Mittwoch, 6. Februar 2013

Großzügig sein oder doch verbieten?

Lautes Vogelgezwitscher weckte mich und veranlasste mich, neugierig das Haus zu verlassen. Voller Freude stellte ich fest, dass sämtlicher Schnee endlich geschmolzen war. Auch die Temperaturen waren frühlingshaft milde, sodass ich spontan Lust auf einen kleinen Morgenspaziergang bekam… natürlich ohne die dicke Kleidung, die ich in den vergangenen Tagen in diesem kalten Dorf hier am Vosk leider tragen musste. Nur die Stiefel zog ich an, obwohl ich ja eigentlich lieber barfuß laufe. Besser ist besser, dachte ich bei mir, denn die Lebertranankündigung meiner Herrin steckte mir noch ziemlich in den Knochen. Es zog mich in den Wald, um nachzuschauen ob der Schnee dort ebenfalls schon weg war. War er, nur Beeren waren natürlich leider noch keine zu finden um diese Jahreszeit.
 
Diese Erkenntnis verkündete ich dann auch gleich dem Herrn Hauptmann, dem ich bei meiner Rückkehr fast in die Arme lief, während er auf dem leeren Marktplatz herumstand. Ach nee, er bewachte den Platz natürlich. Wobei ihm die fehlenden Beeren im Wald so früh im Jahr selbstverständlich nichts Neues waren, denn er ist ja nicht dumm. Allerdings nahm er meine Mitteilung zum Anlass, den Herrn heraushängen zu lassen und mit strengem Blick nachzufragen, ob ich überhaupt Beeren essen darf. Komische Frage fand ich, musste ihm aber gestehen, dass ich meine Herrin diesbezüglich noch nie um Erlaubnis gefragt hatte, sondern es einfach tue wenn mir danach ist.
 
Irgendwie wurde mir leicht unbehaglich zumute, als er mir darauf ankündigte, meine Herrin gelegentlich danach zu fragen, denn er erlaubt seinen Mädchen nicht, Beeren zu naschen wann immer ihnen danach ist. Oh je, sollte meine Herrin womöglich auch etwas dagegen haben? Mein schneller Einwand, dass sie sich bestimmt nicht für meine Beerengelüste interessiert, ließ der strenge Herr jedenfalls nicht gelten und machte mir dann in ernstem Ton klar, was ich bin. Dabei weiß ich das doch, zog es allerdings vor, ihm das Wissen um mein Sklavendasein vorsichtshalber noch ein wenig zu visualisieren, indem ich mich schnell hinkniete.^^
 
Der Hauptmann schien mit der Bewachung des Marktplatzes nicht ausgelastet zu sein, denn nun musste ich mir noch anhören, dass die Empfindungen einer Kajira nicht nur ihn nicht, sondern Freie sowieso nicht interessieren… als ob ich das nicht ebenfalls schon wusste *verdreht die Augen*. :-) Während er nun auch noch begann, sich genauer nach den meist fiesen Strafen meiner Herrin zu erkundigen und ich mir gerade vornahm, ihn lieber ein wenig zu bezirzen, um für ein wenig bessere Laune bei ihm zu sorgen, tauchte meine Herrin genau in diesem Moment auf. Zu meiner großen Freude schien sie ausgesprochen gut geschlafen zu haben und hatte oberallerbeste Laune. Es schien mir daher günstig, das Beerennaschthema lieber gleich anzusprechen, bevor der Herr mich bei ihr verpetzte.
 
 
Doch meiner Herrin war erst einmal aufgefallen, dass ich immer noch die verhassten Stiefel trug…. Immer noch wegen der zuvor schon erwähnten Drohung mit dem Lebertran. Doch nun schien sie sich darüber besonders zu freuen und erlaubte mir auch prompt die Treter auszuziehen, da für meine am liebsten nackten Füße ja quasi schon Hochsommer war. Gesagt getan… ich sauste wie der Blitz zum Haus, denn ich konnte die Schweißfußzüchter ja nicht einfach mitten auf dem Marktplatz entsorgen. Hach, der Rückweg war ein echter Genuss, auch wenn ich eingestehen muss, dass der Boden doch noch nicht wirklich hochsommerlich war. Aber darüber habe ich lieber nichts verlauten lassen.
 
