Freitag, 26. Juli 2013

Grillfest mit Tarsk und Tabuk

Mit knurrendem Magen wachte ich am nächsten Morgen auf und schaute mich erstaunt um. Ach ja, ich durfte die letzte Nacht bei dem Lederarbeiter schlafen, nur war der Herr nirgends zu sehen und auch Elena nicht. Mist, hatte ich etwa das von Dark ihrem Herrn für heute angekündigte Grillfest verschlafen? Schnell rappelte ich mich auf und richtete mich ein wenig her. Auf den Weg ins Haus meiner Herrin, um etwas zu essen, verzichtete ich einfach und machte um die Reste in Elenas Schüssel mit Sklavenbrei ebenfalls einen großen Bogen. Auf so einem Grillfest würde bestimmt etwas viel Leckereres für mich abfallen… hoffte ich jedenfalls.
 
Diese Hoffnung sollte sich jedoch nicht allzu schnell erfüllen. Das Fest war bereits voll in Gange und es gab natürlich sofort jede Menge zu tun für mich. Dark schien richtig aufzuatmen, als sie mich sah und drückte mir auch sogleich einen Teller mit lecker duftendem Grilltarsk für den Kriegerbauern in die Hand, der seine beiden Mädchen anscheinend auf dem Hof gelassen hatte. Obwohl mir echt sämtliche Spucke im Mund zusammen lief beim Anblick dieser Köstlichkeit, konnte ich mich selbstverständlich beherrschen und servierte dem schon gierig darauf wartenden Herrn sein Fleisch ohne angeknabberte Ecke. Eine gut erzogene Kajira weiß eben was sich gehört!
 
Während ich dem inzwischen laut schmatzenden Herrn zu diesem köstlichen Festessen schnell noch einen Kalana holte… sein Schmatzen und Rülpsen war wirklich über den ganzen Innenhof zu hören… muss das Fleisch wohl bei einem besonders herzhaften Bäuerchen von seinem Teller geflogen sein. Der Herr orderte nämlich sofort ein weiteres Stück, nachdem ich ihm seinen Wein gebracht hatte, weil die erste Portion ihm auf irgendwie unerklärliche Weise abhandengekommen war und sich angeblich in Luft aufgelöst hatte.
 
Na gut, meine Hoffnung, dann von dem Nachschlag vielleicht etwas abzubekommen stieg, denn auch das erste Stück war nicht klein gewesen. Ich bat Dark diesmal daher um ein besonders großes und vor allem dickes Stück des gegrillten Tarsk… wegen der Tischmanieren des Kriegerbauern und der erforderlichen Schwerkraft. Doch auch bei dieser Portion sah es ziemlich schnell so aus, als würde meine Rechnung nicht aufgehen und ich wieder nichts abbekommen. Der Herr stopfte sich nämlich einen Bissen nach dem anderen in seinen Mund, ohne mich dabei weiter zu beachten, denn er unterhielt sich inzwischen mit Lederarbeiter.
 

Ok, ich gebe zu, ich bin doch nicht ganz leer ausgegangen, da dem Kriegerbauern bei der Unterhaltung mit seinem Tischnachbarn einige Fleischbrocken aus dem Mund und auf die Bank flogen, die ich dort abpuhlen konnte. Allerdings verzichtete ich dann doch darauf, sie mir in dem Mund zu stecken. Zuletzt wurde ich aber trotzdem noch für meine Dienste belohnt. Mir wurde die große Ehre zuteil, dass der Herr seine fettigen Finger in meiner Tunika abwischte und ich bekam auch noch ein kleines ungekautes Fleischstück von ihm. Damit war mein Hunger zwar immer noch nicht wirklich gestillt, aber das Fest war ja auch noch nicht zu Ende.
 
Es gab weiter jede Menge zu tun für mich, sodass die Gespräche der Herrschaften weitestgehend an mir vorbei gingen, während mein Magen immer lauter knurrte. Ich war irgendwie so auf Essen fixiert, dass ich tatsächlich dachte, der Lederarbeiter hätte mir seinen Teller für ein weiteres Stück Fleisch in die Hand gedrückt. Doch bei meiner Nachfrage ob mit oder ohne Brot stellte sich heraus, es war sein Becher. Ungehalten über mein Versehen wies er mich zurecht, er trinkt Paga selbstverständlich immer ohne Brot.
 
Blöderweise konnte ich mir nicht verkneifen zu erwidern, dass man gestipptes Brot vielleicht auch in Paga tunken könnte. Es war ein Versuch, ihn damit vielleicht von meinem Versehen abzulenken, doch ich handelte mir für diese Frechheit leider eine Ohrfeige ein, sodass ich darauf dann lieber zusah, mich ein wenig aus dem Radius der lockeren Hand dieses Herrn etwas zu entfernen.
 
Übrigens, habe ich schon erwähnt, dass Dark einen wirklich tollen Herrn hat? Nachdem sämtliche Gäste kurz vorm Platzen waren und jegliche weitere Nahrungsaufnahme verweigerten, gab er nämlich die Reste des köstlichen Grillfleischs für uns Kajirae frei. Mmmmmmmmhhhhh, es war echt obersuperlecker!!!
 
Nachdem alle Gäste schließlich müde wurden, löste sich die Feier langsam auf und ich bekam vom Hauptmann noch den Auftrag, einer Herrin ein Gästezimmer zu zeigen. Wie gut, dass ich vorher schon mal nachgesehen hatte, ob überhaupt noch Zimmer in der Herberge frei sind. Er mochte der Kräuterfrau nicht zumuten, zu so später Ahn mit ihrem Boskwagen noch weiterzureisen. Mal sehen, wie viele Fladen über Nacht zu den drei recht kräftig riechenden Exemplaren vom gestrigen Abend noch dazu kommen werden… der Bosk parkte nämlich auf dem Marktplatz… und wie schnell die neue Kajira des Händlers die dann entfernt! ;-))
 
 

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