Montag, 30. Dezember 2013

Die letzten Tage…

…war es vergleichsweise ruhig in Jorts, da die meisten Bewohner es vorgezogen hatten, in ihren Häusern zu bleiben. Vorgestern war jedoch etwas Besonderes los, denn es stand ein weiterer Heimsteinschwur an. Der Hauptmann und seine Gefährtin hatten ihr Haus recht zeitig verlassen und die Herrin sich bis zur Zeremonie noch am Brunnen niedergelassen, während der oberste Krieger von Jorts den Heimstein aus seinem Versteck holte… ein Umstand, der ihm auch an diesem Tag nicht sonderlich behagte, ist doch der Heimstein einer goreanischen Stadt das Kostbarste und daher Bestbehütetste was man sich nur denken kann.
 
Da die Hauptmannsgefährtin wie so oft in Gedanken versank bzw. auf der Bank am Brunnen ein kleines Nickerchen machte und die offensichtlich sehr nervöse Schreiberin eine Runde nach der nächsten um den Brunnen drehte, wahrscheinlich wollte sie damit ihre Aufregung vor ihrem Schwur auf den Heimstein von Jorts in den Griff bekommen, nutzte ich die Gelegenheit um mich etwas abseits zu knien und das Geschehen auf dem sich langsam füllenden Marktplatz zu beobachten, denn niemand benötigte meine Dienste… dachte ich jedenfalls. Mal wieder falsch gedacht, denn mit dem Eintreffen der beiden Rekruten war es vorbei mit meiner Ruhe. Der Baumkrieger brüllte nämlich meinen Namen quer über den Marktplatz.
 
Ausgerechnet die Gefährtin des Hauptmanns, die eigentlich wissen sollte wie ein Krieger riechen muss, hatte ihr Nickerchen inzwischen beendet und sich gerade über den Geruch der beiden vom Training zurückkommenden Herren beschwert, die nun von mir Abhilfe erwarteten und zwar möglichst schnell und effektiv. Natürlich wäre ich gerne mit beiden Kriegern im Bad verschwunden, doch dafür war die Zeit inzwischen zu knapp, denn die Zeremonie für den Heimsteinschwur würde in wenigen Ehn beginnen und die Männer einfach mit Sklavenparfum beduften, kam auch nicht in Frage. Außerdem stieg mir kein unangenehmer Duft in die Nase… auch nicht, als ich direkt unter den Achseln der Herren eine Geruchsprobe nahm.
 
Pah, was für eine Panikmache! Beide Rarii rochen nach frischer Luft, ein wenig nach Heu und ganz leicht nach frischem Schweiß, also genau so wie Krieger riechen müssen… fand ich jedenfalls und gab dies auch von mir. Außerdem trugen sie ihre besten Tuniken, die trotz den Trainings immer noch  ordentlich und sauber waren. Die wenigen daran klebenden Grashalme waren schnell abgeschüttelt. Verunsichert durch die Herrinnen hatte der Baumkrieger zuvor zwar noch besorgt geäußert, dass ich bei meiner Schnupperprobe hoffentlich nicht bewusstlos werde, plusterte sich nach meinem Urteil nun aber förmlich auf vor Selbstbewusstsein und erntete von den Herrinnen den abfälligen Kommentar, dass ich ja nur eine Sklavin bin. Tja, das bin ich und deswegen hatte ich auch an dem wundervollen Geruch der Krieger absolut nichts auszusetzen!!
 
Die Menschentraube auf dem Marktplatz war inzwischen größer geworden. Sogar Dark’s Herr hatte mal wieder seinen Landsitz verlassen, um der Zeremonie beizuwohnen und diesmal zu meiner Freude auch Dark mitgebracht. Bei ihrer Frage, wer denn die beiden gutaussehenden Krieger neben mir sind, wurde mir klar, dass ich sie ewig nicht mehr gesehen hatte, denn die beiden Herren gehören inzwischen schon ziemlich lange dem Heimstein von Jorts an. Diesen Umstand nutzte Dark natürlich sofort aus, um sich lächelnd nach allen Regeln der Kajirakunst zu präsentieren, die sie wirklich perfekt beherrscht. Während sie den Baumkrieger mit den Augen fast verschlang meinte sie zu mir, wenn die beiden mich inzwischen schon so lange kennen, sei es nun wohl an der Zeit, dass sie endlich sehen, was es sonst noch so gibt.
 
Wahh, das hätte sie sich lieber verkneifen sollen oder wollte sie damit etwa nicht andeuten, die Herren könnten meiner inzwischen überdrüssig sein? Vorsichtshalber verpasste ich ihr einen kleinen Dämpfer, allerdings einen sehr freundschaftlichen, weil ich Dark einfach sehr gerne mag und ihr eh nicht böse sein kann und außerdem mit ihr sowieso nie werde mithalten können. Mit einem kessen Blick zu ihrem Herrn erwähnte ich daher nur beiläufig, wie gut er tanzen kann und der Baumkrieger auch, denn das hatten mir beide vor kurzem beim Konzert der Sängerin aus Lydius wirklich gezeigt. Eigentlich hätte Dark sich darüber freuen müssen, wie gut sich ihr Herr ohne sie unterhalten hatte, doch unschuldig lächelnd erwiderte sie nur, das mit dem Tanzen macht er immer, wenn ihm eine Sklavin nicht gut genug für die Felle erscheint.
 
