Dienstag, 30. Dezember 2014

Ein fast folgenschwerer Versprecher

Da mein Herr noch einige Zeit auf einer längeren Patrouille sein wird, verließ ich an diesem Tag alleine sein Haus, nachdem ich alle wichtigen Aufgaben erledigt hatte, was aufgrund seiner Abwesenheit aber nicht viel Arbeit ist und daher schnell ging. Mein erstes Ziel war der Hafen, wo mich vor allem interessierte, ob jemand vor der Taverne die schöne Aussicht auf das Vosktal genoss und vielleicht meine Dienste benötigte… doch das war nicht der Fall. Außer den über dem Fluss ihre Kreise ziehenden Möwen, ein paar weghuschenden Urts und dem Bettler war das einzige Lebewesen am Hafen nur eine offensichtlich schlafende Kajira in einem der Käfige, die natürlich mein Interesse weckte. Nur logisch also, dass ich sie erst einmal ausgiebig beäugte und als sie dann plötzlich aufwachte, auch gegrüßt habe… doch keine Reaktion. Huch, schlief das Mädchen etwa doch noch? Klar, dass ich die Ware nun vorsichtshalber etwas kräftiger antickte... wieder ohne Reaktion. Merkwürdig. Natürlich habe ich das Ding jetzt noch doller angestupst, um festzustellen, ob in ihr überhaupt sowas wie Leben ist. 


Nun reagierte die Kajira auch endlich... allerdings mit übelsten Beschimpfungen und Beleidigungen, die ich hier nicht wiederholen werde! Zusätzlich glaubte sie offensichtlich, mir Befehle erteilen zu können, sodass ich ohne weitere Erwiderungen kurzerhand zum Brunnen lief, aus dem tiefen Schacht einen fast randvollen Eimer mit richtig eiskaltem Wasser hinaufkurbelte und den gesamten Inhalt ohne jegliche Vorwarnung über dem Kopf der pöbelnden Ware ausgoss. Leider kriegte sich die 99er danach immer noch nicht ein. Im Gegenteil, sie erkannte nicht mal ansatzweise, dass sie sich in einer Situation befand, in der eine Sklavin sich ihres Standes bewusst sein sollte, wenn sie nicht ganz schnell zu Fischfutter werden möchte. Leider hatte ich bei dem lauten Gemecker dieser offenbar wirklich minderwertigen Ware überhaupt nicht mitbekommen, dass der Hauptmann inzwischen am Hafen aufgetaucht war. Ich bekam nämlich fast Ärger mit ihm, weil er befürchtete, meine Kaltwasserdusche würde ihm oder seiner Fastgefährtin nasse Füße bescheren.


Ihm wurde jedoch sehr schnell klar, dass er mir für die Abkühlung der Eingesperrten eigentlich sogar hätte dankbar sein müssen, denn es kam noch viel schlimmer. Aber keine Sorge, das verkneife ich mir hier jetzt lieber, denn diese Sorte von Kajirae hat es wirklich nicht verdient, sich über sie länger auszulassen… die übrigens bei einem Diebstahl erwischt worden war. Letztendlich befahl der Hauptmann mir genervt, nach der Fähre zu läuten, damit er das inzwischen gefesselte, wertlose Nichts am gegenüberliegenden Ufer entsorgen konnte. Er sah die Sklavin nämlich nicht mal als wert an, im Futterfass von Fenris zu landen, weil sein Sleen Besseres verdient hat. Immerhin hatte ich Glück, dass für mich eine Attacke dieser biestigen Kajira mit nur einer Minibeule und blauem Fleck auf meiner Stirn recht glimpflich verlaufen ist... eine unwichtige Blessur, die ich ganz gut mit meinen Haaren kaschieren kann. Puhh, ich war also nicht ernsthaft beschädigt worden und brauchte daher auch nicht von einer Grünen behandelt werden.


Dark und ihr Herr kamen übrigens später auch noch zum Hafen. Selbstverständlich habe ich dem Krieger das Eigentum meines Herrn möglichst vorteilhaft präsentiert und dafür sogar ein paar wohlwollende Blicke eingeheimst. Naja, es war aber auch recht einfach für mich, weil ich wie immer viel Haut zeigte, während Dark sich in irgendwelche langen Stoffbahnen gehüllt hatte. Komisch eigentlich, denn normalerweise hat sie genauso viel Feuer wie ich und dürfte daher nicht frieren. Doch als sich dann die Gespräche der Freien um Gefährtenschaften drehten, schwante mir, was möglicherweise die Ursache für Darks Wärmebedürfnis war. Es ging nämlich nicht erneut um die Grünkastige, um die ja auch mein Herr wirbt, sondern der Herr von Dark scheint sich ebenfalls in eine Freie verguckt zu haben… anscheinend aber eine Niedrigkastige, wenn ich mir alle Andeutungen richtig zusammengereimt habe. Naja, die Kaste dieses Weibs ist wohl egal, aber Dark tut mir natürlich mehr als oberleid, zumal ich mir sehr sicher bin, dass ihr Herr ihr Liebesherr ist. 


Aber mal abwarten… das Gebalze der Krieger scheint momentan wohl einfach nur in Mode gekommen zu sein… dabei haben wir noch gar nicht En’Kara. Bei dem ganzen Hin und Her passierte mir schließlich leider jedoch ein mehr als peinliches Missgeschick. Dark und ihr Herr waren inzwischen zwar Richtung Gasthaus verschwunden, nur hatte er zuvor noch irgendetwas über „wilde Wetten auf wilde Gefährtschaften abschließen“ von sich gegeben und was er sonst noch alles an dem Lederarbeiter auszuprobieren gedachte, wenn er sich von ihm eine neue Kurt kauft, während Dark mich irritierenderweise als Gefährtin ihres Herrn sah. Doch da muss ich einiges vollkommen falsch verstanden haben, weil ich inzwischen ganz entrückt sehr sanft über meinen Kragen streichelte und mit meinen Gedanken natürlich bei meinem Herrn war.


Dieses Missverständnis über meine Freilassung wurde zum Glück dann auch schnell beseitigt, doch kam der Hauptmann später noch einmal darauf zu sprechen und behauptete: "Du möchtest also eine Gefährtin werden Dina". Natürlich verneinte ich dies erneut sofort, denn ich kann mir überhaupt nicht vorstellen frei zu sein... ich bin und bleibe nun mal eine Kajira. Peinlicherweise beteuerte ich jedoch: "Nein Herr, ich möchte keine Gefährtin sein... lieber deine Kajira" und merkte dabei vor lauter Angst nicht mehr Unfrei zu sein nicht einmal, dass ich aus Versehen "deine" statt "eine" gesagt hatte. Natürlich sind die Ohren des Hauptmanns sehr geschärft, sodass er nun eine ganze Weile über meinen vollkommen unbeabsichtigten Versprecher lamentierte und sich sogar überlegte, welche zusätzlichen Kosten ihm durch mich entstehen werden, weil er einen weiteren Sklavenkäfig kaufen und umziehen muss, wenn er diesen in seinem jetzigen Haus womöglich gar nicht stellen kann. 


Letztendlich konnte ich ihn aber doch noch davon überzeugen, dass dieses kleine "d" sich wirklich nur ganz zufällig und vollkommen unbeabsichtigt vor das "eine" geschlichen hatte. Meine mehr als skeptisch-reservierte Meinung über seine Fastgefährtin hat sich bei dieser Diskussion übrigens etwas geändert, denn sie hat mir mit ihren Argumenten ganz gut geholfen, sodass der Hauptmann zuletzt dann wirklich ein Einsehen hatte. Nach dieser Erfahrung habe ich mich natürlich mächtig angestrengt, mein Plappermaul möglichst zu halten...zumindest für einige Ihn. Auch wenn ich mich immer noch nicht gerne in grüne Behandlung begebe, habe ich mich aus Dankbarkeit beim Servieren des verwässerten Kalanas für die Herrin natürlich besonders ins Zeug gelegt und diesmal auch sogar die richtige Verdünnung erwischt.^^

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Weihnachtsgrüße

Frisland (Laluna Island 117,221,21)
Viele liebe Grüße von eurer Dina!

Dienstag, 23. Dezember 2014

Durcheinander

Durch die Lage des Hauses meines Herrn hat man von dort nicht nur einen tollen Blick zum Leuchtturm und ins Vosktal ja sowieso, sondern auch zum Hafen, wo ich an diesem Tag zufällig den Sattler auf die Fähre gehen sah, als ich vor die Tür trat. Auch wenn ich selbstverständlich nicht neugierig bin, sputete ich mich ein wenig, um schnell zum Hafen zu kommen und vielleicht sein Reiseziel zu erfahren. Mist, ich war leider zu spät dran… die Fähre hatte bereits abgelegt, sodass ich dem Lederarbeiter und Ravi nur freundlich grüßend hinterher winken konnte. Kaum drüben am anderen Ufer angekommen, fuhr die Fähre jedoch zurück und zwar mitsamt dem Sattler und seiner Kajira. Oha, offensichtlich hatte der Herr etwas vergessen und ich erhielt wegen seines Reiseziels eine zweite Chance, auch wenn ich natürlich immer noch nicht neugierig war.


Es stellte sich jedoch heraus, dass der Herr überhaupt nichts vergessen hatte, sondern der Fährmann anscheinend irgendwie durcheinander gewesen sein muss und seinen Fahrgästen eine unentgeltliche Extratour gegönnt hatte. Naja der Sattler sagte, der Herr sei besoffen, aber über den Alkoholpegel von Freien erlaube ich mir lieber kein Urteil. Trotzdem konnte ich mir ein zufriedenes Schmunzeln nach der erneuten Abreise der Fähre nicht verkneifen, hatte ich dank des Fährmanns nun immerhin doch noch herausbekommen, dass der Lederarbeiter nach Enkara wollte. Nach dieser Überfahrt tauchte die Fähre übrigens nicht gleich wieder auf. Doch ich hatte nicht lange Zeit, das Geschehen am anderen Ufer zu beobachten, weil es plötzlich neben mir raschelte und ich leise Schritte hörte, sodass ich mich umdrehte und meine ehemalige Herrin entdeckte… was für eine tolle, leider viel zu seltene Überraschung!


Leider hatte ich ihre Ankunft offensichtlich verpasst und sie war schon wieder auf dem Rückweg zu ihrem Landsitz, hatte aber zum Glück noch etwas Zeit, weil ihr Schiff noch nicht da war. Auf eine Honigmilch wollte sie allerdings verzichten, erzählte mir aber, dass sie gerne eine getrunken hätte, weil die Milch auf ihrem Landsitz wohl nicht so gut schmeckt, wie die an ihrem Heimstein. Ich glaube übrigens, meine ehemalige Herrin freute sich genauso über unser Wiedersehen wie ich, denn sie wollte ganz viel von mir wissen. Dabei ging es ihr anscheinend nicht nur um die letzten Geschehnisse in Jorts, sondern wohl vor allem auch darum, wie es mir geht. Es kam mir fast so vor, als ob sie immer noch auf mich aufpasst… ein echt schönes Gefühl, bei dem mir total warm ums Herz wurde. Dabei habe ich wirklich einen supertollen Herrn, der sich sehr um sein Eigentum kümmert und bei dem ich sehr glücklich bin.

Schade, dass ihr Schiff dann doch so schnell auf einmal schon auftauchte und tatsächlich keine Zeit mehr für eine heiße Milch mit Honig im Gasthaus war. Aber ich bin mir sicher, es war bestimmt nicht der letzte Besuch meiner ehemaligen Herrin zuhause… immerhin ist Jorts doch ihr Heimstein! Die Gasthausterrasse war übrigens mal wieder sehr gut besucht, nur warum um die Kajira des Schmieds so ein Gewese gemacht und das Mädchen schließlich sogar gefesselt wurde, erschloss sich mir bis zuletzt nicht mehr. Es herrschte nämlich ein ziemliches Durcheinander mit reichlich Hin und Her… und das nicht nur für mich. Ich musste jedenfalls ständig irgendwelche Dinge bestellen… allerdings zwischen zwei Kriegern, die gemeinsam am Tisch saßen.


Der Hauptmann ließ durch mich dem gegenüber sitzenden Krieger nämlich ausrichten, dass seine Kopfpatscher die besten sind… natürlich im Sinne von besonders unangenehm, was er später dann auch an mir demonstrierte, sodass ich leider etwas von seinem Paga verschüttete und natürlich in einen erneuten Genuss der grobmotorischen Sympathiebekundungen dieses Herrn kam. Von dem Krieger erhielt ich danach dann den Auftrag, aus der Kriegerunterkunft in der Oberstadt Tinte, Feder und ein Papier zu holen. Nachdem ich damit eiligst zurückgekehrt war, schrieb er nur eine kurze Notiz darauf, die ich nun dem Hauptmann zu überbringen hatte… ich musste also erneut den Tisch halb umrunden... doch der Hauptmann nahm mir die Notiz nicht ab, sondern befahl mir nun, sie ihm vorzulesen.

Oha, das Vorlesen ist übrigens fast in die Hose gegangen. Auch wenn ich wie schon gesagt ja nicht neugierig bin, faltete ich das Papier selbstverständlich eiligst auseinander, kam aber nur bis zu „handgefertigtes…“ als der Krieger von gegenüber auch schon laut „STOP“ brüllte. Immerhin musste ich diesmal nicht erneut wieder um den halben Tisch herum, da er den Hauptmann nun bat, das Geschriebene selbst zu lesen, weil es etwas Privates ist. Komisch, ich fand eigentlich, dass die anderen Freien am Tisch die beiden harmlosen Worte hätten hören können, kam aber nicht mehr dazu, länger über diese Merkwürdigkeit nachzugrübeln, weil plötzlich alle Herrschaften aufsprangen und hinüber zum Spielehaus deuteten, wo der Schmied auf dem Dach zu sehen war. Keine Ahnung, was der Herr dort oben wollte, doch es kam mir nun fast so vor, als ob die Freien ihn einfangen wollten. Vermutlich hat das Durcheinander am Boden den Herrn jedoch unachtsam werden lassen, denn leider passierte jetzt ein schrecklicher Unfall… der arme Schmied stürzte nämlich vom Dach.


Zum Glück war die grüne Kaste doppelt im Gasthaus versammelt, sodass gleich die nötige ärztliche Hilfe da war, bevor der bewusstlose Abgestürzte dann zur Krankenstation abtransportiert wurde und ich erleichtert nach Hause lief, weil ich nicht mehr gebraucht wurde.

Scharlachrote Schmollbacke

Mein Herr war mal wieder auf dem Tarn unterwegs. Daher war es nicht weiter verwunderlich, dass mein erster Blick zum Himmel und dann natürlich zum Tarnturm fiel, als ich vor die Haustür trat. Mein Timing mit der Erledigung meiner häuslichen Arbeiten hätte nicht perfekter sein können, dachte ich zumindest zu diesem Zeitpunkt noch. Zufälligerweise muss er nämlich genau in diesem Moment zurückgekommen sein und hatte mich anscheinend ebenfalls gesehen, denn als ich ihm überschwänglich zuwinkte, hob auch er seine Hand zum Gruß. Mehr Anlass brauchte ich eigentlich nicht, um ihm nun wie der Blitz Richtung Oberstadt entgegen zu sausen. Doch ich kam vorerst nur bis zum Hafen, wo ich erst einmal den Hauptmann, den Brauereikrieger und leider auch die von meinem Herrn avisierte Gefährtin begrüßen musste.

Natürlich wollte ich mich von den Freien auf meinem Weg zum Tarnturm nicht weiter aufhalten lassen, doch eine Aussage der Grünen ließ mich noch kurz inne halten. Ich erfuhr nämlich, dass die Gnädigste anscheinend inzwischen zu einer bestimmten Ahn fest mit meinem Herrn am Brunnen in der Oberstadt verabredet war und sich jetzt dorthin aufmachte. Das war mir neu. Ich wusste zwar, dass eine solche Verabredung bestand, doch offensichtlich muss er die Herrin vor seinem Rundflug getroffen und eine konkrete Zeit mit ihr ausgemacht haben. Mist, aber nicht zu ändern… selbstverständlich lief ich trotzdem weiter, allerdings trottete ich nun weitaus weniger euphorisch, dafür aber leise vor mich hin schmollend mit einigem Abstand hinterher. Das Gehörte musste ich erst einmal verarbeiten, damit mir die Gnädigste nicht wieder vorhalten konnte, meine Begeisterung für ihre Verbindung mit meinem Herrn lasse zu wünschen übrig.

Da es mir als Kajira selbstverständlich nicht zusteht, meinen Senf zum Balzen meines Eigentümers um eine Freie dazu zu geben und mir grundsätzlich sowieso nichts anderes übrig bleibt, als seine sämtlichen Entscheidungen zu akzeptieren, egal wie schrecklich ich sie auch finde, hatte ich mir in meiner letzten, leider recht schlaflosen Nacht überlegt, eine möglichst neutrale Miene zu seinem Werben um dieses Weib zu machen und mich von meiner besten, wohlerzogensten Seite zu zeigen, denn ich wollte ihm selbstverständlich keine Schande bereiten. Immerhin waren ja noch zwei Nebenbuhler im Rennen um die Grüne, auf denen logischerweise meine ganze Hoffnung liegt. Doch ich habe große Angst, dass sich die Freie für den tollsten Mann in Jorts und überhaupt auf ganz Gor, nämlich meinen Herrn entscheiden wird.

Andererseits hat er bislang ja lediglich sein Interesse an einer Gefährtenschaft mit dieser Frau bekundet, die er außerdem noch überhaupt nicht näher kennt. Auch wenn er vielleicht nicht so auf Kriegsfuß mit Angehörigen dieser Kaste steht wie ich, sagt sie ihm letztendlich ja möglicherweise doch nicht zu oder ihre Bedingungen gefallen ihm nicht? Es wird also hoffentlich noch einiges Wasser den Vosk hinunterfließen, bevor mein Herr einen Vertrag mit diesem Weib eingeht… wenn überhaupt. Trotzdem bin ich gut beraten, mich mit der Gnädigsten gut zu stellen, da sie ja auf den Heimstein von Jorts schwören möchte und ich möglicherweise mal zu ihr in Behandlung muss, was bei meiner Gesundheit aber zum Glück recht unwahrscheinlich ist... außer die grobmotorischen Sympathiebekundungen des Hauptmanns machen es doch mal erforderlich.

Wegen guter Miene machen und so und weil mein Herr außerdem wie befürchtet nur einen eher beiläufigen Blick für sein Eigentum übrig hatte, erschien mir daher die leise Frage angebracht, ob er das Gespräch mit der Herrin ohne mich zu führen wünscht. Tja, ich werde nie wieder so eine überflüssige Frage stellen… hoffe ich jedenfalls. Sie war insofern überflüssig, weil ich eigentlich weiß, dass mein Herr mich neben sich wünscht, außer er lässt etwas Gegenteiliges verlauten, was hier aber nicht der Fall war. Leider vermutete er jedoch, ich wollte damit andeuten, mit meinen Aufgaben noch nicht fertig zu sein. Da er außerdem wusste, dass ich mich mit seinen Gefährtenschaftsplänen ziemlich schwer tue, formulierte er seine Antwort sehr vage… überließ also mir, ob ich dabei sein möchte oder etwas anderes zu tun habe.

Mist, ich blödes Vulo dachte natürlich, er wollte mich bei seinem Süßholzgeraspel nicht dabei haben. Ohne ein weiteres Wort schlich ich mich daher mit traurig hängendem Kopf und vor Enttäuschung heruntergesackten Schultern leise schmollend davon, denn selbstverständlich lag es mir fern, mich aufzudrängen oder meinem Herrn im Weg zu sein. Da die Unterstadt inzwischen dummerweise auch noch wie leergefegt war, blieb mir nichts anderes übrig, als am Brunnen auszuharren und abzuwarten, ob vielleicht doch noch jemand meine Dienste benötigte. Ich hatte sogar Glück, denn nach einiger Zeit tauchte einer der Krieger auf, deren Waffenklirren bis zu mir zu hören gewesen war, weil sie offensichtlich ein zusätzliches Training auf der Wiese hinter dem Hof eingelegt hatten. Er wunderte sich, mich ohne meinen Herrn anzutreffen und leider zeigte sich nun mal wieder, wie schlecht ich mich verstellen kann. Ich glaube nämlich, der Rarius durchblickte mich anhand des Tiefstands meiner Mundwinkel sofort, vor allem als ich ihm erzählte, wo und mit wem zusammen mein Eigentümer war und dass er mich nicht dabei haben wollte.

