Dienstag, 17. Dezember 2013

Alles für die Kinder

Kaum erreichte ich die Terrasse, da stürmte auch schon der Baumkrieger auf mich zu, als hätte er mich erwartet. „Dina du musst mir helfen… es ist wichtig… es geht um meine Kinder!“ Kinder?... Oh, der Herr hatte Kinder??? Ich war natürlich total erstaunt, da ich von seinem Nachwuchs zuvor noch nie gehört hatte. Aber warum nicht, vielleicht waren sie irgendwo zur Ausbildung gewesen und jetzt vielleicht zu ihrem Vater zurückgekommen? Meine Neugier… nee, mein Interesse war jedenfalls geweckt. Allerdings musste ich dem Rarius leider mitteilen, dass ich nicht sofort zur Verfügung stand, da ich an diesem Tag noch zwei Aufgaben für den Hauptmann zu erledigen hatte. Der Krieger schaute mich darauf jedoch mit einem so verzweifelten, schmerzerfüllten, leidvollen Blick an, dass ich schlagartig das Gefühl bekam, es handelte sich in seinem Fall mindestens um Leben und Tod oder womöglich noch Schlimmeres, womit ich tatsächlich Recht haben sollte.
 
Voller Mitgefühl schlug ich daher vor, schnell den Hauptmann wegen der Dringlichkeit der für ihn zu erledigenden Dinge zu befragen. Die Erleichterung meines Baumkriegers war sofort gewaltig, nachdem sich die Aufträge des Hauptmanns als nicht allzu eilig herausgestellt hatten. Fast kam es mir so vor, als hätte ich einen Stein auf den Boden plumpsen gehört, der dem Rekruten vom Herzen gefallen war. Doch es blieb keine Zeit mehr, noch lange den Boden abzusuchen, da der Krieger bereits schnurstracks nach Hause marschierte… so flott übrigens, dass ich kaum hinterher kam. Aber das bin ich von meiner Herrin ja gewohnt. Wobei der Gang des Rarius irgendwie merkwürdig aussah, nur blieb mir keine Zeit mehr, noch lange darüber nachzudenken, während ich ihm eilig hinterherhetzte. Übrigens hatte sich in seinem Haus nicht viel verändert seit meinem letzten Besuch. Einzig die am Badetag vor der Altarweihe noch wild verstreuten Kleidungsstücke fehlten.
 
Aber der Herr hatte inzwischen ja auch eine Fastzweitsklavin, die an diesem Tag nur nirgends zu sehen war. Auch von seinen Kindern war keine Spur zu entdecken und vor allem nichts zu hören. Als mein Blick auf den Karnickelkäfig mit den Hurts fiel, kam mir in den Sinn, ob der Rekrut vielleicht in Sorge um den Hoppelnachwuchs war und er womöglich die süßen Kleinen mit den langen Ohren als seine Kinder bezeichnet hatte? Der Krieger bemerkte natürlich sofort meine suchenden Blicke und wies mich mit gequälter Stimme an, zum Waschbecken zu schauen. Oh je, innerlich flehte ich stumm zu den Priesterkönigen, sie mögen bitte verhindern, dass ich dort kleine ertrunkene Hurtkinder entdecke. Es klappte, sie hatten tatsächlich ein Einsehen mit mir, denn dort war nichts außer kaltem, klarem Wasser ohne irgendwelche leblosen Schwimmer. Es ging aber gar nicht um das Becken und seinen Inhalt. Nein, mit leidvoller, fast gebrochener Stimme wies mich der Rarius nun an, den daneben befindlichen Salbentiegel zu nehmen und damit zu ihm zu kommen.
 
Gesagt getan, nur was mit den Kindern des Herrn war und um welche es sich überhaupt handelte, das war mir immer noch nicht klar geworden. Ratlos schweiften meine Blicke zwischen dem Krieger und dem Hurt-Käfig hin und her, bis er mir befahl, ich soll endlich den Tiegel öffnen und IHN behandeln. In schmerzgepeinigter Tonlage berichtete der Herr mir, dass es ein großer Fehler gewesen war, auf die Sängerin zu hören, vor allem ohne Hose und nur mit Tunikarock bekleidet. Hoffentlich habe ich nicht so ratlos ausgesehen, wie ich mich fühlte, denn ich kapierte immer noch nicht, was mein Baumkrieger von mir erwartete, zumal er nun auch noch herumjammerte, dass er sich nicht mal dazu in der Lage sieht, was er genau zu diesem Zeitpunkt am liebsten tun würde, weil er ja schon so lange ohne Kajira ist. Stöhnend und ächzend wie ein Schwerkranker erzählte er mir gequält, dass seine Sklavin immer noch nicht von ihrer Ausbildung zurück ist und die Fastzweitsklavin sich anscheinend verdünnisiert hatte.
 
Endlich klärte er mich dann aber doch auf, was mit ihm los war. Er litt ganz schrecklich unter den Folgen des gestrigen Thalarionrennens. Der Sattel war entgegen der Behauptung der Sängerin doch nicht so weich wie angekündigt gewesen und er dafür nun total wundgescheuert an seinen empfindlichsten Teilen, denn er war ohne Hose geritten. Ich wurde förmlich angefleht, nun doch bitte ganz schnell die Salbe aufzutragen, weil es sonst um seine Kinder geschehen sei. Endlich verstand ich worum es ging! Wobei es aber trotzdem auch um die Hurts ging, denn während ich dem Herrn beim Entkleiden half und ihn bat, sich mit weit gespreizten Schenkeln auf dem bequemen Sofa zurückzulehnen, jammerte er nun herum, ich soll ja aufpassen, dass ich mich zwischen seinen Beinen nicht auf eines der kleinen Viecher knie, die möglicherweise auf dem Fußboden herumwuseln.
 
