Sonntag, 1. Dezember 2013

Ein wichtiger Tag für Jorts

An diesem Tag sollte nun endlich der Altar geweiht werden und damit würden die Entbehrungen durch die auferlegte Fastenhand endlich ein Ende haben. Leider hatte ich noch eine Menge Aufgaben zu erledigen, sodass ich die Ankunft des Wissenden fast verpasst hätte. Erst als es draußen laut wurde, weil mit dem Wissenden ein ganzer Tross von Menschen eintraf… offensichtlich ließen sich einige Kasraten und andere Goreaner dieses Ereignis nicht nehmen und waren mit dem hohen Herrn angereist… flitzte ich nach draußen und schlängelte mich möglichst unauffällig durch den Pulk von Menschen, der fast den Weg vor dem Marktplatz verstopfte.
 
 
Irgendetwas musste passiert sein, weswegen es dort einen kleinen Tumult gegeben hatte, der letztendlich dann aber von den jortsschen Wachen geklärt werden konnte. Ich glaube, sie entfernten jemanden aus der Stadt, doch warum wieso weshalb bekam ich leider nicht richtig mit. War mir in dem Moment ehrlich gesagt auch nicht wirklich wichtig, da mich Balg ablenkte, die mächtig mit ihrer dicken Kleidung für den Winter angab, die sie wohl gerade noch rechtzeitig vor diesem Großereignis fertig genäht hatte. Ich fand zwar, dass sie für die zum Glück noch recht milden Temperaturen etwas sehr warm gekleidet war, konnte aber absolut verstehen, wie stolz sie auf ihre neuen Sachen war… das wäre ich bestimmt auch gewesen.
 
Schließlich bewegten sich die Menschenmassen dann aber doch durch die Stadt Richtung Altar und ich lief zusammen mit den anderen Mädchen hinterher, wie es sich für uns gehörte. Einige mir unbekannte Fremdkajirae hatten zwar offensichtliche keinerlei Durchblick darüber, was für ein wichtiger Anlass die Ankunft dieses Wissenden für Jorts bedeutete, wurden aber von ihren Besitzern schnell zurechtgewiesen, sodass schließlich Ruhe einkehrte, nachdem der hohe Herr mit bedächtigen Bewegungen den anwesenden Freien bedeutet hatte, sich im Halbkreis vor dem Altar aufzustellen und gleichzeitig streng zischte, dass sich die Kajirae mit geschlossenen Schenkeln kniend in den Hintergrund zurückzuziehen hatten.
 

Das mit der Ruhe war wohl mehr ein Wunschdenken gewesen, denn einige der Versammelten konnten sich während der Gebete des Wissenden ihre oberschlauen Bemerkungen nicht verkneifen… wobei die meisten Herrschaften tatsächlich seine Anweisungen befolgten. Dass der eine oder andere Freie in den Lob- und Dankesgesang vielleicht nur mit Mundbewegungen, aber ansonsten stumm einstimmte, war sicher eine ganz geschickte Maßnahme, denn ich hörte nicht einen einzigen falschen Ton… oder konnten tatsächlich doch alle singen? Im Gegensatz zu einigen Weibern, die von wo auch immer stammten und nicht dem Heimstein von Jorts angehörten, fand ich die Zeremonie übrigens sehr spannend und auch das Gebet des Wissenden in der alten Sprache, von der ich jedoch kein Wort verstand.
 
Während die eine Frau mit ihrem Gemurmel offensichtlich aus Geltungssucht kundtun musste, dass sie die Sprache verstanden hatte, konnten sich andere direkt vor mir ihre sarkastischen Peinlichkeiten nicht verkneifen, sodass ich mich fragte, warum diese Weiber überhaupt nach Jorts gereist waren, wenn ihnen das Getratsche über Kuchen und ihre Besserwisserei wichtiger war, als sich dem Anlass entsprechend zu benehmen. Zum Glück schien der Wissende wohl etwas schwerhörig zu sein, denn er ging nicht weiter darauf ein… im Gegensatz zu dem Sattler, der eine der Tratschtanten anzischte, sie solle endlich ihre Klappe halten.
 
 
Der Segen des Wissenden, den er am Ende der Zeremonie ins Gasthaus schickte, war dann für Shani, Balg, Eo und mich das Startzeichen, schnell zurück in die Stadt zu laufen, um die Schilder „Taverne geschlossen“ wieder zu entfernen und die Fässer mit Paga, Sulpaga und Kalana zurück an ihre angestammten Plätze zu rollen, damit die feierliche Altarweihe und vor allem das Ende der Fastenhand mit einem fröhlichen Umtrunk begossen werden konnte… allerdings nicht, ohne vorher mit einem Trinkspruch noch den Priesterkönigen zu danken… Ta Sardar Gor!

Kommentare:

  1. Die Tratschtanten waren der Fankreis des Mitspielers, den dank meiner Aufforderung die Krieger von Jorts Fähre entfernt hatten. Und ich hatte allen Grund dazu - zumindest eine der "Damen" weiß das sehr genau.
    Mir gefiel das Mittun der Bewohner von Jorts Fähre wahnsinnig gut, so dass das bewusste Stören mir nicht einmal auffiel. Frauen interessieren mich ja sowieso nur peripher ;-)

    Hoffentlich ist mir die versprochene Überraschung gelungen!

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    1. jaaa, die Überraschung ist dir wirklich gelungen, obwohl ich mir nach deiner Überraschungsankündigung soetwas schon gedacht hatte, was mir dann mit Bekanntwerden deines Namens bestätigt wurde. :-)))

      Deine Zeremonie fand ich superklasse, bei der dir deine Klosterschulzeit sicher ein wenig Hilfe war^^ und auch deine Auflagen, was Jorts vorher alles zu befolgen hatte. Das Stöhnen einiger Herren hättest du hören sollen! ;-))

      Ich würde mich freuen, wenn sich unsere Wege mal wieder kreuzen... und du dann vielleicht nicht in der Haut eines Wissenden steckst. :-)))
      *drückt dich mal ganz doll*

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