Mittwoch, 8. Mai 2013

Den Letzten beißen die Sleen

Nein, der Letzte weiß sich auch ohne Ratsmitglieder zu beschäftigen!^^
 
Meine Herrin hatte tatsächlich inzwischen ein Dokument in ihren Unterlagen gefunden, dass sie mir nun zur Weitergabe an den fremden Händler überreichte. Suchen kann sie nämlich stumm, nur eben nicht reden… aber das musste sie in diesem Fall ja auch nicht. Warum gerade dieses Papier für den greisen Herrn allerdings so wichtig sein soll, wurde mir leider immer noch nicht klar, ist fürs Überreichen aber auch nicht von Belang. Für mich bleibt also einfach abzuwarten, ob der Herr damit dann zufriedengestellt ist.
 
Auch wenn meine Herrin weiterhin ihr Haus nicht verlassen will, ist sie natürlich an Neuigkeiten interessiert, sodass ich mich schließlich wieder alleine Richtung Marktplatz und Herberge aufmachen musste… diesmal aber vorsichtshalber über den gepflasterten, offiziellen Weg ins Dorf und nicht einfach den Hang hinauf, um nicht noch einmal von dem furchteinflößenden Biest des Hauptmanns angefaucht zu werden und vor Schreck doch noch eine Herzattacke zu bekommen. Schon von weitem sah ich die Menschenansammlung vor dem Brunnen. Sofort keimte Hoffnung in mir auf, gerade noch rechtzeitig eingetroffen zu sein, um etwas Wichtiges nicht zu verpassen, denn es herrschte eine ziemliche Aufregung unter den Freien.
 
Mist, zu früh gehofft. Die Aufregung war zwar offensichtlich und dass etwas passiert sein musste auch, nur bekam ich nicht einmal ansatzweise heraus, was das gewesen war. Denn kaum hatte ich sämtliche Herrschaften begrüßt, als sie auch schon alle schnell das Weite suchten, so als hätte ich die hochansteckende Dar-Kosis oder eine noch schlimmere Krankheit. Na toll, irgendwie dumm gelaufen für mich, aber nicht zu ändern. Zu meiner Freude waren allerdings doch nicht alle Bürger verschwunden. Nein, der interessante Krieger hatte sich dem gemeinschaftlichen Verdrücken nicht angeschlossen und gab irgendetwas von sich, das sich anhörte wie „nun laufen alle Vulos in den Wald um Eier zu legen“… oder so ähnlich. Er klärte mich dann aber darüber auf, dass alle zur Ratssitzung verschwunden waren, um die in Jorts immer ein großes Geheimnis gemacht wird.
 
Mir sollte es recht sein. Solche langweiligen Sitzungen mit nicht enden wollendem „Laber Laber Sklavenbrei“ geltungsbedürftiger Freier haben mich schon immer angenervt, sodass ich in der Vergangenheit mehrfach kurz davor gewesen war, mir für die Zeit dieser Sitzungen eine Stelle als Teilzeitkajira zu suchen. Erstaunlicherweise war der inzwischen vor mir stehende, stattliche Rarius jedoch kein Ratsmitglied und wurde mir dadurch noch sympathischer, zumal er anscheinend auch nicht besonders scharf darauf war, eines zu werden. Dafür schien er aber über mein Auftauchen ganz angetan zu sein und gab mir mit unmissverständlichen Worten den Befehl, ihm zu folgen… ins Spielehaus.
 
Ich mag ja solch klare Ansagen und ganz besonders wenn sie von einem Herrn kommen, aber „Oh je, ausgerechnet dort hin… er will doch nicht etwa Zar mit mir spielen?“ war meine wirklich erschreckende Befürchtung, die sich umgehend in mir breit machte und mich dann nur äußerst zögerlich hinter ihm her trippeln ließ. Doch ihm war zum Glück nicht nach einem Brettspiel! Nein, er horchte mich ein wenig über meine Gorvergangenheit aus und meine Ausbildung, bevor ich ihm schließlich in sein Haus folgen musste… falsch, ich freute mich riesig darüber, dass ich ihm folgen DURFTE und empfand das als etwas sehr Schönes, da er mich offensichtlich als geeignet ansah… für was auch immer.
 
Während ich hinter ihm herlief, stürmten daher mindestens 100000 Möglichkeiten gleichzeitig durch meinen Kopf, was er wohl mit mir vorhaben mochte. Dabei verschlang ich mit meinen Blicken seine muskulösen Männerwaden… ließ meine Augen langsam höher wandern und stellte mir vor, wie er unter seinem Tunikarock aussehen mochte, sodass ich immer kribbeliger wurde und erotische Schauer durch mein Inneres liefen. Aber vielleicht brauchte er meine Dienste auch nur zum Saubermachen? Natürlich versuchte ich, die in mir aufkeimenden, bunt gemischten Emotionen so gut dies für eine Sklavin von roter Seide eben möglich ist, in den Griff zu bekommen.
 
 
Ich bemühte mich den Herrn nicht merken zu lassen, was in mir vorging, wenn er mich erneut ansah. Doch obwohl ich noch eine kleine Galgenfrist zur Beruhigung meiner wilden Fantasien bekam, denn im Haus angekommen fütterte er erst einmal seine zahme Urt mit einem Stückchen Käse und ich durfte dabei zuschauen, war mir anscheinend trotzdem überdeutlich anzusehen, wie es um mich bestellt war. Tja, und was soll ich sagen… nachdem die niedliche Urt versorgt und gekrault worden war, quittierte er meinen Anblick und mein so offensichtlich in hellen Flammen stehendes Sklavenfeuer mit einem wohlwollenden Schmunzeln!... auch wenn ich mal wieder nichts dagegen tun konnte, dass sich meine Wangen vor Aufregung röteten.
 
Es wurde jedenfalls ein langer, sehr schöner Abend bis tief in die Nacht hinein. Obwohl mir dummerweise noch eine Bestrafung bevorsteht, weil ich den Rarius ganz aus Versehen mal wieder geduzt hatte… sozusagen „im Eifer des Gefechts“… hoffe ich dennoch, der Herr war trotzdem auch ein bisschen zufrieden mit meinen Diensten und ich habe meiner Herrin Ehre gemacht. ;-)

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