Dienstag, 5. März 2013

Alltag

…oder eigentlich nicht wirklich etwas los gestern.
 
Die in Obhut Befindliche machte sich bereits draußen bei den Blumen nützlich. Da sie zu den extremen Frühaufstehern gehört und wie jeden Tag mal wieder sehr früh aufgestanden war, hatte sie natürlich bereits das eine oder andere zu berichten, sodass meine Herrin genügend Ansatzpunkte fand, um ihre Ausbildung fortzusetzen. Damit konnte ich Langschläferin natürlich nicht mithalten, ich hätte bestenfalls von einem schlechten Traum berichten können, der mich immer noch nicht ganz losgelassen hatte.
 
Ich versuchte mich daher lieber in Unsichtbarkeit und hüllte mich überwiegend in Schweigen, da mir nach Ausbildung nun überhaupt nicht war. Irgendwie hatte ich sowieso nicht die allerbeste Laune und dachte mehrfach, eigentlich hätte ich lieber in den Fellen bleiben sollen. Aber egal, ich kniete wie es sich gehört vor meiner Herrin, lauschte mehr oder weniger aufmerksam ihrem Vortrag und bemühte mich, nicht meinen Einsatz zu verpassen, falls sie mich ansprach. Gleichzeitig versuchte ich mich so gut es ging um irgendwelche rotseidenen Ausbildungserklärungen herumzudrücken, denn ich wusste, dass meine Herrin dazu total anders denkt als ich… soweit sie davon überhaupt etwas versteht und das ist in meinen Augen nicht allzu viel^^.
 
Allerdings hütete ich mich, meine Meinung hierzu kund zu tun, da ich in der Vergangenheit in dieser Angelegenheit schon einmal ziemlich anggeckt war bei meiner Herrin. Ich finde nämlich, dass keine echte Sklavin zum Dienen in den Fellen irgendwelche Erklärungen benötigt. Kein Mädchen von weißer Seide, das das Sklavenfeuer in sich hat, braucht dazu Theorieunterricht, sondern einfach einen Mann. Alles andere ergibt sich dann von alleine. Wenn nicht, kann sie immer noch die Töpfe putzen. Ich weiß das einfach aus eigener Erfahrung, aber meine Herrin hatte selbstverständlich wie immer Recht.
 
Eigentlich erhoffte ich mir Erlösung durch jemanden, der vielleicht vorbei käme und beobachtete aus den Augenwinkeln möglichst unauffällig den Weg vor dem Haus meiner Herrin. Am liebsten wäre mir ja ein Herr gewesen… vielleicht der Brauereibesitzer, der diese Hand von seiner Reise zuückkommen wollte, der Schiffer, ein Krieger oder einer der anderen Herren. Aber es kamen auch keine Herrinnen und keine Kajirae vobei. Außer Vogelgezwitscher, blühenden Blumen und keimendem Pfeffer passierte nichts… ich hoffte leider vergeblich. ;-)
 
 

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