Freitag, 28. Juni 2013

Nicht wundern...

...habe im Urlaub gerade von Google die Mail bekommen, dass nicht jugendfreie Blogs ab dem 01.07.2013 entfernt werden. Es kann also sein, dass in zwei Tagen dieser Blog nicht mehr existiert.

LG von den (französischen) Feldern^^ an alle meine Leser!
eure dina

Samstag, 22. Juni 2013

Reif für die Felder?

Welch eine Freude… er ist tatsächlich nicht gleich früh am nächsten Morgen weitergereist! Nein, der Herr Schreiber saß zusammen mit dem Händler und der Sängerin auf der Terrasse und hatte bei Shani anscheinend gerade einen Blackwine in Auftrag gegeben, so aromatisch wie es aus dem Nebenraum duftete. Um mich ebenfalls nützlich zu machen und zu helfen, huschte ich schnell in die Küche. Shani war wohl ganz froh über mein Auftauchen, denn so konnte ich mich um die kalte Milch für die Sängerin kümmern und sie sich den Weg in den Keller sparen.
 
Die Terrasse füllte sich nach und nach mit Freien, die alle bedient werden mussten, sodass es Shani und mir nicht langweilig wurde, ich mein Augenmerk allerdings auch leider nicht allzu oft auf den Schreiber richten konnte, der von der Sängerin in Sachen ihres verschollenen Gefährten ziemlich mit Beschlag belegt wurde. Die Herrin hatte wohl die Hoffnung immer noch nicht aufgegeben, dass er irgendwann zurückkommt. In Anbetracht der inzwischen verstrichenen, recht langen Zeit war der Schreiber jedoch um einiges realistischer als die Sängerin und vermutete ihren Gefährten inzwischen verwesend in irgendeinem Graben liegend, sprach auch andauernd von seinem Nachlass.
 
Das war offensichtlich zu viel für die verwitwete Herrin, denn sie sauste plötzlich nach draußen. Ach nee, ich glaube ihr fluchtartiges Verlassen kam erst als der Schreiber bei dem Lederarbeiter eine Bekleidung aus Leder für seine Truhe bestellte. Dummerweise hatte er diese jedoch nicht dabei, sondern erzählte, dass sie bei einem Talunastamm geparkt ist… zusammen mit dem in der Truhe befindlichen Kopf einer Sklavin.
 
Er berichtete von einem Überfall mit nur kurzem Gefecht, nach dem er vor der Wahl gestanden hatte, Kopf der Kajira und seine Truhe oder sein Kopf sowie Truhe und Kajirakopf. Die Entscheidung war wohl recht leicht gewesen, aber die Truhe vermisste er nun doch und hätte sie gern zurück. Den Inhalt braucht er allerdings nicht mehr, denn der war ihm lieber als er noch am Hals dran war. Anscheinend erhoffte er sich Unterstützung bei seinen Gesprächspartnern, doch irgendwie konnte sich niemand für die Wiederbeschaffung der Kiste begeistern.
 
Ich hatte mir inzwischen einen perfekten Platz ergattert um den Gesprächen der Freien zu lauschen, während ich gleichzeitig von einer rauen Kriegerbauerhand verwöhnt wurde, die meine Pobacke kräftig durchknetete. Gleichzeitig konnte ich den gutaussehenden Schreiber wunderbar beobachten… natürlich möglichst unauffällig. Daher bekam ich sofort mit, dass er seinen Blackwine ausgetrunken hatte. Da sich inzwischen die Kajira des Kriegerbauern um ihren Herrn kümmerte, nutzte ich diese schon lange herbeigesehnte Gelegenheit natürlich sofort, um zu dem Schreiber hinüber zu rutschen, denn vielleicht hatte er ja weitere Wünsche.
 
Hatte er… er wollte sich gerne die Beine vertreten und zwar bei einer Stadtführung… mit mir! Ich konnte mein Glück kaum fassen, war aber so ehrlich den Herrn noch zu fragen, ob er auch genug Zeit hat und gestand ihm dann, dass ich mich oft verlaufe. Lächelnd erwiderte er jedoch, dass ihn der direkte Weg sowieso nicht interessiert. Es wurde übrigens nur eine Teilbesichtigung von Jorts… irgendwie zog es den Herrn nämlich doch recht bald zurück ins Gästehaus, das wir übrigens erstaunlich schnell fanden. Noch schneller allerdings entledigte er sich seiner Kleidung und merkte danach dann an, wie kalt es im Haus angeblich war. Naja… natürlich nur kurzfristig………
 
Leider war der Herr zu später Ahn nicht mehr dazu zu bewegen seine Felle noch einmal zu verlassen… klar, die weite Reise forderte nun wohl endgültig ihren Tribut in Form sägender Geräusche. Erstaunlicherweise war auf der Terrasse aber noch eine Menge los, da die Krieger gerade zurück kamen von ihrem Ausflug nach Enkara und natürlich ziemlichen Durst hatten. Heimischer Paga in richtiger Bechergröße oder kühler Lieblingskalana mit Feuer serviert sind einfach was Feines für ausgetrocknete Kriegerkehlen.
 
Das vergessene Kleid meiner Herrin war dann irgendwie verwirrend für mich… oder lag das doch an dem Herrn von Dark? Ganz unverhofft tauchte nämlich meine Herrin noch auf. Darüber habe ich mich natürlich riesig gefreut… auch wenn ich leider Schuld hatte, dass ihr ein Reservekleid fehlte. Wobei ich ihr wirklich recht geben musste, so oft wie sie schon an einem Fähranleger ins Wasser gefallen ist, braucht sie immer Reservekleider.
 
Immerhin war ich wenigstens noch nicht ganz nackt und schaffte es auch mein Tunikaoberteil nicht verkehrt herum anzuziehen, denn der Befehl des Kriegers lautete ja „Und dich Dina sehe ich gleich noch... ohne den Fetzen da!“ Ich bin wirklich glücklich, eine so verständnisvolle Herrin zu haben, denn ich servierte ihr das bestellte Wasser dann in meiner immer noch anhaltenden Verwirrung von der falschen Seite. Ich glaube, ich bin wirklich urlaubsreif… ähmm…reif für die Felder wollte ich natürlich sagen.

Donnerstag, 20. Juni 2013

Gebäude sind unwichtig, das Herz einer Stadt zählt

„Eigentlich hast du ja gar nichts angestellt“, überlegte meine Herrin nachdenklich, als die Sprache auf meine Abordnung zur Feldarbeit am Ende dieser Hand kam. Sie dachte nun tatsächlich darüber nach, mich dem großen blonden Aufseher doch nicht für 4 Hand zur Verfügung zu stellen, sondern diesmal Katy, damit der Herr mal ein wenig Abwechslung hat. Ich war hin und hergerissen zwischen Hoffnung, da ich ja wusste wie anstrengend es wieder auf den Feldern werden würde, aber auch Enttäuschung, weil ich es einfach sehr mag, diesem Herrn dienen zu dürfen. Daher warf ich schnell ein, dass Katy ja schon den Hauptmann hat, denn der lässt einfach nicht locker, sie zu erwerben.
 
Kaum war die Rede vom Hauptmann, erkundigte sich meine Herrin natürlich, ob er von uns auch gut versorgt wird, da er seit Tagen ja nun schon jede Nacht vor ihrem Haus wacht und dabei bereits eine riesige Grasfläche platt getreten hat. Sämtliche Einladungen meiner Herrin, dass er auch drinnen wachen kann oder ihre vor der Tür befindliche Bank nicht nur zum Anschauen ist, lehnte er allerdings immer dankend ab. Da aus Katy den Hauptmann betreffend mal wieder nichts herauszuholen war, fragte meine Herrin schließlich, ob es noch etwas anderes gibt, was sie wissen sollte. Sie ist nämlich immer gerne über die letzten Geschehnisse unterrichtet, bevor sie sich unter Leute begibt. Ich hatte natürlich nichts zu berichten, da ich ja versuche, auch wenn es mir nicht leicht fällt, mich bei der Haptmannversorgung wegen seines zuvor genannten, offensichtlichen Interesses zurück zu halten. Katy schüttelte ihren Kopf ebenfalls.
 
Merkwürdig war für mich dabei, wie einer Rotseidenen tatsächlich entfallen kann, dass sie einem Herrn die Oberschenkel massieren durfte. Wobei ich darüber ursprünglich eigentlich nichts verlauten lassen wollte. Denn in Anbetracht des männlichen Körperbaus, insbesondere seiner Anatomie im oberen Bereich der Oberschenkel, kann einer Sklavin wohl durchaus passieren, sich an eine angebliche Oberschenkelmassage nicht mehr zu erinnern, wenn sie denn gar keine war. Mir war schon klar, was da vor dem Haus meiner Herrin gelaufen sein musste. Aber selbstverständlich interessiert sich meine Herrin für gerade diese Details sowieso nicht. Dummerweise konnte ich mir leider mal wieder nicht verkneifen zu erwähnen, warum ein Herr logischerweise nicht mehr an Essen und Trinken denken kann, wenn eine feurige Sklavin seine „Oberschenkel“ massiert.
 
Wie nicht anders zu erwarten erntete ich von meiner Herrin auch sofort ein warnendes Schnaufen mit dem Hinweis, sie lege wie immer enorm wenig Wert darauf, dieses Thema noch weiter zu erörtern. Gleichzeitig unterstellte sie mir, dass mir die warmen Außentemperaturen offensichtlich nicht zu bekommen scheinen und erwähnte zu meinem Leidwesen den Badetag für Herrinnen. Eigentlich hatte ich die klitzekleine Hoffnung gehabt, sie würde den vielleicht vergessen. Zum Glück klopfte es genau in dieser Ehn jedoch an der Tür… das Timing des Lederarbeiters hätte in Anbetracht der in mir aufkeimenden Empfindungen wegen des Frauenbadetages eigentlich nicht perfekter sein können.
 
Kein Wunder also, dass ich mir bei seinen höflichen Begrüßungsworten an meine Herrin, er wolle nicht stören, eine etwas vorlaute Verneinung nicht verkneifen konnte, hatte ich doch Befürchtungen er würde sich möglicherweise wieder verdrücken. Wobei ich zumindest mittendrin immerhin noch versuchte, mir schnell die Hand vor den Mund zu schlagen, um wenigstens den Rest nicht mehr von mir zu geben. Es gehört sich einfach nicht für eine Kajira, anstelle ihrer Herrin zu antworten. Doch anscheinend hatte meine Herrin gar keine ernstzunehmenden Badegelüste und meinte nur großzügig, dass Katy und ich zwar sicherlich schwer enttäuscht sind, nun den Frauenbadetag zu verpassen, das aber überleben werden. Natürlich hatte sie Zeit, um sich mit dem Herrn über die Inobhutnahme von Elena zu unterhalten, weil er demnächst anscheinend auf eine längere Reise gehen will.
 
Das Gespräch der beiden Freien wurde mittendrin plötzlich durch eine Art Hilferuf einer Frauenstimme unterbrochen, worauf ich selbstverständlich sofort anbot, mal nachzuschauen was da wohl los war. Leider wurde mir dies jedoch mit dem Hinweis, meine Neugier beißt sich irgendwie mit meiner Angst vor Nordmännern und gefährlichen Waldmonstern von meiner Herrin verwehrt. Kein Wunder daher, dass nach ihrem Erwähnen meines gefährlichen Erlebnisses mit dem 36beinigen Ungeheuer im Wald nun wiederum der Lederarbeiter neugierig wurde, mir merkwürdigerweise die ausführliche Schilderung des gefährlichen Viechs jedoch irgendwie nicht glaubte und sich schließlich besorgt bei meiner Herrin erkundigte, ob ich wirklich gesund bin.
 
