Dienstag, 16. April 2013

Anzeigen

…oder doch einfach ablehnen, das geht dann zumindest schnell. ((nööö, lieber nicht! ;-))
 
„Je eher heran, umso eher davon“ war schon immer mein Motto, wenn es um unangenehme Dinge ging. Daher beichtete ich meiner Herrin auch als Allererstes von der verschwundenen roten Tunika, da ich den Hauptmann noch nicht wieder gesehen hatte, seitdem er die an sich genommen hatte. Wie erwartet interessierte sich meine Herrin dafür nicht weiter, denn es war ja nur eine uralte Tunika ihrer Sklavin und nicht eines ihrer unendlich vielen kostbaren Kleider… wobei der Hauptmann ein Kleid meiner Herrin natürlich auch nicht einfach so aus schlechter Laune einkassiert hätte.^^
 
Ansonsten informierte ich meine Herrin über eine mir unerklärliche Anzeige wegen sklavenhaften Verhaltens, mit der sich das halbe Dorf und sogar die Ratsmitglieder beschäftigt hatten, während meine Herrin auf ihrem Landsitz weilte. Zwar hatte ich jede Menge Gerüchte darüber gehört, jedoch nichts Genaueres, sodass ich mit meinen Äußerungen ziemlich vorsichtig war, obwohl ich sogar dabei gewesen war, als die Herrin ihrem Gefährten eine Rambeere angeboten und dieser darauf einfach nur ungeniert seinen Mund geöffnet hatte, um sich von ihr füttern zu lassen.
 
Doch ob dies tatsächlich der Anlass für die besagte Anzeige gewesen war, darüber hatte ich keine Kenntnis und konnte mir das auch nicht wirklich erklären, da jede sich brüskiert fühlende Freie sicherlich den Herrn und seine Gefährtin direkt zur Rede gestellt hätte. Es muss also noch mehr vorgefallen sein, denn auch meine Herrin sah darin nicht gerade ein sklavenhaftes Verhalten, wobei es für Gefährten in der Öffentlichkeit natürlich unangebracht ist, sich zu füttern. Ihr war allerdings seit einiger Zeit schon aufgefallen, dass dieser Herr sich sehr viel Mühe gibt, seine Gefährtin zu diskreditieren und andere möglichst zu provozieren… vielleicht gefällt es ihm in Jorts nicht mehr und er wünscht sich einen Grund zum Gehen?
 
Meine Herrin kam jedenfalls um eine offizielle Verlustanzeige herum, denn genau in diesem Moment tauchte der Hauptmann auf und schickte Asma sogleich los, die verlustige Tunika zu holen. Übrigens war er sehr angetan davon, diese Nichtanzeige prompt erledigen zu können… im Gegensatz zu der vorgenannten. Da kann durchaus die Frage aufkommen, ob es nicht manchmal besser ist, eine Anzeige einfach abzulehnen? Auch der inzwischen hinzu gekommene Schiffsbauer schien zum Glück keine Vermisstenanzeige aufgeben zu wollen, obwohl ihm im letzten Sturm offensichtlich wegen minderwertiger Festmacher sein Schiff abhandengekommen war.
 
Ich bekam das Gefühl, auch wenn sich die Holzbeschaffung und seine Wohnsituation nun etwas schwieriger gestalten, war der Schiffsbauer nicht unbedingt traurig darüber, ein neues Schiff bauen zu müssen^^. Dem Hauptmann gefiel vor allem, dass dafür einiges an Holz benötigt wird, denn Holz hat Jorts jede Menge… nach seinem Empfinden sogar zu viel, sodass man nachts dagegen läuft, wenn man den Paga kannenweise getrunken hat. Allerdings der Baum auf dem Marktplatz war dem Hauptmann heilig, auch wenn gerade dieser dem Schiffsbauer für die Spieren besonders gut geeignet erschien.
 
Der Herrschaften verlagerten sich vom Steineplattstehen auf dem Marktplatz schließlich zum Hinternplattsitzen, um ihren Gelüsten nach Milch, Paga und Ale zu frönen. Wobei die Milch meiner Herrin wegen eines kleinen Klöhnschnacks in der Küche mit Asma richtig oberperfekt wurde, da sich in der kurzen Zeit eine wirklich dicke, ekelige Haut darauf gebildet hatte. Diesen Vorzug fand ich dann beim Servieren besonders erwähnenswert und wurde von meiner Herrin mit den Worten „Mit Haut? Ist ja ekelig, wer trinkt denn sowas?“ total geschockt. Erschrocken über ihre Äußerung bot ich selbstverständlich sofort an, dass ich das fiese Glubberzeugs auch abfischen kann.
 
