Donnerstag, 30. Mai 2013

Kapitale Fehleinschätzung

Ich gestehe, gestern vermutete ich, dass es nichts zu tun für mich geben würde und platzte daher nicht gerade vor Eifer, um mich nützlich zu machen. Trotzdem trödelte ich irgendwann in die STADT, denn ich konnte mich ja irren. Seit dieser Hand befinde ich mich zwar eigentlich in der Obhut von zwei Kriegern, doch der arme Hauptmann muss leider reichlich Wachdienst schieben und der in diesem mich betreffenden Vertretungsfall für mich zuständige Brauereikrieger war bei einer Frischluftexpedition dabei und auch sonst immer sehr beschäftigt.
 
Sämtliche Krieger waren losgezogen, um den naturinteressierten Lederarbeiter von seinem Waldausflug in der Nähe von Belnend möglichst heil und in einem Stück zurückzuholen. Sogar das Waffentraining war ausgefallen und die STADT eher leer. Vielleicht hätte ich in Anbetracht meiner kompliziert-nervigen Gedanken, die mir schon seit ungefähr vier Hand mehr oder weniger oft, allerdings mit steigender Tendenz durch den Kopf gehen, lieber zuhause bleiben sollen. Dummerweise dachte ich jedoch, ich hätte alles im Griff…. eine kapitale Fehleinschätzung!
 
Es klappte nämlich nichts wirklich so wie es sollte, wie sich sehr schnell herausstellte, nachdem ich zögerlich zum Marktplatz getrottet war. Ich war leider schon mit den einfachsten an mich gestellten Aufgaben überfordert und habe dadurch nicht gerade zur Ehre meiner Herrin beigetragen. Dabei ging es auf dem Marktplatz in einem Gespräch des jortsschen Händlers mit einer fremden Händlerin aus Enkara um so einfach zu beantwortende Dinge, wie „Dina, welche Kuchensorte soll ich bei der Händlerin bestellen?“ Es war sogar so schlimm, dass ich nicht einmal die Liste mit dem überaus reichhaltigen Kuchenangebot der Herrin in meiner Hand bemerkte… sie muss auf irgendeine wundersame Weise in meine Hand geraten sein.
 
Netterweise fragte der Händler mich aber noch ein zweites Mal und ich bekam dadurch eine weitere Chance zwei Kuchen auszuwählen. Ich entschied mich für Larmakuchen und natürlich Schokoladenkuchen! Nicht auszudenken, wenn die Frage „Schokoladenkuchen, ja oder nein“ an mir vorbei gegangen wäre, denn dann hätte ich auch nicht meine Empfehlung einwerfen können, den Kuchen vorab probehalber zu verkosten.
 
So durfte sich Shani letztendlich ein Stück von dieser oberleckeren Schokoköstlichkeit mit mir teilen, weil ihr Herr es ja bekanntermaßen nicht so mit Süßem hat. Dumm war nur, dass ich ihn nicht davon überzeugen konnte, die Kuchen lieber auf die Anrichte in der Taverne zu stellen, weil sie dort nämlich nicht so den gierigen Fliegen ausgesetzt wären. Nein, er ordnete an, alles wird auf der Terrasse deponiert, die Fliegen wären im Vergleich mit vernaschten Kajirafingern das kleinere Übel. Hm, welche Finger er da wohl im Verdacht hatte?
 
Leider war die kurzfristige Wirkung des Kuchens hinsichtlich meiner Konzentrationsfähigkeit schnell wieder dahin und ein weiteres Stück war nicht in Aussicht. Je mehr sich die Herberge zu vorgerückter Ahn füllte, denn die erfolgreichen Krieger kamen mit dem Naturfreund zurück, umso schlechter ging es mir. Meine kompliziert-nervigen Gedanken waren mittlerweile in beleidigenden Terror übergegangen, sodass ich froh war, mich zurückziehen zu dürfen. Wobei an meinen Diensten sowieso kein Bedarf bestand, da sämtliche Herrschaften ihre Privatkajirae dabei hatten und somit gut versorgt waren.
 
 
Mal sehen, ob meine inzwischen ergriffenen Maßnahmen funktionieren und sämtliche kompliziert-nervig-beleidigenden Terrorgedanken zukünftig ausbleiben werden. Dann bin ich hoffentlich auch wieder besser drauf… die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Mittwoch, 29. Mai 2013

Schon wieder eine Sklavenauktion

Dieser Versteigerung sah ich eigentlich mit ziemlicher Skepsis entgegen, da in meinen Augen minderwertige Ware verkauft werden sollte, nämlich zwei ehemalige Diebinnen. Auch wenn ihre Vergangenheit durch Gesetz und Collar nun ausgelöscht war, konnte ich mir nicht vorstellen, dass mit den beiden Langfingern überhaupt Geld zu verdienen war, denn welcher auf seinen Ruf bedachte, gutsituierte goreanische Haushalt würde sich ein solches Sicherheitsrisiko ersteigern? Ich konnte mir gut vorstellen, dass Mädchen dieser Sorte bestenfalls unter ständiger Aufsicht zu gebrauchen sind und dann vielleicht eher für niedere Arbeiten oder auch nur als Tarnfutter. Doch welche Freien außerhalb von Jorts hatten ein solches Insiderwissen?
 
Natürlich war ich mir sicher, dass der gewiefte Händler die negativen Veranlagungen der beiden Mädchen nicht an die große Glocke hängen würde, rechnete aber trotzdem damit, dass sich möglicherweise nur wenige bis gar keine Interessenten einfinden würden und wollte daher erst einmal meine Kohlestaub-Badezimmerverwüstungsstrafarbeit erledigen, nämlich die Reinigung des öffentlichen Badehauses... das Bad meiner Herrin war natürlich schon längst wieder sauber! Doch als ich vor der Terrasse in den Weg zum Badehaus einbog und dabei meine Blicke über den Marktplatz schweifen ließ, klappte mir vor Staunen fast der Unterkiefer herunter. Uiihhh… ich mochte meinen Augen kaum trauen, wie viele Menschen sich bereits vor dem Block versammelt hatten! Und dabei war es noch fast eine Ahn hin, bis es losgehen sollte.
 
Nur logisch also, dass ich mich nun mit meiner Strafarbeit im Bad ziemlich sputete, um nichts zu verpassen. Trotzdem vergaß ich selbstverständlich nicht, zuletzt auch den Gehweg noch schnell zu fegen. Danach sprintete ich dann zum Platz des Geschehens und kam gerade noch rechtzeitig an vor Eröffnung der Auktion. Nach dem typischen anfänglichen Zögern wie bei jeder Versteigerung eigentlich, kletterten die Gebote erstaunlicherweise ziemlich rasant höher und höher. Gleichzeitig trafen noch mehr Menschen ein, um sich dieses Schauspiel nicht entgehen zu lassen und mir wurde recht schnell klar, wie gewaltig ich mit meiner Einschätzung danebengelegen hatte. Nun gut, Geschmäcker sind eben verschieden und nicht jeder Goreaner wünscht sich eine Pinionsklavin.
 
Als die Gebote dann bereits bei mehreren Silber lagen, hatte ich genug mitbekommen, um meiner Herrin grundsätzlich darüber berichten zu können. Ich war mir sicher, dass sie sich für weitere abenteuerliche Details dieses Verkaufs nicht wirklich interessieren würde und trat daher meinen Rückzug in ihr Haus an. Allerdings kam ich nicht weit, da ich einem der jortsschen Krieger über den Weg lief, dem meine Gesellschaft offensichtlich genau recht kam. Es war der Herr, der das D-Wort nicht hören will… ich war also auf der Hut. Doch diesmal war er bester Laune und erläuterte mir sogar, warum er an den beiden Mädchen kein Interesse hatte. Ich vermute, die gemeinsame Zeit ihrer Überführung aus Turmus und die anschließenden Verhöre in Jorts hatten ihm gereicht.
 
 
Plötzlich hörten wir vom Hof Rufe und Schreie. Ich erhielt den Befehl, nachzufragen ob ich mich nützlich machen kann. Dem war jedoch nicht so, auch wenn der Kriegerbauer offensichtlich im Stress mit seinen Sleens war… zumindest sah es so aus. Wobei ich von diesen Biestern natürlich auch nichts verstehe. Er herrschte mich nur kurz an, mich schnell in Sicherheit zu bringen, da seine Viecher gerade die Fährte einer herumstreunenden Person aufgenommen hatten. Ohje, ich wollte mit denen natürlich keine Bekanntschaft machen, noch zu genau erinnerte ich mich, wie giftig Fenris mich vor kurzem angefaucht hatte und der war immerhin in einem Käfig eingesperrt gewesen. Auch wenn ich am liebsten schnell im Haus meiner Herrin verschwunden wäre, sauste ich natürlich sofort zu meinem Krieger zurück, um ihn ebenfalls zu warnen und war bei ihm ja auch sicher.
 
Von dieser strategisch recht günstigen Stelle konnte ich dann beobachten, wie die Sleens am Hof vorbei jemandem hinterher hetzten, gefolgt von dem Kriegerbauern, bis alle dann im Dickicht verschwanden. Danach herrschte eine Weile Ruhe, bis die Auktion offensichtlich beendet war und die Menschenmassen an uns vorbei zum Fähranleger strömten. So erfuhren wir, dass die beiden strafversklavten Kajirae für zusammen absolut unfassbare 5 GOLD!! verkauft worden waren… ich glaube nach Lydius. Die Bürger von Jorts werden sich bestimmt freuen, dass damit richtig viel Geld in ihre Stadtkasse gekommen ist und allen voran vermutlich der Hauptmann, da nun dem Kauf eines neuen Tarnschiffs wohl nichts mehr im Wege steht und dem Bau eines vergoldeten Badehauses mit Powärmer wahrscheinlich auch nicht.
 
Leider überbrachte dann ein Bote meinem Krieger eine sehr beunruhigende Nachricht, die ihn zu einer Reise veranlasste, auf die er mich kurzentschlossen einfach mitnahm. Der jortssche Lederarbeiter war von Waldfrauen unter den Augen des Kommandanten von Belnend überfallen und anschließend verschleppt worden. Was der Herr überhaupt in Belnend wollte? Keine Ahnung. Zumindest hatte er einen sehr günstigen Termin für seine Reise in die Natur erwischt, da die verbündeten Krieger von Jorts und Belnend immer am dritten Tag jeder Hand zu einem gemeinsamen Waffentraining verabredet sind. Nun wird aus dem Training wohl Ernst werden und es nicht wie üblich in Jorts stattfinden, sondern mit echten Zielen in irgendwelchen dunklen Wäldern.
 
Hoffentlich gelingt es, den Herrn schnell zu befreien!

Dienstag, 28. Mai 2013

Kohlenstaub, Kringelgeschenk, Kriegerunterhosen und ein D…

Wie so oft in letzter Zeit, zog es mich frühzeitig zum Marktplatz, da meine Herrin noch nicht von ihrer Reise zurückgekehrt war. Auch wenn sie zu Hause leider nur einen kurzen Zwischenstopp einlegen wird, hoffte ich auf genug Zeit mit ihr für wenigstens einen kurzen Bericht über meine Erlebnisse der letzten Tage und wollte ihr vor allem das Kringelgeschenk der Heilerin aus Belnend überreichen. Ein wenig ramponiert sah die Tüte zwar inzwischen aus, doch ihr Inhalt hatte bis auf ein paar Dellen und einen leicht angeschmolzenen Schokoladenüberzug keinen ernstzunehmenden Schaden genommen… hoffte ich jedenfalls. Eigentlich erstaunlich wenn man bedenkt, dass die Tüte an meinem geknoteten Seilgürtel einen ziemlich weiten Weg hinter sich hatte, einschließlich Höhenluft. Es war wohl ein Zeichen für die ausgezeichnete Qualität dieses Gebäcks, das ich übrigens nicht gewagt hatte anzuknabbern. Ok, ich gestehe… ich war mehrfach kurz davor gewesen, habe die beiden Kringelleckereien dann aber doch nicht angerührt.
 
