Freitag, 24. Mai 2013

Gold, das Tagesthema Nr.1

Als erstes am gestrigen Tag bezirzte ich ein wenig den Pfeffer an der Fassade des Hauses, sofern es denn welcher ist, damit er weiter so gut wachsen möge wie bislang. Aber solange ich nichts Gegenteiliges über diese Ranken erfahre, ist es für mich einfach welcher. Dann trödelte ich gemächlich weiter ins Dorf und hörte schon von weitem, dass sich zwei Herren über das Talent von Sklavinnen unterhielten. Es waren der Hauptmann und der zu euchzende Krieger, der gerade kund tat, er sei auch mit mittelmäßigen Kajirae zufrieden. Sie sind nicht so teuer, man muss in sie einfach nur ein wenig Arbeit investieren und kann damit dann durchaus gute Erfolg erzielen. Keine Frage, das war ein nicht uninteressantes Thema für eine Kajira, daher näherte ich mich den Herren, grüßte sie freundlich und kniete mich seitlich mehr oder wenig mittig zwischen die beiden stattlichen Männer, die einen erstaunlich großen Abstand zwischen sich hatten.
 
Warum der Krieger aber zur Verdeutlichung seiner Aussage auf mich deutete, wurde mir dann doch nicht mehr so wirklich klar, weil der Hauptmann von den Talenten einer Sklavin zum Ausleihen wechselte. Beide Rarii stimmten überein, dass sie keine Kajira auf eine Reise mitnehmen würden, ohne den Besitzer oder die Besitzerin vorher zu fragen. Nun wurde mich auch klar, warum der Hauptmann das Thema gewechselt hatte, denn er tat sich wie ich fand fast ein wenig wichtig damit, seinem Gesprächspartner mitzuteilen, dass ich bis auf wenige Tage die nächsten drei Hand in seiner Obhut sein werde und was für ein Schnäppchen dieses Geschäft mit meiner Herrin für ihn war.
 
 
Damit war für den Krieger das Stichwort gefallen, dem Hauptmann von seiner letzten Reise zu erzählen, auf der er die Schreiberin von Jorts zu einer Gerichtsverhandlung nach Belnend begleitet hatte. Er nannte die Zahlung eines gewaltigen Geldbetrags in Goldtarsk, der mit diesem ominösen Schuldschein zu tun hatte, wegen dem ich im Namen meiner Herrin vor kurzem ein Papier an den greisen Händler überreichen musste. Über Einzelheiten werde ich allerdings lieber Stillschweigen bewahren, denn der Rarius gebrauchte bei seiner Schilderung der Verhandlung so deutliche Ausdrücke wie völlig verrückt, Betrug, beschämend, Zirkusveranstaltung und dass er sich von keiner Regentin die Tunika vollsabbern lassen würde.
 
Doch es gibt auch Freie, die ihr Geld mit ehrlicher Arbeit verdienen, wie z.B. der Lederarbeiter in Jorts. Er wurde von einem auswärtigen Hauptmann gesucht, der ihn in seiner Werkstatt jedoch nicht angetroffen hatte, da der Herr sich gerade von seiner Sklavin ein Essen in der Taverne servieren ließ. Wegen örtlicher Unkenntnis durfte ich den fremden Krieger dort hinführen und nutze die perfekte Gelegenheit, um ihn auf dem kurzen Weg mit meinem aufreizend wackelnden Po zu erfreuen, denn normalerweise laufe ich ja nicht vorneweg, sondern hinterher. Ich wurde von ihm dafür mit einem leichten Klaps auf meinen Allerwertesten belohnt.
 
Natürlich folgte ich dem Krieger nach dieser Anerkennung hinein und erfuhr, dass er bei dem Lederarbeiter diverse Schwertscheiden in Auftrag geben wollte und zur besseren Verdeutlichung wie die aussehen sollten, sogar eine Zeichnung angefertigt hatte. Ich glaube, der Sattler war sehr zufrieden mit diesem Kunden und dem lukrativen Auftrag, auch wenn der Hauptmann von Jorts Überlegungen darüber anstellte, ob diese Bestellung irgendwelche kriegerischen Folgen haben könnte, nachdem der fremde Rarius sich auf den Heimweg begeben hatte.
 
