Montag, 8. April 2013

Vor langer Zeit auf Gor (3)

Einmal Kajira, immer Kajira!
Ein weiterer einsamer Tag ging langsam zu Ende und ich wurde ziemlich müde, denn es war schon recht spät und mein Lagerfeuer fast herunter gebrannt. Ich ließ es über Nacht vorsichtshalber immer ausgehen, da ich nach der furchtbaren Katastrophe auf Samanu schreckliche Angst vor Feuer und Funkenflug hatte. Wie so oft in der letzten Zeit war ich enorm frustriert, weil ich mittlerweile kaum noch Hoffnung hatte, jemals von dieser Insel fortzukommen und einen neuen Herrn zu finden. Auf eine Rückkehr zur Erde wagte ich eigentlich fast nicht mehr zu hoffen, da mir ein solcher Glücksfall einfach immer unwahrscheinlicher erschien.
Mir war auf meiner Kiste am Lagerfeuer kalt geworden, denn das Zentralgestirn war längst untergegangen und die drei Monde warfen jetzt bizarre Schatten der langen Palmenwedel auf den Sand. Schnell streifte ich mir die ausgeliehene Fischerkleidung wieder über und harrte dann wegen der vermeintlichen Brandgefahr noch etwas aus an der Feuerstelle, um versonnen über das stille Wasser zu schauen und den leisen Wellen zu lauschen, als ich irgendwo hinter mir ein ungewöhnliches Rascheln vernahm, das mich veranlasste, mich umzudrehen. Bewegungsunfähig vor Schreck erstarrte ich im ersten Moment und glaubte fast mein Herz würde aussetzen, doch in Anbetracht der menschlichen Erscheinung, die ich dort entdeckt hatte, kamen meine Lebensgeister doch zurück, sodass ich schnell aufsprang, notfalls bereit zur Flucht. Nur wohin sollte ich fliehen? Ich befand mich doch auf einer Insel!
Sozusagen aus dem Nichts, in Wahrheit aber aus dem Gebüsch hinter den Palmen, war eine ziemlich drohend auf mich wirkende, ganz in Schwarz gekleidete Gestalt aufgetaucht und näherte sich nun im unheimlich wirkenden Licht des Sternenhimmels mit forschen Schritten meinem Lagerfeuer. Auf der anderen Seite meiner Insel musste ein Schiff angelegt haben, ohne dass ich es bemerkt hatte! Obwohl ich mich so sehr danach gesehnt hatte, dass endlich jemand käme, um mich von meinem Einsiedlerdasein zu erlösen, machte mir die Situation nun ganz furchtbare Angst und ließ mich vor Nervosität leicht zittern. Mein Herz klopfte mir bis zum Hals, um den ich immer noch den Kragen meines verstorbenen Herrn trug.
Beim Näherkommen erkannte ich schließlich, die Gestalt war kein Fischer und sowieso kein Mann, sondern erstaunlicherweise eine Frau. Sie war in einen langen Umhang gehüllt und trug die züchtigen Roben einschließlich Gesichtsschleier einer ehrbaren freien Frau. Genau vor mir stoppte die Freie nun und funkelte mich aus blauen Augen, die mir irgendwie bekannt vorkamen, so drohend an, dass es mir die Kehle zuschnürte und vor allem die Sprache verschlug. Ungläubig und immer noch bewegungsunfähig starrte ich mit weit aufgerissenen Augen auf die Herrin. Es war die spielbegeisterte Herrin Pinion von Samanu, die mich mit ihrem plötzlichen Auftauchen fast zu Tode erschreckt hatte, sodass ich glaubte, nur knapp an einem Infarkt vorbeigeschrammt zu sein.
Mir wurde sofort klar, dass mein Schicksal nun besiegelt sein würde und eine Flucht zur Erde endgültig aussichtslos. Ich konnte bestenfalls hoffen, nach einer schweren Bestrafung am Leben zu bleiben. Wenn die Herrin in der Lage war, mich auf dieser kleinen, einsam gelegenen Insel weitab von den üblichen Schiffs- und Fischerrouten zu finden, und das obwohl auf Samanu doch eigentlich niemand mein Verschwinden bemerkt haben konnte und alle glauben mussten, ich sei ebenfalls bei dem verheerenden Brand ums Leben gekommen, dann war ich nun tatsächlich verloren. Dennoch wollte ich nicht aufgeben, stemmte beide Hände in die Hüften und funkelte die Herrin trotzig mit glühenden Blicken an. So schnell war ich nicht unterzukriegen.