Aus Freude über die zu erwartende Rückkehr meiner Herrin hatte ich mich ihr zu Ehren extra ein wenig feiner angezogen. Natürlich wollte ich ihr auch gerne vorführen, was ich aus den kleinen Stoffresten ihres rosafarbenen Kleids genäht hatte. Doch dazu sollte es an diesem Tag leider nicht mehr kommen, weil der Hauptmann sich meiner als Schmiedekajira bediente. Eigentlich wollte ich nur etwas über die Schuld oder Unschuld der beiden inhaftierten Herrinnen erfahren. Am Kennel erzählte mir Shani dann, dass sich die Ladies inzwischen als Waldfrauen entpuppt hatten und offensichtlich des Diebstahls des jortsschen Schiffes überführt worden waren. Da der Hauptmann einen Gerichtsprozess jedoch als überflüssige Zeitverschwendung ansah, wollte er den Diebinnen nun einen Strafbrand verpassen. Nur war der Schmied nicht da und das Schmiedefeuer leider aus.
 
Durch mein Informationsbedürfnis, denn neugierig bin ich ja nicht, befand ich mich war mal wieder zur falschen Zeit am falschen Ort. Ach nee, ich wollte natürlich sagen, ich hatte genau den richtigen Riecher gehabt, um den Herrn Hauptmann mit meinen Diensten zu erfreuen. Mir war sofort klar, dass ich den Auftrag erhalten würde, das Feuer in der Esse anzumachen und nicht Shani, denn die war inzwischen hinter ihrem Herrn in Deckung gegangen. Aber vielleicht sah das auch nur so aus. Jedenfalls es kam tatsächlich wie befürchtet… ähhmmm… erhofft... und mir wurde die große Ehre zuteil, den Hauptmann mit dem Entzünden des Schmiedefeuers zu erfreuen, was für mich aber auch kein Problem war.
 
Dank des früheren Nachbarn meiner Herrin kenn ich mich nämlich in einer Schmiede recht gut aus mit… Anheizen… und mit Feuer sowieso. Wobei in diesem Fall kein Herr meine Arbeit überwachte und ich dummerweise vorher erst einmal reichlich Kohlen schaufeln musste, dafür aber leider vollkommen falsch gekleidet war… vor lauter Eifer jedoch auch nicht daran dachte, mich auszuziehen, denn es war ja wie gesagt kein Schmied dabei. Mist, warum müssen Kohlen auch so stauben! Ich sah jedenfalls nicht mehr wie das erste Mädchen einer Sklavenhändlerin aus, sondern eher wie ein Kohlenhändler und mein rosafarbenes neues Kleidungsstück hatte eine Farbe zwischen Grau und Schwarz angenommen… eine Komplettreinigung war unvermeidlich.
 
Da meine Herrin immer noch nicht zurück war, genehmigte ich mir einfach ein zwar schnelles aber gründliches Bad in ihrer Wanne und sauste danach mit einer neuen, diesmal allerdings dunklen Arbeitstunika bekleidet zurück zum Marktplatz. Um nichts zu verpassen… also meine Dienste schnell wieder anzubieten, verzichtete ich vorerst auch auf das Reinigen der Wanne meiner Herrin und ließ das kleine, nasse, rosa Etwas einfach erst mal liegen. Leider kam ich zu spät. Der Hauptmann war nämlich inzwischen mit den beiden Diebinnen verschwunden, dafür aber der Kommandant aus Belnend angereist. Seine Ankunft hatte ich durch meine Komplettwäsche nicht mitbekommen und auch nicht, warum eine hochgestellte Herrin aus Turmus mit dem Tarn eingeflogen worden war. Aber egal, eine Kajira muss auch nicht gleich alles wissen.
Doch bevor ich Näheres über diesen Besuch herausfinden konnte, hörte ich hinter mir die nicht allzu begeisterte Stimme meiner Herrin, die wider Erwarten etwas eher nach Hause gekommen war und mich nun wegen der dunklen Rückstände in ihrem Bad zur Rede stellte. Glücklicherweise war sie nicht wirklich ernsthaft erzürnt über meine Hinterlassenschaften, sondern vor allem zufrieden, dass ich mich nützlich gemacht hatte. Ihre Strafe, das öffentliche Bad zu reinigen, fiel daher äußerst glimpflich aus. Vielleicht habe ich diese Milde aber nicht nur ihrer Freude mich wiederzusehen zu verdanken, sondern auch dem Geschenk der Heilerin aus Belnend, mit dem ich sie nach ihrer Standpauke echt perfekt auf andere Gedanken bringen konnte. Ich vermute, die Heilerin weiß gar nicht, was für eine Freude sie ihr und mir mit dem leckeren Schokoladenkringel tatsächlich gemacht hat… so schnell habe ich nämlich noch nie etwas im Mund meiner Herrin verschwinden sehen. Er hatte durch die weite Reise also tatsächlich nicht gelitten.
 
 
Nachdem Katy und ich uns den oberköstlichen zweiten Kringel mit der Marmeladenfüllung teilen durften, also ich habe geteilt und die herausgequetschte Marmelade von Katys Stück noch schnell abgelutscht, damit Katy sich nicht vollschmiert, gelüstete es meiner Herrin natürlich nach ihrer Honigmilch. Auf der Herbergsterrasse durfte ich dann auch von meinen aufregenden Erlebnissen der letzten Tage in Turmus berichten. Ich glaube übrigens nun, ich muss mich bei zukünftigen Schilderungen doch ein wenig mehr zusammenreißen und besser aufpassen, neben mir sitzende Zuhörer nicht ständig zu erschrecken. Vermutlich ist meine Beschreibung der riesigen Dimensionen von Turmus mit seinen gigantisch hohen Türmen und den vielen 100000 Treppen etwas zu plastisch ausgefallen, denn meine Herrin und der Lederarbeiter gingen das eine oder andere Mal tatsächlich neben mir in Deckung. Unbewusst hatte ich meine Schilderungen dieser beeindruckenden Stadt durch Herumfuchteln mit den Armen wohl doch etwas zu deutlich visualisiert.
 
Ich hatte gerade geendet mit meinen Erzählungen, als meine Herrin plötzlich meinte Brandgeruch zu reichen. Komisch, ich roch absolut nichts und fragte mich, ob die Nase meiner Herrin durch ihren Landaufenthalt in klarer Luft besonders geschärft war, während meine wohl eher noch turmusgeschädigt war. Bei dem fischigen Hafengeruch jedenfalls kein Wunder. Egal,  Katy und ich wurden losgeschickt, um der Sache auf den Grund zu gehen. Und dann roch ich den Rauch ebenfalls und fand auch den Brandherd! Die Unterhosen des Hauptmanns standen lichterloh in Flammen… allerdings nicht auf seinem Hintern, sondern auf der Leine hinter seinem Haus. Ich weiß nicht, womit der Hauptmann seine Klamotten waschen und spülen lässt oder ob er sie jetzt, wo er ohne Kajira ist, womöglich mit Sul-Paga desinfiziert. Auf jeden Fall waren die Flammen so gewaltig, dass Gefahr bestand, das Feuer könnte auf benachbarte Gebäude überspringen.
 
 
Ich war wirklich erleichtert, wie schnell nach meinem Alarm ganz viele löschende Hände vor Ort waren und mit welcher Todesverachtung die herbeigeeilten Herren mit ihren Schwertern die flammenschlagenden Kriegerhosen von der Leine kappten, sodass der ganze Spuk bald vorbei war, ohne dass weiterer Schaden entstanden ist. Natürlich gab dieses Attentat auf die Hauptmannsunterhosen nicht nur mir, sondern auch den Freien zu denken… niemand hatte wirklich eine Ahnung, ob und wenn ja, was oder wer da hinter stecken könnte oder ob es doch einfach nur eine Selbstentzündung heißer Kriegerunterhosen gewesen war. Merkwürdig fand ich auch, dass alle Bewohner sich sehr schnell wieder verstreuten. Muss man nach dem Löschen nicht noch Brandwache halten?
 
Während ich diese Überlegungen anstellte und mir auch Gedanken machte, ob der Herr Hauptmann überhaupt noch Wäsche zum Wechseln hatte, bemerkte ich, dass einer der Krieger zurück geblieben war… der Rarius, den ich nach Turmus hatte begleiten dürfen. Allerdings sah er wegen einigen inzwischen zu Asche zerbröselten Kriegerunterhosen keine Notwendigkeit für eine Brandwache. Nein, er hatte ein Vulo mit mir zu rupfen und baute sich vor mir auf. Langsam dämmerte mir… war da nicht in Turmus etwas gewesen? Ich hatte doch seinen Unmut erweckt…nur womit? Mit aufkeimender Verzweiflung zermarterte ich mir das Hirn und flehte ihn an, meinem Gedächtnis bitte auf die Sprünge zu helfen, was er auch tat, indem er mich fragte, wie ich Jorts genannt hatte. Ich erwiderte natürlich sofort, dass unser Dorf eigentlich Jorts Fähre heißt. Falsche Antwort… nun waren nun bereits 4 Striemen.
 
Entsetzten machte sich in mir breit und ich flehte den inzwischen äußerst drohend auf mich herab schauenden Krieger ängstlich an: „Herr, bitte verzeiht mir, aber man sagt doch immer Jorts zu unserem hübschen Dorf… oder möchtet ihr, dass ich in Zukunft ein Dorf wie Jorts nicht mehr Dorf nenne, auch wenn es im Vergleich mit einer großen Stadt wie z.B. Turmus ein Dorf ist und die Bezeichnung Dorf doch sehr treffend, aber überhaupt nicht beleidigend gemeint ist, denn das würde ich mir selbstverständlich nie anmaßen!“
 
 
Leider habe ich damit alles nur noch schlimmer gemacht und erinnere jetzt auch nicht mehr genau, wie oft ich das D-Wort insgesamt genannt habe. Der Rarius zählte dabei jedenfalls unermüdlich höher, wickelte sich nebenbei seinen Gürtel um die Hand und legte mich dann letztendlich übers Knie, um mir mit 10 harten Hieben auf mein nacktes Hinterteil zu verdeutlichen, dass Jorts eine STADT ist… für ihn jedenfalls… und ich Jorts nie wieder D… nennen soll.
 
Naja, auch wenn mein Po inzwischen in Flammen stand, ich denke immer noch Jorts ist ein wunderhübsches, gemütliches D… und finde da auch überhaupt nichts Schlimmes dran in einem D… zu leben, denn es lebt sich schön hier und der Pfeffer wächst auch sehr gut, werde mich aber hüten, das D-Wort noch einmal auszusprechen… hoffentlich. ;-)))

Montag, 27. Mai 2013

Tarns, Türme und Treppen, Treppen, Treppen

 
Als ich am nächsten Morgen erwachte, musste ich mich erst einmal orientieren wo ich war. Die nicht gerade angenehmen, undefinierbar fischigen Gerüche waren absolut nicht die von Jorts Fähre und leicht schaukeln tut das Haus meiner Herrin auch nicht. Ach ja, ich war auf einem Schiff im Hafen von Turmus! Schnell rappelte ich mich auf und schaute mich suchend um, doch von meinem Ausleihherrn war nichts zu sehen. Unschlüssig, was ich nun tun sollte, verließ ich erst einmal das Schiff und überlegte dann auf dem Kai, ob ich vielleicht wieder aufs Deck gehen sollte, um alleine nach Jorts zurückzufahren? Nein, das hatte mir niemand befohlen und auch nicht erlaubt. Ich entschloss mich daher, den Krieger in dessen Obhut ich mich zurzeit befand, zu suchen. Leicht verunsichert und zögernd spähte ich nach dem großen Rarius in seiner roten Tunika… doch nichts. Mein Aufpasser war verschwunden!
 
