Freitag, 29. März 2013

Schweigen

Ein weiterer Tag war angebrochen, an dem ich mich alleine Richtung Marktplatz aufmachte. Dort traf ich den Wüstenkrieger im Gespräch mit seiner Schätzware. Es war für mich durchaus nachvollziehbar von ihm einfach weiter gewunken zu werden, da er seine bevorstehende Abreise mit seiner Kajira besprechen wollte. Ich war wegen meiner Erlebnisse mit diesem Herrn sogar ein wenig erleichtert darüber. Ihr Wert schien für ihn nun anscheinend doch nicht mehr so wichtig zu sein. Das Mädchen sollte aber vor der Abreise anscheinend noch einiges Verbandszeug bei der Heilerin kaufen. Leider sollte ich jedoch nicht mehr in Erfahrung bringen, ob ein solcher Kauf ohne Ablegen eines Qualifikationsbeweises bei dieser Grünen überhaupt möglich ist.^^
 
Mit Freude sah ich, dass der Lederarbeiter inzwischen auf der Terrasse Platz genommen hatte und vermutlich etwas zu trinken wünschte. Eine gute Gelegenheit für mich, ihm meine Dienste anzubieten und etwas zu tun zu bekommen, um nicht länger stumm oder bestenfalls geduldet neben Freien knien zu müssen. Vor Erleichterung war ich entsprechend gut drauf und gab meiner guten Laune auf dem Weg in die Küche fröhlich Ausdruck, indem ich Shani einen übermütigen Klaps auf den Po angedeihen ließ. ;-)
 
Ehrlich gesagt war ich mir hinterher nicht mehr so ganz sicher, ob sie sich der erteilten Ehre bewusst war und würdig erweisen würde. Daher drehte ich mich beim Zapfen des Pagas doch lieber so, dass ich Shani im Auge behalten konnte, denn es dauert nun mal eine Weile, bis ein Becher gefüllt ist. Der Lederarbeiter wünscht seinen Paga nämlich immer in einem Männerbecher zu trinken. Er meint, eine Schale sei nur für Frauen geeignet. Doch meine Befürchtungen, Shani würde meine hilflose Situation am Zapfhahn ausnutzen, waren erfreulicherweise überflüssig... sie war sich wohl doch der von mir erteilten Ehre bewusst.^^
 
Leider war die Freundlichkeit des Lederarbeiters nach meinem Servieren seines Pagas dann das letzte Positive, das ich an diesem Tag erlebte. Von dem fremden Krieger wusste ich, dass er von einer Kajira nicht angesprochen werden will und ihr bestenfalls erlaubt, hinter ihm in Erwartung vielleicht geäußerter Wünsche stumm zu knien. Doch er zog es diesmal vor, lieber ahnlang stumm auf sein Eigentum zu warten, um sich dann von ihr bedienen zu lassen... sein gutes Recht, kann ich gut mit leben, zumal ich mit diesem Herrn ja schon meine Erfahrungen gemacht hatte. Stumm zu bleiben schien an diesem Tag sowieso das Motto zu sein.
 
Einzig der Lederarbeiter meinte offensichtlich, es gelte nicht für ihn, denn er versuchte doch tatsächlich mit dem wie üblich wortkargen Händler ins Gespräch zu kommen. Allerdings scheiterte er, da sein mundfauler Gesprächspartner außer für einige einsilbige Sätze seine Zähne nicht wirklich auseinander bekam. Inzwischen hatte sich die Schätzware zu ihrem schweigsamen Herrn gekniet und zog mal wieder die Blicke des Lederarbeiters auf sich. Er bekundete erneut sein Interesse an der schüchternen Kajira, deren Dienste ihm im Bad offensichtlich ganz gut gefallen hatten.
 
Wegen der Versuche des Wüstenkriegers, den Wert seines Mädchens schätzen zu lassen, war er logischerweise davon ausgegangen, dass sie verkauft werden soll. Doch dem war gar nicht so. Immerhin gelang es dem Lederarbeiter dem Fremden diese Auskunft aus der Nase zu ziehen und dass es ihn nicht zu interessieren habe, warum er den Wert seiner Kajira wissen will, obwohl sie nicht verkauft werden soll. Ich glaube, manchmal bin ich wirklich zu doof, um Gedankengänge von Freien zu verstehen. Aber dem Lederarbeiter ging es zu meiner Erleichterung offensichtlich genauso. Danach hüllte sich der unhöfliche Krieger wieder penetrant in Schweigen und schien den mundfaulen Händler darin noch übertreffen zu wollen.
 
Während ich nun irritiert zwischen den drei sich stur anschweigenden Herren hin und her schaute, entdeckte ich draußen auf dem Marktplatz den Hauptmann und damit eine Gelegenheit für mich, dieser grässlichen Runde zu entkommen. Doch auch dieser Herr war nicht ansprechbar und gab mir keine Antwort auf meine freundliche Frage nach der Befindlichkeit seines Nackens. Mir kam in den Sinn, dass er sich vielleicht mental auf die bevorstehende Untersuchung bei der Grünen vorbereiten musste? Dabei wollte ich ihn lieber nicht stören und schlich mich sehr nachdenklich noch einmal zurück zur Herberge. So richtig nachvollziehen kann ich nicht, warum sich die rote Kaste von einer Frau zu Gesundheitsuntersuchungen verdonnern lässt, wenn es allen gut geht... aber darüber steht mir natürlich kein Urteil zu.
 
Der Lederarbeiter hatte mittlerweile seinen Paga ausgetrunken und in Anbetracht seiner vergeblichen Kommunikationsbemühungen die Terrasse verlassen, sodass mir nichts anderes blieb, als den Pagabecher noch schnell abzuwaschen und mich bei dem herrschenden Desinteresse an meinen Diensten dann ebenfalls zu verdrücken.
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OOC: Ich frage mich, warum Spieler sich in die "Öffentlichkeit" (Herberge, Marktplatz) begeben und dann offensichtlich doch kein Interesse an RP haben, sondern sich konsequent in Schweigen hüllen. Wenn anderes dann doch wichtiger als RP ist, fände ich es besser im Haus, am TP in oder wo auch immer zu bleiben oder sich zumindest mit "AFK" auf abwesend zu setzen. Dann fühle ich mich wenigstens nicht so unerwünscht.

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