Freitag, 31. Januar 2014

Jagd und andere Aktivitäten

Ich kam gerade noch rechtzeitig in die Stadt, um nicht zu verpassen, dass der Baumkrieger zum Sardar pilgern will. Während ich darüber natürlich sofort einige Überlegungen anstellte, was es mit dieser Reise auf sich haben kann, denn für den En'Kara Markt ist es noch viel zu früh im Jahr, stellte der Hauptmann dankenswerterweise genau die richtige Frage. So erfuhr ich nun, dass es schon wieder um die Kinder des Kriegers ging. Diesmal benötigte der Herr allerdings nicht meine Hilfe, sondern die der Priesterkönige. Wobei sich mir leider nicht mehr so wirklich erschloss, warum es dafür erforderlich war, die hohen Herren am Sardar aufzusuchen und auf das erregende Vergnügen in den Fellen zu verzichten. Oder habe ich da etwas falsch verstanden? Ich bekam es leider nicht mehr heraus.


Das Kinderthema endete nämlich sehr abrupt, weil die Sklavin des Baumkriegers inzwischen nicht nur Kaillafutter angeschleppt hatte, was mitten in der Stadt natürlich vollkommen fehl am Platze ist, sondern das Futterviech mit den langen Ohren dummerweise auch noch losließ, sodass es wie der Blitz über den Marktplatz hoppelte, um sich ausgerechnet in einem Loch unter dem Haus des Hauptmanns zu verstecken. Dieser Umstand entwickelte sich darauf leider zu einem gewaltigen Bramborium. Der Hauptmann zeterte lautstark, dass er keinem dieser Hoppel-Langohr-Viecher zwischen den Fundamenten seines Hauses Unterschlupf gewähren will. Obwohl ihm bis zu diesem Tag offensichtlich überhaupt nicht bewusst gewesen war, dass sich das Unterschlupfloch mit den dahinter befindlichen Gängen nicht schlagartig aufgetan hatte, sondern wahrscheinlich schon länger ein paar dieser Spezies unter ihm wohnen, musste der Hoppler nun unbedingt wieder eingefangen werden... eine Jagd begann, die sich leider recht schwierig gestaltete. 

ER
Ich hatte zwar jede Menge wie ich fand gute Ideen, doch irgendwie konnten die alle nicht umgesetzt werden, auch wenn sämtliche Kajirae mithelfen wollten. Zum Glück war das Einfangen des Langohrflüchtlings nicht mein Problem sondern Ninis, denn der ganze Aufstand darum begann mich nach kurzer Zeit ein wenig zu nerven. Ich nutzte daher die erstbeste Gelegenheit, um mich zu verdrücken, nämlich als ER endlich auftauchte... mein Oberlieblingshändler und langjähriger bester Freund meiner Herrin, an den sie mich schon am Vortag als Reisebegleitung für einen kleinen Ausflug ausgeliehen hatte. So selten, wie ich diesen Herrn leider nur sehe, wollte ich natürlich jede Ehn nutzen, um ihn zu erfreuen und nicht mit irgendwelchen in meinen Augen überflüssigen Jagdversuchen auf Kailla-Langohrfutter vergeuden. Es war nämlich wie immer zu befürchten, dass mein geheimer Schwarm bald wieder abreisen würde, was er mir nach meiner zaghaften Nachfrage leider bestätigte. 

Er hatte vor, meine Herrin auf dem Weg zu ihrem Landsitz zu begleiten. Auch wenn mir seine baldige Abreise ganz und gar nicht gefiel, versuchte ich mir meine Enttäuschung selbstverständlich nicht anmerken zu lassen, denn noch war er ja da. Außerdem hatte er erst mal Gelüste auf sein Lieblingsgetränk Kalda und dann auf meine sanften massierenden Hände. Ich hielt mich zwar mit meinen Zuwendungen wegen einer anwesenden Freien, die ich selbstverständlich nicht brüskieren wollte, gewaltig zurück und schaffte es tatsächlich, mein Sklavenfeuer einigermaßen zu beherrschen, erreichte mit meinem anschmiegenden Tun an meinen Händler aber, dass er plötzlich keinerlei Gelüste mehr an dem Gespräch mit der freundlichen Herrin auf der Terrasse hatte, sondern nun auf meine rotseidenen Fähigkeiten.

Kaum in der Taverne angekommen, bekam ich jedoch schlagartig ganz weiche Knie. Eine mir leider allzu bekannte, nur schwer in den Griff zu bekommende Nervosität machte sich in mir breit und drohte mich zu beherrschen. Der schreckliche Gedanke, ausgerechnet diesem Herrn möglicherweise nicht zu gefallen, machte sich schmerzhaft in mir breit und umklammerte mein wild klopfendes Kajiraherz, als sei es in einen Schraubstock eingespannt, sodass mir fast die Luft zum Atmen wegblieb. Auch wenn ich zum knienden Volk gehöre, versuchte ich selbstverständlich meine Ängste zu besiegen und Herrin der Lage zu werden, denn so ganz unbekannt waren mir meine flatternden, blank liegenden Nerven natürlich nicht.

Ähnliches war mir bedauerlicherweise schon öfter passiert... nicht nur, wenn ich die seltene Gelegenheit bekam für einen Herrn tanzen zu dürfen, sondern manchmal auch in den Fellen oder im Bad... eigentlich immer, wenn ich einen Herrn erfreuen möchte, den ich besonders gerne mag. Ich weiß wirklich nicht mehr so genau, was dann geschah, aber irgendwie muss ich es trotzdem geschafft haben, mich auf meinen Tanz zu konzentrieren. Meine Nervosität, die Zaghaftigkeit und meine anfangs mit Sicherheit verklemmten Bewegungen müssen sich wohl in Luft aufgelöst haben, sodass mein Sklavenfeuer schließlich hell loderte, als ich von starken Männerarmen gepackt und auf den Schoß meines Lieblingsherrn gezogen wurde................... Danach machte er sich dann leider wie angekündigt zusammen mit meiner Herrin zu ihrem Landsitz auf. Hoffentlich dauert es nicht wieder mehrere Märkte, bis er mal wieder auftaucht!

Aufgewühlt wie ich war, kam es mir um mich noch ein wenig abzulenken natürlich sehr recht, der neuen Zeugmeisterin ihr Haus zeigen zu dürfen, in das sie am nächsten Morgen umziehen wollte. Sehr erfreut darüber, danach hoffentlich ruhiger als im Gasthaus schlafen zu können, ließ sich die Herrin von mir auf der Terrasse noch einen kleinen Tropfen des guten jortsschen Kalanas servieren, zu dem sich auch der Hauptmann auf einen Zubettgehpaga dazugesellte. Leider kam es nun jedoch zu einem unerwarteten Eklat. Der Hauptmann teilte der Herrin nämlich mit, wie zufrieden er war, ihr Zimmer in der Herberge bereits wieder vermietet zu haben. Leider hatte der geschäftstüchtige Schussel überhaupt nicht bemerkt, dass noch sämtliches Gepäck der Herrin in diesem Zimmer war, weil sie dort noch ein letztes Mal vor ihrem Umzug übernachten wollte. Naja, er ist eben nur ein Mann, der nun aber seinen Irrtum umgehend wiedergutmachen wollte und mit Riesenschritten nach oben preschte. Auf der Treppe rief er mir natürlich noch zu, ihm zu folgen. 

Während ich eilig seinen Paga auf dem Tisch abstellte und hinterher sauste, hörte ich ihn bereits oben an die Tür des Gastes bollern. Da sich im Zimmer leider jedoch immer noch nichts geregt hatte, als ich beim Hauptmann eintraf, quetschte ich mich kurzerhand ohne lange zu fragen einfach an ihm vorbei und flitzte ins Zimmer hinein, um den im Bett der Zeugmeisterin laut schnarchenden fremden Herrn ein wenig zu schütteln, damit er hinüber in den Schlafsaal wechselte. Tja, nichts zu machen, ich scheiterte mit meinen Bemühungen kläglich… der Herr war echt nicht wach zu bekommen. Einzig sein Schnarchen wechselte bei meinen Bestrebungen von sanftem Sägen in herzhaftes, sodass ich mich letztendlich entschloss, sämtliches Gepäck der Herrin schnell in ihre Kisten zu verstauen. Durch diese Aktion fand ihr Umzug nun doch etwas früher als ursprünglich geplant in das angemietete Haus statt, wo sie nach dieser unerwarteten Aufregung aber bestimmt richtig gut geschlafen hat.:-))

Mittwoch, 29. Januar 2014

Schon wieder einer

Meine Herrin hatte noch zu tun, sodass ich mich wie so oft alleine aufmachte und das Haus verließ, um sie nicht zu stören. Allerdings kam ich nicht weit, denn kurz bevor ich den gepflasterten Weg Richtung Stadt erreichte, erweckte etwas Rotes beim Haus des zu euchzenden Kriegers mein Interesse. Es war der Rarius höchstpersönlich, der sich dort in seinem überdachten Sitzplatz aufhielt. Logisch, dass ich ziemlich freundlich in seine Richtung grüßte, da der Herr vor kurzem ja einigermaßen verärgert über mich gewesen war. Ich hatte ihn zu vorgerückter Ahn nämlich nicht mehr bedient, nachdem meine Herrin mir zu verstehen gegeben hatte, dass wir den Heimweg antreten. Da mit einer Beschwerde des Kriegers zu rechnen gewesen war oder sogar Schlimmerem, hatte ich sie darüber natürlich noch am gleichen Abend informiert, aber ihre vollste Zustimmung für mein Verhalten bekommen. Meine Herrin machte mir deutlich, dass ich immer noch ihr Eigentum bin und ihre Wünsche für mich daher oberste Priorität besitzen… nicht die eines anderen Freien, egal wie ärgerlich es für den auch sein mag. Insofern schwante mir an diesem Tag eigentlich nichts Unangenehmes, denn die schlechte Laune des Herrn war wohl inzwischen verraucht… dachte ich jedenfalls.