 
Dafür entdeckte ich jedoch die zukünftige Hauptmanngefährtin aus Jorts und fühlte mich gleich nicht mehr so alleine in dieser großen unbekannten Stadt. Leider begann sich die rotkastige Herrin jedoch aufzuregen, weil ich ihr dummerweise von meinen Verbleib in der letzten Nacht beim Schiffskapitän berichtete, selbstverständlich aber ohne Details zu nennen. Das mein Ausleihherr noch mal zurück in die Stadt verschwunden war, wusste sie bereits. Zum Glück stieß in diesem Moment die Heilerin aus Belnend zu uns und tat das Freiefrauengezicke einfach mit dem Kommentar ab, Mädchen von roter Seide brauchen den Dienst in den Fellen nun mal, um ihre Sklavenhitze besser zügeln zu können. Die Herrin solle sich besser beruhigen und außerdem lenken Kajirae die Männer ab und machen so das Leben für freie Frauen sicherer. Wie wahr, endlich eine Herrin mit vernünftigen Ansichten!
 
Die Fastgefährtin rauschte daraufhin empört nach Luft schnappend von dannen, um sich wieder einzukriegen und die Heilerin horchte mich ein wenig über meine Eigentümerin aus. Vermutlich wunderte sie sich darüber, dass ich an den zu euchzenden Krieger ausgeliehen worden war, hielt inzwischen aber ebenfalls Ausschau nach ihm. Während wir plaudernd den Kai entlang schlenderten, stieg mir plötzlich ein Magenknurren verursachender leckerer Duft nach frischem Brot und Gebäck in die Nase und übertönte tatsächlich die Ekelgerüche des Hafens. Dieser appetitanregende, oberköstliche Geruch veranlasste die Heilerin nun, mit mir die Bäckerei aufzusuchen und nicht nur ein frisches Brot für sich zu kaufen, sondern mir für meine Herrin zwei Gebäckkringel zu schenken…einen mit Schokolade überzogen und einen mit Marmelade gefüllt!
 
 
Wieder draußen wollte es der Zufall, dass einer der örtlichen Wachen unsere Überlegungen wegen unseres vermissten Kriegeraufpassers mitbekam. Freundlich rief er uns zu, wir würden ihn im Turm finden, war dann aber leider auch schon wieder weg. Mein Blick auf Turmus zeigte mir jede Menge Türme. Na toll, hätte der Rarius nicht wenigstens noch sagen können welchen Turm er meinte? In meinem Kopf entstanden sofort Bilder von einer verhungerten und verdursteten Dina, die sich in den Türmen von Turmus auf der Suche nach ihrem Ausleihherrn verirrt hatte, wie vor langer Zeit einmal in einem Labyrinth. Mit Erleichterung registrierte ich, dass sich die Heilerin offensichtlich ein wenig in der Stadt auszukennen schien, denn sie steuerte recht zielstrebig einen der Türme an. Ich folgte ihr.
 
Puhh, Treppen, Treppen und noch mehr Treppen… höhenmäßig Hochburg in nichts nachstehend, nur nicht an der frischen Luft gelegen, sondern im Inneren eines Turms. Die Heilerin schnaufte ganz schön… kein Wunder übrigens bei ihren vielen Kleiderschichten… aber auch ich war ziemlich aus der Puste, nachdem wir bereits gefühlte 100000 Stufen nach oben gestiegen waren und plötzlich Stimmen hörten. Wir stoppten unseren Treppenmarathon und lauschten erst einmal, woher die Stimmen kamen… von oben. Um sicher zu sein, dass wir dort den Gesuchten auch tatsächlich finden würden, erlaubte mir die Herrin nun vorzugehen.
 
Ich entdeckte ihn tatsächlich, allerdings drehte er mir zuerst nur den Rücken zu. Die immer noch eine Etage tiefer befindliche Heilerin meinte bei meiner erfreuten Auskunft zwar skeptisch, ob ich mir sicher sei, eine rote Tunika sehe wie die andere aus, doch meine Aussage, diese Männerwaden seien mir wohlbekannt, da ich normalerweise ja immer hinterher laufe, überzeugte sie dann sofort davon, dass wir den Gesuchten nun endlich gefunden hatten… und so war es auch. Er hatte vor der Treppe Stellung bezogen, um eine mögliche Flucht von zwei gefangenen Herrinnen zu vereiteln, die des Einbruchs und Diebstahls bezichtigt wurden. Es waren übrigens die schiffbrüchigen Damen aus dem Badehaus, an denen nicht nur Turmus, sondern wegen eines gestohlenen Schiffs auch Jorts sehr großes Interesse hatte.
 
Die Vernehmung durch die Wachen von Turmus gestaltete sich schleppend bis ergebnislos, da es weder Zeugen noch Beweise für eine Täterschaft der Ladies gab. So kam es schließlich, dass die Herrinnen Jorts und somit meinem Ausleiher überstellt wurden, allerdings erst, nachdem sie noch einmal gründlich nach Waffen durchsucht worden waren… aus Anstandsgründen natürlich von einer anderen Sklavin und mir. Merkwürdigerweise stellte sich die von mir zu Untersuchende ganz schrecklich mit ihren Haaren an. Mir blieb daher nichts anderes übrig, als auf eine eingehende Untersuchung zu verzichten und meinen Ausleiher darauf hinzuweisen, dass ich nicht feststellen konnte, ob sie in ihrer Frisur vergiftete Haarnadeln trägt.
 
 
Für die Rückreise nach Jorts mit den Gefangenen wollte mein Ausleihherr mit Unterstützung eines Rarius aus Turmus zwei Tarns nehmen. Selbstverständlich aber erst, nachdem er der Heilerin, die zwischenzeitlich zu einem Verletzten gerufen worden war und der zukünftigen Hauptmanngefährtin noch eine Nachricht darüber hatte zukommen lassen. Während die beiden Herrinnen sich nun einer anderen Reisegruppe nach Jorts anschließen mussten, durfte ich zu meinem Aufpasser auf den Tarn krabbeln und die beiden gefangenen Schiffbrüchigen mussten mit dem unbequemen Lastenkorb des Tarn Vorlieb nehmen.
 
Puhh, was war ich erleichtert, als wir die Fähre von Jorts endlich erreicht hatten und ich nach dem schwindelerregenden Flug endlich wieder festen Boden unter meinen Füßen spürte. Ich hatte natürlich nichts dagegen, mich eng an meinen Ausleihherrn zu schmiegen, aber in einer solchen Höhe hätte das wirklich nicht sein müssen. Es war echt schön, nach diesen beiden aufregenden Tagen wieder die vertrauten, angenehmen Gerüche und Geräusche von Jorts wahrzunehmen. Allerdings gab es noch ein paar Dinge zu erledigen, bevor ich mich zurückziehen durfte, obwohl ich todmüde war.
 
 
Zum Glück hatte ich vor einiger Zeit einen Kennelschlüssel erhalten, sodass die beiden Herrinnen ohne große Verzögerung schnell und sicher untergebracht werden konnten, während von Shani zwei einfache Kleider herbei geschafft wurden. Der Krieger wollte hinsichtlich versteckter Waffen wohl kein Risiko eingehen und hatte daher den Gefangenen befohlen, ihre Kleider abzulegen. Und zuletzt musste selbstverständlich noch Wasser und Brot für die Inhaftierten herbei geschafft werden. Erst danach war Zeit, den langen Tag auf der Terrasse des Gasthauses ausklingen zu lassen, denn mein Ausleihherr hatte viel zu erzählen und ich vermute, der Händler platzte inzwischen fast vor Neugier auf Informationen wegen der Gerüchte über seine Sicherheit.
 
Ich hätte meinem Aufpasser ja gerne noch einen Kalana serviert und mich dafür erkenntlich gezeigt, dass ich ihn begleiten durfte. Er konnte übrigens froh sein, dass ich während der ahnlangen Suche nach ihm in dieser riesigen Stadt nicht abhanden gekommen war. Doch was soll‘s, ich bin nur eine Sklavin und sein Bericht war wichtiger als ein Wein. Vermutlich war mir meine Müdigkeit deutlich anzusehen oder war der Krieger froh mich endlich wieder loszuwerden? Egal, da es für mich nichts mehr zu tun gab, war ich zufrieden nach Hause geschickt zu werden, wo ich auch sofort einschlief und von Tarns, Türmen und Treppen, Treppen, Treppen träumte.

Sonntag, 26. Mai 2013

Der erste Tag in Turmus

Die Schiffsreise auf dem Vosk verlief ohne weitere Zwischenfälle und wir erreichten Turmus heil und gesund. Wow, ich kam in diesem großen, ziemlich intensiv nach Fisch riechenden Hafen aus dem Staunen gar nicht heraus und wusste bislang überhaupt nicht, dass diese Stadt so riesig ist, auch wenn ich schon gelegentlich Berichte darüber aufgeschnappt hatte. Besonders erstaunlich fand ich aber, am Kai eine bekannte rotgewandete Herrin zu treffen… die zukünftige Gefährtin des Hauptmanns, die sich in Sachen zur Vorbereitung ihrer Gefährtenschaftsfeier ebenfalls in Turmus aufhielt, aber gleich weiter hetzte, weil wohl noch vieles zu erledigen war.
 
 
Soweit ich das überhaupt beurteilen kann... die Größe von Turmus erscheint mir durchaus vergleichbar mit Lydius. Große Städte haben aber auch Nachteile, besonders wenn man als Besucher jemand bestimmten sprechen möchte. Zum Glück ist die gleich am Hafen von Turmus gelegene Bäckerei offensichtlich eine Art Informationszentrum für Besucher und der von meinem Leihherrn gesuchte Herr war schnell gefunden. Allerdings musste er wegen Verkostung von möglicherweise verdorbenen Muscheln schnell noch mal wohin. Naja… zum Leidwesen einer der örtlichen Sklavinnen schaffte er es wohl nur bis in die nächste Gasse. Doch danach stand einem Gespräch mit ihm aber nichts mehr im Weg und er lud den Rarius aus Jorts und die Heilerin auf die Terrasse vor der Hafenmeisterei ein.
 
Leider wurde es dann jedoch kompliziert für mich, denn der Herr bot seinen Gästen ein Getränk an und schickte mich ins Gebäude, damit ich den Herrschaften Kalana und Blackwine serviere. Dummerweise war keine ortskundige Kajira anwesend und ich fand in den mir fremden Räumen nur riesige Regale mit jeder Menge Büchern, Dokumenten und sonstigen Schriftrollen sowie einen Schreibtisch, aber keine Küche, sodass ich unverrichteter Dinge wieder nach draußen kam und dem Herrn aus Turmus peinlich berührt mein Unvermögen eingestand, da ich mich nicht getraut hatte, einfach die im Hafenmeisterbüro befindliche Tür zu öffnen. Nicht auszudenken, wenn ich den Hafenmeister bei einem Nickerchen geweckt hätte.
 
 
Zum Glück nahm der Herr es jedoch locker und teilte mir gutgelaunt mit, dass ich nur genau diese Tür neben dem Schreibtisch zu öffnen brauche, um alles Gewünschte zu finden. Uff, meine Erleichterung über diese Nachsicht war groß. Auch wenn ich dem Herrn schon einmal begegnet war, konnte ich natürlich nicht erwarten, dass er ebenso gut wie ich sich noch daran erinnerte, dass ich ihm seinerzeit in Belnend auf sein Geheiß Kalana in einem Becher serviert hatte und dabei so tun sollte, als sei Wasser darin. Hinterher erfuhr ich auch, was hinter dieser Heimlichtuerei gestanden hatte. Wegen einer Verletzung war ihm von seiner behandelnden Heilerin Alkohol verboten worden.
 
Leider wurde nun in Turmus die Reihenfolge des Servierens für mich schwierig, da beide anwesenden Herren von hoher Kaste waren, der eine Krieger und der Gastgeber Schreiber... dachte ich jedenfalls. Ich entschied mich daher, zuerst meinem Leihherrn seinen Kalana zu reichen und erst danach dann den Herrn Schreiber aus Turmus zu bedienen, erntete dafür jedoch einen unzufriedenen Blick des Rarius. Mist, mir war bis dahin nicht bekannt, dass der Schreiber der Prätor von Turmus war! Zum Glück ging jedoch auch dieser Patzer glimpflich für mich aus. Der hohe Herr war weiterhin nachsichtig mit mir und sah großzügig von einer Ermahnung oder sonstiger Strafe ab.
 
Da ich immer noch im Bann dieser großen Stadt stand, nutzte ich jede Gelegenheit, um möglichst unauffällig meinen Hals zu recken und das Treiben am Hafen zu beobachten, versuchte aber gleichzeitig natürlich aufmerksam zu bleiben, um nicht zu verpassen, wenn die Herrschaften meine Dienste erneut benötigen sollten. Ihr Gespräch ging deswegen allerdings weitestgehend an mir vorbei, nicht aber der winkende Arm des Prätors, den ich gerade noch so aus dem Augenwinkel mitbekam, sodass ich schnell zu ihm hinüber huschte... um jedoch ein weiteres Mal von seiner guten Laune profitieren zu dürfen. Er hatte keinen Bedarf an meinen Diensten und auch nicht nach mir gewunken!
 
Oh je wie peinlich, es war mein Ausleihherr gewesen! Er wollte, dass ich dichter an ihn heran rutschte... ein Wunsch, dem ich nur zu gerne nachkam! Mit hochrotem Kopf wegen dieser erneuten Ungeschicklichkeit war ich unendlich dankbar, als seine raue Kriegerhand mir schließlich beruhigend über meine vor Scham glühende Wange strich und fühlte dabei ein weiteres Mal mit Rawi mit, die sich ja vor kurzem erst auf ähnliche Weise in der Adresse geirrt hatte. Ich nahm mir ganz fest vor, nun wirklich noch aufmerksamer zu sein und bekam auch mit, dass der Prätor dem Rarius in der Angelegenheit um die Sicherheit des Händlers von Jorts nicht wirklich weiter helfen konnte, sodass der Krieger sich nun in die Stadt aufmachte, um zur Klärung irgendwelcher Vorgänge um den Diebstahl eines Schiffes aus Jorts mit zwei schiffbrüchigen Herrinnen zu sprechen.
 
Wie gut, dass er mich bei sich hatte. Die Suche gestaltete sich nämlich schwierig bzw. die Herrinnen waren nicht zu finden. Bei der hin und her Rennerei war es für mich daher nicht weiter verwunderlich, dass bei dem Krieger Badegelüste aufkamen, als wir plötzlich das Badehaus von Turmus entdeckten. Frustriert wie er wegen der vergeblichen Suche war, hätte so eine Rundumentspannung bestimmt etwas gehabt, nur es war von außen nicht erkennbar, ob sich jemand im Bad aufhielt. Um nicht möglicherweise in einen Frauenbadetag hinein zu platzen, wurde ich daher zum Auskundschaften hinein geschickt, denn dem wohlerzogenen Krieger lag es selbstverständlich fern, freie Frauen mit seinem Auftauchen zu brüskieren. Welch eine weise Entscheidung, denn es waren tatsächlich zwei Herrinnen im Bad und die eine sogar nackt!
 
 
Pech für mich, der Rarius verzichtete nun selbstverständlich auf das Baden, zumal die beiden Herrinnen auch noch die von ihm gesuchten Schiffbrüchigen waren... nur leider nach ihrem Bad offensichtlich so müde, dass kein Gespräch mehr mit ihnen möglich war. Uns blieb nichts anderes übrig, als vorerst zum Schiff zurück zu kehren, um dort das Übernachtungsangebot des Kapitäns anzunehmen, der mit seinem Schiff erst am nächsten Tag wieder auslaufen würde.

Abreise nach Turmus

Es war ungewöhnlich ruhig im Dorf, als ich mich langsam Richtung Marktplatz aufmachte, um dort bei Bedarf meine Dienste anzubieten. Leise vor mich hinsummend trödelte ich an der menschenleeren Terrasse vorbei und wollte gerade wieder umdrehen, als ich einen der Krieger entdeckte, der vor der Taverne auf einem der beiden Sitzfässer hockte und anscheinend den leeren Marktplatz bewachte. Es war der Herr, den ich immer euchzen muss. Ich schien für seine Kalanagelüste genau passend eingetroffen zu sein, denn er schickte mich sofort los, damit ich ihm einen Kelch des Weins serviere.
 
 
Erfreut darüber, etwas für den Herrn tun zu dürfen, sauste ich eilig ins Gasthaus und war bei meiner Rückkehr äußerst erstaunt, wie viele Bewohner inzwischen den Marktplatz in der kurzen Zeit meiner Abwesenheit bevolkerten. Ich schnappte Gesprächsfetzen darüber auf, dass anscheinend irgendeine Gefahr für den Händler zu befürchten ist. Eine zurzeit in Jorts weilende Heilerin hatte nämlich ungute Gerüchte aus Turmus mitgebracht. Die Informationen waren von dem Hauptmann bis zur endgültigen Klärung sogar als so ernst eingestuft worden, dass er angeordnet hatte, dass der Händler vorerst nur in Begleitung eines Kriegers reisen darf.
 
Beim Servieren des Kalanas legte ich mich selbstverständlich ordentlich ins Zeug, denn es ist für mich immer eine ganz besondere Freude, einem Herrn servieren zu dürfen und dabei nicht entgegen meiner Natur krampfhaft aufpassen zu müssen, ja nicht zu viel Sklavenhitze zu zeigen. Der anschließende, sehr wohlwollend auf mir ruhende Blick des Rarius ließ mein Kajiraherz dann ganz wild klopfen. Doch meine Aufregung sollte sich sogar noch weiter steigern. Der Krieger eröffnete mir nämlich, dass er nach Turmus reisen muss und dass ich ihn begleiten darf!
 
Juhuu, ich kann gar nicht beschreiben, wie begeistert ich darüber war. Zum einen ist es natürlich eine wirklich sehr große Ehre für mich, dass die Wahl des Herrn ausgerechnet auf mich gefallen war und zusätzlich habe ich mich echt riesig gefreut, mal nach Turmus zu kommen, denn dort war ich noch nie gewesen. Freien Frauen, und mir als Eigentum einer solchen daher auch, eröffnen sich ja leider nur selten Gelegenheiten ihren Wohnort zu verlassen. Ich glaube, als der Händler sich über die ihm auferlegten Reisebeschränkungen mokierte, äußerte sich die Heilerin darüber fast ein wenig schadenfroh und äußerte sinngemäß etwas wie: „Er könne nun wohl auch mal nachvollziehen wie es freien Frauen oft geht.“
 
Die Planungen des Kriegers für diese Reise und seine mich betreffenden Absichten liefen anscheinend schon seit einigen Tagen. Nun wurde mir jedoch erst richtig klar, warum er vor kurzem mit dem Hauptmann über mich gesprochen hatte und sich das Einverständnis meiner Herrin eingeholt hatte, mich gelegentlich ausleihen zu dürfen. Wobei meine Herrin dem Rarius sehr deutlich gemacht hat, dass ich während ihrer Abwesenheit in Obhut des Hauptmanns bin, sie ihre Zustimmung zwar gibt, diese alleine aber nicht ausreicht und dass sie mich ohne Beschädigungen wohlbehalten zurück erwartet.
 
 
Erstaunlicherweise hatte der Hauptmann seinen Stellvertreter nicht über seine mich betreffenden Entscheidungen informiert, sodass dieser sich seinem Waffenbruder in der Sorge um das Eigentum einer zurzeit abwesenden Einwohnerin von Jorts in den Weg stellte und seine mich betreffenden Bedenken äußerte. Ich darf auf keinen Fall vergessen, meiner Herrin nach ihrer Rückkehr darüber zu berichten, wie sicher sie und ihr Besitz in Jorts sind. Nachdem diese kleine Unstimmigkeit zwischen den Rarii dann aber schnell geklärt war, denn das Wort eines Kriegers wird selbstverständlich innerhalb der roten Kaste nicht angezweifelt, ging es tatsächlich los und ich durfte mit.
 
Die Heilerin aus Belnend nutzte die Gelegenheit übrigens, um unter dem sicheren Geleit meines Ausleihherrn ebenfalls nach Turmus zu reisen.

Freitag, 24. Mai 2013

Gold, das Tagesthema Nr.1

Als erstes am gestrigen Tag bezirzte ich ein wenig den Pfeffer an der Fassade des Hauses, sofern es denn welcher ist, damit er weiter so gut wachsen möge wie bislang. Aber solange ich nichts Gegenteiliges über diese Ranken erfahre, ist es für mich einfach welcher. Dann trödelte ich gemächlich weiter ins Dorf und hörte schon von weitem, dass sich zwei Herren über das Talent von Sklavinnen unterhielten. Es waren der Hauptmann und der zu euchzende Krieger, der gerade kund tat, er sei auch mit mittelmäßigen Kajirae zufrieden. Sie sind nicht so teuer, man muss in sie einfach nur ein wenig Arbeit investieren und kann damit dann durchaus gute Erfolg erzielen. Keine Frage, das war ein nicht uninteressantes Thema für eine Kajira, daher näherte ich mich den Herren, grüßte sie freundlich und kniete mich seitlich mehr oder wenig mittig zwischen die beiden stattlichen Männer, die einen erstaunlich großen Abstand zwischen sich hatten.
 
Warum der Krieger aber zur Verdeutlichung seiner Aussage auf mich deutete, wurde mir dann doch nicht mehr so wirklich klar, weil der Hauptmann von den Talenten einer Sklavin zum Ausleihen wechselte. Beide Rarii stimmten überein, dass sie keine Kajira auf eine Reise mitnehmen würden, ohne den Besitzer oder die Besitzerin vorher zu fragen. Nun wurde mich auch klar, warum der Hauptmann das Thema gewechselt hatte, denn er tat sich wie ich fand fast ein wenig wichtig damit, seinem Gesprächspartner mitzuteilen, dass ich bis auf wenige Tage die nächsten drei Hand in seiner Obhut sein werde und was für ein Schnäppchen dieses Geschäft mit meiner Herrin für ihn war.
 
 
Damit war für den Krieger das Stichwort gefallen, dem Hauptmann von seiner letzten Reise zu erzählen, auf der er die Schreiberin von Jorts zu einer Gerichtsverhandlung nach Belnend begleitet hatte. Er nannte die Zahlung eines gewaltigen Geldbetrags in Goldtarsk, der mit diesem ominösen Schuldschein zu tun hatte, wegen dem ich im Namen meiner Herrin vor kurzem ein Papier an den greisen Händler überreichen musste. Über Einzelheiten werde ich allerdings lieber Stillschweigen bewahren, denn der Rarius gebrauchte bei seiner Schilderung der Verhandlung so deutliche Ausdrücke wie völlig verrückt, Betrug, beschämend, Zirkusveranstaltung und dass er sich von keiner Regentin die Tunika vollsabbern lassen würde.
 
Doch es gibt auch Freie, die ihr Geld mit ehrlicher Arbeit verdienen, wie z.B. der Lederarbeiter in Jorts. Er wurde von einem auswärtigen Hauptmann gesucht, der ihn in seiner Werkstatt jedoch nicht angetroffen hatte, da der Herr sich gerade von seiner Sklavin ein Essen in der Taverne servieren ließ. Wegen örtlicher Unkenntnis durfte ich den fremden Krieger dort hinführen und nutze die perfekte Gelegenheit, um ihn auf dem kurzen Weg mit meinem aufreizend wackelnden Po zu erfreuen, denn normalerweise laufe ich ja nicht vorneweg, sondern hinterher. Ich wurde von ihm dafür mit einem leichten Klaps auf meinen Allerwertesten belohnt.
 
Natürlich folgte ich dem Krieger nach dieser Anerkennung hinein und erfuhr, dass er bei dem Lederarbeiter diverse Schwertscheiden in Auftrag geben wollte und zur besseren Verdeutlichung wie die aussehen sollten, sogar eine Zeichnung angefertigt hatte. Ich glaube, der Sattler war sehr zufrieden mit diesem Kunden und dem lukrativen Auftrag, auch wenn der Hauptmann von Jorts Überlegungen darüber anstellte, ob diese Bestellung irgendwelche kriegerischen Folgen haben könnte, nachdem der fremde Rarius sich auf den Heimweg begeben hatte.
 
Der Lederarbeiter wurde von dem Hauptmann übrigens als Schlausleen bezeichnet, weil er in der Taverne Geschäfte machte… übrigens ein Ausdruck, den ich zuvor noch nie gehört hatte. Die beiden Rarii aus Jorts kamen jedenfalls überein, dass die bestellten Schwertscheiden wohl kein Anlass für Besorgnis waren, zumindest zurzeit nicht und setzten ihr Gespräch von draußen über die Gerichtsverhandlung und die damit verbundene gigantische Summe von mehreren Hundert Goldtarsk bei einem Kalana fort.
 
Auch wenn ich den Herren selbstverständlich gerne noch ein wenig zu Diensten gewesen wäre und weiter den Beschreibungen von goldenen Dächern oder Fußböden gelauscht hätte, durfte ich dennoch nicht das Zarspiel meiner Herrin verpassen und machte mich mit einem „Harta“ des Hauptmanns schließlich eilig auf den Weg zum Turnierplatz, wo ich mit Erleichterung feststellte, dass das Spiel noch nicht begonnen hatte. Meine Herrin und ihr Gegner einigten sich gerade darüber, wer mit den Steinen und wer mit den Stöcken spielt… ich hatte also noch keine Ihn Daumendrücken verpasst. Wobei… meine Herrin hatte das Drücken meiner Daumen natürlich überhaupt nicht nötig und hätte bestimmt auch ohne gewonnen. Aber geschadet hat es wohl auch nicht.
 
Nach dem Spiel ging es erstaunlicherweise weiter um Geld, diesmal allerdings nur um Kupfer und nicht um Gold. Denn unter den vielen Bürgern von Jorts, die zugeschaut hatten, war auch der Lederarbeiter, der nun bei meiner Herrin seine Schulden begleichen wollte. Meine Herrin hatte ihm ja bei der Sklavenauktion mit einigen Kupfer ausgeholfen, weil er nicht mit einer so hohen Summe für den Kauf seiner Kajira gerechnet hatte.
 
Anders meine Herrin, die sich sogar auf einen noch höheren Betrag und auch ein längeres Darlehen eingerichtet hatte. Ihr als Sklavenhändlerin war es schon immer sehr wichtig gewesen, dass eine Sklavin zu dem Herrn kommt, nachdem sich das Mädchen sehnt, weil sie dann erfahrungsgemäß besser dient. Sie sagte dem Lederarbeiter, dass für sie der Preis überhaupt nicht ungewöhnlich gewesen war, weil sie bei ihren Geschäften durchaus auch schon Pauschalabsprachen über 50 Kupfer je Mädchen bei Lieferungen von unausgebildeter Ware getroffen hatte. Wobei der Normalpreis allerdings meist bei 20 Kupfer lag und Kasra mit seinen Wucherpreisen natürlich auch nicht mit Jorts verglichen werden kann.
 
Tja, und dann wünschte noch ein weiterer Herr meine Herrin zu sprechen und verursachte damit bei mir eine Mischung aus freudigem Herzklopfen, aber auch ein wenig nervöser Aufregung, da in mir eine kleine Ahnung keimte, worum es dem Rarius vielleicht gehen könnte. Meine Herrin schaute erst den Krieger überrascht an und dann sofort misstrauisch zu Katy und mir, da sie offensichtlich mit einer Beschwerde rechnete. Doch dem war natürlich nicht so! Komisch war nur, dass der Herr auf dem Weg bis zum Haus meiner Herrin entweder nervös geworden war oder zumindest umdisponiert hatte, denn er begann sein Gespräch damit, dass er eigentlich ein anderes Anliegen gehabt hatte. Nun erzählte er ihr erst einmal, was er zuvor mit dem Hauptmann besprochen hatte… bis er schließlich doch noch seine eigentliche Frage stellte. ;-)

Donnerstag, 23. Mai 2013

Bewohnerbefragungsmaschine

Ich verließ mal wieder vor meiner Herrin das Haus, weil sie noch mit irgendwelchen Arbeiten beschäftigt war und machte mich Richtung Marktplatz auf, wo mir eine fremde Freie über den Weg lief. Wobei ich gestehen muss, so vermummt wie diese Person war, war ich alles andere als sicher, ob es sich tatsächlich um eine Herrin handelte oder doch einen Herrn, der nur noch nicht den Staubschutz abgenommen hatte, zumal auch keine Begleitung zu entdecken war. Es ist zwar schon etliche Jahre her, aber ich weiß immer noch sehr gut, wie unangenehm und schmerzhaft es seinerzeit auf Samanu für mich endete, als ich einen Herrn fälschlicherweise mit „Tal Herrin“ begrüßte, nur weil seine Kleidung mich an die Verhüllungen einer freien Frau erinnerte. Ich zog diesmal daher vorsichtshalber einen Gruß mit schlichtem „Tal“ vor, auch wenn es ein wenig unhöflich war.
 
Doch das Geschlecht der Vermummten war zum Glück schnell geklärt, nachdem ich ihre Stimme gehört hatte. Sie war offensichtlich auf der Suche nach Wasser. Nichts einfacher als das, diesen Wunsch konnte ich schnell erfüllen, denn sie stand bereits vor dem Brunnen, hatte nur noch nicht entdeckt, dass sich der Schöpfeimer auf der anderen Seite befand. Nachdem ich ihre leere Botha mit frischem Wasser gefüllt hatte, erkundigte ich mich freundlich, ob sie noch andere Wünsche hatte und in der Herberge vielleicht ein Zimmer nehmen möchte. Doch das war nicht der Fall, die Herrin wollte anscheinend bald weiter und erlaubte mir, mich zur anderen Brunnenseite aus dem Staub zu machen, wo ich inzwischen bekannte Stimmen gehört hatte.
 
Meine Herrin war dort nämlich im Gespräch mit einem Krieger und dem Händler wegen eines neuen Kastens, der neben dem Brunnen aufgebaut worden war. Abgelenkt durch die unbekannte Herrin war mir dieses Ding bislang gar nicht aufgefallen. Ich erfuhr nun, es handelte sich hierbei um eine Bewohnerbefragungsmaschine… oder hieß der Kasten anders? Egal, es ist jedenfalls ein Gerät, mit dem alle Bewohner, also nicht nur die Heimsteinangehörigen, anonym darüber abstimmen können, dürfen, müssen... nee, wohl nur diejenigen, die wollen... ob sie in Jorts einen Administrator haben möchten oder nicht.
 
Auch wenn in der letzten Zeit ein paar Äußerungen des Händlers angedeutet hatten, nach welchem Amt er möglicherweise strebt, konnte sich meine Herrin die Hintergründe dieser Abstimmung nicht wirklich erklären. Warum und wozu braucht Jorts denn einen Administrator? Es gibt doch einen Rat! Herrscht unter den Ratsmitgliedern kein Vertrauen zueinander? Da die Ratssitzungen grundsätzlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden und Informationen über Beschlüsse kaum oder nur sehr zögerlich öffentlich gemacht werden, fand ich die Fragen meiner Herrin durchaus berechtigt und war sehr dankbar, genaueres zu erfahren, auch wenn ich nur eine nicht stimmberechtigte Sklavin bin und von solchen Dingen vermutlich nicht genug verstehe.
 
Die Amtsgelüste des Händlers wurden jedenfalls bestätigt und in mir keimte sofort die Vermutung, er hielt sich nicht nur neben der Befragungsmaschine auf, um den üblicherweise leseunkundigen Bewohnern den dort angebrachten Aushang vorzulesen und die Hintergründe zu erläutern, sondern um gleichzeitig auch Werbung für sich als Administratorkandidaten zu machen. Genau so war es auch und der Krieger wich ihm nicht von der Seite, schien sich allerdings nicht für das Amt zu interessieren, denn er argumentierte gegen die Wahl eines Administrators, den er wohl als überflüssig ansieht. Auch wenn der Wahlkampf für den Händler offensichtlich bereits begonnen hatte, müssen die Bewohner von Jorts vorher jedoch erst mal mehrheitlich für oder gegen einen Administrator stimmen. Je nach Beschluss könnte danach dann möglicherweise der Händler gewählt werden… dachte ich jedenfalls.
 
Falsch gedacht, es existiert nämlich bereits ein Gegenkandidat und zwar der Hauptmann! Nun bin ich gespannt, ob es vielleicht noch weitere Bewerber für diesen Posten geben wird und hoffe, dass sich Jorts durch dieses Amt nicht in verschiedene Lager spaltet.

Mittwoch, 22. Mai 2013

Ein lustiger Fehler und sehr verwunderliches Benehmen

Die Eindrücke des zuvor auf der Auktion Erlebten lieferten natürlich jede Menge Gesprächsstoff für die anschließende gemütliche Runde der Freien auf der gut besuchten Terrasse des Gasthauses. Es wurde sogar so voll, dass tatsächlich alle Sitzkissen besetzt waren, da sich nun auch die Schreiberin und der zu euchzende Krieger mit ihren Kajirae dazu gesellten. Sie waren zuvor bei der Versteigerung nicht dabei gewesen und wollten im Nachhinein natürlich noch erfahren, wer denn letztendlich den Zuschlag für die Stadtkettensklavin erhalten hatte und für wie viele Kupfertarsk.
 
Das Hin und Her darüber, wer wie viel bereit war für eine Sklavin oder ein Schwert auszugeben, ob der Preis denn nun ohne Brandzeichen überhaupt angemessen war oder überteuert und daher noch etwas erstattet werden muss, ging irgendwie leicht an mir vorbei und ich gestehe, ich war wegen dem Krieger neben mir ein wenig abgelenkt. Leider beachtete er mich jedoch überhaupt nicht. Naja, warum sollte er das auch? Er hatte diesmal schließlich seine eigene Kajira dabei, war also bestens versorgt… so dachte ich jedenfalls, lag damit aber vorerst falsch.
 
