Ihr wurde bewusst, wie sehr es sie anmachte, so komplett diesem Mann ausgeliefert zu sein, vor allem, als sie ihre Augen wieder aufschlug und sah, was da aus seiner Hose hervor wippte.
   Schlagartig wurde ihr nun klar, warum er ihre Füße genau auf diese Höhe gezogen hatte und dass sich ihm ihre inzwischen vor Feuchtigkeit glitzernde Spalte vollkommen ungeschützt darbot. Obwohl oder gerade weil die Striemen auf ihren malträtierten Brüsten immer noch höllisch brannten, zogen sich ihre Knospen nun vor Begehren hart zusammen. Mit jeder Faser ihres ausgelieferten Körpers sehnte sie sich danach, seinen harten Schwanz tief in sich zu spüren.
   „Du musst lernen, in Dankbarkeit anzunehmen was ich bereit bin dir zu geben, egal ob es Strafe, Schmerz oder Lust, vielleicht auch Zuneigung und Liebe ist.“
   Hatte sie eben noch in aufkeimender Erregung gestöhnt, schrie sie nun gellend auf, als er ihr einen schmerzhaften Hieb auf ihre Scham versetzte, gleich darauf sich jedoch vorbeugte und sanft mit seiner Zunge ihre Lustperle liebkoste, sodass das Brennen des Schlags in kaum mehr zu zügelndes Verlangen nach mehr überging.
   „Meine Liebe, du wirst lernen müssen, mit der Willkür deines Herrn umzugehen.“
   „Ja mein Herr, das will ich. Ich werde mein Bestes geben, um dich zu erfreuen! Bitte, bitte nimm mich mein geliebter Herr!“ rief sie atemlos bettelnd.
   Fast verrückt nach ihm warf sie laut stöhnend vor Lust ihren Kopf in den Nacken, als ihr Herr mit seinem harten Speer unendlich langsam durch ihre Spalte strich und ihre Nässe verteilte, bevor er schließlich tief in sie eindrang, um sie mit fordernden rhythmischen Stößen in den Abgrund der Begierde hineinzutreiben, ihr den erlösenden Höhepunkt dann aber doch vorerst verweigerte.
   Er begann wie am Wochenende zuvor ein Spiel mit ihr, bei dem sie glaubte den Verstand zu verlieren, bis er ihr endlich doch erlaubte, in die Wellen eines gewaltigen Orgasmus einzutauchen.
 
-  Fortsetzung folgt  -

Red Ropes (10)