 
Das tat nun richtig weh, sodass ich es lieber vorzog, ihr die Antwort schuldig zu bleiben, damit niemand den Kloß in meinem Hals bemerkte. Zum Glück wurde Dark umgehend zu ihrem Herrn zitiert, der ihr überaus deutlich mitteilte, dass immer noch er es ist, der bestimmt, wann eine Kajira in sein Fell darf und wann nicht. Dadurch ist es hoffentlich nicht weiter aufgefallen, wie sehr mich dieser Seitenhieb getroffen hatte. Außerdem musste ich mich gerade gegen die Prinzessin des Baumkriegers behaupten, die mich mit ihrem dicken Hintern abdrängen wollte, um ihren Herrn von mir abzuschirmen. Dabei war es ihr vollkommen egal, dass sie sich an seine falsche Seite kniete, Hauptsache „ihr Besitz“ war verteidigt.
 
Wie gut, dass inzwischen die neunte Ahn angebrochen war und alle Freien mit ihren Kajirae nun für den Heimsteinschwur in die Schreiberei strömten. Während ich immer noch leicht gegen meine Gefühle ankämpfte und ernsthaft überlegte, mich einfach zu verdrücken, weil ich mich ohne meine Herrin mal wieder alleine und verloren fühlte, drangen wie durch Watte plötzlich die Worte von Darks Herrn an mein Ohr. Er hatte nicht nur Dark, sondern tatsächlich auch mir befohlen „Dark, Dina… bei Fuß, wir gehen zum Schwur“, sodass ich mich schließlich beeilte, doch noch hinterher zu trotten und mir im Hintergrund einen Platz in seiner Nähe suchte.
 
 
Fast gemein fand ich übrigens die Begründung des Hauptmanns für den Beginn der Zeremonie. Er gab doch tatsächlich von sich, der Zeitpunkt sei jetzt günstig, weil die Schreiberin so schön entspannt aussah. Tja so ist er eben, denn es war offensichtlich, die Herrin bekam ihre Nervosität kaum noch in den Griff und nickte so nun hektisch, dass sie auch noch ihren total verrutschten Schleier wieder feststecken musste. Ich gestehe, dass ich der Zeremonie irgendwie kaum folgen konnte, aber Darks Herr sagte, es war ein guter Schwur… für eine Frau. Dann raunte Dark mir leise zu, ob wir beide uns ins Zeug legen wollen, um ihren Herrn im Bad ein wenig zu erfreuen. Falls er wieder mal wasserscheu ist, würden uns bestimmt Dinge einfallen, um ihn vom Wasser abzulenken. Hach, ich hätte sie knuddeln können… sie war also doch nicht sauer auf mich, weil ich mit ihrem Herrn hatte tanzen dürfen!
 
 
Doch aus dem Bad wurde nichts… ich bekam von dem einen Rekruten den Befehl, in sein Haus zu laufen, weil es dort etwas gäbe, was ich für ihn zu erledigen hätte. Während der Krieger zusammen mit dem Hauptmann den Heimstein zurück in sein geheimes Versteck brachte und die Gelegenheit für irgendeine wichtige Unterredung mit ihm nutzte, lief ich nachdenklich zum Haus des Rarius, denn ich konnte mir nicht vorstellen, was es dort zu tun geben sollte. Es gab auch nichts… keine verteilte schmutzige Wäsche, kein dreckiges Geschirr… alles sah sauber und ordentlich in diesem Kriegerhaushalt aus, obwohl ich wusste, dass der Herr seine Sklavin vor einigen Tagen schon zur Ausbildung im Kochen geschickt hatte. Irritiert entschloss ich mich nun, doch lieber draußen vor seiner Tür auf ihn zu warten. Leider erweckte ich damit jedoch seinen Unmut, als er kurz darauf nach Hause kam. Ich wurde angeherrscht, was ich dort herumstehe, denn er hatte mir ja befohlen, drinnen auf ihn zu warten.
 
Mir blieb nichts anderes übrig als kleinlaut hinter dem Krieger herzulaufen, bis er sich vor mir aufbaute und mir befahl, mich auszuziehen. Diesem Befehl kam ich ohne weitere Fragen zu stellen selbstverständlich sofort nach, meinte ich doch zu wissen, was der Herr mit mir vorhatte. Doch es kam anders… zumindest erst mal.Der Rarius drückte mir ein kleines Paket in die Hände und befahl mir „auspacken und anziehen!“ Dann erklärte er mir, das sei eine Belohnung für mich, weil ich immer so viel Leidenschaft zeige, wenn ich ihm mit meinen Diensten sehr viel Freude bereite. Er wies natürlich darauf hin, dass dieses Geschenk eigentlich meiner Herrin gehört. Sollte sie nach ihrer Rückkehr also „nein“ sagen, darf ich es nicht mehr tragen… doch nun durfte ich es!
 
Es waren wunderschöne Tanzseiden, die der Krieger anscheinend vor kurzem in Belnend erstanden hatte und die meine Hüften nun vor Freude ganz von alleine sofort sanft kreisen ließen. Erschrocken über mein spontanes Tun schaute ich dem Rarius in seine schönen Augen, denn er wollte sicherlich hinüber ins Gasthaus, wo inzwischen die Feier nach dem Heimsteinschwur bestimmt bereits in vollem Gange war. Doch während seine begehrlichen Blicke über meinen fast nackten, nur mit den dünnen, wunderschönen Seiden bekleideten Sklavenkörper wanderten, ermunterte er mich schmunzelnd weiter zu tanzen… nur für ihn. Natürlich gab ich alles, um meine Dankbarkeit für dieses tolle Geschenk zu zeigen.
 
Ich bin mir sicher, dass der Krieger in dieser Nacht wirklich keinen Gedanken mehr an irgendwelche Feiern fassen konnte und schließlich erschöpft, aber restlos tiefenentspannt neben mir einschlief... danke Herr!!!!!^^

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