Sonntag, 17. Februar 2013

Red Ropes (10)

Gefühle einer Sub

Eifersucht
   Leider ließ er dann jedoch viel zu schnell von ihr ab, räusperte sich und murmelte mit belegter Stimme: „So meine Süße, genug der Knutscherei, wir haben heute noch etwas vor. Hat Cloe dich darüber informiert was es ist?“
   „Ja mein Herr, sie sagte, du willst heute eine Immobilie besichtigen und ich darf dich dabei begleiten. Willst du dir ein Haus kaufen, hier womöglich sogar ausziehen?“
   Belustigt über ihre Frage zog er eine Augenbraue hoch und lachte dann. „Nein, ich fühle mich hier ausgesprochen wohl und beabsichtige nichts zu kaufen und schon gar nicht umzuziehen. Ich habe eine Verabredung, um mir Räume für meine Bilder anzusehen, die ich demnächst auszustellen gedenke. Es sind die Fotografien hier an den Wänden und es werden noch einige dazu kommen, denke ich.“
   Bei seinen letzten Worten schaute er sie schmunzelnd an und gab ihr dann ein Zeichen ihm zu folgen. Leider zeigte er ihr damit auch, dass er keine weiteren Fragen beantworten würde, obwohl diese ihr offensichtlich fast die Lippen verbrannten. Sie hielt daher ihren Mund und folgte ihm stumm zu seinem Auto.
   Auf der nicht allzu langen Fahrt sprach er kein Wort, schaute aber gelegentlich kurz zu ihr hinüber. Nach dem Einsteigen hatte er ihr befohlen, den Saum ihres langen Kleides so weit hochzuziehen, dass er seine Hand auf ihren nackten Oberschenkel legen konnte, wo er sie dank des Automatikgetriebes seines Wagens während der Fahrt fast die ganze Zeit über ruhen ließ, während sie unbewusst ihre Beine leicht spreizte.
   Seine Finger berührten nahezu bewegungslos die Innenseite ihres Schenkels und verursachten ein Gefühl, als würden sie glühende Abdrücke hinterlassen. Bei leichten Bodenunebenheiten verrutschten sie jedes Mal ein wenig, was Gedanken in ihr aufkeimen ließ, an welchen Stellen diese männliche Hand sie bereits berührt hatte. Ihre Sehnsucht nach einer Fortsetzung wurde immer größer und sie gleichzeitig immer erregter. Doch sie wagte nicht sich anmerken zu lassen, worum ihre Gedanken schon wieder kreisten.
   Schließlich waren sie am Ziel. Leicht irritiert registrierte sie, dass ihr Herr seinen Wagen in einem ziemlich heruntergekommenen Stadtteil am Hafen geparkt hatte, direkt neben einem Theater, dessen bessere Tage offensichtlich schon lange der Vergangenheit angehörten. Suchend blickte er umher, doch seine Verabredung war offensichtlich nirgends zu entdecken.
   „Komm meine Hübsche, wir schauen uns hier erst einmal ein wenig um.“
   Damit nahm er sanft ihren Arm und zog sie hinunter zum Kai, leider direkt in einen grässlichen Regenschauer hinein, der zwar nicht in der Lage war, die stinkende Luft des Hafens zu vertreiben, dafür aber dazu führte, dass ihr Kleid innerhalb kürzester Zeit vollkommen durchnässte und dadurch nahezu jedes Detail ihres wohlgeformten Körpers preis gab.
   Ihrem Herrn blieb ihr Frösteln, aber natürlich auch nicht ihre sich deutlich durch den dünnen Kleiderstoff abzeichnenden Nippel verborgen, als er ihr galant sein Jackett um die Schultern legte. Mit einem lüsternen Schmunzeln strich er sanft mit den Fingern über ihre Knospen, was sie sofort leicht erschauern und sehnsüchtig seufzen ließ. Danach zog er sie in eine der Hafenspelunken hinein. Dort roch es zwar immer noch nach Hafen, aber es war wenigstens trocken.
   Mit großem Erstaunen bemerkte ihr Herr, dass sich seine Verabredung für die Immobilienbesichtigung vor dem Schauer ebenfalls hier hinein geflüchtet hatte und machte sie miteinander bekannt. Die freundlichen Begrüßungsworte sollten allerdings die einzigen Worte bleiben, die jene Dame an diesem Tag mit ihr sprach. Denn danach hatte die nur noch Blicke für ihren Herrn und ignorierte sie vollkommen.
   Während ihr Herr der Immobilienverabredung Komplimente über deren Kleid machte, nutzte sie die Gelegenheit, um die junge Frau möglichst unauffällig, dafür aber umso ausgiebiger zu mustern.