Gefühle einer Sub

Eifersucht
   Leider ließ er dann jedoch viel zu schnell von ihr ab, räusperte sich und murmelte mit belegter Stimme: „So meine Süße, genug der Knutscherei, wir haben heute noch etwas vor. Hat Cloe dich darüber informiert was es ist?“
   „Ja mein Herr, sie sagte, du willst heute eine Immobilie besichtigen und ich darf dich dabei begleiten. Willst du dir ein Haus kaufen, hier womöglich sogar ausziehen?“
   Belustigt über ihre Frage zog er eine Augenbraue hoch und lachte dann. „Nein, ich fühle mich hier ausgesprochen wohl und beabsichtige nichts zu kaufen und schon gar nicht umzuziehen. Ich habe eine Verabredung, um mir Räume für meine Bilder anzusehen, die ich demnächst auszustellen gedenke. Es sind die Fotografien hier an den Wänden und es werden noch einige dazu kommen, denke ich.“
   Bei seinen letzten Worten schaute er sie schmunzelnd an und gab ihr dann ein Zeichen ihm zu folgen. Leider zeigte er ihr damit auch, dass er keine weiteren Fragen beantworten würde, obwohl diese ihr offensichtlich fast die Lippen verbrannten. Sie hielt daher ihren Mund und folgte ihm stumm zu seinem Auto.
   Auf der nicht allzu langen Fahrt sprach er kein Wort, schaute aber gelegentlich kurz zu ihr hinüber. Nach dem Einsteigen hatte er ihr befohlen, den Saum ihres langen Kleides so weit hochzuziehen, dass er seine Hand auf ihren nackten Oberschenkel legen konnte, wo er sie dank des Automatikgetriebes seines Wagens während der Fahrt fast die ganze Zeit über ruhen ließ, während sie unbewusst ihre Beine leicht spreizte.
   Seine Finger berührten nahezu bewegungslos die Innenseite ihres Schenkels und verursachten ein Gefühl, als würden sie glühende Abdrücke hinterlassen. Bei leichten Bodenunebenheiten verrutschten sie jedes Mal ein wenig, was Gedanken in ihr aufkeimen ließ, an welchen Stellen diese männliche Hand sie bereits berührt hatte. Ihre Sehnsucht nach einer Fortsetzung wurde immer größer und sie gleichzeitig immer erregter. Doch sie wagte nicht sich anmerken zu lassen, worum ihre Gedanken schon wieder kreisten.
   Schließlich waren sie am Ziel. Leicht irritiert registrierte sie, dass ihr Herr seinen Wagen in einem ziemlich heruntergekommenen Stadtteil am Hafen geparkt hatte, direkt neben einem Theater, dessen bessere Tage offensichtlich schon lange der Vergangenheit angehörten. Suchend blickte er umher, doch seine Verabredung war offensichtlich nirgends zu entdecken.
   „Komm meine Hübsche, wir schauen uns hier erst einmal ein wenig um.“
   Damit nahm er sanft ihren Arm und zog sie hinunter zum Kai, leider direkt in einen grässlichen Regenschauer hinein, der zwar nicht in der Lage war, die stinkende Luft des Hafens zu vertreiben, dafür aber dazu führte, dass ihr Kleid innerhalb kürzester Zeit vollkommen durchnässte und dadurch nahezu jedes Detail ihres wohlgeformten Körpers preis gab.
   Ihrem Herrn blieb ihr Frösteln, aber natürlich auch nicht ihre sich deutlich durch den dünnen Kleiderstoff abzeichnenden Nippel verborgen, als er ihr galant sein Jackett um die Schultern legte. Mit einem lüsternen Schmunzeln strich er sanft mit den Fingern über ihre Knospen, was sie sofort leicht erschauern und sehnsüchtig seufzen ließ. Danach zog er sie in eine der Hafenspelunken hinein. Dort roch es zwar immer noch nach Hafen, aber es war wenigstens trocken.
   Mit großem Erstaunen bemerkte ihr Herr, dass sich seine Verabredung für die Immobilienbesichtigung vor dem Schauer ebenfalls hier hinein geflüchtet hatte und machte sie miteinander bekannt. Die freundlichen Begrüßungsworte sollten allerdings die einzigen Worte bleiben, die jene Dame an diesem Tag mit ihr sprach. Denn danach hatte die nur noch Blicke für ihren Herrn und ignorierte sie vollkommen.
   Während ihr Herr der Immobilienverabredung Komplimente über deren Kleid machte, nutzte sie die Gelegenheit, um die junge Frau möglichst unauffällig, dafür aber umso ausgiebiger zu mustern.
   Das rote Kleid der Dame war in der Tat wirklich sehr hübsch und gefiel ihr ebenfalls. Im Gegensatz zu ihrem, zeigte der kurze Rock der Maklerin vor allem viel mehr Bein und durchaus wohlgeformte Schenkel, wie sie eingestehen musste. Ihr gefiel auch, dass das Kleid insgesamt viel Haut offenbarte. Gar nicht gefiel ihr allerdings, dass die Haut fast flächendeckend tätowiert war. Mit Erstaunen wurde ihr plötzlich klar, dass sie diese Frau schon einmal gesehen hatte. Sie war eines der Modelle auf den Bildern ihres Herrn!
   Als der Regenguss schließlich vorüber war, konnte die Besichtigungstour endlich beginnen, während der sie sich jedoch fragte, warum ihr Herr sie überhaupt hatte dabei haben wollen. Die junge, schrecklich von sich eingenommene Frau ignorierte sie nämlich komplett und redete ausschließlich mit ihrem Herrn.
   Anfangs versuchte sie aus Höflichkeit noch ein wenig Konversation zu betreiben, gab dies aber schließlich auf, da niemand darauf einging. Mit der Ignoranz der Immobilienmaklerin hätte sie noch leben können, doch auch für ihren Herrn war sie inzwischen offensichtlich Luft geworden. Er schien sie einfach vergessen zu haben. Leicht frustriert und unendlich traurig blieb ihr nur, sich im Hintergrund zu halten und hinterher zu laufen.
   Das Benehmen der beiden versetzte ihr einen ziemlichen Stich, der wahnsinnig wehtat. Solch eine Missachtung hatte sie zuvor noch nie erlebt. Hin- und hergerissen zwischen anfänglicher Wut, ohnmächtiger Verzweiflung und grenzenloser Traurigkeit überlegte sie zwischendurch ernsthaft, ob sie nicht besser das Weite suchen sollte. Doch wie sollte sie zurückkommen? Das Hafenviertel lag weit abgelegen ohne vernünftige Verkehrsanbindung in die Stadt, nirgendwo war eine Bushaltestelle zu sehen und ein Taxi hatte sie auch nicht entdecken können.
   Während all dieser Gedanken wurde ihr jedoch plötzlich klar, dass ihr Herr ihre Begleitung ausdrücklich gewünscht, ihr sogar ein Kleid für diesen Anlass geschenkt hatte! Wenn er zufrieden damit war, sie zu ignorieren, dann hatte sie sich wohl damit abzufinden. Er war ihr Herr und nur das zählte!
   Unter Aufbietung aller ihr zur Verfügung stehenden Beherrschung versuchte sie daher ihre Eifersucht auf das arrogante Weibsstück und die große Enttäuschung über ihren Herrn in den Griff zu bekommen und einigermaßen gute Miene zur Besichtigung diverser Örtlichkeiten zu machen. Sie bemühte sich, sich nicht anmerken zu lassen, wie es in ihrem Inneren aussah, sehnte jedoch das Ende herbei und vor allem, von ihrem Herrn endlich wieder wahrgenommen zu werden.
   Er schien jedoch wirklich nicht zu bemerken, was in ihr vorging oder interessierte es ihn einfach nicht? Während sie tapfer versuchte zu lächeln und dabei gegen aufsteigende Tränen ankämpfte, genoss er es offensichtlich sehr, so von der anderen umgarnt und hofiert zu werden.
   Erst als sie die letzten Räume besichtigten, die sowohl die Immobilienbesitzerin als auch ihr Herr für die geplante Vernissage als besonders geeignet ansahen, wurde sie von ihm doch noch um ihre Meinung gefragt und musste erst einmal schwer schlucken, damit sie nun überhaupt sprechen konnte. Der dicke Kloß ihres Leidens schnürte ihr nämlich immer noch quälend die Kehle zu.
   Aber es gelang ihr mit leiser Stimme doch zu antworten: „Mein Herr, ich finde diese Räume sehr geeignet für deine Ausstellung. Deine Bilder werden in dieser schlichten Umgebung bestimmt besonders schön zur Geltung kommen.“
   Unendlich glücklich darüber, dass er sich bei seiner Entscheidung nun doch noch für ihre Meinung interessierte, schenkte sie ihm ein zaghaftes Lächeln und hätte vor Glück trotz aller Beherrschung beinahe angefangen zu weinen, weil ihr das liebevolle Aufblitzen seiner Augen durch und durch ging.
   Auf dem Heimweg kämpfte sie immer noch mit ihren Gefühlen und war daher sehr einsilbig. Auch wenn ihr Herr erneut seine Hand auf ihren Schenkel legte und damit einen weiteren glühenden Abdruck hinterließ, konnte sie diesmal keinen erotischen Gefühlen nachspüren, zu sehr kreisten ihre Gedanken um ihre Enttäuschung und das im Hafenviertel Erlebte. Sie schloss ihre Augen und berührte zart den Metallschmuck um ihren schlanken Hals.