Meine Herrin war inzwischen in einer Grundsatzdiskussion mit dem Hauptmann. Es ging um meine Beerennascherei und darum, was man einer Sklavin erlauben sollte und was wohl eher nicht. Darüber waren die beiden nicht ganz einig, doch das mussten sie eigentlich auch nicht sein. Hauptsache meine Herrin bleibt bei ihrer Großzügigkeit und verbietet mir nicht Beeren zu pflücken und diese dann auch zu essen… wenn es denn endlich wieder welche gibt. Was der Hauptmann seinen Mädchen erlaubt und was nicht ist mir da doch eher schnuppe.^^
 
Vollkommen einig waren sie sich aber darüber, dass eine Belohnung aus der Hand des Herrn oder der Herrin für jede Kajira immer etwas Besonderes ist, egal was es ist… wie wahr! Das gilt übrigens auch für ein Lob. Auch darin stimmten sie übrigens überein, dass jede Herrschaft sparsam mit Lob sein sollte. Ebenfalls wahr… leider. Meine Herrin lobt nämlich so gut wie nie, aber wenn sie nicht schimpft, dann war es gut!^^
 
Am besten war dann allerdings die lustige Geschichte, die meiner Herrin im Zusammenhang mit der Erlaubnis einfiel, so viele Beeren zu essen wann immer ich mag. Vor meiner Zeit hatte eine Kajira ihrer Privatkette nämlich mal mindestens 300 Bonbonpapiere oder sogar noch viel mehr im Haus meiner Herrin verstreut. Bei 300 hatten sie damals aufgehört mit dem Zählen *lacht schon wieder* ((übrigens alles einzelne Prims :-)) Es gab sozusagen kaum noch ein Fleckchen ohne diese klebrigen Papiere.^^ Meine Herrin war natürlich darüber sehr erbost und verbot meiner Kettenschwester die Selbstbedienung an den Süßigkeiten, machte sie damit zu einer glücklichen Kajira.
 
Hintergrund der Aktion war, dass diese Sklavin Angst hatte, zu dick zu werden, wenn sie davon zu viel isst. Denn meine Herrin bewahrt die Süßigkeiten für uns jederzeit frei zugänglich auf und erlaubt uns davon zu nehmen, wann immer wir wollen. Das Mädchen kam damit jedoch nicht klar, konnte es einfach nicht lassen, sich davon zu bedienen. Ständig lockte sozusagen die Dose, wurde sie in Versuchung geführt in die Süßigkeiten hineinzulangen. Sie provozierte also das Verbot und wurde damit glücklich und zufrieden.
 
Meine Herrin hat also mit ihrer Großzügigkeit bislang eigentlich keine schlechten Erfahrungen gemacht. Sie sagt, dass die meisten Kajirae selbständig genug sind, um mit solchen Privilegien umgehen zu können und ich darf daher weiterhin ungefragt Beeren pflücken und essen… wenn denn mal wieder welche wachsen. ;-)

Kommentare:

  1. Man sollte immer bedenken das Kajirae erwachsene Frauen sind. Frauen mit komischen Vorlieben wie Männer und so aber Frauen.

    AntwortenLöschen
  2. Ich finde es immer niedlich, wenn erwachsene Männer erwachsenen Frauen einen Zuckerbonbon geben und diese sich auch noch darüber freuen. Das zeigt doch, wie einfach Frauen gestrickt sind :-)

    Val Horan

    AntwortenLöschen
  3. Es gibt mindestens ebenso viele einfach gestrickte Männer, die einfallslos Candy verteilen ;-) aber nicht jeder Spieler ist so kreativ, um sich eine andere Belohnung auszudenken. Leider machen sich Freie oft zu oberflächlich davon. :-(

    Ich differenziere da ein wenig. Wenn ich etwas gut gemacht habe und einen Herrn/ eine Herrin erfreut habe, dann freue ich mich über ein Bonbon, auch wenn es vielleicht schon so aussieht, als ob es bereits Jahre auf dem Buckel hat, ziemlich verklebt und ekelig ist, denn es ist ein GESCHENK, also etwas ganz besonderes für eine Kajira :-)

    AntwortenLöschen