Freitag, 20. September 2013

Verliehen

Irgendwie fiel es mir an diesem Abend besonders schwer, darum zu bitten, mich zurückziehen zu dürfen. Es war diesmal aber nur so schwer, weil sich einer der Krieger nicht gänzlich unabgeneigt mir gegenüber gezeigt hatte. Aber das kenn ich ja schon... letztendlich nutzen alle Herren doch lieber ihr Eigentum. Nein, ich war irgendwie sowieso komisch drauf, da ich meine  Herrin seit Tagen nicht mehr gesehen hatte, weil sie mal wieder für ihre Kaste unterwegs war und ich sie wohl auch erst frühestens in zwei Hand wiedersehen werde. Als Kajira so oft auf sich alleine gestellt zu sein, ist eben nicht immer leicht... aber eigentlich auch kein Problem für mich, seitdem meine Herrin in Jorts wohnt.

Nun galt es jedenfalls alles für die geplante Reise zu packen, auf die ich den Lederarbeiter begleiten durfte. Meine Herrin hatte mich nämlich wieder einmal ausgeliehen, damit der Herr Sattler sein Gepäck nicht selbst tragen muss, was für mich selbstverständlich eine wirklich große Ehre ist, denn irgendwie mag ich diesen Herrn doch sehr! Außerdem ist es bestimmt nicht verkehrt, wenn sich Jorts mal für zwei Hand von mir erholen kann. Kein Wunder also, dass ich recht früh schlafen ging, um am nächsten Morgen fit zu sein und zum verabredeten Zeitpunkt beim Lederarbeiter zu erscheinen.

Brrr, wenn ich vorher gewusst hätte, wie trostlos die menschenleere Stadt (Dorf darf ich ja nicht mehr sagen) so am frühen Morgen im leichten Nieselregen sein würde, hätte ich versucht, dem Herrn eine etwas spätere Abreise nahezulegen. Nun blieb mir jedoch nichts anderes übrig, als mich an die Verabredung zu halten, denn das Schiff würde nicht länger warten.

Mittwoch, 18. September 2013

Blessuren

oder… eine Kajira gibt selbstverständlich immer ihr Bestes, um Männer zu erfreuen!
 
Identifizierung überflüssig, der üppige rote Bart des Brauereikriegers war seit dem Vortag nicht länger geworden, sodass der Krieger sogar vom Hauptmann wiedererkannt worden war. Ich bekam leider nicht heraus, warum der Rarius so schnell zurück war, wo er doch eigentlich in den Norden hatte reisen wollen. Vielleicht waren ihm unterwegs von einem Händler sämtliche Fässer zu einem guten Preis abgekauft worden, sodass er die geplante weite Reise abbrechen konnte? Jedenfalls war er wohlbehalten zurück in Jorts und anscheinend so voller Tatendrank, dass die beiden Männer sich zu einem außerplanmäßigen Training entschlossen.
 
Offensichtlich war ich wohl genau zum richtigen Zeitpunkt aufgetaucht war, denn der Hauptmann befahl mir sogleich „Dina du kommst mit… entweder zum Pfeile aufsammeln oder zum Baden und rasieren oder als Opfer“. Zusätzlich verkündete er mir, dass es selbstverständlich eine Auszeichnung für mich ist, dabei zusehen zu dürfen, wenn er den Brauereikrieger verhaut bzw. andernfalls ihn vom Boden aufzukratzen. Mir kam natürlich sofort der Gedanke, dass das Hauen und Prügeln nun doch Sitte wird, doch der Hauptmann beruhigte mich, es sei nur zu Übungszwecken und nicht um sich gegenseitig weh zu tun. Da ich die beiden Herren ganz gerne mag, begann ich also für jeden je einen Daumen zu drücken, in der Hoffnung, dass dies gegen blaue Flecke und andere Blessuren vielleicht etwas hilft.
 
Ich begann zu zählen wie oft jeder Krieger den anderen zu Fall brachte und verkündete die Zwischenstände ab und an lauthals. Der Hauptmann ging recht schnell in Führung, doch kaum hatte ich den Punktestand über die Wiese gebrüllt, wurde er anscheinend nervös, während der Brauereikrieger offensichtlich angespornt wurde, sich etwas mehr ins Zeug zu legen. Es ging hin und her mit den Treffern…eigentlich waren sie beide gleich gut fand ich, nur der Hauptmann wurde plötzlich übermütig und klatschte mir breit grinsend mit der flachen Schwertklinge auf den Po. Wahh… das brannte echt höllisch! Vermutlich leuchtete quer über meinem Hinterteil ein roter Abdruck des Hauptmannsschwertes… wirklich eine Ehre für mich, wenn diese Blessur nur nicht so wehgetan hätte!
 
Immerhin bekam der Hauptmann umgehend die Quittung für seinen Übermut. Den kurzen Moment der Aufmerksamkeit seines Gegners auf mir, nutzte der Brauereikrieger nämlich für einen schnellen Angriff, schickte den Hauptmann mit geschickt geführter Klinge ins Gras und ging mit diesem Treffer in Führung. Der Hauptmann wollte natürlich sofort wieder wissen wie es denn nun steht und meinte dann, dass ihm mein Zählen Unglück gebracht hat. Pah… das glaube ich nun eigentlich nicht, vor allem muss ich dazu sagen, dass ich zwar die Zwischenergebnisse genannt habe, aber dazu nie, welcher der Herren in Führung war. Eigentlich waren die beiden nämlich fast gleich gut, mal der eine in Führung mal der andere, allerdings bekam der Hauptmann kurz vor Schluss dann die Idee, dass der Sieger die Zeche für den anschließenden Umtrunk in der Herberge zahlen muss und verlor danach das Schwerttraining erstaunlicherweise ganz schnell mit 8:12, falls ich richtig gezählt habe.
 
Eigentlich nahm ich an, dass nun der feuchtfröhliche Teil beginnen würde, doch damit lag ich daneben. Die beiden erinnerten sich an das Kajiraehaschen auf dem Se‘Kara Markt und wollten jetzt noch dringend ihre Defizite im Fangen einer Sklavin aufholen. Letztendlich entschieden sie sich tatsächlich dafür, mir die Ehre zu geben und begannen mit Übungspfeilen auf mich zu schießen, während ich mir alle Mühe gab im Zick Zack hin und her zu flitzen, um möglichst nicht getroffen zu werden. Eine wirklich schweißtreibende Angelegenheit, die nicht ganz ohne die eine oder andere leichte Blessur blieb, bis ich schließlich nach Luft japsend aufgeben musste. Aber ich wurde von Darks Herrn, der inzwischen hinzugekommen war, tatsächlich gelobt. Er meinte nämlich „Na endlich, für zwei Rarii gegen eine einzelne Kajira hat das ja ewig gedauert!“
 
Die Erörterungen der Männer ob ich nicht nur flink auf der Wiese bin, sondern auch in den Fellen, vor allem ob es dort überhaupt angebracht ist, flink zu sein… was in meinen Augen unbedingt von dem Herrn abhängig gemacht werden muss und vor allem seinem Alter… wurde unterbrochen, als Katy auftauchte. Damit hatten die Männer ein weiteres Opfer für ihre Übungspfeile gefunden… wir durften nun gemeinschaftlich im Zick Zack rennen. Der Gewinner sollte sich dann eine Sklavin aussuchen, die ihm zu Diensten sein würde. Immerhin habe ich es sogar etwas länger als Katy geschafft, nicht zu Boden zu gehen. Doch schließlich ging auch mir die Puste aus. Ich lag platt auf der Wiese und sah komischerweise Sterne, obwohl es gar nicht dunkel war. Meine Lebensgeister kamen allerdings mit einer kalten Eimerdusche schlagartig zurück. Nun warte ich natürlich darauf, mich gelegentlich bei Katy für diese selbstlose Wiederbelebung zu revanchieren. Ich weiß ja schließlich was sich gehört!
 
„Ah, nun sind ja beide Kajirae wieder unter uns!“ und „Haha, erstaunlich wie schnell man nach einer solchen Dusche aufsteht… nass liegen ihre Sachen noch enger an als vorher!“, war das Erste was ich hörte, als ich nach dem kalten Wasserschwall wie der Blitz auf meine Füße sprang. Natürlich bot ich bei der Begeisterung der Herren für diese Wiederbelebungsmethode sofort an, zukünftig beim Waffentraining gerne einen Wassereimer bereit zu halten. Doch Darks Herr meinte nur, dass der Hauptmann nach einer solchen Dusche nicht halb so gut aussieht wie ich, bevor seine Wahl als Sieger dieser Trainingsrunde dann auf mich fiel, was natürlich wieder eine riesengroße Ehre für mich war. Wobei mir natürlich klar war, es ging ihm dabei nur darum, dem Hauptmann in erster Linie seine Katy zu lassen und damit für gute Hauptmannslaune zu sorgen! Ich fand seine Wahl jedenfalls sehr weise und es wurde ein sehr schöner Abend auf der Terrasse… ohne weitere Blessuren! ;-)
 
 

Dienstag, 17. September 2013

Begrüßungsprügel

scheinen wohl neuerdings in Mode zu kommen? Nein, eigentlich nur die letzten beiden Tage und selbstverständlich auch nicht unter den jortsschen Kriegern. Ich bin mir sehr sicher, dass diese eigenartige Form der Begrüßung keine Sitte bleibt, nachdem der Landstreicher weiter gezogen ist. Vermutlich war ihm die Auswahl an prügelnden Männern in Jorts Fähre zu gering oder ein kräftiger Kinnschieber vom kasratischen Hauptmann a.D. doch zu schmerzhaft? Außerdem ist ihm hier auch keine Frau ohne Zunge begegnet, für die er sogar den doppelten Preis bezahlt hätte oder sagte er ohne Gehirn? Egal, es gab offensichtlich niemanden in Jorts, wegen dem oder der dieser heruntergekommene Söldner ein Verweilen länger in Betracht zog. Da man Reisende ja bekanntlich nicht aufhalten soll, unternahm auch keiner der Bürger irgendwelche Anstrengungen ausgerechnet einen Landstreicherkrieger aufzuhalten.
 