Im Licht des flackernden Lagerfeuers konnte ich an der gerunzelten Stirn meines Gegenübers deutlich erkennen, dass ihr meine nicht gerade schuldbewusste und in keiner Weise demütige Reaktion nicht gefiel, zumal sie mich auch sofort zwar leise, aber dennoch deutlich hörbar hinter ihrem leichten im lauen Nachtwind wehenden Schleier giftig anzischte: „Kleines, hast du etwa alles vergessen was du auf Gor gelernt hast?“
„Nnnnein… Heheherrin“, stotterte ich erschrocken und sank mit einem ziemlich flauen Gefühl im Magen lieber schnell auf meine Knie, um der Herrin die nötige Ehrerbietung zu zeigen und sie nicht weiter zu reizen, während sie mit strenger Stimme fortfuhr: „Wie du siehst, ist Gor nicht groß genug, um sich zu verstecken! Und denke gar nicht erst daran, jemals auf die Erde zurückkehren zu wollen. Es ist aussichtslos, Gor verlassen zu wollen. Ohne den Segen der Priesterkönige wirst du solch ein Vorhaben nie schaffen.“
Mir blieb fast die Luft weg bei diesen Worten, schreckliche Beklommenheit der Erkenntnis schnürte mir den Hals zu. Die Herrin hatte mich durchschaut! Meine nach der langen Einsamkeit auf dieser abgelegenen Insel eh nur noch an einem dünnen, seidenen Faden hängende Zuversicht, jemals wieder auf die Erde zurück zu kommen, verabschiedete sich nun endgültig und machte sofort grenzenloser Resignation Platz. Ich spürte, dass mir Tränen in die Augen stiegen und lauschte mit entmutigt hängendem Kopf dem Vortrag der strengen Herrin.
„Ich habe dich betreffend etwas vor, das sich bislang allerdings um einiges komplizierter gestaltet hat, als ich ursprünglich annahm. Aber nun habe ich dich endlich gefunden.“ Drohend trat die Herrin noch einen Schritt dichter an mich heran und wiederholte mit harten Worten: „Du bist von Samanu geflohen, obwohl du die Regeln kennst und weißt, welche Strafe auf Weglaufen steht. Ich vermute, du hattest sogar vor, auf die Erde zurück zu gelangen. Daher werde ich dich töten, denn ich kann nicht dulden, dass du dort herumläufst und von Gor erzählst.“
Nach diesen Worten griff sie mich schmerzhaft am Arm und zog mich Richtung Hütte. Von blankem Entsetzen gepackt, versuchte ich diesem festen, schraubstockartigen Griff irgendwie zu entkommen. Meine einzige Chance am Leben zu bleiben und mich vor der erbosten Herrin zu retten, war mit ihrem Schiff abzuhauen, bevor sie ihre entsetzliche Drohung wahr machen konnte. Doch als hätte sie mein Vorhaben geahnt, zog sie mich plötzlich auch noch grob an den Haaren, sodass mir nichts anderes übrig blieb, als laut klagend vorerst klein beizugeben. In der Hütte angekommen, lockerte sie ihren Griff ein wenig, sodass ich schnell einen weiteren Fluchtversuch startete… leider vergeblich, denn die Herrin schlug mir so hart ins Gesicht, dass ich für einen Moment nur Sterne sah und kurz ohnmächtig geworden sein muss.
„Sieh mich an meine Kleine, ich möchte in deine schönen Augen schauen“, war das Erste was ich hörte, als ich wieder zu mir kam. Ich bemerkte, dass ich mich kaum mehr bewegen konnte, da meine Hände inzwischen hoch über meinem Kopf an einen Pfosten gefesselt waren und tat zwar wie geheißen, war aber so verzweifelt, dass ich in meinem Leid nun herzergreifend anfing zu weinen. Meine Tränen strömten mir in breiten, glitzernden Bächen über beide Wangen, sodass ich die Herrin durch den feuchten Schleier nur leicht unscharf erkennen konnte. Heftig schluchzend begann ich zu jammern: „Du willst mich töten Herrin? Bitte, bitte lass mich am Leben Herrin! Ich verspreche dir auch, ganz bestimmt nicht wieder wegzulaufen! Bitte Herrin, bitte, bitte ich will nicht sterben!“
Doch die Herrin zuckte nur ziemlich gleichgültig mit den Achseln. Sie steckte die Fackel, die sie sich während meiner Ohnmacht geholt haben musste in eine dafür vorgesehene Wandhalterung und schaute sich dann suchend in der Hütte um, bevor sie sich wieder zu mir umdrehte und fortfuhr: „Keine Chance, Du verstehst sicher, dass dein Leben nicht wertvoll genug ist, um ein weiteres Risiko einzugehen. Aber dein Tod wird eine Weile dauern, denn ich möchte ihn wie einen Unfall aussehen lassen. Da diese alte Strohhütte hier sicherlich perfekt brennt, ist meine Wahl auf Feuer gefallen.“
„Bitte kein Feuer, Herrin! Bitte nicht! Bitte mach es schnell! Ich habe so schreckliche Angst vor Feuer, Herrin! Mein Herr ist in den Flammen seines Hauses umgekommen! Hiiilfe, Hiiiiilfeeee!!“ schrie ich mir so laut ich konnte die Kehle aus dem Hals, erntete von der Herrin dafür jedoch lediglich spöttische Blicke. „Schrei ruhig, Kleines. Es ist niemand hier, der dich hören könnte.“ Nachdenklich schaute sie mich an und ergänzte dann im ruhigen Plauderton: „Aber vielleicht könnte ich dich alternativ auch ins Meer werfen? Ach nein, der Thassa bist du ja schon einmal entkommen. Das fällt also doch eher flach, denn du schwimmst einfach zu gut.“
Vor Todesangst inzwischen am ganzen Körper jetzt schrecklich zitternd sah ich die Herrin flehend an und zerrte gleichzeitig wie wild an meinen Fesseln, sodass sie schmerzhaft in meine Handgelenke schnitten, erntete dafür jedoch nur ein weiteres missbilligendes Kopfschütteln von ihr und eiskalte Blicke aus ihren blauen Augen. Restlos entmutigt, ohne noch eine einzige Chance auf Entkommen zu sehen, schloss ich resigniert mit meinem Leben ab und schluchzte mit hängendem Kopf kaum mehr verständlich: „Bitte… dann mach es… schnell… bitte Herrin!“
„Ach Kleines, warum hast du es so eilig aus dem Leben zu treten?“ fragte die Herrin leise und ließ mich noch einmal aufhorchen. Sofort keimte erneut ein kleiner Funken Hoffnung in mir, der dann jedoch von dem abschätzenden Blick der Herrin und ihrem spitzen Dolch sofort wieder erstickt wurde, den sie nun aus ihrem Ärmel herausholte. Erschrocken schnappte ich hörbar nach Luft und betrachtete mit schreckgeweiteten Augen die blanke Klinge. „So ein schönes Kind und solch eine Verschwendung. Ich rate dir, jetzt still zu halten und nicht zu zappeln. Du verstehst sicher, dass du die Kleidung nicht anbehalten kannst.“
Diese Logik verstand ich in meiner Panik zwar nicht, aber ich fragte auch nicht weiter nach, denn die Herrin setzte nun den Dolch an meinem Männeroberteil an und schnitt langsam mit der scharfen Klinge durch den ziemlich morschen Stoff. Dabei ging sie sehr vorsichtig vor, während ich entsetzt an mir herunter schaute und gleichzeitig den Atem anhielt. Mit leisem Seufzen trennte sie auch die Ärmel auf, sodass der gesamte Stoff schließlich von meinem nackten Oberkörper herunter glitt und zu Boden fiel. Vor Erleichterung schnappte ich nach Luft, denn sie hatte mir nicht einmal ansatzweise in die Haut geritzt, auch wenn das eigentlich irgendwie überflüssig gewesen war, denn ich sollte ja den Flammentod sterben. Doch zu solchen Gedankengängen war ich in dieser angsteinflößenden Situation nicht mehr fähig.