Menno, meine Herrin tat so, als wäre sie sich da nicht ganz sicher und meine Gesundheit sei der Grund für sie gewesen, mich mal wieder für eine lange Zeit auf die Felder zu schicken… voller Vertrauen in die großen Fähigkeiten des Aufsehers, mir meinen Kopf etwas zurecht zu rücken und meine angeblich blühende Fantasie zu bändigen. Sie meinte, harte Arbeit und viel frische Luft täten mir bestimmt gut. Während ich nun tatsächlich vorsichtshalber nichts mehr sagte, trotzdem ich mit dem gefährlichen Ungeheuer natürlich recht gehabt hatte, meinte der Lederarbeiter immerhin voller Mitgefühl, es sei schade wenn „das“ nicht wieder weg geht. Er befürchtete sogar, mein Wiederverkaufswert könnte sinken. Pahh, als ob sich jemand dafür interessieren würde, mich zu kaufen!
 
Doch nun sagte meine Herrin etwas, mit dem ich nie in meinem Kajiraleben gerechnet hatte und das mich unheimlich glücklich machte. Sie erwähnte nämlich, dass diese „Dinge“ schon seit Jahren ab und an bei mir kommen, aber auch wieder gehen und dass „dies“ eigentlich meinen besonderen Charme ausmacht!! Wow… solche Worte aus dem Mund meiner Herrin und dann auch noch in meinem Beisein… ich mochte meinen Ohren kaum trauen und nahm mir daher ganz fest vor, sie mal wieder besonders gründlich zu waschen. Übrigens, eine solche Ohrenwäsche werde ich meiner Herrin vielleicht auch angedeihen lassen, sobald ich wieder zu Hause bin.
 
Nachdem der Lederarbeiter schließlich wusste, wie er sich für die Nachbarschaftshilfe meiner Herrin erkenntlich zeigen kann und für einen Paga Richtung Herbergsterrasse verschwunden war, schaute meine Herrin mich nämlich abwartend und irgendwie traurig an. Sie war merkwürdigerweise der Meinung, ich hätte mich lustig gemacht über sie und nicht aus Freude, sondern Schadenfreude gelacht. Dabei war ich mir einer solchen Schuld wirklich nicht bewusst und konnte mir ihre Reaktion daher nur so erklären, dass sie irgendetwas vollkommen falsch verstanden haben musste. Leider erklärte sie mir jedoch nicht mehr, was es konkret gewesen war, sondern rannte ohne weitere Worte aus dem Haus und ließ mich mit einem dicken Kloß aus Betroffenheit und dem Gefühl gleich weinen zu müssen zurück.
 
Kein Wunder also, dass ich mit tief gesenktem Kopf und hängenden Schultern hinter meiner Herrin herlief, auf der Terrasse auch nur kurz die Anwesenden Herren grüßte, ohne sie wirklich wahrzunehmen und dann gleich weiter in die Küche schlurfte, um unbemerkt meine aufsteigenden Tränen noch schnell wegzuwischen und meiner Herrin wenigstens eine kleine Freude mit ihrer heißgeliebten Milch zu machen… natürlich mit einem Extralöffel Honig und zusätzlich einem kleinen Teller mit Käse und einigen Früchten. Meine Beklommenheit legte sich erst, nachdem ich all meinen Mut zusammengenommen und nach dem Servieren zögerlich die Hand meiner Herrin berührt hatte, mit der sie sich auf ihrem Kissen seitlich abstützte, während sie ihre Milch trank. Was für eine Freude, ihre Hand zuckte nicht weg! Nein, meine Herrin zog sogar ihren Mittelfinger unterraus, um ihn sanft oben auf meine Hand zu legen… wollte sie mir damit vielleicht zeigen, dass sie nicht mehr sauer auf mich ist und auch nicht mehr traurig?
 
Nun wagte ich auch meinen Kopf zu heben und musterte möglichst unauffällig den fremden Herrn am Tisch, nach dessen Heimstein sich der Händler gerade erkundigte. Ungläubig riss ich meine Augen auf, während ich gleichzeitig wildes Herzklopfen bekam und mir der Atem vor Freude stockte, als ich sah wer es war. Es war ein Herr, den ich schon sehr lange kenne und den ich einfach sehr gerne mag, der aber leider irgendwann plötzlich verschwunden war. Er erzählte nun, wie lange er mittlerweile auf Reisen ist und dass er seine Stadt inzwischen nicht mehr wiedererkennt, weil anscheinend sehr viel gebaut und verändert worden war.
 
„Gebäude sind unwichtig, es ist das Herz einer Stadt, was zählt“ erwiderte meine Herrin und stellte dem nach beendetem Waffentraining inzwischen hinzu gekommenen Hauptmann den Gast als einen Freund vor. Mir wurde richtig warm ums Herz als der Hauptmann danach in ihre Richtung auf seine typisch brummige Art erwiderte „deine Freunde sind meine Freude“. Dieser Satz machte mich richtig glücklich und bestätigte mir erneut, wie gut und richtig die Entscheidung meiner Herrin gewesen war, in Jorts zu bleiben… auch wenn es nach dem Waffentraining durchaus kräftig nach verschwitztem Hauptmann stinken kann.
 
Nachdem meine Herrin sich schließlich zur Ruhe begeben hatte, nahm ich ihren Wunsch besonders ernst, dass Katy und ich uns wie jede Nacht noch um die Rundumversorgung des vor dem Haus Wache stehenden Hauptmanns kümmern sollten. Egal wie sehr dieser Krieger nach Schweiß stank, beim Anblick der noch auf dem Teller befindlichen Früchte war in mir eine Idee gereift, zu der ich Katy ebenfalls verdonnerte. Eigentlich wollte sie erst nicht, zierte sich mal wieder fast wie eine Weißseidene und zu sagen habe ich ihr ja auch nichts, da sie ja nicht an der Handelskette meiner Herrin ist. Doch ich war offensichtlich sehr überzeugend und hoffe nun, wir haben dem Hauptmann eine kleine Freude gemacht.
 
Mein letzter Gedanke vor dem Einschlafen flog dann aber von dem Rarius vor dem Haus meiner Herrin noch einmal hinüber ins Gästehaus. Hoffentlich reist der Herr nicht gleich am frühen Morgen schon wieder weiter!

Mittwoch, 19. Juni 2013

Vergebliche Lauschversuche

Mist, nicht mal ein klitzekleines bisschen Zeit für ein wenig Kajiratratsch mit Hadi über die Badegepflogenheiten ihres Herrn blieb mir, schon maulte mein Obhutherr lautstark über den Marktplatz nach einer Bedienung. Dabei schlug er so heftig auf den Tisch, dass ich trotz der Entfernung zur Terrasse förmlich zusammenzuckte und mich schleunigst aufmachte, um nach seinen Wünschen zu fragen. Während er mit dem Lederarbeiter darüber sinnierte, wie abgelenkt der vermutlich sein würde, wenn er sich mit mir im Alkoven der Taverne vergnügt… pahh, als ob der Hauptmann sich über das „wie sehr“ ein Urteil erlauben konnte… bestellte er bei mir erstaunlicherweise ein Wasser… weder Kalana noch Paga! Ich glaube, so erschrocken wie der Lederarbeiter ihn bei dieser Bestellung anschaute, dachte der vermutlich, der Hauptmann sei krank. Doch dem war nicht so, er wollte ausnahmsweise wohl mal nüchtern bleiben.
 
Vor allem wollte er, dass ich mir Zeit lasse mit seinem Wasser und nebenbei dem Gespräch in der Taverne lausche, denn er hoffte durch mich zu erfahren, was dort besprochen wurde. Ups, solch ein ungewöhnlicher Befehl war mir noch nie erteilt worden. Dementsprechend neugierig war ich natürlich darauf, wer sich dort überhaupt aufhielt. Es waren der Händler und… mir blieb vor Schreck fast das Herz stehen… ein Attentäter mit dem Dolch auf der Stirn, der sich vor einigen Tagen ein Zimmer in der Herberge genommen hatte! Trotzdem grüßte ich natürlich freundlich und wuselte dann leise summend geschäftig hinter dem Tresen herum. Dabei tat ich so, als sei ich total harmlos und desinteressiert an den Herren, spitzte aber meine Ohren, dass ich das Gefühl bekam, sie würden immer länger werden.
 
Tja, alles vergeblich… die beiden Herren unterbrachen sofort ihr Gespräch über irgendeine hohe Kaste und einen Todesstoß durch Verlassen eines Heimsteins… oder so. Ich kapierte echt nicht, worüber sich die beiden tatsächlich unterhalten hatten, auch wenn ich das Einfüllen von Wasser in eine Schale so unendlich lange in die Länge zog, dass ich in der Zeit eigentlich mehrere Kessel mit Wasser hätte kochen können. Dabei meinte ich, den taxierenden Blick des Schwarzgekleideten, den er mir bei meinem Betreten der Taverne zugeworfen hatte, nun bohrend auf meinem Rücken spüren zu können, sodass ich schließlich unter dem offensichtlich genervten Blick von Shani doch das Weite suchte. Ich konnte mir gar nicht erklären, warum die mich so angiftete. Sie schlug ihrem Herrn sogar vor, mich durch Schließen des Vorhangs fern zu halten!
 
Inzwischen hatte sich meine Herrin zu den Herrschaften auf der Terrasse gesellt und erklärte sich nun genau wie zuvor schon der Lederarbeiter ebenfalls solidarisch mit dem Hauptmann, bestellte also ebenfalls ein Wasser. Ich machte mich für diese Bestellungen also erneut auf in den Nebenraum und hoffte, nun vielleicht etwas mehr über die Unterhaltung der beiden Herren in Erfahrung bringen zu können. Falsch gehofft… Shani die falsche Ost hatte mich natürlich schon von weitem nahen gesehen und machte sofort wieder ihren Herrn auf mich aufmerksam. Ich war mir ziemlich sicher, dass sich der Attentäter vor meinem Auftauchen noch nicht mit dem Händler über irgendwelche Diskussionsrunden in angeblich entspannender Umgebung einer Akademie unterhalten hatte. Mein zweiter Versuch zu lauschen war also genauso fehlgeschlagen wie der erste.
 
Mittlerweile war auf der Terrasse wohl ein wenig Frust aufgekommen wegen der immer noch vorhandenen Unkenntnis, worüber der Händler mit einem Attentäter zu verhandeln hat. Nur logisch also, dass ich dafür herhalten musste. Dem Hauptmann war sein Trinkgefäß zu klein, er hätte sein Wasser lieber in einem Becher gehabt und zwar randvoll, da es ja umsonst ist und der Lederarbeiter meinte ein Lebewesen in seinem Trinken entdeckt zu haben. Menno… ich hatte das Wasser doch nicht aus dem Badehaus geholt! Außerdem schau ich sowieso immer kritisch, ob nicht irgendwelche Wasserflöhe darin herumzappeln. Lange Rede kurzer Sinn, ich kam nicht drum herum weiteres Wasser zu holen. Dagegen half auch nicht die Angeberei des Hauptmanns, der sogar schon Wasser aus Pfützen geschlürft hatte, einschließlich der darin befindlichen Tiere, die zuvor gerade erst vom Baum gefallen waren.
 