 
Ebenfalls schon wieder abreisebereit war leider der Brauereibesitzer, allerdings nicht auf der Suche nach Prügeln oder stummen Frauen. Nein, er war wohl gerade erst von einer Getränkeauslieferung zurück gekommen und wollte nun eine Ladung Fässer in den Norden bringen. Der Verkauf seiner Brauereierzeugnisse floriert offensichtlich weiterhin sehr gut. Sein Anblick trieb mir allerdings leicht den Schweiß aus den Poren, denn ich fragte mich, wie er es bei dem schönen milden Wetter in Jorts in seinen dicken Klamotten aushielt. Im hohen Norden mag warme Kleidung durchaus angebracht sein, aber zu Hause? Nun gut, Freie sind teilweise wohl ziemliche Frostködel, denn meine Herrin trägt ja auch ständig diese ganzen Kleiderschichten und am Liebsten zusätzlich sogar noch einen Umhang, badet entweder gar nicht oder dann in wohltemperiertem Wasser, während ich so gut wie nackt und barfuß herumlaufe, im Vosk bade und trotzdem nie friere. Aber ich bin ja auch nur eine einfache Kajira.
 
Nur zu gerne kam ich übrigens dem Befehl des Hauptmanns nach, mir den Brauereikrieger noch einmal genau anzuschauen. Der Hauptmann hatte offensichtlich Befürchtungen, dass wir den Herrn gar nicht mehr wiedererkennen, wenn er nach dieser möglicherweise sehr langen Reise zurückkommt. Ich stellte mich dafür natürlich direkt vor ihn, damit mir möglichst kein Detail entgehen würde und begann mit meiner genauen Musterung von unten beginnend… wanderte mit meinen Augen zuerst zu seinen Füßen, die in dicken Stiefeln steckten, danach langsam höher über seine muskulösen Männerbeine, die leider in Hosen steckten, sodass meine sonst üblichen Fantasien irgendwie blockiert waren, auch wenn ich versuchte, den Stoff in seinem Schritt mit meinen Blicken zu durchbohren, was mir natürlich nicht gelang. Na gut, die darunter befindlichen Details interessierten den Hauptmann hinsichtlich des Wiedererkennens wohl eh nicht so sehr, denn ich sollte mir ja sein Gesicht merken.
 
Als meine Blicke langsam höher wanderten und den breiten Oberkörper des gut gebauten Herrn erreicht hatten, der übrigens zusätzlich zu einem dicken Oberteil auch noch in einen dunklen Umgang gehüllt war, bekam ich aufgrund meiner Körpergröße leider schon fast Genickstarre, sodass ich in Ermangelung einer Kiste, auf die ich hätte klettern können, den Herrn nun bat, sich zu mir herunter zu beugen, damit ich mir sein Gesicht, seine blauen Augen, die schönen roten Haare und den wilden Bart genau einprägen konnte. Er runzelte zwar erst einmal leicht die Stirn, kam meiner Bitte dann aber schmunzelnd tatsächlich nach. Komisch, ich glaube, den Bart hatte er sonst nicht und die darin eingeflochtenen Ringe logischerweise auch nicht. Alles in allem, war es mir jedenfalls eine große Ehre, mir diesen äußerst interessanten, gut aussehenden Mann genau einprägen zu dürfen, den ich bestimmt wiedererkennen werde. Hauptsache er kommt gesund zurück!
 
Kaum war der Brauereikrieger in Richtung seines Fasslagers abmarschiert, um alles für die geplanten Auslieferungen klar zu machen, tauchte meine Herrin auf. Sie war endlich zurück von ihrem Landsitz und gelüstete sogleich nach einem Sitzkissen auf der Terrasse, ihrer Milch und vor allem nach Neuigkeiten darüber, was sich in Jorts während ihrer Abwesenheit alles ereignet hatte. Die Milch war wie immer schnell gemacht ohne überzukochen, erhielt von mir allerdings vorsorglich einen dritten Löffel Honig zur Nervenstärkung. Diese Vorsorge war wohl auch ganz gut, denn so berührten meine Herrin meine vermutlich mal wieder etwas wirren Erzählungen über ihren neuen Nachbarn, die Schwert- und Faustprügeleien unter den Männern und was sich sonst noch so alles ereignet hatte nicht wirklich. Außerdem vermutete ich, sie war mit ihren Gedanken bereits bei der heute anstehenden Kastenreise, auf die sie mich leider mal wieder nicht mitnimmt.
 
Besonders neugierig war sie natürlich auf das Geschenk des Lederarbeiters, dass sie bei ihrer Rückkehr überhaupt nicht bemerkt hatte, obwohl es ganz offen auf dem kleinen Schrank neben der Haustür lag. Naja, sie war wohl wegen ihrer Milch in Eile gewesen. Der Herr Sattler wollte sich nämlich mit einem Ledergürtel dafür erkenntlich zeigen, dass meine Herrin mich und meine Dienste schon mehrfach an ihn verliehen hatte. Ich gestehe, ein wenig war es mir ein innerer Genuss, sie nach dieser Information vor Neugier fast platzen zu sehen, auch wenn sie dies natürlich nie zugeben würde. Ich war jedenfalls eindeutig im Vorteil, weil ich den Gürtel ja am Vortag aus der Werkstatt des Lederarbeiters abholen und nach Hause bringen durfte, ihn also bereits kannte.
 
Mist, ausgerechnet als sich die Gespräche dann um die Sklavenauktion auf dem Se’Kara Markt drehten und von Katy verlangt wurde, sich mit Shani zu vergleichen, zog es meine Herrin nach Hause zu ihrem Geschenk. Aber egal, ich weiß, dass beide Kajirae ihre Stärken aber auch ihre Schwächen haben und mag sie einfach so wie sie sind.

Montag, 16. September 2013

Ruheständler

Als ich an diesem Tage auf dem Marktplatz eintraf, bekam ich gerade noch mit, dass der Händler im Begriff war wegen eines Handelsabkommens nach Enkara zu reisen und dass der Hauptmann für diese Reise einen der Krieger zu seinem Schutz abkommandierte. Nachdem die kleine Gruppe dann recht schnell Richtung Hafen verschwunden war, fragte mich der Hauptmann plötzlich, ob meine Herrin überhaupt schon mitbekommen habe, wer seit kurzem ihr neuer Nachbar ist. Huch, ein neuer Nachbar? Klar hatte sie das noch nicht mitbekommen… ich übrigens auch nicht. Aber wie hätte sie das auch bemerken können, sie weilt doch am Handende immer auf ihrem Landsitz!
 
Natürlich war ich ziemlich erstaunt nun zu erfahren, dass dieser neue Nachbar meiner Herrin der Hauptmann a.D. aus Kasra ist und erkundigte mich natürlich sofort erstaunt, warum denn der Kriegerbauer seinen Hof aufgegeben hatte. So wirklich vorstellen konnte ich mir ehrlich gesagt nicht, dass der Krieger vom Hof weggezogen sein sollte und auch nicht, dass der Hauptmann a.D. nun als Ruheständler in Jorts in die Landwirtschaft und Viehzucht einsteigen will, nachdem er sämtliche Ämter seines Heimsteins niedergelegt hat. Aber wer weiß, meine Herrin genießt es ja auch, als Blumenzüchterin ihrem Hobby zu frönen, nach ihrem Rückzug aus dem Sklavenhandel.
 
Tja, so kann es kommen, wenn ein jortsscher Hauptmann sich total unpräzise ausdrückt. Der Kriegerbauer war nämlich immer noch der Nachbar meiner Herrin auf dem Hof nebenan und kümmerte sich zusätzlich zu seinem Dienst für die rote Kaste weiterhin um die Landwirtschaft und die Viehzucht in Jorts. Meine Herrin hatte nämlich einen neuen Nachbarn zur anderen Seite bekommen, eben den besagten Hauptmann a.D., der sich nun wegen seines a.D. anscheinend seinem Hobby widmen will, allerdings weder der Landwirtschaft noch der Viehzucht, sondern er hat es mit Vögeln… also der gefiederten Art. Mit irgendwas muss sich ein Ruheständler ja beschäftigen, wenn sein Schwert dank einer Gefährtin stets gut geölt ist.
 
 
Um welche Spezies es sich bei den Gefiederten jedoch handelt, habe ich nicht so ganz verstanden, da ich von diesen zuvor noch nie etwas gehört hatte und mir den komischen Namen auch nicht merken konnte. Einer von den gefiederten Freunden war anscheinend sogar mal Eigentum des Hauptmanns von Jorts. Inzwischen sollen nun wohl drei weitere dazu gekommen sein, da ein Vogel alleine von Natur aus ja nun mal nicht ausreicht für eine Zucht. Wie viele Pieper es aber insgesamt werden sollen, wusste weder unser Hauptmann noch seine Gefährtin… nur dass sie den jortsschen Kriegern zukünftig wohl als lebende Zielobjekte für Bogenschießübungen dienen sollen.
 