Doch dazu kam es zum Glück nicht, denn meine Herrin lachte mich an, sie hätte nur mal meine Reaktion prüfen wollen. Puhhh, das war echt knapp gewesen… fast wäre meine Gorwelt für mich zusammengebrochen. Nicht auszudenken, wenn meine Herrin auf einmal keine Ekelhaut mehr auf ihrer Honigmilch mag! Aber auch irgendwie sehr beruhigend, dass ich mit meiner Abneigung gegen Milch nicht alleine war… der Hauptmann teilte nämlich mit, er trinkt Milch nur, wenn er krank ist und der Schiffsbauer wird sogar krank, wenn er welche trinkt! ;-)
 
Die Unterhaltung der beiden Männer danach über alliegorische (oder so ähnlich^^) und zickige Reaktionen von freien Frauen, das Pech des Hauptmanns mit dieser Spezies, insbesondere die grüne Kaste betreffend, obwohl er ja immer so nett ist, aber lieber von diesem Fluch erlöst sein würde, habe ich dann irgendwie nicht mehr so ganz verstanden… aber ich glaube meine Herrin auch nicht, zumal dann auch keine Gelegenheit mehr für weitere Erörterungen war. Der Händler kam nämlich von einem Zarturnier zurück, das Shani verloren hatte, sodass er sich nun mit obergriesgrämigem Gesicht auf ein Sitzkissen schmiss und vor sich hin grummelte, den entgangenen Gewinn nun tatsächlich mit Arbeit ausgleichen zu müssen… der Arme!^^
 
Die Äußerung des Schiffsbauers, am liebsten bei den Kajirae im Sklavenhaus schlafen zu wollen, solange sein neues Schiff nicht fertig ist und er noch keine Hütte am Voskufer hat, war das Stichwort für meine Herrin, sich mal nach der Stadtkette zu erkundigen, die zurzeit recht leer ist, nachdem eine vor kurzem aufgetauchte Reisekajira ihrem Namen alle Ehre gemacht hatte und weitergereist war. Dankenswerterweise hatte sich der Händler gegen die Versklavung einer heimsteinangehörigen Freien aus Jorts eingesetzt, um meiner Herrin Arbeit zu ersparen, damit sie ausspannen und ihre Blumen und den Pfeffer züchten kann. Meine Herrin mutmaßte zwar, dass es vielleicht an mangelndem Potential der Nichtversklavten gelegen haben könnte, bedankte sich aber trotzdem schmunzelnd bei dem Händler für sein Entgegenkommen.
 
Tja und dann kam die Bitte des Händlers um eine „kleine“ Gegenleistung, die eigentlich „gar nicht der Rede wert“ sein sollte. Meine Herrin wurde natürlich neugierig und meinte, ein Erstgeborener könne diese Gegenleistung schwerlich sein, dafür müsste sie erst mal eine Gefährtenschaft eingehen. Nein, es ging darum, nicht durch eine Versklavung den Heimstein zu beleidigen und keine Schande über die Bürger zu bringen. Eine Herrin hatte nämlich blind vor Liebe zu ihrem Gefährten einige mehr oder weniger schwerwiegende Fehler gemacht. Das Problem war jedoch eigentlich nicht das oben schon erwähnte öffentliche Füttern des Gefährten, sondern für ihn zu stehlen und sogar Gift einzusetzen, also eigentlich nicht die Vergehen der Herrin, sondern dass ein Freier seine Gefährtin mehr oder minder ungestraft für eine Straftat benutzen konnte und ihm dabei völlig egal war, was mit ihr geschah.
 
Meine Herrin wurde also gebeten, dieser hochkastigen freien Frau bei Tee- oder Kuchenkränzchen nebenbei ein paar Grundlagen zu vermitteln, was sich für eine Freie schickt und was nicht und zwar das Ganze nicht in ihrer üblichen „charmanten“, sondern diesmal auf die nette Art. So wurde eine im Grunde genommen überflüssige Anzeige, die man durchaus auch hätte ablehnen können, für meine Herrin letztendlich zu einem ziemlich großen Gefallen, den sie aber gerne tun will, da sie die Herrin gut leiden mag. ;-)
 
-------
OOC-Hinweis:
Bitte nicht falsch verstehen, es handelt sich hier um Roleplay, bei dem ich mir sicher bin, dass die „Kontrahenten“ sehr viel Spaß hatten! ;-))

Kommentare:

  1. Ich warte ja immer noch drauf das du mal im RP Jorts Fähre als Dorf bezeichnest. Dankenswerter Weise am besten in Gegenwart des Hauptmannes. ;)

    AntwortenLöschen
  2. /me macht sich einen großen Zettel, auf dem sie gewissenhaft notiert:
    "DRINGEND!!!
    AUF KEINEN FALL DEN HÄNDLER NOCH LÄNGER WARTEN LASSEN!!! UNBEDINGT ERWÄHNEN, DASS JORTS EIN D O R F IST,
    ABER NUR, WENN DER HAUPTMANN DAS AUCH HÖRT!!!"
    :-)))

    AntwortenLöschen