Sonntag, 1. September 2013

Eine bislang unbekannte Blume

…und fast unbekannte Zuwendungen.
 
Ich tat mich an diesem Tag etwas schwer damit, meine langen, etwas widerspenstigen Locken zu bändigen und schlang sie letztendlich zu einem Sklavenknoten zusammen, da das für mein Vorhaben am Praktischen war. Ich wollte nämlich das Handende, das meine Herrin wie immer auf ihrem Landsitz verbringt, für einen etwas gründlicheren Hausputz nutzen. Zum Glück klappte es mit meiner Frisur dann letztendlich doch noch einigermaßen, sodass ich mit dem Schrubben der Fußböden loslegen konnte.
 
 Als meine Arbeit schließlich erledigt und der kleine Blumenableger ebenfalls versorgt war, der sich nach dem Plätten durch einen Boskkuhhintern übrigens immer noch etwas schwer tut, machte ich mich Richtung Marktplatz auf.

Eigentlich erwartete ich, dass dort wie fast immer zum Ende der Hand nicht wirklich viel los war und meine Dienste daher wahrscheinlich überhaupt nicht gefragt waren, aber man weiß ja nie. Es war tatsächlich nicht gerade eine riesige Menschenmenge auf dem Marktplatz versammelt, sondern nur der Hauptmann und die Bäckerin, die sich gerade darüber beschwert hatte, dass ihre Sklavin nicht auffindbar war.
 
Mein Timing war offensichtlich mal wieder nicht wirklich dafür geeignet, sich vor Arbeit zu drücken, denn der Hauptmann bot der Herrin doch tatsächlich sofort meine Dienste in ihrer Backstube an, insbesondere zum Aufwischen des Mehls in den Ecken. Na toll, mit Sicherheit wäre das eine meiner Lieblingsbeschäftigungen an diesem Reinigungstag mit reichlich Bodenwischen geworden, wenn die Bäckerin nicht schon zu müde gewesen wäre, um dieses Angebot in Anspruch zu nehmen. Manchmal haben die Priesterkönige tatsächlich ein Einsehen mit einer kleinen Kajira.
 
 
Als dann der Bauereikrieger hinzukam, durfte ich den beiden Herren ihre Lieblingsgetränke servieren… natürlich in Schalen. Der Hauptmann informierte den anderen Rairius sicherheitshalber sofort über die Mengenunterschiede zwischen Bechern und Schalen. Wobei ich mir sofort sicher war, dass dies für den Brauereikrieger die erste und letzte Schale Ale war, die ihm serviert wurde, so skeptisch wie er das Gefäß anschaute und befürchtete, eine Schale macht Ale schal. Obwohl dies natürlich nicht der Fall war, denn ich hatte mich wirklich beeilt um das Gewünschte schnell zu holen, bestätigte er trotzdem meine Vermutung und wies mich an, ihm sein Ale zukünftig doch sicherheitshalber lieber im Becher oder einem Krug zu servieren.
 
Mir kam es fast so vor, als ob der Hauptmann mich beim Servieren des Ales für seinen Kastenbruder das erste Mal von hinten sah. Meinen Tunikarock hatte er zwar genau wie an diesem Tag gelegentlich schon mit dem Fuß zur Seite geschoben, doch offensichtlich dann immer ausschließlich auf meinen entblößten Po geschaut und nie bemerkt, dass sich auf meiner rechten Schulter ein Bild befindet. An diesem Tag äußerte er sich plötzlich erstaunt über die kleine weiße Blume auf meiner Schulter und fragte mich, ob ich die mit Zuckerguss aufgemalt hatte. Gut, ich gebe zu, dass ich meine langen Haare meistens offen trage, aber ich durfte dem Hauptmann doch auch schon im Bad dienen… spätestens mit nassen Haare hätte er sehen können, was sich auf meiner rechten Schulter befindet und vor allem, dass sich dieses Bild nicht in Wasser auflöst. Aber gut, im Bad war er natürlich anderweitig beschäftigt gewesen!
 
Die kleine Blume auf meiner Schulter ist eine große Ehre für mich und für mich bis heute immer noch etwas ganz besonderes, denn sie ist ein Unikat. Sie ist eine Erinnerung an meinen ersten Herrn und wie ich vor über sechs Jahren nach Gor kam. Mein damaliger Herr war nicht nur Krieger der Stadtwache von Ketora, sondern in seiner Freizeit auch ein kreativer Künstler, denn er entwarf diese kleine Blume höchstpersönlich und ließ sie mir mit Farbe unter die Haut ritzen. Auch wenn ich seinen Kragen nun schon seit vielen Jahren nicht mehr trage… diese Blume kann mir niemand wegnehmen. Es erfüllt mich immer noch mit Stolz, ein solches Geschenk erhalten zu haben.
 
Der Hauptmann fand die Entdeckung meiner dauerhaft bemalten Schulter offensichtlich so interessant, dass ich sie ebenfalls dem Euchzer vorführen durfte, der sich inzwischen zu den beiden Kriegern dazu gesellt hatte und mindestens genauso erstaunt wie der Hauptmann feststellte, dieses Bild auf meiner Haut noch nie bemerkt zu haben, obwohl ich mich bei seinen Nicht-duzen-Maßnahmen und anderen Diensten für ihn schon mehrfach vornüber gebeugt hatte und meine Haare dabei mit Sicherheit nach vorne gerutscht waren. Naja, ich denke, mein nackter Po war in diesen Situationen vermutlich ein interessanterer Anblick als meine Schulter.
 
Um den Herren bei ihren Marktplatz-Unterhaltungen nicht im Weg zu knien, rutschte ich wie es sich für eine Sklavin gehört, respektvoll etwas in den Hintergrund. In diesem Fall natürlich hinter den Hauptmann, der mir darauf die Ehre eines erstaunlicherweise sehr leichten Kopfditschers zuteilwerden ließ und mich dann sogar für seine Verhältnisse ausgiebig mit Haare durchwuscheln und kraulen verwöhnte, während er meinen Kopf als Ablage für seine Hand benutzte.

Kein Wunder also, dass ich etwas später auf der Terrasse, nachdem ich erneut die Luft aus seiner Pagaschale herauslassen durfte, ebenfalls hinter ihm knien blieb und auf diese Art und Weise noch die eine oder andere Zuwendung von ihm erhielt, die mich vor Glück strahlen ließ.
 
Etwas doof finde ich nur die schrecklich frühen Wachdienste, die der Hauptmann manchmal hat und die ihn dann zwingen, sehr früh schlafen zu gehen. Aber die Sicherheit von Jorts geht nun mal vor und wie könnte sie besser gewährleistet sein, als mit einem ausgeschlafenen Hauptmann?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen