Freitag, 30. August 2013

Marktplatz- und Terrassengespräche

Als ich am nächsten Morgen wach wurde, ziemlich gut ausgeschlafen meine Augen aufschlug und anfing, mich genüsslich noch in dem weichen Fell zu räkeln, wurde mir plötzlich bewusst, dass ich gar nicht zu Hause war und musste mich erst einmal orientieren. Ach ja, ich hatte in der Festung bei Darks Herrn schlafen dürfen, nur war sein Platz im Fell bereits leer. Hatte ich etwa verschlafen? Ein Blick aus dem Fenster zum erstaunlich hoch am Himmel stehenden Zentralgestirn machte mir klar, dass dies wohl der Fall war. Mir fiel sofort wieder ein, dass der Herr mir irgendwann ins Ohr geraunt hatte, dass er aufbrechen musste… erst zu seinem Landsitz, um Darks Putzerfolge zu kontrollieren und um sie dann mit nach Lydius zu nehmen, wo er eine Einladung zum in der kommenden Hand anstehenden Se‘Kara aussprechen wollte.
 
Oh je, nun wurde es aber Zeit für mich… nicht auszudenken, wenn meine Herrin bereits auf mich wartete! Außerdem drückte meine Blase und zog mich Richtung heimisches Buschwerk, denn einen Nachttopf konnte ich in der Festung nicht finden und meinen Po einfach zwischen den Zinnen außenbords zu halten, erschien mir bei der Höhe doch sehr gewagt. Ich konnte mich nämlich nicht allzu gut festhalten, weil die Mauern der Festung so dick waren. Mein Orientierungssinn war an diesem Tag übrigens ausgesprochen gut… vielleicht sollte ich öfter ausschlafen?... sodass ich ohne mich zu verlaufen den Marktplatz erreichte. Wobei das in diesem Fall eigentlich blöd war, denn dadurch hatte ich die direkt vor der Festung liegende Gelegenheit zum Gebüsch aufsuchen verpasst. Doch da mich die Wache so ekelig angerülpst hatte, gönnte ich dem Kerl meinen Anblick keine Ihn länger als nötig und sauste schnell Richtung Marktplatz.
 
Eigentlich wäre das auch unproblematisch gewesen, wenn ich nicht dem Hauptmann und dem Euchzer auf dem Marktplatz direkt über den Weg gelaufen wäre. Der Hauptmann beschuldigte mich diesmal übrigens ausnahmsweise mal nicht des Herumlungerns, sondern dass ich die anderen Einwohner vertrieben habe. Stimmte natürlich nicht, die waren auf irgendwelchen Reisen oder einfach noch in ihren Häusern… warum steht der Hauptmann auch immer so früh auf! Die beiden Krieger wollten von mir natürlich wissen, wieso ich an diesem Tag aus einer anderen Richtung kam, hatten letztendlich aber bei meinem Hin- und Hergetrippel ein Einsehen mit meiner Not und erlaubten mir schnell ins Gebüsch zu verschwinden, damit es auf dem Marktplatz keinen Dinasee gibt. Pahh…es war zwar dringend, aber selbstverständlich wies ich einen Vergleich mit den Bosk weit von mir, die ohne Rücksicht auf Verluste ihre Hinterlassenschaften überall fallen und laufen lassen… im Gegensatz zu mir vor kurzem eben auch direkt neben dem Dorfbrunnen.
 
Ich war noch nicht lange wieder zurück bei den beiden Rarii und wollte mich gerade erkundigen, ob sie vielleicht ein Getränk wünschen, als meine Herrin sich dazu gesellte. Darauf verlagerten sich alle Freien auf die Terrasse, denn im Sitzen trinkt es sich doch etwas bequemer. Ich bekam also ein wenig zu tun und durfte nicht nur die Milch für meine Herrin kochen, sondern dem Hauptmann einen Schalenpaga servieren und dem Euchzer einen Kalana, denn die Kajirae der beiden Herren waren anscheinend noch mit anderen Aufgaben beschäftigt. Puhh… es ist mir tatsächlich gelungen, den Euchzer nicht zu duzen, sodass ich diesmal um eine Strafe herum gekommen bin. Bei dem Hauptmann ging es natürlich nicht ohne einen Knuff in meine kitzelige Seite, sodass mir etwas Paga aus der sehr voll geschenkten Schale über meine Hände lief, was dann selbstverständlich mit einem Kopfditscher belohnt wurde. Kajiraschicksal eben… dabei hatte ich es gut mit ihm gemeint. Hat er eben selbst Schuld, wenn ich nächstes Mal seine Pagaschale einfach weniger vollschenke.
 
Inzwischen waren übrigens auch Dark und ihr Herr eingetroffen… ihr Herr allerdings mittelprächtig frustriert, weil seine Reise nach Lydius umsonst gewesen war. Die Stadt war nämlich zum dritten Mal komplett ausgestorben gewesen, sodass er die Einladung für die Feiern zum Se‘Kara nicht überbringen konnte und seinen früheren Heimstein einfach nicht mehr wiedererkannte. Zum Glück tröstete ihn der von Dark mit dem Wunsch servierte Kalana, er möge die verbrauchte Energie der letzten Nacht und der überflüssigen Reise wieder auffüllen, recht schnell und seine galante Art kehrte zurück. Während der jetzt also nicht mehr frustrierte Herr sich meiner Herrin gegenüber nun sehr positiv über meine Hilfsbereitschaft in der letzten Nacht äußerte, nutzten Dark und ich die günstige Gelegenheit natürlich sogleich für ein wenig Getratsche und bestätigten uns gegenseitig darin, wie wohltuend und vor allem stärkend die Wirkung dieses Weins auf ihren Herrn immer ist.
 
 
Irgendwann erkundigte sich der Hauptmann interessiert bei meiner Herrin, warum sie davon Abstand genommen hatte, ihren Anspruch auf die verletzte entlaufene Sklavin anzumelden, die ich nun aus dem Kennel holen sollte. Er überlegte anscheinend, ob diese Kajira womöglich für seine Gefährtin geeignet ist und wollte von meiner Herrin wissen, wie gut ihr Ausbildungsstand ist und vor allem, wie hoch oder vielmehr wie niedrig sie den Kaufpreis für dieses Mädchen ansetzen würde. Während meine Herrin dem Hauptmann ihre Gründe darlegte, warum sie diese Kajira nicht an der Kette haben will, wurde mir aufgetragen, die Sklavin aus dem Kennel zu holen, die sich dort inzwischen ziemlich lautstark bemerkbar machte. Zum Glück versprach sie mir nicht nur nicht wieder wegzulaufen, da sie ja angeblich gar keine Weglaufkajira ist, sondern hielt sich auch daran.
 
 
In Anbetracht der finanziellen Situation des Hauptmanns durch seine anspruchsvolle Gefährtin, die wegen ihrer Schwangerschaft offensichtlich jede Hand neue Kleider braucht, weil die anderen schon wieder nicht mehr passen, machte meine Herrin dem Hauptmann ein wirklich großzügiges Angebot, ihm Katy abzukaufen. Doch obwohl er noch nicht so ganz glücklich mit seiner neuen Kajira ist, wollte er darüber nicht mit sich reden lassen und war sehr zuversichtlich, dass er sie noch so hinbekommen wird, wie er sie haben möchte. Nun wollte er jedoch erst einmal die ehemalige Sklavin meiner Herrin testen und befahl ihr, ihm einen weiteren Paga zu servieren, denn den anderen hatte er bereits hinuntergekippt. Wer ein richtiger Hauptmann ist, trinkt das scharfe Zeugs eben wie Wasser und hat irgendwann dann auch die richtige Schwere für die Felle. ;-))

Donnerstag, 29. August 2013

Strafbelohnung

Ich wurde vom Hauptmann schon wieder mit „Dina nicht rumlungern!“ begrüßt und am gestrigen Trainingstag brüllte er dies sogar quer über die Wiese, damit es auch ja alle hören konnten. Menno… ich lunger nie herum und drück mich eigentlich auch nicht vor irgendwelchen Aufgaben, wie mir kurze Zeit später Darks Herr unterstellen wollte! Nein, ich war wirklich schwer mit Drücken beschäftigt, nämlich mit dem meiner Daumen für die jortsschen Krieger auf dem Trainingsplatz! Nur wurde dies weder vom Hauptmann so richtig anerkannt, noch von Darks Herrn. Diesen beiden Rarii galt nämlich mein ganzer Drückeinsatz, denn ich habe ja zwei Daumen… wobei ich eingestehen muss, dass es für den Hauptmann besser geklappt hat. Wahrscheinlich muss ich meine Technik noch etwas verbessern oder hilft vielleicht schon, einfach nur die Belegung meiner Daumen zu tauschen?
 
Ich traute mich an diesem Tag übrigens nicht quer über die Wiese, weil das Training bei meiner Ankunft schon voll in Gange war. Bei den wild hin und her rennenden Kämpfern erschien es mir wirklich zu gefährlich, zur Festung hinüber zu laufen. Natürlich wollte ich keine Zielscheibe abgeben und selbstverständlich nicht umgehauen werden, auch wenn einer der Herren irgendwann anmerkte, er könne sich über die weiche Qualität des Grases nicht beklagen. Hinzu kam noch, dass die beiden vor der Festung hockenden Kajirae anscheinend gerade irgendwelche Meditationsübungen machten… zumindest sah es so aus, sodass an den üblichen Kajiratratsch vermutlich sowieso nicht zu denken war. Ich fand jedenfalls meine Position an der Hausecke strategisch ganz gut und konnte mich dort still für mich alleine dem Schauspiel der trainierenden Männer hingeben.
 
 


Naja, so ganz still war es dann aber doch nicht, als plötzlich etliche Pfeile äußerst dicht um mich herum pfiffen und meinen Sitzplatz quasi einzäunten. Der Hauptmann konnte offensichtlich nicht umhin, mir sein Können mit dem Bogen zu beweisen… wahrscheinlich in Anbetracht seiner Topform durch mein Daumendrücken in einem Anfall von Übermut, denn es war ihm gelungen, seinen Gegner immer wieder ins wie gesagt weiche Gras beißen zu lassen. Wobei ich zugeben muss, es war mir natürlich nicht unangenehm, auf diese etwas ungewöhnlich Art die Aufmerksamkeit des Hauptmanns auf mir zu spüren und großes Vertrauen in diesen Herrn habe ich ja schon ganz lange, denn ihm verdankte ich meine Rettung damals im Lydiuskrieg.
 
Natürlich behielt ich die um mich herum im Boden steckenden Pfeile nicht als Souvenirs, sondern brachte sie dem Kunstschützen und Helden des Tages zurück, als die Herren eine kurze Trainingspause einlegten. Bei dieser Gelegenheit konnte ich dem Hauptmann dann auch mitteilen, dass ich nicht nur unter die Tuniken der Rarii geschaut, sondern mich vor allem aufopferungsvoll mit meinen Daumen für ihn und Darks Herrn eingesetzt hatte. Als die Männer dann noch eine Abschlussrunde antraten, nutzte ich nun endlich die Gelegenheit, mir die fremde Kajira einmal genauer anzuschauen, die mir irgendwie vage bekannt vorkam… allerdings nicht wegen ihrer gymnastischen Übungen.
 
