Donnerstag, 16. Mai 2013

Sie ist zurück

Nanu, was war das denn? Erschrocken öffnete ich verschlafen meine Augen, weil ich ein ungewöhnliches Geräusch gehört hatte und erblickte erstaunt meine Herrin, die sich gerade umzog. War sie endlich zurück von ihrem Landsitz oder träumte ich etwa noch? Irgendwie traute ich der Erscheinung nicht so ganz, doch es war keine, meine Herrin war tatsächlich echt. So liebevoll wie ich angeschaut wurde, konnte das nämlich kein Traum sein! Mit einem freudigen Satz hüpfte ich schnell herunter von meinem… ähhhmmm… ihrem Schlaffell wollte ich natürlich sagen und schmiegte mich an sie, indem ich ihre Beine umschlang und mein Gesicht in die Falten ihres Rocks drückte.
 
Leider musste ich dann aber feststellen, dass meine Herrin doch noch nicht komplett zurückgekommen war, denn ihre Stimme fehlte immer noch zum Teil. Allerdings konnte sie inzwischen wenigstens schon viel besser flüstern, als noch vor zwei Hand. Um ihre Stimme noch ein wenig weiter zu schonen, berichtete ich daher erst einmal mehr oder weniger ausführlich über meine Erlebnisse ohne sie, wobei ich ihr gewisse Details, die eine ehrbare freie Frau natürlich nicht interessieren, selbstverständlich wie immer ersparte und in meinen Augen so unwichtige Dinge, wie die vom Hauptmann angekündigte Möglichkeit, mich von seinem furchteinflößenden Sleen namens Fenris beschnuppern zu lassen, einfach wegließ.
 
Doch schließlich waren die Gelüste meiner Herrin nach ihrer geliebten Honigmilch einfach nicht mehr zu bremsen und vor allem ihre den Platz für das Zarturnier betreffende Neugier, da sie ja bereits am nächsten Tag zu ihrem ersten Spiel antreten musste… leider jedoch zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt, wo ich mit Sicherheit noch nicht mit den vielen anstehenden Arbeiten fertig sein werde. Aber egal, meine Herrin gewinnt bestimmt auch ohne mich… außer wenn wir, also ich verschlafe, denn meine Herrin tut sich mit frühen Aufstehen noch viel schwerer als ich. Falls sie also doch verlieren sollte, kommt das bestimmt von der ungünstigen Zeit.
 
Bei der Zubereitung ihrer Milch meinte ich es diesmal wieder besonders gut und rührte nicht nur als Nervennahrung und Stärkung vor dem ersten Turnierspiel, sondern auch zur besseren Wiederherstellung der Stimme meiner Herrin, also sozusagen aus gesundheitlichen Gründen, einen Extralöffel Honig hinein. Ist bestimmt besser so, dachte ich, kann auf jeden Fall nicht schaden und ölt die Stimmbänder vielleicht. Dennoch merkte ich sehr schnell, dass die große Runde auf der Terrasse meine Herrin ziemlich anstrengte, denn sie beteiligte sich nur sehr verhalten an den Gesprächen der anderen Herrschaften und benutzte so oft es ging Gesten, nickte nur oder flüsterte mir ihre Antworten ins Ohr, damit ich sie quasi als ihr Verstärker dann laut wiedergeben konnte.
 
Wobei meine Herrin natürlich auch nicht zu allem und jedem etwas beisteuern musste und sich weitestgehend aus dem Säbelrasseln des ersten Händlers heraushielt, der sich aus unerklärlichem Grund in irgendwelche Missverständnisse oder Fehlinterpretationen ziemlich hinein steigerte. Mir kam dabei in den Sinn, dass er möglicherweise mit dem falschen Fuß zuerst aufgestanden war, zumal er sich doch tatsächlich anmaßte, dem Lederarbeiter vorzuschreiben, wie der die neue Sklavin zu nennen hat, wenn er sie anspricht. Wohlgemerkt, es ging bei diesem Zoff nicht darum, der Kajira einen Namen zu geben, denn ihre Besitzverhältnisse sind zurzeit noch gänzlich ungeklärt, sodass sie vorerst der Stadtkette unterstellt ist. Außerdem ist das Vorkaufsrecht des Finders unbestritten.
 
Doch was soll’s… mich geht das natürlich nichts an.;-)

1 Kommentar:

  1. /me schmunzelt: Das kommt davon wenn man zuspät kommt!

    Ausgangspunkt war, das die Neue mich informiert hat, das der Lederarbeiter sie in in Kajira unbenannt hatte. ;) und das sich aus diesem Missverständnis heraus und noch einem anderen, dann im Laufe des Abends sich noch weitere ergeben hatten.

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