Ehrlich gesagt bin ich jetzt gespannt, wann sich der erste Vogelschutzverein gründet, um das Vogelsterben zu verhindern, denn aus eigener Erfahrung weiß ich ja, wie gut die Krieger von Jorts mit dem Bogen umgehen und vor allem treffen können. Wer aus Pfeilen quer über die Wiese einen Zaun um mich schießen kann, trifft bestimmt auch einen Piepmatz. Na gut, ich war mangels Flügeln ein einfacheres Ziel, denn ich habe still am Boden gehockt und bin nicht durch die Luft geflattert. Selbstverständlich habe ich aus Selbstschutzgründen hierzu jedoch tunlichst meine Klappe gehalten, damit niemand auf die Idee kommt, anstelle von Vögeln könnten auch Kajirae herhalten. Hauptsache die Federviecher machen sich nicht über die Blumen meiner Herrin her, weil sich die wunderschönen bunten Blüten als Vogeldelikatessen entpuppen.
 
Ich gestehe, als kurz darauf der neue Nachbar meiner Herrin am Marktplatz mit seiner Gefährtin auftauchte, ging ich leicht hinter unserem Hauptmann in Deckung, denn ich habe noch sehr gut in Erinnerung, wie der Kasrate mir vor noch nicht allzu langer Zeit vollkommen unbegründet, dafür aber umso breiter grinsend eröffnet hatte, mich in eine Kiste verfrachten zu wollen, damit ich in irgendwelchen Pagakaschemmen diene. Für mich brach fast meine Gorwelt zusammen, denn diesen Herrn hatte ich eigentlich mal sehr gemocht! Wobei das Allerschlimmste übrigens seine Ankündigung war, mir vorher noch die Haare zu scheren.
 
Zum Glück konnte ich damals jedoch schnell Reißaus nehmen, weil unser Brauereikrieger gerade meine Dienste benötigte. Bei meiner Rückkehr eröffnete mir der Hauptmann a.D. jedoch sofort, dass seine Drohungen nur Spaß gewesen waren. Nicht weiter verwunderlich also, dass ich mich nun auf den Fingerzeig dieses Kriegers nicht gerade übereifrig vor ihm hinkniete. Mit riesengroßer Erleichterung bekam ich jedoch zu hören, dass er erneut richtig stellte, dass die Kistenverfrachtung wirklich nur ein Spaß gewesen war und ich keine Angst vor ihm zu haben brauche. Uff, ich glaube man konnte tatsächlich hören, welch ein riesiger Stein mir nun erneut vom Herzen fiel.
 
 
Leider war es mir jedoch nicht lange vergönnt die Nähe des Rarius aus Kasra zu genießen, weil plötzlich ein ziemlich zerlumpt aussehender Landstreicher auftauchte und ohne lange Vorrede mit grimmigem Gesicht sein Schwert gegen den kasratischen Hauptmann a.D. zog, sodass ich mich schnell weit hinter unserem Hauptmann in Sicherheit brachte. Merkwürdigerweise erkannte die Hauptmannsgefährtin aus Kasra die Gefahr jedoch nicht. Der heruntergekommene Fremde schien wegen Turmus, Cos, Ar und ich weiß nicht wegen was noch alles eine ziemliche Wut auf den Hauptmann a.D. zu haben, der es jedoch irgendwie schaffte, sämtliche Beleidigungen von sich abprallen zu lassen und mit einer Mischung aus geschickt geführtem Schwert und Diplomatie den Landstreicher soweit umzustimmen, dass letztendlich beide ihre Schwerter wieder wegsteckten.
 
Trotzdem blieb die Stimmung auf der Terrasse äußerst angespannt… so sehr sogar, dass sich der Lederarbeiter nachträglich noch sein Schwert holte und das soll wirklich was heißen. Falls dieser beleidigende Fremde nicht einen Doppelgänger hat, bin ich mir übrigens sehr sicher, ihn schon am früheren Heimstein meiner Herrin gesehen zu haben… meistens allerdings zusammen mit einem ebenso unangenehmen Kumpanen. Mal sehen, wann dieser zum Landstreicher heruntergekommene Söldner seine nächsten Beleidigungen loslässt und ob vor allem der jortssche Hauptmann weiterhin so ruhig bleibt.
 
 

Freitag, 13. September 2013

Rückkehr nach Hause

Der große Se’Kara Markt am Sardar war zu Ende. Während die vielen Händler ihre Stände abbauten und die Waren auf ihren Wagen für die Heimreise verstauten, nutzte ich die Gelegenheit um noch ein letztes Mal über den Markt zu schlendern. Besonders die Rutsche hatte es mir ja angetan. Doch es nützte nichts, der Abschied von diesem tollen Festgelände nahte unwiderruflich. Die Kleiderkisten meiner Herrin waren längst gepackt und wurden von den Lastenträgern bereits Richtung Jorts geschafft. Nur meine Herrin war noch mit irgendwas beschäftigt, sodass ich mir schließlich noch eine kleine Pause auf dem weichen Heuhaufen gönnte, von dem ich einen guten Blick zum jortsschen Zelt hatte, sodass ich mitbekommen würde, wenn meine Herrin denn endlich abreisebereit war.
 
Ich glaube, sie sah diesen Heuhaufen bei unserer Abreise zum ersten Mal, machte mir aber keinen Vorwurf wegen meines bequemen Sitzplatzes, sondern schmunzelte nur darüber und wies mich dann an, meinen Rucksack zu schultern. Einige Bürger aus Jorts waren in Begleitung einiger Krieger zwar schon abgereist, aber etliche hatten sich nun um den Hauptmann versammelt, der uns gemeinsam mit dem Kriegerbauern sicher und ohne weitere Zwischenfälle nach Hause geleitete, abgesehen von einigen müden Füßen.
 
 
Nach so vielen Tagen in der Fremde, war die Rückkehr nach Jorts für mich wie immer etwas ganz besonderes. Es war einfach ein schönes Gefühl, wieder zu Hause zu sein. Ich vermute, allen Mitreisenden ging es ähnlich, denn unsere kleine Reisegruppe verstreute sich recht schnell, weil jeder erst einmal nachsehen wollte, ob zu Hause wirklich alles in Ordnung ist… so auch meine Herrin, die sich darüber wunderte, wie groß ihre Blumen inzwischen geworden waren, allerdings leider auch das Unkraut. Ganz besonders neugierig waren wir natürlich darauf, wie es unserem kleinen Rosenableger inzwischen ergangen war.
 
Ich wagte jedoch nicht, in den Becher hinein zu sehen. Oben herum kam mir der kleine Trieb zwar recht kräftig vor, aber wie sah es mit seinen Wurzeln aus? Als meine Herrin mir dann befahl, ihn aus dem Becher zu nehmen, damit wir sehen können, wie es um ihn bestellt ist, schloss ich vorsichtshalber lieber meine Augen und streckte das zarte Gewächs meiner Herrin einfach hin… sie ist schließlich die Blumenzüchterin. Den Anblick von mulschigen Wurzeln wollte ich mir wirklich nicht antun und hielt in Erwartung ihres Kommentars mit klopfendem Herzen dann wahrscheinlich sogar die Luft an.
 
 
Nach den Worten meiner Herrin „so schlecht sieht der gar nicht aus, wir sollten ihn einpflanzen“, atmete ich erleichtert aus und öffnete natürlich auch sofort meine Augen wieder. Sie hatte tatsächlich Recht, die Wurzeln hatten sich während unserer Abwesenheit ganz gut entwickelt. Eilig holte ich einen passenden kleinen Blumentopf, in den ich den kleinen Trieb zusammen mit guter Komposterde einpflanzte. Meine Herrin hatte sich inzwischen ein geschütztes Plätzchen an der Hausecke ausgesucht und wies mich an, den Topf dort etwas einzugraben. Mal sehen, wie es der kleinen Rose an diesem geschützten Ort gefällt. Zumindest droht ihr dort wohl keine Gefahr, von einem Boskkuhhintern platt gesessen zu werden!
 
Natürlich war zum Abschluss des Tages dann noch eine Schale heiße Honigmilch auf der Herbergsterrasse angesagt, die ich meiner Herrin selbstverständlich erst bereitete, nachdem ich meine erdverschmierten Finger gewaschen hatte. Ich wurde von dem Hauptmann sogar gelobt für meine Reinlichkeit, nachdem er anscheinend beobachtet hatte, dass ich mir noch einen kleinen Rest Erde unter dem Fingernagel herauspuhlte. Allerdings hatte er mich im Gegensatz zu meiner Herrin offensichtlich noch gar nicht richtig angeschaut. Sie wies ihn nämlich darauf hin, dass meine Sauberkeit mein Gesicht noch nicht erreicht hatte.
 
Ohje, erschrocken wischte ich mir sofort mit der sauberen Handfläche über mein Gesicht und war mittelprächtig geschockt, wie meine Hand danach aussah. So wie meine Herrin schmunzelte, hatte sie offensichtlich nicht erst jetzt bemerkt, dass ich wie ein Kleinkind aussah, dass im Sand gespielt hat. Menno, hätte sie mir das nicht auch etwas eher sagen können? Peinlich berührt sauste ich selbstverständlich wie der Blitz zur Hintertür hinaus, um an der Pumpe schnell die Erdspuren aus meinem Gesicht zu entfernen.

