Freitag, 29. März 2013

Wider Erwarten überlebt

Die Beschäftigungstherapie des fremden Wüstenkriegers hatte ich zum Glück unbeschadet überstanden. Er hatte mich nämlich aufgefordert, ihm meine Lebensgeschichte zu erzählen, stellte jedoch nur wenig bis gar keine Fragen und ließ damit die Vermutung in mir aufkeimen, er höre mir kaum zu und war mit seinen Gedanken ganz woanders…. vielleicht bei seiner Schätzware, die anscheinend immer noch im Bad mit dem Herrn Lederarbeiter beschäftigt war? Eigentlich hätte er mich auch gleich wegschicken können, da er offensichtlich seine Ruhe haben wollte. Egal… ich hatte wieder etwas dazu gelernt und wusste nun auch wo ich in seinem Beisein zu knien habe und wo ich in keinem Fall meine Hand hinlegen darf.
 
Da ich keinen gesteigerten Wert darauf legte, diesem schweigsamen Fremden erneut zu begegnen, schaute ich mich am nächsten Tag erst einmal vorsichtig um. Eigentlich wollte ich zum Trainingsplatz, um den Rarii bei ihrem Waffentraining zuzusehen, denn für irgendetwas musste die weiterhin andauernde Unpässlichkeit meiner Herrin doch gut sein.^^ Ich hoffte vor allem, dass der Herr von Dark vielleicht mal wieder am Training teilnahm und ich ein wenig mit ihr tratschen konnte. Allerdings kam ich nicht so weit, sondern nur bis vor die Terrasse, wo ich den Herrn Lederarbeiter fast zu Tode erschreckte. Das war natürlich nicht meine Absicht gewesen, aber er hatte mich weder gesehen noch gehört… nämlich hinten keine Augen im Kopf und nackte Füße sind einfach immer ziemlich leise… zumindest meine.
 
 
Irgendwie genoss ich es, dass der Herr sein Augenmerk nun meinen Füßen zuwandte. Nachdem ich ihm vorgeführt hatte, dass meine Schritte im Gras auch nicht lauter zu hören sind, wenn ich stampfe, hob ich sogar einen an, damit er ihn noch besser betrachten konnte und gab mir die größte Mühe, ihn dabei möglichst graziös vor seinen Augen kreisen zu lassen. Ich wollte ihn nämlich von seinem schmerzhaften Vorschlag abbringen, meinen wohlgeformten Fuß unterwärts mit Metallnägeln beschlagen zu lassen, damit meine Schritte besser zu hören sind, zumindest wenn ich auf dem Weg bleibe. Der Anblick meines unbeschädigten kleinen Fußes schien den Herrn offensichtlich sehr zu erfreuen und überzeugte ihn sofort davon, dass er ihm so wohl doch besser gefällt als mit Metallnägeln, denn er ließ das Thema fallen. Außerdem preschte gerade einer der Krieger heran und fesselte unser beider Augenmerk.
 
Zu meiner großen Freude war es der Herr von Dark, der mein Kajiraherz mit seiner freundlichen Begrüßung einen kleinen Extrahüpfer machen ließ. Leider war Dark jedoch nirgends zu sehen und da es sich nun mal nicht gehört nach einer Sklavin zu fragen, ohne ihrem Herrn vorher wenigstens ein Getränk anzubieten, musste ich mich noch ein wenig gedulden bis ich Näheres herausbekommen konnte. Außerdem war es für mich wirklich eine sehr große, leider aber auch eine sehr seltene Ehre diesen Herrn bedienen zu dürfen. Ich glaube, er spürte ein wenig was in mir vorging und belohnte mich beim Servieren seines Wassers damit, indem er erst zwei Finger sehr sanft unter mein Kinn legte und mein Gesicht damit anhob, um es eingehend zu betrachten. Danach schaute er mir dann ausgiebig in den bis zum Bauchnabel reichenden Ausschnitt meiner Tunika. Ich meinte seine Blicke fast körperlich zu spüren und erschauerte noch mehr, als er mir schließlich mit seiner rauen Kriegerhand vom Ellenbogen beginnend den Arm entlang strich, bevor er mir das Trinkgefäß aus den Händen nahm.
 
Leider stolperte dann jedoch der Händler auf die Terrasse und begann auf die höfliche Nachfrage des Kriegers theatralisch über angeblich schlecht gehende Geschäfte zu stöhnen… bei einigen Kasten scheint Herumstöhnen vermutlich in den Genen zu liegen^^. Wobei ich mir über die finanzielle Situation des ersten Händlers selbstverständlich kein Urteil erlauben werde und seine freundliche Antwort, dass mein Anblick für den Herrn Krieger wohl interessanter ist als seiner, ließ mich übers ganze Gesicht strahlen. Doch leider fand der Rarius sein Wasser dann doch am Interessantesten und danach dann den Händler…also beides noch vor mir. Aber ich bin ja auch nur eine unbedeutende Sklavin. Egal, immerhin kann ich schreiben und lesen, sodass der Herr Lederarbeiter sich nicht länger seinen Kopf über einen Marktaushang am Eingang der Terrasse zerbrechen musste und sichtlich erleichtert war, dass es sich dabei nicht um so etwas Ernstes handelte, wie z.B. Pagaknappheit.
 
