Freitag, 23. August 2013

Schreckliche Ereignisse

Die Gerüchteküche um die schrecklichen Ereignisse in Turmus und ihre Konsequenzen waren natürlich das Tagesgespräch in Jorts und lockten nach und nach immer mehr Bürger zum gleichzeitigen Pflasterplatttreten auf den Marktplatz. Niemand hatte ernsthafte Ambitionen es sich auf der Terrasse gemütlich zu machen. Dennoch waren die Krieger einem Steh-Kalana, Steh-Paga und Steh-Ale nicht abgeneigt, sodass ich mich ein wenig nützlich machen durfte.

Irgendwann fiel dem Hauptmann auf, dass der Lederarbeiter fehlte, obwohl gar kein Waffentraining war, denn davor drückt sich dieser Herr meistens. Einige Bewohner wussten jedoch Näheres, nämlich dass der Sattler auf Anweisung einer Heilerin vorerst das Haus hüten muss. Er war durch das Schwert des Kriegerbauern bei einer Auseinandersetzung anscheinend ziemlich schwer verletzt worden. Herauszubekommen was die Ursache für diesen äußerst ungewöhnlichen Vorfall gewesen war, erforderte ziemlich hartnäckiges Nachbohren des Hauptmanns, war jedoch nicht wirklich von Erfolg gekrönt, da sein Untergebener nicht so richtig damit herausrücken wollte und wie ein Gianni um den heißen Brei herum schlich.
Was die anderen Bürger dachten erschloss sich mir leider auch nicht. Ich zumindest war ziemlich irritiert darüber, dass zwei Bewohner von Jorts eine so heftige und vor allem so ungleiche Auseinandersetzung mit dem Schwert hatten, denn ein niedrigkastiger Handwerker wie der Lederarbeiter, der sein Schwert eigentlich nur im Notfall zur Verteidigung einsetzt, kann einem geübten Krieger doch nicht das Wasser reichen! Irgendwie konnte ich nicht nachvollziehen, dass der Kriegerbauer diesen ungleichen Kampf gewollt hatte… aber ich bin ja auch nur eine Kajira. Es muss wohl um etwas überaus Kostbares gegangen sein, also nicht nur um eine unbezahlte Milchrechnung, denn der Kriegerbauer teilte dem Hauptmann mit, dass er den Lederarbeiter eigentlich sogar hatte töten wollen, für ihn die Sache nun aber erledigt sei.

Seine Ankündigung, dass er zukünftig keine Gnade mehr walten lassen wird, sondern nächstes Mal seinen Kontrahenten tötet, ließ mir eiskalte Schauer den Rücken herunter laufen. Wie gut, dass meine Herrin sich dann der Sache annahm und dem Schwerverletzten einen Besuch abstattete. Sanftmütig und mit reichlich Einfühlungsvermögen meinte sie, diese Aufgabe wäre genau das Richtige für sie. Ich fand ja, der jortssche Händler formulierte sehr treffend, dass es bei meiner Herrin sich wohl vor allem um Einlaufvermögen handelt, denn ich kenne ja zur Genüge ihre Vorliebe, mit Einläufen fast alles zu kurieren, verkniff mir aber dazu etwas zu sagen.
Ohje, dem Lederarbeiter ging es wirklich schlecht. Er hatte einen Schwerthieb quer über die Brust abbekommen und konnte sich vor Schmerzen kaum bewegen… hatte nicht gegessen und getrunken und die riesige Blutlache auf dem Fußboden war auch noch nicht weggewischt worden, weil Elena immer noch auf den Feldern ist. Wie gut, dass ich mich nun um ihn kümmern darf… meine Herrin ist mit ihrem Besitz ja immer sehr großzügig und dies bei allen Diensten, die ein Freier von mir wünscht. Während ich den Boden schrubbte erfuhr ich, dass es genau um so etwas gegangen war bei dem Streit, nämlich den Dienst in den Fellen.
Nun gut, ich glaube es ist besser, wenn ich mir weitere Kommentare dazu lieber verkneife, da ich eine solche Überreaktion wegen einer Sklavin nicht verstehe und auch nicht weiß, warum das Mädchen dem Lederarbeiter nicht gesagt hat, dass ihr Herr es nicht wünscht, dass sie anderen Männern in den Fellen dient… aber ich bin ja auch eine Trockenkajira und hoffe, dass der Sattler Einwohner von Jorts bleibt und nicht zurück zu seinem Heimstein nach Rive-de-Bois geht!^^

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