 
Doch die mussten sich anscheinend irgendwo versteckt haben, zumindest sah ich keines als ich dicht vor dem Herrn zu Boden sank. Wobei ich eingestehen muss, dass ich in Anbetracht der Tatsache, was sich nun direkt vor meinen Augen befand, auch kaum noch an die kleinen Langohren denken konnte, denn ich nahm meine Pflegeaufgabe natürlich sehr ernst und massierte die Wundsalbe sehr intensiv in die zu behandelnden Regionen ein. Meine Hingabe kannte selbstverständlich keine Grenzen, denn was will eine Sklavin mehr als alles andere? Genau, Herren erfreuen. In diesem Fall ging es sogar um zweierlei Freude… äußerlich und innerlich. Äußerlich durch das vorsichtige Auftragen der Wundsalbe mit meinen sanften Fingern, das entgegen den ursprünglichen Befürchtungen des Kriegers doch nicht ohne Wirkung blieb. Wahrscheinlich habe ich besonders empfindliche Bereiche auch besonders intensiv behandelt, sodass ich mich zusätzlich mit meinen weichen Lippen um diese angeblich nicht mehr funktionierende Verhärtung kümmern durfte, deren innere Entladung mir einiges zu schlucken gab, aber auch einen gutgelaunten, entspannten Krieger zur Folge hatte.
 
Durch meine einfühlsame Therapie konnte ich den Herrn jedenfalls von seiner größten Sorge befreien, denn hinterher fürchtete er nicht mehr um seine Kinder. Wobei er die wohlige Entspannung danach leider nicht mehr so richtig genießen konnte, da es plötzlich laut an seiner Haustür klopfte. Nach seinem Hinweis, ich soll ja niemanden ins Haus schauen lassen und ganz besonders keine freie Frau, lief ich zur Tür, während der Rarius mit nacktem Hinterteil schnell nach oben flitzte, um sich einen neuen Tunikarock anzuziehen. Es war zum Glück aber keine Herrin, sondern der andere Rekrut. In mir stieg sofort der Verdacht auf, ob er sich vielleicht die Wundsalbe ausleihen wollte? Ich kann die Männer nämlich durchaus verstehen, gerade bei diesen Symptomen keine Heilerin zu konsultieren, die mit dem Amputieren eines Zehs und mehreren Hand Alkoholverzicht nicht lange herumfackelt.
 
Leider besaß der Besucher jedoch keinerlei Benehmen, denn mich vollkommen ignorierend rannte er mit seiner Kajira im Schlepp nicht nur einfach an mir vorbei sofort ins Haus, sondern auch gleich in die obere Etage, sodass meinem Patienten nichts anderes übrig blieb, als sich notdürftig zu bedecken. In dieser kurzen Zeit hatte er natürlich noch keine Möglichkeit gehabt, sich zu bekleiden, nahm die Situation letztendlich aber sportlich und baute sich in seiner nackten Männlichkeit neben seinem Bett auf, um von seinem Kriegerfreund zwei Kragen in Empfang zu nehmen… was für ein überflüssiger Überfall wegen etwas so Unwichtigem! Aber gut gelaunt wie mein Nichtmehrpatient inzwischen ja wieder war, konnte ihn nun offensichtlich nichts mehr erschüttern. Seine einzige Sorge war, dass ich über das Warum und Wie meiner Behandlung Stillschweigen bewahre… eine Selbstverständlichkeit für mich!
 
 
Nachdem seine Kajira ziemlich unerwartet zurückgekommen war, sodass ich die weitere Behandlung ihr überlassen konnte, und den Worten meines Baumkriegers, ich sei eine Freude für diese Stadt und wenn ich seine Kinder mal auf der Eiche herumturnen sehe, soll ich daran denken, welchen Anteil ich daran hatte, verließ ich leise lächelnd sein Haus, um mich im Gasthaus noch ein wenig nützlich zu machen. Dort kam ich gerade noch rechtzeitig an, um nicht zu verpassen, dass Rawi an den Lederarbeiter verschenkt werden soll… übrigens sehr zum Erstaunen desselbigen, aber auch des Hauptmanns, dem sie zuvor anscheinend noch für mehrere Silber angeboten worden war und der sich mit ihr bereits ein kleines Geschäft überlegt hatte. Warum, wieso, weshalb das Verschenken? Keine Ahnung, allerdings scheint das letzte Wort wohl noch nicht gesprochen worden zu sein.
 
Ebenso unklar war mir, warum meine Herrin mir nach Meinung des Hauptmanns einen anderen Namen geben sollte. Ich wurde zwar immer nur kurzfristig mal umbenannt, doch da eine Kajira nichts besitzt, auch nicht ihren Namen, hielt ich mich nach dieser Information selbstverständlich sehr bedeckt. Außerdem war der Hauptmann sowieso merkwürdig drauf, auch wenn ich es sehr genoss, mal wieder neben ihm knien zu dürfen. Nur erschloss sich mir immer noch nicht, was es mit dem Geschenk auf sich hat, für das ich ihm Vorschläge unterbreiten sollte, was ich natürlich auch getan habe. Richtig ins Grübeln brachte er mich allerdings mit seinen Überlegungen, welche Kajira oder sogar Kajirae er wegen seiner Kinder vielleicht zu kaufen beabsichtigt, sodass ich letztendlich ziemlich nachdenklich nach Hause lief und auch einige Probleme mit dem Einschlafen hatte, obwohl es schon sehr spät war.

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