Donnerstag, 12. September 2013

Thalarionrennen

Der letzte Tag des großen Se’Kara Marktes am Sardar Gebirge war angebrochen. Auch an diesem Tag ließ ich meine Blicke wieder neugierig über das große Festgelände und die vielen Menschen schweifen, denn ich hatte immer noch nicht die Hoffnung aufgegeben, vielleicht einen ganz bestimmten Herrn zu entdecken. Doch diese Freude sollte mir leider wieder nicht vergönnt sein. Zum Glück lenkte mich ein Ausrufer mit der Ankündigung des großen Thalarionrennens zum Abschluss des Marktes ziemlich schnell von meinen leicht trübsinnigen Gedanken ab, denn an diesem Rennen durften auch freie Frauen und Kajirae teilnehmen.
 
Sogar der Lederarbeiter hat sich getraut!
Allerdings war ich mir nicht sicher, ob ich mich trauen würde, mich auf eines dieser Viecher zu setzen und vor allem wusste ich nicht, wie ich überhaupt in den Sattel gelangen sollte… von der Steuerung des Tiers mal ganz abgesehen. Meine Herrin schien ähnliche Überlegungen anzustellen, entschloss sich jedoch spontan zu einem Proberitt und befahl mir, ihr beim Aufsteigen behilflich zu sein. Erstaunlicherweise hielt das Thalarion sogar still während ich meine Hände zu einer Art Steigbügel faltete, damit meine Herrin dort hineinsteigen konnte, um sich mit elegantem Schwung und wehenden Röcken in den Sattel zu schwingen.
 
Tja, sollte ich vielleicht auch? Ein wenig Vertrauen in die Reitthalarions hatte ich ja inzwischen gewonnen, weil mich der belnender Hauptmann zur Versorgung der Tiere verdonnert hatte und dabei festgestellt, dass sie gar nicht so gefährlich waren, wie sie mit ihren spitzen Zähnen aussahen. Immer noch leicht mit mir hadernd, machte ich meinen Proberitt dann letztendlich davon abhängig, ob es mir gelingen würde, das Tier überhaupt an die Arenamauer zu bugsieren, die ich mangels Kajira als Aufstiegshilfe benutzen wollte. Erstaunlicherweise klappte das sogar einigermaßen und ich saß plötzlich im Sattel eines Thalarions.
 
Leider hatte das bockige Viech jedoch seinen eigenen Kopf und wollte irgendwie nicht so wie ich. Immerhin gelang es mir dann aber doch, es zum Laufen zu bewegen, indem ich ihm kräftig meine Hacken in die Flanken drückte und gleichzeitig ordentlich an den Zügeln zog. Trotzdem wurde es absolut keine Glanzleistung von mir, denn ich konnte das störrische Tier lediglich dazu bewegen, einen gemächlichen Trott im Zickzack hinzulegen. Das Thalarion war wirklich ein sehr eigenwilliges Exemplar seiner Spezies, hatte offensichtlich überhaupt keine Lust zum Rennen und blieb zwischendurch immer wieder stehen, schupperte sich an der hohen Mauer und versuchte mich dadurch loszuwerden oder startete sogar seinen Rückwärtsgang.
 
Puh, ich war wirklich mutig, denn ich meldete tatsächlich als Teilnehmerin an… Dabeisein ist nun mal alles und außerdem muss ja auch jemand verlieren. Ich kenne meine Stärken, aber auch meine Schwächen und habe überhaupt kein Problem damit, absolut keine Superkajira zu sein, die alles kann. Da mir nach dieser Proberunde also bereits ein beruhigender letzter Platz unter den zahlreichen Teilnehmern sicher war, war ich total relaxed und vor allem erleichtert, wegen des KO-Prinzips nur ein einziges Mal an den Start zu müssen. Und richtig toll fand ich natürlich, dass ich in der Auslosung meine Herrin als Gegnerin bekam.
 
Erstaunlicherweise klappte es mit dem Aufsteigen beim zweiten Mal dann schon etwas besser, nur erwischte ich leider wieder das Zickzack-Thalarion. Immerhin gelang es mir jedoch, das Viech fünf unendlich lange Runden überwiegend im Vorwärtsgang zu reiten und dabei trotz etlichen Reibereien mit den Mauern sogar die ganze Zeit im Sattel und dabei auch noch unverletzt zu bleiben. Eigentlich war ich auch ein kleines bisschen stolz auf mich, da ich mich im Gegensatz zu vielen anderen Kajirae getraut hatte, auch wenn die Erleichterung, endlich wieder festen Boden unter meinen nackten Füßen zu spüren, wirklich überwog.
 
Meine Herrin war jedenfalls etliche Runden schneller als ich gewesen und freute sich damit eine Runde weiter zu sein, während ich natürlich besonders stolz auf sie war, aber vor Erleichterung nicht noch einmal antreten zu müssen fast platzte. Reitqualitäten besitze ich jedenfalls wirklich keine… zumindest keine auf einem bockigen Zickzack-Thalarion. Sieger des Rennens wurde erstaunlicherweise schon wieder der Händler aus Enkara, der am Vortag bereits das Tarnrennen gewonnen hatte. Dieser Händler scheint tatsächlich ein Naturtalent zu sein und hat offensichtlich eine sehr gute Hand für Tiere.
 
Dem Zweitplatzierten passierte beim Start des entscheidenden Rennens das Pech, dass sein leicht störrisches Tier nicht so schnell beschleunigte wie das Thalarion seines Gegners. Im Laufe der Rennen hatte sich nämlich gezeigt, wer beim Start die Nase vorne hatte wurde eigentlich auch Sieger bei den Zweikämpfen. Der Zweite war optisch übrigens ein ziemlicher Kontrast zu dem kostbar gekleideten Händler, nämlich eher ungepflegt mit wildem Bartwuchs, kam mir jedoch komischerweise vage bekannt vor, nur wusste ich ihn einfach nicht einzuordnen. Ich hatte zwar während den Ausscheidungsrennen genügend Zeit gehabt, um ausgiebig darüber zu grübeln, nur konnte ich mich nicht erinnern, jemals zuvor einem so nach Fisch und ich weiß nicht nach was noch alles stinkenden Herrn begegnet zu sein. Mal sehen, vielleicht kommt mir die Erkenntnis ja noch?
 
Siegerehrung
Richtig spannend wurde es für Dark und mich dann ganz besonders bei der Entscheidung über den dritten Platz des Tahalrionrennens, denn hierfür traten meine Herrin und Darks Herr gegeneinander an. Wir drückten jede übrigens unsere Daumen für beide, aber trotzdem um die Wette… ich natürlich den Daumen für meine Herrin etwas mehr und Dark den für ihren Herrn. Ich vermute übrigens, dass unsere Herrschaften gleich schnell waren und dass Darks Herr meine Herrin einfach gewinnen ließ. Nur ob das aus Höflichkeit geschah oder weil er den Preis für den dritten Platz bereits vorher schon kannte, das weiß ich leider nicht, es gab nämlich… ich glaubte übrigens nicht richtig gehört zu haben… ein Thalarion!!! Weitere Kommentare hierzu verkneife ich mir hier jetzt lieber… oder habe ich das Thalarion im Blumenbeet meiner Herrin etwa nur geträumt?
 
Zerknüllte Abschiedsrede
Nicht geträumt habe ich jedoch, dass meine Herrin plötzlich und vor allem wohl etwas zu spontan, die Schlussworte für diesen wirklich tollen Markt am Sardar sprach. Ich vermute, sie musste einfach ihrer Begeisterung über diese tolle Veranstaltung Luft machen, wollte damit aber wohl auch dem jortsschen Händler helfen. Er war nämlich nach der Siegerehrung aufs Podest gestiegen und erweckte damit zwar den Eindruck, als wolle er alle Anwesenden mit einer Abschiedsrede beglücken, nur hatte es ihm offensichtlich dann doch erst einmal die Sprache verschlagen, weil er seine Zettel noch sortieren musste, was meine Herrin nur anscheinend leider nicht mitbekommen hatte.
 
Letztendlich blieb ihm nichts anderes übrig, als mit leicht zerknirschtem Gesicht einen Großteil seiner Rede zusammen zu knüllen und in elegantem Bogen in die Feuerschale zu werden… was der Reihe nicht enden wollender Danksagungen jedoch keinen wirklichen Abbruch tat!
 
Fazit: Es war dank der vielen großen und kleinen Helfer und vor allem durch die fröhliche, gelöste Stimmung am Sardar ein wirklich obersupertolles Se’Kara Fest!!!

Mittwoch, 11. September 2013

Mutige vor

 
…war wohl das Motto des nächsten Tages, an dem ich wegen der aufregenden Aktivitäten am Vorabend fast verschlafen hätte. Das jortssche Zelt hatte sich nämlich bereits geleert, als ich endlich wach wurde und sogar meine Herrin frönte nicht mehr ihrem Schönheitsschlaf. Eilig schlang ich ein paar Seiden geschickt um meine Hüften und drapierte noch ein Tuch über meine kleinen Brüste, damit sich meine Herrin nicht durch zu viel Sklavenhaut gestört fühlen konnte… zumindest wenn sie mich von der richtigen Seite anschaute. Dann machte ich mich schleunigst auf die Suche nach ihr, kam allerdings nur bis zum Nachbarzelt. Dort lief mir nämlich ein sehr netter Herr über den Weg, den ich seit der Zeit als meine Herrin noch einem anderen Heimstein angehörte, in sehr guter Erinnerung habe.
 
Offensichtlich freute er sich ebenso wie ich über unser Wiedersehen und horchte mich ein wenig aus, wollte vor allem wissen, wem ich denn inzwischen gehöre. Ich denke, ich werde wohl nicht vergessen, wie er vor vielen Monden auf einem Stegfest mit mir getanzt hatte. Ich war dort natürlich nämlich wie immer barfuß gewesen und auch wie heute immer noch kürzer als der Herr. In Anbetracht seiner angeblich schlechten Tanzkünste bekam er damals Befürchtungen, dass er mir mit seinen dicken Stiefeln möglicherweise auf die Füße treten könnte, sodass er mich kurzerhand einfach anhob, auf seine Stiefelspitzen oben draufstellte und so die Gefahr von Plattfüßen durch mögliche Stiefeltritte einfach beseitigte.
 
Da der Herr eigentlich ebenfalls die Arena suchte, in der ich meine Herrin bereits vermutete, weil dort das Tarnrennen demnächst beginnen sollte, nahm ich ihn einfach in Schlepp, d.h. ich durfte vorweg laufen, damit er sich auf dem kurzen Weg dorthin ein wenig an meinen aufreizend wiegenden Hüften erfreuen konnte. Leider war der Weg dann doch recht kurz, aber meine Herrin war tatsächlich in der Arena und ebenfalls angetan über das Wiedersehen mit diesem freundlichen Handwerker. Doch da nach und nach immer mehr Zuschauer eintrafen, um sich das Tarnrennen anzuschauen und auch bereits die ersten dieser riesigen Vögel auf ihren Sitzstangen landeten, blieb nur noch Zeit für einen kurzen Klönschnack mit ihm.
 
 
Inzwischen forderte der Hauptmann nach einer kleinen Begrüßungsrede die anwesenden Krieger nämlich auf, sich mit ihm im Tarnflug zu messen. Komisch, irgendwie wurde es bis auf die herumalbernden Kajirae auf einmal sehr still, denn es meldete sich niemand. Ungläubig rieb ich meine Augen und schaute mir die vielen anwesenden Krieger genau an. War denn außer dem Hauptmann kein weiterer Tarnreiter am Sardar? Ich konnte mir das ehrlich gesagt nicht vorstellen, andererseits aber auch nicht, dass sich einer dieser wagemutigen Tarnreiter vor einem solchen Wettkampf drücken würde.
 
Tatsache war jedenfalls, dass sich schließlich nur ein einziger Krieger meldete, aber auch ein mutiger Händler aus Enkara, der wohl schon immer mal einen dieser Riesenvögel fliegen wollte und nun nach einer kurzen Einweisung die Gelegenheit für seinen Jungfernflug mit dem Tarn nutzte. Ich gestehe, ich hatte noch versucht, den kastenersten Händler aus Jorts zu überreden. Meine Hoffnung war nämlich gewesen, dass die zahlreichen anwesenden Krieger durch den Mut der Händler so beschämt worden wären, dass sie sich doch noch zum Wettflug aufgerafft hätten. Leider scheiterte ich damit jedoch kläglich, aber der jortssche Händler blieb wenigstens unverletzt, denn ein Flug mit diesen schwer zu händelnden Riesenvögeln ist natürlich kein Zuckerschlecken.
 
Alle Achtung… ich weiß nicht, in was dieser wagemutige Anfängertarnreiterhändler zuvor hineingetreten war, aber falls es Tarnsch… gewesen ist, muss die ihm besonderes Glück gebracht haben, denn der Herr überlebte nicht nur seinen halsbrecherischen Flug durch den Parcours der über dem Marktgelände aufgebauten großen Tarnringe, sondern konnte sogar den Wettkampf für sich entscheiden und wurde stolzer Besitzer einiger Fässer Paga aus Jorts. Anscheinend gibt es unter den Händlern ungeahnte, ganz besonders mutige Naturtalente.
 
Da sich inzwischen eine riesige Menschenmenge an der Arena versammelt hatte, nutzte meine Herrin die Gelegenheit, um den anwesenden freien Frauen die Regeln für das parallel stattfindende Spiel der Gewogenheit zu erklären. In diesem Spiel müssen Herrinnen sich um die Gunst von Männern bemühen. Natürlich ist dies für eine prüde Freie nicht so ganz einfach und eine Art diplomatischer Eiertanz, da sie selbstverständlich kein sklavenhaftes Verhalten an den Tag legen wird, um einen Herrn für sich zu gewinnen. Dementsprechend waren die ersten Bemühungen der Damen auch reichlich verklemmt, doch so nach und nach wurden sie mutiger und verhandelten immer geschickter, sodass schließlich alle freien Frauen mehrere Herren für sich einnehmen konnten, die jedoch immer nur einer Frau ihre Gewogenheit geben durften.
 
Doof fand ich nur, dass meine Herrin, der schon mehrfach nachgesagt worden war, die spitzeste Zunge von Gor zu haben, nicht teilnehmen konnte, denn sie hatte sich leider als Schiedsrichterin zur Verfügung gestellt. Wenn ich jetzt nicht vollkommen daneben liege, gewann letztendlich die freundliche Heilerin aus Belnend dieses Spiel ziemlich überlegen. Wie sie das aber geschafft hatte, ist mir dann jedoch irgendwie entgangen, denn plötzlich bebte der Boden leicht unter meinen nackten Füßen, weil eine Reitergruppe aus Blenend auf ihren gefährlich aussehenden Thalarions am Festgelände ankam.
 
Natürlich war ich nicht die Einzige, die sich diese gefährlichen Viecher anschaute, leider jedoch die einzige Kajira, die bei der Frage wo die Tiere denn untergebracht werden können, nicht so wie Dark neben mir schnell zurückwich. Meine Herrin war irgendwo mit den Damen beschäftigt, ich hatte also keinen Rock zur Verfügung, hinter dem ich mich schnell hätte verstecken können.

Während Dark so aussah, als ob sie die Viecher mit den spitzen Zähnen durch hypnotische Blicke zähmen oder sogar verschwinden lassen wollte, blieb mir nichts anderes übrig, als meinen ganzen Mut zusammenzunehmen, denn irgendjemand musste sich doch kümmern! Ich erhielt also die große Ehre, dem Hauptmann von Belnend und seinen Thalarionreitern mit vor Angst leicht zitternden Knien hinter den Zelten einen Platz für ihre Reittiere zuzuweisen.
 
Aber ich habe überlebt… stand wohl nicht auf dem Thalarionspeiseplan! Der belnender Hauptmann eröffnete mir nämlich nach meiner vorsichtigen Frage über die Ernährung der Tiere, dass es Fleischfresser sind, sie allerdings vor einem Rennen sowas Süßes wie mich nicht bekommen dürfen… dann sind sie anscheinend zu träge. ;-)

Dienstag, 10. September 2013

Gewonnen!

Kaum hatte ich das furchtbar zeitintensive Herrichten der zahlreichen kostbaren Roben meiner Herrin endlich erledigt… mir war ja leider auf der Reise zum Sardar ein schreckliches Missgeschick mit den Kleiderkisten passiert, sodass ich die vielen tollen Sachen an den beiden ersten Markttagen leider nicht mitbekommen habe ((ich hatte aus RL-Gründen einfach keine Zeit))… gab es weitere Arbeit für mich. Wobei mir diese Arbeit richtig Spaß gebracht hat. Meine Herrin gab mir nämlich mehrere Säckchen mit Binas, die ich gemeinsam mit ihr in einem großen Labyrinth verstreuen durfte.
 
Ich zog es diesmal nämlich vor, an der Perlensuche lieber nicht teilzunehmen. Allerdings nicht, weil ich in einem Labyrinth mal fast verhungert und verdurstet wäre und mich auch sonst ständig verlaufe, sondern weil mir immer noch sehr unangenehm in Erinnerung ist, wie peinlich mich ein äußerst unangenehmer Disput auf einem En’Kara Fest der Vergangenheit berührt hatte. Ausgerechnet meiner überkorrekten Herrin war seinerzeit unterstellt worden, sie würde ihr Eigentum bei dieser Schatzsuche begünstigen.
 
Aber egal, der missgünstige Herr war bei diesem Fest anscheinend nicht anwesend… nur man weiß ja nie, ob diesmal nicht ein anderer Freier seine Kajira als beste Perlensammlerin sehen wollte, auch wenn das Mädchen nicht allzu viele Binas gefunden hat? Ich glaube, meine Herrin war von meinem Verzicht wohl ganz angetan und wahrscheinlich auch recht froh, dass ich ihr dadurch beim Verteilen der Binas helfen konnte. Insgesamt acht Kajirae wagten sich schließlich ins Labyrinth hinein, um möglichst viele der ungefähr zweihundertfünfzig verstreuten Perlen aufzusammeln.
 
 
Da es übrigens auch alle Mädchen schafften, irgendwann wieder hinaus zu finden, was bei diesem Gewirr von Gängen wirklich nicht einfach und daher alleine schon eine tolle Leistung ist, gab es für mich eigentlich auch acht Gewinnerinnen… nur eben mit unterschiedlich gefüllten Säckchen voller Binas! Dark und ich haben natürlich die vier jortsschen Kajirae besonders tüchtig angefeuert und uns dabei mächtig ins Zeug gelegt. Trotzdem kam die Siegerin aus Enkara, wenn ich mich richtig erinnere, wurde allerdings knapp von einer Kajira aus Jorts verfolgt. Doch ich glaube, es ging allen nicht nur ums Gewinnen, sondern dabei zu sein und Spaß zu haben. Außerdem kann eine geschickte Sklavin auch schon aus 4 Binas etwas Hübsches basteln!
 
Da gestern ja irgendwie der Tag für Kajirae war, ging es nach einer kurzen Verschnaufpause gleich weiter mit Kajiraehaschen… dabei war dann vor allem Schnelligkeit gefragt. Hierbei durfte ich immerhin mitmachen. Uff, was für eine Rennerei, aber rennen kann ich eigentlich ganz gut. Jedenfalls schaffte es der Hauptmann nicht ernsthaft mich einzuholen, hetzte mir aber dank seiner durch die regelmäßigen Waffentrainings wirklich sehr guten Kondition, mit enormer Ausdauer hinterher… zwischen den Zelten hindurch… um das Tavernenzelt und den einen oder anderen Verkaufsstand herum… hin und her über den ganzen Markt, bis ich schließlich in meiner Begeisterung, denn es hatte für mich einfach was, so von diesem Herrn verfolgt zu werden, vor lauter Übermut einen eleganten Bogen um meine Herrin drehen wollte.
 
Tja, dann passierte es leider… ich stieß mit einem der anderen Herren zusammen und musste dadurch nicht nur ein Tuch an den Hauptmann abgeben, sondern auch an den angerempelten Hascher. Mist, weder Bezirzen noch der Tausch gegen einen Dienst der besonderen Art funktionierte… die beiden Männer wollten leider nicht mich, sondern unbedingt meine Tücher. Danach ging die Rennerei weiter… leider nur bis ich schon wieder in einen Herrn hineinlief. Diesmal zwar in einen anderen, der leider total unverhofft um die Ecke eines Zeltes kam. Natürlich versuchte ich auch bei diesem Mann mit allen mir zur Verfügung stehenden rotseidenen Fähigkeiten zu verhindern, ein weiteres Tuch abgeben zu müssen. Doch erneut klappte kein Deal.
 
Im Gegenteil, ich wurde während meinen Verhandlungen zusätzlich noch von zwei kräftigen Händlerarmen von hinten gepackt, sodass ich schon wieder mit einem Schlag nicht nur eines, sondern gleich zwei meiner Tücher loswurde. Meine sämtlichen Argumente, dass das Ausnutzen meiner Verhandlungslage gemeines Schummeln ist und kein Fangen, galten einfach nicht. Naja, Freie haben nun mal immer Recht… außerdem hatte ich das Gefühl, dieser Herr pfiff bereits aus dem letzten Loch so wie er schnaufte, sodass ich bestimmt ein gutes Werk mit dem Überlassen meines Tuchs getan habe. Irgendwann war die Rennerei dann aber doch zu Ende und der Sieger vom letzten En’Kara Fest hatte seinen ersten Platz verteidigt, denn unser Hauptmann aus Jorts war erneut der schnellste Läufer gewesen und hatte die meisten Tücher ergattert!!
 
Meine Freude darüber war logischerweise kaum zu bremsen, da ich diesen Krieger trotz seiner ständigen Kopfditscherei irgendwie ganz gerne mag… aber das lass ich mir natürlich nicht anmerken. Kein Wunder also, ich fand es noch einmal richtig spannend, als er sich für seinen Sieg dann eine Sklavin aussuchen sollte, die ihm zu Diensten sein durfte. Bei seinem damaligen ersten Platz hatte er nämlich irritierenderweise auf seinen Gewinn verzichtet, wodurch das eine oder andere Munkeln aufgekommen war. Aber das tut hier jetzt alles nichts mehr zur Sache, zumal er bestimmt gute Gründe für seinen Verzicht gehabt hatte.
 
Tja, ich mach es kurz. Ich traute meinen Ohren kaum und konnte mein Glück gar nicht fassen, denn ich war die Gewinnerin… also der Gewinn des Hauptmanns wollte ich natürlich sagen. Seine Wahl fiel tatsächlich auf mich, die angeblich vertrocknete Turmsklavin einer ehrbaren, ständig auf ihren untadeligen Ruf bedachten freien Frau ohne Gefährten! Ich war mir der mit diesem Entschluss verbundenen Ehre durchaus bewusst und bin mir sicher, ich schwebte wahrscheinlich ein ganzes Stück über dem Boden, während ich vor Stolz über meinen Gewinn fast platzte, auch wenn mir natürlich durchaus klar war, warum die Wahl des Rarius auf mich gefallen war bzw. nur auf mich hatte fallen können! Macht aber nichts, er hätte durchaus auch erneut verzichten können.
 
 
Natürlich ließ sich der Hauptmann nach seinem Sieg nicht lumpen und lud seine Mitstreiter und die Freien im Tavernenzelt zu einem ausgiebigen Umtrunk ein. Katy und ich knieten also nicht nur als nette Deko beidseitig neben ihm, sondern balancierten etliche Pagabecher zu durstigen Männerkehlen. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass der Hauptmann nun mit uns beiden in jedem Arm eine Sklavin hatte, jedenfalls begann er plötzlich laut darüber nachzudenken, ob er sich nicht eine zweite Kajira zulegen sollte. Pah, dabei ging es ihm überhaupt nicht um das Verwöhnprogramm, das solch ein rotseidenes Doppelpack seinem Herrn angedeihen lassen könnte… nein, dem Rarius war plötzlich eingefallen, dass er ja demnächst zweifacher Vater wird.
 
Ich war ehrlich gesagt nun wirklich ein wenig sprachlos… hatte ich doch bislang nicht geahnt, dass ich hellseherische Fähigkeiten besitze, denn es war noch nicht allzu lange her, als ich den Hauptmann auf dem Marktplatz getroffen und ihm bei der Gelegenheit eine Frage zu seinem Nachwuchs gestellt hatte. Insbesondere hatte mich interessiert, ob nicht vielleicht sogar zwei kleine Hauptmänner demnächst das Licht Gors erblicken werden, seine Gefährtin also möglicherweise Zwillinge bekommt. Nicht auszudenken, wenn meine Herrin, die ja schließlich in direkter Nachbarschaft zum Haus des Hauptmanns wohnt, nachts vor lauter Kindergebrüll kein Auge mehr zubekommt und ihre Verweildauer auf ihrem Landsitz noch weiter ausdehnen muss.
 
Leider musste ich dieses Thema seinerzeit dann jedoch fallen lassen, weil der Hauptmann plötzlich ganz blass geworden war und umgehend nach einem Paga gelüstete, um den Schock dieser Möglichkeit erst einmal hinunterzuspülen. Nun war meine Vorahnung also tatsächlich eingetroffen. Ich glaube, so überaus begeistert wie Katy aussah, gefiel ihr die Vorstellung, demnächst zwei Babypopos von irgendwelchem Schiet säubern zu müssen, wohl nicht allzu gut. Mal ganz zu schweigen von den Windelmengen, die sie dann zu waschen hat. Tja, was tut eine gute Kajira nicht alles für ihren Herrn und natürlich auch für seinen plärrenden kleinen Nachwuchs… nur die hinter seinem Haus vorhandene Wäscheleine wird zukünftig definitiv zu kurz sein!
 
Aber nun galt es vorerst den Hauptmann vom Schreckgespenst seiner zweifachen Vaterschaft abzulenken, denn er sollte ja schließlich erst einmal die Vorzüge seines Gewinns genießen… und das tat er! Die Nacht in seinen Fellen war jedenfalls mit sehr wenig Schlaf verbunden, aber was so ein richtiger Hauptmann ist, der schafft das heutige Tarnrennen bestimmt auch ohne. Ich bin sehr gespannt, ob er nach dem gestrigen Rundumverwöhnprogramm zweier heißer Sklavinnen dem Charme freier Frauen im Spiel der Gewogenheit erliegen wird! ;-)))

Freitag, 6. September 2013

Ein kleiner Vorgeschmack

... auf den Se'Kara Markt.

Meine Herrin zog es vor, lieber zu Hause zu bleiben, erlaubte mir jedoch mit den Kriegern im Tarn zur Vorbesichtigung des Geländes am Sardar für den am Ende dieser Hand ((07.09.)) beginnenden Se'Kara Markt mitzufliegen. Ich werde hier jetzt auch noch nicht allzu viel verraten... nur was dort alles aufgebaut wurde, war einfach total beeindruckend.
 
Die Vorbesichtigung brachte mir eine Menge Spaß und ließ mich zwar ziemlich heuverstaubt... nein, es hatte eine ganz andere Ursache und nicht was manche vielleicht von einer rotseidenen Kajira schon wieder denken... aber zum Glück auch ohne Splitter im Po nach ausgiebigem Rutschen wieder zu Hause bei meiner Herrin ankommen.

Erste kritische Begutachtung des Boxrings durch die Krieger...
...die dann irgendwie in einer Tortenschlacht endete!
Eine Schaukel für seefeste Mägen...
im Hintergrund eine Baumrutsche, die es besonders für stattliche Krieger
in sich hat *schaut mal grinsend zu Dark ihrem Herrn*
und eine Wurfscheibe für mutige Kajirae mit viel Vertrauen in ihre Besitzer^^
...und ein Heuhaufen, der es echt in sich hat! :-)))
So... mehr verrate ich jetzt aber wirklich nicht.
Das inzwischen etwas geänderte Programm findet ihr immer noch hier.

Mittwoch, 4. September 2013

Fast einen Strafzettel kassiert

…und außer Spesen nichts gewesen.
 
Kaum hatte ich mich am nächsten Tag bestens gelaunt und nichts Böses ahnend zu dem Hauptmann gesellt, als er mich auch schon mit verwarnendem, ziemlich ernstem Blick anschaute, obwohl ich mir überhaupt keiner Schuld bewusst war! Leider stellte sich jedoch sehr schnell heraus, was ihm nicht gefiel, sodass mein kesser Blick sich schlagartig in einen schuldbewussten verwandelte und ich mit glühenden Wangen schnell meinen Kopf senkte.
 
Ich hatte doch tatsächlich am gestrigen Tag den Aufsteller mit der Einladung für den Se’Kara Markt an der Ecke des Heilerhauses, also am RAND des Marktplatzes vergessen! Tststs… wie hatte das nur geschehen können? Kaum auszudenken, was alles hätte passieren können, wenn ein Boskwagen dort nicht hätte passieren können, nur weil so ein Klappschild FAST im Weg stand!! Hatten mich meine Bezirzungsversuche des Hauptmanns und mein Anhimmeln meines Leihherrn etwa so durcheinandergebracht? Nein, das kann nur der leckere Duft der gebratenen Vulos gewesen sein, der mich das Wegräumen irgendwie vergessen ließ.
 
Um gerade noch so mit einer Verwarnung wegen falschen Parkens beim Hauptmann davon zu kommen, machte ich mich selbstverständlich sofort an die Arbeit, das unhandliche Klappschild zur Seite zu räumen, auch wenn ich es als Gedächtnisstütze dort ganz gut platziert fand. Leider passierte mir dabei noch ein klitzekleines Missgeschick, denn das Klappschild, das wie sein Name schon sagt geklappt werden konnte, machte diesem Namen alle Ehre und klappte mit lautem Rums zusammen, sodass es platt auf dem Boden lag… immerhin ohne meine Finger einzuklemmen oder mir dabei auf den Fuß zu fallen.
 
Auch wenn das ganze Malheur direkt vor der Heilerei geschah, legte ich nämlich absolut keinen gesteigerten Wert darauf, die Praxis der Ärztin nun in eigener Sache von innen zu sehen… egal wie nett und befähigt die grüne Herrin auch ist. Zum Glück nahm von den Freien kaum jemand Notiz davon, sodass ich das Schild schließlich vor der Tür des Hauptmannshauses abstellen konnte.
 
Der Hauptmann war damit zwar immer noch nicht so richtig zufrieden und befürchtete nun, seine Gefährtin könne womöglich beim Verlassen seines Hauses darüber stolpern, sah dann aber ein, dass ich irgendwo die Gedächtnisstütze hinstellen musste, da sie sonst ja keine mehr ist. Ich hatte zu dem Zeitpunkt nämlich immer noch die Hoffnung, Katy das sperrige Teil aufs Auge oder vielmehr unter die Arme drücken zu können, da ich ja schon das andere Gepäck im großen Rucksack tragen musste. Während ich nun also nur noch auf meinen Leihherrn und Katy wartete, nutzte ich die Zeit für eine kleine, schnelle Tratschrunde mit Hadi, die die neue Stadtsklavin noch gar nicht kannte.
 
 
Leider stellte sich mit dem Eintreffen meines Leihherrn dann heraus, dass Katy nicht mitkommen würde, sodass ich das Aufstellschild doch selber tragen musste. Ach ja, immerhin stellte sich auch heraus, dass meine Einschätzung der nicht vorhandenen Stolpergefahr durch das Schild neben der Hauptmannstür richtig gewesen war. Die Hauptmannsgefährtin hatte es nämlich zuvor trotz ihrer Schwangerschaft ohne darüber zu stolpern umrundet. Naja… so sehr ist ihr Sehwinkel bauchbedingt wohl auch noch nicht eingeschränkt.
 
Das erste Ziel unserer Reise war jetzt Anango und nicht mehr Lydius. Mein Leihherr hatte vor unserer Abreise anscheinend noch eine Nachricht erhalten, dass wir gar nicht erst den weiten Weg nach Lydius anzutreten brauchten, weil es weiterhin ausgestorben war. Vermutlich waren alle Bewohner bereits auf dem Weg ins Sardar? Keine Ahnung, in Anango sah es jedenfalls nicht besser aus… gähnende Leere, nicht ein einziger Einwohner war zu sehen. Kein Wunder also, dass wir nach einer kurzen Inspektion der verlassenen Taverne versuchten, das gleiche Schiff noch zu erreichen, bevor der Kapitän wieder ablegte, damit wir nicht in der Einöde ausharren mussten.
 
Doch plötzlich machten wir am Horizont eine Bewegung aus und entdeckten einen Herrn und eine Herrin, die sich äußerst gemächlich zumindest bis in Hörweite in unsere Richtung bewegten. Erleichtert stellte ich nun erst einmal das Klappschild ab und lauschte dann den Fragen meines Leihherrn bezüglich eines Schmieds in Sachen Nasenring. Die lange Suche nach einem Kunstschmied schien mit diesem Herrn nun endlich ein Ende zu haben, denn der Herr teilte uns mit, genau ein solcher zu sein. Wobei er offensichtlich nicht gerade erfreut darüber war, möglicherweise einen versilberten Nasenring verkaufen zu können und auch nicht bereit, meinem Leihherrn einen Ring zu zeigen, damit dieser sich ein Bild von der Qualität der Ware machen konnte.
 
Im Gegenteil, der Schmied wurde immer ablehnender und war schließlich anscheinend so genervt, dass ein fremder Händler mit einem Geschäft drohte, dass er an seinen Schwertknauf griff und wir uns schleunigst wieder aufs Schiff begaben. Das Schild hatte ich übrigens vergeblich mitgeschleppt, denn die beiden Freien hatten es nicht mit einem einzigen Blick gewürdigt und sowieso mit keiner Wimper gezuckt, als ich es mitten auf dem Weg neben mir aufgestellt hatte. Bei dem vermutlich leseunkundigen Schmied eigentlich nicht weiter verwunderlich, aber bei der offensichtlich der Kaste der Schreiber angehörenden Herrin fand ich das Verhalten schon sehr sonderbar. Na gut, vielleicht hatte sie die hohe Kaste auch einfach durch einen Gefährtenschaftsvertrag erlangt?
 
Mein Fazit war jedenfalls, außer Spesen nichts gewesen… dennoch mag ich einfach die gelegentlichen Schiffsreisen mit meinem Oberlieblingsherrn, stelle aber vor allem immer wieder fest, wie schön es zu Hause in Jorts Fähre ist!

Dienstag, 3. September 2013

Preisschock

In der Hoffnung, dass der Händler und guter Freund meiner Herrin aus Teveh seine Ankündigung wahr machen und mich erneut auf eine seiner Handelsreisen mitnehmen würde, packte ich sehr zeitig meinen Rucksack und hatte dann wie immer noch jede Menge Zeit totzuschlagen. Nur normal also, dass ich noch schnell den Marktplatz ansteuerte, wo ich am Brunnen den Hauptmann mit zwei von seinen jortsschen Kriegern antraf... den Brauereikrieger und den Euchzer. Als hätte der Letztere bereits auf mich gewartet, schickte er mich nach meiner freundlichen Begrüßung sogleich in die Tavernenküche, um dort einer seiner Sklavinnen zur Hand zu gehen. Leider sagte er mir jedoch mit keinem Ton, warum. Na gut, muss er ja auch nicht und es steht jedem Freien natürlich zu, mich zu irgendwelchen Arbeiten einzuspannen, außer wenn meine Herrin anderes bestimmt hatte. Doch da mein Leihherr noch nicht eingetroffen war, passte es eigentlich ganz gut.
 
 
Allerdings nur eigentlich, denn Rawi schien es überhaupt nicht in den Kram zu passen, dass ich auftauchte ((Sie war AFK, sodass ich leider nicht mal herausbekam, was sie dort überhaupt in der Küche machte)). Ihr Herr schaute mich zwar reichlich erstaunt an, als ich so schnell wieder auf dem Marktplatz auftauchte, doch da in diesem Moment endlich mein Leihherr eintraf, den ich natürlich freudestrahlend erst einmal begrüßte, verzichtete er wohl darauf, meinen Rückzug aus der Küche genauer unter die Lupe zu nehmen. Außerdem wurde sein Augenmerk kurz darauf sowieso abgelenkt. Nein, nicht nur seine Blicke wurden abgelenkt, sondern auch seine Nase. Rawi schleppte nämlich ein Tablett an mit einer großen Portion köstlich riechender, knusprig gebratener Vulos und veranlasste damit ihren Herrn, sich auf der Terrasse niederzulassen, um sich dort den Bauch mit einem der Vögel vollzuschlagen.
 
 
Der Hauptmann bekam zwar ebenfalls einen gierigen Blick, wollte anscheinend aber vorher noch meinen Leihherrn etwas über seine Reiseroute aushorchen und nutzte dann auch gleich die Gelegenheit, als er hörte, dass es u.a. auch nach Lydius gehen soll. Das war nämlich eine weitere Chance, um dort in dieser ständig ausgestorbenen Stadt vielleicht doch noch eine Einladung für den Se’Kara Markt los zu werden. Leider war es jedoch nicht nur eine leichte Schriftrolle, denn er schickte mich nicht ins, sondern hinter das Schreiberhaus, um ein hölzernes Werbeschild zu holen, auf dem die Schriftrolle befestigt war. Mist, ich würde also außer dem Rucksack noch mehr zu schleppen haben und hoffte natürlich sofort, dass Katy wieder mitkommt. Wenn ich schon das andere Gepäck auf den Schultern tragen muss, wollte ich nun natürlich versuchen, ihr wenigstens das Holzdingens aufzudrücken. Doch von Abreise war vorerst noch keine Rede, sodass ich das Schild erst einmal erleichtert neben mir auf dem Marktplatz platzierte.
 