Lauschversuch Nr. 3 begann wieder einem warnenden Schnaufen von Shani für ihren Herrn, der darauf mitten im Satz verstummte, sodass ich mir gar keine Mühe mehr gab und schleunigst zurück sauste, um dem Lederarbeiter nun ein Wasser ohne Kleinstlebewesenfleischzulage zu servieren. Versuch Nr. 4 gestaltete sich dann jedoch gänzlich anders. Allerdings nicht, weil ich diesmal ein Ale für den Brauereikrieger holen wollte, sondern weil mich der Attentäter auf eine sehr herrische Art und Weise, die keinen Widerspruch duldete, zu sich winkte, sodass ich vor Unbehagen leicht zitternd vor ihm auf die Knie sank.
 

Sofort packte er mit hartem Griff in meinen Kragen und stellte mir die merkwürdige Frage, ob ich weiß, wie man einen solchen Stahlkragen ganz leicht abnehmen kann. Na logisch wusste ich das… mit einem Schlüssel natürlich! Trotzdem musste der unheimliche Kerl mir noch mehr Angst einjagen und verkündete, es ginge noch einfacher mit einem Messer, indem man einfach den Hals der Trägerin durchschneidet. Leider konnte ich mir nicht verkneifen noch einzuwerfen, dass mit einem Schlüssel nicht so viel Schweinkram entsteht und meine Herrin daher diese Methode bevorzugt. Ich gebe zu, das war dumm von mir, denn nun versuchte der gefährlich aussehende Schwarze den Namen auf meinem Kragen zu entziffern und befahl mir in 5 Ehn zurückzukommen, weil er nun doch einen Wunsch hatte, den ich ihm erfüllen sollte.
 
Was war ich froh, dass ich noch eine kleine Gnadenfrist erhalten hatte und mich erst mal verdünnisieren konnte. Da waren mir Shanis offensichtliche Wichtigtuerei, ihre inzwischen obergiftigen Blicke, mit denen sie mich großzügig bedachte und ihr Getuschel mit ihrem Herrn in dem Moment jedenfalls total egal. Ich sauste wie der Blitz zu meiner Herrin zurück und vergaß dabei vollkommen, dass ich immer noch einen leeren Becher in der Hand hielt, in den ich eigentlich Ale für meinen zweiten Obhutherrn füllen wollte. Meine Herrin war nicht gerade begeistert über meinen verwirrenden Bericht und wollte mich eigentlich nicht zu dem Attentäter gehen lassen, um irgendeinen noch nicht genannten Wunsch zu erfüllen. Schließlich sei ich keine Herbergssklavin und Shani kniete schließlich untätig daneben.
 
Doch andererseits gehört meine Herrin nicht zu denen die weglaufen und wollte natürlich erfahren, was für einen Wunsch der Herr hatte. Mir bleib schließlich also nichts übrig, als meinen ganzen Mut zusammen zu nehmen und doch noch mal nach nebenan zu huschen. Uff, ich glaube mein Herz war kurz vor dem Zerspringen, so wild wie es klopfte, als ich mich möglichst anmutig erneut neben den Attentäter kniete, der mich dabei mit weiteren taxierenden Blicken anschaute, die mir auf äußerst unangenehme Weise durch und durch gingen.
 
Puhh, noch habe ich überlebt, bin ja aber auch nur eine unwichtige Kajira und brauchte meiner Herrin nur den Wunsch des schwarzgekleideten Herrn ausrichten. Meine Angst ist dadurch jedoch noch größer geworden… diesmal aber um meine Herrin, denn ich soll dem Attentäter das Haus meiner Herrin zeigen! Was war ich froh, als der Hauptmann ankündigte, eine weitere Nacht Wache vor dem Haus meiner Herrin zu halten.
 

Dienstag, 18. Juni 2013

Ein Schreck jagt den nächsten

„Dina zeig der Herrin mal das Zimmer neben dem schlafenden Attentäter“, war das Erste, was ich vom Hauptmann hörte, als ich mich gestern auf der Terrasse blicken ließ und was mir einen gehörigen Schrecken einjagte. Auch wenn es schon sehr lange her ist, konnte ich mich noch sehr gut erinnern, wie unheimlich die Mitglieder dieser unheimlichen Kaste sind, denn meine Herrin hatte schon mal mit einem zu tun gehabt. Aber Befehl ist Befehl und es stand mir selbstverständlich nicht zu, einen solchen in Frage zu stellen. Ich quartierte die fremde Herrin daher wie gewünscht in dem Nachbarzimmer ein.
 
Zum Glück blieb die Tür nebenan aber zu, sodass ich mich mit riesigen Sätzen schnell aus dem Staub machen konnte und eilig die Treppe nach unten preschte. Da mein Obhutherr nicht möchte, dass ich mir die Knochen breche, folgte natürlich prompt eine Ermahnung… doch die war in dem Moment bei einem solch gefährlichen Gast ehrlich gesagt zweitrangig, Hauptsache ich war wieder unten. Im Beisein des Hauptmanns fühlte ich mich nämlich um einiges sicherer.
 
 
Da sich die Terrasse sich inzwischen gut gefüllt hatte und ich die einzige Kajira war, kam ich schnell auf andere Gedanken, denn es gab jede Menge zu tun für mich. Leider bekam ich deswegen auch von den Gesprächen nur die Hälfte bis gar nichts mit, außer dass es irgendwie ums Schmieden und erneut um Spenden für den Bau eines Altars für die Priesterkönige ging. Inzwischen waren nämlich auch der Lederarbeiter und der Händler mit seiner Spendenschatulle eingetroffen… dann aber auch meine Herrin, die mit ihren Arbeiten für die Kaste endlich fertig geworden war. Obwohl ich eigentlich gerade der Hauptmannsgefährtin ihren Tee servieren wollte, nahm ich mir natürlich vorher noch schnell die Zeit, meine Herrin zu begrüßen.
 
Der dampfende Teebecher in meiner Hand brachte meine Herrin irritierenderweise auf die Idee, nun ebenfalls einen Tee trinken zu wollen, anstatt ihrer üblichen Honigmilch. Kein Problem, es war sowieso noch welcher fertig und auch schnell gesüßt… nur sollten zwei Löffel Honig diesmal nicht reichen. Mit Entsetzen hörte ich bei meiner Rückkehr auf die Terrasse, dass sich die Gespräche der Freien schon wieder um den Attentäter drehten und wer möglicherweise seine Opfer sein könnten. Der Händler schwebte möglicherweise schon wieder oder immer noch in Gefahr. Das war nichts Neues und der Hauptmann befahl sicherheitshalber erneut eine Wache vor die Tür des Händlers.
 
Doch nun stellte sich schrecklicherweise heraus, meine Herrin war ebenfalls in Gefahr… sogar in einer sehr großen, da der Attentäter offensichtlich versucht hatte, Erkundigungen über sie einzuholen. Mir wurde bei dieser furchtbaren Nachricht ziemlich bange ums Herz und meine Herrin etwas blass um die Nase, soweit man das bei ihrem Schleier sehen konnte. Jedenfalls reichte sie mir den Teebecher mit dem Hinweis zurück, bei solch beunruhigenden Nachrichten brauchen ihre Nerven etwas mehr Honig. „Viel hilft viel“, dachte ich bei mir und machte aus ihrem Tee mit Honig kurzerhand heißen Honig mit Tee. Mit kaum zu beschreibender Dankbarkeit und Erleichterung hörte ich dann, dass der Hauptmann höchstpersönlich die Bewachung meiner Herrin übernehmen wollte. Mit mir auf der anderen Seite der Tür konnte meiner Herrin eigentlich nichts mehr passieren.
 
Leider sollte es zum Thema Attentäter jedoch noch schlimmer kommen, als zwei fremde Herrschaften in Begleitung eines schwarzen Maskenmanns in der Herberge auftauchten. Anscheinend hatten sie diesen unheimlichen Schwarzkastigen während ihrer Nachforschungen über einen vermissten Verwandten zum Schutz angeheuert. Da man dessen Gesinnung in Form eines möglicherweise auf der Stirn befindlichen Dolches wegen seiner grässlichen Maske jedoch nicht erkennen konnte, blieb insbesondere der Hauptmann sehr auf der Hut und sprang sofort auf, als die sowieso schon angespannte Stimmung zu kippen drohte. Der Lederarbeiter holte schnell sein Schwert und hielt sich offensichtlich bereit, den Hauptmann zu unterstützen.
 
Puh, ich war echt froh, dass sich die Fremden so schnell wieder verabschiedeten und dass sich aus ihrer überheblichen Bezahlung des kostenlosen Wassers in Form von zwei Silber, die sie dem Hauptmann hochmütig vor die Füße warfen, kein Kampf zwischen dem schwarzkastigen Maskenmann und meinem Obhutherrn oder dem Lederarbeiter entwickelte. Einzig die Sängerin hatte sich bei dem Auftauchen dieser Fremden anscheinend irgendwelchen Hoffnungen hingegeben, etwas über den Verbleib ihres verschollenen Gefährten herauszufinden.
 
 
Da dem jedoch nicht so war, versuchte sie ihren Kummer mit Kalana und Paga zu ersäufen… ein doofer Versuch, wie sich alsbald heraus stellen sollte. Meine Herrin hatte sich zur Ruhe begeben und mich zu meiner Freude noch angewiesen, dem vor ihrer Haustür postierten Hauptmann seine Wache mit einem kleinen Mahl aufzupeppen, als Katy schon von weitem laut rufend angelaufen kam „Dinaa… Dinaaaa… Diiinnaaaa, du musst kommen, ich glaube die Herrin ist tot“.
 
 
Es handelte sich um die Sängerin, die Katy auf Geheiß des Hauptmanns in ihr Haus begleitet hatte, damit sie dort auch heil ankommt. Vermutlich war ihm das wegen des vorgenannten Alkoholkonsums sicherer erschienen. Welch ein Glück für die Herrin, dass ich nie vergessen werde, womit meine Herrin mich seinerzeit auf Samanu bestraft hatte, nachdem ich verbotener Weise einen Rest Paga ausgetrunken hatte und mit welcher Methode dieser Paga postwendend wieder heraus gekommen war. Es gab zwar keinen Lebertran im Haus der Sängerin, aber genügend Salz und Wasser, das Katy auf meine Anweisung ohne lange zu fackeln zusammenrührte.
 
Die Wirkung ohne Lebertran war die gleiche wie mit dem Ekelzeugs, die Sängerin danach zwar immer noch nicht nüchtern, aber zumindest um ihren restlichen Mageninhalt erleichtert und kam wieder zu sich… irgendwie konnte ich mir ganz gut vorstellen, wie es ihrem Kopf am nächsten Morgen gehen wird.
 
 

Freitag, 14. Juni 2013

Opfer

Noch bevor ich überhaupt die Menschenansammlung auf dem Marktplatz erreicht hatte, hörte ich bereits einen Herrn meinen Namen nennen und war schwer in Versuchung, wieder umzudrehen, da es irgendwie ungut klang. Aber vermutlich fehlte mir einfach der Zusammenhang für diese Äußerung oder wahrscheinlich war ich gar nicht gemeint. Doch das bekam ich nicht mehr heraus, da die Herren vom Thema abkamen, weil Shani gerade eine große Tafel mit dem goreanischen Alphabet anschleppte, sodass sich sämtliches Interesse dieser zuwandte. Ich wusste ja, dass die Sängerin im Lesen und Schreiben unterrichtet werden sollte, nur war mir bislang nicht klar gewesen, dass der Unterricht auf dem Marktplatz stattfinden würde.
 