   Um sich von ihren traurigen Gedanken abzulenken, versuchte sie sich voller Konzentration an seine Worte zu erinnern, bevor er diesen Metallreif geschlossen hatte. Ihre eigenen wusste sie noch genau. „Mein Herr, ich unterwerfe mich dir. Es ist mein Wunsch dir zu dienen, mit meinem Körper und meiner Seele.“ Hatte er nicht etwas von Führung, Anleitung und Schutz gesagt? Irgendwie konnte sie sich nicht mehr erinnern, doch die Überlegungen halfen ihr tatsächlich, ihre Fassung zurück zu erlangen.
   Nach der Rückkehr in sein Haus stieg ihr ein äußerst leckerer Essensduft in die Nase und ließ ihren Magen leise knurren. Das Abendessen war nämlich inzwischen fertig. Doch bevor ihr Herr ihr erlaubte ihm ins Speisezimmer zu folgen, musste sie sich wieder vollständig entkleiden. Er befahl ihr, das Essen nackt einzunehmen, so wie er sie in seinem Haus generell nackt zu sehen wünschte, außer er ordnete etwas anderes an.
   Immer noch leicht durcheinander kam sie diesem Befehl umgehend nach und folgte ihm dann schnell ins Esszimmer. Dort durfte sie sich jedoch nicht gleich setzen, sondern wurde zu ihm zitiert, um noch einmal ausgiebig gemustert zu werden. Erneut präsentierte sie sich ihrem Herrn, indem sie automatisch wieder die von ihm bevorzugte Haltung mit erhobenen, hinter dem Kopf verschränkten Händen und leicht gespreizten Schenkeln einnahm.
   „Schön meine Kleine, du hast dir seit dem letzten Wochenende sehr gut gemerkt, was mir gefällt!“ lobte er sie und wanderte dann mit seinen Augen langsam über die Vorderseite ihres nackten Körpers.
   Genau wie zuvor konnte sie auch diesmal seine Blicke fast auf ihrer Haut spüren und meinte, jedes ihrer feinen Härchen würde sich vor knisternder Erregung aufrichten. So vor ihrem Herrn zu posieren ging ihr durch und durch und ließ es schon wieder lustvoll in ihr prickeln, vor allem weil er sie so intensiv und begehrlich aus seinen dunklen Augen ansah.
   Die Reaktionen ihrer Knospen, die sich in ihrem aufkeimenden Verlangen leicht aufrichteten und ihm offenbarten, wie es um sie stand, schienen ihm zu gefallen, denn schmunzelnd beugte er sich plötzlich vor und saugte einen ihrer Nippel gierig in seinen Mund, während er den anderen mit zwei Fingern hart packte, sodass ihren leicht geöffneten weichen Lippen ein leises Keuchen entfloh, bevor sie seufzend die Luft einsog und ihre Augen erwartungsvoll schloss.
   Doch gerade als sich ein ziehender Schmerz in ihr breit machen wollte, lustvoll an ihren Nippeln beginnend, verursacht von seinen knabbernden Zähnen und hart zwirbelnden Fingern, wurde dieser auch schon von einem Klapps auf ihren nackten Po abgelöst und den Worten ihres Herrn: „Genug der Vorspeise, jetzt wird erst einmal gegessen, bevor alles kalt wird. Setz dich mein Mädchen.“
   Erneut fühlte sie sich abgewiesen. Die Erinnerung an das im Hafenviertel Erlebte keimte wieder in ihr auf und schnürte ihr förmlich die Kehle zu, während sie seinem Befehl nachkam. Obwohl ihre letzte Mahlzeit an diesem Tag lange her war und die Speisen wirklich köstlich zubereitet waren, stocherte sie mehr oder weniger appetitlos nur darin herum.
   Hin und her gerissen zwischen ihren Gefühlen für ihren Herrn und der immer noch in ihr nagenden Erfahrung vom Nachmittag, brachte sie kaum einen Bissen herunter. Ihrem Herrn schien das jedoch nicht aufzufallen, denn er sagte nichts weiter dazu und ließ sich das Abendessen ausgiebig schmecken. Irgendwann schließlich gesättigt lehnte er sich zufrieden zurück und beobachtete sie eine Weile nachdenklich.
   „Es schmeckt dir heute nicht meine Kleine? Dann können wir das hier auch beenden, mitkommen!“
   Den letzten Teil dieser Worte sprach er in recht barschem, unmissverständlichem Tonfall, der sie sofort aufstehen und ihm mit schlechtem Gewissen leise folgen ließ. Genau wie sie vermutet hatte, ging es wieder in den Keller hinunter, in den Raum, in dem sie am letzten Wochenende so aufregende, aber vor allem erregende und lustvolle Erfahrungen gemacht hatte.
   Es war hier seitdem anscheinend nichts verändert worden. Die vielen überwiegend in Rot gehaltenen Seile, Ketten und anderen Utensilien hingen genau wie in ihrer Erinnerung fein säuberlich an den für sie bestimmten Plätzen. Vor Anspannung, besonders aber auch vor Aufregung, weil sie nicht wusste, was ihr Herr vorhatte, entwich ihr ein leichtes Keuchen.
-  Fortsetzung folgt  -

