Freitag, 22. Februar 2013

Brauereiaushilfskajira

Eigentlich hatte ich gerade angesetzt, um der in Obhut meiner Herrin befindlichen Stadtkettensklavin einen kleinen Vortrag zu halten. Sie wusste nämlich offensichtlich nicht, was ein erstes Mädchen ist und wie sie mich zurzeit nennen soll und wie, wenn ich denn ihre Erste wäre, falls sie es jemals schaffen sollte an die Kette meiner Herrin zu kommen. ;-) Für dieses Mädchen schien in Obhut und unterrichtet werden gleichbedeutend mit an der Kette meiner Herrin zu sein. Dabei sollte sie eigentlich doch wissen, dass sie an der Stadtkette ist und somit dem Sklavenhändler von Jorts unterstellt.
 
Ich holte erst einmal tief Luft, kam jedoch über die Einleitung meiner Erläuterungen dann allerdings nicht hinaus, denn es hatte gerade an der Tür geklopft. Während ich schnell nach unten flitzte, hörte ich noch, wie meine Herrin nun versuchte, dem Mädchen ihren Irrtum klar zu machen. In dem Zusammenhang erläuterte sie ihr auch gleich die Abhängigkeiten und Stellungen innerhalb einer Kette und was einer Kettenletzten bei Widerworten gegen ihr erstes Mädchen passieren kann. Ich hoffe, die Kajira hat verstanden, warum ich mit „du solltest froh sein, dass ich nicht deine Erste bin“ auf ihre Anrede reagiert hatte. ;-)
 
Unten vor der Tür stand ein Schrank von einem Mann, dessen imposanter Anblick mir gleich einen Schauer den Rücken herunterlaufen ließ. Ich wusste von unserem ersten Aufenthalt hier in Jorts, dass er seinerzeit der Nachbar meiner Herrin gewesen war. Es war der Besitzer der Brauerei von Jorts. Doch so von Dichtem hatte ich diesen gutaussehenden Herrn bedauerlicherweise noch nie zu Gesicht bekommen. Vor allem war mir bisher nicht aufgefallen, was für interessante rote Haare er hat, da er anscheinend gerne Kapuzen trägt. Dieser stattlich gebaute Mann nahm nun am Tisch meiner Herrin Platz und ich bekam somit Gelegenheit, ihn zu mustern… selbstverständlich unauffällig^^, denn es gehört sich ja nicht, jemanden anzustarren.
 
Nachdem meine Herrin mit ihm ein paar Höflichkeiten ausgetauscht und ihm von ihrer geplanten Pfefferaussaat einschließlich der Gründe dafür erzählt hatte, wurde mir ganz warm ums Herz, als er ihr lächelnd mitteilte, dass sie immer willkommen ist an seinem Heimstein. Es ist einfach toll, immer wieder die Freundlichkeit der Bürger von Jorts zu erleben! Doch der Brauereibesitzer war nicht nur gekommen, um meine Herrin willkommen zu heißen, er hatte auch an Anliegen an sie. Er benötigte nämlich eine Kajira, die sich in der nächsten Hand ein wenig um seine Brauerei kümmert, da er verreisen muss und zurzeit keine Sklavin mehr besitzt.
 
Irgendwie schwante mir sofort, dass die Wahl meiner Herrin auf mich fallen würde. Und so kam es auch, denn sie mochte es schon immer, wenn ihre Mädchen etwas Neues lernen… sagt sie. Eigentlich will sie uns vor allem aber auch auf Trab halten. Doch egal, für so einen schönen Mann würde ich noch viel mehr tun, als nur seine Brauerei am Laufen halten! Außerdem ging es ihm nicht ums Brauen, sondern lediglich darum, nach dem Rechten zu sehen, die Kessel zu pflegen und sich um sein Fasslager zu kümmern, Nachschub ans Gasthaus zu liefern oder an die Bürger von Jorts und solche Sachen. Fremde müssen warten, bis er wieder zu Hause ist. Mit Preisverhandlungen hätte ich ebenfalls nichts zu tun, darum würde er sich selbst kümmern nach seiner Rückkehr.
 