Habe ich schon erwähnt, wie dumm ich manchmal bin und was für eine Schmollbacke ich sein kann? So hat meine frühere Herrin mich manchmal genannt… übrigens zu Recht, denn das bin ich ab und an tatsächlich. Während ich nun also voller Selbstmitleid vor mich hin schmollte, dauerte es schließlich dann doch nicht allzu lange und mein Herr tauchte am Marktplatz auf. Unmissverständlich und knapp befahl er mir nur, mit nach Hause zu kommen. Ohje, mir schwante Schlimmes, vor allem bemerkte ich nun auch noch, dass ich schon wieder vergessen hatte, die Haustür zu schließen. Doch er ignorierte diesen Fehler, setzte sich auf die Bank vor dem Haus und zeigte auf den Boden vor seinen Füßen, wo ich eiligst niederkniete, allerdings auf eine gewisse Distanz achtete. 

Tja, und dann kam’s… nein, kein Donnerwetter… der sanfte Blick seiner grauen Augen, mit dem er mich anschaute, war einfach unbeschreiblich und ging mir durch und durch, sodass ich sofort näher zu ihm rutschte, um dann seinen erklärenden Worten zu dieser oder möglicherweise auch einer anderen Gefährtenschaft zu lauschen, die nichts damit zu tun haben wird, was zwischen meinem Herrn und mir ist. Das war viel mehr, als eine Kajira erwarten kann, denn selbstverständlich ist ein Freier seinem Eigentum keine Erklärungen schuldig… ich habe einfach den tollsten Herrn von ganz Gor!

Samstag, 20. Dezember 2014

Harte Landung auf goreanischem Boden

...ausgerechnet auch noch in Grün, eine Farbe die ich eigentlich nur in der Natur mag.


Drei Männer balzen um die Gefährtenschaft mit einer Grünen, darunter auch mein Herr. Natürlich alles ganz selbstlos und angeblich vor allem wegen Kastennachwuchs, denn fürs Vergnügen hat man doch Kajirae. Eigenartigerweise scheint die rote Kaste besonders in Kinder verliebt zu sein, denn sie war ja sogar doppelt vertreten.


Selbstverständlich unterbricht mein fürsorglicher Herr den wundervollen Plausch über die geplante Gefährtenschaft mit seiner Angebeteten und schickt nicht nur sein Eigentum ins Haus, sondern auch die Grüne, als Fremde am Hafen auftauchen und ausgerechnet auf der Suche nach einem Mitglied aus der Kaste dieser Herrin sind.


Während ich in Sorge um meinen Herrn meine Nase an der Scheibe platt drücke, fährt die Grüne gleich ihre Krallen aus und meckert an meinem Gesichtsausdruck herum, mit dem es mir zuvor wohl nicht so ganz gelungen war, die von ihr erwartete Begeisterung für die Gefährtenschaftsabsichten meines Herrn zum Ausdruck zu bringen. 


Ach ja, der Kalana war der Grünen natürlich viel zu stark verwässert. Leider vergaß ich nämlich zu fragen, welches Mischungsverhältnis die Gnädigste wünscht. Ich muss wohl ziemlich durcheinander gewesen sein anzunehmen, dass sie ihren Wein mit dem gleichen Wasseranteil trinkt wie meine ehemalige Herrin.

Fazit: Abwarten, noch ist der Vertrag nicht unterschrieben. Auch wenn ich selbstverständlich möchte, dass mein Herr glücklich ist, befürchte ich natürlich, dass ziemlich schwere Zeiten auf mich zukommen. Mir ist jedenfalls erneut klar geworden, wie schnell Wolke sieben verpuffen kann... dabei hätte ich es eigentlich besser wissen müssen.


Freitag, 19. Dezember 2014

Wer entfachen lässt…

…läuft Gefahr, auch zu bedienen und kommt ums Bezahlen sowieso nicht herum.

Voller Tatendrang hatte mein Herr das Haus sehr zeitig verlassen, um rechtzeitig zum Waffentraining auf der Wiese hinter dem Hof zu sein, während ich mich noch um ein paar häusliche Arbeiten und die Wäsche kümmern musste. Da man vom Waschplatz am Bach einen relativ guten Blick zur Kriegerwiese hat, dauerte das Waschen wahrscheinlich etwas länger, denn ich war doch ziemlich abgelenkt und reckte immer wieder meinen Hals, um meinen Herrn beim Training zu beobachten. Ok, ich gebe zu, zwischendurch vergaß ich die Wäsche auch komplett, weil ich meine Augen einfach nicht von meinem toll anzuschauenden, über die Wiese hetzenden Eigentümer lassen konnte.
Wobei sein Trainingspartner, der muskulöse Krieger von der Brauerei mit dem hünenhaften Körperbau und den wunderschönen roten Haaren nur knapp weniger schön anzusehen war, auch wenn mein Herz selbstverständlich wie immer ganz heftig für meinen Herrn schlug und ich beide Daumen ganz fest für ihn drückte. Der lange Waschgang war also nicht weiter verwunderlich, sondern vollkommen logisch, denn mit daumendrückenden Fäusten kann man nämlich nicht wirklich effektiv Kleidung spülen und schon gar nicht auswringen! Aber es half, denn mein Herr machte es dem Brauereikrieger nicht leicht, der immerhin sehr lange den Titel des Ersten Schwerts innehatte, sodass die beiden Männer ihr Training letztendlich bei Gleichstand beendeten.


Das anschließende Bogentraining mit dem Krieger vom Hof bekam ich dann allerdings nicht mehr wirklich mit, da ich nun endgültig zusehen musste, mit meinen Arbeiten fertig zu werden, denn ich wollte noch ein wenig mit Dark tratschen, die ich auf der anderen Seite der Wiese von weitem bereits entdeckt hatte. Schade, mein Timing war leider total schlecht, denn kaum war ich dort angekommen und hatte gerade erst ein neidvolles Kompliment über die wohlgeformten Rundungen von Dark losgelassen, als die Krieger auch schon ihr Training beendeten. Allerdings steckte nicht nur Darks Herr seine Waffen wieder ein. Er schob diesmal übrigens außer seinem Alter… was er ja immer macht… nun auch noch seinen gerade erst gesundeten Arm als Grund für das Trainingsende vor. Er hatte den nämlich bis vor einem Tag noch in der Schlinge tragen müssen, weil die Sängerin ihm anscheinend bei einem Stocktraining da kräftig drauf geklopft hatte. 


Jedenfalls hatte auch mein Herr inzwischen genug vom Waffentraining, vor allem gelüstete es ihn nach einem Paga und außer Darks Herrn gesellte sich schließlich auch der Krieger vom Hof noch auf der Terrasse dazu. Während Dark, Hadi und ich unseren abgekämpften Kriegern ihre Getränke mit all unserer zur Verfügung stehenden rotseidenen Hingabe servierten, bekam ich dann mit, dass die rote Kaste von Jorts die Behandlungskosten für den Schlingenarm von Darks Herrn anscheinend nicht übernehmen wollte… er machte sich nämlich erbost darüber Luft, obwohl er doch eigentlich steinreich ist. Natürlich kenne ich mich mit Angelegenheiten der roten Kaste nicht genauer aus, trotzdem fand ich die Ablehnung sogar nachvollziehbar, denn warum sollte die rote Kaste von Jorts für einen Trainingsunfall eines Heimsteinfremden mit einem ebenfalls heimsteinfremden Weib aufkommen? Doch erstaunlicherweise schob der Hofkrieger Darks Herrn nun die Münzen zu… er hatte sich zuvor anscheinend nur einen Spaß mit ihm erlaubt. 


Danach wandte sich das Gespräch dem Begleitthema für die jortssche Abordnung zu einem Essen zu. Mein Herr hatte wegen seiner vielen doppelten Wachen natürlich noch einigen Informationsbedarf, was es mit dieser Einladung überhaupt auf sich hat, vor allem welche Gefahren möglicherweise zu bedenken sind. Aber ich gestehe, dass ich die Diskussion nur mit halbem Ohr verfolgte, die ich vor einiger Zeit schon mal in ähnlicher Form gehört hatte, bis sie zum Glück dann aber recht schnell mit „dein Kommando, deine Entscheidung“ beendet wurde. Mein Herr hatte inzwischen herrlich besitzergreifend seinen Arm um meine Hüften geschlungen, was natürlich ein sehr intensives Gefühl war, das ich sehr genoss. Kein Wunder also, dass der Begleitschutz ein wenig an mir vorbei ging und nicht wirklich meine gesamte Aufmerksamkeit fesselte. 

Da ich meinen Herrn doch gerade erst am Vortag erinnert hatte, erkundigte er sich schließlich bei seinen Kastenbrüdern nach dem Verbleib des Schreibers, der ihm doch immer noch Geld schuldet. Es wusste zwar niemand wo der Blaukastige steckte, aber es war bekannt, dass die Einspruchsfrist gegen den Antrag dieses Herrn, auf den Heimstein von Jorts zu schwören, bereits abgelaufen war. Die allgemeine Erheiterung darüber, wofür der Schreiber meinem Herrn noch 2 Silber schuldig war, war übrigens ziemlich groß. Der eine grinste nämlich, dass so viel Geld für Kajirahitze vollkommen überbezahlt ist, weil man bereits für die Hälfte ein Mädchen kaufen kann, das wie ein Bestattungshaufen brennt, aber natürlich viel fröhlicher. Und ein anderer machte sich darüber lustig, dass ausgerechnet ich der Sklavin hatte beibringen sollen, wie sie ihr Sklavenfeuer kontrollieren kann und verglich dieses Unterfangen mit einem Tarsk, dass man einem Thalarion vorwirft, ihm jedoch sagt, das Tarsk sei nicht zum Fressen gedacht, sondern nur zum Anschauen. 