Es war tatsächlich ein Mädchen, das vor vielen Jahren ab und an meine Wege gekreuzt hatte… zwar immer nur sehr kurz, da unsere jeweiligen Herren nie dem gleichen Heimstein angehört hatten. In Sachen Flausen beibringen und Felle hatte sie inzwischen anscheinend einen ziemlichen Ruf erlangt. Komischerweise fing Darks Herr bei dieser Anmerkung seines Trainingspartners plötzlich und mir gänzlich unerklärlich an zu lachen und meinte doch tatsächlich, er wüsste nicht, wer gerade wem Flausen beibringt… manchmal sprechen Krieger einfach in Rätseln! Leider konnte ich nicht mehr genauer in Erfahrung bringen, was die Kajira denn damit gemeint hatte, dass sie sogar noch schlimmer als ihr Ruf ist. Wobei Darks Herr der Meinung war, dass die Schlimmsten die Besten sind… er kannte die Kajira wohl bereits?
 
 
Inzwischen hatte sich übrigens auch meine Herrin zu uns gesellt, sodass ich die Tratscherei erst einmal aufgeben musste, denn mein Platz ist selbstverständlich an ihrer Seite. Außerdem habe ich mir zur Regel gemacht, ihr meine Fehler oder in diesem Fall mein Versagen im Daumendrücken gleich zu beichten, nämlich noch bevor sich jemand über mich bei ihr beschwert. Ich denke bei den vielen Grashalmen, die immer noch im Haar von Darks Herrn hingen, war diese Entscheidung echt oberangebracht gewesen, auch wenn er bei meiner Beichte gutmütig lachte. Meine Strafbelohnung folgte prompt… ich bekam für den Rest des Tages einen Daumenzuschwachgedrückt-Wiedergutmachungsherrn, nämlich den von Dark, die an diesem Tag leider nicht in Jorts war, sondern noch mit dem gründlichen Hausputz auf dem Landsitz ihres Herrn beschäftigt.
 
Ich war so perplex und natürlich hochbeglückt über meine Strafbelohnung, dass ich schnell „Ja meine Herrin… sofort… mein Wunsch ist mir Befehl!“ stammelte und erst als meine Herrin kichernd erwiderte „DAS glaube ich sofort, gut dass mein Wille dein Wille ist“ wurde mir klar, was ich da von mir gegeben hatte. Der Krieger schaltete sofort auf Verständnis für das Problem meiner Herrin um, die jetzt doch tatsächlich behauptete, ich wäre nach dem Kriegertraining immer so unausgeglichen, dass sie mich kaum gebrauchen könnte. Er meinte dazu nur, Dark und ich unterscheiden uns nur so viel, wie die Anfangsbuchstaben unserer Namen. Auch wenn ich mich über diese Anerkennung natürlich riesig gefreut habe, weiß ich genau, dass ich mit Dark nie werde mithalten können!
 
Wie üblich ging es nach dem Waffentraining natürlich nicht ins Badehaus… wo kämen wir denn auch hin, wenn der aromatische Schweißgeruch der Krieger plötzlich fehlen würde! Nein, es zog allen Freien auf die Terrasse, die sich dann wie immer schlagartig mit weiteren Bewohnern füllte, die gar nicht dem Waffentraining zugeschaut hatten. Während sich Shani, ganz besonders hingebungsvoll übrigens die fremde Kajira und ich uns nun um das Durstlöschen der vielen Freien kümmerten, wurden die neuesten Neuigkeiten über Pfefferanbau, das Entwenden eines Schlüssels, ein äußerst lukratives Geschäft des Lederarbeiters als Regenschirmhändler, Steuern, die Freudentränen einer verrückten Herrin, neue Moden, fischige Kastratensuppe und… und… und... erörtert. So wie die Gespräche hin und her waberten, bekam ich wahrscheinlich das Meiste nicht richtig mit, aber das muss eine Sklavin ja auch nicht.
 
Etwas ruhiger wurde es erst, nachdem es plötzlich besonders laut geworden war. Der Hauptmann gab nämlich plötzlich sehr laut seinen Unmut darüber von sich, dass in eine Pagaschale mehr Paga hinein passt als in einen Pagabecher. Davon hatte er bislang nichts gewusst und in der Annahme, es sei genau umgekehrt, immer einen Becher für seinen Paga verlangt… der Lederarbeiter übrigens auch. Wobei der letztere mit seinen Handwerkerfingern anscheinend keine Schale anfassen mag und daher den Becher wegen des Henkels bevorzugt. Die Empörung der beiden Bechertrinker war jedenfalls groß, weil sie sich benachteiligt fühlten. Zwecks Überprüfung der Menge bestellten beide nun Schalen mit Paga, der Hauptmann trank den Schnapps auch daraus, nur der Lederarbeiter machte einen ziemlichen Aufstand, weil er grundsätzlich nicht aus Schalen trinkt. Mir blieb nichts anderes übrig, als den Inhalt der Schale in seinen Becher umzuschütten…mit dem Erfolg, dass ein paar Minitröpfchen daneben gingen.
 
Nun war erst richtig was los, das für mich leider ziemlich fies endete. Ein Tuch zum Auslutschen oder mein Aufschlecken der Tropfen kam für den erbosten Lederarbeiter nicht in Frage. Nein, er wollte mich bestrafen und befahl mir, meine Schenkel zu spreizen, tunkte dann seinen Finger in den daneben gelaufenen Schnaps und strich ihn mir mit dem Hinweis, Darks Herr würde sich über diesen Geschmack bestimmt freuen, an eine Stelle, die ich hier wohl nicht näher zu beschreiben brauche. Das schlagartig einsetzende Brennen, das mir durch und durch ging, ließ mich jedenfalls heftig keuchen. Leider ereignete es sich jedoch im Beisein meiner Herrin und wurde letztendlich von ihrer sehr schnellen und sehr kurz angebunden Verabschiedung gekrönt, bevor sie empört nach Hause rauschte… ich natürlich hinterher.
 
Was für ein Mist. Ich hatte zwar dem Befehl eines Freien gehorcht, nur meine Herrin fühlte sich durch den Lederarbeiter brüskiert. Eigentlich war es sogar obermistig für mich, denn bevor ich mich schließlich in die Festung zu Darks Herrn aufmachte, bekam ich noch einen klaren Befehl von meiner Herrin, wie ich mich gegenüber dem Lederarbeiter zukünftig zu verhalten habe. Tja, typisches Sklavenschicksal eben… hart und ungerecht… das Leben einer Kajira ist manchmal wirklich nicht leicht! Es gibt eben nicht nur Strafbelohnungen, sondern auch Strafen!

Mittwoch, 28. August 2013

Ungenutzte Chance

Kaum entdeckte mich der Hauptmann am nächsten Tag, bekam ich auch schon den Auftrag, im Kennel nachzuschauen, ob die Halbtote bereits wach war oder inzwischen ganz tot, damit ich der Heilerin wegen der ärztlichen Versorgung Bescheid sagen konnte. Ob die Kajira noch atmete, interessierte mich natürlich ebenfalls. Wobei ich immer noch annahm, dass sie ihren angeblichen Bauchschuss dramatisiert hatte. Vielleicht um sich wichtig zu machen und mehr Aufmerksamkeit zu erlangen? Keine Ahnung, ich hatte ihr Benehmen an der Handelskette meiner Herrin zwar noch gut in Erinnerung, aber seitdem sie weggelaufen war, war sehr viel Zeit verstrichen.
 
Da die Sklavin tatsächlich noch atmete und an diesem Tag auch bei Bewusstsein war, offensichtlich jedoch Schmerzen hatte, sauste ich schnell wie befohlen zum Heilerhaus hinüber und erfuhr, dass die Ärztin zwar noch den Lederarbeiter in der Mangel hatte… ihn versorgte, wollte ich natürlich sagen… sich danach aber um die Kajira im Kennel kümmern wollte. Dem Hauptmann gefiel diese Auskunft anscheinend nicht so wirklich, da er sich für seinen Sleen wohl einen Extrahappen erhofft hatte, meine Herrin wirkte jedoch nicht allzu überrascht und erkundigte sich, ob bereits jemand Anspruch auf das Mädchen erhoben hatte, was aber nicht der Fall war.
 
 
Da sich gestern für meine Herrin keine Gelegenheit mehr ergeben hatte, sich selbst ein Bild zu machen, begab sie sich nun zum Kennel, um ihre entlaufene Kajira nach langer Zeit nun erstmalig in Augenschein zu nehmen… ich folgte ihr selbstverständlich. Das Gespräch zwischen den beiden begann gleich mit einigen Widerworten der Sklavin wegen ihres Namens und setzte sich mit der sturen Wiederholung, sie sei gar nicht weggelaufen fort. Dem Hauptmann unterstellte sie erneut, er habe sie vergiften wollen. Warum sie den Ekeltrank aus Lebertran und Salz weiter als Gift bezeichnete, erschloss sich mir immer noch nicht, dafür aber, dass das Mädchen offensichtlich etwas wirklich Grundlegendes immer noch nicht kapiert hatte. Einer Kajira bleibt nichts anderes übrig, als die Befehle von Freien zu befolgen, egal was ihr befohlen wird… wenn sie also eine Lebertran-Salz-Spezialmischung trinken soll, dann hat sie das zu tun.
 
Die Erklärungen meiner Herrin wurden durch die inzwischen eingetroffene Heilerin unterbrochen, die sich nun den angeblichen Bauchschuss genauer ansehen wollte. Sie diagnostizierte ihn letztendlich als Streifschuss, desinfizierte die Wunde, versorgte sie mit etwas Heilsalbe und beendete ihre Behandlung mit einem frischen Verband und dem Hinweis, dass die Kajira bald wieder wie neu ist und ihrem Verkauf dann nichts mehr im Wege steht. Vom möglicherweise bevorstehenden Durchschneiden der Kniesehnen oder dem Töten des Mädchens als klassische Strafe für wiederholtes Weglaufen, wusste die Herrin natürlich nichts und somit auch nicht, dass sich eine Versteigerung damit erübrigen würde.
 

Meine Herrin entschied, an diesem Tag ihre Milch… es war übrigens mal wieder ein Extralöffel Honig zur Beruhigung ihrer Nerven angebracht… vor dem Kennel zu trinken, um sich die Geschichte ihrer entlaufenen Sklavin anzuhören. Auf meinem Weg in die Herberge, begegnete ich übrigens noch ganz kurz dem Lederarbeiter, der mit seinem neuesten Verkaufsprodukt Richtung Fähranleger unterwegs war, um das ungewöhnliche Teil bei seiner hochkastigen Auftraggeberin abzuliefern. Wie gut, dass er weder mich noch mein Schmunzeln gesehen hat und auch nicht, wie sehr dem Hauptmann dieses Modell offensichtlich zusagte… jedenfalls fand ich, dem Lederarbeiter stand das Ding nicht besonders.
 
Als ich mit der dampfenden Milchschale zu meiner Herrin zurück kam, erkundigte sich Shani gerade, wie es mit der Entlaufenen nach einem so schweren Vergehen denn nun weiter gehen wird und erörterte mit meiner Herrin dann, was für eine Kajira wohl die schwerste Strafe ist. Ich hoffe eigentlich, dass die Sklavin genau zugehört hat, auch wenn sie mit zur Wand gedrehtem Kopf teilnahmslos auf der Pritsche lag und keinerlei Regungen zeigte. Meine Herrin entschied letztendlich, keinen Anspruch auf sie zu erheben und wünschte ihr viel Glück, vielleicht irgendwann zu sich selbst zu finden.
 
 
Dem Hauptmann erklärte meine Herrin, kein Interesse an Grausamkeit zu haben. Würde sie ihren Anspruch geltend machen, müsste sie die Kajira verstümmeln und damit wäre niemandem gedient. Wäre das Mädchen reumütig und einsichtig gewesen, hätte meine Herrin wahrscheinlich einen Weg gefunden. Diese Chance hatte die Sklavin mit ihrer kaum geänderten Einstellung nun jedoch verpasst. Der Spezialtrunk war jedenfalls ein ziemlich gutes Mittel gewesen um zu zeigen, ob diese Kajira etwas dazu gelernt hatte oder nicht.

Dienstag, 27. August 2013

Schufterei als Heilerkajira

Ich wusste schon, warum ich mich an diesem Tag zwischen den Häusern herum schlich, auch wenn ich dabei von Fenris angefaucht wurde. Um erst einmal zu schauen, was sich auf dem Marktplatz so tat und vor allem wen ich dort antreffen würde, ist der Gestank von Fenris manchmal das kleinere Übel. Leider hatte ich nicht damit gerechnet, dass der Hauptmann sich plötzlich umdrehen könnte, denn eigentlich war sein Augenmerk auf eine Sklavin gerichtet gewesen, die der Brauereikrieger anscheinend gefunden hatte und der mein Interesse galt. Er unterstellte mir herumzulungern, sodass ich nicht drum herum kam, mich grüßend schnell zu den Herrschaften zu begeben. Andernfalls wäre ich von ihm wohl zum Putzen des Sleenkäfigs verdonnert worden.
 
Immerhin konnte ich jetzt die Sklavin näher in Augenschein nehmen und stellte fest, dass es eine entlaufene Kajira meiner Herrin war. Meine Herrin hatte seinerzeit aus bestimmten Gründen, die hier jedoch nicht weiter von Interesse sind, davon Abstand genommen, sie wieder einfangen zu lassen. Das Mädchen behauptete nun allerdings, nicht weggelaufen, sondern auf Reisen zu sein, hatte angeblich inzwischen einen Herrn gehabt, der allerdings ertrunken war und an dessen Namen sie sich merkwürdigerweise nicht erinnern konnte. Ach ja, und dieser unbekannte Herr hatte ihr einen Selbstauflösekragen umgelegt, der ganz plötzlich auf mysteriöse Weise, sozusagen ganz von alleine verschwunden war… ihr Hals war nämlich nackt.
 
Selbstverständlich ließ sich der Hauptmann von einem solchen Ammenmärchen nicht täuschen. Während die Weglaufkajira nun darum bettelte, weiterziehen zu dürfen, denn sie war sich plötzlich ganz sicher, nicht nur ihren Herrn sondern bestimmt auch den so spurlos verschwundenen Kragen wiederzufinden, befahl er mir, die Lebertran-Salz-Spezialmischung meiner Herrin zu holen, um dem Gedächtnis der Sklavin ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Ich gebe zu, in Anbetracht der Tatsache, wie mich dieses Mädchen manchmal genervt hatte, war ich nicht wirklich mitfühlend, ihr eine Portion von dieser Leckerei einflößen zu dürfen, denn der Hauptmann erhoffte sich, dass ihr die Wahrheit dabei wieder einfallen würde.
 
Da ich noch genau erinnerte, was dieses Zeugs mit meinem Mageninhalt bei meiner einmaligen Verkostung angestellt hatte und vor allem wie schnell, war es nur logisch, die Herren hinsichtlich der möglichen Begleiterscheinungen und erforderlichen Reaktionen vorzuwarnen, bevor ich der Sklavin die Nase zuhielt, damit ich ihr von dem Gedächtnis-Nachhelftrank etwas einflößen konnte. Es war ein Unterfangen der etwas schwierigeren Art. Obwohl der Hauptmann laut und deutlich gesagt hatte, was für eine Mischung ich holen sollte, war die Kajira plötzlich der Meinung, dass sie vergiftet werden sollte. Was für ein Quatsch, um sich minderwertiger Ware zu entledigen wissen Freie andere Methoden.
 
Aber egal, anscheinend gelang es mir wohl trotz zusammen gepresster Lippen, tatsächlich ein wenig von diesem Spezialtrank in das Mädchen hinein zu bekommen. Offensichtlich jedoch nicht genug, denn außer Husten und kurzem Würgen passierte erst einmal nichts. Ich nahm natürlich an, dass sie gleich rückwärts essen würde und ging sofort in Deckung, doch die Entlaufene nutzte diese Gelegenheit, um sich schnell aus dem Staub zu machen und bestätigte erneut, wie flink sie sein kann, wenn es darum geht wegzulaufen.
 
Während nun die beiden Krieger der Kajira eilig hinterher hetzten, erkundigte sich der dank meiner guten Pflege in den letzten Tagen zum Glück wieder einigermaßen genesene Lederarbeiter interessiert, was es denn mit dem soeben durchgeführten Experiment auf sich gehabt hatte. Leider musste ich ihm gestehen, dass die Spezialmischung in diesem Fall nicht zur Aufbesserung des Gedächtnisses beigetragen, sondern eher die Schritte der Sklavin beflügelt hatte. Dummerweise hatte sie jedoch nicht damit gerechnet, dass die beiden Krieger hinter ihr herlaufen würden und vor allem nicht, dass sie bei ihrer Flucht einen Schuss in den Bauch erhalten würde.
 
 
Spätestens jetzt war in meinen Augen ihr Ende als Sleenfutter so gut wie besiegelt, doch der gutmütige Brauereikrieger meinte tatsächlich, ich soll mal versuchen, sie wieder hinzubekommen. Nanu, ich bin doch keine Heilerkajira und selbstverständlich auch keine Ärztin! Leider war die seit kurzem in Jorts weilende Heilerin nur nicht da, sodass ich aus dieser Nummer, die sich als eine ziemliche Schlepperei entpuppte, nicht so schnell heraus kam. Die Verletzte war viel schwerer als ein Fass Paga, in ihrer Ohnmacht leider auch noch total unhandlich und ließ sich dummerweise nicht rollen wie ein Fass.
 
Anstatt erst einmal nachzuschauen, ob die Ärztin anwesend ist, wurde mir nun befohlen, die Kajira ins Heilerhaus zu schaffen, wo die Tür natürlich verschlossen war. Am liebsten hätte ich die Sklavin dort einfach liegen gelassen, doch der Brauereikrieger bekam die Tür auf wundersame Weise irgendwie auf, sodass ich das Mädchen auch noch auf den Behandlungstisch legen musste… ach nee, ich glaube das machte der Brauereikrieger dann doch selbst. Leider war ich dann alleine mit ihr. Während das aufgebrochene Schloss für die Freien zum Gesprächsthema Nr. 1 wurde, habe ich der Verwundeten bzw. inzwischen vermutlich fast Toten ein paar Tücher auf die Wunde gedrückt und ihr einen notdürftigen Verband angelegt… alles wahrscheinlich nicht gerade heilermäßig, aber wie gesagt… ich bin ja auch keine Kajira einer Heilerin.
 
Danach kam einer der Herren auf die glorreiche Idee, dass die Entlaufene nun doch im Kennel besser aufgehoben ist… puhhh, also wieder zurück das Ganze. Eigentlich hatte ich schon befürchtet, dass ich gleich den immerhin kürzeren Weg zum Sleenkäfig einschlagen konnte, denn ohne ärztliche Hilfe hatte ich nicht viel Hoffnung, dass die offensichtlich doch sehr schwer verletzte Kajira noch am Leben war. Falsch gedacht, sie kam nach ein wenig Wangeklopfen sogar wieder zu Bewusstsein und verlangte leise nach Wasser. Keine Ahnung, ob bei ihrer Verletzung trinken nicht sogar schädlich war… zumindest bekam ich sie danach zusammen mit Shani wenigstens noch lebendig zurück in den Kennel, wo Shani sich ihrer dann annahm.
 
Meine Herrin hatte sich inzwischen zu meinem anderen Patienten auf die Terrasse gesellt und war nun natürlich daran interessiert zu erfahren, um welche ihrer entlaufenen Kajirae es sich bei der im Kennel handelte, denn bei den vielen 99ern waren dies ja nicht wenige. Wieso diese beim Einfangen nun jedoch ausgerechnet einen Bauchschuss abbekommen hatte, erschien uns nicht wirklich plausibel, denn die jortsschen Krieger sind normalerweise sehr geschickt und trainieren ja auch regelmäßig. Aber egal, meine Herrin brachte es schließlich ganz gut auf den Punkt, es ist unwichtig ob eine Sklavin durch einen Bauchschuss, das Durchschneiden ihrer Kniesehnen oder durch ihr allgemeines Verhalten nichts taugt… nutzlos ist nutzlos.
 
 
Leider hatte ich bei meinen Heilerkajiratätigkeiten nicht mitbekommen, was der Lederarbeiter zu meiner Herrin über meine Leistungen in den letzten Tagen gesagt hatte. Eigentlich war ich mir sicher gewesen, ihm sehr gut und vor allem mit sehr viel Hingabe gedient zu haben, nur fing er jetzt leise an zu grummeln, als meine Herrin meine Dienste erwähnte und mich dabei ernst anschaute. Oh je, ich bin mir sicher, dass ich förmlich zusammenschrumpfte, während es in mir zu arbeiten begann. Errötend senkte ich meinen Kopf und erkundigte mich vorsichtig, ob ich erfahren darf, was ihm nicht gefallen hat. Mit weiterhin ernstem Blick und leichtem Schulterzucken meinte meine Herrin jedoch nur, dass ich darüber lieber erst einmal nachdenken sollte, damit es mir vielleicht von alleine wieder einfällt.
 
Mist, mir fiel echt nicht ein, was ich mir möglicherweise zu Schulden hatte kommen lassen in meinen Bemühungen ihn wieder aufzupäppeln. Eigentlich blieb auch nur meine Pflege seiner Wunde und seine Versorgung mit Essen und Trinken nach, denn über gewisse andere Details hatte der Herr bestimmt nicht mit meiner Herrin gesprochen. Außerdem war ich mir obersicher, dass es da keine Beanstandungen gegeben haben kann! Ich zermarterte jedenfalls ganz schön kräftig mein Hirn, bis meine Herrin endlich ein Einsehen hatte und mir schließlich seufzend mitteilte, dass der Lederarbeiter wohl nicht völlig unzufrieden mit mir gewesen war.
 
