Donnerstag, 25. Juli 2013

Es gibt Tage

…da sollte eine herrinlose Kajira es lieber ausnutzen, sich auf dem großen weichen Fell ihrer Herrin zu räkeln und einem ausgiebigen Schönheitsschlaf frönen, denn so wirklich toll war der gestrige Tag eigentlich nicht. Es gibt eben solche und solche. Irgendwie hatte ich jedenfalls doch keine Ruhe fürs Faulenzen und wollte mich lieber am Schauspiel der sich am Boden wälzenden Krieger ergötzen, denn wenn meine Herrin zu Hause ist klappt sowas ja doch nie… ich kann sie leider nicht dafür begeistern und von Damenhäkellangeweilekränzchen & Co. abbringen.
 
Außerdem fühlte ich mich auch für die neue Sklavin meines Lieblingsschreibers verantwortlich und wollte sie ein wenig unter meine Fittiche nehmen. Ich nahm an, sie würde vor ihrem Herrn aufstehen, um ihm sein Frühstück zu bereiten und wollte ihr gern dabei helfen. Naja, ich gebe zu, so ganz uneigennützig war mein Vorhaben nicht, da ich mir dadurch ein paar Ehn bei meinem geheimen Schwarm erhoffte, bevor er noch am gleichen Tag vermutlich schon wieder die Heimreise antreten würde… also wieder viiieeeeel zu schnell!
 
Leider erwischte mich sofort ein fürchterlicher Sturm ((rolling restart)), der mich noch für einige Ehn im Haus meiner Herrin ausharren ließ. Zum Glück war diese heftige Briese aber so schnell verzogen, wie sie gekommen war, sodass mich nun nichts mehr daran hindern konnte, zum Gästehaus zu sausen. Natürlich klopfte ich erst einmal ganz leise und horchte dann an der Tür, um niemanden zu stören. Doch aus dem Haus waren lediglich herzhafte männliche Schnarchtöne zu hören und sonst nichts, sodass ich zum Klang aufeinander treffender Schwerter Richtung Turnierplatz weiter schlenderte.
 
Der Hauptmann und der Herr von Dark gaben sich dort die allergrößte Mühe, Grasflecken zu bekommen und sahen auch schon nicht mehr allzu frisch aus, wenn ich ehrlich bin. Trotzdem habe ich natürlich mit lauten Begeisterungsbekundungen versucht, diese beiden tollen Männer anzufeuern. Logischerweise war ich dabei ziemlich laut und habe wohl die Neugier von Elena geweckt, die plötzlich neben mir auftauchte… übrigens perfekt abgehangen, mit rosigen Wangen und noch schöner als sonst. Trotzdem schien ihr die Hängemaßnahme ihres Herrn nicht so wirklich gefallen zu haben.
 
Ohne Probleme konnte ich sie schnell davon überzeugen, mit mir die Seite zu wechseln, da ich inzwischen Dark vor der Feste entdeckt hatte. Bei dem Gedanken, sie könnte für ihren Herrn vielleicht einen Kuchen gebacken haben, der möglicherweise vorgekostet werden musste, lief mir echt das Wasser im Mund zusammen und Elena bei diesen leckeren Aussichten vermutlich auch. Leider verpufften meine Hoffnungen jedoch sehr schnell, kaum dass sie mir in den Sinn gekommen waren.
 
Dark war nämlich schlecht drauf und bezeichnete mich doch tatsächlich als verfressenes Ding! Dabei wollte ich nur aufopferungsvoll vortesten, ob sie mit ihrem gebackenen Kuchen ihrem Herrn überhaupt eine Freude machen würde! Mist, sie hatte gar keinen und wollte ihren Herrn auch nicht erfreuen, sondern schmollte… war sauer auf ihn und traurig auch. Ihr Herr hatte nämlich angekündigt, die Sängerin und deren Geist… ähhmmm… wiederauferstandenen Gefährten für mindestens zwei Hand nach Turia begleiten zu wollen… ohne Dark, die Arme soll in der Zeit auf seinen Landsitz aufpassen. Ich konnte jedenfalls gut nachvollziehen, was in ihr bei dieser schrecklichen Ankündigung vor sich gehen musste und hätte in diesem Fall auch keinen Kuchen gebacken.
 
Leider musste ich die kurz darauf interessant werdende Untersuchung von Dark und meiner Anatomie durch ihren Herrn verlassen, weil es mich, pflichtbewusst wie ich nun mal bin, noch einmal zum Gästehaus zog. Eine gute Entscheidung, denn die fremde Sklavin war inzwischen schon durch Jorts geirrt, dabei allerdings von dem Lederarbeiter gefunden worden. Ich traf die beiden nämlich auf dem Marktplatz… mein Lieblingsschreiber schlief anscheinend noch.
 
RP-Bremse weibliche Kriegerin :-((
Dann überschlugen sich ein wenig die Ereignisse. Die Krieger stürmten plötzlich zum Hafen, weil von dort Hilferufe zu hören waren. Eine fremde Schreiberin war von irgendwelchem Gesindel überfallen worden und brauchte nach ihrer glücklichen Rettung auf diesen Schrecken dann erst einmal einen Kalana und die Terrasse füllte sich langsam, sodass ganz gut zu tun war. Den Bericht über den Überfall bekam ich daher nicht wirklich mit. Aber egal, Hauptsache es war noch mal gut gegangen.
 
Nicht so gut fand ich dann, dass mein Lieblingsschreiber tatsächlich wie befürchtet gleich nach seinem Frühstück die Heimreise antreten wollte. Er hat mir zum Abschied aber noch mal durch die Haare gewuschelt! Ich glaube, ich werde das Kämmen und Haare waschen nun so lange hinauszögern wie es geht, damit ich die Spuren seiner Hand noch ein wenig aufbewahren kann! ;-))

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