Tja, offensichtlich hatte er missverstanden, dass es in meinem Nachhilfeunterricht darum gegangen war, dieser Kajira beizubringen, wie sie MEHR Hitze zeigt. Da mir nun plötzlich einfiel, dass ich meinen Herrn nur an die säumige Zahlung erinnert hatte, ergänzte ich jetzt lieber schnell noch leise in sein Ohr flüsternd, dass der Schreiber mit meiner Lektion wohl nicht so wirklich zufrieden gewesen war und sich vor einigen Tagen bei mir beschwert hatte. Die noch ausstehenden Silber waren dabei zwar nicht zur Sprache gekommen, aber der Herr hatte vermutet, dass sein Mädchen weggelaufen ist, weil ich ihr ZU VIEL Feuer beigebracht habe. Doch darüber lachte mein Herr nur: „Wenn der erst die Hitze seiner Kajira entfachen lässt und sie dann nicht bedienen kann, ist das nicht mein Problem!"

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Knapp davongekommen

Endlich hatte mein Herr mal keine doppelte Wache, sondern nahm mich mit auf seinem Rundgang durch die Stadt. Vorerst kamen wir allerdings nur bis zum Gasthaus, wo etliche Bewohner und zwei Fremde auf der Terrasse in fröhlicher Runde zusammensaßen. Wie immer an Neuigkeiten interessiert, gesellte sich mein Herr auf einen Paga dazu und erfuhr, dass die beiden Besucher ein Dichter und seine Gefährtin mit Heimstein in Brundisium waren, einer südlich des Voskdeltas gelegenen Stadt an der Thassa. Wobei ich vermute, dass die Herrin wohl aus dem Norden stammte, denn wenn ich mich nicht verhört habe, murmelte sie in ihrem Trinkspruch irgendetwas von Odin… aber das war dann eigentlich nicht weiter wichtig.

Viel interessanter fand ich nämlich, dass der Lederarbeiter seinen unfreiwilligen Ausflug zu den Waldfrauen offensichtlich einigermaßen gesund überstanden hatte und sich nun dazu gesellte. Während der Hauptmann versuchte, mit den beiden Ärztinnen eine rotgrüne Karawane mit Ziel Oberstadt zu bilden, weil sie irgendwas Bürokratisches mit dem Händler zu regeln hatten, sich die Formation besagter Karawane wegen einiger Irritationen bei den beiden Grünen jedoch leicht schwierig gestaltete, war natürlich hochinteressant zu erfahren, was für Gerüchte über den Zurückgekehrten inzwischen die Runde gemacht hatten. Dem Hauptmann war nämlich zu Ohren gekommen, dass dem Sattler sein Aufenthalt im Camp seiner Entführerinnen sehr gut gefallen und er sich der En der Waldzecken sogar unterworfen hat, um dieser Jägerin als ihr persönlicher Sklave nun zu dienen und die Füße zu küssen. 

Tja, das waren tatsächlich aber alles nur Gerüchte, mit denen der Hauptmann wohl ziemlich auf den Arm genommen worden war. „Hauptmann, du solltest nicht alles glauben, was irgendwelche Waldweiber sagen. Ich bekam die Klingenpeitsche, weil ich mich geweigert habe im Knien zu bedienen...und als ich wieder aufwachte, hatte ich ein Collar um, aber unterworfen habe ich mich nicht!“, stellte der Sattler nämlich richtig und mir wurde nun auch klar, warum sich beide Ärztinnen so besorgt nach seinem Wohlbefinden erkundigt hatten. Anscheinend war der Herr wegen seiner Verletzungen durch die fiesen Peitschenhiebe gleich nach seiner Rückkehr bei ihnen in Behandlung gewesen und wohl auch noch nicht ganz wiederhergestellt… doch ansonsten war er wohl noch einigermaßen davongekommen und einen Kragen trug er jedenfalls nicht mehr.


Zu meinem Leidwesen nutzte mein Herr nun die Gelegenheit, sich bei dem Krieger, dem ich am Vortag gedient hatte, danach zu erkundigen, ob er mit mir zufrieden gewesen war. Die Antwort „sonst hätte ich mich beschwert“ und das Schmunzeln des Herrn dabei, ließen mich übrigens kein bisschen erleichtert aufatmen. Im Gegenteil, diese Aussage des Rarius veranlasste mich, meinen Kopf nun ziemlich tief zu senken, denn was nun kam, war mir äußerst unangenehm, war mir doch nach der Herumrennerei als Zielkajira ein peinlicher Fehler unterlaufen. Ich hatte nämlich total vergessen darauf hinzuweisen, dass mein Herr bei Zufriedenheit einen Kupfer für meine Dienste nimmt, was er nun sofort kundtat. Zum Glück nahm der Krieger die Forderung lediglich schmunzelnd zur Kenntnis und schnipste ihm die Münze mit dem Hinweis „unser Sold ist wohl zu niedrig“ einfach zu.

Natürlich war danach für mich noch nicht Aufatmen angesagt, denn ob meine Vergesslichkeit damit erledigt war, würde sich bestimmt erst noch zeigen. Nachdem mein Herr seinen Paga ausgetrunken und die Terrasse sich inzwischen merklich geleert hatte, setzte er erst einmal nämlich seinen Rundgang fort und verkündete mir auf der Stadtmauer, er könne aus seinem Rundgang doch auch einen Rundflug machen, auf den er mich mitnehmen wollte. Was für eine tolle Idee! Ich machte vor Freude einen Hüpfer, denn mein letzter Flug war mindestens, wenn nicht sogar länger als eine Ewigkeit her, sodass ich mich beeilte, aus meinen langen offenen Locken schnell meine Tarnfrisur zu machen… so sagt mein Herr nämlich immer, wenn ich mir einen flugtauglichen Zopf geflochten habe und hinterher nicht in Gefahr laufe, mir die Hälfte meiner Haare beim Ausbürsten auszureißen.


Meine Befürchtungen wegen des Kupfers waren tatsächlich gerechtfertigt, denn kaum waren wir später nach einem wirklich wundervollen Rundflug über Jorts wieder zuhause, kam mein Herr erneut auf meine Vergesslichkeit zu sprechen, die er offensichtlich nicht vergessen hatte… Mist. Kein Wunder also, dass ich mich ganz gewaltig ins Zeug legte, die Haustür möglichst leise zu schließen, mich danach möglichst schnell zu entkleiden und ihm dann möglichst hingebungsvoll, auf eine besonders dunkelscharlachrote Art einen weiteren Paga zu servieren, um vielleicht doch gerade eben noch die Kurve zu kratzen, also nicht bestraft zu werden. Tja, was soll ich sagen… mein Herr schaute mich zwar an, rieb sich dann aber müde die Augen und gähnte plötzlich sogar, sodass ich mir den Rest meines Serves schnell verkniff und ihm den Becher nach einem innigen Kuss einfach mit demütig gesenktem Kopf entgegenstreckte.

In der Annahme, ihn gelangweilt zu haben, entschuldigte ich mich natürlich schnell und bat ihn um Verzeihung, den Paga nicht einfach gleich ohne jegliches Tamtam schnell gereicht zu haben. Doch mein Herr war gar nicht gelangweilt! Ganz im Gegenteil, meine Art ihn zu bedienen hatte ihm gefallen... er war nach den vielen doppelten Wachen einfach nur total müde. Allerdings nicht müde genug, um erneut auf meinen Fehler mit dem Kupfer zu sprechen zu kommen und ob ich mir seinen Wunsch in Zukunft merken werde. Natürlich versicherte ich ihm das sofort und fand nun den Zeitpunkt gekommen, mein gutes Gedächtnis gleich unter Beweis zu stellen! Mir war nämlich gerade eingefallen, dass ich ihn noch an eine säumige Zahlung erinnern sollte, was ich nun tat. „Na sieh einer an, das Erinnern funktioniert! Sehr gut… dafür darfst du heute meine Felle wärmen, Kajira!“ waren natürlich Worte, die mich total glücklich machten und mir zeigten, dass ich noch mal davongekommen war... allerdings nur knapp. ;-)

Dienstag, 16. Dezember 2014

Lauftraining

Mein Herr war leider immer noch nicht wieder zuhause und das Gasthaus komischerweise wie ausgestorben. Doch es waren eindeutige Geräusche trainierender Krieger zu hören. Damit war ich mir übrigens wirklich sicher, denn ein Angriff hört sich ja anders an. Mir wurde also klar, ich war offensichtlich doch nicht die Einzige in der Unterstadt und machte mich daher zur Wiese hinter dem Hof auf, wo ich wie erwartet tatsächlich drei trainierende Rarii entdeckte, von denen einer allerdings gerade pausierte, was beim Training zu zweit aber nun mal nicht anders geht. Während der Hauptmann und der Krieger von der Brauerei sich mächtig ins Zeug legten, um sich gegenseitig möglichst viele Grasflecken zu verpassen, schien der dritte Herr momentan eher damit beschäftigt, das Gras platt zu treten. Kein Wunder also, dass er über mein Auftauchen ganz erfreut war, hatte er doch nun eine Zielkajira, um sich mit dem Bogen zu üben.


Ich hab zwar immer Angst, dass ich von den Übungspfeilen Flecken bekomme und hinterher wie ein Fliegenpilz aussehe, nur eben mit blauen anstatt weißen Punkten. Doch der Krieger ließ meine Ausreden alle nicht gelten und da ich die letzten Tage reichlich und vor allem gut gefuttert hatte… der Larmakuchen sollte doch nicht einfach ungegessen vergammeln… hetzte er mich in den Wald. Puhhh, was für eine Rennerei, bei der ich irgendwann leider komplett die Orientierung verloren habe und meinem Verfolger genau in die Arme lief. Natürlich packte mich darauf der Ehrgeiz und nachdem sich meine Atmung wieder beruhigt hatte, rannte ich wieder davon. Selbstverständlich hoffte ich diesmal gewiefter zu sein und passte gewaltig auf, zwar im Zickzack, aber nur im großen Bogen zurück zu laufen. Mist, es klappte jedoch leider auch diesmal nicht… irgendwann ging mir dann erneut die Puste aus und der Krieger packte mich. So war es leider auch beim dritten Versuch, der letztendlich aber im weichen Moos endete… was mir durchaus gefiel.


