Donnerstag, 14. März 2013

Bohnen, Unterricht und Gelüste

Nicht die Bohne interessierte sich meine Herrin mal wieder für gestählte, schwitzende Kriegerkörper beim Waffentraining. Aber das war für mich nichts Neues, denn das hatte sie ja noch nie getan. Sie hat eben ein etwas anderes Verhältnis zu Männern als ich. Umso mehr interessierte es sie, wie Lora sich bewegt bzw. mehr oder weniger durch die Gegend hoppelt. Während mich das vom Trainingsplatz herüberschallende Waffengeklirr und die Rufe der Rarii ganz kribbelig machten, hatte meine Herrin die Ruhe weg und widmete sich fast eine komplette Ahn den Bewegungen von Lora… hinknien… aufstehen… gehen… knien… wieder aufstehen… knien… stehen… knien… und, und, und. Aber ich gebe zu, es war wohl eine recht lehrreiche Unterrichtsahn.
 
Für die Bohnen im Eintopf der Herberge, den Lora anscheinend bereits in der Frühe gekocht hatte, interessierte sich meine Herrin dann allerdings doch. Sie verzichtete dafür sogar auf ihre Milch mit Honig… ein Umstand, der wirklich nur äußerst selten vorkommt und eigentlich auch nur, wenn sie krank ist. Doch gestern war sie bei bester Gesundheit. Im Gegensatz zum Hauptmann übrigens, der nach dem anstrengenden Training vollkommen abgeschlafft wirkte. Wobei er es immerhin noch bis ins Gasthaus geschafft hatte, im Gegensatz zu den anderen Kriegern.
 
Wie gut, dass ich ihn nicht bedienen musste, sondern die Kajira des Baumeistes. So wie er dem Mädchen ins Gesicht rülpste, war das sicherlich kein Vergnügen. Meine Herrin kommentierte auch prompt: „Dina, der Hauptman hat ein Magenproblem. Du solltest ihm besser keinen Kuchen anbieten“, denn sie meint ja auch in Sachen Heilen und vor allem Diagnose Fähigkeiten zu besitzen. Der Herr Baumeister hatte zuvor nämlich mit seinem Bericht über offensichtlich sehr leckere Kekse in Turmus die Kuchengelüste meiner Herrin geweckt. Dieses Verbot meiner Herrin habe ich mir jedenfalls seeeeeehr aufmerksam gemerkt… nicht auszudenken, wenn mir beim Servieren des Kuchens womöglich mehr als nur ein kräftiger Rülpser durchs Gesicht streicht!
 
Es stellte sich jedoch heraus, dass der Hauptmann gar kein Magenproblem hatte, sondern nur zu gierig beim Trinken gewesen war, was besonders nach so einem Waffentraining schon mal vorkommen kann. Außerdem hat er wohl ähnliche Gelüste wie meine Herrin… also die nach Kuchen manchmal. Da ich wusste, dass dem Backen eines Kuchens nichts im Wege stand, denn alle Zutaten dafür hatten wir vorrätig, schlug ich für den nächsten Tag einen Schokoladenkuchen vor, um meine Herrin und vielleicht auch den Hauptmann damit zu erfreuen. In Gedanken schwelgte ich schon in der leckeren Zubereitung, denn der Teig muss selbstverständlich zwischendurch verkostet werden, um möglichst rechtzeitig sein gutes Gelingen sicherzustellen.
 
Da meiner Herrin nun jedoch erneut ihr Ausbildungsplan einfiel, stellte sie leider die Frage: „Kuchen oder Massageunterricht?“ Die Antwort des Hauptmanns kam umgehend: „Unterricht, eine Kajira kommt erst an mich ran, wenn ich sicher bin, dass ich hinterher nicht gelähmt bin“. So ein Mist, dachte ich bei mir und startete natürlich noch einen Versuch in die Richtung, dass sich Kuchen und Unterricht doch nicht ausschließen müssen. Ich bot sogar an, dem Hauptmann schon mal eine kleine Minikostprobe meiner sanften Finger angedeihen zu lassen, damit er seine Ängste im Vorwege ein wenig abbauen kann und weiß, was ich unterrichten werde. 

Nichts wäre einfacher gewesen, als mich hinter ihn zu knien und ein wenig seinen Nacken durchzukneten… nur dafür hätte er sein brettiges Holzschild vom Rücken nehmen müssen und nach solchen Gelüsten stand ihm wohl eher nicht der Sinn. Pahh, dann eben nicht! Wobei er anscheinend nicht gänzlich abgeneigt ist, sich vorab ein Bild von meinem Können zu machen.^^ Nur an diesem Abend war es einfach schon sehr spät geworden und meine Herrin wollte sowieso nach Hause.

Mal sehn, ob es nicht trotz Unterricht vielleicht auch mit dem Kuchen noch klappt? ;-)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen