Samstag, 21. Dezember 2013

Pastetchen

Mist, irgendwie war es mir nicht gelungen, dem Hauptmann über den Weg zu laufen, um den doofen Knebel wieder loszuwerden, den er mir am vorherigen Abend noch verpasst hatte, nachdem ich leider mal wieder viel zu spontan eine wie ich fand echt tolle Idee von mir gegeben hatte. Dabei war es so ein wundervoller Abend mit meiner Herrin gewesen, nach dem ich sie aber leider zur letzten Fähre bringen durfte. Sie wollte nämlich für drei Hand verreisen… wieder ohne mich. Während ich versuchte mir beim Abschied nicht anmerken zu lassen, dass ich mit den Tränen kämpfte, trug sie mir noch auf, den Hauptmann darum zu bitten, mich für die Zeit ihrer Abwesenheit in Obhut zu nehmen… dann war sie weg und ich lief mit hängenden Schultern nach Hause, wo ich mich erst einmal verkriechen wollte, um mich wegen meiner herrinlosen Zeit ein wenig zu bedauern. Doch von hinter dem Haus drangen leise Stimmen herein, die mich neugierig werden ließen, da ich die eine dem Hauptmann zuordnen konnte.
 
Wenn er schon draußen war, dann konnte ich ihm die Bitte meiner Herrin auch gleich überbringen, für Selbstmitleid wäre hinterher bestimmt immer noch genug Zeit. Tja, ich bin mir nicht sicher, was genau in dem Hauptmann vor sich ging. Zumindest verdrehte er nicht die Augen bei meinem Anliegen, hatte aber offensichtlich viel mehr Interesse daran, Katy in seine Obhut zu nehmen als mich und erkundigte sich daher sogleich, ob die Bitte meiner Herrin auch für sie gilt. Na logisch, beteuerte ich, sie ist doch ebenfalls Eigentum meiner Herrin. So kam es, dass ich Katy auf seinen Wunsch einen Kragen der Handelskette meiner Herrin umlegte, ihr dabei jedoch deutlich machte, dass sie diesen nur für eine Frist von drei Hand tragen darf. Was danach passiert, wird meine Herrin ihr sagen, denn vielleicht hat Katy sich ihr Collar immer noch nicht verdient… da halte ich mich lieber heraus.
 
Mit der Zustimmung des Hauptmanns, uns in Obhut zu nehmen, war es dann leider sofort schon wieder vorbei mit der sturmfreien Zeit im Haus meiner Herrin, bevor sie überhaupt begonnen hatte, da er uns umgehend in sein Haus befahl. Uff, mit dieser Konsequenz hatte ich natürlich nicht gerechnet, befolgte seinen Befehl aber selbstverständlich ohne Wiederspruch und wies Katy dann darauf hin, dass wir für die nächsten drei Hand nun auf Lita zu hören haben, weil sie die Sklavin unseres Obhutherrn ist, auch wenn wir nicht sein Eigentum sind. Leider verwehrte uns der Hauptmann noch ein wenig zu tuscheln, als er sich kurz darauf zum Schlafen nach oben verzog. Mist, ich hätte aber gerade dies gerne noch etwas getan. Da ich den Hauptmann in seiner Nachtruhe selbstverständlich nicht stören wollte, fragte ich ihn prompt, ob das auch gilt, wenn ich ihm etwas zum in die Ohren stopfen hole. Ok, es galt… er stopfte mir kurzerhand den Mund mit „Rühr den Knebel nicht an, sonst setzt es was“. Diese wenigen Worte waren mir Warnung genug, meine Finger davon zu lassen.
 
Leider hatte ich das doofe Ding am Ende des nächsten Tags aber immer noch vor dem Mund und hörte oben schon wieder das bekannte Sägen des Hauptmanns. Nur logisch, dass ich mich hütete, ihn deswegen zu wecken. Einfach abnehmen durfte ich den aber auch nicht und Lita war nirgends zu sehen… vielleicht hatte er ihr ja wegen des Knebels etwas befohlen? Auf der Suche nach ihr trabte ich in die Stadt, doch auf der Terrasse saß nur der Lederarbeiter. Dieser Fiesling machte sich ausgiebig lustig über mein unverständliches Gebrabbel, hatte dann aber doch Mitleid mit mir und deutete über den Marktplatz Richtung Festung, nachdem er mich endlich gefragt hatte, ob ich vielleicht Lita suche. Natürlich erinnerte ich mich sofort, dass immer noch ein Auftrag des Hauptmanns ausstand. Der Lederarbeiter hatte für ihn Diverses angefertigt, das nun anscheinend von Lita, Eo und Katy in die Festung gebracht wurde.
 
Natürlich flitzte ich wie der Blitz über die Trainingswiese mit jeder Menge Hoffnung in mir und traf im großen Saal der Festung tatsächlich nicht nur Eo und Katy, sondern auch Lita, die mir grinsend die unbequeme Sabberbremse sofort abnahm. Während Eo sich nach einer kurzen Beratschlagung mit uns auf den Weg machte, ein paar alte Pastetchen vom Vortag zu holen, eröffnete Lita Katy und mir, dass sie für die Zeit unserer Inobhutnahme bei ihrem Herrn von ihm als Erste ernannt worden war… ein Umstand, der ihr wegen der ganzen Konsequenzen offensichtlich nicht so wirklich zu behagen schien, der mich jedoch breit zu Katy schmunzeln ließ, weil ich doch genau dies schon am Vorabend angekündigt hatte. Da ich wirklich weiß, was es bedeutet erstes Mädchen zu sein, fragte ich Lita fairerweise schnell noch, ob ihr klar ist, was sie möglicherweise erwartet, wenn unsere Pastetchenverkostung auffliegen sollte und bot natürlich an, darauf zu verzichten.
 
Doch unsere vorübergehende Erste fand diese Verkostung ganz besonders in Ordnung. Außerdem hatten wir zuvor ja alle gemeinsam das Für und Wieder bereits ausdiskutiert und waren uns total einig mit Eos Herrn, dass alte vertrocknete Pastetchen vom Vortag den Herrschaften nicht mehr angeboten werden dürfen und dass man sie auch nicht wegwerfen sollte. Leider nahm unser Pastetchenfestmahl nur ein sehr abruptes Ende in Form des Lederarbeiters, der wohl trotz aller Vorsichtsmaßnahmen mitbekommen hatte, dass Eo kurz in der Küche des Gasthauses gewesen war und nun plötzlich im Innenhof der Festung auftauchte. Dummerweise glaubte er uns unser Opfer irgendwie nicht, verstand auch nicht, dass doch nur wir damit gemeint sein konnten, wenn etwas an die Vulos zum Wohl der Stadt verfüttert werden soll.
 

Leider ließ er auch nicht mit sich reden, als ich ihm selbstlos wie ich ja nun mal bin, den verditschten Minihappenrest des leckeren Pastetchens in meiner restlos verklebten, ziemlich verschmierten Hand anbot. Dafür fiel ihm nun auf, dass ich zuvor auf der Terrasse noch geknebelt gewesen war. Während er Eo dazu verdonnerte sämtliche noch im Korb befindlichen Pastetchen aufzuessen, schien ihn dieser Knebel, der sich mittlerweile am Gürtel von Lita befand, auf einmal schrecklich zu interessieren. Nun gut, ich muss mich korrigieren, der Knebel befand sich nur kurzfristig am Gürtel von Lita, denn inzwischen durfte er wieder meine weichen sinnlichen Lippen zerquetschen. Es kam aber noch schlimmer… wie erwartet schaffte Eo es nicht, die ganzen Pastetchen aufzuessen. Das vorletzte beförderte leider sämtliche Vorgänger mit heraus, sodass Lita ihre Tunika zum Aufwischen hergeben musste.
 
Während sich der Herr nun erstaunlich schnell verdrückte, übertrug er mir die ehrenvolle Aufgabe, den ganzen Ekelkram wegzuwischen… immerhin war das meiste noch unverdaut.^^

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