   Das rote Kleid der Dame war in der Tat wirklich sehr hübsch und gefiel ihr ebenfalls. Im Gegensatz zu ihrem, zeigte der kurze Rock der Maklerin vor allem viel mehr Bein und durchaus wohlgeformte Schenkel, wie sie eingestehen musste. Ihr gefiel auch, dass das Kleid insgesamt viel Haut offenbarte. Gar nicht gefiel ihr allerdings, dass die Haut fast flächendeckend tätowiert war. Mit Erstaunen wurde ihr plötzlich klar, dass sie diese Frau schon einmal gesehen hatte. Sie war eines der Modelle auf den Bildern ihres Herrn!
   Als der Regenguss schließlich vorüber war, konnte die Besichtigungstour endlich beginnen, während der sie sich jedoch fragte, warum ihr Herr sie überhaupt hatte dabei haben wollen. Die junge, schrecklich von sich eingenommene Frau ignorierte sie nämlich komplett und redete ausschließlich mit ihrem Herrn.
   Anfangs versuchte sie aus Höflichkeit noch ein wenig Konversation zu betreiben, gab dies aber schließlich auf, da niemand darauf einging. Mit der Ignoranz der Immobilienmaklerin hätte sie noch leben können, doch auch für ihren Herrn war sie inzwischen offensichtlich Luft geworden. Er schien sie einfach vergessen zu haben. Leicht frustriert und unendlich traurig blieb ihr nur, sich im Hintergrund zu halten und hinterher zu laufen.
   Das Benehmen der beiden versetzte ihr einen ziemlichen Stich, der wahnsinnig wehtat. Solch eine Missachtung hatte sie zuvor noch nie erlebt. Hin- und hergerissen zwischen anfänglicher Wut, ohnmächtiger Verzweiflung und grenzenloser Traurigkeit überlegte sie zwischendurch ernsthaft, ob sie nicht besser das Weite suchen sollte. Doch wie sollte sie zurückkommen? Das Hafenviertel lag weit abgelegen ohne vernünftige Verkehrsanbindung in die Stadt, nirgendwo war eine Bushaltestelle zu sehen und ein Taxi hatte sie auch nicht entdecken können.
   Während all dieser Gedanken wurde ihr jedoch plötzlich klar, dass ihr Herr ihre Begleitung ausdrücklich gewünscht, ihr sogar ein Kleid für diesen Anlass geschenkt hatte! Wenn er zufrieden damit war, sie zu ignorieren, dann hatte sie sich wohl damit abzufinden. Er war ihr Herr und nur das zählte!
   Unter Aufbietung aller ihr zur Verfügung stehenden Beherrschung versuchte sie daher ihre Eifersucht auf das arrogante Weibsstück und die große Enttäuschung über ihren Herrn in den Griff zu bekommen und einigermaßen gute Miene zur Besichtigung diverser Örtlichkeiten zu machen. Sie bemühte sich, sich nicht anmerken zu lassen, wie es in ihrem Inneren aussah, sehnte jedoch das Ende herbei und vor allem, von ihrem Herrn endlich wieder wahrgenommen zu werden.
   Er schien jedoch wirklich nicht zu bemerken, was in ihr vorging oder interessierte es ihn einfach nicht? Während sie tapfer versuchte zu lächeln und dabei gegen aufsteigende Tränen ankämpfte, genoss er es offensichtlich sehr, so von der anderen umgarnt und hofiert zu werden.
   Erst als sie die letzten Räume besichtigten, die sowohl die Immobilienbesitzerin als auch ihr Herr für die geplante Vernissage als besonders geeignet ansahen, wurde sie von ihm doch noch um ihre Meinung gefragt und musste erst einmal schwer schlucken, damit sie nun überhaupt sprechen konnte. Der dicke Kloß ihres Leidens schnürte ihr nämlich immer noch quälend die Kehle zu.
   Aber es gelang ihr mit leiser Stimme doch zu antworten: „Mein Herr, ich finde diese Räume sehr geeignet für deine Ausstellung. Deine Bilder werden in dieser schlichten Umgebung bestimmt besonders schön zur Geltung kommen.“
   Unendlich glücklich darüber, dass er sich bei seiner Entscheidung nun doch noch für ihre Meinung interessierte, schenkte sie ihm ein zaghaftes Lächeln und hätte vor Glück trotz aller Beherrschung beinahe angefangen zu weinen, weil ihr das liebevolle Aufblitzen seiner Augen durch und durch ging.
   Auf dem Heimweg kämpfte sie immer noch mit ihren Gefühlen und war daher sehr einsilbig. Auch wenn ihr Herr erneut seine Hand auf ihren Schenkel legte und damit einen weiteren glühenden Abdruck hinterließ, konnte sie diesmal keinen erotischen Gefühlen nachspüren, zu sehr kreisten ihre Gedanken um ihre Enttäuschung und das im Hafenviertel Erlebte. Sie schloss ihre Augen und berührte zart den Metallschmuck um ihren schlanken Hals.
