Donnerstag, 5. Dezember 2013

Zweifelhafte Zielgenauigkeit von Düngerproduzenten

Das Waffentraining der Krieger ging in dieser Hand leider ohne Kajiratratsch mit den anderen Mädchen an mir vorbei, denn ich war erst recht spät zur Trainingswiese gelaufen, um den Männern zuzuschauen. Schade, zusammen mit Balg und Eo hätte es bestimmt sehr lustig werden können, aber die kleine Besprechung mit meiner Herrin, die erstaunlicherweise bereits kurz nach mir vor der Festung eintraf, war für mich natürlich viel wichtiger. Jedenfalls glaube ich, ich habe sie tatsächlich überzeugen können, sich keine Sorgen um mich machen zu müssen.
 
Komischerweise brachen bei unserem Eintreffen auf der Terrasse des Gasthauses bereits die ersten Gäste schon wieder auf… wobei ich mir sicher bin, dass dies reiner Zufall war und nichts damit zu tun hatte, dass nun eine freie Frau anwesend war. Im Gegenteil, Darks Herr schien die Situation, mit meiner Herrin alleine zu sein, denn der Hauptmann zählte anscheinend nicht und den Händler meinte er irgendwie bestechen zu können, offensichtlich sehr zu genießen. Doch der erste war keineswegs Luft und der zuletzt genannte Herr demonstrierte ebenfalls erstaunliches Sitzfleisch, sodass Darks Herr letztendlich elegant darum herumkam, meiner Herr in einen Antrag machen zu müssen. Außerdem meinte er sowieso, das Angebot käme erst, wenn meine Herrin für ihn getanzt habe. Uff, oder meinte er damit das Bestechungsangebot an den Händler?
 
Egal, die beiden Anstandsherren blieben jedenfalls hartnäckig auf ihren Kissen hocken, sodass der Charmeur nach einigem Geplänkel über die Tanzkünste meiner Herrin, zu denen ich mir tunlichst jeglichen Kommentar verkniffen habe… ja, ich kann manchmal auch meine Klappe halten… dann doch zu müde wurde, zumal er auch noch zurück auf seinen Landsitz wollte. Wobei sich der Hauptmann inzwischen äußerst interessiert an einer Tanzdarbietung meiner Herrin zeigte, also einem eher nur geschrittenen Geschichtentanz einer oberehrbaren Freien, von der außer ihren Augen nichts zu sehen ist. Aber genau diese Augen funkelten äußerst verdächtig, als meine Herrin nun feststellte, dass Darks Herr nicht nur zuhören kann, sondern sich die eine oder andere Information über sie auch merkt. Leider reiste er trotzdem ab.
 
Die Gespräche am Tisch wandten sich erneut den seit einiger Zeit sehr mysteriösen, für mich total geheimnisvollen Handlungen der Kriegerkaste und dem Geschäfte witternden Händler zu und drehten sich mal wieder um Schiffskäufe, aber auch um den Kauf von Tarns. Sparsam wie der Hauptmann ja eigentlich meistens ist… mit „ich mag dich Bekundungen“ ja sowieso, aber auch in diesem Fall, wo es um die gefährlichen Vögel ging. Er meinte aus Kostengründen sollten keine ausgebildeten, sondern junge Tarne erworben werden. Der Händler warf zwar ein, dass dafür die Zeit möglicherweise zu knapp ist, doch der Sparhauptmann setzte dem entgegen, dass mit den jungen Wilden eine Menge Futter gespart werden könnte. Weder meiner Herrin noch mir wurde jedoch klar, warum überhaupt mehrere dieser Viecher gekauft werden sollten, bevor das Gespräch schon wieder in den Fäkalbereich abdriftete.
 
Am Abend zuvor war bereits ausgiebig erörtert worden, dass Reisende ständig die Blumenbeete meiner Herrin für das Verrichten ihrer Notdurft benutzen… und zwar nicht nur für ihre flüssigen Geschäfte, sodass das Ergebnis eigentlich gewesen war, am Hafen muss unbedingt ein Klohäuschen gebaut werden. Nun kam jedoch das nächste Problem auf die Blumen zu, nämlich die großflächigen Hinterlassenschaften dieser riesigen Tarne, denn die würden das Klohäuschen natürlich nicht benutzen. Ok, der Vogelschissdurchmesser der jungen Wilden würde wahrscheinlich etwas geringer ausfallen als bei Altvögeln, trotzdem taucht bei den Viechern wohl generell das Problem der Zielgenauigkeit ihres Düngers auf. Nicht auszudenken, wenn die Hausdächer davon in Mitleidenschaft gezogen würden. Der Händler meinte zwar, beim nächsten Regen würde alles wieder abgewaschen werden, gab aber zu bedenken, dass der Winter demnächst wohl auch in Jorts Einzug halten wird und dann natürlich die Gefahr besteht, dass die Tarnscheisse durch Schnee anbäckt…oder so.
 
Der Hauptmann toppte die tollen Aussichten nun leider noch, indem er ausgerechnet mich für die Beseitigung des Tarndüngers ausleihen wollte. Ein weiteres Mal gelang es mir übrigens oberperfekt, mir eine Erwiderung auf diese fiese Forderung zu verkneifen, wobei ich mir sicher bin, meine Lippen waren vor Anstrengung bestimmt nur noch ein Strich. Zum Glück sprang Rawis Herr für mich in die Bresche und schlug vor, dass ein paar flache Boote bestimmt praktischer wären, falls der Hauptmann und der Händler gerade über das reden, von dem er denkt, dass sie reden. Wie gut, Shani hat wohl jede Menge Ahnung vom Verbuddeln dieses Düngers, sodass meine Herrin den einzig guten und vor allem sehr logischen Vorschlag machte, sie würde die Kajirae der Kriegerkaste bestimmt gerne anleiten.
 
Der Abend endete damit, dass ich immer noch nichts darüber herausgefunden hatte, was es mit den vielen Schiffsneubauten und Anschaffungen von Tarns nun tatsächlich auf sich hat, aber auch mit einem breit grinsenden Hauptmann, als er meiner Herrin eine gute Nacht wünschte und ihr zusätzlich den Rat gab, sie möge auf dem Weg nach Hause nicht vergessen, immer schön nach oben zu schauen! ;-))



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