Donnerstag, 14. November 2013

Kajiratraining

Von wegen die Kajirae sind immer Mitte der Hand mit ausgiebigem Tratsch beschäftigt und ergötzen sich nebenbei an dem Anblick trainierender Krieger, die sich gegenseitig blaue Flecken beim Waffentraining verpassen. Nein, keineswegs… es gibt auch Tage, an denen es ganz anders ist und gestern war so einer.
 
Die Krieger trainierten zwar wie jede Hand, doch wir Kajirae wurden in die Festung befohlen und bekamen ausgiebigen Unterricht, was wir im Falle eines Überfalls zu tun haben und wie wir es tun sollen. Eigentlich fand ich den Beginn auch recht vielversprechend, denn es fing damit an, dass Darks Herr sich als Verletzter zur Verfügung stellte und wir ihn betüdeln durften… also Erste Hilfe und so leisten mussten. Mir schwebte natürlich sofort die eine oder andere interessante Handlung vor, die ich gerne an ihm oder dem Hauptmann durchgeführt hätte, aber ich hielt mich doch lieber noch zurück, denn ich mag mich eigentlich nicht so vordrängen. Außerdem wollte ich erst mal schauen, was die anderen Kajirae unternahmen, die offensichtlich viel kriegserprobter waren als ich.
 
Einerseits war meine Entscheidung wohl ganz gut gewesen, andererseits hatte ich damit auch meine Chance vertan, dem Herrn eine Mund zu Mund Beatmung angedeihen zu lassen. Mein Übungsopfer wurde nämlich nicht Darks Herr und leider auch nicht der Hauptmann, sondern seine neue Kajira, sodass ich aufgrund meiner anders gelagerten Neigungen dann doch auf mein Vorhaben verzichtete. Außerdem ging es jetzt nicht mehr ums Retten, sondern ums Fesseln. Bei der Kajira war ich ehrlich gesagt auch nicht abgelenkt durch interessante Phantasien über Erste Hilfe Leistungen an Männern und konnte mich somit nun auch viel besser auf das Getüdel mit dem Seil konzentrieren, was übrigens nicht ganz einfach war.
 
Eigentlich kenn ich mich mit Knoten gar nicht sooo schlecht aus, aber die goreanischen Fesselungen… Hände vorne oder doch lieber auf dem Rücken gefesselt, dabei aber auch nicht das Verschnüren der Knöchel vergessen, damit das Opfer nicht plötzlich das Weite suchen kann… waren eigentlich zwar einfach, andererseits aber dann auch doch wieder nicht und ich befürchte, dass ich mich ziemlich begriffsstutzig angestellt habe. Aber egal, ich habe wirklich mein Bestes gegeben und hoffe, die Krieger im Ernstfall tatsächlich etwas unterstützen zu können.
 
Meine Herrin kam übrigens auch noch dazu und war äußerst interessiert an den vorgeführten Fesseltechniken. Sie nutzte die Fragen von uns Kajirae aber auch, um noch einmal eindringlich davor zu warnen, niemals eine Waffe gegen Freie einzusetzen. Sollte uns jemand klauen wollen, dürfen wir uns nur mit Beißen, Kneifen, Hauen, Treten zur Wehr setzen, auch wenn wir eigentlich ein kleines Messer dabei haben, um unseren möglicherweise vom Feind gefesselten Herrn zu befreien. Ach ja, lautstarkes Meckern und Herumnölen ist auch eine gute Möglichkeit, die sich bei mir übrigens schon mal bestens bewährt hat, denn mein Entführer war seinerzeit bereits am Hafen so genervt von meinem Gezeter, dass er mich dort einfach zurück ließ.
 
 
Später in der Herberge kam mir übrigens der Gedanke, warum meine Herrin vielleicht so an den Fesseltechniken interessiert gewesen war. Sie sprach nämlich mit der Schreiberin darüber, zu welchem Preis sie möglicherweise interessiert ist, deren Kajirus zu erwerben. Und da ihr der einzige Sklave den sie je besessen hat, damals bereits am ersten Tag auf Nimmerwiedersehen entflohen war, sind die erworbenen Kenntnisse über goreanische Knoten wahrscheinlich nicht so verkehrt. Wobei ich vermute, sie wusste zum Zeitpunkt der Fesselübungen überhaupt noch nichts vom beabsichtigten Verkauf der Schreiberin… dann war das Training also wohl doch nur eine Fortbildungsmaßnahme ohne Hintergedanken? ;-)

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