Nachdem ich mich zuhause ein wenig herrichten und vor allem die Tannennadeln und das Grünzeugs aus meinen langen Haaren bürsten durfte, nahm ich eigentlich an, dass es den Herrn nun danach gelüstete, seinen Durst mit Kalana, Paga oder einem anderen Getränk zu löschen. Falsch gedacht… ihm stand der Sinn weder nach Gasthaus noch Taverne, sondern er bezog nun am Hafen Posten. Wahrscheinlich war ihm der ärgerliche Überfall in der letzten Hand immer noch ein Dorn im Auge, bei dem der Lederarbeiter letztendlich verschleppt worden und leider immer noch nicht wieder zurück in Jorts war. Wobei… wenn die Gerüchte stimmen, die mir zu Ohren gekommen waren, hatte sich der Hauptmann inzwischen wohl eingeschaltet, um den Sattler wieder frei zu bekommen. Mal abwarten, ob er erfolgreich gewesen ist.


Komischerweise war an diesem Tag auch am Hafen nicht viel los und sogar die Händler hatten sich irgendwohin verdrückt. Dem Krieger schien daher meine Gesellschaft offensichtlich ganz gut in den Kram zu passen, vor allem als es um einen Test der Standsicherheit eines Gemüse- und Obststands ging, den der aber bestanden hat… nur das Obst musste ich später vom Boden aufsammeln. ;-)

Freitag, 12. Dezember 2014

Nur geträumt?

Total genervt riss ich meine Augen auf und entdeckte… puhhh… zum Glück nichts, was nicht wie immer nach Einrichtung aussah! Voller Erleichterung setzte ich mich auf dem Fell meines Herrn auf, rieb den letzten Schlaf aus meinen Augen und schaute mich noch einmal peinlichst genau im Raum um. Besonders intensiv sah ich allerdings nach oben zum Dach. Aber auch dort sah ich immer noch nichts und niemanden und vor allem kein Loch über dem Schreibtisch meines Herrn, durch das jemand eingestiegen sein konnte! Mir wurde klar, dass ich schlecht geträumt haben musste… extrem schlecht sogar.

In meinem Traum war mir nämlich ein muskelbepacktes, lediglich mit einer hässlichen Schlabberhose bekleidetes Wesen erschienen, das durchs Dach gekommen und genau auf dem Hocker vor dem Schreibtisch meines Herrn gelandet war. Das an sich war ja schon recht erschreckend, es kam aber noch schlimmer, als dieses Muskelwesen sich auch noch auszog und vor mir aufbaute. Auf mein Gestammel über meinen Herrn, sein Privathaus, mich in Ruhe schlafen lassen und vor allem, dass ich nicht auf solche Muskelpakete steh, reagierte der Kerl leider überhaupt nicht. Stattdessen fing er an mich sabbernd vollzusülzen über meine Schönheit und wie gerne er mich näher kennenlernen würde und ich weiß nicht mehr was noch alles. Aber wie gesagt, es war zum Glück nur ein schlechter Traum, den ich möglichst schnell vergessen wollte, denn auf irgendwelche Komplimente eines solchen Wesens kann ich wirklich verzichten.

Eine Abkühlung erschien mir nach diesem Schrecken daher nicht die schlechteste Idee zu sein, zumal ich wusste, dass das Wasser im Fluss inzwischen ziemlich kalt ist. Mein Herr hatte mir zwar das Schwimmen im Vosk verboten, aber eigentlich nicht vom Nebenarm gesprochen. Oha, das Wasser war wirklich eisig, sodass ich nur ganz kurz einmal untertauchte, eiligst meine langen Haare zurück strich und dann auch schon zusah, wieder hinaus zu


Erfrischt und mit vor Kälte prickelnder Haut, aber ziemlich guter Dinge lief ich schnell nach Hause, um mich erst einmal ausgiebig am warmen Feuer aufzuwärmen. Nebenbei verdrückte ich den restlichen Larmakuchen, den mein Herr wegen seiner überstürzten Abreise leider nicht mehr gegessen hatte und auf dem Tarn auch nicht hatte mitnehmen können. Doch zum Wegwerfen war der Rest dieser Köstlichkeit echt zu schade, da verzichtete ich selbstverständlich lieber auf eine Sklavenbreimahlzeit. Mit gut gefülltem Bauch ging es mir nun eigentlich richtig gut, sodass ich mir eine für die Blicke freier Frauen geeignete Tunika überstreifte und Richtung Gasthaus lief, um mich dort als Gegenleistung für den leckeren Kuchen vielleicht etwas nützlich zu machen.

Nanu, auf der Gasthausterrasse war niemand zu sehen. Ich haderte noch kurz mit mir, ob ich gleich abdrehen oder doch lieber in der Küche noch nachschauen sollte, wie es mit dem schmutzigen Geschirr aussah… auf die Stadtkette ist nämlich oft kein Verlass… als ich plötzlich einen Schlag auf meinem Hinterteil spürte, der mich zu einem erschrockenen „Huch“ veranlasste, gepaart mit einem kleinen Hüpfer. Der sichtlich gut gelaunte Sattler hatte mir übermütig auf meinen Allerwertesten gepatscht. Selbstverständlich entschuldigte ich mich sofort bei ihm für meine Begrüßung mit „Huch“ und stammelte schnell noch ein „Tal Herr“ hinterher. Keine Ahnung wieso, aber irgendwie brachte ihn mein „Huch“ offensichtlich auf die Idee, mich ab sofort so zu nennen. Leider kam er davon auch nicht bei einem nun möglichst schnell von mir servierten Paga ab.


Da sich die Terrasse nun Schlag auf Schlag füllte, hatte ich allerdings keine Zeit mehr, mir über diesen Namen noch lange Gedanken zu machen, denn alle anderen Freien nannten mich wie immer „Dina“. Außerdem gesellte sich zu meiner Freude der Schmied dazu, den ich doch schon auf Reisen wähnte. Da ich im Gegensatz zu Ravi den kürzeren Weg zu ihm hatte, die merkwürdigerweise irgendein kalte Füße Problem mit wollenen Schals um ihre Knöchel bekämpfen wollte und damit ziemliches Missfallen bei ihrem Herrn auslöste, zog ich das beste Los, nämlich den Schmied jetzt bedienen zu dürfen. 


Besonders gefiel mir logischerweise sein zweiter Wunsch als Nachtisch zum Wasser, ihn gelüstete es dann nämlich nach einem warmen Sklavenhintern. Mit Letzterem konnte ich als erprobte Heizung selbstverständlich dienen und da der Platz des Herrn recht günstig in Bezug auf echauffierte Herrinnenblicke gelegen war, Ravi mit ihrem Kälteproblem sowieso die Aufmerksamkeit der Ärztin fesselte und die Sängerin sich inzwischen zurückgezogen hatte, legte ich mich nach dem Servieren des Wassers natürlich mächtig ins Zeug, den Herrn schon mal vorzuglühen. Mist, leider kam es dann jedoch ganz anders. 

Ich glaubte zwar schon wieder zu träumen, denn was hatte ein kleiner Haufen nackter Waldweiber in der Stadt zu suchen? Normalerweise beschäftigen sich Jägerinnen mit jagen, vielleicht auch mit Handel- oder Tauschgeschäften, falls sie nicht die Nähe von Städten sowieso meiden. Doch diese Frauen griffen tatsächlich an. Es war also leider diesmal tatsächlich kein Traum und die umherschwirrenden Pfeile mehr als echt und überzeugend, sodass ich mich schnell in die Küche verdrückte, um mich hinter dem Tresen zu verstecken. Ravi tat es mir gleich und die Ärztin lief sogar die Treppe hinauf… vermutlich in eines der Gästezimmer oben. Wo der Schmied blieb weiß ich leider nicht. Ravi flüsterte zwar noch, dass wir in der Gasthausküche nicht sicher sind, doch ich hatte eigentlich auch gar nicht vor, mich lange zu verstecken.

Viel wichtiger fand ich, mich baldmöglichst wieder nach draußen zu schleichen, um den Herren vielleicht zu helfen. Die Idee war wohl auch ganz gut, denn der Krieger lag bereits gefesselt auf dem Weg zum Haus des Sattlers und der Sattler befand sich als verschnürtes Paket genau vor seiner Haustür. Da weit und breit von den Waldfrauen nichts mehr zu sehen war und es sich anhörte, als ob die in ihrem Größenwahn jetzt tatsächlich versuchten die Oberstadt anzugreifen, begannen Ravi und ich hastig an den Knoten der Seile um die Handgelenke und Knöchel der gefesselten Herren herumzufummeln. 


Wahhh… aufgeregt wie ich war, klappte das natürlich nicht so schnell wie erhofft. Als dann plötzlich eine weitere Jägerin auftauchte, musste ich schnell Reißaus nehmen, was mir erstaunlicherweise auch ziemlich flott gelang. Dummerweise lief ich nur einer anderen Waldfrau genau in die Arme, sodass ich nur noch kurz nach Luft schnappen konnte, bevor meine Hilfsbereitschaft mit einigen festen Seilen leider viel zu schnell ebenfalls beendet war.


Mist, mir war natürlich sofort klar, dass ich mich mal wieder nicht mit Ruhm bekleckert und meinem Herrn nicht gerade Ehre bereitet hatte. Da ich befürchtete, möglicherweise verschleppt und irgendwohin verkauft zu werden, erschien es mir nun ratsam, lieber keinen Piep mehr von mir zu geben, um möglichst wenig bis gar keine Aufmerksamkeit zu erregen. Gleichzeitig versuchte ich mich seitlich vom Weg in die recht hohen Pflanzen zu rollen, was zwar mühsam war, aber schließlich einigermaßen gelang… vielleicht wurde ich dort einfach vergessen? 


Schade, meine Rechnung ging nicht auf, Ravi vergaßen sie wohl tatsächlich, aber ich landete letztendlich am Brunnen neben dem Krieger und dem Sattler. Später kam noch eine Reisekajira dazu, die ich nicht kannte. Das nun folgende Palaver der Waldweiber dauerte eine gefühlte Ewigkeit, denn ich war inzwischen total müde, weil sie sich anscheinend nicht einig werden konnten, ob sie uns nun alle mitnehmen sollen oder nicht. Doch schließlich entschieden sie sich für den Sattler und ließen den Krieger, die fremde Sklavin und mich einfach liegen.