   Um sich von ihren traurigen Gedanken abzulenken, versuchte sie sich voller Konzentration an seine Worte zu erinnern, bevor er diesen Metallreif geschlossen hatte. Ihre eigenen wusste sie noch genau. „Mein Herr, ich unterwerfe mich dir. Es ist mein Wunsch dir zu dienen, mit meinem Körper und meiner Seele.“ Hatte er nicht etwas von Führung, Anleitung und Schutz gesagt? Irgendwie konnte sie sich nicht mehr erinnern, doch die Überlegungen halfen ihr tatsächlich, ihre Fassung zurück zu erlangen.
   Nach der Rückkehr in sein Haus stieg ihr ein äußerst leckerer Essensduft in die Nase und ließ ihren Magen leise knurren. Das Abendessen war nämlich inzwischen fertig. Doch bevor ihr Herr ihr erlaubte ihm ins Speisezimmer zu folgen, musste sie sich wieder vollständig entkleiden. Er befahl ihr, das Essen nackt einzunehmen, so wie er sie in seinem Haus generell nackt zu sehen wünschte, außer er ordnete etwas anderes an.
   Immer noch leicht durcheinander kam sie diesem Befehl umgehend nach und folgte ihm dann schnell ins Esszimmer. Dort durfte sie sich jedoch nicht gleich setzen, sondern wurde zu ihm zitiert, um noch einmal ausgiebig gemustert zu werden. Erneut präsentierte sie sich ihrem Herrn, indem sie automatisch wieder die von ihm bevorzugte Haltung mit erhobenen, hinter dem Kopf verschränkten Händen und leicht gespreizten Schenkeln einnahm.
   „Schön meine Kleine, du hast dir seit dem letzten Wochenende sehr gut gemerkt, was mir gefällt!“ lobte er sie und wanderte dann mit seinen Augen langsam über die Vorderseite ihres nackten Körpers.
   Genau wie zuvor konnte sie auch diesmal seine Blicke fast auf ihrer Haut spüren und meinte, jedes ihrer feinen Härchen würde sich vor knisternder Erregung aufrichten. So vor ihrem Herrn zu posieren ging ihr durch und durch und ließ es schon wieder lustvoll in ihr prickeln, vor allem weil er sie so intensiv und begehrlich aus seinen dunklen Augen ansah.
   Die Reaktionen ihrer Knospen, die sich in ihrem aufkeimenden Verlangen leicht aufrichteten und ihm offenbarten, wie es um sie stand, schienen ihm zu gefallen, denn schmunzelnd beugte er sich plötzlich vor und saugte einen ihrer Nippel gierig in seinen Mund, während er den anderen mit zwei Fingern hart packte, sodass ihren leicht geöffneten weichen Lippen ein leises Keuchen entfloh, bevor sie seufzend die Luft einsog und ihre Augen erwartungsvoll schloss.
   Doch gerade als sich ein ziehender Schmerz in ihr breit machen wollte, lustvoll an ihren Nippeln beginnend, verursacht von seinen knabbernden Zähnen und hart zwirbelnden Fingern, wurde dieser auch schon von einem Klapps auf ihren nackten Po abgelöst und den Worten ihres Herrn: „Genug der Vorspeise, jetzt wird erst einmal gegessen, bevor alles kalt wird. Setz dich mein Mädchen.“
   Erneut fühlte sie sich abgewiesen. Die Erinnerung an das im Hafenviertel Erlebte keimte wieder in ihr auf und schnürte ihr förmlich die Kehle zu, während sie seinem Befehl nachkam. Obwohl ihre letzte Mahlzeit an diesem Tag lange her war und die Speisen wirklich köstlich zubereitet waren, stocherte sie mehr oder weniger appetitlos nur darin herum.
   Hin und her gerissen zwischen ihren Gefühlen für ihren Herrn und der immer noch in ihr nagenden Erfahrung vom Nachmittag, brachte sie kaum einen Bissen herunter. Ihrem Herrn schien das jedoch nicht aufzufallen, denn er sagte nichts weiter dazu und ließ sich das Abendessen ausgiebig schmecken. Irgendwann schließlich gesättigt lehnte er sich zufrieden zurück und beobachtete sie eine Weile nachdenklich.
   „Es schmeckt dir heute nicht meine Kleine? Dann können wir das hier auch beenden, mitkommen!“
   Den letzten Teil dieser Worte sprach er in recht barschem, unmissverständlichem Tonfall, der sie sofort aufstehen und ihm mit schlechtem Gewissen leise folgen ließ. Genau wie sie vermutet hatte, ging es wieder in den Keller hinunter, in den Raum, in dem sie am letzten Wochenende so aufregende, aber vor allem erregende und lustvolle Erfahrungen gemacht hatte.
   Es war hier seitdem anscheinend nichts verändert worden. Die vielen überwiegend in Rot gehaltenen Seile, Ketten und anderen Utensilien hingen genau wie in ihrer Erinnerung fein säuberlich an den für sie bestimmten Plätzen. Vor Anspannung, besonders aber auch vor Aufregung, weil sie nicht wusste, was ihr Herr vorhatte, entwich ihr ein leichtes Keuchen.
-  Fortsetzung folgt  -

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