Shani fing auch gleich mit einem langgezogenen „aaaaa“ an und deutete auf den zugehörigen Buchstaben, wurde aber sofort von Darks Herrn korrigiert, dass dieser Buchstabe doch ein Al-Ka ist. Prompt erfolgte darauf dann eine weitere Verbesserung, nämlich von seiner pfiffigen Sklavin, die ihrem Herrn erklärte, wäre dieser Buchstabe ein Al-Ka, müsste er doch Thalkarkalkan heißen und nicht Tharkan. Eigentlich logisch…oder? Trotzdem denke ich, Dark konnte von Glück sagen, dass der Brauereikrieger genau in diesem Moment in leichte Panik geriet, da er anscheinend befürchtete, auf der großen Tafel würden seine Schulden stehen. Aufbrausend zog er sogar sein Schwert, um damit wild herumzufuchteln und drohte an, das große Schild in zwei Teile zu hauen, weil er in dieser Schriftzeichenmanie den Untergang ehrlichen Kriegertums sah... so ähnlich drückte er sich jedenfalls aus.
 
Sofort zeigte sich, wie geistesgegenwärtig der Hauptmann ist, der bei dem Herumfuchteln des Brauereikriegers sofort zur Seite sprang und mir dann befahl, dem aufgeregten Rarius ein großes Beruhigungsale zu holen. Naja, die Sängerin hatte wohl ebenfalls versucht, vor dem scharfen Schwert auszuweichen, sich dabei aber anscheinend in ihrem langen Rock vertüdelt oder war wie auch immer gestrauchelt… jedenfalls lag sie plötzlich der Länge nach auf dem Boden. Die Reaktionen der Umstehenden hätten unterschiedlicher fast nicht sein können. Einer der Herren fragte erstaunt, was die Sängerin da so herumliegt, einer verdrehte lediglich seine Augen und ein anderer erweckte den Eindruck, über seinen Abstand zum Geschehen irgendwie froh zu sein.
 
 
Ich muss gestehen, dass mich eine kleine Schadenfreude bei dem Sturz dieser Herrin überkam, da sie mich ja erst kürzlich wegen meines Aufenthalts im Hintergrund genervt hatte. Selbstverständlich hätte ich ihr aber auch geholfen, denn ich weiß schließlich was sich gehört. Doch zufälligerweise gab es außer meinen noch genügend andere helfende Kajirahände, sodass ich mich nicht danach drängen brauchte, die Herrin wieder auf die Füße zu ziehen. Da Katy sich schnell um die Blessuren und sonstigen Wünsche der Sängerin kümmerte, durfte ich bei den Kriegern bleiben, die ihren Kastenbruder nun darüber aufklärten, dass Schulden in Büchern im Schreiberhaus geführt werden und nicht auf so großen Tafeln, weil die sich so schwer tragen lassen.
 
Über Schuldscheine und welchen Hals Stahlkragen am besten zieren, kamen die Herren natürlich wieder auf eines ihrer Lieblingsthemen zu sprechen… das immer noch nicht gebaute Tarnschiff des Hauptmanns und wie gut sich der Brauereikrieger zum Rudern eignen würde. Doch der Schlaukrieger aus der Brauerei verwies natürlich sofort wieder auf seinen Rücken, wollte sich aber auch nicht von meinen sanften Kajirafingern massieren lassen, sondern machte sich nach seinem Ale aus dem Staub zu irgendeinem Geschäft am Anleger. Ich glaube, er genießt seinen Rücken sehr, da er ihm offensichtlich auch früher schon perfekte Ausreden geliefert hat, um z.B. keine Bäume fällen zu müssen. Er scheint das ganze soweit perfektioniert zu haben, dass der Hauptmann wohl schon mal gedacht hatte, der arme Rückengeplagte läge im Sterben.
 
Eine besondere Ehre war es mir natürlich, dass ich dem Hauptmann noch einen schnellen Stehpaga servieren durfte, bevor er seine Wache antreten musste. Seinem Brummen, als er den Saum meiner diesmal nicht roten Tunika mit dem Fuß anhob, konnte ich jedoch entnehmen, dass ihn mein Anblick offensichtlich nicht besonders zu gefallen schien. Das stimmte mich sofort ein wenig traurig, aber was soll’s… er hätte sich ja auch seinen Paga von Katy servieren lassen können, anstatt sie mit der Pflege der Sängerin zu beauftragen, sie trug nämlich eine rote Tunika. Kein Wunder also, dass ich schließlich übers ganze Gesicht strahlte, als ich vom Hauptmann wider Erwarten doch noch mit einem Verwuscheln meiner Haare überschwänglich belohnt wurde, bevor er sich dann leider zum Wachdienst entfernte!
 
Merkwürdigerweise leerte sich der Marktplatz plötzlich recht schnell, nachdem die Herren ausgiebig über die Herstellung eines Schreins für die Priesterkönige diskutiert hatten, wie sehr ein Opfer schmerzen muss, damit es überhaupt ein Opfer ist und diversen Opfergaben in barer Münze für den geplanten Altar. Sehr zum Unmut des Kriegerbauern übrigens, der bei dem ganzen Hin und Her über Opfer, Schmieden, Gießen und Vergolden noch nicht einmal zu einem Kalana gekommen war. Diesen Wunsch erfüllte ich ihm nur zu gern und da meine Herrin nicht zu Hause war, nutzte ich die Gelegenheit, ihn nach dem Servieren seines Weins noch über den kürzlich geschlachteten Bosk auszuhorchen, von dessen Ableben ich erst vor kurzem von Katy erfahren hatte.
 
 
Der Herr nutzte seinerseits die Gelegenheit, mit seinen schwieligen Kriegerbauernhänden meine Rundungen zu erforschen und sich gleichzeitig bei mir darüber zu erkundigen, welche Dienste meine Herrin mir erlaubt. Da ihm das Ergebnis seiner Forschungen offensichtlich zusagte, war er entsprechend angetan, dass ich keine Verbote habe. So durfte ich nicht nur seinen Gelüsten nach einem Kalana abhelfen… übrigens auf dem Marktplatz, aber natürlich unter ständig wachsamen Kriegeraugen... glaube ich jedenfalls.

Donnerstag, 13. Juni 2013

Missverständnisse oder doch Provokation?

…knapp war es jedenfalls!
 
Eigentlich war ich auf dem Weg zur Wiese vor der Feste, weil ich meinem Obhutherrn beim Waffentraining zuschauen wollte, solange er das denn noch ist und ich das darf. Außerdem war ich auf der Suche nach Dark und Katy, deren Augen dort bestimmt schon mit Begeisterung das Muskelspiel schweißglänzender Männerkörper verfolgten. Falsch gedacht, die beiden hockten vor dem Badehaus und unterhielten sich darüber, wie sehr sie ihre Herren lieben. Beide waren sich darüber einig, dass Katys Herr sie wann auch immer holen wird… mit Worten, Silber oder notfalls auch mit Stahl. Dark meinte sehr richtig, eine Sklavin kann zwar nicht entscheiden, wem sie gehört, wohl aber wem sie ihr Herz schenkt.
 
Da ich das Gespräch nicht unterbrechen wollte, machte ich Anstalten weiter zu laufen. Doch beide luden mich sofort ein, an ihrer ehrenvollen Aufgabe zwei badende Herrinnen zu bewachen, teilzuhaben. Ich dachte zwar „oh je, nicht schon wieder!“ doch konnte ich eine so freundlich ausgesprochene Einladung natürlich nicht ausschlagen und kniete mich dazu. Ich rechnete allerdings nicht wirklich damit, dass es überhaupt etwas für uns zu tun gäbe, denn sämtliche Herren waren ja beim Waffentraining und ich wollte nicht schon wieder Unkraut zupfen, als plötzlich ein Herr zielstrebig auf uns zukam.
 
Es war der Händler, der nun doch tatsächlich versuchte, uns einfach wegzuscheuchen, als ob wir nur ein paar Vulos sind, denn er hatte offensichtlich vor, ein Bad zu nehmen… und zwar sofort. Bedauerlicherweise hatte er nicht damit gerechnet, dass das Bad besetzt sein könnte und mit dem zackigen Schneid von Dark wohl auch nicht, die sofort eine entschlossene Miene aufsetzte und sich auf der Treppe breit machte. Katy tat es ihr nach, während ich zu meiner Schande gestehen muss, zu sehr in irgendwelchen Gedanken gewesen zu sein, um überhaupt zu reagieren.
 
 
Brauchte ich aber auch nicht, denn Dark hatte die Situation total im Griff im wahrsten Sinne des Wortes. Sie war nämlich anscheinend wild entschlossen, die Tür gar nicht erst loszulassen, so wie sie sich an den Griff klammerte. Doch der Händler glaubte immer noch nicht, dass zwei freie Frauen am Baden waren und unterstellte sogar, eine von uns sei Bauchrednerin, als von drinnen die Stimme einer der Damen zu hören war. Erst als Dark das unschlagbare Argument brachte, wir würden nie ein leeres Badehaus bewachen, wenn uns dies nicht befohlen worden wäre, denn wir würden alle drei natürlich viel lieber bei dem Training der Rarii zuschauen, hatte er ein Einsehen.
 
Mein Aufatmen, dass die badenden Herrinnen nun doch nicht von dem Händler belästigt werden, hatte noch gar nicht richtig eingesetzt, als schon die nächste Gefahr für die Ladies auftauchte… diesmal in Form des Lederarbeiters. Wobei er ursprünglich wohl gar keine Badegelüste gehabt hatte, sondern sich eigentlich nur bei dem Händler über unseren Kajiraauflauf erkundigen wollte. Leider gab ein Wort dann das andere, sodass Dark sich schließlich erkundigte, ob der Lederarbeiter etwa über uns spottet. Uff, selbst wenn es so wäre, hätten wir kein Recht uns dagegen aufzulehnen, denn eine Sklavin muss natürlich die Willkür eines Freien hinnehmen. Zum Glück kennt Dark ihre Stellung aber und bekam gerade noch die Kurve, die Ehre der Herrinnen war gerettet und die beiden Männer verzogen sich Richtung Terrasse.
 
Trotzdem blieben wir nicht lange alleine. Die Badenden hatten ihr Einweichen anscheinend frühzeitig beendet, da sie von den Geschehnissen vor ihrer Tür offensichtlich etwas gehört und wohl Angst bekommen hatten. Wie gut, dass ich diesmal in strategisch sehr günstiger Position genau gegenüber der Tür kniete und die Sängerin sogleich frontal grüßen konnte. Damit hatte ich mir eine weitere Rüge erspart… dachte ich zumindest. Später in der Herberge stellte sich leider aber heraus, dass die singende Zicke grundsätzlich keine Kajirae hinter sich knien haben mag, sodass ich mich frage, ob sie womöglich an irgendeiner Phobie leidet?
 
Wie nicht anders zu erwarten, mussten wir nun natürlich noch das Badehaus von den Spuren der beiden Herrinnen reinigen. Da der Lederarbeiter seine Elena zur Verstärkung unseres Wachtrupps dagelassen hatte, waren wir nun also zu viert… das Reinigen daher eigentlich ein Klacks. Nur logisch also, dass wir uns vergnüglich, aber besonders intensiv auf das Becken mit dem herrlich warmen Wasser konzentrierten. Ganz besonders gründlich musste natürlich der Grund gereinigt und nach kleinsten Flusen Ausschau gehalten werden. Nicht auszudenken, wenn wir ein möglicherweise verlorenes Schmuckstück nicht finden würden!
 