Samstag, 16. Februar 2013

Red Ropes (9)

Für meinen Vince zum Fünfjährigen... es ist einfach toll, dass es dich gibt... danke!!!!! 
 

Gefühle einer Sub

Unsicherheit
Seit dem letzten Wochenende kreisten ihre Gedanken mehr oder weniger ununterbrochen darum, dass sie nun einen Herrn hatte. Noch nie zuvor war sie eine solche D/S-Beziehung eingegangen. Was war nur in sie gefahren, sich diesem Mann zu unterwerfen, im Prinzip einem Fremden. Woher kam vor allem ihr grenzenloses Vertrauen in ihn? Warum war sie sich so sicher, dass er dieses Vertrauen nicht enttäuschen würde? Jede Menge Fragen, die ununterbrochen in ihrem hübschen Kopf kreisten, sie schrecklich verunsicherten, ihr Tag und Nacht kaum Ruhe ließen. Fragen, auf die sie nicht wirklich eine Antwort fand.
   Ständig fasste sie sich an den silbergoldenen Metallreif um ihren Hals, den dieser Mann ihr umgelegt hatte. Der Reif war fest verschlossen, sie konnte ihn ohne den Schlüssel, den nur er besaß, nicht abnehmen. Wobei sie das eigentlich auch gar nicht wollte, war er doch ein Geschenk von ihm! Sie fand diesen Schmuck wunderschön. Außerdem war er sozusagen alterstauglich, ein leicht extravagantes Schmuckstück, das ihren schlanken Hals ausgesprochen gut zierte. Ihre größte Sorge war nur gewesen, ihren Kollegen könnte womöglich der eigenartige Verschluss auffallen. Doch dies war nicht eingetreten. Einzig ihre Freundin schaute sie manchmal so merkwürdig an, stellte zum Glück aber über ihre neue, ungewöhnliche Beziehung keine Fragen, die sie ihr zu diesem Zeitpunkt auch gar nicht hätte beantworten wollen und vor allem nicht können.
   Nach den Erlebnissen des letzten Wochenendes war sie ziemlich durcheinander und konnte sich oft nur schwer auf ihre Arbeit konzentrieren. Immer wieder kreisten ihre Gedanken um den Mann, mit dem sie die unvergesslichsten drei Tage ihres Lebens verbracht hatte. Er hatte ihr Dinge gezeigt und sie ganz neue Erfahrungen machen lassen, von denen sie zuvor nicht einmal geträumt hatte. Alleine bei der Erinnerung daran, begann erneut jede Faser ihres schlanken Körpers erotisch zu kribbeln und ließ sie leicht hektische Blicke in Richtung der Kollegen werfen, da sie befürchtete, ihre Gefühle müssten für alle lesbar in ihr Gesicht geschrieben sein.
   Sie arbeitete gerne, war sehr ehrgeizig und ging in ihrem Job auf, ohne deswegen als Workaholic bezeichnet zu werden. In den letzten Jahren hatte sie sich eine wirklich gute Position in ihrer Firma erarbeitet. Darauf durfte sie zu Recht sogar ein wenig stolz sein, denn sie hatte sich in ihrem Arbeitsleben von einer ziemlich schüchternen zu einer sehr selbstbewussten jungen Frau gemausert. Allerdings drohte nun die Schüchterne fast wieder die Oberhand zu gewinnen, so durcheinander und verunsichert wie sie zurzeit war. Gleichzeitig zählte sie förmlich die Stunden bis zum nächsten Freitag, an dem sie ihren Herrn, die Ursache für ihre durcheinandergeratenen Gefühle, endlich wiedersehen würde.
   Dann war es soweit! Ein weiteres Wochenende mit dem Mann, um den alle ihre Gedanken kreisten, konnte beginnen. Mit ebenso wildem Herzklopfen wie bei ihrem ersten Date, betätigte sie nun zum zweiten Mal den schweren Türklopfer an der großen Eingangstür seines luxuriösen Hauses. Eigentlich hatte sie erwartet, dass die Tür wie am vergangenen Wochenende von dem unnahbaren, wortkargen Bediensteten geöffnet werden würde. Diesmal war es jedoch die junge Frau, die bei ihrem ersten Gespräch mit ihrem Herrn so lässig an dessen Schenkel gelehnt und sie stumm, fast arrogant gemustert hatte. Nun lächelte sie sehr freundlich und umarmte sie zur Begrüßung so herzlich, als seien sie seit langem die besten Freundinnen.
   „Wie schön, dass du schon so früh da bist! Unser Herr ist leider noch gar nicht zu Hause. Aber ich habe von ihm Anweisungen erhalten, was du heute anziehen sollst. Du darfst ihn nämlich zu einer Immobilienbesichtigung begleiten!“
   Nach diesen Worten ergänzte sie lachend noch: „Ach übrigens, ich bin am letzten Wochenende nicht mehr dazu gekommen und habe mich immer noch nicht vorgestellt. Ich bin Cloe, sein erstes Mädchen“.
   Ohne auf ihre erstaunten Rückfragen über die Besichtigung und noch weniger auf die Kleiderfrage einzugehen, ergriff Cloe nach diesen Worten einfach ihre Hand und zog sie zwinkernd ins Haus Richtung Ankleidezimmer, das ihr vom letzten Wochenende noch sehr genau in Erinnerung war.
   Ihr war natürlich sofort bewusst, dass sie für eine solche Besichtigung nichts Passendes dabei hatte, außer wenn ihr Herr vorhatte, sie in Jeans und T-Shirt mitzunehmen, womit sie allerdings ziemlich sicher nicht rechnete. Ihre Vermutung bestätigte sich. Im Ankleidezimmer angekommen, deutete Cloe nämlich schmunzelnd auf ein hübsches Kleid, das ihr auf Anhieb in seiner schlichten Art gefiel.
   „Zieh bitte alles aus. Du weißt schon, wirklich alles! Einen BH trägst du ja sowieso nicht, aber den hast du auch nicht nötig“, lachte Cloe augenzwinkernd und fuhr fort „auch dein Höschen, unser Herr mag es nämlich nicht, wenn wir unten herum nicht zugänglich sind für ihn, egal aus wie wenig Stoff dein Slip vielleicht besteht!“
   Ihr stieg zwar eine leichte Röte in die Wangen, doch eher mehr vor Aufregung, denn aus Scham. Ein wenig hatte sie die Neigungen ihres Herrn bei ihrem ersten Treffen ja bereits kennengelernt, befolgte daher ohne weitere Fragen diese Anordnung und zog schließlich das Kleid über ihren nackten Körper. Es schmiegte sich dank des weichen Stoffes und seiner Machart so perfekt um ihre schlanken Formen und weiblichen Rundungen, als sei es genau für sie geschneidert worden.