Ich war mir ganz sicher, dass die Herrin schluckte, als sie nun plötzlich meine entblößten, festen Brüste sah, deren zarte Knospen sich in der inzwischen kühlen, vom Meer herüberwehenden Brise leicht zusammengezogen und aufgerichtet hatten. Auf jeden Fall klang ihre murmelnde Stimme plötzlich ganz anders: „Ich wünschte es gäbe einen anderen Weg, aber...“ Sie legte eine nachdenkliche längere Pause ein und setzte dann fort: „Ach nein, schon gut.“
Sofort schoss mir eine Frage durch den Kopf, ob es sein konnte, dass diese Freie möglicherweise Frauen begehrte? Denn was eine Herrin in ihren eigenen vier Wänden mit einer Sklavin tut, geht doch niemanden etwas an! Natürlich wagte ich nicht eine solche indiskrete Frage zu stellen und auf meine hoffnungsvolle Erwiderung: „Ich wünschte es auch, Herrin“ ging sie leider nicht weiter ein, sondern schob ihren scharfen Dolch nun unter meinen Hosengürtel und ergänzte dann erstaunlicherweise: „Wusstest du, dass ich wirklich immer keusch gelebt habe?“
Ich meinte schon die kalte Klinge auf meiner Haut zu spüren und zog vor Schreck schnell meinen Bauch ein. Während die Herrin nun mit einem einzigen scharfen Schnitt allerdings erst einmal meinen Gürtel durchtrennte, beeilte ich mich zu stammeln: „Herrin… bei einer so …ehrbaren… auf ihren Ruf… bedachten… freien Frau wie dir… kann ich mir… auch überhaupt… nichts anderes… vorstellen!“
„Nur einmal ist etwas Seltsames geschehen und manchmal habe ich merkwürdige Träume“. Aha, also doch! Ich glaubte in dieser Äußerung nun die Bestätigung für meine unausgesprochene Vermutung erhalten zu haben. Doch mir stockte schon wieder der Atem. Die Herrin strich bei ihren letzten Worten nun tatsächlich mit ihrem Dolch über meine nackte Haut. Ich beeilte mich daher hoffnungsvoll, leicht atemlos vorzuschlagen: “Wenn ich nicht sterben muss und du mich mit nach Samanu zurück nimmst, könnte ich versuchen, deine Träume zu erfüllen Herrin.“
Zusätzlich bemühte ich mich, sie möglichst treuherzig aus meinen verheulten Augen anzuschauen, um ihr damit zu verdeutlichen, wie ernst mir dieser Vorschlag war. Doch die Herrin schüttelte nur den Kopf. Ihre Dolchspitze wanderte tiefer bis hinter den Bund meiner Hose und versetzte mich erneut in Angst um mein Leben. „Nein, die Träume, die du meinst, schicken sich nicht für eine Freie. Außerdem gäbe es bestimmt Ärger, wenn ich dich zurückbringe und du bei der nächsten Gelegenheit wieder wegläufst, sobald ich dich aus den Augen lasse. Du weißt eben viel zu viel.“
Damit riss sie den Dolch mit einem Ruck an sich heran und durchtrennte den schweren Stoff meines Hosenbunds, worauf meine Hose sofort nach unten rutschte, sodass ich nun gänzlich nackt war. Doch das registrierte ich nur am Rande. „Was für Ärger Herrin? Ich lauf bestimmt nicht weg, ich werde dir dienen!“ flehte ich sie an und bettelte nach kurzem Zögern: „Bitte Herrin, ich tue alles was du willst, wirklich alles Herrin! Ich bin doch von roter Seide!“ Dieses Angebot wäre mir normalerweise nicht so leicht über die Lippen gekommen, denn mein Sklavenfeuer brennt eigentlich nur für Herren. Doch den Tod vor Augen hätte ich ihr sonst was versprochen und glaubte außerdem, dass die Herrin so etwas hören wollte… Keuschheit hin oder her.
Erschrocken ließ die Herrin prompt den Dolch fallen und schlug mir hart ins Gesicht. „Miststück, was fällt dir ein! Ich bin eine anständige Freie!“ Schwer atmend zog sie ihn dann allerdings schnell wieder aus den Bodenplanken, wo er mit seiner Spitze stecken geblieben war und hob ihn auf, während ich mich beeilte weinerlich zu beteuern: „Bitte verzeih mir Herrin, ich habe mich vergessen und weiß wie untadelig dein Ruf ist Herrin! Ich kann natürlich auch deinen Haushalt führen!“
Erstaunlicherweise schien die Herrin nun tatsächlich leicht zu zögern und erneut nachzudenken, setzte dann zu meinem Entsetzen jedoch den Dolch mit leichtem Druck an meine Scham und zischte mich an: „Das könntest du, aber warum sollte ich mir nicht lieber eine andere Kajira nehmen, eine die ihren Platz kennt und nicht so viele Unannehmlichkeiten bereitet?“ Dabei schaute sie mir fest in die Augen und verstärkte den Druck des Dolches weiter. Ich spürte voller Panik, dass bereits einzelne Tropfen Blut an meinem Bein hinab rannen. „Soll ich dir dort unten etwas abschneiden, um wirklich sicher zu gehen?“
„Nein Herrin, bitte nicht! Ich werde dir keine Unannehmlichkeiten bereiten Herrin! Bitte verzeih mir Herrin!“ kreischte ich in meiner Todesangst.