Ups, war das etwa ein Lob gewesen? Doch es kam sogar noch besser! Der Lederarbeiter widersprach meiner Herrin nämlich umgehend und wiederholte seine Aussage, dass meine Pflege hervorragend gewesen war. Dabei zwinkerte er mir auf eine Art zu, die es schon wieder in mir kribbeln ließ! Davon merkte meine Herrin natürlich nichts, da sie von solchen Dingen einfach nichts versteht. Allerdings fiel ihr sofort auf, dass ich wieder größer geworden war, denn sie brummelte leise vor sich hin: „Jetzt habe ich den Salat, die nächsten 2 Ahn wird sie vor Stolz kaum den Boden mit den Füssen berühren.“ Die Antwort des Herrn, eine schwebende Kajira hätte aber doch auch was, konnte ich nur kichernd ergänzen: „Zumindest macht sie keine Fußabdrücke Herr!“

Freitag, 23. August 2013

Schreckliche Ereignisse

Die Gerüchteküche um die schrecklichen Ereignisse in Turmus und ihre Konsequenzen waren natürlich das Tagesgespräch in Jorts und lockten nach und nach immer mehr Bürger zum gleichzeitigen Pflasterplatttreten auf den Marktplatz. Niemand hatte ernsthafte Ambitionen es sich auf der Terrasse gemütlich zu machen. Dennoch waren die Krieger einem Steh-Kalana, Steh-Paga und Steh-Ale nicht abgeneigt, sodass ich mich ein wenig nützlich machen durfte.

Irgendwann fiel dem Hauptmann auf, dass der Lederarbeiter fehlte, obwohl gar kein Waffentraining war, denn davor drückt sich dieser Herr meistens. Einige Bewohner wussten jedoch Näheres, nämlich dass der Sattler auf Anweisung einer Heilerin vorerst das Haus hüten muss. Er war durch das Schwert des Kriegerbauern bei einer Auseinandersetzung anscheinend ziemlich schwer verletzt worden. Herauszubekommen was die Ursache für diesen äußerst ungewöhnlichen Vorfall gewesen war, erforderte ziemlich hartnäckiges Nachbohren des Hauptmanns, war jedoch nicht wirklich von Erfolg gekrönt, da sein Untergebener nicht so richtig damit herausrücken wollte und wie ein Gianni um den heißen Brei herum schlich.
Was die anderen Bürger dachten erschloss sich mir leider auch nicht. Ich zumindest war ziemlich irritiert darüber, dass zwei Bewohner von Jorts eine so heftige und vor allem so ungleiche Auseinandersetzung mit dem Schwert hatten, denn ein niedrigkastiger Handwerker wie der Lederarbeiter, der sein Schwert eigentlich nur im Notfall zur Verteidigung einsetzt, kann einem geübten Krieger doch nicht das Wasser reichen! Irgendwie konnte ich nicht nachvollziehen, dass der Kriegerbauer diesen ungleichen Kampf gewollt hatte… aber ich bin ja auch nur eine Kajira. Es muss wohl um etwas überaus Kostbares gegangen sein, also nicht nur um eine unbezahlte Milchrechnung, denn der Kriegerbauer teilte dem Hauptmann mit, dass er den Lederarbeiter eigentlich sogar hatte töten wollen, für ihn die Sache nun aber erledigt sei.

Seine Ankündigung, dass er zukünftig keine Gnade mehr walten lassen wird, sondern nächstes Mal seinen Kontrahenten tötet, ließ mir eiskalte Schauer den Rücken herunter laufen. Wie gut, dass meine Herrin sich dann der Sache annahm und dem Schwerverletzten einen Besuch abstattete. Sanftmütig und mit reichlich Einfühlungsvermögen meinte sie, diese Aufgabe wäre genau das Richtige für sie. Ich fand ja, der jortssche Händler formulierte sehr treffend, dass es bei meiner Herrin sich wohl vor allem um Einlaufvermögen handelt, denn ich kenne ja zur Genüge ihre Vorliebe, mit Einläufen fast alles zu kurieren, verkniff mir aber dazu etwas zu sagen.
Ohje, dem Lederarbeiter ging es wirklich schlecht. Er hatte einen Schwerthieb quer über die Brust abbekommen und konnte sich vor Schmerzen kaum bewegen… hatte nicht gegessen und getrunken und die riesige Blutlache auf dem Fußboden war auch noch nicht weggewischt worden, weil Elena immer noch auf den Feldern ist. Wie gut, dass ich mich nun um ihn kümmern darf… meine Herrin ist mit ihrem Besitz ja immer sehr großzügig und dies bei allen Diensten, die ein Freier von mir wünscht. Während ich den Boden schrubbte erfuhr ich, dass es genau um so etwas gegangen war bei dem Streit, nämlich den Dienst in den Fellen.
Nun gut, ich glaube es ist besser, wenn ich mir weitere Kommentare dazu lieber verkneife, da ich eine solche Überreaktion wegen einer Sklavin nicht verstehe und auch nicht weiß, warum das Mädchen dem Lederarbeiter nicht gesagt hat, dass ihr Herr es nicht wünscht, dass sie anderen Männern in den Fellen dient… aber ich bin ja auch eine Trockenkajira und hoffe, dass der Sattler Einwohner von Jorts bleibt und nicht zurück zu seinem Heimstein nach Rive-de-Bois geht!^^

Donnerstag, 22. August 2013

Kunstschmiedsuche Nr. 2

Natürlich merkte meine Herrin sofort, wie zappelig ich war, während ich mit vor Aufregung wild klopfendem Herzen auf meinen Oberlieblingshändler wartete. Mein Rucksack war natürlich schon längst gepackt. Ich durfte meinen Leihherrn erneut auf eine Beschaffungsreise begleiten… übrigens immer noch in Sachen Nasenring… und Katy durfte ebenfalls mit. Ich glaube, meine Herrin hielt es irgendwann nicht mehr aus, dass ich ununterbrochen zwischen den Fenstern hin und her lief, um dort in der Hoffnung, dass der von mir so sehr herbeigesehnte Herr endlich auftauchen würde, meinen Hals zu verrenken. Sie schickte mich schließlich vor die Tür.
 
Tja, da stand ich nun, doch auch von Katy war noch nichts zu sehen, denn es war ja Waffentraining an diesem Tag und sie wahrscheinlich am Rand der Wiese bei den anderen Kajirae, die ihre Herren bewunderten. Ich war zwar ein wenig unschlüssig, ob sich überhaupt noch ein Abstecher zur Trainingswiese lohnen würde, machte mich dann schließlich aber doch auf den Weg, um nicht länger das Gras vor dem Haus meiner Herrin alleine platt treten zu müssen. Beim Anblick einiger Herrinnen mitten auf dem Marktplatz, drehte ich jedoch kurzentschlossen blitzschnell wieder um.
 
Nicht auszudenken, wenn die Damen mein Auftauchen dafür nutzen würden, mich als Badekajira mit Beschlag zu belegen. Während die Männer sich in Handmitte immer auf der Wiese suhlen und wild mit ihren Schwertern herumfuchteln, waren die Damenbadegelüste nämlich oft besonders ausgeprägt! Es war also Vorsicht angesagt, denn wenn ausgerechnet an diesem Tag eine der Herrinnen meine Dienste im Bad benötigt, hätte ich mir die Reise mit meinem Leihherrn abschminken können.
 
Mein Entschluss abzudrehen war genau richtig gewesen, da mein Leihherr zu meiner großen Freude tatsächlich endlich im Anmarsch war, um mich abzuholen und nicht mal mehr Zeit für einen kurzen Klönschnack mit meiner Herrin hatte. Wie gut, dass mein diesmal ziemlich schwerer Rucksack nur noch geschultert werden musste. Ich hatte für die voraussichtlich ziemlich heiße Reise etwas mehr Wasser eingepackt… ausnahmsweise jedoch nicht nur wegen meines Sklavenfeuers, sondern weil es mitten in die Tahari ging. Nur noch ein schneller Abschied von meiner Herrin, dann war ich startklar.
 
Unser Ziel war die Oase der vier Palmen. Mein Leihherr erhoffte sich, dort einen Kunstschmied zu finden, um der jortsschen Hauptmannsgefährtin endlich den bestellten Nasenring liefern zu können. Dank meiner perfekten Wasserplanung erreichten wir die Oase ohne verdurstet zu sein wohlbehalten, wenn auch etwas verstaubt. In Anbetracht der vielen, teilweise recht prachtvollen Bauten, fand ich es merkwürdig, dass überhaupt keine Bewohner zu sehen waren und alles ziemlich ausgestorben wirkte.
 
 
Zum Glück entdeckten wir wenigstens die Kunstschmiede recht schnell, zwar ohne den Kunstschmied, dafür aber schließlich seine Kajira. Nur weiterhelfen in Sachen Nasenring konnte uns das Mädchen trotz einigem Hin und Her und im Kreis drehen nicht. Irgendwie schienen mein Leihherr und die fremde Sklavin verschiedene Sprachen zu sprechen, sodass er es schließlich aufgab und sich von der Sklavin den Weg zu einem Teezelt zeigen ließ, das auf einer Plattform im Oasensee aufgebaut war und von einigen Enten umzingelt wurde!
 
Zwei Herren hatten es sich dort gemütlich gemacht. Allerdings konnten sie über die Rückkehr des Kunstschmieds ebenfalls nichts sagen und gehörten zusätzlich auch noch zur Sorte maulfaul, denn eine Unterhaltung wollte irgendwie nicht so richtig in Gange kommen. Einer der beiden Männer besaß übrigens eine erstaunliche Fähigkeit. Er wusste nämlich meinen Namen, obwohl ich mir sicher bin, dass mein Leihherr ihn in seinem Beisein noch nicht erwähnt hatte und ich diesem Herrn zuvor noch nie begegnet war.
 
 
Aber das war nicht das einzig Interessante an diesem Herrn. Nein, der Krieger wünschte seinen Palmwein nicht von der Oasensklavin serviert zu bekommen, sondern von mir. Einem solchen Wunsch kam ich mit Erlaubnis meines Leihherrn selbstverständlich gerne nach. Wobei ich den Rarius sogar verstehen konnte, denn die Oasenkajira war zwar sehr hilfsbereit und freundlich, aber wohl noch von weißer Seide. Mit zusammen gekniffenen Schenkeln zählt eine Kajira einfach nicht zu den Leckerbissen für einen Goreaner… das kenn ich ja nun zur Genüge.
 
Kein Wunder also, dass ich mich bei meinem Serve entsprechend rotseiden ins Zeug gelegt habe. Ich glaube, es ist mir ganz gut gelungen, meinem Leihherrn Ehre damit zu bereiten, aber auch den fremden Krieger zu erfreuen. Die Blicke dieses Herrn ruhten jedenfalls äußerst begehrlich auf mir. Doch leider rief ihn dann wohl sein Wachdienst. Während die Gespräche danach leider noch zäher wurden, hatte Katy inzwischen das Badehaus gefunden, sodass mein Leihherr ohne unhöflich zu sein eine günstige Gelegenheit nutzte, um sich von Katy und mir endlich den Staub vom Körper waschen zu lassen.
 
Hach, was für ein Badespaß mit Schwamm, überreichlich Schaum, vorsichtigem Einflößen von Kalda in den Mund meines Leihherrn, sanften Kajirahänden und Zungen, die zärtlich jeden verschütteten Tropfen vom Kinn meines Oberlieblingshändlers leckten!! Leider hatte unser Rundumwellnessprogramm nur irgendwann ein Ende, da die Rückreise nach Jorts unwiderruflich nahte.

Mittwoch, 21. August 2013

Vergesslichkeit

Irgendetwas war anders gestern als sonst. Ich hörte nämlich Stimmen vor dem Haus meiner Herrin und nicht wie sonst immer nur das Muhen der Bosk und Gemecker der Verr. Da ich durchs Fenster niemanden sehen konnte, blieb mir nichts anderes übrig, als vor die Tür zu schauen, denn ich hatte deutlich verstanden, dass eine mahnende tiefe Stimme sagte: „Pass auf die Blumen auf Mädchen… nicht hinein treten, sonst wird Dina…“ Tja, ausgerechnet das, was mit mir geschehen würde, hätte mich nun wirklich interessiert. Doch leider entfernte sich die Männerstimme, sodass ich den Rest nicht mehr mitbekam.
 
Mist, was hatte der Unbekannte gemeint? Leider war vor der Tür niemand mehr, allerdings sah ich bei den Tieren Rawi und ihren Herrn und nahm an, dass es ihre Stimmen gewesen sein mussten, die ich gehört hatte. Mit leichtem Bedauern, die beiden nun leider verpasst zu haben, widmete ich mich den Blumen meiner Herrin und beugte mich mit herausgestrecktem Po herunter, um einen der zarten Triebe vorsichtig wieder aufzurichten. Weil die Bosk zum Glück immer noch dort waren, wo sie hingehörten, musste dies wohl durch den Wind passiert sein und war auch nicht weiter schlimm.
 
Vertieft in meine Arbeit bemerkte ich nicht, dass Rawi und ihr Herr inzwischen zurückkamen. Naja, ihre Schritte waren auf dem grasbewachsenen Boden wohl auch kaum zu hören. Daher zuckte ich entsprechend erschrocken zusammen, als ich plötzlich einen kräftigen Griff an meinem Hinterteil spürte, der mit den Worten „wenn das mal nicht ein hübscher Halbmond ist“ kommentiert wurde. Dem Krieger war offensichtlich sofort aufgefallen, dass ich an diesem Tag etwas freizügiger gekleidet war, denn er erkundigte sich danach, ob meine Herrin sich dazu entschieden hatte, mich nun allen Reisenden anzubieten.
 
 
Natürlich war das nicht der Fall, erklärte ich Rawis Herrn, denn ich war doch erneut an meinen Oberlieblingshändler aus Teveh verliehen… nur der hatte mich leider noch nicht abgeholt. Auch wenn ich dem Schmunzeln des Kriegers entnehmen konnte, dass ihm mein Anblick offensichtlich zu gefallen schien, konnte er dennoch nicht ganz fassen, wie meine Herrin damit klar kommt, denn sie ist ja nicht blind… und die paar fast durchsichtigen Seidenfäden, die von einer dünnen Kette um meine Hüften herunter hingen, bedeckten meine Scham nicht wirklich. Natürlich ist meine Herrin nicht blind, im Gegenteil! Ich erklärte, dass sie manchmal sogar einen richtigen Tarnblick hat und vor allem Dinge sieht, die sie nicht sehen soll.
 
Tja, und dabei passierte es dann… ich benutzte ein Wort, das dieser Herr aus dem Mund einer Sklavin nicht hören will. Wie eigen er damit ist, hatte ich in der Vergangenheit schon einige Male zu spüren bekommen. Natürlich fiel es mir sofort wieder ein, als er mich dichter zu sich befahl, sodass mein Näherkommen dementsprechend nur ein recht kurzer Schritt war. Doch es nützte nichts, der Herr lächelte zwar noch, während er an mein Kinn griff, doch seine Worte, dass wir diese Unterhaltung schon einmal geführt hatten, waren unmissverständlich. Mit hochrotem Kopf stammelte ich daher schnell eine Entschuldigung und bat um Verzeihung, weil ich ihn nicht geeuchzt hatte… darum ging es ihm nämlich und dass ich dies mit einer erstaunlichen Regelmäßigkeit vergesse.
 
Ich versuchte noch zu erklären, dass meine Vergesslichkeit keine Absicht ist und ich sonst wirklich noch nie Freie euchzen musste, weder in Blendend, Turmus oder in anderen Siedlungen. Noch kein Administrator oder Hauptmann hatte jemals darauf bestanden, dass ich ihn mit „euch“ anspreche. Doch das interessierte den Rarius alles nicht weiter, denn er war inzwischen dabei zu prüfen, ob mein Körper ebenfalls unter Vergesslichkeit leidet und erkundete mit seinen rauen Kriegerfingern meine empfindlichsten Stellen, brachte natürlich mein Sklavenfeuer sofort zum Lodern. Mit einem „ah, nicht alles von dir ist so vergesslich“ bestand ich diesen Test zum Leidwesen von Rawi wohl auch ganz gut.
 
Während Rawi sich nun um den Kauf von irgendwelchem Käse und kümmern musste, mir dabei jedoch den einen oder anderen neidischen Giftblick zukommen ließ, denn die Hand ihres Herrn blieb mit der Erkundung meines Sklavenkörpers beschäftigt, sodass es mir immer schwerer fiel, meine aufkeimende Erregung zu verbergen, kam ihr Herr schließlich auf die Strafe für mein Vergehen zu sprechen. Ich musste mich vornüber beugen und ihm meinen nackten Po entgegen strecken, der dabei allerdings weiter kräftig durchgeknetet wurde.
 
Welch ein Glück, dass ich zuvor gerade erklärt hatte, wie unempfindlich die blauen Wildblumen sind und dass sie keinen nennenswerten Schaden davongetragen haben, weil Rawi da versehentlich durchgelatscht ist. Der Krieger fragte nun nämlich Rawi, welche Strafe sie für mein Nichteuchzen ihres Herrn als angemessen ansah. So kam ich mit einem Hieb davon… allerdings einem ziemlich kräftigen, der meine Pobacke ordentlich glühen ließ, aber ich glühte ja sowieso.

Dienstag, 20. August 2013

Gerade noch

…die Kurve gekriegt, wenn auch nur knapp.
 
Meine Herrin hatte noch zu tun und konnte sich deswegen auch nicht der geplanten Reise des jortsschen Sklavenhändlers nach Enkara anschließen. Mich schickte sie allerdings schon mal vor die Tür, damit ich mich nützlich machen konnte… sofern meine Dienste überhaupt irgendjemand benötigte. Eigentlich nahm ich an, dass sich die meisten Bürger vermutlich der vorgenannten Reisegesellschaft angeschlossen hatten und trödelte daher recht gemächlich Richtung Marktplatz.
 
Mein Weg führte mich wie fast immer am Haus des Hauptmanns vorbei und wie fast immer wanderten meine Blicke zu seinen Fenstern mit den ständig geschlossenen Vorhängen. Natürlich schaue ich zu den Fenstern nicht aus Neugier, sondern weil mir dabei immer in den Sinn kommt, wie dämmrig es drinnen sein muss und dass im Dunkeln alle Giannis grau sind. Eine Interpretation dieses Sprichwortes verkneife ich mir selbstverständlich.
 
Da ich den Hauptmann an diesem Tag alleine vor dem Brunnen stehen sah, nutzte ich die günstige Gelegenheit, um nach dem Motto „wer nicht fragt bleibt dumm“ in Erfahrung zu bringen, ob es vielleicht einen Grund für die dauerhaft geschlossenen Vorhänge gibt. Hah, den gibt es tatsächlich! Allerdings hat er nichts damit zu tun, dass es ihm im Haus zu dunkel ist und auch nicht mit Farblosigkeit oder Gleichheit. Nein, der Hauptmann will in den eigenen Wänden unbeobachtet sein und nicht, dass genau in dem Moment jemand zum Fenster hinein schaut, wenn er sich am A… also wenn er sich irgendwo kratzt.
 
Ich hatte meine Antwort, dass ein Bad gegen einen unkontrollierbaren Kratzanfall durchaus helfen kann noch kaum ausgesprochen, als ich auch schon angeherrscht wurde, was ich denn damit andeuten will. Ups, obergefährliches Terrain... es lag mir natürlich vollkommen fern, einem Freien zu unterstellen, er bade zu selten, zumal ich dem Herrn ja vor einer Ewigkeit sogar schon mal beim Baden behilflich sein durfte! Außerdem betonte er doch glatt, er bade regelmäßig!!
 
Ich gestehe, das Eintreffen von Dark und ihrem Herrn, der sich ziemlich wütend darüber äußerte, wie sehr ein Kapitän an diesem Tag Wert auf Pünktlichkeit gelegt und er dadurch das Schiff verpasst hatte, war echt meine Rettung gewesen und ließ meine unangemessene Folgefrage an den Hauptmann hoffentlich untergehen. Ich flüsterte natürlich sofort mit Dark und gestand ihr, wie froh ich über ihr Auftauchen und vor allem das ihres Herrn war, der mich vermutlich knapp vor dem nächsten Fettnäpfchen gerettet hatte.
 
Logischerweise liefen Darks Fantasien bei dieser Information nun auf Höchsttouren. Sie erhoffte sich von mir natürlich spannende Neuigkeiten über interessante Herren, wie z.B. den Händler aus Teveh, der es ihr sehr angetan hat. Übrigens sind nicht nur unsere Geschmäcker bei Männern sehr ähnlich… unsere Gedanken komischerweise auch! Gleichzeitig überlegte sie nämlich noch, ob ich womöglich den Hauptmann ins Bad hatte locken wollen, nur seine Gefährtin mir dabei vielleicht einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte.
 
Leider wurde ich durch eine meine Herrin betreffende Rückfrage des Hauptmanns in diesem Moment schlagartig daran erinnert, dass ich etwas ziemlich Wichtiges vergessen hatte, sodass ich ihn schnell um Erlaubnis bat, mich noch einmal entfernen zu dürfen.
 
 
Tja, und dann geschahen echt obermerkwürdige Dinge, an denen ich aber wirklich total unschuldig gewesen bin… oder habe ich etwa nur geträumt, dass in Jorts plötzlich eine mordsmäßig dicke Stadtmauer errichtet wird? Komischerweise war nämlich später von den riesigen Mauersteinen nichts mehr zu sehen, die zuvor noch den gesamten Hang hinter dem Haus meiner Herrin gepflastert hatten… höchst eigenartig!! ;-)))

 

Freitag, 16. August 2013

Abnutzungserscheinungen?

…keine Spur!
 
Der Händler aus Teveh schnarchte frühmorgens dermaßen laut in mein Ohr, dass ich einfach nicht mehr schlafen konnte, egal wie kuschelig und schön es war, von seinen starken Armen umschlungen zu werden. Mir blieb bei diesem Getöse nichts anderes übrig, als schließlich aufzustehen. Nach einigen erfrischenden Körperhygienemaßnahmen wollte ich eigentlich nach Hause trödeln. Doch ich entdeckte auf dem Marktplatz den Brauereikrieger und gesellte mich zu ihm, da ich mir ziemlich sicher war, dass meine Herrin noch schlief und meine Dienste noch nicht benötigte.
 
Der Krieger war über mein Auftauchen offensichtlich ganz erfreut, denn er erwartete einen Gast. Eigentlich hörte sich das nicht nach viel Arbeit für mich an. Tut eine Kajira nicht alles, um Herrn zu erfreuen? Außerdem erhoffte sich der Rarius eine kleine Trainingsrunde mit seinem Freund. Doch es kam ganz anders. Der Besuch tauchte als ganze Familie in Jorts auf und die Terrasse füllte sich natürlich nicht nur mit den Gästen des Brauereikriegers, sondern nach und nach auch mit einigen Bewohnern aus Jorts… leider alle ohne Kajirae, sodass ich sozusagen das Ganze hatte und letztendlich acht Freie mit Getränken versorgen musste… oder waren es sogar noch mehr?
 
Egal, auch wenn mir der Kopf schon ein wenig brummte bei den vielen unterschiedlichen Bestellungen… Ale, Ale mit Wasser, Kalana, Kalana mit Wasser, Klanasaft, Kalnasaft mit Wasser, Wasser mit Kalanasaft und Wasser pur… war das alles natürlich kein Problem für mich und ich glaube, die Herrschaften waren zufrieden. Einzig zum Schluss vertüdelte ich mich etwas. Ich wünschte einer der fremden Herrinnen beim Servieren ihres Getränks nämlich, der verdünnte Kalansaft möge sie erfreuen… nur hatte die Herrin mit Wasser verdünntes Ale bestellt! Doch ich hatte Glück, es war nur ein Versprecher, denn eine Schnupperprobe am Trinkgefäß bestätigte, es war doch verwässertes Ale drin.
 
 
Irgendwie nett fand ich ja, wie besorgt sich der Sklavenhändler darüber äußerte, dass ich die einzige Sklavin war, die sich um das Wohl der Herrschaften kümmerte… doch wirklich helfen konnte er mir dann leider auch nicht, da sein Mädchen noch andere Aufgaben zu erledigen hatte. Ich denke aber, ich konnte ihm glaubwürdig versichern, dass ich alles gut im Griff hatte und die einzige Abnutzungserscheinung mein kleiner Versprecher gewesen war, den die Herrin mir jedoch verziehen hatte. Dennoch sicherte er mir zu, seine Kajira in die Herberge zu schicken, sobald sie abkömmlich ist.
 
Da alle Freien irgendwann versorgt waren, hatte ich ehrlich gesagt kein schlechtes Gewissen, die Herberge zu verlassen, denn ich musste natürlich noch nach meiner Herrin schauen. Leider war die jedoch schon wieder so in ihre Arbeit vertieft, dass sie auch an diesem Tage darauf verzichten wollte, ihr Haus zu verlassen. Keine Ahn später zeigte sich übrigens erneut, wie großzügig sie mit ihrem Besitz immer ist, wenn sie meine Dienste nicht benötigt… in diesem Fall, als mein Oberlieblingshändler aus Teveh bei ihr auftauchte, um seine gute, langjährige Freundin zu besuchen.
 
Ich vermutete, er hatte nicht nur einen Freundschaftsbesuch vor, sondern wollte mich wieder einmal ausleihen. Und so war es auch. Seine nächste Reise sollte wegen einer Nasenringbeschaffung nach Belnend gehen, wo ein Kunstschmied wohnte. Ich konnte mein Glück kaum fassen, ich durfte tatsächlich mit! Nur logisch also, dass Proviant, Wasser und einige Kleidungsstücke schnell im Rucksack verstaut waren, damit es losgehen konnte. Die schwere Entscheidung, welche Tunika die beste ist und meine ganze Schönheit so richtig gut zur Geltung bringt, vertagte ich einfach, indem ich eine mehr einpackte, denn ich musste den Rucksack eh tragen. Außerdem steht mir sowieso alles!
 
 
Die Reise gestaltete sich ohne weitere Zwischenfälle, sodass wir wohlbehalten in Belnend ankamen und dort mit einer lauten Fanfare, allerdings auch mit dem Ausruf „Achtung!“ begrüßt wurden. Umsichtig wie mein Oberlieblingsherr immer ist, sprang er in Erwartung einer sich nähernden Gefahr sogleich zur Seite, um sich in einer Ecke hinter der Stadtmauer in Sicherheit zu bringen und befahl mir, es ihm gleich zu tun. Nicht auszudenken, wenn wir unser Ziel zwar heil und gesund erreicht hatten, dann jedoch unter eine Kutsche oder das niedersausende Fallgitter geraten wären. Zum Glück stellte sich dieser Ruf aber schnell als Überreaktion einer besonders eifrigen Wache heraus und mein Leihherr wurde überaus freundlich vom belnender Hauptmann willkommen geheißen, der mir ja schon lange kein Unbekannter mehr ist, insbesondere nach einem Erlebnis vor den Büschen von Jorts, in denen sich meine Herrin gerade umzog.
 
 
Ebenfalls bekannt war mir die nette Heilerin… nicht nur, weil sie ab und an in Jorts ist, sondern ganz besonders, weil sie mir in Turmus zwei Kajirakringel für meine Herrin geschenkt hatte, von denen ich mir nach Ablieferung einen mit Katy teilen durfte! Während mein Leihherr von dem Hauptmann erfuhr, dass der Kunstschmied bedauerlicherweise seinen Wohnsitz inzwischen woandershin verlagert hatte, erkundigte sich die Heilerin bei mir, warum meine Herrin nicht mitgereist ist und war erstaunt, dass ich eine Ausleihkajira bin. Sie fragte mich, ob meine Herrin nicht Befürchtungen habe, ich könnte vom Ausleihen abnutzen.
 
 
Wieder einmal zeigte sich, wie gut sich diese Ärztin mit den Veranlagungen von Kajirae auskennt, in denen das Sklavenfeuer geweckt wurde. Sie bestätigte nämlich die Auffassung meiner Herrin, dass es nicht gut ist, wenn ein rotseidenes Mädchen ausschließlich ein Leben als Turmsklavin führen muss und befürwortete es sehr, dass meine Herrin ihr Eigentum an Herren verleiht. Mit Bedauern meinte sie, das ich aber wohl nicht zu verkaufen sei, denn genau so eine Sklavin wie mich könnte sie gut gebrauchen, um sie den Männern mal vor die Füße zu werfen, damit sie die Kerle mit ihrem Feuer ablenkt, wenn es nötig sein sollte. Ich glaube, so oder so ähnlich drückte sie sich aus.
 
Irgendwie kam es mir so vor, als würde der Hauptmann dem Gespräch der Heilerin mit mir sehr interessiert lauschen, bekam aber darüber leider nichts genaueres mehr heraus, da er meinen Leihherrn dann auf die Terrasse vor der Herberge einlud. Wie gut, dass ich mich seit dem damaligen Aufenthalt meiner Herrin in Belnend in der Küche noch ganz gut auskannte, sodass ich mich ein wenig nützlich machen konnte. Etwas kompliziert wurde es erst, als die Heilerin mir auftrug Kalanakäse zu holen, denn einen solchen Käse hatte ich noch nie gesehen. Sie wollte meinem Leihherrn nämlich einige Happen davon zur Verkostung anbieten... nach dem Motto „mit Käse fängt man Händler“. Dank ihrer Beschreibung war das Auffinden des rosafarbenen Käses jedoch kein Problem, sodass mein Leihherr recht schnell in den Genuss dieser Delikatesse kam.
 
Als Charmeur der er ja nun mal ist, lobte er die Käseleckerei letztendlich in den höchsten Tönen, nachdem er den ersten Happen eine gefühlte Ewigkeit ohne zu kauen im Mund ließ. Während die Herrin in Erwartung seiner Meinung fast platzte vor Wissbegier, machte er es richtig spannend. Es sah aus, als würde er den Käse im Mund schmelzen lassen, bis er ihn schließlich herunter schluckte und sein Urteil abgab…irgendwas mit süßem Kalana der sich gut von dem würzigen Käse abhebt, der beim Zergehen auf der Zunge mit den Geschmacksnerven spielt und den man nicht zu schnell essen darf, weil sonst die vielen Geschmacksfacetten dieses Käses nicht voll zum Tragen kommen… oder so. Mir schmeckte der Käse jedenfalls auch!
 
 
Mal sehen, wann es meinen Leihherrn das nächste Mal nach Belnend zieht… wobei ich mir nicht sicher bin ob es wegen dem Käse oder wegen der Heilerin sein wird! ;-))

Donnerstag, 15. August 2013

Die Nachspeise zuerst

Leider hatte meine Herrin immer noch reichlich Arbeit für ihre Kaste zu erledigen, die ihren Verbleib im Haus noch eine Weile erforderte. Ich glaube, sie spürte wie ich immer zappeliger wurde, nachdem immer lauter das Klingen von Schwertern an unser Ohr drang. Selbstverständlich weiß sie genau, wem zu Ehren ich in der Mitte der Hand immer eine rote Tunika anziehe und wie gerne ich den Kriegern beim Training zuschaue. Nebenbei nutze ich diese Zeit dann für ein wenig Kajiratratsch mit den anderen Mädchen, was meine Herrin übrigens nicht unwichtig findet. Vor allem weiß sie jedoch wie durstig die Rarii nach ihren Übungskämpfen immer sind, sodass sie mich schließlich vor die Tür schickte, damit ich mich nützlich machen kann.
 
Das Training war schon in vollem Gange als ich die Wiese vor der Festung erreichte… diesmal übrigens wieder fast auf direktem Weg, also ohne mich nennenswert zu verlaufen. Leider wurde es dann jedoch etwas gefährlich, denn Dark kniete auf der gegenüberliegenden Seite. Ich musste also mitten durch die wild hin und her preschenden Herren mit ihren gezückten Schwertern hindurch. Aber zum Glück konnte ich schon immer gut rennen, wartete außerdem einen günstigen Moment ab und sauste dann flink um das Kampfgetümmel herum, sodass ich zwar ein wenig aus der Puste, jedoch ohne einen einzigenKratzer oder irgendwelche ernsteren Beschädigungen heil bei Dark ankam.
 
Ich glaube sie war ganz froh, durch mein Auftauchen ein wenig von der großen Sorge über ihre bevorstehende Strafe abgelenkt zu werden, die sie ziemlich beschäftigte. Ihr stand eine echt fiese Sache bevor, nämlich die Zucht von Buschwerk, beginnend mit einem kratzigen Stachelacker und endend mit der Möglichkeit, an einer extrem ungünstigen Stelle ihres heißen Sklavenkörpers einen Zopf flechten zu können. Wahh, es war tatsächlich zu befürchten, dass Dark nach dieser grässlichen Maßnahme keine Herren mehr erfreuen und zu einer Topfsklavin verkümmern wird. Mein Mitgefühl hatte sie jedenfalls. Kein Wunder also, dass mir in den Sinn kam, ihrem Herrn scheinen die häufigen Aufenthalte auf seinem Landsitz wohl doch nicht allzu gut zu bekommen, wenn er solch botanische Strafen verhängt.
 
Leider musste ich jedoch zugeben, dass es auch keine gute Idee gewesen war, ein Tarsk ins Haus zu lassen, denn diese Aktion hatte anscheinend in einem ziemlichen Chaos geendet. Dark seufzte, wie viel lieber sie für ihr Vergehen ein paar Schläge mit der Kurt bekommen hätte. Um sie ein wenig zu trösten, erklärte ich ihr dann, dass sie eigentlich doch froh sein kann, nicht einfach nur ein paar Striemen bekommen zu haben. Ich habe nämlich immer wieder festgestellt, dass sich bei Bestrafungen die Spreu vom SaTarnakorn trennt und man dadurch sehr einfach die guten Herren von den nicht so guten unterscheiden kann.
 
Natürlich verkneife ich mir, ein solches Urteil über Freie im Beisein von ebendiesen laut zu äußern. Nun aber versuchte ich Dark damit ein wenig Mut zu machen, denn ihr Herr ist nicht nur für sie ein Guter, sondern zählt auch für mich seit langem zu den Guten… meine Herrin ja sowieso, auch wenn ich über ihre kürzlich erteilte Merkhilfe-Lektion auf dem harten Fußboden unter der Herbergstreppe nicht gerade begeistert gewesen war, die ich nun schnell schilderte.
 