   Es traf wirklich genau ihren Geschmack, sodass sie sich begeistert vor dem Spiegel hin und her drehte und von allen Seiten betrachtete. Mit ihrem Aussehen zufrieden zupfte sie noch etwas an den durch das Umziehen leicht zerstrubbelten, frech geschnittenen kurzen Haaren herum und strahlte dann übers ganze Gesicht Cloe an, die in vollkommen neidloser Anerkennung ausrief: „Wow, du siehst echt klasse aus, unser Herr wird sehr zufrieden sein!“
   Da noch ein wenig Zeit bis zum Eintreffen ihres Herrn war, schlug Cloe einen kleinen Rundgang durchs Haus vor. Wie wohlhabend er offensichtlich war, hatte sie ja bereits bei ihrem ersten Aufenthalt in diesem großen sehr luxuriös mit kostbaren alten Möbeln und Antiquitäten eingerichteten Haus festgestellt. Dieser Eindruck bestätigte sich nun erneut.
   Was sie bei ihrem ersten Besuch am vergangenen Wochenende jedoch nicht gesehen hatte, waren die vielen Bilder, die jetzt an den Wänden hingen und um deren Betrachtung es Cloe nun in erster Linie zu gehen schien. Sie waren anscheinend erst im Laufe der Woche aufgehängt worden, alles Fotografien von nackten Frauen in teilweise sehr erotischen Posen.
   Voller Faszination schaute sie gemeinsam mit Cloe ein Bild nach dem anderen an, bei denen es sich ausschließlich um Schwarzweißaufnahmen handelte, die in sehr schlichten Rahmen an den Wänden hingen und daher den Blick des Betrachters nicht unnötig ablenkten. Einzig die Aufnahmen einer extrem Tätowierten interessierten sie nicht allzu sehr, da sie solche flächendeckenden Körperbemalungen nicht leiden mochte. Außerdem fand sie, dass damit von den erotischen Posen ein wenig abgelenkt wurde, denn gerade die ließen leichte kribbelnde Schauer durch ihr Inneres laufen. Peinlich berührt von dieser Reaktion warf sie einen schnellen Seitenblick auf Cloe. So verschwörerisch wie die sie allerdings mit ihren leicht geröteten Wangen anzwinkerte, schien es der offensichtlich ganz ähnlich zu gehen.
   Besonders eindrucksvoll fand sie, dass auf allen Fotografien jeweils ein Detail in Rot hervorgehoben war. Sehr oft waren das rote Seile, mit denen die Modelle in erregenden Stellungen gefesselt worden waren. Es war daher nicht verwunderlich, dass bei diesem Anblick die lustvollen Erinnerungen an ihre neuesten Erfahrungen mit Seilen und anderen äußerst interessanten Utensilien ihres Herrn in dieser Farbe sofort wieder da waren, mit denen er sie am letzten Wochenende in vorher ungeahnte und unbekannte Höhen des Verlangens geführt und sie damit fast in den Wahnsinn der Lust getrieben hatte. So geschickt wie dieser Mann hatte es nämlich keiner ihrer früheren Lover verstanden, ihren erlösenden Höhepunkt unendlich lange hinauszuzögern.
   Leicht um ihre Fassung ringend holte sie nun tief Luft, um die durch die Bilder hervorgerufene Präsenz der äußerst intensiven, schönschrecklichen Erlebnisse mit ihrem Herrn und damit das lustvolle Ziehen in ihrem Inneren zu verdrängen, als sie plötzlich hörte, dass die schwere Haustür ins Schloss fiel. Der Hausherr war offensichtlich nach Hause gekommen. Während Cloe ihm sofort freudestrahlend entgegen lief, wurde sie erneut von schrecklicher Unsicherheit gepackt und folgte etwas langsamer, ein wenig zögerlich. Sie war hin und her gerissen zwischen überschäumender Freude, den Mann an den sie die letzten Tage fast Tag und Nacht gedacht hatte endlich wiederzusehen und schrecklicher Nervosität.
   Mit Erstaunen sah sie dann ihre neue Freundin vor ihrem Herrn auf die Knie fallen und ihm zur Begrüßung den Handrücken küssen. Die Unsicherheit schnürte ihr fast die Kehle zu, dennoch tat sie es ihr einfach gleich und sank ebenfalls vor ihm zu Boden, versuchte aber nicht seinen Handrücken zu küssen, sondern wartete mit heftigem Herzklopfen und gleichzeitig Schmetterlingen im Bauch erst einmal ab, bis er von der demütigen Cloe abließ und ihr nun seine Aufmerksamkeit schenkte. Der liebevolle Blick seiner dunklen Augen ging ihr durch und durch, als er sie schließlich anschaute und seine warme Hand mit leichtem Druck nach oben unter ihr Kinn legte.
   „Steh mal auf meine Kleine und lass dich anschauen. Ich sehe, du hast schon das neue Kleid an.“
   Lächelnd gab er ihr einen zärtlichen Kuss auf die Lippen, bei dem ihr die Knie weich wurden und das Bedürfnis sich an ihn zu schmiegen fast übermächtig.
   „Dreh dich mal langsam um deine Achse meine Hübsche, damit ich erst einmal meinen Besitz richtig in Augenschein nehmen kann“, fuhr er leise fort.
   Ein kurzer, schüchterner Blick auf Cloe, die ihr noch aufmunternd zuzwinkerte und sich dann leise zurückzog, dann führte sie diesen Befehl aus. In ihrer Ursprungsposition nach der langsamen Drehung schließlich wieder angekommen, wagte sie jedoch nicht, zu ihrem Herrn aufzuschauen. Schreckliche Angst, ihm womöglich nicht zu gefallen, hatte inzwischen von ihr Besitz ergriffen und machte ihr schon wieder weiche Knie.
   Doch ihr Herr packte sie fest und zog sie für einen wilden, leidenschaftlichen Kuss besitzer-greifend an sich. Die harte Schwellung in seiner Hose war deutlich zu spüren und ließ einen erregenden Schauer ihren Rücken hinab laufen. Er hätte ihr nicht besser zeigen können, wie sehr sie ihm gefiel und wie sehr er sie offensichtlich begehrte. Glücklich strahlte sie ihn jetzt an, ihre sämtlichen Befürchtungen waren also unbegründet und überflüssig gewesen!
 
-  Fortsetzung folgt  -

Freitag, 15. Februar 2013

Pfeffer

Nun hat sie sich doch wieder breitschlagen lassen! Damit meine ich meine Herrin, die seit ihren Reisen immer wieder bekundet hat, derzeit absolut kein Interesse an neuen Kajirae zu haben, was ja wirklich auch wenig Sinn machen würde. Viel lieber würde sie ihren vielen Hobbies frönen und vielleicht Blumen züchten. Doch der Händler von Jorts hat ihr nach ahnlanger Honigumdenbartschmiererei letztendlich doch wieder eine aufs Auge gedrückt. Meine Herrin ist einfach zu gutmütig. Und dann ausgerechnet auch noch eine Entlaufene!
 
Na gut, falls ihr Herr noch auftauchen sollte, erübrigen sich weitere Ausbildung und Erziehung, denn Ware mit durchschnittenen Sehnen ist eh nur noch als Fischfutter zu gebrauchen. Mal sehn, wie sie sich macht. Zumindest für die Nachrichten, die meine Herrin zurzeit besonders interessieren, war sie schon mal nicht zu gebrauchen und auch sonst bin ich eher skeptisch bei der. Aber vielleicht irre ich mich auch und wir entdecken noch Qualitäten in ihr?
 
Wenigstens brauchte meine Herrin nicht lange zu warten, bis sie dann doch die schreckliche Bestätigung ihrer schlimmsten Befürchtungen erfuhr, da der Herr Hauptmann von Kasra, neuerdings Kommandant, höchstpersönlich Jorts einen Besuch abstattete, um irgendwelche Schieflagen wieder gerade zu rücken, die im Zusammenhang mit kriegerischen Machenschaften im Voskdelta entstanden waren.
 
Reden konnte er ja schon immer und ein Charmeur ist er auch immer noch, so wie er meine Herrin diesmal wieder begrüßte, die sich wegen ihrer schlimmen Vorahnungen ein Lächeln ins Gesicht zwingen musste, um wenigstens die Form bei der höflichen Begrüßung zu wahren. Ich glaube, sie ahnte schon, dass sich die unfassbaren Gerüchte aus Kasra bestätigen würden. Ziemlich blass um die Nase hüllte sie sich lieber erst einmal in Schweigen und ließ andere reden. Außer der Zeugmeisterin waren nämlich nur Rari zugegen und darunter etliche aus Kasra wegen der vorgenannten Schieflagen.
 