Der Lederarbeiter wurde von dem Hauptmann übrigens als Schlausleen bezeichnet, weil er in der Taverne Geschäfte machte… übrigens ein Ausdruck, den ich zuvor noch nie gehört hatte. Die beiden Rarii aus Jorts kamen jedenfalls überein, dass die bestellten Schwertscheiden wohl kein Anlass für Besorgnis waren, zumindest zurzeit nicht und setzten ihr Gespräch von draußen über die Gerichtsverhandlung und die damit verbundene gigantische Summe von mehreren Hundert Goldtarsk bei einem Kalana fort.
 
Auch wenn ich den Herren selbstverständlich gerne noch ein wenig zu Diensten gewesen wäre und weiter den Beschreibungen von goldenen Dächern oder Fußböden gelauscht hätte, durfte ich dennoch nicht das Zarspiel meiner Herrin verpassen und machte mich mit einem „Harta“ des Hauptmanns schließlich eilig auf den Weg zum Turnierplatz, wo ich mit Erleichterung feststellte, dass das Spiel noch nicht begonnen hatte. Meine Herrin und ihr Gegner einigten sich gerade darüber, wer mit den Steinen und wer mit den Stöcken spielt… ich hatte also noch keine Ihn Daumendrücken verpasst. Wobei… meine Herrin hatte das Drücken meiner Daumen natürlich überhaupt nicht nötig und hätte bestimmt auch ohne gewonnen. Aber geschadet hat es wohl auch nicht.
 
Nach dem Spiel ging es erstaunlicherweise weiter um Geld, diesmal allerdings nur um Kupfer und nicht um Gold. Denn unter den vielen Bürgern von Jorts, die zugeschaut hatten, war auch der Lederarbeiter, der nun bei meiner Herrin seine Schulden begleichen wollte. Meine Herrin hatte ihm ja bei der Sklavenauktion mit einigen Kupfer ausgeholfen, weil er nicht mit einer so hohen Summe für den Kauf seiner Kajira gerechnet hatte.
 
Anders meine Herrin, die sich sogar auf einen noch höheren Betrag und auch ein längeres Darlehen eingerichtet hatte. Ihr als Sklavenhändlerin war es schon immer sehr wichtig gewesen, dass eine Sklavin zu dem Herrn kommt, nachdem sich das Mädchen sehnt, weil sie dann erfahrungsgemäß besser dient. Sie sagte dem Lederarbeiter, dass für sie der Preis überhaupt nicht ungewöhnlich gewesen war, weil sie bei ihren Geschäften durchaus auch schon Pauschalabsprachen über 50 Kupfer je Mädchen bei Lieferungen von unausgebildeter Ware getroffen hatte. Wobei der Normalpreis allerdings meist bei 20 Kupfer lag und Kasra mit seinen Wucherpreisen natürlich auch nicht mit Jorts verglichen werden kann.
 
Tja, und dann wünschte noch ein weiterer Herr meine Herrin zu sprechen und verursachte damit bei mir eine Mischung aus freudigem Herzklopfen, aber auch ein wenig nervöser Aufregung, da in mir eine kleine Ahnung keimte, worum es dem Rarius vielleicht gehen könnte. Meine Herrin schaute erst den Krieger überrascht an und dann sofort misstrauisch zu Katy und mir, da sie offensichtlich mit einer Beschwerde rechnete. Doch dem war natürlich nicht so! Komisch war nur, dass der Herr auf dem Weg bis zum Haus meiner Herrin entweder nervös geworden war oder zumindest umdisponiert hatte, denn er begann sein Gespräch damit, dass er eigentlich ein anderes Anliegen gehabt hatte. Nun erzählte er ihr erst einmal, was er zuvor mit dem Hauptmann besprochen hatte… bis er schließlich doch noch seine eigentliche Frage stellte. ;-)

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