Auch wenn er sich richtige Mühe gemacht hatte, sogar einen kleinen Leitfaden mit den wichtigsten Grundlagen fürs Brauen und Brennen zusammenzustellen, war mir natürlich viel wichtiger, noch eine persönliche Einweisung von dem Herrn Brauereibesitzer zu bekommen, was er dann auch sogleich in Angriff nahm, während meine Herrin schon mal das Gasthaus aufsuchte. Leider war er jedoch wegen seiner bevorstehenden Abreise ziemlich in Eile, sodass er mir tatsächlich nur eine sehr kurze Einweisung angedeihen ließ. Wirklich sehr schade, ich glaube es wäre mir nicht langweilig geworden, wenn ich noch ein wenig mehr Zeit mit ihm hätte verbringen dürfen.;-)
 
 
Nachdem der Herr mir vor Ort seine kupferfarbenen Schätzchen erklärt hatte… so bezeichnete er Braukessel und Destille tatsächlich!... führte er mich zu den Fässern mit Ale, Paga und Sulpaga in seinem Lager, die ich bei Bedarf an den Wirt der Herberge oder Bürger von Jorts ausliefern sollte. Selbstverständlich war mich sofort klar, dass ich die Kajirae der Stadtkette dafür dann einspannen würde^^. Zuallerletzt zeigte er mir noch die Probierfässer für seine Erzeugnisse und deutete mit offensichtlichem Widerwillen auf ein kleines Fass mit Met auf einem Gestell an der Hausecke, das ihm ein Händler aus Belnend angedreht hatte und das leider immer noch auf durchreisende Nordleute wartet. Bei dem Gedanken an Met schüttelte er sich richtig und erzählte mir, dass er dieses Getränk nicht mehr hinunter bekommt, weil ihm einmal so schrecklich schlecht davon geworden war, nachdem er es im Norden hatte trinken müssen.
 
Tja, das war‘s dann auch schon… der Herr Brauereibesitzer sputete sich, sein Schiff noch zu erreichen und ich machte mich auf den Weg zur Herberge. Da meine Herrin dort zu meiner Freude bereits von Shani mit ihrer Honigmilch versorgt wurde, nahm ich die günstige Gelegenheit wahr, um den Herrn Wirt darüber aufzuklären, dass er mich in der nächsten Hand bei Bedarf in Sachen Getränkenachschub gerne ansprechen kann… ein wenig wichtig kam ich mir so als Brauereiaushilfskajiraundkümmerin ja doch vor.^^ Aber der Wirt hatte zurzeit alles vorrätig, da die Stadt ihm gegenüber vor der Übergabe des Gasthauses offensichtlich sehr großzügig gewesen war. Einzig ein oder zwei Fässer Met fehlten ihm, doch Met würde ja leider in Jorts nicht hergestellt werden.
 
Nicht hergestellt stimmte zwar, aber bei mir klingelten sogleich sämtliche Geschäftsglocken… ich sah meinen ersten Handel so gut wie abgeschlossen. Es wäre doch gelacht, wenn ich nicht das Ladenhütermetprobierfass an den Mann bringen könnte! Und so kam es tatsächlich. Sämtliche Freien schauten mich zwar an, als hätte ich vom Paga genascht (was ich aber seit vielen Jahren nach einem schrecklichen Erlebnis nicht mehr tue ;-) und wüsste nicht wovon ich spreche. Doch als die Kajira des Wirts dann letztendlich das Metfass in die Taverne rollte, Delegation ist übrigens das Zauberwort meiner Brauereiaushilfstätigkeit, änderte sich dies schlagartig. Alle wussten zwar, dass der Brauereibesitzer keinen Met herstellt, nur das Probierfass kannte außer mir niemand!
 
Auch wenn meine Herrin anfangs noch meinte, ich müsse noch lernen, wie man einen Ladenhüter an den Mann bringt, bin ich natürlich trotzdem fast vor Stolz geplatzt über mein erstes Geschäft und habe vermutlich übers ganze Gesicht gestrahlt wie ein Honigkuchenkailla. Sie war aber wohl doch ganz zufrieden mit mir, denn vor dem Schlafengehen hat sie mich tatsächlich gelobt und mir dabei ganz lieb durch die Haare gewuschelt.:-)))

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