Wir waren noch gar nicht ganz durch mit dem gegenseitigen Bemitleiden wegen unserer kreativen Besitzer, als Darks Herr sich zu uns gesellte und sie ihm spontan eröffnete, wie toll es doch sein könnte, wenn ich ebenfalls an seiner Kette wäre. Komisch, manchmal haben Freie einfach merkwürdige Befürchtungen. Ihr Herr meinte doch tatsächlich stöhnend, dass es keine Kettenglieder gäbe, die uns beide aushalten würden. Leider bekam ich keine Gelegenheit mehr herauszufinden, was er mit dieser höchst eigenartigen, mir gänzlich unverständlichen Äußerung meinte, denn die Gefährtin unseres jortsschen Hauptmanns gesellte sich zu uns und erkundigte sich wegen des Frauenbadetags, ob wir vielleicht wussten, wo denn die anderen freien Frauen stecken.
 
Meine Herrin war ja leider verhindert, aber mir fiel plötzlich auf, dass der kasratische Hauptmann a.D. gar nicht beim Waffentraining erschienen war und ich seine Gefährtin auch noch nicht gesehen hatte. Nicht auszudenken, wenn die beiden Gäste darüber vielleicht gar nicht informiert worden waren? Nachdem ich herausbekommen hatte, in welchem Haus sie überhaupt wohnten, sauste ich eilig los, um ein mögliches Informationsdefizit schnell zu beseitigen. Ich wusste ja, wie gerne dieser zackige Krieger früher immer mit dem Schwert gerasselt hat und konnte mir überhaupt nicht vorstellen, dass sich dies inzwischen geändert hatte.
 
Das Haus war dank der guten Beschreibung des Brauereikriegers sofort gefunden, nur es öffnete leider niemand auf mein höfliches Klopfen und leises Rufen. Ich wartete natürlich einen Moment ab, bis ich erneut klopfte, diesmal jedoch weniger zaghaft und dabei etwas lauter wissen wollte, ob jemand zu Hause sei. Wieder nichts. Die beiden konnten doch nicht schon wieder abgereist sein, vor allem nicht ohne sich zu verabschieden? Die Rarii hätten darüber bestimmt Bescheid gewusst! Auch wenn ich normalerweise nicht an Türen lausche, machte ich mir nun doch leichte Sorgen und legte mein Ohr an die Tür. Hah, drinnen waren Stimmen zu hören und… ja, eigentlich ziemlich eindeutige Geräusche, die mich veranlassten nun meine Informationen lieber laut zu rufen. Mir war nämlich sofort klar geworden, dass für den Hauptmann a.D. in diesem Moment ein Training an den Waffen kein Vergleich mit dem Training für einen kleinen Luc sein kann und wollte mich ganz schnell wieder verdrücken.
 
Die Begeisterung auf dem Trainingsplatz über meine Nachricht, dass der Krieger noch mit dem Ölen seines Schwertes beschäftigt war und seine Gefährtin ihm dabei half, war geteilt. Während ein Krieger die Meinung äußerte, dass es bestimmt schon genug kleine Lucs gibt und andere durchaus Verständnis für ein rostiges Schwert zeigten, meinte ich zu bemerken, dass die Gefährtin unseres Hauptmanns leicht pikiert die Augenbrauen über ihrem Schleier zusammen zog. Dark und ich konnten uns jedoch kaum mehr einkriegen vor Kichern, nachdem sie bei meinem Erwähnen, wie sehr die Gefährtin ins Schwertölen involviert ist, mit den Lippen lautlos das Wort „Polierwatte“ formte und wir beide danach laut losprusten mussten. Wobei… vielleicht war es auch ein anderes Wort, denn ich kann ja überhaupt nicht von den Lippen lesen!
 
Ohje, was für eine Anstrengung sich nun zu benehmen! Während meine Schultern immer noch vor Lachen zuckten, senkte ich schnell meinen Kopf und versuchte mich abzulenken, indem ich mit meinen Augen den Weg einer Ameise verfolgte, die gerade meine Knie umrundete. Zack, plötzlich war die Ameise weg. Ein großer Kriegerfuß, nämlich der von Darks Herrn, tauchte dafür neben meinem Schenkel auf und versperrte mir die Sicht auf das Kleintier, gleichzeitig herrschte er mich an, Rücksicht auf die anwesende Herrin zu nehmen. Uff, ich war schlagartig ernüchtert und senkte nun vor Betroffenheit schnell meinen Blick wieder… das Lachen war mir vergangen.
 
Zum Glück kam ich mit einer barschen Ermahnung davon, denn die Krieger waren inzwischen reichlich durstig geworden. Dreckig und verschwitzt wie sie waren, gelüsteten sie nun nach einem Getränk, sodass es auf der Terrasse ganz gut zu tun gab für Dark und mich, auch wenn der kasratische Hauptmann a.D. und seine Gefährtin dort nicht mehr auftauchten. Dafür erschien unverhofft jemand, den ich schon eine Ewigkeit nicht mehr gesehen hatte und der mein Kajiraherz immer so schnell schlagen lässt wie kein anderer Herr… mein Oberlieblingsherr! Nach langer Handelsreise wollte er endlich mal wieder meiner Herrin einen Besuch abstatten, war allerdings durstig und hungrig erst einmal ins Gasthaus eingekehrt.
 
Nachdem ich seiner trockenen Kehle mit einem Getränk abhelfen konnte, stellte sich heraus, wie ausgehungert er tatsächlich war. Allerdings verzichtete er ohne lange zu fackeln auf das vor ihm stehende Essen und packte mich einfach plötzlich mit seinen starken Armen, um mich die Treppe hinauf zu tragen… manchmal kommt die Nachspeise eben doch vor dem Hauptgang!

Mittwoch, 14. August 2013

Entwischt

Kaum hatte ich am nächsten Tag die am Brunnen versammelten Freien begrüßt, als ich hinter mir Schritte hörte und zwei tiefe Stimmen, von denen die eine mir mittlerweile sehr gut bekannt war und die anderen… ja, nach einer kurzen Verzögerung wusste ich dann wieder wem sie gehörten. Es waren der Brauereikrieger und der kasratische Hauptmann a.D. mit seiner Gefährtin im Gefolge. Leider war mir jedoch keine Zeit vergönnt, um den Hauptmann a.D. etwas ausgiebiger zu mustern, denn ich hatte ihn ja Ewigkeiten nicht mehr gesehen, weil er bei meinem Anblick sogleich kundtat, er hätte ein Vulo mit mir zu rupfen. Anstatt Begrüßung… oder habe ich die vielleicht vor Schreck vergessen?... egal, er eröffnete mir jedenfalls breit grinsend, wie wunderbar es sei, mich nun zu treffen, denn er wolle mich am Hafen in eine Kiste stecken und mir für irgendeine Überfahrt die Haare scheren, damit ich in irgendwelchen Pagakaschemmen diene.
 
Obwohl es mir so vorkam, als würde mein Herzschlag vor Schreck aussetzen, reagierte ich bei dieser Drohung natürlich umgehend. Ich versteckte mich schutzsuchend sofort hinter dem stattlichen Brauereikrieger und schmiegte mich vor Angst zitternd ganz dicht an seine muskulöse Kriegerwade an. Mir war natürlich sofort klar, dass ich vermutlich wenig Chancen hatte, diesen merkwürdigen Hauptmannsgelüsten zu entgehen… bestenfalls würde es mir gelingen, eine kleine Verzögerung heraus zu schinden. Leider schwante mir sofort ganz vage, warum der Herr möglicherweise sauer auf mich war. Wenn das tatsächlich stimmte, waren seine Kriegerohren tatsächlich so gut wie befürchtet gewesen und sein Gedächtnis offensichtlich noch besser.
 
Aber es kam ganz anders. Die Priesterkönige müssen ein Einsehen mit mir gehabt haben. Der Brauereikrieger eröffnete mir nämlich, dass er meine Dienste auf einer Handelsreise benötigte und zwar sofort. Puhh, nichts lieber als das! Ich fragte nicht mehr wieso, weshalb, warum und ob meine Herrin darüber Bescheid weiß, sondern verabschiedete ich mich sofort von allen Herrschaften und sauste eilig zum Hafen… zumindest das erste Stück, um möglichst schnell aus dem direkten Zugriff des Hauptmanns a.D. zu kommen. Dann wartete ich selbstverständlich auf den Rarius und lief hinter ihm her, so wie es sich für eine Sklavin gehört.
 
 
Einziger Nachteil dieser Reise war, es ging dem Brauereibesitzer nicht um meine rotseidenen Dienste, sondern blöderweise ganz besonders um mein Talent im Fassrollen. Wobei sich diese beschwerliche Tätigkeit zum Glück im Rahmen hielt bzw. mangels Verkauf sogar ausfiel… die Priesterkönige waren wirklich auf meiner Seite. Naja, ein wenig Leid tat mir mein Obhutherr und Brauereikrieger schon, dass er seinen ersten Handelspartner an dessen Heimstein nicht antraf. Leider war unsere danach folgende, wirklich beschwerliche Reise durch die heiße Wüste, bei der mir zuletzt sogar zwischen den Zähnen Sand knirschte, ebenfalls erfolglos. Als wir schließlich eine Oase erreichten, trafen wir dort leider nur eine Kajira an.
 
 
Es war ein echt tolles Gefühl, irgendwann wieder im Hafen von Jorts anzukommen. Nach der öden, heißen Wüste, in der pasangweit kein Baum und Strauch wuchs, wurde uns richtig bewusst, wie grün es zu Hause ist… auch wenn sich der Brauereibesitzer wohl ein wenig über den Fährmann geärgert hat, der uns in seinem Suffkopp nicht so wirklich schnell übersetzte. Ich war natürlich ziemlich froh, dass die Fässer vorerst am Hafen bleiben konnten und ich sie nicht zurück in die Brauerei rollen musste, da demnächst wohl eine weitere Verkaufsreise geplant ist. Mal sehen, ob ich wieder mit darf, wenn meine Herrin mich nicht benötigt… sie ist in so einem Fall ja immer sehr großzügig mit dem Verleihen ihres Besitzes.
 
Ich traf meine Herrin bei meiner Rückkehr auf dem Marktplatz an. Sie hatte sich schwer in Schale geschmissen mit einem prunkvollen Umhang in ihren Kastenfarben… vermutlich wegen des kasratischen Hauptmanns a.D., mit dem sie sich bei meinem Eintreffen am Brunnen unterhielt. Die weiten bauschigen Falten dieses Umhangs kamen mir natürlich äußerst gelegen, um dahinter vorsichtshalber in Deckung zu gehen, denn die Drohung mit Kiste und Haareschneiden hatte ich nicht vergessen. Doch bevor der Krieger sich alsbald wegen irgendwelcher unaufschiebbaren zu erledigenden Dinge entschuldigte… so wichtig und unabkömmlich war er übrigens schon immer gewesen… gab er Entwarnung. Seine Drohungen waren gar nicht ernst gemeint gewesen, er hatte mich nur ein wenig ärgern und erschrecken wollen. Na toll… ein Spaß auf meine Kosten und ich war drauf reingefallen.
 