„Wärest du im Herzen eine Goreanerin, eine echte Kajira, so wüsstest du, was dich vielleicht retten könnte.“ Sie griff sich die brennende Fackel aus der Wandhalterung und kam damit langsam und drohend zu mir zurück, versetzte mich damit erneut in Panik um mein Leben, sodass ich unkontrolliert zu zittern begann. In der anderen Hand hielt sie immer noch ihren Dolch und baute sich nun wieder vor mir auf. „Du kennst die Worte.“
Ich überlegte fieberhaft, was das für Worte sein könnten. Was steckte hinter dieser ganzen Quälerei? Warum hatte die Herrin mich nicht gleich getötet? Fragen über Fragen, die ich nicht beantworten konnte, denn mein Kopf war irgendwie leergefegt. Um ein wenig Zeit zu gewinnen beeilte ich mich nach einem vorsichtigen Blick auf ihren Dolch, den sie nun mit der Spitze in die Flammen hielt, schnell zu stammeln: „Herrin… ich weiß nicht... was… was du… jetzt hören willst... aber… aber… aber ich verspreche… dir mit aller Leidenschaft zu dienen!“
Irgendwie veränderte sich jetzt ihr Gesichtsausdruck, soweit ich das trotz ihres Schleiers und dem flackernden Licht überhaupt beurteilen konnte. Zumindest glaubte ich zu sehen, dass ihr Blick milder oder sogar irgendwie versonnen wurde, während sie weiter in die Flammen in ihrer Hand schaute und noch einmal murmelte: „Du kennst die Worte.“
Dabei näherten sich die heißen Flammen ihrer Fackel immer dichter meinem nackten Körper, sodass ich bereits die sengende Hitze auf meiner Haut spüren konnte. Mir fiel nichts anderes ein als in meiner Hilflosigkeit schnell zu antworten: „La Kajira Herrin.“
Bei diesen Worten, die mein ganzes Leben ändern oder vielleicht auch beenden würden, zuckte die Herrin nur kurz zusammen und herrschte mich dann an: „Was hast du gesagt? Du warst so leise!“
„La Kajira, Herrin ich unterwerfe mich dir!“ schrie ich in meiner Verzweiflung und aller auf mich in diesem Moment einstürzenden Gefühle so laut ich konnte und schluchzte danach auf, diesmal jedoch vor Erleichterung. Ich hatte mich für Gor entschieden und nun tatsächlich mein Schicksal und mein Leben in die Hand dieser Herrin gegeben.
Ein unbeschreibliches Gefühl durchflutete mich, alle Last und Anspannung der letzten Zeit war irgendwie von mir genommen. Voller Vertrauen und Ergebenheit schaute ich die Herrin nun an, die ihre Fackel plötzlich im hohen Bogen aus der offenen Hüttentür in den Sand warf. Sie trat dicht an mich heran, schaute mich mit liebevollem Blick an und streichelte mit ihrer freien Hand sehr sanft über meine Wange.
„Nun muss ich annehmen oder dich möglichst schmerzlos töten. Was denkst du, wie ich entscheiden werde?“ sprach sie leise, während ich schluchzend meine nassgeweinte Wange in ihre Hand drückte.
„Herrin, tu mit mir, was du magst, ich werde jede Entscheidung hinnehmen und werde dir dienen, ich bin deine Kajira!“
Ich konnte mein Glück kaum fassen, als die Herrin mir nun einen sanften Kuss auf die Stirn hauchte, bevor sie zärtlich sprach: „Eine gute Antwort, Liebes.“ Dann trat sie einen Schritt zurück und ergänzte feierlich: „Tu Kajira. Ich nehme deine Unterwerfung an. Es wird zwar einen Haufen Ärger geben, weil es einigen nicht passen wird, dass du noch lebst, aber damit werde ich schon fertig werden.“
Nachdem sie vorsichtig die Seile an meinen Handgelenken zerschnitten hatte, sank ich vor ihr auf die Knie, umschlang ihre Beine mit meinen Armen und drückte mein Gesicht glücklich in ihren Rock, während ich gelobte: „Ich werde dir eine gute Sklavin sein, meine Herrin“.
Meine Herrin strich mir zart übers Haar, kniete ebenfalls nieder und nahm mich sanft in den Arm: „Ach meine Kleine. Manchmal überrasche ich mich selbst. Einmal Kajira, immer Kajira. Du wärest auf der Erde niemals froh geworden. Nun schließe deine Augen, ich werde dafür sorgen, dass du tief schläfst und wenn du wieder aufwachst sind wir zu Hause.“
Danach spürte ich einen leichten Pieks im Oberarm und wurde tatsächlich erst wieder wach im Haus meiner Herrin auf Samanu.
Dieses für mich auch heute noch immer sehr aufwühlende Erlebnis, ist nun schon 5 Jahre her. Danke meine Herrin, dass ich immer noch bei dir sein darf.

„La Kajira meine Herrin!“

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