Mittwoch, 13. März 2013

Opfer-Verrs

Da meine Herrin noch tief und fest schlief, schlich ich mich leise aus dem Haus, um vielleicht etwas über den Brauereibesitzer in Erfahrung zu bringen. Bevor ich mich jedoch Richtung Marktplatz aufmachte, stattete ich unseren neuen Nachbarn noch einen kurzen Besuch ab, allerdings nicht dem Bauern und seiner Kajira, sondern seinen Viechern und zwar besonders ihrem niedlichen Nachwuchs. Ich hatte nämlich gesehen, dass Bosk und Verr Junge bekommen hatten.
 
 
Auf dem Weg dorthin fielen mir erneut die rosafarbenen Tulpen auf, bei denen ich mir sicher war, dass nicht meine Herrin, sondern Lora sie gepflanzt haben musste. Da Lora nicht gerade gut mit mir kann und mir daher nach Möglichkeit aus dem Weg geht, nahm ich mir ganz fest vor, meine Herrin auf die Blumen anzusprechen, ob sie diese ebenfalls bemerkt hat. Denn ich finde durchaus, ein kleines Wort der Anerkennung für dieses Bemühen darf eine Sklavin schon erwarten. Und einer Anerkennung von mir würde sie vermutlich nicht glauben. Später erfuhr ich, meine Herrin sah dies genauso, es hatte sich am Vortag nur keine Gelegenheit dafür ergeben.
 
Kurz bevor ich dann den Marktplatz erreichte, traf ich auf eine kleine Gruppe Herren, sie sich über Bauplanungen und Stadterweiterungen unterhielten. Da Shani ebenfalls dabei war, erschien mir die Gelegenheit recht günstig, um mich bei ihr nach dem Brauereibesitzer zu erkundigen, denn Shani weiß immer ziemlich viel. Leider stellte ich genau in diesem Moment fest, wie schmutzig meine Füße waren, die förmlich am Boden festklebten. Ich musste vor dem Gatter der Tiere offensichtlich in die Hinterlassenschaften der Bosk getreten sein und machte daher unverrichteter Dinge schnell noch einmal kehrt, um mir die Füße zu waschen und die ekeligen Fladenspuren zu beseitigen. ((Lag und Freiflug :-())
 
 
Inzwischen war auch meine Herrin aufgewacht und bereits angekleidet. Sie hatte sich übrigens schon wieder neue Roben gegönnt und sogar neue Schuhe! Ich kam aus dem Staunen gar nicht heraus, ihre Füße nicht mehr in den hässlichen altmodischen, leider von ihr so heißgeliebten Tretern zu sehen. Der Rock ähnelte zwar mal wieder eher einem Zelt, doch das ist für mich ja nichts Neues und gehört bei den Kleidern meiner Herrin einfach nun mal dazu^^. Da ich merkte, wie sehr sie sich in ihrem neuen Kleid gefiel, verkniff ich mir besser jegliche Kritik und vorsichtshalber auch die Frage, ob ich denn irgendwelche alten Roben zu einer neuen Tunika verarbeiten darf, denn ich wollte ihre gute Stimmung möglichst nicht verderben.
 
Irgendwie war in den letzten Tagen nämlich ein klitzekleines Bisschen Hoffnung in mir gekeimt, dass meine Herrin ihre die Ausbildung von Lora betreffende Ankündigung vielleicht doch nicht umsetzen würde, zumindest nicht so bald. Ich wünschte mir wirklich sehr, der Sklavenhändler von Jorts möge endlich von seiner Reise zurückkehren, sodass meine Herrin die Stadtkette wieder abgeben kann bzw. ich nicht mehr für deren Ausbildung zuständig wäre. Leider ging dieser Wunsch jedoch bislang nicht in Erfüllung. Nun muss ich tatsächlich Dinge erzählen, die in meinen Augen für jede Kajira einfach selbstverständlich sind, Dinge die eine Sklavin sowieso im Gefühl hat, die in der Natur einer Kajira liegen… außer es handelt sich um eine einfache Arbeitssklavin ohne Sklavenfeuer. Ich bin mir ziemlich sicher, eine solche Sklavin wird auch in der 97. Variante nicht verstanden haben, worum es geht… auch wenn sie sich noch so sehr bemüht.
 
Das erste Opfer-Verr in Loras Ausbildung wird nun der Herr Hauptmann sein, der sich natürlich prompt darum zu drücken versuchte und eher den Händler in der Zuständigkeit sah. Doch dem Argument meiner Herrin, schließlich habe er das Mädchen gefunden und an die Stadtkette weiter gereicht, konnte er wenig entgegen setzen. Er wird nun demnächst tatsächlich eine Unterrichtsmassage über sich ergehen lassen müssen.^^ Doch das wird selbstverständlich erst im Nachgang zu einer ausführlichen theoretischen Ausbildung stattfinden, da er nicht massakriert werden will. Pahh… was für ein Schisser! Ach ja, und Gesangsunterricht hat er bereits jetzt schon abgelehnt.
 
Als zweites Opfer-Verr hat meine Herrin dann den Herrn Händler gewählt, der mit Unterstützung seines eigenen Mädchens von Lora gebadet werden soll. Ich bin mir ziemlich sicher, Shani und ich hatten die gleichen Befürchtungen, nachdem wir die Frage der Azubine, ob sie den Händler gründlich waschen darf, gehört hatten und schauten wir uns nur vielsagend aber stumm an. Gründlich und gründlich kann womöglich ein großer Unterschied sein?! Shanis Versuch, meiner Herrin ihre Begeisterung hierfür zu bekunden, ist dann auch nicht so wirklich überzeugend gelungen, obwohl sie vorher noch großspurig gemurmelt hatte, dass ihr Herr einiges gewohnt ist.^^
 
Übrigens, es gibt noch ein drittes Opfer-Verr… allerdings erst in fernerer Zukunft. Meine Herrin hat nämlich bereits angekündigt, mit einer anderen Herrin Bazi-Tee trinken zu wollen, um im Rahmen ihrer Ausbildung diese etwas komplizierte Teezeremonie zu unterrichten. Spannend bleibt auch abzuwarten ob es klappen wird, dass meine Herrin Shani und mich offiziell über Lora gestellt hat. Wir sind zwar nicht verantwortlich für sie, dürfen ihr aber Befehle erteilen und sie notfalls auch strafen. Wenn sie Fehler macht, werden wir jedoch zum Glück nicht selbst bestraft, wie es ja bei einer Kettenersten sonst üblich ist. Besonders angetan bin ich über diese Rechte ehrlich gesagt nicht und fühle mich eigentlich auch eher wie ein viertes Opfer-Verr, werde aber mein Bestes geben, um meine Herrin nicht zu enttäuschen. ;-)
 
Das Leben einer Kajira kann schon schwer sein manchmal!

1 Kommentar:

  1. Tststs, da war aber jemand unaufmerksam...
    Deine Herrin hat nicht argumentiert, dass der Herr Hauptmann Lora eingefangen hat, sie hat es lediglich völlig ohne Hintergedanken erwähnt.
    Der Herr Hauptmann war so freundlich deiner Bitte zu entsprechen Dina.

    Auch was den Händler angeht hatte deine Herrin nichts damit zu tuen, das hat vielmehr der Hauptmann festgelegt und was den Bazi-Tee angeht, das war nur eine Option wenn die Lady möchte.

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