Donnerstag, 30. Mai 2013

Kapitale Fehleinschätzung

Ich gestehe, gestern vermutete ich, dass es nichts zu tun für mich geben würde und platzte daher nicht gerade vor Eifer, um mich nützlich zu machen. Trotzdem trödelte ich irgendwann in die STADT, denn ich konnte mich ja irren. Seit dieser Hand befinde ich mich zwar eigentlich in der Obhut von zwei Kriegern, doch der arme Hauptmann muss leider reichlich Wachdienst schieben und der in diesem mich betreffenden Vertretungsfall für mich zuständige Brauereikrieger war bei einer Frischluftexpedition dabei und auch sonst immer sehr beschäftigt.
 
Sämtliche Krieger waren losgezogen, um den naturinteressierten Lederarbeiter von seinem Waldausflug in der Nähe von Belnend möglichst heil und in einem Stück zurückzuholen. Sogar das Waffentraining war ausgefallen und die STADT eher leer. Vielleicht hätte ich in Anbetracht meiner kompliziert-nervigen Gedanken, die mir schon seit ungefähr vier Hand mehr oder weniger oft, allerdings mit steigender Tendenz durch den Kopf gehen, lieber zuhause bleiben sollen. Dummerweise dachte ich jedoch, ich hätte alles im Griff…. eine kapitale Fehleinschätzung!
 
Es klappte nämlich nichts wirklich so wie es sollte, wie sich sehr schnell herausstellte, nachdem ich zögerlich zum Marktplatz getrottet war. Ich war leider schon mit den einfachsten an mich gestellten Aufgaben überfordert und habe dadurch nicht gerade zur Ehre meiner Herrin beigetragen. Dabei ging es auf dem Marktplatz in einem Gespräch des jortsschen Händlers mit einer fremden Händlerin aus Enkara um so einfach zu beantwortende Dinge, wie „Dina, welche Kuchensorte soll ich bei der Händlerin bestellen?“ Es war sogar so schlimm, dass ich nicht einmal die Liste mit dem überaus reichhaltigen Kuchenangebot der Herrin in meiner Hand bemerkte… sie muss auf irgendeine wundersame Weise in meine Hand geraten sein.
 
Netterweise fragte der Händler mich aber noch ein zweites Mal und ich bekam dadurch eine weitere Chance zwei Kuchen auszuwählen. Ich entschied mich für Larmakuchen und natürlich Schokoladenkuchen! Nicht auszudenken, wenn die Frage „Schokoladenkuchen, ja oder nein“ an mir vorbei gegangen wäre, denn dann hätte ich auch nicht meine Empfehlung einwerfen können, den Kuchen vorab probehalber zu verkosten.
 
So durfte sich Shani letztendlich ein Stück von dieser oberleckeren Schokoköstlichkeit mit mir teilen, weil ihr Herr es ja bekanntermaßen nicht so mit Süßem hat. Dumm war nur, dass ich ihn nicht davon überzeugen konnte, die Kuchen lieber auf die Anrichte in der Taverne zu stellen, weil sie dort nämlich nicht so den gierigen Fliegen ausgesetzt wären. Nein, er ordnete an, alles wird auf der Terrasse deponiert, die Fliegen wären im Vergleich mit vernaschten Kajirafingern das kleinere Übel. Hm, welche Finger er da wohl im Verdacht hatte?
 
Leider war die kurzfristige Wirkung des Kuchens hinsichtlich meiner Konzentrationsfähigkeit schnell wieder dahin und ein weiteres Stück war nicht in Aussicht. Je mehr sich die Herberge zu vorgerückter Ahn füllte, denn die erfolgreichen Krieger kamen mit dem Naturfreund zurück, umso schlechter ging es mir. Meine kompliziert-nervigen Gedanken waren mittlerweile in beleidigenden Terror übergegangen, sodass ich froh war, mich zurückziehen zu dürfen. Wobei an meinen Diensten sowieso kein Bedarf bestand, da sämtliche Herrschaften ihre Privatkajirae dabei hatten und somit gut versorgt waren.
 
 
Mal sehen, ob meine inzwischen ergriffenen Maßnahmen funktionieren und sämtliche kompliziert-nervig-beleidigenden Terrorgedanken zukünftig ausbleiben werden. Dann bin ich hoffentlich auch wieder besser drauf… die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

1 Kommentar:

  1. *knurrt unerfreut*
    Diese Gedanken müssen wir dir wohl austreiben...

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