Freitag, 8. März 2013

Entzugserscheinungen?

Früh am Morgen huschte ich aus dem Schlafsaal, um mir im Haus meiner Herrin eine frische Tunika anzuziehen und mich vor allem zu waschen, denn der vorherige Abend hatte doch etliche Spuren an meiner Kleidung und mir hinterlassen… vor allem sehr fettige von dreckigen Hauptmannsfingern^^. Meine Herrin muss sehr spät zurückgekommen sein und schlief noch tief und fest, sodass ich leise das Haus wieder verließ, um sie nicht zu stören und als erstes den Kalana-Auftrag des Wirts zu erledigen.
 
Im Gasthaus traf ich zwar Lora an, aber leider nicht Shani, die ihrem Herrn vermutlich zur Ratssitzung gefolgt war. Das Fass musste daher erst einmal noch etwas warten. Außerdem hatte der Lederarbeiter sein lautes Schnarchen mittlerweile eingestellt und gelüstete nun nach einem Frühstück. Mein Timing war ziemlich perfekt. Kaum hatte ich dem gutaussehenden Herrn sein Essen serviert, wegen der anwesenden Heilerin allerdings nur mit wohldosiertem Sklavenfeuer, als auch schon meine Herrin auftauchte.
 
Leider nahm sie aus Höflichkeit jedoch am anderen Tisch Platz, um die beiden Fremden nicht zu stören, denn sie erwartete natürlich einen Bericht von mir darüber, was sich während ihrer Abwesenheit in Jorts ereignet hatte. Wobei sie den Wirt betreffend ebenfalls eine Neuigkeit mitbrachte und sich meine Kalana-Lieferung dann erübrigte. Der Herr hatte nämlich, aus welchem Grund auch immer, Jorts sozusagen über Nacht den Rücken gekehrt. Nun ist zu befürchten, dass der Brauer nach seiner Rückkehr über die bei ihm noch ausstehenden Zahlungen nicht gerade begeistert sein wird. Aber er hatte mir ja ausdrücklich gesagt, dass ich mich um die Bezahlung der an den Wirt gelieferten Fässer nicht zu kümmern brauche. Er wird also sehen müssen, wo er nun sein Geld herbekommt. Wobei im Zweifel wohl der Kastenerste verantwortlich ist und macht der nicht eine ganze Menge Geld mit seinem Handel? ;-)
 
Da ich befürchtete, die Milch meiner Herrin könnte inzwischen anbrennen, denn ich hatte den Topf bei der Zubereitung des Frühstücks für den Lederarbeiter zum langsamen Erwärmen bereits an den Rand der Feuerstelle gestellt, kümmerte ich mich erst einmal darum. Ich flitzte eilig in die Küche und meine Herrin demonstrierte derweil, wie gut sie ihre Neugier im Griff hat. Der Zeitpunkt für die Honigmilch war tatsächlich perfekt gewählt und ich brauchte nur noch schnell den Honig hineinrühren. Während ich meiner Herrin dann ihr dampfendes Getränk servierte, forderte diese nun Lora zum Erzählen auf. Tja, was sich daraus ergab, ist hier wohl nicht weiter von Interesse, bestätigte aber erneut mein Bauchgefühl, das ich bei diesem Mädchen von Anfang an gehabt hatte und das mir mittlerweile auch von anderen bestätigt worden war.
 
Leider konnte sich der Hauptmann nicht verkneifen meiner Herrin doch noch zu stecken, dass ich bei dem Stimmengewirr am Vortag etwas nicht mitbekommen hatte. Vom anderen Tisch herüberrufend behauptete er auch noch, Dreck in meinen Ohren entdeckt zu haben. So ein Oberfiesling^^… dabei hatte er doch meine Ohren für sauber befunden! Außerdem hatte er zugesagt, meiner Herrin nichts darüber zu erzählen!! Waren das etwa Entzugserscheinungen durch Mangel an Gelegenheit, Kopfnüsse auf meinem Kopf auszuteilen? ;-) Mir blieb nichts anderes übrig, als vorerst so zu tun, als hätte ich seine gemeinen Bemerkungen nicht gehört und schilderte meiner Herrin unbeirrt weiter meine Einschätzung über die Stadtkettensklavin.
 
 
Zum Glück ging meine Herrin auf die Sauberkeit meiner Ohren auch später nicht weiter ein, nachdem sie neben dem Hauptmann am anderen Tisch Platz genommen hatte, wo inzwischen wilde Spekulationen darüber in Gang waren, wie man den Aufenthalt des Lederhandwerkers in Jorts verlängern kann. Ich bin gespannt, ob sie ihn von seinen Reiseplänen tatsächlich abbringen werden.

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