 
Leider verfehlte der Extralöffel Honig in die Milch meiner Herrin, mit dem ich ihre traurigen Gedanken und schrecklichen Vorahnungen vertreiben wollte, seine beabsichtigte Wirkung bei ihr, denn ich erntete dafür nur einen warnenden Blick. Dem jetzigen Kommandanten von Kasra gegenüber zu sitzen, war für meine Herrin jedenfalls nicht einfach. Wobei eine Information zumindest für ein klitzekleines Zwischenhoch bei ihr sorgte. Kasra hatte inzwischen immerhin kapiert, wie gut man beraten ist, gewisse weibliche, diplomatische Exemplare vom Heimstein zu entfernen und als zukünftige Verhandlungspartner strikt abzulehnen.
 
Das Thema Frauen in wichtigen Positionen war dann für die Zeugmeisterin das Stichwort, sich nun doch nach der Richtigkeit des seltsamen Gerüchts zu erkundigen, das mittlerweile auch in Jorts kursierte und das nach ihrer Auffassung wider die natürliche Ordnung ging. Ich glaube, für meine Herrin war dies zu einer Art Alptraum geworden. Kasra soll nämlich angeblich eine Regentin auf Lebenszeit haben.
 
Erstaunlicherweise bestätigte der Kommandant jedoch das Schreckliche mit dem Erfolg, dass ich befürchtete, meine Herrin würde in Ohnmacht fallen oder sich gleich einen Finger brechen, so sehr wie sie sich verkrampfte und dabei in ihrem Entsetzen auch noch ihre Milch verschüttete. Doch was ist schon ein Milchfleck gegen eine solch unfassbare Wahrheit!
 
Hinter dem Ganzen steckte der Rat, d.h. die Bürger Kasras. Ein Rat, der sich auf Antrag der blauen Kaste selbst abgesetzt hatte, um einer Frau die alleinige Herrschaft zu übertragen und das auch noch auf Lebenszeit. Eine Ernennung, die mit der einer Ubara nicht zu vergleichen ist, die man nach Beendigung des Kriegszustands wieder loswerden kann… absolut unfassbar für meine arme Herrin!!! Ich denke, das Zusammenkommen dieser Marionettentruppe von Rat zu besonderen Zwecken ist da doch eher als eine Alibi-Seifenblase einzustufen, die schneller verpufft als man sie sehen kann.
 
Leider wurde es dann noch viel unglaublicher, als der oberste Krieger Kasras mit Schulterzucken auch noch kundtat, dass die Wahl dieser Frau von Wissenden gesegnet worden war!!! Wobei er dazu noch ergänzte, er wisse nicht, was die höchste aller Kasten dafür bekommen hatte. Doch Kasras Männer scheinen sich mit diesem Zustand arrangiert zu haben. Allen voran der Kommandant, der seinerzeit noch sehr massiv gegen die Wahl dieser Regentin mobil gemacht hatte und zum Umsturz bereit gewesen war.
 
Nun war er zufrieden mit dem Umstand, den Gefährten dieser Herrscherin auf Lebenszeit zu befehligen und bildete sich tatsächlich ein, er hätte damit Einfluss auf die hohe Lady. Hoffentlich ist ihm klar, dass eine Gefährtenschaft nicht auf Lebenszeit gilt. Welch ein Glück für mich, dass meine gemurmelten Gedanken über goreanisches Urgestein, das zu Staub verpufft ist, außer meiner Herrin niemand gehört hat. Das hätte andernfalls sehr böse für mich enden können. Aber egal, was hat mich der Kommandant von Kasra zu interessieren, der ja nur zu seinem Schwur auf den Heimstein dieser Stadt steht?
 
Zumindest hatte er Verständnis für die Erschütterung meiner Herrin, die immer noch einem Heimstein angehört, der nicht mehr zu ihrem goreanischen Weltbild passt. Er weiß, welch eine große Verfechterin der Demokratie und des Ratswesens sie immer gewesen war und noch ist und verabschiedete sich mit dem Hinweis, Erschütterungen sind am besten aufrecht stehend hinzunehmen, damit man sie besser ausgleichen kann.
 
Er hat jedenfalls seine Wahl getroffen, nämlich den Willen der Bürger Kasras hinzunehmen und sich damit zu arrangieren. Andernfalls hätte er da bleiben müssen, wo der Pfeffer wächst, meinte er. Welch ein eigenartiger Entschluss für einen Rarius in den Augen der Zeugmeisterin, die sehr nachdenklich anmerkte, dass er zuvor noch gegen die Machenschaften eines Mannes am Vosk gewettert hatte, jedoch sang und klanglos die Diktatur einer Frau hinnimmt. Er ist wohl auch nur ein Krieger, der nur seine Arbeit macht.
 
Meine arme Herrin! Ich hoffe zutiefst, sie verkraftet diesen schweren Schicksalsschlag! Merkwürdigerweise sprach sie erst vor einigen Tagen davon, dass sie nicht nur Blumen züchten möchte, sondern auch Pfeffer aussäen will.