Als der Herr Krieger schließlich Anstalten machte, sich auf den Heimweg zu begeben, fasste ich mir aber doch noch ein Herz und fragte ihn nach Dark, nach der ich mir die ganze Zeit den Hals gereckt hatte und die leider immer noch nicht aufgetaucht war. Schade, ich hatte sie tatsächlich verpasst. Sie war von ihrem Herrn sehr frühzeitig nach Hause geschickt worden, weil sie anscheinend irgendwelche Aufgaben nicht zu seiner Zufriedenheit erledigt hatte. Immerhin gab er mir schmunzelnd ein wenig Hoffnung, dass sie beim nächsten Mal vielleicht wieder etwas länger bleiben darf. Nun drücke ich einfach schon mal ganz fest die Daumen für sie.
 
Dann wurde es voll auf der Terrasse. Das Training der Wachen war zu Ende… alle hatten Durst und der Herr Hauptmann auch Hunger. Er hatte aber auch noch andere Gelüste bzw. sah den richtigen Zeitpunkt als gekommen an, um sich der Pflichtübung zu unterziehen, zu dessen Zustimmung er sich wohl genötigt gesehen hatte. Ich durfte ihm zeigen, was ich konnte und tatsächlich meine Hände auf seine Schultern legen, um ihn ein wenig zu massieren. Situationsbedingt konnte ich dies leider nur sehr verhalten tun. Allerdings nachdem er sich dann sogar ein leises Brummen entringen konnte, das wohl für mich als Zeichen gedacht war weiter zu machen und er mir schließlich auch noch eine besonders verspannte Stelle zeigte, wurde ich ein wenig mutiger und schob sogar meine Hände unter sein Oberteil… blieb aber extrem vorsichtig in meinem ganzen Tun.
 
Dies sollte sich als weise Voraussicht herausstellen, als leider dann doch noch eine Herrin auf die Terrasse kam… ausgerechnet eine wichtigtuerische Grüne, die mein Tun sofort mit skeptischen Blicken und hochgezogenen Augenbrauen bedachte^^. Selbstverständlich konnte sie nicht an sich halten und mich einfach machen lassen, was dem Hauptmann so offensichtlich gefiel, sondern musste sofort ihr Heilerwissen hervorkehren. Es half auch nichts, dass er ihr sofort bestätigte, wie entspannend er meine Hände fand. Aber was hätte die Herrin auch sonst tun sollen…worum es einer Kajira bei der Massage eines Mannes geht, kann so eine vertrocknete Hochkastige natürlich nicht wissen, auch wenn sie den Grünen angehört.
 
Sie wollte doch tatsächlich wissen, welchen Teil der Muskulatur ich lockern wollte! Das konnte ich natürlich nicht beantworten, denn erstens bin ich keine Heilerin und außerdem geht es einer Rotseidenen sowieso nicht nur ums Lockern von Verspannungen, auch wenn ich mich in diesem Fall extrem zurückgehalten hatte. Danach hielt sie mir noch einen Vortrag, wie gefährlich so eine Massage wäre und dass sie dann die „Schäden“, die ich dabei anrichten würde, wieder heilen müsste! Ich wusste gar nicht, dass man solche Folgen als Schaden bezeichnet und auch nicht, dass ich mit meiner geringen Kraft in der Lage wäre, durchtrainierte Krieger ernsthaft zu beschädigen, indem ich ihnen den Nacken kraule oder mit meinen weichen, geöffneten Lippen zart über die Haut am Hals streiche. ;-)
 
Es war mal wieder klar, dass nur die Männer verstanden worum es mir ging, die übrigens alle irgendwie den Eindruck auf mich machten, als könnten sie auf das Dozieren der Heilerin ganz gut verzichten. Doch die Lady ließ sich in ihren Belehrungen nicht beirren und setzte ihren Vortrag über den Einsatz und die Zusammenhänge von wenig Kraft und großem Schaden fort, sodass mir nichts anderes übrig blieb, als gute Miene dazu zu machen und mich höflich bei der Herrin dafür zu bedanken, dass ich wieder etwas dazu lernen durfte. Dem Lederarbeiter war sofort klar, dass es an der Zeit war sich besser zu verdrücken, als die Heilerin nun auch noch mit allgemeinen Gesundheitsuntersuchungen anfing.
 
Der Hauptmann war wohl nicht so geistesgegenwärtig oder vielleicht auch durch mein Tun ein wenig abgelenkt? Er verpasste jedenfalls den rechtzeitigen Absprung und ließ sich tatsächlich von der Grünen dazu verdonnern, dass alle Rarii von Jorts nun demnächst wohl in der Heilerei vorstellig werden müssen. Mir war sofort klar, dass ihm ein solches Vorhaben bestimmt die Laune verderben würde und es somit endgültig vorbei war mit der Massage. Mir blieb nichts anderes übrig, als ihn um Erlaubnis zu bitten, nach meiner Herrin schauen zu dürfen. Trotzdem war es ein sehr schönes Gefühl, den Herrn Hauptmann mit diesem kleinen Test zufriedengestellt zu haben… und überlebt hatte er auch! ;-)

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