Solche und solche Männer

Das Waffentraining war eher dünn besucht Mitte dieser Hand, denn es nahmen nur wenige Krieger teil. Viele hatten anscheinend Wachdienst oder waren mit anderen Angelegenheiten ihrer Kaste beschäftigt, so wie leider auch mein Herr. Tja und Darks Herr hatte endlich mal einen triftigen Grund, nicht über die Wiese hetzen zu müssen, was ihn aber nicht daran hinderte, sich trotzdem Leid zu tun und herumzustöhnen, weil das Zuschauen so schrecklich anstrengend ist. Er trug nämlich seinen linken Arm in einer eher unbequem aussehenden Armschiene, die er später übrigens mit einer Kajira verglich… störrisch, aber manchmal auch hilfreich. Er nannte zwar nicht den Namen von Dark, aber ich vermute, dass er damit nur sie gemeint haben konnte, denn ich bin ja wohlerzogen, von sehr sanftmütigem Gemüt und vor allem äußerst anschmiegsam. Jedenfalls war seine Laune offensichtlich schlecht, sodass ich auf meine Frage, warum sein Kleider- und Umhangständer namens Dark nicht zu sehen war, nur ein wenig erfreuliches Knurren von ihm als Antwort erhielt, was mich prompt veranlasste, mich lieber etwas in den Hintergrund zu verdrücken.


Darks Herr war offensichtlich jedoch nur auf Kajirae nicht allzu gut zu sprechen, vor allem wahrscheinlich mangels Anwesenheit seiner eigenen. Einem der Krieger nickte er nämlich anerkennend zu und lobte ihn sogar für seine Tagesform, als dieser wegen der ungeraden Zahl von Trainingspartnern pausierte. Nun gut, die Anerkennung war eher verhalten ausgedrückt, denn ich glaube er sagte, dass der Rarius an diesem Tag „nicht ganz schlecht“ war, was diesem meistens sehr von sich eingenommenen, vor allem sehr ehrgeizigen Herrn offenbar nicht ganz gefiel, denn er sah es als erforderlich an, auf seine Topform hinzuweisen. Selbstverständlich drehte sich das Gespräch der Krieger auch erneut um die dreiste Einladung aus Argentum und in diesem Zusammenhang um gegnerische Heimtücken, vorschnelle Handlungen mit zu heißem Herzen und übereilte strategische Dummheit, mit der eine erfolgreiche Abwehr möglicherweise versaut wird. Warum wer auch immer froh sein kann, dass dieser Krieger in der Stadt noch nichts zu sagen hat und warum sonst einiges anders laufen würde, erschloss sich mir nicht mehr, weil Darks Herr darauf nicht mehr einging.

Da Hadi für irgendeinen Auftrag gerade fortgeschickt worden und ich dadurch die einzige Kajira unter den Zuschauern war und die freien Frauen sich bald zum Teetrinken Richtung Gasthaus verdrückten, nutzte ich die Gelegenheit, um den Schreiber ein wenig über sein Mädchen auszuhorchen. Er hatte mich doch vor einigen Hand mit Einverständnis meines Herrn damit beauftragt, seiner Kajira in Sachen Sklavenfeuer Nachhilfeunterricht zu erteilen. Nun war ich natürlich interessiert zu erfahren, ob dem Herrn die aus meiner Sicht recht erfolgreiche Verwandlung seiner Sklavin gefallen hatte. Eigentlich erwartete ich nämlich, er würde mir jetzt in den höchsten Tönen von seinem Eigentum vorschwärmen, die es nach meiner Lektion ja kaum mehr ausgehalten hatte, zu ihm zurück zu kommen, um ihn mit dem Gelernten zu erfreuen. Da ich seitdem weder den Schreiber noch seine Kajira in der Stadt gesehen hatte, nahm ich eigentlich an, er hatte in den Fellen nun alles nachgeholt, was ihm zuvor entgangen war. Doch falsch gedacht… der Herr eröffnete mir, seiner Sklavin wahrscheinlich zu viel Sklavenfeuer beigebracht zu haben, denn sie war anscheinend abgehauen und erfreute jetzt andere Freie, nur nicht ihn.

Huch, was für ein absonderlicher Einfall… warum sollte die Kajira eines Mannes zu viel Feuer haben und ihm deswegen weglaufen? Bei einer Herrin wäre das vielleicht noch zu verstehen, wenn die mit ihrem Eigentum nicht so großzügig umgeht, wie meine ehemalige Herrin. Doch es kam noch unvorstellbarer! Keine Ahnung, wieso der Schreiber nun vermutete, mein Herr sei möglicherweise zusammen mit der verschwundenen Sklavin abgehauen und hätte seinem Heimstein den Rücken gekehrt… darüber lachte er auch noch! Aber gut, mein total überzeugter Redeschwall über die Zuverlässigkeit und das Wort meines Herrn, Krieger und Tarnreiter mit Heimstein Jorts Fähre, der Perle am Vosk, hat ihn wohl schneller als blitzschnell davon überzeugt, seinen Scherz einzugestehen… grrr, ich war ihm voll auf den Leim gegangen! Trotzdem weiß ich, dass es nun mal solche und solche Männer gibt.


Die einen genießen es nämlich, wenn eine Rotseidene sie mit ihrem Feuer erfreut… schmunzeln zufrieden, wenn sie bemerken, dass eine Kajira ihre weichen Lippen für einen sanften Kuss auf den Rand ihres Bechers drückt… lieben es, eine Sklavin zu berühren und sie an sich zu ziehen… oder flehen womöglich sogar die Priesterkönige an, ihnen ein Schlachtfeld ohne freie Frauen zu schicken. Selbstverständlich weiß ich aber auch, dass irgendwelche Umstände Männer dazu zwingen können, sich handlang in Enthaltsamkeit hinter was auch immer zu verkriechen. Naja und es gibt eben auch Männer, die sich ihr Getränk selbst einschenken, anstatt sich von einer Sklavin bedienen zu lassen, weil ihnen eben gerade nicht der Sinn nach einem hingebungsvollem Serve mit rotseidenem Getue steht oder es interessanter ist, den Gesprächen tiefverschleierter Herrinnen zu lauschen, als ein aufreizend hervorgerecktes, fast nacktes Hinterteil zu betrachten. Damit muss eine Kajira leben können… aber es gibt eben auch solche und solche Kajirae. ;-)

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Terrassentrubel


Ein weiterer Tag der mir bereits jetzt endlos lang vorkommenden Zeit war angebrochen, in der mein Herr leider nicht in Jorts sein kann. Nach dem Aufwachen genoss ich es aber erst einmal ausgiebig, nicht gleich aufspringen zu müssen, weil mein Frühaufsteher eben nicht bereits komplett angezogen vor der Tür war und machte es mir in seinen schönen weichen Kissen noch so richtig gemütlich, um mir ein wenig leid zu tun. Gleichzeitig begann ich intensiv nach einem oberwichtigen Grund zu grübeln, der mich erneut dazu zwingen könnte zu Hause zu bleiben. Leider wollte mir nur einfach keiner mehr einfallen. Sämtliche Wäsche war gewaschen, alle Polster und Felle gelüftet, die Regale, Schränke und Böden gewischt und unter selbstlosem, akrobatischem Einsatz sogar die Fenster geputzt. Mir blieb also tatsächlich nichts anderes übrig, als mich in der Stadt nützlich zu machen… es zumindest zu versuchen, so wie mein Herr es mir für die Zeit seiner Abwesenheit aufgetragen hatte. Was tut eine wohlerzogene Kajira nicht alles, um ihren Eigentümer zu erfreuen?! 

Da ich am Hafen niemanden erblickte, lief ich erst einmal zum Marktplatz. Dort war ich zumindest an einem strategisch günstigen Ort, um rechtzeitig mitzubekommen, wenn irgendjemand Bedarf an meinen Diensten haben sollte. Tja, von wegen niemand da… doch jemand da, die mich benötigte. Für die Ärztin in Ausbildung tauchte ich offensichtlich wie gerufen auf. Sie unterhielt sich auf der Gasthausterrasse nämlich mit einer fremden Freien und verspürte anscheinend wenig Lust, ein Getränk für sich und die andere Herrin selbst zu beschaffen. Außerdem musste auch die Zimmerfrage noch geklärt werden… alles Dinge, denen ich selbstverständlich voller Eifer nachkam, denn sämtliche Stadtkajirae glänzten mal wieder mit Abwesenheit. Gleichzeitig sperrte ich natürlich meine Ohren auf, um das eine oder andere Interessante aus den Gesprächen der Freien mitzubekommen, da sich die Terrasse nun zusehends füllte. 

Zum Glück brauchte ich mich dann aber doch nur um Getränke für fünf Herrschaften zu kümmern, denn der Sattler und der Händler hatten wie immer ihre eigenen Kajirae dabei… wobei sich Letzterer leicht darüber mokierte, auf einem anderem Sitzkissen Platz nehmen zu müssen als sonst, da seines bereits vom Sattler besetzt war, der seine Ohren aber anscheinend auf taub oder sogar Durchzug gestellt hatte, sodass sich der Händler schließlich auf ein anderes fallen ließ. Obwohl es einiges für mich zu tun gab, fand ich den Terrassentrubel jedenfalls hochinteressant. Denn wie hätte ich sonst erfahren, dass der jortssche Schmied leider für eine Weile Gor unsicher machen möchte und auf Reisen geht… er setzte sich deswegen wohl auch gar nicht erst und war sich übrigens nicht zu schade, sich sein Getränk selbst zu holen. Ich hätte bestimmt auch nicht mitbekommen, dass die Fremde eine Müllerstochter aus der Nähe von Scagnar ist und das auf ihrer Schulter herumturnende Ungeziefer eine zahme Urt namens Edgar. 

Wobei ich Edgar geflissentlich übersehen habe, weil die Urtplage vor kurzem mit Sicherheit noch nicht ganz vergessen ist und zahme Viecher auf der Gasthausterrasse sowieso ein heikles Thema, beides also Dinge, über die ich lieber meine Klappe halte, denn darin werde ich ja wirklich immer besser. Wenigstens war ein erneutes Vermehrungsproblem der Urts am Hafen durch Edgar dank eines bei ihm an einer gewissen Stelle platzierten „Schnipp“ nicht zu befürchten und mir sofort klar, warum das Viech so hoch piepste. Besonders aufmerksam habe ich aber natürlich zugehört, als sich die drei anwesenden Rarii über den an diesem Tag eingetroffenen Krieger aus Argentum unterhielten, der den gleichen Namen wie mein Herr trägt, allerdings samt Gefährtin und Sklavin bereits wieder abgereist war. Meinen Herrn wird es bei seiner Rückkehr bestimmt interessieren, dass Argentum dem Rat oder der roten Kaste von Jorts oder beiden… so ganz klar war das anscheinend nicht… eine Einladung überbracht hatte, die angeblich keine Falle sein soll. Darauf hatte der fremde Rarius wohl sogar sein Wort gegeben. 

Wobei es trotzdem irritierend und niemandem wirklich klar war, warum der Rat und/oder die rote Kaste von Jorts seinen Aggressor besuchen sollte. Einer der jortsschen Krieger berichtete übrigens, dass er in seiner Zeit als Söldner die nicht gerade ehrenvollen, dafür aber sehr effektiven Machenschaften von Argentum persönlich erlebt hatte, die nämlich mit dem Tod einer gegnerischen Delegation geendet hatten, die eigentlich für Friedensverhandlungen angereist war. Aber mal abwarten, was die Beratung der Krieger bzw. Ratsmitglieder über diese mit Vorsicht zu genießende Einladung ergibt. Doof wäre jedenfalls, und das selbstverständlich nicht nur aus Sicht der werdenden Ärztin, wenn es zu erneuten Kämpfen kommt. Wobei die Herrin beim praktischen Teil ihrer Ausbildung wohl noch einige Defizite hat und es sich an einem feindlichen Opferpatienten selbstverständlich viel besser als an Heimsteinangehörigen üben lässt.


Toll fand ich natürlich, von einem Krieger mit dem letzten Stück seiner oberleckeren Wurst verwöhnt zu werden, die er wohl gerade erst dem Händler abgeluchst hatte. Ich hatte mich zwar wirklich darum bemüht, mir nicht anmerken zu lassen, dass mir bei jedem Bissen, den er in sich hineinstopfte, ein wenig Spucke im Mund zusammenlief, muss mich aber wohl verraten haben, weil ich unbewusst vermutlich jedes Mal geschluckt habe, sobald der Rarius schluckte. Merkwürdig fand ich nur, meinem Herrn davon nichts erzählen zu dürfen, damit er nicht denkt, dass ich von einem Krieger gemästet und dadurch womöglich Fett ansetze. Doch das ist bei meiner Veranlagung eigentlich nicht zu befürchten, denn meine Figur entspricht nun wirklich nicht dem eher üppigen goreanischen Schönheitsideal. Hauptsache für mich ist natürlich, mein Herr mag mich so wie ich nun mal bin. Über meinen Herrn sagte der Krieger gestern übrigens noch etwas, was mir aber schon lange klar ist, nämlich dass er mir anscheinend sehr gut tut... :-)))))

Montag, 8. Dezember 2014

Abschied

...mit großem Feuer und jede Menge Rauch von der ersten Baumeisterin von Jorts Fähre.

Ein mit der Baumeisterin befreundeter Wissender spricht noch ein paar Worte,

der Hauptmann entzündet eine Fackel und wartet auf das Zeichen des Wissenden,

die Herrin tritt schließlich ihre letzte Reise zu den Stätten des Staubes an.

Sonntag, 7. Dezember 2014

Mysteriöses

Schon als ich von weitem das ernste Gesicht meines Herrn sah, der sich mit einigen Freien auf der Terrasse des Gasthauses unterhielt, schwante mir Ungutes… und so war es auch. Anscheinend hatte er gerade erfahren, dass die Baumeisterin aus noch ungeklärter Ursache plötzlich verstorben war. Auch ein weiterer hinzugekommener Krieger wusste leider nichts Näheres über die Umstände ihres Todes. Ich fand das alles jedenfalls ziemlich mysteriös. Warum sich ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt zufälligerweise auch noch ein Wissender in Jorts aufhielt, der wohl die Verstorbene hatte besuchen wollen, erschloss sich mir ebenfalls nicht. Leicht konfus sprach Letzterer von irgendwelchen Befürchtungen, die sich für ihn nun bestätigt hatten, ließ sich darüber jedoch nicht weiter aus. 


Aber egal, ich muss das bestimmt auch nicht verstehen, bekam später aber mit, dass dieser Wissende mit der Baumeisterin anscheinend sehr gut bekannt gewesen war… offenbar so gut, dass er sogar in ihrer Wohnung im Leuchtturm zu übernachten gedachte. Obwohl mein Herr die Tote nicht allzu gut gekannt und vor allem ihr Sitz im Rat ihm nicht so wirklich behagt hatte… sie war zwar von hoher Kaste gewesen, trotzdem jedoch eine Frau... fand er es nun selbstverständlich angebracht, ihr den nötigen Respekt zu erweisen und machte sich auf den Weg zur Krankenstation. Vermutlich erhoffte er sich von der Ärztin vielleicht auch etwas über die Todesumstände zu erfahren und ob man sich Sorgen über eine mögliche Seuche machen muss. Auf dem Weg dorthin trafen wir in der Oberstadt den Hauptmann, doch der wusste ebenfalls lediglich vom Tod der Herrin und sonst noch nichts Genaueres, wollte sich aber schon mal um das Aufschichten von Holz kümmern, damit für die demnächst anstehende Verbrennung alles vorbereitet ist. 

Am Ärztehaus angekommen kniete ich mich selbstverständlich etwas in den Hintergrund, während mein Herr sich mit der Ärztin und dem Wissenden unterhielt, die erstaunlicherweise die Erfordernis einer Obduktion noch nicht ganz einsahen bzw. sich sogar dagegen aussprachen. Letztendlich stimmten beide dieser Maßnahme aber zu, weil sie natürlich nicht von sich weisen konnten, dass es wichtig ist zu wissen, ob für den Tod der Herrin ein Verbrechen, eine Krankheit oder möglicherweise sogar der Beginn einer Seuche verantwortlich war. Inzwischen war draußen übrigens ein ziemlicher Menschenauflauf, denn die traurige Nachricht hatte sich wohl sehr schnell herumgesprochen. Trotz der ganzen Aufregung bekam ich jedoch die Worte des Wissenden mit, dass er nicht nur beten, sondern nach Möglichkeit auch eine Kajira für die Verstorbene opfern will. Kein Wunder also, dass sich leichte Angst in mir breit machte, als er mich später auch noch mit einem äußerst merkwürdigen Blick musterte, bei dem mir sofort in den Sinn kam, ob er womöglich meine Eignung als Opfer prüft?



Daher war ich mehr als froh, meinem Herrn schließlich Richtung Unterstadt folgen zu dürfen. Vor der Taverne informierte er mich dann, dass er jetzt definitiv erst einmal einen Paga braucht und ließ sich dort auf einem der Stühle nieder. Um von diesem unheimlichen weißgekleideten Herrn mit den grauen Haaren wegzukommen, hätte ich wirklich alles getan und für meinen Herrn ja sowieso... dementsprechent gut gefüllt war daher natürlich auch sein Pagabecher, mit dem ich total dankbar und erleichtert nun sehr geschmeidig vor ihm auf meine Knie sank. Doch im Gegensatz zu sonst sah mein Herr mich nur kurz an, bevor er seine Blicke gleich weiter zum Leuchtturm hinüber schweifen ließ, sodass mir sofort klar wurde, ich konnte mir jegliche Hingabe bei meinem Serve schenken… Sklavenfeuer war in dieser Situation wohl eher Binas vor die Tasks. Selbstverständlich konnte ich ihn verstehen. Auch wenn er nicht wirklich in großer Trauer war, empfand er diesen Tod einer Heimsteinangehörigen natürlich als Verlust.


Das Leben geht aber weiter und da sämtliche Stadtkajirae mal wieder unsichtbar waren, kam mir nun die Aufgabe zu, etwas gegen den Durst des Brauereikriegers und zweier Pilger auf der Terrasse des Gasthauses zu unternehmen, nachdem mein Herr ausgetrunken hatte. Schade war nur, dass mein Terrassendienst zur Folge hatte, dass ich mit ihm nicht mehr zu Ende über meine den Wissenden betreffenden Befürchtungen sprechen konnte. Übrigens verzichtete mein Herr im Gasthaus auf einen weiteren Paga. Er nutzte stattdessen die Gelegenheit als der Sattler dort auftauchte, ihn auf den bestellten Kalana anzusprechen, den Ravi noch nicht vorbeigebracht hatte und ging schließlich mit seinem Weinlieferanten und der Kiste mit den Bothas schon mal nach Hause. Mir befahl er nachzukommen, sobald ich den Herrschaften ihre bestellten Getränke serviert hatte.


Bei meinem Eintreffen zuhause einige Ehn später, war die Bezahlung des Kalanas anscheinend bereits erledigt, sodass ich die Bothas gleich ins Regal einstapeln konnte, nachdem ich wie immer als erstes meine Tunika abgestreift hatte. Die beiden Herren hatten sich inzwischen auf den Sitzkissen niedergelassen und waren damit beschäftigt, über einen sehr merkwürdigen Fund unerklärlicher Herkunft zu rätseln. Der Sattler hatte nämlich einen mysteriösen Stein auf seiner Türschwelle gefunden, dessen Wert ihm gänzlich unbekannt war. Er vermutete jedoch, dass es sich um einen Edelstein handelte und behandelte ihn daher fast wie ein rohes Vuloei. Na wenn dieser Fund nicht etwas wirklich Interessantes war! Meine Ohren wurden bei meiner Stapeltätigkeit nun logischerweise sehr groß, um ja nichts zu verpassen. Trotzdem bekam ich leider nicht mit, dass mein Herr seinen Gast zu einem weißen Kalana einlud und öffnete peinlicherweise eine Botha mit rotem. Grrrrr… muss wohl an dem roten Stein gelegen haben. 

Obwohl leicht genervt über meine Schusseligkeit, war mein Herr zum Glück einigermaßen nachsichtig mit mir, da es Wichtigeres gab, als sich um mein Gehör zu sorgen… nämlich den mysteriösen Vielleichtedelstein. Er machte dem Sattler schließlich einen sehr interessanten Vorschlag, auf den dieser nach einigem Hin und Her mit entsprechendem Gegrübel letztendlich einschlug. Doch Details darüber werde ich hier selbstverständlich noch nicht verraten, denn ich weiß natürlich, wann ich mein Plappermaul zu halten habe... zumindest immer öfter. ;-))

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Was für ein Tag!

Mein Herr war mal wieder vor mir aus dem Haus. Diesmal wollte er auf seinem Rundgang nämlich auch gleich seine Beute aus der Kapitulationszahlung von Argentum abholen und außerdem war es ihm wichtig, wie immer pünktlich zum Mitte der Hand auf der Wiese hinter dem Hof stattfindenden Waffentraining anzutreten. Ich versprach natürlich, mich mit meinen häuslichen Arbeiten zu beeilen und nachzukommen, hielt mich über weitere Details aber bedeckt. Meine Hoffnung, sie würden meinen Herrn nicht weiter interessierten, wurde auch tatsächlich erfüllt, da er sich aus Haushaltsangelegenheiten meistens heraushält. Nachdem er fort war, konnte ich mich daher unbeobachtet einem weiteren Backversuch widmen, hatte ihm gegenüber aber lieber nichts davon erwähnt, weil mein letzter Überraschungslarmakuchen doch leider komplett misslungen war.

Diesmal müssen die Priesterkönige allerdings ein Einsehen mit mir und meinen Backkünsten gehabt haben, denn der Kuchen gelang wirklich oberperfekt, sodass ich mich schließlich gutgelaunt und vor allem sehr zufrieden mit diesem Erfolg zur Trainingswiese aufmachte. Leider war mir beim Backen offensichtlich jedoch die Zeit davongelaufen, war mir doch schon vor der Haustür aufgefallen, dass das metallische Klingen der Schwerter nicht mehr zu hören war. Als ich dann an der Wiese ankam, fand ich sie komplett leer… nicht ein Krieger war zu sehen. Mir blieb daher nur umzukehren und mich vorm Haus des Lederarbeiters bei Ravi oder Eo zu erkundigen, ob sie meinen Herrn vielleicht gesehen hatten. Doch die beiden waren leider überhaupt keine Hilfe. Viel zu sehr in irgendeinen Streit über Balduin, den Verrbock des Sattlers vertieft, ignorierte eine mich komplett und die andere reagierte nur mit Schulterzucken… aber vielleicht hatten sie meinen Herrn ja auch gar nicht gesehen.

Da ich mich in das Theater der Zankvulos über Balduins angeblich zu erwartenden Durchfall nach seiner unerlaubten Käsenascherei auf dem Hof nicht einmischen wollte, schlenderte ich langsam weiter und überlegte gerade, ob ich auf der Suche nach meinem Herrn nun Richtung Marktplatz abbiegen sollte oder doch lieber in die Oberstadt, als ich ihn plötzlich hinter mir laut meinen Namen rufen hörte. Menno, warum hatten mir die beiden streitenden Kajirae denn nicht gesagt, dass er im Haus des Sattlers war? Aber egal, Hauptsache ich hatte ihn endlich gefunden! Total gut drauf, erzählte er mir breit grinsend sogleich, dass die Beute von Argentum nach Umrechnung der unterschiedlichen Währungskurse der beiden Städte nun pro Mann sogar noch höher als erwartet ausgefallen war, und dass er es heute geschafft hatte, einen der besten, wenn nicht sogar den besten Schwertkämpfer von Jorts im Training zu besiegen… was für ein Tag!

Erst fette Beute kassieren und dann auch noch Waffentraining macht natürlich gewaltig hungrig, sodass es meinen Herrn jetzt für das leckere, von mir bereits vorbereitete Essen, von dem ich ihm am Vortag erzählt hatte, nach Hause zog. In dem Wissen, dass ich ihm mit meinem gelungenen Larmakuchen bestimmt noch zusätzlich erfreuen werde, lief ich schmunzelnd hinter ihm her. Vorher informierte er mich allerdings noch kurz darüber, warum er überhaupt beim Sattler gewesen war und dass dieser später Ravi mit dem Preis für eine Botha Kalana vorbeischicken wird. Die beiden sich draußen immer lauter zankenden Vulos hatten dem Sattler wohl bereits den letzten Nerv geraubt, sodass der Kalanapreis noch warten musste, weil ihm nichts anderes übrig blieb, als zu den Kajirae erst einmal ein Machtwort zu sprechen, bevor er sich der Bestellung meines Herrn widmen konnte. 

Vermutlich musste er auch ins Gasthaus hinüber, um festzustellen, wie viel Kalana er seit seiner Kündigung des Pachtvertrags in den Restbeständen überhaupt noch hatte, denn für die Bewirtschaftung des Gasthauses war ja eigentlich seine unerklärlich in Luft aufgelöste Gefährtin zuständig gewesen. Ravi ließ übrigens tatsächlich nicht lange auf sich warten. Mein Herr hatte nach seinem Paga-Aperitif, bei dem er mich mit funkelnden Blicken ausgiebig musterte, sodass es in mir auf eine ganz bestimmte, wundervolle Art und Weise sofort anfing zu kribbeln, gerade erst ein paar Happen von seinem Essen verdrückt, als sie auch schon an die Haustür klopfte. Der von ihrem Herrn auszurichtende Preis je Botha sagte meinem Herrn dann offensichtlich mehr als zu. Während er sich weiter sein Essen schmecken ließ, bestellte er nämlich gleich 5 Botha mit weißem und 3 mit rotem Kalana und rundete die Gesamtsumme als Anerkennung für schnelle Abwicklung und Zeichen der Freundschaft noch großzügig auf.

Ravi hatte das Haus kaum verlassen, als mein offensichtlich hochzufriedener Herr zu meiner Freude von sich gab: "Gestern der Sieg, heute das gute Training, in der letzten Zeit außerdem viel Beute... das sind gute Tage! Und der Braten ist dir wieder mal hervorragend gelungen Kajira". Leider konnte ich mich seinem Lob jedoch nicht allzu lange hingeben, da nun von draußen mir unbekannte Stimmen zu hören waren, die mich aufhorchen ließen und meinen Herrn veranlassten, aufzustehen und aus dem Fenster zu schauen. Anscheinend wurde Ravi von zwei Fremden nach dem Haus eines Mannes gefragt, dessen Mädchen Dina genannt wird. Nanu, wollten die zu meinem Herrn? Der hatte die Worte aber auch verstanden und sich bereits sein Schwert vom Waffenständer genommen. Na toll, wenn das tatsächlich Besuch für ihn in friedlicher Absicht war, konnte er sein Essen jetzt wohl wirklich erst einmal vergessen. Ich deckelte daher seinen Teller einfach zu und stellte ihn zum Warmhalten in die Nähe des Feuers.


Oha, von wegen friedliche Absichten… es waren ein Krieger und eine Schreiberin aus der Oase der 2 Scimitare, also Feinde von Jorts! Kein Wunder, dass mein Herr nun durch die immer noch geschlossene Haustür drohte, die beiden Feinde seines Heimsteins hätten solange Zeit zu verschwinden, wie er braucht bis Vier zu zählen, danach würde er die Haustür öffnen und ihnen das Fürchten lehren. Tja, das Weib war anscheinend vor Vier schon weggelaufen, zumindest konnte ich sie von meinem Platz aus neben der Anrichte nicht entdecken, nachdem mein Herr die Tür bei der letzten Zahl aufgerissen hatte. Der fremde Krieger stand jedoch immer noch draußen, hatte im Gegensatz zu meinem Herrn aber kein Schwert in der Hand. Er beteuerte nun erneut, in friedlicher Absicht zu kommen und versuchte meinen Herrn zu überreden, mich an ihn zu vermieten. Anscheinend hatte er mich irgendwann mal tanzen gesehen und seitdem spukte ich ihm mit diesem Tanz wohl im Kopf herum.

Die Antwort "meine Kajira wird für Feinde meines Heimsteins nicht tanzen", hätte deutlicher nicht ausfallen können. Da die Freie sich inzwischen anscheinend wieder herangepirscht hatte, ergänzte er zusätzlich noch laut in ihre Richtung „und ich werde mit den Weibern der Feinde meines Heimsteins auch nicht diskutieren“. Der Fremde versuchte meinen Herrn zwar noch mit einem Wortschwall über Odin, Frieden und Völkerverständigung, Helden und Tote und noch mal drüber nachdenken umzustimmen, entfernte sich letztendlich dann aber, sodass mein Herr schließlich kopfschüttelnd die Haustür schloss und sich erkundigte, ob sein Essen jetzt kalt geworden war. Doch das war dank meiner vorausschauenden Umsicht natürlich nicht der Fall. Wenigstens konnte er seinen Hauptgang jetzt endlich beenden, doch für die Kuchenüberraschung blieb keine Zeit mehr, weil es kurz darauf erneut klopfte... was für ein Tag!


Der letzte Gast an diesem „was für ein Tag!“ war allerdings ein gern gesehener, nämlich einer der jortsschen Krieger, der wegen dem Besuch der Fremden wohl etwas in Sorge gewesen war und sich nun danach erkundigte, was es damit auf sich gehabt hatte. Er berichtete aber auch von der Entschuldigung der Geisel aus Argentum vor dem Rat und was sich noch alles in dieser Sache ergeben hatte. Nach der Information meines Herrn über den gescheiterten Versuch eines Feindes, mich zum Tanzen zu mieten, brach übrigens große Belustigung bei den Männern aus, denn der Krieger erwiderte trocken: „Dumm oder mutig, nein eindeutig dumm… sie sollten lieber ihre Tatrix tanzen lassen“. Aber ich sagte ja schon mehrfach… was für ein Tag! ;-)