Ich hatte nämlich nicht damit gerechnet, dass der Rarius so lange warten musste, bis er endlich von seinem Eigentum einen Kalana serviert bekam. Da meine Herrin bereits an ihrer Honigmilch schlürfte und auch sonst alle Freien mit einem Getränk versorgt worden waren, gab es für mich vorerst nichts weiter zu tun. Selbstverständlich konnte ich nicht ahnen, dass die Kajira des Herrn neben mir, erst den Hauptmann bedienen würde. Während ich mein Nichtstun nutzte, um die Herrschaften ein wenig zu mustern, natürlich unauffällig, und dabei ihren Gesprächen lauschte, stellte ich plötzlich mit großem Erstaunen fest, dass sich die Kajira des zu euchzenden Kriegers eine Adresse weiter hinkniete, nämlich neben den Hauptmann und nicht neben ihren Herrn.
 
Ich gebe zu, die roten Tuniken der Rarii sehen wirklich alle sehr ähnlich aus, aber ihre männlichen Inhalte unterscheiden sich sehr wohl! Daher nahm ich an, sie würde ihren Irrtum sehr schnell bemerken. Außerdem wie hätte ich sie an zwei Herren vorbei auf ihren Fehler aufmerksam machen sollen? Doch mein Erstaunen wurde immer größer, denn die Sklavin bemerkte auch bei ihrem Serve noch nicht, an wessen linker Seite sie da tatsächlich auf die Knie gesunken war. Ich denke, ich muss nicht weiter erläutern, dass mir diese lustige Situation inzwischen eine gehörige Portion Beherrschung abverlangte, meine Mundwinkel immer offensichtlicher zuckten und ich mich gewaltig zusammenreißen musste, um nicht laut zu kichern.
 
Da man sich mit Schadenfreude natürlich nicht gerade Freunde macht, schlug ich mir geistesgegenwärtig ganz schnell die Hand vor den Mund und versuchte so, mein kaum zu zügelndes Lachbedürfnis in den Griff zu bekommen. Doch als der Hauptmann der Kajira seines Kastenbruders dann den Kalanakelch sehr reaktionsschnell aus der Hand nahm und ich sein schelmisches Grinsen sah, mit dem er sich bei seinem Sitznachbarn für dieses unerwartete Getränk bedankte, konnte ich mir mein das Kichern dann wirklich nicht mehr verkneifen und prustete peinlicherweise laut los.
 
Ich hoffe nur, die Ärmste ist nicht nachtragend… zumindest nicht allzu lange, denn eigentlich mag ich sie recht gerne und kenne sie ja auch schon etwas länger. Während sie schließlich im zweiten Anlauf dann endlich ihrem Herrn seinen Kalana servierte, war sie zumindest ganz schön stinkig auf mich, so wie sie mich mit Blicken anfunkelte, bei denen ich übrigens ganz froh war, dass ihr Herr zwischen uns saß. Wobei ich ihre giftigen Blicke durchaus verstehen kann… ich hätte vermutlich nicht anders reagiert.
 
 
Nicht verstehen konnte ich das verwunderliche Benehmen einer anderen Sklavin, deren Besitzer anscheinend schon seit mehreren Hand verschollen ist. Nichts gegen die Tränen um ihren Herrn, die kann ich aus eigener leidvoller Erfahrung wirklich sehr gut nachvollziehen. Aber sich als Kajira zu erdreisten, den Freien Forderungen zu stellen, als es darum ging, wer sie vorerst in Obhut nehmen wird, über ein solch peinliches Benehmen war ich mehr als verwundert, aber die Herrschaften natürlich auch… möge die Kajira ihre Lektion gelernt haben. ;-)

Dienstag, 21. Mai 2013

Sklavenauktion

An diesem Tag sollte nun die Versteigerung der angeschwemmten Sklavin stattfinden, da sich ihr Herr innerhalb der allgemein üblichen Frist von einer Hand nicht gemeldet hatte. Meine Herrin war wegen einiger wichtiger Arbeiten zuhause noch nicht abkömmlich, erlaubte mir aber, schon einmal vorzugehen, denn der inzwischen aufgebaute Block auf dem Marktplatz interessierte mich natürlich brennend und wer unter den Bewohnern außer meiner Herrin noch alles auf die Kajira bieten würde. Bei dem Lederarbeiter war ich mir bereits ziemlich sicher, so eingehend wie er die Neue und ihre Dienste in den vergangenen Tagen bereits „getestet“ hatte und eigentlich auch bei der schneidernden Herrin aus der roten Kaste, da diese sich seit längerem eigentlich für jede Sklavin interessiert, die zum Verkauf steht. Ob es jedoch noch weitere Interessenten gab, blieb spannend bis zur Eröffnung der Auktion.
 
Auf dem Block vor dem Sklavenhaus wurde die Ware bei meinem Eintreffen bereits zur Begutachtung für mögliche Kaufinteressenten zur Schau gestellt… komischerweise aber mit einer Tunika bekleidet, was einigen Unmut unter den versammelten Käufern und Schaulustigen erzeugte. Ich vermutete, der gewiefte Händler wollte damit vielleicht die Fantasien der männlichen Käufer und somit ihr Interesse an dieser Kajira noch ein wenig anheizen, gleichzeitig aber die freien Frauen auch nicht brüskieren… alles natürlich nicht ganz uneigennützig, da er ja für seinen Aufwand einen prozentualen Anteil am Erlös erhalten würde. Der Sklavin kam dieser vermeintliche Schutz durch das bisschen Stoff offensichtlich ganz recht, so nervös wie sie war, denn es war ihr erster Verkauf in dieser Form.
 
Da ich mich noch sehr gut daran erinnern konnte, wie es sich anfühlt auf dem Block angeboten zu werden, versuchte ich ihr ein wenig Mut zuzuflüstern, war mir aber gleichzeitig sicher, dass das nicht wirklich erforderlich war. Welche Kajira von roter Seide genießt es nicht, sich vor Männern so präsentieren zu dürfen! Sie brauchte sich auch keinerlei Gedanken machen, dass niemand bieten würde, dann es gab ja bereits eine Liste mit mehreren Kaufinteressenten. Und Sorgen über den Leumund ihres neuen Besitzers oder Besitzerin waren ebenfalls überflüssig, da bei dieser Versteigerung ausschließlich Bewohner aus Jorts zugelassen waren und keine unbekannten Fremden. Einzig der Preis, den sie erzielen würde und wer den Zuschlag bekommt, war noch unklar.
 
Meine Herrin schaffte es zum Glück gerade so eben noch, nur knapp den etwas schleppenden Beginn der wirklich gut besuchten Auktion zu verpassen, da sich anfangs niemand traute ein Gebot abzugeben. Als die Versteigerung dann aber richtig in Schwung kam, bot meine Herrin natürlich mit, d.h. ich durfte es tun, weil sie mit ihrer immer noch angegriffenen Stimme nicht so laut rufen konnte. Mit Erstaunen registrierte ich einen vierten Interessenten, nämlich den Hauptmann, der sich offensichtlich noch eine weitere Sklavin kaufen wollte. Er legte sich mächtig ins Zeug mit dem Bieten und trieb mittendrin den Preis mit einem um 20 Kupfer höheren Gebot schlagartig in die Höhe.
 
Wollte er mit einem solchen Preissprung vielleicht seine Konkurrenten endgültig ausschalten? Teilweise ist ihm das tatsächlich auch gelungen, denn die andere Herrin hörte auf zu bieten und meine Herrin gab mir ebenfalls ein Zeichen abzuwarten. Vielleicht war es aber auch ein Versprecher oder hatte er das vorherige Gebot womöglich bei den vielen Stimmen akustisch nicht genau verstanden und dachte der Preis läge schon höher, denn die große Menschenmenge forderte inzwischen massiv, die Ware endlich nackt zu sehen… ich natürlich auch, meine Herrin kauft nämlich keine Gianni im Sack!
 
War meiner Herrin ein Preis von 50 Kupfer für eine noch nicht endgültig ausgebildete Kajira dann womöglich zu hoch? Vielleicht sah sie ihre Gewinnspanne beim Verkauf dieses Mädchens als zu gering an oder hatte doch kein ernsthaftes Interesse? Ich weiß es nicht. Eigentlich besitzt sie genug Geld und kann es sich daher durchaus leisten, sich von ihrem Geschäft als Sklavenhändlerin zurückzuziehen, um sich nur noch ihrer Blumen- und Pfefferzucht zu widmen. Bei den Herren lag die Sache allerdings anders, denn beide wollten die Sklavin nicht für den Handel, sondern vermutlich für ihren Privatgebrauch erwerben. Ich meinte ihnen direkt ansehen zu können, wie sehr sie bei dem hohen Preis innerlich mit sich rangen und vor allem am Rechnen waren, um die vielen Kupfer für den Kauf des Mädchens zusammenzukratzen.
 
Auch wenn meine Herrin dann nicht mehr mitbot, wirkte sie dennoch weiter mit, indem sie Partei für den Lederarbeiter nahm und mir leise etwas mitteilte, das ich ihm ins Ohr flüstern sollte. Sie wusste zu dem Zeitpunkt zwar noch nichts von den Befürchtungen des Hauptmanns, dass seine ausgeliehene Sklavin womöglich nicht zurückkommt, trotzdem vermute ich, ihre Wahl war auf den Lederarbeiter gefallen, weil sie sich von ihm erhofft, dass er mit seinem Besitz ähnlich goreanisch umgeht wie sie es immer mit mir tut, d.h. dass seine Kajira genau wie ich anderen Herrschaften dienen darf, sofern er sie nicht selbst benötigt. Das Nichtverleihen von Privatkajirae war vor kurzem nämlich erst Thema zwischen den beiden gewesen.
 
Drei Kupfer später war die Entscheidung dann klar, der Hauptmann machte plötzlich doch einen Zurückzieher, der Lederarbeiter bekam den Zuschlag und konnte seinen neuen Besitz dank der Münzen, die ich ihm von meiner Herrin überreicht hatte, sofort bezahlen. Bevor er sich aber zufrieden über seinen Neuerwerb in sein Haus zurückzog, machte er ihr erst einmal klar, dass er keine Eigenmächtigkeiten bei seiner Sklavin duldet… auch nicht, sich einfach ohne seine Erlaubnis die Tunika wieder überzustreifen.
 
Natürlich lief die Menschenmenge nach der Versteigerung nicht gleich auseinander, denn ein solches Ereignis erlebt man eben nicht jeden Tag. Es war natürlich noch ein wenig Pflaster platt treten auf dem Markt angesagt, bevor der Durst alle Herrschaften zur Terrasse trieb und ich mit Erstaunen erfuhr, dass es für den Hauptmann seine erste Sklavenauktion gewesen war. Das brachte meine Herrin auf die spontane Überlegung, ob sie mich nicht ebenfalls auf dem Block anbieten sollte, allerdings nur auf Zeit. Sie möchte mich nämlich in Obhut wissen, da sie die nächsten drei Hand wieder auf Reisen sein wird und mich nicht mitnehmen kann.
 
Leider kam es dann jedoch nur zu einer sehr schnellen Regelung ohne Versteigerung, dafür aber mit Bezahlung... durch Honigmilch. Ich darf demnächst dem Hauptmann zu Diensten sein… mich putzenderweise in seinem Haus austoben und zusätzlich ein wenig um das Polieren der Schätzchen des Brauereibesitzers kümmern. Toll, es ist doch immer wieder eine wirklich große Ehre, auf Zeit verliehen zu werden.
 