Leider wurde unser selbstloser Bade- und Taucheinsatz jedoch plötzlich von einer donnernden Männerstimme unterbrochen, die sogar unter Wasser zu hören war. Es war schon wieder der Lederarbeiter, der nun fragte, was wir denn da machen. Na was wohl…reinigen! Irgendwie schien er uns jedoch nicht zu glauben, denn er schüttelte den Kopf und meinte er würde in 5 Ehn die Damen auf der Terrasse erwarten. Häh? Welche Damen denn? Ich beeilte mich ihm mitzuteilen, dass im Badehaus keine sind und gab gleichzeitig meiner Sorge Ausdruck, ob es ihm gut geht.

Ok… Dark und ich wurden unter seinen drohenden Blicken umgehend aus dem Wasser zu ihm zitiert, bekamen äußerst schmerzhaft die Ohren lang gezogen und wurden ermahnt, in Zukunft weniger vorlaut zu sein. Wahh..das tat echt weh… so lang konnte ich mich gar nicht machen, um dem fiesen Zug an meinem Ohr einigermaßen zu entgehen. Mir blieb jedoch nichts anderes übrig, als mich freundlich zu bedanken, Besserung zu geloben und den Herrn darauf hinweisen, dass wir so ja nicht sauber machen können.

Zack… Kopfditscher… und die 5 Ehn galten immer noch, und zwar uns. Unsere dann beginnende Schnellreinigung des Bades brauch ich wohl nicht näher erläutern, da uns der Ernst unserer Lage nun deutlich und vor allem schmerzhaft klar gemacht worden war. Der tolle Badespaß war nun endgültig vorbei... die Zeit lief gegen uns. Darks guter Laune hatte das alles jedoch keinerlei Abbruch getan. „Alle Damen korrekt gekleidet? Sitzen die Schleier richtig? Antreten in Zweierreihen und los“ kommandierte sie uns nach vollendetem Reinigungswerk zur Terrasse.
 
Nagut, den Rest lass ich mal lieber weg. Dark wurde von ihrem Herrn noch zum Balkonschlafen verdonnert, mich blubberte er zum Glück nur an, ich solle froh sein nicht unter seiner Obhut zu stehen, aber der Lederarbeiter verpasste mir noch zwei Ohrfeigen. Achja, ich durfte auch noch lernen, dass die Sängerzicke grundsätzlich keine Kajirae hinter sich mag, aber das erwähnte ich ja schon. Kein Wunder also, dass ich froh war, mich bald nach Hause verdrücken zu dürfen, wo zu meiner Freude meine Herrin inzwischen eingetroffen war.

Zumindest die schimpfte nicht mit mir und begnügte sich nach meiner Ohrfeigenbeichte tatsächlich mit meinen Hinweis, dass alles nur Missverständnisse gewesen waren. Dafür berichtete sie von der interessanten Kopie eines Schreibens, in dem ein gewisser Charmeur zurzeit erwägt, ob er nicht in Erinnerung an meine Herrin, von der sowieso hinlänglich bekannt ist, dass sie Pfeffer hat, nun aber auch noch Pfefferproduzentin im Nebenerwerb ist, in seiner Stadt eine Straße als „Pinion Gasse“ benennen soll.

Dienstag, 11. Juni 2013

Nur knapp entkommen

Eigentlich wollte ich zum Vosk, um Ausschau nach meiner Herrin zu halten. Normalerweise laufe ich dafür dann zum Hafen, doch diesmal kam ich gar nicht so weit, da ich vorher durch Zufall einen wie ich meinte perfekten Aussichtspunkt entdeckt hatte. Weil ich diesmal nicht den Weg über den Marktplatz genommen hatte, sondern den durch den Wald, führte meine Strecke an einem Hochsitz vorbei. Ich bin hier schon oft entlang geschlendert, allerdings waren meine Augen eher Richtung Boden ausgerichtet. Besonders im Frühjahr blühen neben dem Weg viele schöne Blumen und später im Jahr gibt es die eine oder andere Beere zu naschen. Nur dieser Hochsitz war mir bislang noch nie aufgefallen. Kurzerhand kletterte ich also hinauf, um die Aussicht zu testen. Äußerst zufrieden mit dem Ergebnis der perfekten Aussicht, richtete ich mich einigermaßen gemütlich ein und wartete auf das Schiff, mit dem meine Herrin nach Hause kommen würde.
 
Ein unheimliches Schnaufen und Fauchen, gepaart mit deutlichem Rascheln ließ meine Blicke nach unten ins Gebüsch wandern. Ich erstarrte vor Schreck und hielt ängstlich die Luft an, um möglichst nicht auf mich aufmerksam zu machen, als aus dem Unterholz plötzlich ein 6beiniges Ungeheuer auftauchte und witternd seine Nase in die Höhe hielt. Sabbernderweise kam es näher und näher, schnupperte mit erhobenem Kopf ständig in meine Richtung und erreichte schließlich den Fuß der Leiter zu meiner hochgelegenen Plattform. Das Viech musste mich tatsächlich geortet haben, denn es setzte nun sogar die ersten beiden seiner 8 mit fiesen Krallen bestückten Füße auf die unterste Sprosse und schaute mit furchteinflößendem Blick zu mir hoch.
 
Luft anhalten war nun endgültig vorbei. Im Gegenteil, in meiner Panik atmete ich mit wildem Herzklopfen nun fast hyperventilierend und sprang fluchtbereit auf die Füße. Nur wo sollte ich hin? Würde es mir gelingen, ohne Knöchel- oder einen anderen Bruch auf der Rückseite von dem Hochsitz zu springen, um mich dann aus dem Staub zu machen solange das Viech noch Holz knabberte? Wie schnell konnte das Biest überhaupt laufen? Immerhin hatte es 12 Beine im Gegensatz zu meinen beiden. Vermutlich war der Sleen damit mindestens 6 mal schneller als ich! Aber auch wenn er nur doppelt so schnell wie ich war, und damit musste ich mindestens rechnen, würde ich es nie im Leben bis zum Haus meiner Herrin schaffen, ohne vorher von seinem Raubtiergebiss gepackt zu werden.
 
 
Mir bleib vorerst nichts anderes übrig als erst einmal auszuharren, denn noch war ich ja sicher auf meiner hochgelegenen Plattform. Leider schien das gefährliche Raubtier über meine unerreichbare Höhe nicht gerade begeistert zu sein. In Ermangelung von Geduld richtete sich der Sleen plötzlich noch höher auf und zerfetzte voller Wut eine weitere Leitersprosse, sodass die gesamte Holzkonstruktion unter mir erzitterte. Ich änderte nun meine Taktik, indem ich mit leisen, beruhigenden Worten versuchte, das 24beinige Ungeheuer davon zu überzeigen, dass an einer halben Portion wie mir doch gar nichts dran ist, was die ganze holzzerstörerische Mühe lohnt. Gleichzeitig kletterte ich todesmutig auf den außen an der Brüstung befindlichen Querbalken und schwang mich dann oben auf die Einfassung, um den Abstand zu dem sabbernden Maul mit seinen angsteinflößenden Reißzähnen wieder etwas zu vergrößern.
 
Ich weiß nicht, ob ich mit meinen bezirzenden Worten oder doch mit meinen Kletterkünsten überzeugen konnte, vielleicht hatte der Sleen auch inzwischen eine andere Witterung aufgenommen… jedenfalls ließ er plötzlich von einer weiteren Hochsitzzerstörung ab und verzog sich ins Gebüsch. Natürlich rechnete ich sofort mit einem miesen Trick und wagte daher erst mal noch nicht an mein Glück zu glauben. Nur logisch also, dass ich wieder die Luft anhielt um trotz meines laut klopfenden Herzens ausgiebig zu lauschen. Doch es war absolut nichts mehr zu hören. Hoffnung keimte in mir auf, dass das Biest tatsächlich weg war.
 
Gefühlt verstrichen mehrere Ahn, wahrscheinlich waren es aber wohl nur einige Ehn, bis ich schließlich meinen ganzen Mut zusammennahm, mit einem gewaltigen Satz vom Hochsitz herunter sprang und in einem absolut rekordverdächtigen, wahnsinnigen Tempo zurück zum Haus meiner Herrin flitzte. Atemlos knallte ich die Tür hinter mir zu und sprang danach sofort zum Fenster, um meinen Verfolger schadenfroh anzugrinsen, denn ich hatte es tatsächlich geschafft. Nur draußen war niemand, der sich über meinen errungenen Sieg hätte ärgern können. Das Ungeheuer hatte mich anscheinend von seinem Speiseplan gestrichen und überhaupt nicht verfolgt. Egal, mir sollte das nur recht sein!
 
Ein leises Räuspern hinter mir veranlasste mich zum Umdrehen. Nun erst entdeckte ich meine Herrin, deren Schiff von mir unbemerkt offensichtlich während meines heldenhaften Kampfes mit dem 36beinigen Sleenmonster den Hafen erreicht haben musste. Wie gut, dass sie den anderen Weg durch die Stadt genommen hatte. Nicht auszudenken, wenn sie dem wütenden Biest begegnet wäre! Dann wäre aus ihrem Schwur auf den Heimstein von Jorts womöglich nichts geworden. Dieses aufregende Ereignis sollte nämlich an diesem Tag stattfinden, nachdem der Hauptmann meiner Herrin vor kurzem bestätigt hatte, dass in Jorts tatsächlich Pfeffer wächst. Wobei, vielleicht stand auf dem Speiseplan des Viechs ja auch „heiße Kajira“ und nicht „ehrbare Herrin“.
 
Ein wenig schwer fiel es mir nun jedoch, dass meine Herrin natürlich von mir erwartete, eine der besseren Tuniken in ihren Kastenfarben anzuziehen. Eigentlich bin ich ja am liebsten so wie die Natur mich geschaffen hat, also nackt, aber ich ziehe auch gerne eine der besseren Tuniken an oder sogar Seiden. Wobei mein Herz einfach für Rot schlägt… nach den vielen Hand ohne meine Herrin sogar ziemlich heftig. Aber das gibt sich bestimmt auch wieder… hoffe ich jedenfalls. Ich kann echt froh sein, dass ich überhaupt so schöne Stoffe tragen darf und nicht in kratzigen Sa Tarna Säcken herumlaufen muss. Dafür bin ich meiner Herrin wirklich dankbar.
 
 
Die Heimsteinzeremonie und besonders die Worte, mit denen meine Herrin auf den Heimstein von Jorts geschworen hat, bewegten mich sehr und ließen wie nicht anders zu erwarten, ein paar Tränen über meine Wangen kullern, denn die kann ich bei solchen ergreifenden Handlungen sowieso nie zurückhalten. Ich glaube, für den Hauptmann waren es fast zu viele Worte, da noch eine weitere Bewohnerin auf den Stein schwören wollte. Während ich mich versuchte wieder einzukriegen, wanderten meine Augen nämlich zu ihm hinüber, sodass es mir so vorkam, als würde ich tatsächlich Schweiß auf seiner Stirn sehen. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich mich getäuscht habe und falls nicht, ob dies ein Zeichen seiner Anspannung um die Sicherheit seines geliebten Heimsteins war oder weil es durch die vielen Anwesenden sehr warm im Raum geworden war.
 
 
Egal, der Heimstein von Jorts wurde sicher an seinen Aufbewahrungsort zurück gebracht und dem gemütlichen Umtrunk zur Feier des Tages, zu dem meine Herrin eingeladen hatte, stand nichts mehr im Wege.

