Donnerstag, 13. Juni 2013

Missverständnisse oder doch Provokation?

…knapp war es jedenfalls!
 
Eigentlich war ich auf dem Weg zur Wiese vor der Feste, weil ich meinem Obhutherrn beim Waffentraining zuschauen wollte, solange er das denn noch ist und ich das darf. Außerdem war ich auf der Suche nach Dark und Katy, deren Augen dort bestimmt schon mit Begeisterung das Muskelspiel schweißglänzender Männerkörper verfolgten. Falsch gedacht, die beiden hockten vor dem Badehaus und unterhielten sich darüber, wie sehr sie ihre Herren lieben. Beide waren sich darüber einig, dass Katys Herr sie wann auch immer holen wird… mit Worten, Silber oder notfalls auch mit Stahl. Dark meinte sehr richtig, eine Sklavin kann zwar nicht entscheiden, wem sie gehört, wohl aber wem sie ihr Herz schenkt.
 
Da ich das Gespräch nicht unterbrechen wollte, machte ich Anstalten weiter zu laufen. Doch beide luden mich sofort ein, an ihrer ehrenvollen Aufgabe zwei badende Herrinnen zu bewachen, teilzuhaben. Ich dachte zwar „oh je, nicht schon wieder!“ doch konnte ich eine so freundlich ausgesprochene Einladung natürlich nicht ausschlagen und kniete mich dazu. Ich rechnete allerdings nicht wirklich damit, dass es überhaupt etwas für uns zu tun gäbe, denn sämtliche Herren waren ja beim Waffentraining und ich wollte nicht schon wieder Unkraut zupfen, als plötzlich ein Herr zielstrebig auf uns zukam.
 
Es war der Händler, der nun doch tatsächlich versuchte, uns einfach wegzuscheuchen, als ob wir nur ein paar Vulos sind, denn er hatte offensichtlich vor, ein Bad zu nehmen… und zwar sofort. Bedauerlicherweise hatte er nicht damit gerechnet, dass das Bad besetzt sein könnte und mit dem zackigen Schneid von Dark wohl auch nicht, die sofort eine entschlossene Miene aufsetzte und sich auf der Treppe breit machte. Katy tat es ihr nach, während ich zu meiner Schande gestehen muss, zu sehr in irgendwelchen Gedanken gewesen zu sein, um überhaupt zu reagieren.
 
 
Brauchte ich aber auch nicht, denn Dark hatte die Situation total im Griff im wahrsten Sinne des Wortes. Sie war nämlich anscheinend wild entschlossen, die Tür gar nicht erst loszulassen, so wie sie sich an den Griff klammerte. Doch der Händler glaubte immer noch nicht, dass zwei freie Frauen am Baden waren und unterstellte sogar, eine von uns sei Bauchrednerin, als von drinnen die Stimme einer der Damen zu hören war. Erst als Dark das unschlagbare Argument brachte, wir würden nie ein leeres Badehaus bewachen, wenn uns dies nicht befohlen worden wäre, denn wir würden alle drei natürlich viel lieber bei dem Training der Rarii zuschauen, hatte er ein Einsehen.
 
Mein Aufatmen, dass die badenden Herrinnen nun doch nicht von dem Händler belästigt werden, hatte noch gar nicht richtig eingesetzt, als schon die nächste Gefahr für die Ladies auftauchte… diesmal in Form des Lederarbeiters. Wobei er ursprünglich wohl gar keine Badegelüste gehabt hatte, sondern sich eigentlich nur bei dem Händler über unseren Kajiraauflauf erkundigen wollte. Leider gab ein Wort dann das andere, sodass Dark sich schließlich erkundigte, ob der Lederarbeiter etwa über uns spottet. Uff, selbst wenn es so wäre, hätten wir kein Recht uns dagegen aufzulehnen, denn eine Sklavin muss natürlich die Willkür eines Freien hinnehmen. Zum Glück kennt Dark ihre Stellung aber und bekam gerade noch die Kurve, die Ehre der Herrinnen war gerettet und die beiden Männer verzogen sich Richtung Terrasse.
 
Trotzdem blieben wir nicht lange alleine. Die Badenden hatten ihr Einweichen anscheinend frühzeitig beendet, da sie von den Geschehnissen vor ihrer Tür offensichtlich etwas gehört und wohl Angst bekommen hatten. Wie gut, dass ich diesmal in strategisch sehr günstiger Position genau gegenüber der Tür kniete und die Sängerin sogleich frontal grüßen konnte. Damit hatte ich mir eine weitere Rüge erspart… dachte ich zumindest. Später in der Herberge stellte sich leider aber heraus, dass die singende Zicke grundsätzlich keine Kajirae hinter sich knien haben mag, sodass ich mich frage, ob sie womöglich an irgendeiner Phobie leidet?
 
Wie nicht anders zu erwarten, mussten wir nun natürlich noch das Badehaus von den Spuren der beiden Herrinnen reinigen. Da der Lederarbeiter seine Elena zur Verstärkung unseres Wachtrupps dagelassen hatte, waren wir nun also zu viert… das Reinigen daher eigentlich ein Klacks. Nur logisch also, dass wir uns vergnüglich, aber besonders intensiv auf das Becken mit dem herrlich warmen Wasser konzentrierten. Ganz besonders gründlich musste natürlich der Grund gereinigt und nach kleinsten Flusen Ausschau gehalten werden. Nicht auszudenken, wenn wir ein möglicherweise verlorenes Schmuckstück nicht finden würden!
 
Leider wurde unser selbstloser Bade- und Taucheinsatz jedoch plötzlich von einer donnernden Männerstimme unterbrochen, die sogar unter Wasser zu hören war. Es war schon wieder der Lederarbeiter, der nun fragte, was wir denn da machen. Na was wohl…reinigen! Irgendwie schien er uns jedoch nicht zu glauben, denn er schüttelte den Kopf und meinte er würde in 5 Ehn die Damen auf der Terrasse erwarten. Häh? Welche Damen denn? Ich beeilte mich ihm mitzuteilen, dass im Badehaus keine sind und gab gleichzeitig meiner Sorge Ausdruck, ob es ihm gut geht.

Ok… Dark und ich wurden unter seinen drohenden Blicken umgehend aus dem Wasser zu ihm zitiert, bekamen äußerst schmerzhaft die Ohren lang gezogen und wurden ermahnt, in Zukunft weniger vorlaut zu sein. Wahh..das tat echt weh… so lang konnte ich mich gar nicht machen, um dem fiesen Zug an meinem Ohr einigermaßen zu entgehen. Mir blieb jedoch nichts anderes übrig, als mich freundlich zu bedanken, Besserung zu geloben und den Herrn darauf hinweisen, dass wir so ja nicht sauber machen können.

Zack… Kopfditscher… und die 5 Ehn galten immer noch, und zwar uns. Unsere dann beginnende Schnellreinigung des Bades brauch ich wohl nicht näher erläutern, da uns der Ernst unserer Lage nun deutlich und vor allem schmerzhaft klar gemacht worden war. Der tolle Badespaß war nun endgültig vorbei... die Zeit lief gegen uns. Darks guter Laune hatte das alles jedoch keinerlei Abbruch getan. „Alle Damen korrekt gekleidet? Sitzen die Schleier richtig? Antreten in Zweierreihen und los“ kommandierte sie uns nach vollendetem Reinigungswerk zur Terrasse.
 
Nagut, den Rest lass ich mal lieber weg. Dark wurde von ihrem Herrn noch zum Balkonschlafen verdonnert, mich blubberte er zum Glück nur an, ich solle froh sein nicht unter seiner Obhut zu stehen, aber der Lederarbeiter verpasste mir noch zwei Ohrfeigen. Achja, ich durfte auch noch lernen, dass die Sängerzicke grundsätzlich keine Kajirae hinter sich mag, aber das erwähnte ich ja schon. Kein Wunder also, dass ich froh war, mich bald nach Hause verdrücken zu dürfen, wo zu meiner Freude meine Herrin inzwischen eingetroffen war.

Zumindest die schimpfte nicht mit mir und begnügte sich nach meiner Ohrfeigenbeichte tatsächlich mit meinen Hinweis, dass alles nur Missverständnisse gewesen waren. Dafür berichtete sie von der interessanten Kopie eines Schreibens, in dem ein gewisser Charmeur zurzeit erwägt, ob er nicht in Erinnerung an meine Herrin, von der sowieso hinlänglich bekannt ist, dass sie Pfeffer hat, nun aber auch noch Pfefferproduzentin im Nebenerwerb ist, in seiner Stadt eine Straße als „Pinion Gasse“ benennen soll.

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