Mein Erfahrungsschatz als Leihgabe bleibt nun also doch nicht hängen beim ausschließlichen Erstellen von irgendwelchen langweiligen Zetteln für einen Leihherrn vor langer Zeit, sondern wird ab nächster Hand enorm erweitert werden! Ich bin gespannt, ob sich mir diesmal eine Gelegenheit eröffnet, den Herren zu zeigen, was ich noch so kann oder ob außer Schreiben, Servieren, Putzen und Polieren alles der eigenen Sklavin vorbehalten bleibt.^^

Freitag, 17. Mai 2013

Strich durch die Rechnung

Meine Herrin hatte ihr Zarspiel leider verloren und sich noch ein wenig hingelegt, sodass ich leise das Haus verließ, um sie nicht zu stören. Ich wollte nach ihrer Blumenzucht schauen und vor allem nach dem Pfeffer. Doch sie schien nicht mehr schlafen zu können und kam daher ebenfalls vor die Tür, sodass ich ihr die wie ich meinte, merkwürdig aussehenden Blätter des Pfeffers zeigen konnte. Doch da meine Herrin zuvor noch nie Pfeffer gezüchtet hatte und mir nicht sagen konnte wie die aussehen müssen, kamen wir überein, dass sie wohl so ganz richtig sind. Dann kam Besuch, nämlich die Schreiberin, die ich eigentlich ganz gut leiden kann, auch wenn sie eine Herrin ist und das Pfefferthema musste vertagt werden.

Mir gefiel eigentlich nicht besonders, dass sich meine Herrin genau in dem Moment mit ihrem Gast ins Haus zurück, als auf dem Weg etwas Rotgewandetes auftauchte, das sofort meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Doch die Interessen einer Sklavin sind natürlich nicht  weiter von Belang und meine Herrin schien davon leider nichts gesehen zu haben. Ich hoffte natürlich, dass es einer der Krieger war und lag damit tatsächlich auch nicht verkehrt. Es war der Rarius, den ich immer euchzen muss, den ich nun höflich begrüßte. Er war anscheinend nicht im Dienst und hatte zu meiner Freude offensichtlich sogar etwas Zeit für einen kleinen Klöhnschnack mit mir. Doch ich konnte natürlich nicht einfach draußen bleiben, sollte meine Herrin womöglich ihre Besucherin selbst bedienen? Selbstverständlich nicht!

Was für ein Mist, warum war ausgerechnet jetzt die Schreiberin aufgetaucht? Ich wäre so gerne noch vor der Tür geblieben, doch da hatte mir die Besucherin nun einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn es gab inzwischen mit Sicherheit Bedarf an meinen Servierdiensten. Es nützte daher leider nichts, schweren Herzens verabschiedete ich mich von dem gutaussehenden Herrn und huschte zurück ins Haus, wo meine Dienste tatsächlich schon erwartet wurden. Ich tröstete mich vorerst damit, dass ich ihn später ja vielleicht noch im Gasthaus treffen würde, erfuhr jedoch kurz darauf, dass daraus nichts werden würde. Die Schreiberin hatte den Rarius nämlich als Begleitschutz für eine sehr weite, mir unerklärliche Reise angeheuert.

Es ging dabei schon wieder um diesen blöden Wachsklecks mit Siegel und eine damit zusammenhängende Geldangelegenheit, zu der die Schreiberin nun um Beratung ersuchte. Die Herrin konnte von Glück sagen, dass ich so genau wusste, in welcher Kiste sich die ganzen Protokolle befanden, die ich seinerzeit über endlose Ratssitzungen anfertigen musste. Ach nee, ich muss anfertigen DURFTE sagen! Immerhin konnte meine Herrin ihr damit nach so langer Zeit ziemlich genau mitteilen, wann ein bestimmter Krieger der Regent ihres Heimsteins gewesen war... somit waren die Dinger doch noch für etwas gut.

Die Schreiberin hatte es nach diesen Informationen dann auf einmal ziemlich eilig, ihre weite Reise endlich anzutreten. Warum sie eine solche Mühe für eine Freie eines anderen Heimsteins auf sich nehmen wollte, der zusätzlich auch noch mit ihrem eigenen fast verfeindet oder auf jeden Fall nicht gerade freundschaftlich mit Jorts verbunden ist, kann ich nicht nachvollziehen. Aber von solchem politischen Geplänkel versteh ich ja auch nichts.

Donnerstag, 16. Mai 2013

Sie ist zurück

Nanu, was war das denn? Erschrocken öffnete ich verschlafen meine Augen, weil ich ein ungewöhnliches Geräusch gehört hatte und erblickte erstaunt meine Herrin, die sich gerade umzog. War sie endlich zurück von ihrem Landsitz oder träumte ich etwa noch? Irgendwie traute ich der Erscheinung nicht so ganz, doch es war keine, meine Herrin war tatsächlich echt. So liebevoll wie ich angeschaut wurde, konnte das nämlich kein Traum sein! Mit einem freudigen Satz hüpfte ich schnell herunter von meinem… ähhhmmm… ihrem Schlaffell wollte ich natürlich sagen und schmiegte mich an sie, indem ich ihre Beine umschlang und mein Gesicht in die Falten ihres Rocks drückte.
 
Leider musste ich dann aber feststellen, dass meine Herrin doch noch nicht komplett zurückgekommen war, denn ihre Stimme fehlte immer noch zum Teil. Allerdings konnte sie inzwischen wenigstens schon viel besser flüstern, als noch vor zwei Hand. Um ihre Stimme noch ein wenig weiter zu schonen, berichtete ich daher erst einmal mehr oder weniger ausführlich über meine Erlebnisse ohne sie, wobei ich ihr gewisse Details, die eine ehrbare freie Frau natürlich nicht interessieren, selbstverständlich wie immer ersparte und in meinen Augen so unwichtige Dinge, wie die vom Hauptmann angekündigte Möglichkeit, mich von seinem furchteinflößenden Sleen namens Fenris beschnuppern zu lassen, einfach wegließ.
 
Doch schließlich waren die Gelüste meiner Herrin nach ihrer geliebten Honigmilch einfach nicht mehr zu bremsen und vor allem ihre den Platz für das Zarturnier betreffende Neugier, da sie ja bereits am nächsten Tag zu ihrem ersten Spiel antreten musste… leider jedoch zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt, wo ich mit Sicherheit noch nicht mit den vielen anstehenden Arbeiten fertig sein werde. Aber egal, meine Herrin gewinnt bestimmt auch ohne mich… außer wenn wir, also ich verschlafe, denn meine Herrin tut sich mit frühen Aufstehen noch viel schwerer als ich. Falls sie also doch verlieren sollte, kommt das bestimmt von der ungünstigen Zeit.
 
Bei der Zubereitung ihrer Milch meinte ich es diesmal wieder besonders gut und rührte nicht nur als Nervennahrung und Stärkung vor dem ersten Turnierspiel, sondern auch zur besseren Wiederherstellung der Stimme meiner Herrin, also sozusagen aus gesundheitlichen Gründen, einen Extralöffel Honig hinein. Ist bestimmt besser so, dachte ich, kann auf jeden Fall nicht schaden und ölt die Stimmbänder vielleicht. Dennoch merkte ich sehr schnell, dass die große Runde auf der Terrasse meine Herrin ziemlich anstrengte, denn sie beteiligte sich nur sehr verhalten an den Gesprächen der anderen Herrschaften und benutzte so oft es ging Gesten, nickte nur oder flüsterte mir ihre Antworten ins Ohr, damit ich sie quasi als ihr Verstärker dann laut wiedergeben konnte.
 
Wobei meine Herrin natürlich auch nicht zu allem und jedem etwas beisteuern musste und sich weitestgehend aus dem Säbelrasseln des ersten Händlers heraushielt, der sich aus unerklärlichem Grund in irgendwelche Missverständnisse oder Fehlinterpretationen ziemlich hinein steigerte. Mir kam dabei in den Sinn, dass er möglicherweise mit dem falschen Fuß zuerst aufgestanden war, zumal er sich doch tatsächlich anmaßte, dem Lederarbeiter vorzuschreiben, wie der die neue Sklavin zu nennen hat, wenn er sie anspricht. Wohlgemerkt, es ging bei diesem Zoff nicht darum, der Kajira einen Namen zu geben, denn ihre Besitzverhältnisse sind zurzeit noch gänzlich ungeklärt, sodass sie vorerst der Stadtkette unterstellt ist. Außerdem ist das Vorkaufsrecht des Finders unbestritten.
 
Doch was soll’s… mich geht das natürlich nichts an.;-)

Mittwoch, 15. Mai 2013

Bramborium um ein Siegel

Natürlich verlief ich mich mal wieder in den engen Straßen von Jorts, nachdem ich das Haus des Lederarbeiters sehr früh am Morgen verlassen hatte. Mein Orientierungssinn schlief vermutlich noch, denn ich hatte wohl insgesamt etwas zu wenig Schlaf bekommen und landete daher sonst wo, nur nicht auf dem kürzesten Weg zur Pumpe hinter dem Gasthaus, wo ich mich schnell waschen wollte, um danach dann meine in der Taverne zurückgelassene Tunika zu holen. Ich hoffe nur, niemand hat mein peinliches im Zickzack laufen gesehen, aber die Gassen waren ziemlich ausgestorben.
 
 
Mein nächster Weg führte mich in der oberklitzekleinen Hoffnung, dass meine Herrin vielleicht mit dem nächsten Schiff zurückkommt, mal wieder zum Hafen… kam sie aber nicht, sodass ich mich schließlich langsam auf den Heimweg zurück ins Dorf aufmachte, übrigens gerade rechtzeitig noch, um zumindest einen Teil der regen Diskussion auf dem Marktplatz nicht zu verpassen. Ich kniete mich ein wenig abseits, um die Herrschaften in ihrem Gespräch nicht zu stören und sperrte meine Ohren auf, während ich die fremde Sklavin eingehend musterte, die von der Kajira des Kriegerbauern aus dem Vosk gefischt worden war und der Anlass für die Aufregung unter den Freien war.
 
Mir kamen sofort irgendwelche Assoziationen über einen aufgescheuchten Vulohaufen bei den hin und her gehenden Spekulationen über die einzuhaltende Frist, wem ein Vorkaufsrecht zusteht, wer überhaupt der derzeitige Besitzer ist und natürlich auch die Seidenfarbe, bis endlich jemand auf die geniale Idee kam, auf die Gravur des Kragens zu schauen und die Sklavin zu befragen. Aber vielleicht habe ich auch einiges missverstanden, da es der Schreiberin plötzlich nach einem Tee gelüstete, sodass sie mich mit dieser Bestellung in Ermangelung ihrer eigenen Kajira leider vom Geschehen entfernte und ich daher den weiteren Werdegang nicht mehr richtig mitbekam… Sklavenschicksal eben, obwohl es ein extrem schneller Tee wurde.^^
 
 
Aber egal, die Priesterkönige schienen an diesem Tag sowieso anderes mit mir vorzuhaben, als die Befriedigung meiner die herrenlose Sklavin betreffenden Neugier. Denn kaum war ich zurück bei den immer noch diskutierenden Herrschaften, kam schon wieder etwas dazwischen… diesmal in Form des greisen Händlers, der sich bereits seit einiger Zeit von meiner Herrin ein Dokument erhoffte. Diesmal war er allerdings in Begleitung eines weiteren Fremden, der mir allerdings irgendwie unheimlich war, sich wegen seiner Blasenschwäche aber zum Glück sofort in den Wald verdrückte.
 