Montag, 10. Juni 2013

Es gibt Tage…

...da sollte ich einfach lieber zu Hause bleiben.
 
Vollkommen überflüssig war nämlich mein gestriger Weg, den ich mir wirklich hätte ersparen sollen. Aber nein, ich Dussel fand es natürlich noch einmal wichtig zum Marktplatz hochzulaufen. Nur hatte ich blöderweise überhaupt nicht auf die Zeit geachtet und mir vor dem Verlassen des Hauses meiner Herrin daher auch nicht überlegt, dass zu so später Ahn sicherlich niemand mehr meine Dienste benötigte. Und so war es natürlich auch, denn alle Herren waren bestens versorgt oder hatten keine Wünsche.
 
Die meisten Freien waren bei meiner Ankunft außerdem im Begriff sich in ihre Häuser zurückzuziehen, als hätte ich eine ansteckende Krankheit oder würde stinken, was natürlich nicht der Fall war. Wobei ich von einigen auch freundlich begrüßt wurde oder nur das übliche Brummen erntete… immerhin. Naja, ich bin eben nur eine unbedeutende Kajira. Damit muss und kann ich leben. Genauso kann ich wegstecken, dass eine zickige Herrin, die seit Tagen um einen Kragen bettelt, endlich ein Opfer für ihren Männerfrust gefunden hatte… nämlich mich. Insofern war mein Auftauchen also doch noch für einen guten Zweck.
 
Selbstverständlich hätte ich bei der Begrüßung der Herrin eine günstigere Position finden können, ohne dass sie angeblich über ihre Schulter hatte schauen müssen, um mich zu sehen. Ich nahm natürlich mit regungsloser Miene ihre Zurechtweisung hin, gelobte Besserung und habe mir selbstverständlich auch einen Kommentar über ihr affektiertes Herumhampeln verkniffen. Meine Gedanken kann ja zum Glück niemand lesen. Die Gnädigste stand nämlich nicht still, sondern zappelte herum und stellte ihren Körper vor den Männern zur Schau, als sei sie eine sich in ihrer Hitze windende Kajira und keine auf ihren Ruf bedachte Freie. Bei ihrem Hin und Her hätte sie mich eigentlich auch ohne Schulterblick sehen können.
 
Aber was soll’s… Freie haben natürlich immer Recht… nur meine Freie-Frauen-Abneigung wurde davon nicht besser, sodass ich mich tunlichst beeilte, schnell den Rückzug anzutreten.

 

Samstag, 8. Juni 2013

Gärtnerische und andere Geschehnisse

Erstaunlicherweise fand ich an diesem Tag den kürzesten Weg zum Marktplatz... mein Orientierungssinn war vielleicht doch kein so hoffnungsloser Fall? Für meinen Obhutherrn schien ich offensichtlich genau im richtigen Moment aufgetaucht zu sein, allerdings nicht, um ihn mit einem Paga zu erfreuen oder einfach nur mit meiner Anwesenheit zu beglücken, nein... ich durfte einer Pilgerin den Schlafsaal zeigen. Dieser einfachen Aufgabe kam ich natürlich gerne nach.
 
Nachdem die von ihrer Reise anscheinend sehr müde Pilgerin gut untergebracht war, wartete bereits meine nächste Aufgabe auf mich. Die Hauptmannsgefährtin hatte ihre Badepläne zwangsweise zwar überschlafen müssen, diese aber nicht aufgegeben. Da ihrem Bad heute nun nichts mehr entgegen stand und die Tür immer noch nicht abschließbar war, wurde mir die langweilige... nee, ich wollte natürlich sagen, mir wurde die große Ehre zuteil, die Badehaustür gegen lüsterne Männer und ihre Blicke zu verteidigen.
 
Mist, es war mir tatsächlich gelungen der Herrin so überzeugend darzustellen, dass sie mit meiner Bewachung obersupersicher war, dass sie die wohlige, entspannende Wärme des Bades ahnlang genoss, während ich die ganze Zeit auf einen Herrn hoffte, an dem ich meine Türverteidigungskünste und rotseidenen Ablenkungsstrategien hätte erproben können. Mir blieb leider nichts andres übrig, als zu versuchen, meine Sehnsucht mit Moos- und Graszupfen in den Griff zu bekommen... die Pflastersteine bis zur Weggabelung sind nun also moos- und grasfrei!
 
 
Schließlich wurde es trotz der beglückenden Rupferei, denn was tut eine Kajira nicht alles um Freie zu erfreuen... dennoch interessant. Ich hörte plötzlich eine männliche Stimme, die sich mit einem Vogel unterhielt. Wobei der Vogel nicht antwortete, dafür aber Elena. Nun entdeckte ich auch das offene Fenster im Haus des Lederarbeiters, der ja genau neben dem neuen Badehaus wohnt und mir wurde klar, dass die Stimme seine gewesen sein musste.
 
Ups, hatte er etwa auf seinem Expeditionsausflug in die Natur von Belnends Wäldern als Ersatz für sein verlorenes Schwert einen Vogeltick erhalten? Leider bekam ich es nicht mehr heraus, da die Hauptmannsgefährtin nun endlich genug eingeweicht war und ihre Badesession beendet hatte, sodass ich von ihr erneut den Auftrag bekam, das Bad zu säubern... toll, welch eine weitere Ehre für mich!
 
Dementsprechend legte ich mich also ins Zeug, auch wenn eine Säuberung des Badehauses offensichtlich überhaupt nicht nötig gewesen wäre. Es ist eben doch ein himmelweiter Unterschied, ob eine sehr reinlich veranlagte Herrin badet oder ein dreckverkrusteter, potenter Krieger mit einer Kajira das Rundum-Verwöhn-Entspannungsprogramm genossen hat. Dummerweise widmete ich mich, gründlich wie ich ja nun mal bin, dem Beckenrand etwas zu intensiv und fiel hinein. Mist, eigentlich liebe ich ja das Baden und Schwimmen, Wasser hat schon immer eine sehr hohe Anziehungskraft für mich gehabt... nur normalerweise bade ich lieber nackt und nicht in Tunika!
 
Es gelang mir zum Glück mich mehr oder weniger unbemerkt an der Terrasse vorbei zu schleichen, um mich umzuziehen. Allerdings fielen dem Hauptmann... oder war es der Lederarbeiter?... meine immer noch feuchten Haare bei meiner Rückkehr auf, worauf ich dann mit einem kurzen Bericht über mein Missgeschick zur Erheiterung aller Anwesenden beitragen durfte. Hoffentlich muss ich mich nun nicht darum kümmern, die anderen Wege auch noch von Moos zu befreien!
 
Eigentlich hätte ich mir das Anziehen eines trockenen Camisk auch sparen können, da es alle Männer kurz darauf in die Taverne zog, wo Shani eh schon nackt mit ihrer Nachspeise beschäftigt war. Ich kam der Aufforderung zum Ausziehen nur zu gerne nach... nackt und unter Männern sein zu dürfen, ist für eine Kajira eben einfach das Schönste, zumal die Herren das im Gegensatz zu den freien Frauen eben auch zu schätzen wissen! Übrigens irgendwie erstaunlich, dass sich die Herren dabei noch unterhalten konnten… naja so einigermaßen jedenfalls, denn dem Händler passierte tatsächlich eine kleine Namensverwechslung. Vielleicht will er Shani aber auch einen neuen Namen geben und hat schon mal getestet, ob sie auf den reagiert?

Freitag, 7. Juni 2013

Schwierige Überlegungen

„Tal Waschmädchen“ erwiderte mein Obhutherr meinen Gruß, als ich am Marktplatz ankam und ihn dort in einem Männergespräch vorfand, denn es war weit und breit keine freie Frau zu sehen. Ich war mir nicht sicher, wie ich diese Begrüßung zu bewerten hatte, war es vielleicht ein Ausdruck guter Laune? Naja, er grinste wenigstens dabei, daher beschloss ich diese Bezeichnung erst einmal als wohlwollend einzustufen. Worüber er sich mit dem Brauereikrieger und Darks Herrn aber genau unterhielt, erschloss sich mir nicht mehr so richtig. Ich bekam nur noch mit, dass es um Längen von irgendwelchen Teilen ging, die zum Glück gerade eben nicht so lang sind, dass sie über den Boden schleifen, denn das wäre wohl sehr schmerzhaft für Träger dieses Teils.
 
Ich hatte keinen blassen Schimmer, worüber sich die Herren unterhielten und nutzte die perfekte Gelegenheit, um mich bei Dark zu erkundigen, ob sie sich schon ein wenig eingelebt hatte. Natürlich konnte ich sehr gut nachvollziehen, dass sie bislang nur die Feste, die Trainingswiese und den Weg zum Gasthaus kennt. Außer auf meinen Verirrungen habe ich auch immer nur Wege genommen, die ich kannte. Leider gesellte sich die Hauptmannsgefährtin genau in dem Moment zu uns, als ich das neue Badehaus ansprach, das ich Dark gerne zeigen wollte. Dies war für die Herrin offensichtlich das Stichwort, ihre Badegelüste zu bekunden und da ihre Kajira anscheinend weggelaufen ist, wollte sie sich dabei Darks und meiner Dienste bedienen. Eine von uns hätte nämlich mangels abschließbarer Tür draußen Wache schieben müssen und die andere wäre für das Baden der Herrin zuständig gewesen.
 
Uff, wie sollte ich der Herrin nun klar machen, dass ihr Gefährte am Vorabend nicht nur total dreckig ins Becken gesprungen war, sondern dass im Wasser mit Sicherheit immer noch kleine Hauptmänner herum spattelten? Hatte die Herrin überhaupt schon in den Fellen ihres Gefährten gelegen? Wie würde sie erklären, wenn das nicht der Fall war und sie plötzlich schwanger ist… ohne überhaupt Spaß und Vergnügen mit ihrem Gefährten gehabt zu haben? Ich druckste daher etwas von unklaren Wasserverhältnissen und nicht gezogenem Stöpsel herum bzw. dass mir nicht klar ist, wie mit der Wasserreinigung nach einer solchen Hauptmannsentladung wie der am Vorabend zu verfahren ist.
 
Ich glaube die Herrin war kurz vorm Platzen und verdonnerte uns zum gründlichen Saubermachen, bevor sie mit ihrem Kleiderbündel unter dem Arm wutschnaubend von dannen rauschte. Wir sollten ihr Bescheid geben, wenn wir damit fertig sind, denn sie will ein sauberes Bad. Die von mir vage angedeutete Problematik mit den unsichtbaren Kleinstlebewesen im Wasser und ihre möglichen Folgen hatte sie vermutlich gar nicht begriffen. Naja, wie denn auch, wenn sie noch nie……… hat. Immerhin konnten wir der Herrin noch beteuern, dass wir uns um die Stöpselsache kümmern.
 
Unklar war uns auch, wie die Vorreinigung von Männern durch Einölen, Öl abschaben und erster Wäsche in diesem Bad durchgeführt werden kann, damit das große Becken nicht so schnell verschmutzt. So richtig verdreckte Kerle sollten ja nicht gleich in das Hauptbecken springen so wie mein Obhutherr, der es einfach nicht mehr abwarten konnte, nachdem er mir zuvor schon meine Tunika vom Leib geschnitten hatte. Wobei ich gestehen muss, dass ich daran wohl nicht ganz unschuldig war. Vermutlich hatte meine Art, ihm die Sandalen zu küssen, Appetit auf mehr gemacht, sodass keine Zeit mehr für das Lösen von Knoten war?
 
