Mittwoch, 31. Juli 2013

Besuch eines Bakahkriegers

Meine Herrin war nach den Anstrengungen ihrer Reise noch ziemlich müde, sodass ich erst einmal alleine ihr Haus verließ, nachdem ich alle meine häuslichen Aufgaben erledigt hatte, einschließlich der Reinigung ihrer Kleider. Die erst kürzlich gut überstandene Gefahr durch den Larl saß mir allerdings noch ziemlich im Nacken, sodass ich mich ordentlich sputete, um schnell unter Menschen zu kommen. Vermutlich war ich mal wieder etwas zu ängstlich, denn die Wachen in Jorts sind zurzeit natürlich besonders aufmerksam, hatten das Viech allerdings bislang noch nicht erlegt. Hoffentlich hat es sich wieder tief in den Wald zurückgezogen und taucht nicht so bald wieder auf.
 
Zum Glück traf ich an der Ecke des Marktplatzes gleich auf den Hauptmann und Katy, die gerade dabei waren, den Speiseplan für die nächsten Tage festzulegen... naja, es war wohl eher der Hauptmann, der festlegte. Jedenfalls kam es dem Hauptmann und seinen Fleischgelüsten offensichtlich gut zupass, dass Hadi gerade auftauchte, um den Käsevorrat in der Herberge zu ergänzen. So konnte er sich nach einer ausführlichen Beratung mit ihr, bei der ich natürlich auch den einen oder anderen Kommentar abgab, gleich mit einem ordentlichen Schinken eindecken, den sie danach schnell noch vom Hof holte.
 
Die kleine Versammlung vor der Terrasse des Gasthauses wurde wie immer nach und nach größer. Eine der Wachen kam hinzu, um dem Hauptmann Bericht zu erstatten. So erfuhr ich, dass von dem gefährlichen Raubtier auch weiterhin nichts in Sicht war, nicht mal Spuren… eine Information, die mich einigermaßen erleichtert aufatmen ließ. Inzwischen war zu meiner großen Freude auch meine Herrin zu uns gestoßen. Danach kam Shani mit total wichtigem Gesichtsausdruck angeflitzt und kniete sich sofort mit fragendem Blick vor meine Herrin. Sie hatte von ihrem, warum auch immer, offensichtlich mehr oder weniger nervösen Herrn den Auftrag bekommen, sich bei meiner Herrin danach zu erkundigen, ob es Probleme mit dem Bakah geben könnte, der sich zurzeit in der Stadt aufhielt. Er sei ein ehemaliger Sheikh dieses Stammes.
 
Bakahsheikh??? Bei der Nennung dieses Namens horchte ich natürlich auf, da ich lange bei diesem Nomadenstamm bei meinem zweiten Herrn in der Tahari gelebt hatte. Aber auch Katy schaute neugierig auf, was mich nicht weiter wunderte, denn ich kannte sie ja seit meiner Zeit bei den Bakah. Meines Wissens zerstreuten sich die Bakah jedoch wie Wüstensand irgendwann in alle Winde. Als Shani dann auch noch den Namen des Bakahkriegers nannte, lachte meine Herrin lauf auf und ich begann mich riesig zu freuen. Es war mein ehemaliger Herr!!! Ach was war ich meiner Herrin dankbar dafür, dass sie mich so gut kennt und genau wusste, was danach in mir vorging. Sie schickte mich schmunzelnd mit Shani hinüber zum Spielehaus, damit ich meinen ehemaligen Herrn begrüßen konnte.
 
 
Toll sah er aus mein Exherr… auch wenn er selber fand, dass ihm die grauen Fäden in seinen Haaren nicht so gut stehen. Ich glaube, so wie er mich anschaute, freute er sich über unser Wiedersehen genauso sehr wie ich. Welche Befürchtungen Shanis Herrn denn nun tatsächlich geplagt hatten, bekam ich jedoch nicht mehr heraus. Auf jeden Fall beruhigte er sich schnell, nachdem ich meinen ehemaligen Herrn nun mit Beschlag belegte und verzog sich dann auf die Terrasse des Gasthauses. Doch das bekam ich alles nicht mehr so wirklich mit, da ich nur noch Augen für meinen früheren Herrn hatte. So wie er mich anschaute, war ich mir ziemlich sicher, dass er mich immer noch mochte.
 
Der wollte natürlich genau wissen, wie es dazu gekommen ist, dass meine Herrin ihrem früheren Heimstein abgeschworen hatte und nun Bürgerin von Jorts geworden war, aber auch, ob es mir gut geht. Eigentlich eine lange Geschichte, von der ich ihm in Kurzform nur das Wichtigste erzählte… vor allem wie wohl ich mich in Jorts fühle, wie nett alle Bürger und Kajirae sind und wie außerordentlich gut der Pfeffer hier wächst. Ein wenig hin- und hergerissen wirkte er dann, als ich ihm vorschlug, für einen weiteren Paga vielleicht hinüber in die Herberge zu wechseln, denn mich plagte inzwischen ein leicht schlechtes Gewissen, weil ich mich noch überhaupt nicht um meine Herrin gekümmert hatte. Ihm war natürlich klar, dass ich mich im Beisein meiner Herrin nicht mehr so eng an ihn anschmiegen würde und er erst mal auf weitere sanfte Berührungen von mir verzichten musste.
 
 
Doch Durst und Neugier auf die anderen Bürger von Jorts und natürlich Höflichkeit, vor allem auch gegenüber meiner Herrin, siegte natürlich. Zum Glück hatte Shani meine Herrin bereits versorgt, was ich eigentlich auch nicht anders erwartet hatte… gut erzogen wie Shani ja nun mal ist. Erstaunlicherweise hatte meine Herrin diesmal jedoch einen Larmasaft ihrer sonst so heißgeliebten Honigmilch vorgezogen. In Anbetracht der sommerlich hohen Temperaturen war das natürlich eine sehr gute Entscheidung und ich hatte schon wieder etwas dazu gelernt über meine Herrin… eine Kajira lernt eben nie aus, auch wenn es nur darum geht, mit wie viel Wasser oder pur und ob mit oder ohne Zucker meine Herrin ihren Saft bevorzugte.
 
So gut gelaunt, wie es auf der Terrasse herging, nahm ich an, dass der Paga schon ganz gut geflossen war und die Zungen ordentlich gelöst hatte. Als der Lederarbeiter dann auch noch eine Geschichte über seinen angeblich neuesten Auftrag zum Besten gab, war das Gelächter der angeheiterten Freien kaum noch zu bremsen. Alle nahmen wohl an, er wollte einen Spaß machen. Doch er behauptete weiter, für eine freie Frau tatsächlich einen mit Leder bespannten Sonnenschirm herstellen zu müssen… ein Auftrag, der bei dem offensichtlichen Sonnenstich dieser in meinen Augen sowieso überkandidelten, sich wichtig nehmende Dame eigentlich zu spät kam. Aber egal, vielleicht habe ich da auch etwas falsch verstanden.
 
Gut war jedenfalls, dass ich als Brauereiaushilfskajira eingewiesen worden war, denn plötzlich war das Pagafass leer, nachdem ich dem redseligen Lederarbeiter noch ein weiteres Mal die Luft aus seinem Pagabecher gelassen hatte. Das war natürlich ein absolutes Unding, wie der Hauptmann fand… also das leere Fass. Zum Glück erlaubte er Katy, mir zu helfen aus der Brauerei ein neues Fass heran zu rollen. Zu zweit geht das wirklich einfacher als alleine. Ein Problem ergab sich nur, wie sollten wir es in der Taverne angekommen letztendlich hoch hieven? Auf dem Boden stehend ist nämlich der Zapfhahn so niedrig, dass man mit Bechern nicht drunter kommt. Das Fass war nur nicht gerade leicht… fand ich jedenfalls.
 
Katy meinte zwar, wir würden es schaffen, aber ich blieb nach einer kurzen Hebeprobe ziemlich skeptisch. Mir wurde sofort klar, warum sie so zuversichtlich war, was unsere Kräfte anbelangte. Es war nun nämlich an mir, die Überzeugung eines der Herren zu übernehmen, uns mit dem Fass behilflich zu sein. Auch wenn ich es bedauerte, dass meine Herrin sich inzwischen zurück gezogen hatte, war das in diesem Fall natürlich sehr günstig für mich, denn ich hatte logischerweise vor, sämtliche rotseidenen Register zu ziehen, um mein Ziel zu erreichen.
 
Brauchte ich aber gar nicht. Mein früherer Herr war bereits so vorgeglüht durch mich und das Angebot meiner wie immer sehr großzügigen Herrin, sie benötige mich an diesem Abend nicht mehr, dass er ohne sich noch allzu lange zu sträuben, das schwere Fass einfach auf das andere oben drauf stellte und mir dann befahl, ihm ein Zimmer zu zeigen… ein Befehl, den ich selbstverständlich nur zu gerne erfüllte! ;-))

Dienstag, 30. Juli 2013

Aufwühlende Erlebnisse

Während ich mich ein wenig räkelte und streckte nachdem ich aufgewacht war, schaute ich mich erstaunt um und wusste zuerst gar nicht wo ich war. Doch dann fiel mir das Geschehen vom Vortag sofort wieder ein. Ich hatte wegen dem unerwarteten Stadtbesuch eines gefährlichen Larls bei dem netten Sklavenhändler übernachten dürfen, dessen Stimme sich nun von unten in mein Aufwachen gemischt hatte. Oh je, hatte ich etwa verschlafen? Schnell rappelte ich mich auf… ordnete die ziemlich zerwühlten Felle noch wie es sich gehört und sauste hinunter ins Erdgeschoss des Sklavenhauses, wo meine Tunika immer noch als kleines Kleiderhäufchen neben der Eingangstür lag.
 
Ich hatte Glück, war also noch nicht in Ungnade bei dem offensichtlich sehr früh aufstehenden Sklavenhändler gefallen, der nun gerade dabei war, eine mir unbekannte Kajira zu unterrichten. Beschäftigt wie er war, wollte ich ihn dabei lieber nicht stören und fragte daher, ob ich mich entfernen durfte. Durfte ich, allerdings nur kurz, um ihm aus dem Gasthaus ein Wasser zu holen. Das war selbstverständlich schnell gemacht, auch wenn ich das Trinkgefäß auf dem Rückweg so konzentriert balancierte, dass ich ein wenig vom direkten Kurs zum Sklavenhaus ab kam und fast den Brunnen gerammt hätte… aber immerhin nur fast und ich glaube, der klitzekleine Umweg niemandem weiter aufgefallen.
 
Bei meiner Rückkehr mit dem Wasser hatte der Sklavenhändler inzwischen Besuch von dem kastenobersten Händler in Jorts Besuch bekommen. Hier in Jorts ist die Kaste der Sklavenhändler übrigens eine Unterkaste der Händler. Ich verzichtete deswegen beim Servieren des Wassers lieber auf großes Tamtam, denn ich wollte das Gespräch der beiden Herren nicht unnötig stören, indem ich versuchte, die Aufmerksamkeit des Sklavenhändlers auf mich zu ziehen, auch wenn mir dies durchaus gefallen hätte. Aber ich weiß eben, wann es passt und wann nicht. Diese Entscheidung war offensichtlich sehr im Sinne des Sklavenhändlers gewesen, wie ich seinem freundlichen Blick entnehmen konnte, mit dem er mich belohnte.
 
Schnell nutzte ich daher seine kurze Aufmerksamkeit für die Frage, ob er mich noch benötigte oder ob ich mich denn nun entfernen durfte. Tja, und dann ist mir leider ein Missgeschick passiert. Die beiden Männer unterhielten sich inzwischen weiter, sodass ich annahm, der Sklavenhändler würde mir durch ein kurzes Nicken seine Zustimmung geben, dass er meine Dienste nicht mehr braucht. Es war mir nämlich wichtig, nachzuschauen, ob meine Herrin vielleicht schon zurück war. Leider kam ich jedoch nur bis vor die Tür, als mich auch schon die laute Stimme des Sklavenhändlers stoppte und zurück ins Haus befahl. Sein ungehaltener Blick war eindeutig, sein Fingerzeig noch mehr.
 
Mir war sofort klar, warum der Herr so sauer reagierte. Ich kniete mich mit tief gesenktem Kopf stumm nieder, denn das Gespräch der beiden Freien über irgendeinen Vertrag glaube ich, war noch nicht beendet. Selbstverständlich hütete ich mich, auch nur einen Pieps von mir zu geben, um nicht noch mehr in Ungnade zu fallen und übte mich dann in Geduld, bis der Händler irgendwann mit einem unterschriebenen Papier von dannen zog, das Shani irgendwo einsortieren sollte. Als plötzlich die Stiefel des Sklavenhändlers in meinem Blickwinkel auftauchten, ich wagte nämlich immer noch nicht aufzuschauen, sondern betrachtete konzentriert das Fell unter meinen Knien, wappnete ich mich innerlich auf eine Strafpredigt.
 
Doch es kam anders. Ich musste erst einmal meine Arme für mindestens 10 Ehn über meinen Kopf erheben und darüber nachdenken, was für einen Fehler ich gemacht hatte… natürlich stumm. „Ja Herr“ waren die beiden einzigen Worte, die noch über meine Lippen kamen, bevor ich diesen Befehl befolgte. Obwohl ich überhaupt keine Bedenkzeit brauchte, denn mir war ja mit dem Zurückpfeifen sofort klar geworden, was mein Fehler gewesen war, hütete ich mich selbstverständlich, dies zu diesem Zeitpunkt schon kund zu tun. Damit hätte ich vermutlich alles noch schlimmer gemacht und noch mehr Schande über meine Herrin gebracht.
 
Während die Ehn endlos dahinstrichen, ignorierte mich der Sklavenhändler vollkommen und setzte einfach in aller Ruhe seinen Unterricht fort. Obwohl meine Arme durch das häufige Emporstrecken von Trinkgefäßen beim Servieren einigermaßen durchtrainiert sind, wurden sie mit fortschreitender Zeit in dieser Haltung dann aber doch schwer. Trotzdem disziplinierte ich mich und hielt sie immer wieder hoch, wenn sie auf meinen Kopf zu sinken drohten, bis ich schließlich versuchte, mich von meiner misslichen Lage abzulenken. Ich kann zwar überhaupt nicht dichten, aber mit meinen erhobenen Händen kam mir plötzlich ein Kinderlied von der Erde in den Sinn.
 
Natürlich habe ich nicht vor mich hin gesummt... das hätte den Herrn bestimmt (genau wie in der Vergangenheit auch schon meine Herrin) nur auf die Idee gebracht, mir Gesangsunterricht zu verordnen. Nein, in diesem Lied kam vor „alle meine Entchen schwimmen auf dem See, schwimmen auf dem See“. Daraus machte ich einfach „eine dumme Dina hockt hier stumm herum, hockt hier stumm herum“. Weiter kam ich allerdings nicht, der Teil mit "Händchen in die Höh" musste vorerst vertagt werden. Aber das war wohl auch ganz gut bei meinen nicht vorhandenen Dichtkünsten. Meine Bedenkzeit war nämlich plötzlich zu Ende und der Sklavenhändler baute sich nun erneut vor mir auf. Er erlaubte mir, meine Arme wieder zu senken.
 
Ich senkte allerdings nicht nur meine Arme, sondern neigte meinen gesamten Oberkörper so weit nach vorne, bis meine Stirn den Boden berührte. In dieser Stellung bat ich den Herrn demütig um Verzeihung, weil ich sein Nicken irrtümlich als Erlaubnis angesehen hatte, das Sklavenhaus verlassen zu dürfen und ich zu spät bemerkt hatte, dass mir dies gar nicht erlaubt worden war. Ich beteuerte, dass ich stets mein allerbestes geben werde, dazulernen möchte und gelobte, in Zukunft geduldiger zu sein und falls mir etwas nicht eindeutig klar ist, notfalls erneut nachzufragen.
 
Was der Herr mir dann erklärte ging mir durch und durch und ließ mein Herz bis in die Haarspitzen wild klopfen... vor allem, weil er dabei seinen Finger sanft unter mein Kinn drückte und mich an meinem Kragen dicht zu sich heran zog, sodass ich in seine Augen schauen durfte, die mich gar nicht mehr loslassen wollten. Er erklärte mir, was tief drinnen in mir ist und was passieren wird, wenn ich diese Kraft frei lasse. Keine Strafe, die Angst erzeugt, kann dies ermöglichen, sondern nur ich alleine kann das und natürlich die Hand, die mich führt und mir Halt gibt, während ich meinen Stolz, meine Hingabe und meine Demut gebe.
 
Nachdem er mich noch ermahnt hatte immer daran zu denken, dass ich mit Haltung ein Bild meiner Herrin bin und nicht ein schleichendes Urt… eine Sklavin schleicht sich nicht davon… hauchte er mir einen Kuss auf die Nasenspitze. Danach durfte ich lossausen und nach meiner Herrin schauen, die ich inzwischen zu Hause vermutete. Logischerweise hatte ich es nun ziemlich eilig und grüßte die Herrschaften auf der Terrasse auch nur schnell im Vorbeiflitzen, sodass ich meine dort sitzende Herrin fast nicht bemerkt hätte! Wie gut, gerade eben noch konnte ich die Kurve kratzen. Nicht auszudenken, wenn unser Wiedersehen noch einige Ehn länger auf sich hätte warten lassen, war es doch schon schlimm genug, dass ich bei ihrer Rückkehr nicht zu Hause gewesen war.
 
Die Terrasse war richtig gut besucht, nur worum sich das Gespräch tatsächlich gedreht hat, ist nicht wirklich bei mir angekommen. Der Lederarbeiter war zu meiner Freude ebenfalls von seiner Reise wohlbehalten zurück und hatte irgendein Dokument über ein weißes Fell dabei, das sich in Turmus befindet und anscheinend sehr wertvoll ist... also das Fell glaube ich... oder war es doch das Dokument? Egal, für mich war die Hauptsache, dass meine Herrin gesund heimgekehrt war. Darüber war ich total glücklich. Gleichzeitig war ich jedoch ganz durcheinander, denn nach meinen aufwühlenden Erlebnissen im Sklavenhaus, die ich meiner Herrin später selbstverständlich sofort gebeichtet habe, tobte ein Sturm von Gefühlen in mir und verstopfte irgendwie meine Ohren.

Montag, 29. Juli 2013

Besucher

Nach einem kleinen Abstecher Richtung Hof bzw. zum Gatter mit den Bosk und Verr nahm ich am gestrigen Tag logischerweise die Abkürzung zwischen dem Haus des Hauptmanns und der Heilerei, um zum Marktplatz bzw. zur Herberge zu gelangen, wo ich mich ein wenig nützlich machen wollte. Fenris böses Fauchen und Knurren konnte mich diesmal nicht erschrecken… auch nicht sein nicht gerade stubenreiner Gestank, da in meine Nase zuvor schon der ziemlich kräftige Geruch der Boskfladen gedrungen war, die zwar eingezäunt, aber in der Wiese genau neben dem Haus meiner Herrin vor sich hin dampften. Aber ich will nichts Schlechtes über dieses Naturprodukt sagen, denn die Blumen meiner Herrin profitieren natürlich vom Mist der Tiere und wachsen und gedeihen nach wie vor prachtvoll... besonders der Pfeffer übrigens!
 
Vor der Terrasse traf ich auf den Hauptmann, seine Gefährtin und Shani, die gerade von einem fremden Herrn und seiner Kajira begrüßt wurden. Ich erfuhr, dass der Fremde ein dem Hauptmann und Shani bekannter Sklavenhändler aus dem Norden und nun wohl eine neue Bleibe sucht, nachdem er sich in seinem Dorf anscheinend mit seinem Bruder überworfen hat. Die kleine Gruppe verlagerte sich alsbald auf die Terrasse, nachdem sich der wegen irgendetwas ziemlich schlecht gelaunte Händler und Katy ebenfalls dazu gesellt hatten und es allen Freien plötzlich nach einem Getränk gelüstete. Katy und Shani kümmerten sich natürlich um ihre Herren, nur die fremde Sklavin komischerweise nicht. Sie bediente als erstes die Hauptmannsgefährtin, wodurch mir dann die Ehre zuteilwurde, dem Sklavenhändler einen Kalana bringen zu sürfen.
 
Selbstverständlich habe ich mir dabei größte Mühe gegeben. Nicht nur, um den gutaussehenden Herrn ein wenig zu testen und seine Vorlieben und Neigungen besser einschätzen zu können, sondern natürlich um meiner Herrin Ehre zu bereiten, indem ich meine gute Erziehung zeigte, was mir wohl auch ganz gut gelungen ist. Lustigerweise bezeichnete mich der mit meinen Diensten offensichtlich sehr zufriedene Herr erneut als „kleines schwarzes Zottelhaar“… so hatte er mich nämlich auch bei meinem Gruß auf dem Marktplatz schon genannt… fragte dann aber nach meinem Namen, während er mich mit wohlwollenden Blicken musterte. Leider verschwand der Händler jedoch kurz darauf mit diesem interessanten Besucher erst einmal ins Sklavenhaus, da er wohl die Gelegenheit erkannt hatte, sich nicht mehr um die Stadtkette kümmern zu müssen, wenn der fremde Herr in Jorts ansässig wird.
 
Komischerweise sah der Hauptmann in dem Sklavenhändler die Chance, mich zukünftig nicht mehr in Obhut nehmen zu müssen, wenn ich „so weiter mache“. Als ob ich ihm jemals zur Last gefallen bin, wenn meine Herrin auf einer Reise ist oder auf ihrem Landsitz weilt! Empört schnappte ich nach Luft, fragte dann aber doch noch genauer nach, was er denn mit „wenn du so weiter machst Dina“ gemeint haben könnte. Das klang für mich nämlich so, als hätte ich mir irgendetwas zuschulden kommen lassen! Nur was? Ich war mir echt keines Fehlers bewusst! Zum Glück hatte ich den Kriegerbauern auf meiner Seite, denn der zog ein mindestens genauso erstauntes Gesicht wie ich bei diesen Worten des Hauptmanns. Doch wir hatten offensichtlich beide etwas falsch verstanden… es gab gar nichts an mir zu mäkeln. „Keine Sorge, du benimmst dich schon gut“, brummte mein Obhutherr und war anscheinend doch ganz zufrieden mit mir.
 
Der Händler hatte seine schlechte Laune übrigens bei seiner Rückkehr auf die Terrasse überwunden und war anscheinend ganz zufrieden über die zukünftige Zusammenarbeit mit dem neuen Sklavenhändler, der über seinen Verbleib in Jorts ebenfalls bestens gelaunt schien. Ich bin mir nicht sicher, ob es an den Vereinbarungen mit dem Händler lag oder doch an meiner Art und Weise, ihm noch einen Paga zu servieren. Jedenfalls machte er erneut deutlich, wie sehr er mit meinen Diensten zufrieden war und wies mich sogar an, in seiner Nähe knien zu bleiben. Dem kam ich natürlich nur allzu gerne nach, denn die Berührungen dieses Herrn waren äußerst angenehm… ließen mein Sklavenfeuer auflodern, als schließlich nur noch Herren am Tisch saßen. Leider wurde mein Anschmiegen an seinen Rücken jedoch jäh unterbrochen.
 
Gerade als ich noch etwas dichter an ihn heran gerutscht war, erblickte ich plötzlich vor der Terrasse ein großes, dunkles, wildes Tier, das mir mit gefährlich gebleckten Reißzähnen direkt ins Gesicht schaute und seine Nase witternd in die Höhe hielt. Es war ein großer Larl, der offensichtlich auf der Suche nach Nahrung nun um die Terrasse herumstrich und mich in mittlere Panik ausbrechen ließ, hatte ich doch erst vor noch nicht allzu langer Zeit im Wald Bekanntschaft mit einem riesigen, schrecklich gefräßigen Sleen gemacht und die Terrasse hatte nur eine niedrige Brüstung, keine Fenster und auch keine Tür! Kein Wunder also, dass ich mich nun fest an den neuen Sklavenhändler klammerte, der sich in Jorts in Sicherheit gewähnt und bedauerlicherweise sein Schwert im Sklavenhaus gelassen hatte. Wer konnte auch damit rechnen, dass mitten in der Stadt, denn Jorts ist ja kein kleines Dorf, ein solches Viech auftaucht!
 
Zum Glück verschwand das Viech zwischen den Häusern, sodass sich der Hauptmann von Katy seinen Speer aus dem Haus holen lassen konnte. Ich weiß nicht, ob ich so mutig gewesen wäre und ob ich mit meinen vor Angst schlotternden Knien diesen Sprint so schnell geschafft hätte wie Katy. Aber die Gelegenheit war wohl ganz günstig gewesen, da sich das gefährliche Raubtier inzwischen an der Kailla des Händlers gütlich tat, also erst mal beschäftigt war… zumindest rief das irgendjemand und veranlasste damit den Händler nun fluchtartig die Herberge durch die Hintertür zu verlassen. Danach habe ich ihn nicht wiedergesehen und auch Shani nicht. Ich hoffe nur, die beiden sind nicht auf die Speisekarte des gefährlichen Biests geraten.
 
Der Hauptmann war echt zu bewundern, so unerschrocken wie er sich auf die Suche nach dem Raubtier machte, während ich mich schnell ins sichere Sklavenhaus verdrückte, denn das war dicht bei und hatte eine Tür, die man verriegeln konnte. Katy wies ich natürlich an, mir zu folgen. Im Sklavenhaus war dann eine gute und vor allem sichere Gelegenheit für Katy und mich gegeben, um das weitere Geschehen aus der Ferne durchs Fenster zu beobachten. Der Sklavenhändler hatte sich inzwischen ebenfalls bewaffnet und war wieder hinaus gestürmt, um dem Hauptmann zu helfen… allerdings nicht ohne uns zu befehlen, im Haus zu bleiben. Klar, gegen diesen Befehl hatte ich absolut nichts einzuwenden und blieb erleichtert wo ich war.
 
Schließlich kamen die beiden Herren zurück… fast unverletzt. Der Hauptmann hatte leider einige Kratzer am Bein abbekommen, um die sich Katy nun schnell kümmerte, während der Sklavenhändler mich anwies, auf diesen Schreck schnell noch einen Krug Paga zu holen… sozusagen aus medizinischen Gründen. Während bei dem Hauptmann der Paga eine erstaunlich entspannende Wirkung hatte und er sich mit Katy alsbald nach Hause begab, war die Wirkung dieses starken Schnapses auf den Sklavenhändler eher… hhmmm… anregend und neugierig würde ich sagen, so wie er mich musterte und mir schließlich befahl, meine Kleidung abzulegen.
 
„Nichts lieber als das“, dachte ich bei mir, machte aber aus meinem Entkleiden noch ein bisschen aufreizendes Tamtam, denn ich wollte den Herrn natürlich eine kleine Kostprobe meiner rotseidenen Fähigkeiten geben. Vielleicht würde es mir damit ja gelingen, für diese Nacht einen sicheren Schlafplatz in seinen Fellen zu bekommen? Ich glaube, mein Vorhaben ist ganz gut gelungen, denn kaum war ich nackt, schickte er mich auch schon nach oben in seine Felle! ;-)

Freitag, 26. Juli 2013

Grillfest mit Tarsk und Tabuk

Mit knurrendem Magen wachte ich am nächsten Morgen auf und schaute mich erstaunt um. Ach ja, ich durfte die letzte Nacht bei dem Lederarbeiter schlafen, nur war der Herr nirgends zu sehen und auch Elena nicht. Mist, hatte ich etwa das von Dark ihrem Herrn für heute angekündigte Grillfest verschlafen? Schnell rappelte ich mich auf und richtete mich ein wenig her. Auf den Weg ins Haus meiner Herrin, um etwas zu essen, verzichtete ich einfach und machte um die Reste in Elenas Schüssel mit Sklavenbrei ebenfalls einen großen Bogen. Auf so einem Grillfest würde bestimmt etwas viel Leckereres für mich abfallen… hoffte ich jedenfalls.
 
Diese Hoffnung sollte sich jedoch nicht allzu schnell erfüllen. Das Fest war bereits voll in Gange und es gab natürlich sofort jede Menge zu tun für mich. Dark schien richtig aufzuatmen, als sie mich sah und drückte mir auch sogleich einen Teller mit lecker duftendem Grilltarsk für den Kriegerbauern in die Hand, der seine beiden Mädchen anscheinend auf dem Hof gelassen hatte. Obwohl mir echt sämtliche Spucke im Mund zusammen lief beim Anblick dieser Köstlichkeit, konnte ich mich selbstverständlich beherrschen und servierte dem schon gierig darauf wartenden Herrn sein Fleisch ohne angeknabberte Ecke. Eine gut erzogene Kajira weiß eben was sich gehört!
 
Während ich dem inzwischen laut schmatzenden Herrn zu diesem köstlichen Festessen schnell noch einen Kalana holte… sein Schmatzen und Rülpsen war wirklich über den ganzen Innenhof zu hören… muss das Fleisch wohl bei einem besonders herzhaften Bäuerchen von seinem Teller geflogen sein. Der Herr orderte nämlich sofort ein weiteres Stück, nachdem ich ihm seinen Wein gebracht hatte, weil die erste Portion ihm auf irgendwie unerklärliche Weise abhandengekommen war und sich angeblich in Luft aufgelöst hatte.
 
Na gut, meine Hoffnung, dann von dem Nachschlag vielleicht etwas abzubekommen stieg, denn auch das erste Stück war nicht klein gewesen. Ich bat Dark diesmal daher um ein besonders großes und vor allem dickes Stück des gegrillten Tarsk… wegen der Tischmanieren des Kriegerbauern und der erforderlichen Schwerkraft. Doch auch bei dieser Portion sah es ziemlich schnell so aus, als würde meine Rechnung nicht aufgehen und ich wieder nichts abbekommen. Der Herr stopfte sich nämlich einen Bissen nach dem anderen in seinen Mund, ohne mich dabei weiter zu beachten, denn er unterhielt sich inzwischen mit Lederarbeiter.
 

Ok, ich gebe zu, ich bin doch nicht ganz leer ausgegangen, da dem Kriegerbauern bei der Unterhaltung mit seinem Tischnachbarn einige Fleischbrocken aus dem Mund und auf die Bank flogen, die ich dort abpuhlen konnte. Allerdings verzichtete ich dann doch darauf, sie mir in dem Mund zu stecken. Zuletzt wurde ich aber trotzdem noch für meine Dienste belohnt. Mir wurde die große Ehre zuteil, dass der Herr seine fettigen Finger in meiner Tunika abwischte und ich bekam auch noch ein kleines ungekautes Fleischstück von ihm. Damit war mein Hunger zwar immer noch nicht wirklich gestillt, aber das Fest war ja auch noch nicht zu Ende.
 
Es gab weiter jede Menge zu tun für mich, sodass die Gespräche der Herrschaften weitestgehend an mir vorbei gingen, während mein Magen immer lauter knurrte. Ich war irgendwie so auf Essen fixiert, dass ich tatsächlich dachte, der Lederarbeiter hätte mir seinen Teller für ein weiteres Stück Fleisch in die Hand gedrückt. Doch bei meiner Nachfrage ob mit oder ohne Brot stellte sich heraus, es war sein Becher. Ungehalten über mein Versehen wies er mich zurecht, er trinkt Paga selbstverständlich immer ohne Brot.
 
Blöderweise konnte ich mir nicht verkneifen zu erwidern, dass man gestipptes Brot vielleicht auch in Paga tunken könnte. Es war ein Versuch, ihn damit vielleicht von meinem Versehen abzulenken, doch ich handelte mir für diese Frechheit leider eine Ohrfeige ein, sodass ich darauf dann lieber zusah, mich ein wenig aus dem Radius der lockeren Hand dieses Herrn etwas zu entfernen.
 
Übrigens, habe ich schon erwähnt, dass Dark einen wirklich tollen Herrn hat? Nachdem sämtliche Gäste kurz vorm Platzen waren und jegliche weitere Nahrungsaufnahme verweigerten, gab er nämlich die Reste des köstlichen Grillfleischs für uns Kajirae frei. Mmmmmmmmhhhhh, es war echt obersuperlecker!!!
 
Nachdem alle Gäste schließlich müde wurden, löste sich die Feier langsam auf und ich bekam vom Hauptmann noch den Auftrag, einer Herrin ein Gästezimmer zu zeigen. Wie gut, dass ich vorher schon mal nachgesehen hatte, ob überhaupt noch Zimmer in der Herberge frei sind. Er mochte der Kräuterfrau nicht zumuten, zu so später Ahn mit ihrem Boskwagen noch weiterzureisen. Mal sehen, wie viele Fladen über Nacht zu den drei recht kräftig riechenden Exemplaren vom gestrigen Abend noch dazu kommen werden… der Bosk parkte nämlich auf dem Marktplatz… und wie schnell die neue Kajira des Händlers die dann entfernt! ;-))
 
 

Donnerstag, 25. Juli 2013

Es gibt Tage

…da sollte eine herrinlose Kajira es lieber ausnutzen, sich auf dem großen weichen Fell ihrer Herrin zu räkeln und einem ausgiebigen Schönheitsschlaf frönen, denn so wirklich toll war der gestrige Tag eigentlich nicht. Es gibt eben solche und solche. Irgendwie hatte ich jedenfalls doch keine Ruhe fürs Faulenzen und wollte mich lieber am Schauspiel der sich am Boden wälzenden Krieger ergötzen, denn wenn meine Herrin zu Hause ist klappt sowas ja doch nie… ich kann sie leider nicht dafür begeistern und von Damenhäkellangeweilekränzchen & Co. abbringen.
 
Außerdem fühlte ich mich auch für die neue Sklavin meines Lieblingsschreibers verantwortlich und wollte sie ein wenig unter meine Fittiche nehmen. Ich nahm an, sie würde vor ihrem Herrn aufstehen, um ihm sein Frühstück zu bereiten und wollte ihr gern dabei helfen. Naja, ich gebe zu, so ganz uneigennützig war mein Vorhaben nicht, da ich mir dadurch ein paar Ehn bei meinem geheimen Schwarm erhoffte, bevor er noch am gleichen Tag vermutlich schon wieder die Heimreise antreten würde… also wieder viiieeeeel zu schnell!
 
Leider erwischte mich sofort ein fürchterlicher Sturm ((rolling restart)), der mich noch für einige Ehn im Haus meiner Herrin ausharren ließ. Zum Glück war diese heftige Briese aber so schnell verzogen, wie sie gekommen war, sodass mich nun nichts mehr daran hindern konnte, zum Gästehaus zu sausen. Natürlich klopfte ich erst einmal ganz leise und horchte dann an der Tür, um niemanden zu stören. Doch aus dem Haus waren lediglich herzhafte männliche Schnarchtöne zu hören und sonst nichts, sodass ich zum Klang aufeinander treffender Schwerter Richtung Turnierplatz weiter schlenderte.
 
Der Hauptmann und der Herr von Dark gaben sich dort die allergrößte Mühe, Grasflecken zu bekommen und sahen auch schon nicht mehr allzu frisch aus, wenn ich ehrlich bin. Trotzdem habe ich natürlich mit lauten Begeisterungsbekundungen versucht, diese beiden tollen Männer anzufeuern. Logischerweise war ich dabei ziemlich laut und habe wohl die Neugier von Elena geweckt, die plötzlich neben mir auftauchte… übrigens perfekt abgehangen, mit rosigen Wangen und noch schöner als sonst. Trotzdem schien ihr die Hängemaßnahme ihres Herrn nicht so wirklich gefallen zu haben.
 
Ohne Probleme konnte ich sie schnell davon überzeugen, mit mir die Seite zu wechseln, da ich inzwischen Dark vor der Feste entdeckt hatte. Bei dem Gedanken, sie könnte für ihren Herrn vielleicht einen Kuchen gebacken haben, der möglicherweise vorgekostet werden musste, lief mir echt das Wasser im Mund zusammen und Elena bei diesen leckeren Aussichten vermutlich auch. Leider verpufften meine Hoffnungen jedoch sehr schnell, kaum dass sie mir in den Sinn gekommen waren.
 
Dark war nämlich schlecht drauf und bezeichnete mich doch tatsächlich als verfressenes Ding! Dabei wollte ich nur aufopferungsvoll vortesten, ob sie mit ihrem gebackenen Kuchen ihrem Herrn überhaupt eine Freude machen würde! Mist, sie hatte gar keinen und wollte ihren Herrn auch nicht erfreuen, sondern schmollte… war sauer auf ihn und traurig auch. Ihr Herr hatte nämlich angekündigt, die Sängerin und deren Geist… ähhmmm… wiederauferstandenen Gefährten für mindestens zwei Hand nach Turia begleiten zu wollen… ohne Dark, die Arme soll in der Zeit auf seinen Landsitz aufpassen. Ich konnte jedenfalls gut nachvollziehen, was in ihr bei dieser schrecklichen Ankündigung vor sich gehen musste und hätte in diesem Fall auch keinen Kuchen gebacken.
 
Leider musste ich die kurz darauf interessant werdende Untersuchung von Dark und meiner Anatomie durch ihren Herrn verlassen, weil es mich, pflichtbewusst wie ich nun mal bin, noch einmal zum Gästehaus zog. Eine gute Entscheidung, denn die fremde Sklavin war inzwischen schon durch Jorts geirrt, dabei allerdings von dem Lederarbeiter gefunden worden. Ich traf die beiden nämlich auf dem Marktplatz… mein Lieblingsschreiber schlief anscheinend noch.
 
RP-Bremse weibliche Kriegerin :-((
Dann überschlugen sich ein wenig die Ereignisse. Die Krieger stürmten plötzlich zum Hafen, weil von dort Hilferufe zu hören waren. Eine fremde Schreiberin war von irgendwelchem Gesindel überfallen worden und brauchte nach ihrer glücklichen Rettung auf diesen Schrecken dann erst einmal einen Kalana und die Terrasse füllte sich langsam, sodass ganz gut zu tun war. Den Bericht über den Überfall bekam ich daher nicht wirklich mit. Aber egal, Hauptsache es war noch mal gut gegangen.
 
Nicht so gut fand ich dann, dass mein Lieblingsschreiber tatsächlich wie befürchtet gleich nach seinem Frühstück die Heimreise antreten wollte. Er hat mir zum Abschied aber noch mal durch die Haare gewuschelt! Ich glaube, ich werde das Kämmen und Haare waschen nun so lange hinauszögern wie es geht, damit ich die Spuren seiner Hand noch ein wenig aufbewahren kann! ;-))

Mittwoch, 24. Juli 2013

Lieblingsbesuch, Verhandlungen und Gefummel

Ein wenig enttäuscht war ich ja schon, nachdem meine Herrin mich für vier Hand an den großen blonden Aufseher ausgeliehen hatte und sie bei meiner Ankunft zurück in Jorts dann leider nicht zu Hause war. Dass sie kurz nach meiner Rückkehr eine Reise antreten wollte, fiel mir irgendwann zwar ganz vage wieder ein, allerdings erinnerte ich nicht, dass ich sie vorher gar nicht mehr sehen würde. Aber egal… es hat auch was ohne sie und nun hat sie also eine weitere Hand Erholung von mir. Mir blieb daher nichts anderes übrig, als mich alleine auf den Weg zur Herberge zu machen bzw. nach dem Hauptmann, meinem Obhutherrn Ausschau zu halten... falls er das denn immer noch ist?
 
Möglicherweise hatte sich dies inzwischen geändert, denn ich hatte von meiner Herrin eine Notiz erhalten, dass Katy inzwischen in seinem Besitz war… seine endlosen Bemühungen um diese Kajira waren also anscheinend von Erfolg gekrönt worden. In Anbetracht von Katys mir teilweise nicht so wirklich verständlichem Benehmen, war ich logischerweise ziemlich neugierig darauf, ob sie sich inzwischen ein wenig berappelt hatte und hoffte, vielleicht Näheres von ihr zu erfahren… vor allem natürlich, wie es ihr bei ihrem neuen Herrn gefällt!
 
Gut gelaunt und mit einer großen Portion Wissensdurst darüber, was sich in meinen vier Hand Abwesenheit so alles in Jorts ereignet hatte, erreichte ich wie so oft vermutlich etwas schräge vor mich hin trällernd den Marktplatz und wurde auch sogleich fündig. Katy entdeckte ich zwar nicht, dafür aber ihren Herrn und mit vor Freude wildem Herzklopfen, meinen Lieblingsschreiber! Eigentlich habe ich ja keine Lieblingsherren mehr bzw. ich verwende diese Bezeichnung seit ungefähr einem Jahr nicht mehr. Nur bei diesem Herrn kann ich einfach nicht anders, als ihn als meinen Lieblingsschreiber zu bezeichnen... das ist einfach so.
 
Die beiden Männer unterhielten sich bei meinem Auftauchen über den Neuerwerb meines Obhutherrn oder vielmehr über den noch nicht gezahlten Preis dafür. Meine Ankunft am Marktplatz hätte also nicht perfekter sein können... natürlich nicht wegen meiner Neugier über diesen Kauf! Das war selbstverständlich Wissensdurst, damit ich meiner Herrin später darüber berichten kann und natürlich weil es mir eine wirkliche Freude war, dem Hauptmann einen Stehpaga servieren zu dürfen, nachdem die beiden Herren sich etwas Richtung Schmiede verzogen hatten, um dort ungestörter über Katys Preis verhandeln zu können.
 
Die Verhandlung gestaltete sich jedoch schwierig, insbesondere für mich. Erst wurde ich dazu aufgefordert, mich darüber zu äußern, welchen Preis denn meine Herrin für Katy verlangt hätte. Natürlich wand ich mich nicht wie ein Aal und redete auch nicht gefühlte ahnlang wie eine Gianni um den heißen Brei herum und brachte die Herren damit nicht wirklich weiter, sondern informierte sie ausführlich über bei diesem Geschäft zu berücksichtigenden Aspekte, damit es für beide Seiten zu einem guten Handel wird. Ok, ich gebe ja zu, ich hoffte mit meinen Informationen letztendlich um die Nennung eines Preises herum zu kommen, denn meinem Lieblingsschreiber wünschte ich natürlich von ganzem Herzen Verkaufserfolg, damit er gegenüber seinem Heimstein richtig gut dasteht, aber mein Obhutherr sollte selbstverständlich auch nicht zu viel bezahlen!
 
 
Ich war also ganz schön in der Zwickmühle, doch mein Vorhaben ging letztendlich auf. Die Herren sahen ein, dass sie so nicht weiter kamen und forderten mich schließlich auf, ihnen die Preise in der Herberge von Jorts für Paga und Kalana zu nennen. Leider hatte ich die ganz spontan total vergessen... ein Umstand übrigens, über den ich nicht so wirklich beschämt war, da es mir zur Herberge flitzend nun gelang, den Herren zumindest kurzfristig aus den Augen zu gelangen. Ich musste sogar noch ein weiteres Mal los, nämlich bei dem jorts’schen Händler den Obersupervorzugspreis eines Fasses Kalana für den Hauptmann erfragen. Ich vermute, dem etwas verwirrt auf mich wirkenden Händler war die Tragweite seiner Preisnennung gar nicht klar… allerdings eher nicht wegen des hingebungsvollen Serves von Shani, sondern weil er vielleicht wie ich den Geist sah.
 
Die beiden Herren wurden sich nach meiner Information über den Fasspreis dann erstaunlich schnell einig und da ich inzwischen den Faden bei diesem Geschäft verloren hatte, nutzte ich die Gelegenheit, die inzwischen neben ihrem Herrn kniende Katy über meine Geistentdeckung in der Herberge zu informieren. Ich glaube jedenfalls, die Erscheinung war einer, auch wenn ich mir Geister bislang eigentlich eher halbdurchsichtig vorgestellt hatte und nicht so schwarz. Andernfalls wäre die Witwe nämlich gar keine und ihr Gefährte auch nicht tot, sondern lebendig, also nicht verschollen... oder so. Egal, ich meinte jedenfalls den Geist des verstorbenen Gefährten der Sängerin auf der Herbergsterrasse gesehen zu haben. Was letztendlich an dieser Erscheinung aber tatsächlich dran war, erfuhr ich nicht mehr, da ich meinen Lieblingsschreiber nun zum Hafen begleiten durfte, wo er seine erst kürzlich erworbene Kajira bei seiner Ankunft deponiert hatte. Aber was ist schon ein Geist gegen einen solchen Mann!
 
 
Danach durfte ich meinen Lieblingsschreiber zur Schreibstube führen, wo er  für den Hauptmann ein Papier über den Besitzerwechsel von Katy aufsetzen wollte. Selbstverständlich dauerte eine solche Beurkundung etwas länger, sodass mir in der Zwischenzeit die große Ehre zuteilwurde, ihm ein Wasser servieren zu dürfen. Merkwürdigerweise war dieses ziemlich warm, obwohl es aus dem tiefen Brunnen von Jorts kam und ich auch nicht herumgetrödelt hatte… ein Phänomen, das meinen Lieblingsschreiber jedoch zu erfreuen schien, so wie er darüber schmunzelte. Naja… rotseiden angewärmtes Wasser ist auch sehr gesund!
 
 
Die Übergabe der Verkaufsurkunde an den Hauptmann gestaltete sich leider schwieriger als geplant, da dieser inzwischen verschwunden war. Während mein Lieblingsschreiber daher seinen Gaumen mit einem Kalana erfreute, machte ich mich auf die Suche nach meinem Obhutherrn und entdeckte letztendlich vor dem Haus des Lederarbeiters merkwürdige Handlungen. Hauptmann und Lederarbeiter fummelten intensiv an Katys Nase herum... der Lederarbeiter sogar mit irgendeinem spitzen Gegenstand, während Katy ohne mit der Wimper zu zucken den Kopf in den Nacken legte und Elena das Geschehen von unten betrachtete, also verkehrt herum. Sie baumelte nämlich mit den Füßen nach oben vom Vorbau des Sattlerhauses herunter und sollte offensichtlich den Zustand einer gut abgehangenen Kajira erreichen, sodass ich meinen Kopf ziemlich neigen musste, damit ich sie wieder richtig herum sah.
 
Später auf der Terrasse durften wir dann alle ein neues Schmuckstück an Katys Nase bewundern... einen Boskring, wegen dem das ganze Gefummel anscheinend stattgefunden hatte. Der Hauptmann scheint einen solchen Ring in der Nase seines Besitzes offensichtlich zu mögen... nur kam es mir irgendwie so vor, als ob Katy nicht wirklich stolz darauf war, ihrem Herrn mit diesem Teil durch ihren Nasensteg eine Freude zu bereiten... aber vielleicht täusche ich mich da auch? ;-))

Dienstag, 23. Juli 2013

Keine Feldarbeit...

sondern eine obersupertolle, aber leider viiieeeeel zu kurze Rundreise im schönen ersten Leben... wieder durch Frankreich! :-)))

Dies hier ist also nicht der Vosk bei Jorts Fähre!
Platzsparend...
oder doch lieber herrschaftlich wohnen?
Dann aber unbedingt mit Garten,
wobei dieser natürlich nicht mit dem meiner Herrin in Jorts konkurrieren kann!!
Ein herrlicher Strand an der französischen Thassa-Küste^^
...diesmal allerdings fast ohne Wellen!