Meine Herrin hatte mir vor ihrer Abreise noch erzählt, worum es dem fremden Händler bei seinem Anliegen an sie ging und sich die Mühe gemacht, für ihn eine entsprechende Schriftrolle aus ihren Unterlagen herauszusuchen. Diese hatte sie mir dann gezeigt, damit ich sie ihm überreichen kann, falls er erneut anreist und sie noch nicht wieder zuhause ist. Trotzdem war ich ein wenig auf der Hut und hinterfragte die Angelegenheit kurz, um wirklich sicher zu gehen, nichts falsch verstanden zu haben. Doch dem war nicht so. Der Herr gab mir die freundliche Auskunft, dass es ihm tatsächlich nur um irgendein Schriftstück mit beliebigem Inhalt geht, Hauptsache es befindet sich das Siegel von Kasra darauf.
 
Na gut, dann sollte er es auch bekommen. Wozu aber das ganze Bramborium um ein Siegel? Keine Ahnung, es hatte sich mir bislang nicht erschlossen und blieb auch weiter unklar, doch das war mir mittlerweile egal. Eine Sklavin muss eben nicht alles verstehen. Nachdem ich im Sauseschritt zum Haus meiner Herrin geflitzt war, um die Schriftrolle mit dem platt gedrückten Wachsklumpen zu holen, traf ich den greisen Händler im Kastengespräch mit dem Händler aus Jorts an, sodass sich die Übergabe dann noch etwas hinzog, denn meine ausgestreckten Hände mit dem Dokument blieben erst einmal hartnäckig unbeachtet.
 
Dank des regelmäßigen Servierens von Getränken mit erhobenen Händen, machte das Ausharren in dieser Haltung meiner durchtrainierten Armmuskulatur jedoch nicht allzu viel aus und in Geduld muss sich eine Kajira sowieso üben können. Letztendlich ging es dem Fremden dann aber nur noch um die Bestätigung der Übergabe durch den jortsschen Händler… oder war es die Bestätigung um welches Siegel es sich handelte? Egal, ich wurde das Papier jedenfalls irgendwann doch noch los und der fremde Händler lud seinen Kastenbruder für die Gefälligkeit zu einem Paga ein.
 
Da Shani sich um die Bedienung der beiden Händler kümmerte, blieb es an mir, die anderen Herrschaften mit Getränken zu versorgen… unter anderem auch den netten Schmied aus Belnend. ;-)
 
 

Dienstag, 14. Mai 2013

Männertag

…zumindest fast!^^
 
Ziemlich ausgeruht erwachte ich am nächsten Morgen und registrierte sofort, wo ich mich befand… im Haus meiner Herrin. Es war nämlich weder das herzhafte Schnarchen eines Mannes zu hören, noch die vertrauten Atemgeräusche meiner Besitzerin, dafür aber umso lauter die Tiere vom benachbarten Hof. Nachdem ich noch ein wenig über die Eigenarten und Vorlieben des einen oder anderen Herrn sinniert hatte, rappelte ich mich leise seufzend aus dem weichen Fell, um mir eine Tunika überzustreifen. Danach nahm ich mir für diesen Tag ganz fest vor, mich besonders einem Herrn gegenüber von meiner besten und vor allem lernfähigsten Seite zu zeigen, weil meine Bestrafung durch ihn noch nicht lange zurücklag.
 
Im Nachhinein war ich dem Krieger wirklich dankbar für seine recht milde Strafe und vor allem den äußerst günstigen Zeitpunkt, denn die nicht allzu schlimmen Striemen auf meinem Po waren während meiner gleich am nächsten Morgen beginnenden, tagelangen Feldarbeit schnell abgeheilt. Dadurch hatte in Jorts zum Glück niemand etwas von meiner Bestrafung bemerkt, denn mit der Verärgerung des Herrn über meine Unachtsamkeit und mangelnde Merkfähigkeit hatte ich ja nicht gerade zur Ehre meiner Herrin beigetragen. Damit mir ein solcher Fehler hoffentlich nicht noch einmal passierte, murmelte ich vorsichtshalber noch mehrere Male konzentriert, was ich ja nicht vergessen wollte und verließ dann das Haus meiner Herrin.
 
Komisch, ausschlafen scheint irgendwie mutig und neugierig zu machen, denn ich nahm erneut den Weg hinter dem Haus, auf dem ich am Käfig des Ungeheuers namens Fenris vorbeikommen würde. Diesmal war ich zwar einigermaßen dafür gewappnet, was mich gleich erwarten würde, zuckte aber trotzdem erschrocken zusammen, als der Sleen mich wieder giftig anfauchte und mir seinen ekelhaften Mundgeruch um die Nase blies, sodass ich automatisch die Luft anhielt. Um nicht Gefahr zu laufen, zu ersticken, zeigte ich dem Biest einfach schnell die kalte Schulter und schlüpfte eilig zwischen den Häusern hindurch auf den Marktplatz, um dort dann gierig nach Luft zu japsen.
 
Ziemlich zufrieden mit dieser äußerst glanzvollen, unerschrockenen Leistung, schnaufte ich ein paarmal richtig tief durch, als mich plötzlich eine bekannte Stimme ansprach, warum ich denn so aus der Puste bin. Mist, ich hatte den Hauptmann gar nicht bemerkt! Nicht auszudenken, wenn meine guten Vorsätze gleich bei der ersten Begegnung mit einem Freien schon wieder dahin waren und mir erneut ein Patzer unterlief… wobei ich diesen Krieger wenigstens nicht euchzen muss. Bei dem Hauptmann sollte eine Sklavin aber trotzdem stets auf der Hut sein… alleine schon wegen der ständigen Kopfnüsse, die man so leicht von ihm kassieren kann. Ich bemühte mich daher sofort, ihn möglichst milde zu stimmen und glaube, das ist mir zumindest eine Zeit lang auch einigermaßen gelungen.
 
Der Rarius schien einem kleinen Plausch mit mir jedenfalls nicht abgeneigt und ich berichtete ihm stolz, was ich bei seinem Sleen für Ängste ausgestanden, aber auch überwunden hatte. Leider brachte ihn das auf den Gedanken, meiner Herrin ein absolut schreckliches Angebot zu unterbreiten. Er will ihr tatsächlich anbieten, sein Ungeheuer an mir schnuppern zu lassen, damit der Sleen im Falle eines Diebstahls meine Fährte aufnehmen und mich finden kann. Oh je, auch das noch! Obwohl ich in so einem Fall selbstverständlich gerne gefunden werden möchte, packte mich dennoch bei der Vorstellung das blanke Entsetzen. Erfolgsquote des Viechs hin oder her, ich hoffe inständig, dieser grässliche Gedanke entfällt dem Herrn wieder, bevor meine Herrin von ihrem Landsitz zurück ist.
 
Möglicherweise konnte ich den Hauptmann nämlich nicht ganz davon überzeugen, dass mich sowieso niemand klaut und sich somit jegliches Schnuppern seines fauchenden, stinkenden Ungeheuers an mir erübrigt. Mir bleibt wohl nur zu hoffen, dass der vielbeschäftigte Hauptmann sein Vorhaben schnell wieder vergisst. Vielleicht stehen die Chancen dafür aber gar nicht mal schlecht, so plötzlich wie sich der Rarius auf einmal von dem sich inzwischen zu uns gesellten Lederarbeiter verabschiedete und davon stampfte, weil ihm offensichtlich gerade etwas ganz besonders Wichtiges in den Sinn gekommen war.
 
Wie gut, dass der Lederarbeiter noch nicht am Verdursten war und der angekündigte gemeinsame Paga mit dem Hauptmann daher noch ein wenig warten konnte. Es gelang mir daher, ihn recht schnell dazu zu überreden, sich den Turnierplatz für die Zarspiele einmal anzuschauen, denn ich war wirklich ein bisschen neugierig darauf, auch wenn immer noch keine Leidenschaft für Brettspiele in mir gekeimt! Nein, es ging mir darum, meine Herrin bei Bedarf darüber zu informieren, wenn sie irgendwann in Jorts eintrifft und vielleicht irgendwelche Fragen zum Turnierplatz haben sollte. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass der Herr ebenfalls an Zar ein eher geringeres Interesse hatte, dafür umso mehr an mir und sich nach einer sehr kurzen Inspektion des Spielbrettes an der kleinen Feuerstelle kurz vor dem Anleger niederließ, um anstelle der Stöcke und Steine des Zarspiels lieber mich zu mustern.
 
 
Das war mir natürlich nicht unangenehm, doch leider wurde der Herr recht bald in seinen Studien unterbrochen, weil erst der Hauptmann und dann auch noch der Händler sich dazu gesellten. Diese Alternative zum gemeinsamen Plattsitzen herrschaftlicher Hinterteile oder Festtreten von Pflastersteinen am Anleger des Vosk war mir neu, andererseits jedoch sehr praxisnah und passend zum Thema, da der Hauptmann und der Lederarbeiter sich immer noch Gedanken darüber machten, ob das Kalfatern von Schiffen mit Sklavenhaar möglich ist. Damit waren sie nämlich auf dem Marktplatz nicht ganz zu Ende gekommen… wobei ich tunlichst, naja, fast jedenfalls, meine Klappe hielt, um nicht für einen ersten Praxistest herhalten zu müssen.
 
Puh, welch ein Glück, dass der Durst dann doch siegte… die eine oder andere Kopfnuss durch die recht großzügig verteilenden Hauptmannshände hatte ich nämlich inzwischen kassiert… und die Herren letztendlich in die Taverne trieb, wo mich der Hauptmann sofort aufforderte, mich auszuziehen, wie es in Tavernen eben üblich ist. Mit Begeisterung sah ich, dass auf der Terrasse des Gasthauses immer noch keine Herrinnen in Sicht waren, sodass ich den Herren ungeniert zeigen konnte, wie die Natur mich geschaffen hatte. Ich genoss es wirklich, an diesem Abend nur Männern zu Diensten sein zu dürfen, auch wenn ich als einzige Kajira natürlich eine ganze Menge zu tun hatte, zumal auch noch ein fremder Schmied in Jorts eintraf, dem es wohl ebenfalls ganz gut in den Kram zu passen schien, bei den anderen Männern in der Taverne Platz zu nehmen.
 
Um seine Begleiterin, die beim Anblick meiner Nacktheit übrigens leicht nach Luft japste und schnell woanders hinschaute, kümmerte sich der fremde Herr jedoch nicht weiter, bestellte ihr aber etwas zu trinken, während ihm mein Anblick wohl durchaus angenehm zu sein schien. Der Herrin blieb einfach nichts anderes übrig, als schnell das Weite zu suchen, was mir in dem Moment ehrlich gesagt ziemlich recht war. Trotzdem wollte ich ihr natürlich ihr Wasser nicht vorenthalten, allerdings erst, nachdem alle Männer mit Getränken versorgt waren. Mir blieb dann nur, es ihr schließlich draußen zu servieren, wo die Dame zu meiner Freude inzwischen im Gespräch mit dem Krieger war, den ich immer euchzen muss und mir damit eine wundervolle Gelegenheit eröffnete, mich diesem Herrn ebenfalls ein wenig zu präsentieren. Schade nur, dass ich hinten keine Augen habe……
 
Der Abend war inzwischen weit fortgeschritten und zurück in der Taverne, machte mir der Lederarbeiter mit seinem eindeutigen Befehl, schon mal in sein Haus vorzugehen, sofort deutlich, wie spät es inzwischen tatsächlich geworden war und dass es bei der Reihenfolge für mein Anwärmen von Fellen geblieben war……… ;-)