Dark und ich beschlossen jedenfalls, einfach erst mal abzuwarten, da das Bad ja noch nicht endgültig fertig gestellt ist. Die Baumeister werden schon wissen was Kajirae für die Reinigung verdreckter, verschwitzter Herren benötigen! Dummerweise musste sie dann zurück in die Feste, um nach ihrem Schinkenbraten zu schauen, den sie auf dem Feuer hatte. Sie bat mich, ihrem Herrn schon mal über das von ihr geplante Menü zu informieren… heißen Braten mit frischem Brot und heißer Kajira! Dieser Bitte kam ich natürlich gerne nach und musste den Krieger auch nicht lange suchen. Ich entdeckte ihn auf der Terrasse des Gasthauses zusammen mit dem Brauereikrieger, dem Händler und dem Lederarbeiter.
 
Mein Eintreffen schien Darks Herrn zu freuen, denn er forderte mich sogleich auf, noch etwas dichter neben ihn zu rutschen, damit er eine Hand auf meinen Schenkel legen konnte. Keine Frage, dieser Aufforderung kam ich nur zu gerne nach und wurde bei der Erinnerung an die Nacht bei ihm in der Feste ganz kribbelig. Sein begehrlicher Blick in meine tief ausgeschnittene Tunika veranlasste ihn, sich bei dem Brauereikrieger zu erkundigen, ob dieser mich noch benötigte, was jedoch nicht der Fall war. Lustigerweise stellte sich Darks Herr vor, der Brauereikrieger würde es mit mir auf seinen Braukesseln treiben, tat dieses dann aber mit dem Kommentar ab, für eine solche Akrobatik sei er zu alt, befahl mir jedoch in spätestens einer Ahn zu ihm in die Feste zu kommen, um die „anregende Diskussion" von vor 2 Tagen fortzusetzen.
 
Mit vor Vorfreude wild klopfendem Herzen, rutschte ich nun flink hinüber zu dem Händler, um die Unklarheiten wegen der Wasserqualität und den darin schwimmenden kleinen Hauptmännern im Badehaus schnell noch zu klären, da ich annahm, er wüsste aufgrund seiner Verhandlungen mit den Baumeistern Genaueres darüber. Doch das war nicht wirklich der Fall, außerdem schien ihn die Vorstellung, dass in neun Monaten ganz viele kleine Krieger in Jorts geboren werden, zu erheitern. Wobei nicht nur ihn... ich glaube, der Lederarbeiter und besonders seine Kajira waren kurz davor, vor Lachen zu platzen.
 
Zumindest konnte der Händler mir mitteilen, dass nach ungefähr 40 Ahn den besagten Kleinstlebewesen im Wasser die Luft knapp wird und danach dann keine Gefahr mehr besteht, dass sämtlicher Nachwuchs in Jorts dem Hauptmann ähnlich sieht. Außerdem erfuhr ich, dass die Baumeister an alles gedacht hatten und selbstverständlich Filter eingebaut worden waren, um die von meinem Obhutherrn eingeschleppten Gräser und Dreckklumpen heraus zu filtern. Wie gut, dass ich die Herrin mit ihren Badegelüsten erst einmal vertröstet und nicht gleich den Stöpsel gezogen hatte, denn das wäre ja pure Wasserverschwendung gewesen.
 
Meine Bedenken, wie ich zukünftig das einmassierte Öl von der Männerhaut wieder abbekomme, denn nicht jeder Herr ist so von der eiligen Truppe wie mein Obhutherr und springt gleich ins große Becken mitsamt seinem Dreck, konnten leider nicht gänzlich ausgeräumt werden. Aber das Bad ist wie gesagt ja noch nicht ganz fertig. Trotzdem äußerte ich meine Befürchtungen, da ich den eingeweichten Dreck eigentlich nicht mit Öl auf der Haut der Herren konservieren will, das kleine Becken in der Ecke jedoch bestenfalls zum Eintauchen der Füße, aber nicht für den ganzen Hauptmann oder einen der anderen stattlich und gut gebauten Herrn aus Jorts reichen würde.
 
Die Möglichkeit, den Herrn mit den Füßen in das kleine Becken zu stellen und ihn dann abzuspülen, muss ich gelegentlich wohl mal ausprobieren. Ich hoffe nur, der Beckenrand, auf den ich dann klettern muss, um den Herrn mit Wasser zu begießen, ist hoch genug für mich, da ich ja eher klein geraten bin. Ach ja, ich darf auch nicht vergessen, den Teppich vor dem Geplätscher beim Abspülen des Öls aufzurollen... andernfalls könnte er sich möglicherweise zu einem großen roten Schwamm entwickeln... hoffentlich kann er das ab.

Wie gut, dass es mir gelungen ist, diese Bedienungsanleitung gerade so eben noch zu bekommen, bevor es richtig turbulent wurde auf der Terrasse und der Händler sich mit einer fremden, ziemlich anmaßenden Händlerin und ihrer keifenden Begleiterin einen recht heftigen Disput lieferte, der für die eine letztendlich im Kennel endete und für die andere am oder sogar im Vosk.
 
Ich sah jedenfalls zu, dass ich pünktlich in die Feste kam, so wie Darks Herr mir befohlen hatte… ich war natürlich unheimlich gespannt, was der Rarius diesmal mit mir zu "diskutieren" hatte.

 

Donnerstag, 6. Juni 2013

Fast verlaufen

Dark und ihr Herr schliefen noch tief und fest als ich recht früh am Morgen wach wurde und erst gar nicht wusste wo ich war. Bei dem herzhaften Schnarchen des Kriegers, an dessen Fußende ich mich hatte zusammenrollen dürfen, wurde mir jedoch sofort wieder bewusst, welche Ehre mir durch ihn zuteilgeworden war. Voller Dankbarkeit betrachtete ich den schlafenden Herrn und seine an ihn gekuschelte Kajira noch eine Weile, rappelte mich aber schließlich leise seufzend auf, weil ich Hunger bekommen hatte und einfach nicht mehr schlafen konnte. Außerdem war heute Waffentraining. Nur logisch also, dass für mich Umziehen angesagt war. Ich fand, an diesem Tag musste es unbedingt eine rote Tunika sein! Wobei Rot sowieso meine Lieblingsfarbe ist.
 
Das Anziehen der neuen Tunika gestaltete sich dann doch schwieriger als gedacht… allerdings nicht, weil ich dicker geworden war und sie mir nicht mehr passte! Diese Gefahr besteht bei der ekeligen Ernährung mit dem oberfiesen Sklavenbrei nämlich absolut nicht. Ich esse davon immer nur gerade so viel, um keinen Hunger mehr zu haben und niemanden mit meinem knurrenden Magen zu irritieren. Dadurch gelingt es mir zwar nicht, eine goreanische Idealfigur zu erlangen und werde deswegen manchmal auch „halbe Portion“ genannt… doch damit muss und kann ich in Anbetracht der Breipampe ganz gut leben. Nein, ich musste vor dem Umziehen natürlich erst einmal von der Feste zurück zum Haus meiner Herrin finden… ein leider etwas schwierigeres Unterfangen.
 
Dabei fand ich mich eigentlich ziemlich schlau. Ich wollte mir nämlich zuvor oben von der Feste noch einen Überblick über Jorts verschaffen, um mich in den engen Gassen nicht wieder zu verlaufen, was mir ja leider ständig passiert, weil die Häuser sich alle sehr ähneln. Der Ausblick war tatsächlich nicht schlecht, auch wenn sich mir damit nicht gerade der kürzeste Weg ins Gedächtnis einbrannte. Ich weiß auch nicht, ob es an dem ständig über mir kreisenden Tarn gelegen hat, der mich ein wenig durcheinander brachte. Die erste Tür führte nämlich nicht nach unten, sondern auf einen Balkon… zwar mit einer weiteren schönen Aussicht, aber ohne Treppe. Also zweiter Versuch. OK, die Wendeltreppen brachten mich immerhin nach unten, müssen mich aber so duselig gemacht haben, dass ich natürlich nicht den kürzesten Weg über den Marktplatz nach Hause einschlug. Der Nachhauseweg gestaltete sich also trotzt meines genialen Einfalls irgendwie schwierig.
 

Aber egal, seit dem Lydiusfeldzug vor einigen Jahren bin ich sogar wald- und survivalerpobt und weiß mir daher auch in einer STADT wie Jorts natürlich zu helfen. Ich schaffte es daher tatsächlich, mich nach einem gewaltigen Umweg, aber immerhin ohne fremde Hilfe trappermäßig bis zum Haus meiner Herrin durchzuschlagen, mich umzuziehen, um dann meinen Obhutherrn auf dem Marktplatz zu treffen. Übrigens… vom Haus meiner Herrin zum Marktplatz kenne ich wirklich den kürzesten Weg! Der Hauptmann eröffnete mir, dass ich ihm bei seinem anstehenden Zarspiel zuschauen darf. Vorher zeigte Shani mir aber noch das neue Badehaus, das mein Obhutherr nach dem Waffentraining anscheinend einweihen wollte.
 
 
Es ist größer als das alte, aber nicht riesig und von außen eher unspektakulär, denn die Außenwände sind sehr unauffällig aus schlichten Feldsteinen gemauert. Understatement eben, eine STADT wie Jorts, in der sogar Pfeffer wächst, hat es nun mal nicht nötig, mit Prachtbauten anzugeben! Auch von innen ist es nicht so bombastisch wie andere Bäder, die ich schon betreten durfte… dafür aber ganz heimelig und der Fußboden ist dank einer pfiffigen Baukonstruktion namens Hypokau-Dingsbums… diesen Namen ((Hypokaustum:-)) kann ich mir einfach nicht merken… sehr schön warm. Ich mochte es jedenfalls sofort und malte mir in Gedanken schon jede Menge schöner Dinge aus, mit denen eine Sklavin einen Herrn dort verwöhnen könnte… wenn sie denn überhaupt eine Gelegenheit dazu erhält!

Nach absolviertem Zarspiel in einem wirklich rasanten Tempo, das der Hauptmann selbstverständlich gewonnen hat… so wie ich meine Daumen für ihn gedrückt habe, konnte er nämlich gar nicht anders… gelüstete es ihn nach körperlicher Ertüchtigung, d.h. sich im Schwertkampf zu üben. Vorher eröffnete er mir allerdings noch, bei seiner Badeinweihung möchte er sich von 2 Kajirae verwöhnen lassen, nämlich von Katys und mir. Puhh, was für eine Ehre für mich… ich bekam echt Herzklopfen, hatte aber noch ein wenig Zeit, mich wieder einzukriegen, während ich den Männern beim Training zuschaute, denn ich vermutete es ging dem Herrn vor allem um Katy. Eigentlich hatte ich von ihm zwar noch den Auftrag bekommen, mich um seine Gefährtin zu kümmern, damit sie keine Langeweile bekommt, wenn er über die Wiese tobt, doch die Herrin hatte keinen Antilangeweilewunsch, den ich ihr hätte erfüllen können, sodass ich mich doch noch an den Rand des Trainingsplatzes knien konnte.

Was für eine tolle Fügung das war, zeigte sich als Darks Herr plötzlich direkt vor mir auf den Boden sank. Er hatte sich zum Glück aber nichts getan und rappelte sich auch recht schnell wieder auf, war aber wohl von den anderen Kriegern so gescheucht worden, dass er fix und fertig war. Irgendwie konnte ich den Lederarbeiter verstehen, dass er schon wieder gekniffen hatte und erneut nicht beim Training war… aber wer will sich auch mit einem schartigen, geliehenen Schwert einem solchen Training aussetzen?
 