 
Meine Herrin nutzte die Gelegenheit und setzte das Gespräch mit der kasratischen Hauptmannsgefährtin noch fort, nicht nur um diese Herrin etwas besser kennenzulernen und einschätzen zu können, sondern auch um die eine oder andere Neuigkeit zu erfahren und sich mit ihr über Pfeffer und Heimsteine zu unterhalten. Mir blieb nichts anderes übrig, als stumm daneben zu knien und mich in Geduld zu üben. Dabei fing ich natürlich auch den einen oder anderen Gesprächsfetzen von der Terrasse auf, wo es anscheinend um einige leckere Kostproben geräucherten Schinkens vom Hof ging, bis sich die Männer mit ihren Kajirae in die Taverne verlagerten und ich leider nichts mehr mitbekam.
 

 Erschreckend wurde für mich zu später Ahn dann eine sehr emotionale nachbarschaftliche Begegnung, bei der ich schließlich meine Tränen nicht mehr zurück halten konnte. Aber ich werde darüber lieber Stillschweigen bewahren, denn der Dampf war irgendwann offensichtlich abgelassen und die Verabschiedung fiel zu meiner großen Erleichterung um ein Vielfaches freundlicher aus als die Begrüßung, nachdem einige Missverständnisse ausgeräumt werden konnten… es ist eben manchmal nicht so einfach mit den Ich- und Du-Botschaften, mit dem Hören und Verstehen sowieso.

Dienstag, 13. August 2013

Zu Risiken und Nebenwirkungen…

lesen Sie die… und fragen Sie Ihren Heiler oder…
 
Nein, an diesem Tag ging es nicht schon wieder ins Haus der grünen Kaste und es drehte sich auch nichts um Medikamente, sondern um goreanische Risiken und Nebenwirkungen in einem kleinen D… namens Jorts und einer Stadt mit weiblicher Regentin auf Lebenszeit.
 
Nach meiner trotz der zwei zugestandenen Decken doch recht harten Nacht unter der Herbergstreppe, wachte ich recht früh auf, auch wenn für mich das harte Schlafen nichts Neues war. Es war vermutlich eher die ungewohnte Umgebung, die mich meinen Schönheitsschlaf so zeitig beenden ließ. Da zu diesem Zeitpunkt im Gasthaus jedoch niemand meine Dienste benötigte, ich aber natürlich nach meiner Herrin schauen musste, sauste ich schnell für ein kurzes erfrischendes Bad an den Vosk und dann eilig nach Hause. Es war eine gute Entscheidung, nicht länger in dem herrlich warmen Wasser zu schwimmen, denn erstaunlicherweise war meine Herrin bereits aufgestanden.
 
Immer noch in großer Sorge um das einzige Überbleibsel eines Blumengeschenks des ersten Händlers, das vor einigen Tagen ja leider ziemlich stark unter den Nebenwirkungen eines Boskunfalls gelitten hatte, erkundigte sie sich bei mir sogleich nach der Befindlichkeit des kleinen Rosentriebs, den wir liebevoll aufzupäppeln gedachten. Leider konnte ich aber nur mitteilen, dass zwar wohl noch Hoffnung besteht, also der Trieb noch nicht vergammelt und auch nicht mulschig ist, sich allerdings auch noch keine neuen Wurzeln gebildet hatten. Unser ganzes kritisches Betrachten und sehnsüchtiges Suchen nach kleinen Gewächsen an diesem dünnen Stiel nützte jedenfalls nichts… wir mussten uns einfach weiter gedulden.
 
Kein Wunder also, dass in meiner Herrin die Rachegelüste gegen die Boskkuh wieder aufflammten und sie sich erneut überlegte, von ihrem Nachbarn das Viech für den Grill auf dem SeKara-Fest einzufordern… selbstverständlich würde sie es auf dieser Festivität dann auch mit einer Blume hinter dem Ohr schmücken. Gleichzeitig fiel ihr dann jedoch ein, dass ihre Milchversorgung natürlich trotz lecker gegrilltem „Boskfleisch mit Blümchen“ weiterhin gewährleistet sein muss und preschte auch gleich mit nicht mehr zu bremsenden Milchgelüsten Richtung Herberge.
 
Die Terrasse war inzwischen wie fast immer sehr gut besucht, obwohl anscheinend einige Freie sogar schon wieder weg bzw. noch gar nicht anwesend waren. Während ich mich nach der allgemeinen Begrüßung schnell um die Milchzubereitung kümmerte, spitzte ich natürlich wie gewohnt meine Ohren und erfuhr dadurch eine interessante Neuigkeit. Der Händler informierte meine Herrin über etwas, das mich sogar schlagartig das Ablecken des köstlichen Honiglöffels vergessen und schleunigst mit dem dampfenden Gefäß zurück zum Tisch sausen ließ, um möglichst nichts zu verpassen.
 
 
Meine Herrin nahm zwar an, der Händler wollte ihr mitteilen, dass die Sache mit der Boskkuh bereits geklärt sei und sie zu SeKara serviert werden würde, doch es drehte sich nicht um die Nebenwirkungen des Viehtriebs in der letzten Hand, sondern um meinen früheren Lieblingshauptmann. Er hatte inzwischen eine Gefährtin, war zurzeit in Jorts und für einige Tage sogar ein Haus gemietet… interessant! Als der Lederarbeiter sich dann genauer nach dem ihm unbekannten Krieger erkundigte, wurde es jedoch erst richtig interessant.
 
Wir erfuhren nämlich, dass der ursprünglich hochgestellte Rarius derzeit ohne Amt ist und nun eine neue Aufgabe sucht! Allerdings wurde er nicht rausgeworfen, sondern hatte anscheinend seinen Dienst quittiert… sagte der Händler. Leider hatte der Krieger an diesem Tag jedoch aus welchem Grund auch immer keine Zeit sich ins Gasthaus zu setzen, sodass meine Herrin, die vermutlich ebenso wie ich fast vor Neugier platzte, mit der Gefährtin des Hauptmanns a.D. vorlieb nehmen musste. Oder sollte in diesem Fall „fast vor Neugier platzen“ etwa nicht auf meine stets untadelige Herrin zutreffen?
 
Egal, mir ging es jedenfalls so. Daher war ich echt froh, dass sie nun nicht nur die Gefährtin genauer in Augenschein nahm, sondern sie auch ausfragte. Sie hatte offensichtlich zuerst angenommen, das Paar sei anlässlich der frischen Gefährtenschaft auf einer Rundreise, wurde jedoch eines anderen belehrt. Damit wurde es dann leider sehr kompliziert für mich und ich befürchte, ich konnte mir wahrscheinlich nicht alles merken. Seinem Heimstein hatte der Hauptmann a.D. jedenfalls nicht abgeschworen, zumindest noch nicht. Anscheinend hatte das Quittieren seines Dienstes etwas damit zu tun, dass er als Legat in Turmus weilte, dort an irgendwelchen Beratungen des Ubars gegen Cos teilgenommen hatte und sein Heimstein deswegen der Meinung gewesen war, dass sich seine ganzen Ämter und Beratungen wohl irgendwie gebissen haben… oder so ähnlich.
 
Während einer der anwesenden Krieger dies alles für einen Heimstein, der von einer Frau regiert wird, als nicht unerwartet kommentierte und von sich gab, dass Politik nun mal eine Hure sei, meinte meine Herrin nur, es ist eine interessante Forderung an einen Mann, der so in seinem Amt aufgeht und sich immer für den Heimstein entschieden hat. Tja, nun war er jedenfalls in Jorts und seine Gefährtin berichtete weiter, dass ihm sein Rat an meine Herrin mit dem Pfeffer wohl nicht mehr aus dem Kopf gegangen war, er ständig davon erzählt und natürlich sehr genau weiß, wo der wächst. Mal sehen, wann er den in Jorts inzwischen sogar außerordentlich gut wachsenden Pfeffer besichtigen wird!
 
Über Pfeffer, ob dieser eine Kletterpflanze, ein Busch oder doch eher eine im Busch rankende Kletterpflanze ist, wandten sich die Gespräche schließlich anderen Nebenwirkungen zu, da der Vater werdende Hauptmann sich inzwischen zu dem Blumenzüchter-Botanik-Kränzchen dazu gesellt hatte. Die Sache mit einer Entschädigung wegen des Boskunfalls und seiner Nebenwirkungen war zwischen meiner Herrin und ihrem Nachbarn übrigens auch geklärt. Dem Lederarbeiter waren die Landwirtschaftsgespräche des Blumenzüchtervereins, so bezeichnete er die anwesenden Herrschaften mittlerweile grummelnd, offensichtlich sowieso etwas zu viel geworden. Doch zum Glück ließ er sich nach dem Hinweis des Hauptmanns schnell beruhigen, dass dieser nichts züchten will, bestenfalls Sklavenblumen.
 
Mit dem Erwähnen, die besagte Boskkuh, die die Blumen meiner Herrin als Hocker benutzt hatte sei trächtig, waren übrigens die Entschädigungsgelüste meiner Herrin schlagartig in Verständnis umgeschwenkt. Nur zu gut erinnerte sie sich an die Begleiterscheinungen und Nebenwirkungen der Schwangerschaft einer Heilerin damals auf Samanu. Doch mit ihren nun folgenden Ausführungen, wie launisch, mürrisch, zickig und vor allem umbaufreudig diese Herrin gewesen war, wurde der Hauptmann immer blasser und mir wurde klar, meine Herrin wusste gar nicht, dass er Vater wird. Während der Krieger vom Hof dem Hauptmann nun herzhaft lachend und ziemlich schadenfroh empfahl, vielleicht lieber in der Festung zu schlafen, brachte ich meine Herrin daher leise flüsternd schnell auf den neuesten Stand.
 
Doch nach einem überraschten Glückwunsch an den Hauptmann tat das ihren Schilderungen keinen wirklichen Abbruch. Im Gegenteil, nun erläuterte meine sich richtig ins Zeug legende Herrin dem angehenden Vater die Möbelumräum-Wandumbau- und Dacheinsturzaktionen ihrer schwangeren damaligen Freundin noch ausführlicher… tat Statik und Stabilität seines Hauses als pingelige Kleinigkeiten ab, wenn die werdende Mutter seines Kindes unglücklich ist, für die sie selbst sogar ein paar Blumen opfern würde… nämlich falls das Dach des Hauptmannshauses schließlich den Hang hinunter rutscht und auf ihren Beeten landen sollte.
 
Der Übergang meiner Herrin zu ernsthaften Verkuppelungsversuchen zwischen den Herrschaften in Jorts war dann irgendwie fließend... sich selbst nahm sie zu meinem Leidwesen natürlich davon aus. Mir wurde erneut klar, dass ich leider keine Gefährtenschaft mehr bei meiner Herrin erleben werde… egal wie sehr ich mir manchmal einen Herrn wünsche. Vermutlich waren alle anwesenden Herren ohne Gefährtin ziemlich erleichtert darüber, als sie sich schließlich zurück zog und sich vollkommen einig darüber, wie gut sie es ohne eine Gefährtin haben. Während ich meiner Herrin wie immer hinterher hastete, hörte ich noch den Ratschlag des Hauptmanns an den Lederarbeiter: „Val, unterschreib bloß nichts, wenn du was getrunken hast!“