Montag, 11. November 2013

Markttrubel

…und seine Folgen.
 
Bereits den ganzen Tag schon war der Lärm vom Aufbau der vielen Marktstände und der durch die Stadt rumpelnden Wagen zu hören. Leider wollte oder konnte sich meine Herrin nicht von ihren Blumen trennen, sodass sich ein Blumenverkaufsstand für sie erübrigte. Außerdem war sie wie immer am Ende jeder Hand auf ihrem Landsitz, hatte mir jedoch aufgetragen, mich während des Marktes nützlich zu machen. Als Erstes lief ich dem Brauereikrieger fast in die Arme, der seinen Stand mit Ale- und Paga-Fässern strategisch günstig direkt vor der Terrasse aufgebaut hatte und durfte der Jägerin ein kleines Fass mit Ale füllen, mit dem sie ihrem Vater anscheinend eine Freude machen wollte. Als trotz kostenlosem Ausschank zwischendurch am Brauereistand etwas weniger zu tun war, nutzte ich die günstige Gelegenheit, um mir schließlich die vielen Waren an den anderen Ständen genauer anzuschauen.
 
 
Das Durchkommen zwischen den äußerst zahlreichen Marktbesuchern, die teilweise in mehr oder weniger großen Gruppen zusammenstanden, war übrigens teilweise gar nicht so einfach. Trotzdem schaffte ich es irgendwann zu einem Kuchenstand mit wirklich köstlich aussehenden Törtchen und Sahnekuchen vorzudringen, die es mir besonders angetan hatten, da ich ja die Vorliebe meiner Herrin für diese leckeren Dickmacher kenne. Wobei sie bei ihrer schlanken Taille absolut keinerlei Rücksicht darauf zu nehmen braucht, was sie isst und was nicht. Daher hatte ich vor, eine kleine Überraschung für ihre Rückkehr zu kaufen. Nagut, so ganz klein ist mein Einkauf dann doch nicht geblieben, da ich mich zwischen drei Sorten Kuchen nicht entscheiden konnte, die ich selbstverständlich alle zuvor probiert und als oberlecker und perfekt geeignet eingestuft hatte, da sie genau den Geschmack meiner Herrin trafen.
 



Interessant fand ich übrigens, dass die Leidenschaft für Kuchen unter den Kriegern anscheinend häufiger vorhanden ist. Von dem Hauptmann weiß ich ja schon länger, dass er ganz gerne Kuchen isst, aber es scheint noch mehr rotkastige Kuchenliebhaber zu geben. Ich hatte nämlich gerade die Sahnestücke für meine Herrin in meinem Korb verstaut, als ich einem Rarius helfen durfte, der mit je einem Törtchen in der Hand nun nicht mehr so genau wusste, wie er die Tarsks aus seinem Geldbeutel herausbekommen sollte. Kein Problem, in einer so prekären Lage half ich natürlich gerne. Mein Korb war schnell abgestellt und meine Hände wieder frei, sodass der Krieger nun problemlos seine beiden, inzwischen bereits etwas angematschten Törtchen auf meinen nach oben gedrehten Handflächen deponieren konnte, während er bezahlte.
 
Sofort nutzte ich die Gelegenheit, als der Rarius mir etwas von seinem Dienst erzählte, um mich zu erkundigen, ob der Herr möglicherweise zu den Wachen von Jorts gehört, denn eigentlich kenn ich die ja alle. Dieser gutaussehende Herr war mir nämlich erst vor einigen Tagen als Begleiter einer Händlerin aufgefallen… allerdings war ich mir sicher gewesen, dass beide einem anderen Heimstein angehörten. Nun erfuhr ich, dass er wohl zurzeit darüber nachdenkt, sich in Jorts niederzulassen und sich dann bei den Wachen verdingen will. Hach, welch interessante Neuigkeit! Kein Wunder also, dass ich mich ein wenig in Positur brachte, um mich diesem Krieger möglichst vorteilhaft in meiner ganzen Schönheit zu präsentieren. Leider passierte mir dabei nur ein kleines Missgeschick. Das ganze Hin und Her der beiden Kriegertörtchen, die wie gesagt vorher in seinen Händen schon leicht ramponiert ausgesehen hatten, war weder für das Aussehen noch für die Konsistenz der beiden süßen Leckereien von Vorteil gewesen und hatte logischerweise diverse klebrige Spuren in meinen Händen hinterlassen.
 
 
Eigentlich wäre das nicht weiter schlimm gewesen, wenn ich die Sahne abgeschleckt hätte… hab ich aber nicht. Hin und weg von dem Anblick des Kriegers galt mein ganzes Streben, den Herrn mit meinem Anblick zu erfreuen… auch wenn ich zugeben muss, dass ich nicht gerade zu den besonders lange gewachsenen Kajirae gehöre. Dummerweise vergaß ich dabei meine verschmierten Finger und wischte mir die Sahnereste in meine Haare, die ich mir eigentlich mit einer eleganten, lasziven Handbewegung aus dem Gesicht hatte streichen wollen, um dem Krieger einen guten Blick auf meine weiblichen Rundungen und Proportionen zu ermöglichen. Mist, Mist, Mist… ich kann nur hoffen, dass der musternde Blick des Rarius auf seinem Weg über meinen Sklavenkörper bereits weiter unten angelangt war, zumindest ließ er über mein Missgeschick kein Wort verlauten. Aber vielleicht waren die Sahnespuren auch gar nicht so schlimm oder standen mir ganz gut?
 
 
Vermutlich war der Herr jedoch einfach bereits abgelenkt gewesen, da in diesem Moment die Versteigerung einer Sklavin begann, die ich mir natürlich ebenfalls nicht entgehen lassen wollte. In Anbetracht der Tatsache, dass hier nur eine Topfsklavin versteigert wurde, gingen die Gebote anfangs recht zögerlich los. Trotzdem wollten natürlich etliche Marktbesucher erfahren, wie viele Kupfer mit dem Verkauf der Kajira erzielt wurden. Entsprechend gebannt schauten alle daher zum Auktionator, bis der Zuschlag erfolgte und die Stadtkasse von Jorts um 50 Kupfer reicher wurde. Anscheinend war der Lederarbeiter wohl ziemlich abgelenkt gewesen, der allerdings nicht einen einzigen Tarsk für die Sklavin bot, da er für eine solche Kajira wohl keine Verwendung hatte. Tja und selbst wenn, er hätte seine Ware eh nicht bezahlen können. Er wurde nämlich bestohlen und hatte dies nicht mal mitbekommen. Erst als er sich auf der Terrasse einen Paga genehmigen wollte, stellte er fest, dass sein Geldbeutel und somit eine Menge Kupfer an seinem Gürtel fehlten.
 
 
Bedauerlicherweise war die Münzen trotz Zeugen und der Leibesvisitation einer Verdächtigen nicht mehr aufzutreiben. Trotzdem musste der Sattler nicht mit trockener Kehle nach Hause gehen. Vielleicht vor lauter Freude wegen der positiven Aussagen einer Wahrsagerin über seine Zukunft oder vielleicht auch einfach nur so… jedenfalls hatte der Hauptmann anscheinend seine Spendiertunika an und gab dem Bestohlenen einen Trostpaga aus… in Jorts hilft man sich eben! ;-))

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