 
Ohne lange nachzudenken oder gar zu fragen, rutschte ich sozusagen fast von alleine ganz schnell hinter Darks Herrn und begann einfach mit sanft kreisenden Fingern seine starken Schultern ein wenig durchzukneten. So zufrieden wie er dabei brummte, war das offensichtlich genau das richtige in diesem Moment und seine Lebensgeister kamen schnell zurück… für meinen Geschmack übrigens viel zu schnell! Leider fiel dem Rarius ausgerechnet jetzt wieder ein, dass er noch etwas mit dem Hauptmann besprechen musste… weg war er. Zum Glück war ich mir sicher, dass Dark sich später noch hingebungsvoll um ihren Herrn kümmern würde.
 
Die Besprechung der beiden Rarii war nur eine kurze, dann kam auch schon der Hauptmann auf mich zu… in seinem Gefolge der Kriegerbauer mit seinen Kajirae, um nun ebenfalls das neue Badehaus zu besichtigen. So begeistert wie alle waren, dachte ich eigentlich, es würde ein Gemeinschaftsbad werden… doch das war falsch gedacht.
 
Nun schwimmen in dem großen Becken nur kleine Kintradims herum und noch keine kleinen Nilas. Ich darf jedoch nicht vergessen, Shani gelegentlich noch zu fragen, wie eigentlich das Wasser gereinigt wird, denn man kann doch schlecht andauernd das Becken leer laufen lassen!

Mittwoch, 5. Juni 2013

Viel zu tun

Tja, eigentlich wollte ich einen weiteren Tag ohne meine Herrin eher ruhig angehen lassen, doch mehr als meinem Schönheitsschlaf etwas länger zu frönen lag einfach nicht drin, da mich dann doch die Neugier aus dem Haus trieb. Mein Blick über die Terrasse des Gasthauses ließ mich erst freudig und dann erstaunt stutzen, weil ich Dark und ihren Herrn dort entdeckte… einen Tag zu früh. Nanu, war ich durcheinander gekommen? Hatten wir bereits den dritten Tag der Hand, an dem üblicherweise das Waffentraining der Krieger stattfindet und bei dem Darks Herr fast immer in Jorts ist?
 
Nee, ich war doch nicht tüdelig… es hatte alles seine Richtigkeit mit dem Besuch oder eigentlich sollte ich vielleicht sagen, Dark und ihr Herr sind nun auch dort eingetroffen, wo der Pfeffer wächst, denn der Herr hatte seinem Heimstein in Lydius abschwören müssen. Natürlich erzählte er mir nichts Näheres darüber, denn das hat eine einfache Sklavin wie mich selbstverständlich nichts anzugehen, auch wenn sie als „Perle der spitzesten Zunge von Gor“ bezeichnet wird. Allerdings kann ich mir ziemlich gut vorstellen, warum sich ein Freier zu diesem schweren Schritt entscheidet, werde diese Gedanken aber besser für mich behalten und auch keine Vergleiche über Machtgier oder Wichtigtuerei anstellen.
 
Hach, es hätte so schön sein können… Dark auf der einen Seite an ihren Herrn geschmiegt, ich auf der anderen… zumindest am Anfang, wenn sich die Terrasse nicht schlagartig gefüllt hätte. Ich bekam richtig zu tun, um alle Gäste zufriedenzustellen und mit Getränken zu versorgen. Wobei ich mich nicht beschweren will, denn es brachte ziemlich viel Spaß, einen fremden Krieger davon zu überzeugen, dass sein Paga, wenn er wie gewünscht tatsächlich eisgekühlt und nicht raumtemperiert gewesen wäre, nach meinem aufreizenden Serve die Temperatur sowieso nicht beibehalten hätte. Vielleicht sollte er sich das nächste Mal besser von einer freien Frau bedienen lassen… komischerweise sagte er aber keinen Ton mehr über die Pagawärme.
 
Leider passierte mir jedoch auch ein kleines Missgeschick. In meinem Eifer die Herrinnen danach dann möglichst flott zu bedienen, übersah ich die Luke zum Keller und landete unfreiwillig mit leicht verschrammtem Knöchel plötzlich eine Etage tiefer und wusste erst gar nicht, was geschehen war. Doch ich glaube, meinen Kellerabstecher bekam niemand richtig mit, so flott wie ich die Treppe wieder hochsauste, um dann weiter in die Küche zu flitzen. Doofe Klappe… in Zukunft mach ich einen großen Bogen um die!
 
Leider war auch nach beendeter Getränkeversorgung der Herrschaften kein Anschmiegen an Darks Herrn angesagt, da nun ausgerechnet der Hauptmann nach mir plärrte, bei dem ich mich während der Abwesenheit meiner Herrin ja in Obhut befinde. Wobei ich mich eigentlich freute, dass er endlich mal Bedarf an meinen Diensten hatte, auch wenn ich befürchtete, es ging schon wieder um seinen Hausputz. Ach nee… nun hat er ja eine Gefährtin mit Kajira, sodass ich hoffentlich um den Reinigungsdienst in seinem Haus herumkomme.
 
Außerdem ging es nicht ums Putzen. Nein, diesmal sollte ich Darks Herrn eine Nachricht von ihm ins Ohr flüstern. Da dieser sich jedoch gerade in seine Unterkunft zurückziehen wollte, befahl er mir das später in seinen Fellen zu tun, wenn ich mit den Servierdiensten fertig bin. Wobei ich mir natürlich sofort überlegte, wann dafür der richtige Zeitpunkt ist… also eigentlich doch erst, wenn der Herr wieder normal und vor allem mit seinem Kopf denken kann, was bei zwei anschmiegsamen Rotseidenen in den Fellen ja fast nicht möglich ist.
 
Dem Hauptmann gefiel der Rückzug seines Kastenbruders in die Horizontale nicht besonders, da er sich Sorgen wegen des fremden Kriegers machte, den es nun auch noch nach einem Spaziergang durch die Stadt gelüstete. Wie gut, dass er mich hatte, um der Schreiberin und ihrer Besucherin schnell eine Warnung überbringen zu lassen, dass ein Fremder in der Stadt war, mit dem eine der beiden Herrinnen schon mal auf sehr unliebsame Weise Bekanntschaft gemacht hatte. Kein Wunder also, dass sie später um das Geleit des Hauptmanns ersuchte, um sicher nach Hause zu kommen.
 
Wir waren sogar ein ganzer Geleitzug, denn der Lederarbeiter kam ebenfalls mit, nachdem er sich aus der Feste ein Schwert ausgeliehen hatte, denn seines ist immer noch in Belnend seit seiner Naturexpedition. Wobei der Hauptmann behauptete, er brauche eigentlich keines, er könne sich auch mit Spucke verteidigen. Nun frage ich mich natürlich, warum die Spucke gegen die Waldfrauen nicht gewirkt hat.
 
 
Außerdem kommt es mir so vor, als ob der Lederarbeiter gar nicht so erpicht darauf ist, sein Schwert zurück zu holen... denn ohne kann er sich weiter um das Waffentraining drücken, bei dem er als Handwerker vermutlich sowieso keine Chance gegen die Krieger hat. Trotzdem… mutig ist er, so heroisch wie er schließlich das Haus der Herrin untersucht hat, sodass deren Kajira dabei voller Panik ins obere Stockwerk flüchten musste.

Dienstag, 4. Juni 2013

Gefährtenschaft mit Pfeffer

An diesem Tag sollte nun die Vertragsunterzeichnung der neuen Gefährtenschaft des Hauptmanns und eines weiteren Kriegers sein. Warum im Doppelpack? Keine Ahnung, außer dass wohl alle Beteiligten dachten, alles sei ein Abwasch und nur eine Feier. Nun gut, das stimmte zwar, dafür zog sich jedoch die ganze, sowieso langweilige Vertragsgeschichte endlos in die Länge und viel sehen konnte ich außer Röcken und Umhängen sowieso nichts. Einziges Highlight waren eigentlich einige stramme Männerwaden, die ich ausgiebig von hinten betrachten und miteinander vergleichen konnte. Nee, stimmt ja gar nicht… lustig war auch, dass die Schreiberin den Hauptmann fast mit der falschen Frau vergefährtet hätte. Aber der hatte natürlich aufgepasst.

Voller Neid beobachtete ich aus dem Augenwinkel irgendwann, dass sich der Brauereikrieger Richtung Buffet verkrümelte. Vermutlich wollte er der Erste sein vor dem großen Ansturm auf die leckeren Sachen oder hatte wahrscheinlich Befürchtungen, sein Ale könnte bei der endlosen Warterei zu warm werden… aber ich kann ja keine Gedanken lesen. Mir knurrte eigentlich auch schon der Magen, doch ob ich überhaupt etwas von den Grillspießen abbekommen würde, war fraglich bei meiner Herrin, die am liebsten Süßes mit Schokolade isst. Ok, ich gebe ja zu… ich liebe natürlich ebenfalls die süßen Köstlichkeiten, aber so ein knuspriger Fleischspieß hätte natürlich was.
 
Leider musste das Buffet noch länger warten, weil meine Herrin natürlich erst einmal gratulieren wollte, nachdem die Verträge endlich mit einem guten Kalana begossen und unterschrieben worden waren… oder sagt man unterkreuzt, wenn jemand nicht schreiben kann? Egal, der Wein der Liebe wurde natürlich auch nicht über das Papier gegossen sondern getrunken… ganz besonders übrigens vom Hauptmann, der einen ordentlichen Zug davon genommen hat. Ob er sich vielleicht noch ein wenig Mut antrinken musste?
 
Mit großem Staunen sah ich, wie meine Herrin dem Hauptmann mit ihren Glückwünschen einen kleinen Zweig überreichte, an dem einige schotenartige Früchte hingen. Mit leicht angespanntem Blick, denn viel mehr sieht man bei ihrer Gesichtsgardine ja nicht, erzählte sie ihm, dass sie geerntet hat und nun unsicher ist, ob das wirklich Pfeffer ist. Während ich vor Spannung vergaß zu atmen und die Luft anhielt, sodass ich dabei fast platzte, streckte der Herr brummend seine Hand aus, stopfte sich mit Todesverachtung eine dieser Schoten in den Mund, kaute sie durch, verzog jedoch sofort das Gesicht und spuckte das Ganze postwendend wieder aus mit den Worten: „Das IST Pfeffer.“
 
 
 
Wir strahlten natürlich alle sofort um die Wette, weil mit diesem Urteil nun der endgültige Beweis erbracht war, dass in Jorts tatsächlich Pfeffer wächst. Damit war der Verbleib meiner Herrin und meiner entschieden. Nun wurde auch der Weg zum Buffet endlich freigegeben, wo der Brauereikrieger bereits eine ziemliche Schneise auf dem Fleischteller hinterlassen hatte, indem er sich die lecker aussehenden Spieße sozusagen quer durch die Zähne zog. Aber es war so viel von allem da, dass außer mir wohl niemand hungern musste.
 
 
 
Wobei, eine angebissene Praline bekam ich doch und… naja… später leider auch etwas Ärger mit meiner Herrin. Ich war nämlich so sehr in den Anblick des in merkwürdigen Rätseln sprechenden Hauptmanns versunken gewesen, dass ich mich ganz aus Versehen, also wirklich ohne es zu merken, am Fleischspieß meiner Herrin bedient habe! Zum Glück war die Strafe aber eigentlich gar keine Strafe, zumindest keine neue, denn ich muss weiterhin den ekeligen Sklavenbrei essen, wie sonst auch.