Freitag, 1. März 2013

Vandalen oder doch die Viecher?

Gut ausgeschlafen, aber noch halb gefangen von einem merkwürdigen Traum, trat ich am nächsten Morgen vor die Tür, um nach meiner Herrin und ihren Blumen zu schauen. Ich hatte in der Nacht ziemlich wildes Zeug über irgendwelche Kisten geträumt, in die Dinge unbeabsichtigt zurück geschickt werden, wenn man sie beim Auspacken nicht mit bestimmten Namen versieht. Dieser Kistentraum war bestimmt eine Folge des gerade vollzogenen Umzugs meiner Herrin in ihr neues Haus, also eigentlich nicht weiter verwunderlich. Es war zwar ein sehr verwirrender Traum gewesen, der jedoch für mich irgendwie gut ausging^^, dank eines gutgemeinten Hinweises meiner Herrin zu besagter Namensgebung beim Auspacken.
 
Dementsprechend gut gelaunt öffnete ich also nichtsahnend die Haustür und erlebte einen ziemlichen Schock. Ein Bild der Zerstörung bot sich mir. Sämtliche Blumenrabatten, die meine Herrin am Vortag so liebevoll gesetzt hatte, waren aus dem Boden gerissen worden und lagen überall verstreut, kreuz und quer verteilt herum. Die von mir gepflanzten erstaunlicherweise aber nicht! Sie blühten nach wie vor wunderschön… und zwar aufrecht!!!... und sahen in ihrer bunten Pracht fast so aus, als würden sie über das Schicksal der anderen belustigt schmunzeln… was ich mir selbstverständlich nie erlauben würde! ;-)
 
Meine Herrin machte auf mich zwar einen leicht zerknirschten Eindruck, ließ sich aber von dieser ersten Schlappe bei ihrer Blumenzucht natürlich nicht unterkriegen und tüdelte schon wieder emsig mit ihren Strelitzien, Orchideen und den ichweißnichtwiesieheißen herum. Ich hätte ihr bei der Schadensbeseitigung selbstverständlich gerne geholfen, aber in Anbetracht der Tatsache, wie eigen sie mit ihren Blumen ist, war es besser mich lieber zurückzuhalten. Trotzdem leistete ich ihr aber selbstverständlich ein wenig Gesellschaft. Ein kleiner Klöhnschnack nebenbei kann nie verkehrt sein, dachte ich so bei mir. Was aber genau passiert war, sollte leider ungeklärt bleiben.
 
 
Natürlich stand ich nicht nur schnatternderweise in der Gegend herum. Nein im Gegenteil, ich versuchte den Überblick zu behalten, war quasi die Bauleiterin in der entstehenden Blumenplantage meiner Herrin, die ihr Augenmerk zwangsweise auf den Boden und ihre Pflanzen gerichtet hatte und grübelte nebenbei ein wenig über die nicht vorhandenen Spuren. Mir fiel daher auch sofort auf, als das Setzen der Stecklinge in eine kritische Phase kam und gab meiner Herrin selbstverständlich sogleich einen dezenten Hinweis. Sie war in ihrem Eifer beim Pflanzen nämlich kurz davor, die Orientierung zu verlieren und im Begriff, den Weg zwischen Bauernhof und Straße zu bepflanzen. Nicht auszudenken, wenn der Herr Bauer über ihre herrlich blühenden Blumenrabatten stolpern würde!
 
Komischerweise hatte meine Herrin eher Sorgen, die Bosk oder Verr des Bauern könnten über ihre Blumen stolpern und nicht deren Besitzer. Oh je, an die Viecher hatte ich überhaupt nicht gedacht! Dabei wusste ich doch von Shani, dass sie irgendwann auf den Hof zurück getrieben werden. Zum Glück hatten wir diese Problematik aber gerade noch rechtzeitig erkannt, sodass meine Herrin ihren Blumen eine ungefährlichere Richtung geben konnte. Trotzdem mussten einige Pflanzen nun ein weiteres Mal umgesetzt werden, sodass ich befürchtete, die gute Laune meiner Herrin könnte schließlich doch noch leiden. Vorsichtshalber kündigte ich daher schon mal eine Trostmilch an, damit sie sich darauf freuen konnte.
 
Es funktionierte tatsächlich, allerdings war logischerweise das Schicksal der Blumen im Gasthaus ebenfalls das Gesprächsthema Nr. 1. Aber auch von den Herren hatte niemand eine wirkliche Erklärung für die Verwüstung… von dem Seemannsgarn und einer sehr romantischen Idee des Schiffers mal abgesehen^^. Damit die Honigmilch ihre Trostwirkung auch ja nicht verfehlte, sparte ich bei der Zubereitung vorsichtshalber nicht mit Honig. Eine sehr weise Entscheidung, denn ich vermute, dass ich so um eine ernste Bestrafung herum kam.
 
Der Schiffer erwähnte zu dem Blumenvandalismus nämlich, dass vielleicht jemand aus den Blüten ein Lager für seine Geliebte bereiten wollte, um sie darauf zu betten. Nicht verwunderlich also, dass mir sogleich in den Sinn kam, wie es sich anfühlen müsste, sich nackt auf einem solchen Blütenbett unter den Augen des geliebten Herrn zu räkeln. Leider hatte ich meine Fantasien mal wieder gemurmelt, erntete von meiner dank Trostmilch offensichtlich aber sehr milde gestimmten Herrin zum Glück nur einen giftigen Blick und kam so um eine ihrer oberfiesen Strafen herum.
 
Da die Räkelgedanken noch in mir nachwirkten, als ich dem goreanischen Romantiker einen Paga servieren durfte, achtete ich selbstverständlich besonders darauf, meine Herrin nicht noch mehr zu brüskieren und wusste daher recht geschickt zu verhindern, dass sie einen Blick auf meine für den Herrn geöffneten Schenkel werfen konnte und noch weniger auf mein Tun mit dem Pagabecher an meinem erhitzten Sklavenkörper.
 
Wobei die bei meiner Herrin in Obhut Befindliche noch mehr von ihrer Milde und vor allem von ihrer Nachsicht profitierte. Aber sie ist ja auch noch am Anfang ihrer Ausbildung und versteht vieles einfach nicht. Wobei meine Zweifel ob sie dies jemals tun wird, momentan mal wieder sehr groß sind. Ich frage mich andauernd, ob wir verschiedene Sprachen sprechen? Aber selbst Zeichen werden falsch gedeutet. Ich winke sie zu mir, sie winkt zurück^^ und bleibt an ihrem Platz knien, als sei sie dort festgeklebt.
 
Wohl ein wirklich harter Brocken noch… ich befürchte, sogar ein unverdaulicher?! ;-))
 

 

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