 
 
 
Die Neugier des Hauptmanns war nämlich noch nicht befriedigt. Während er mir zu meiner großen Freude schon wieder den unverhofften Genuss zuteilwerden ließ, meine Haare ab und an durchzuwuscheln… leider blieb allerdings auch ein Kopfditscher nicht aus… versuchte er unbedingt noch herauszufinden, was mein Leihherr denn für seine Gefährtin beschaffen sollte. Das hatte er vor einiger Zeit ja schon bei mir probiert, doch es war mir einigermaßen gelungen, so lange wie eine Gianni um den heißen Brei herumzureden, bis ihm irgendetwas wichtiges dazwischen kam. Ich glaube er musste seinen Wachdienst antreten, sodass ihm nichts anderes übrig blieb, als seine Neugier vorerst zu vertagen. Seine Gefährtin hatte zwar nicht ausdrücklich gesagt, dass ihr Auftrag geheim ist, aber ich hatte mich dennoch etwas gewunden, denn vielleicht wollte sie den Hauptmann ja auch mit dem Nasenring als Geschenk überraschen? Diese Überraschung hatte ich ihr natürlich nicht vermiesen wollen. Außerdem hätte er sie ja eigentlich auch selbst fragen können.
 
 
Als die Herrin sich nun dazu gesellte, stellte sich jedoch heraus, dass der silberne Nasenring gar keine Überraschung werden sollte, dafür aber, dass sie sich über die voraussichtlich anfallenden Beschaffungskosten durch meinen Leihherrn keinen Kopf gemacht hatte. Die Herrin hatte anscheinend überhaupt nicht darüber nachgedacht, dass ein solch exklusives Schmuckstück aus reinem Silber die finanziellen Möglichkeiten des Hauptmannshaushalts bei weitem überziehen könnte. Ich muss gestehen, ich war jetzt heilfroh, nicht mehr neben dem Krieger zu knien, da ich inzwischen natürlich der Hauptmannsgefährtin Platz gemacht hatte. Seine Gesichtsfarbe hatte nämlich bei dem Preisschock von über einem oder sogar mehreren Silber nach anfänglichem Weiß auf mittlerweile Dunkelrot gewechselt und sich damit gefährlich der Farbe seiner Tunika angepasst. Sämtliche Erläuterungen meines Leihherrn brachten zwar zutage, dass die Kosten nicht zu hoch gegriffen sind, allerdings auch die Stornierung des Auftrags… offensichtlich sehr zur Freude von Katy, die wohl immer noch nicht allzu begeistert darüber ist, einen solchen Schmuck für ihren Herrn zu tragen. Ich hoffe nur, dem Hauptmann hat sein inzwischen kalt gewordenes Vulo trotzdem noch geschmeckt. 

Sonntag, 1. September 2013

Eine bislang unbekannte Blume

…und fast unbekannte Zuwendungen.
 
Ich tat mich an diesem Tag etwas schwer damit, meine langen, etwas widerspenstigen Locken zu bändigen und schlang sie letztendlich zu einem Sklavenknoten zusammen, da das für mein Vorhaben am Praktischen war. Ich wollte nämlich das Handende, das meine Herrin wie immer auf ihrem Landsitz verbringt, für einen etwas gründlicheren Hausputz nutzen. Zum Glück klappte es mit meiner Frisur dann letztendlich doch noch einigermaßen, sodass ich mit dem Schrubben der Fußböden loslegen konnte.
 
 Als meine Arbeit schließlich erledigt und der kleine Blumenableger ebenfalls versorgt war, der sich nach dem Plätten durch einen Boskkuhhintern übrigens immer noch etwas schwer tut, machte ich mich Richtung Marktplatz auf.

Eigentlich erwartete ich, dass dort wie fast immer zum Ende der Hand nicht wirklich viel los war und meine Dienste daher wahrscheinlich überhaupt nicht gefragt waren, aber man weiß ja nie. Es war tatsächlich nicht gerade eine riesige Menschenmenge auf dem Marktplatz versammelt, sondern nur der Hauptmann und die Bäckerin, die sich gerade darüber beschwert hatte, dass ihre Sklavin nicht auffindbar war.
 
Mein Timing war offensichtlich mal wieder nicht wirklich dafür geeignet, sich vor Arbeit zu drücken, denn der Hauptmann bot der Herrin doch tatsächlich sofort meine Dienste in ihrer Backstube an, insbesondere zum Aufwischen des Mehls in den Ecken. Na toll, mit Sicherheit wäre das eine meiner Lieblingsbeschäftigungen an diesem Reinigungstag mit reichlich Bodenwischen geworden, wenn die Bäckerin nicht schon zu müde gewesen wäre, um dieses Angebot in Anspruch zu nehmen. Manchmal haben die Priesterkönige tatsächlich ein Einsehen mit einer kleinen Kajira.
 
 
Als dann der Bauereikrieger hinzukam, durfte ich den beiden Herren ihre Lieblingsgetränke servieren… natürlich in Schalen. Der Hauptmann informierte den anderen Rairius sicherheitshalber sofort über die Mengenunterschiede zwischen Bechern und Schalen. Wobei ich mir sofort sicher war, dass dies für den Brauereikrieger die erste und letzte Schale Ale war, die ihm serviert wurde, so skeptisch wie er das Gefäß anschaute und befürchtete, eine Schale macht Ale schal. Obwohl dies natürlich nicht der Fall war, denn ich hatte mich wirklich beeilt um das Gewünschte schnell zu holen, bestätigte er trotzdem meine Vermutung und wies mich an, ihm sein Ale zukünftig doch sicherheitshalber lieber im Becher oder einem Krug zu servieren.
 
Mir kam es fast so vor, als ob der Hauptmann mich beim Servieren des Ales für seinen Kastenbruder das erste Mal von hinten sah. Meinen Tunikarock hatte er zwar genau wie an diesem Tag gelegentlich schon mit dem Fuß zur Seite geschoben, doch offensichtlich dann immer ausschließlich auf meinen entblößten Po geschaut und nie bemerkt, dass sich auf meiner rechten Schulter ein Bild befindet. An diesem Tag äußerte er sich plötzlich erstaunt über die kleine weiße Blume auf meiner Schulter und fragte mich, ob ich die mit Zuckerguss aufgemalt hatte. Gut, ich gebe zu, dass ich meine langen Haare meistens offen trage, aber ich durfte dem Hauptmann doch auch schon im Bad dienen… spätestens mit nassen Haare hätte er sehen können, was sich auf meiner rechten Schulter befindet und vor allem, dass sich dieses Bild nicht in Wasser auflöst. Aber gut, im Bad war er natürlich anderweitig beschäftigt gewesen!
 
Die kleine Blume auf meiner Schulter ist eine große Ehre für mich und für mich bis heute immer noch etwas ganz besonderes, denn sie ist ein Unikat. Sie ist eine Erinnerung an meinen ersten Herrn und wie ich vor über sechs Jahren nach Gor kam. Mein damaliger Herr war nicht nur Krieger der Stadtwache von Ketora, sondern in seiner Freizeit auch ein kreativer Künstler, denn er entwarf diese kleine Blume höchstpersönlich und ließ sie mir mit Farbe unter die Haut ritzen. Auch wenn ich seinen Kragen nun schon seit vielen Jahren nicht mehr trage… diese Blume kann mir niemand wegnehmen. Es erfüllt mich immer noch mit Stolz, ein solches Geschenk erhalten zu haben.
 
Der Hauptmann fand die Entdeckung meiner dauerhaft bemalten Schulter offensichtlich so interessant, dass ich sie ebenfalls dem Euchzer vorführen durfte, der sich inzwischen zu den beiden Kriegern dazu gesellt hatte und mindestens genauso erstaunt wie der Hauptmann feststellte, dieses Bild auf meiner Haut noch nie bemerkt zu haben, obwohl ich mich bei seinen Nicht-duzen-Maßnahmen und anderen Diensten für ihn schon mehrfach vornüber gebeugt hatte und meine Haare dabei mit Sicherheit nach vorne gerutscht waren. Naja, ich denke, mein nackter Po war in diesen Situationen vermutlich ein interessanterer Anblick als meine Schulter.
 
Um den Herren bei ihren Marktplatz-Unterhaltungen nicht im Weg zu knien, rutschte ich wie es sich für eine Sklavin gehört, respektvoll etwas in den Hintergrund. In diesem Fall natürlich hinter den Hauptmann, der mir darauf die Ehre eines erstaunlicherweise sehr leichten Kopfditschers zuteilwerden ließ und mich dann sogar für seine Verhältnisse ausgiebig mit Haare durchwuscheln und kraulen verwöhnte, während er meinen Kopf als Ablage für seine Hand benutzte.

Kein Wunder also, dass ich etwas später auf der Terrasse, nachdem ich erneut die Luft aus seiner Pagaschale herauslassen durfte, ebenfalls hinter ihm knien blieb und auf diese Art und Weise noch die eine oder andere Zuwendung von ihm erhielt, die mich vor Glück strahlen ließ.
 
Etwas doof finde ich nur die schrecklich frühen Wachdienste, die der Hauptmann manchmal hat und die ihn dann zwingen, sehr früh schlafen zu gehen. Aber die Sicherheit von Jorts geht nun mal vor und wie könnte sie besser gewährleistet sein, als mit einem ausgeschlafenen Hauptmann?