Für eine wohlerzogene Sklavin wie ich es ja nun mal bin, gebot es die Höflichkeit natürlich, mich dem Rarius zum Grüßen etwas zu nähern, sodass ich dabei ganz zufällig feststellte, dass auf dem Tisch vor dem Krieger ein gewaltiger roter Stoffberg lag. Dieser Berg Rot war es also gewesen, der ursprünglich meine Blicke in seine Richtung gelenkt hatte und sich nun als sehr feines, nagelneues Kleid entpuppte! Hinter diesem Kleid entdeckte ich jedoch noch mehr Rotes, nämlich das glühende Gesicht der Bäckerin, die auf mich irgendwie den Eindruck machte, als würde sie sich am liebsten hinter dem roten Kleid verstecken. Oha, mir wurde selbstverständlich sofort klar, dass ich zur falschen Zeit aufgetaucht oder womöglich mal wieder in ein Fettnäpfchen getreten war. Meine Veranlagung dazu ist ja leider sogar dem Hauptmann schon aufgefallen. Da ich zwar unbeabsichtigt, aber mit meiner Höflichkeit trotzdem offensichtlich die Zweisamkeit der beiden Herrschaften gestört hatte, unternahm ich selbstverständlich sofort Anstalten, mich schnell wieder zu verdünnisieren, um nicht noch mehr zu stören. 

Allerdings hatte ich nicht mit dem guten Gedächtnis des Kriegers und seinen sich nun entfaltenden Bestrafungsgelüsten gerechnet, denn er ließ mich nicht gehen, sondern befahl mich zu sich. Er hatte tatsächlich noch nicht vergessen, dass ich vor einiger Zeit seinen Wunsch auf Bedienung ignoriert hatte und wies mich jetzt mit sehr ernstem Ton an, mich vorzubeugen. Ich zog es selbstverständlich vor, diesem Befehl umgehend nachzukommen, um die zu erwartende Strafe nicht noch zu verschlimmern. Ohne meine Herrin, die ja leider immer noch zuhause war, war ich der Willkür des Herrn schutzlos ausgeliefert. Ich beugte daher meinen Oberkörper wie gewünscht schnell vor und lag damit quasi auf dem roten Kleiderstoffberg auf dem Tisch. Es hatte übrigens fast etwas Tröstliches, sich in das Tuch krallen zu können, während der Herr mir die Tunika hochzog und mir mit harten Schlägen den nackten Po versohlte. Ich glaube, mit dem in meinen Händen zusammengeknüllten Stoff hätte ich es vielleicht sogar geschafft, keinen Muckser von mir zu geben, doch leider wurde ich sofort angeherrscht, ja nicht das neue Kleid seiner Zukünftigen zu beschädigen.

Uiihh…was hörte ich da? Zukünftige? Während die Gesichtsfarbe der Bäckerin nach dieser Eröffnung von kräftigem Rot in Dunkelrot wechselte und sich damit wahrscheinlich der Farbe meines Hinterteils anpasste, dachte ich „Schon wieder einer, der sich unter den Pantoffelhelden… ähmm… die zahlreichen Herren mit Gefährtin einreihen will!“ DAS lenkte tatsächlich enorm von meiner Bestrafung ab, denn mir ging schlagartig im wahrsten Sinne des Wortes durch den Kopf, ob mit dieser Gefährtenschaft ebenfalls Monogamie verbunden sein wird, was einer rotseidenen Kajira natürlich vollkommen quer liegt. Wobei ich mir dies bei der Veranlagung dieses Goreaners eigentlich nicht wirklich vorstellen kann, denn der Krieger stand auch nicht unter der Fuchtel seiner Kajira, als er noch eine hatte… warum sollte es nun der Pantoffel einer Gefährtin sein? Natürlich hatte ich jetzt auch eine Erklärung für die neue Frisur des Rarius, der überhaupt nicht mehr wild zerstrubbelt aussieht, sondern richtig schnieke. Tja, was tut ein Mann nicht alles für eine Gefährtin! 

Da mein Auftauchen das Tête-á-tête der beiden Zukünftigen anscheinend unterbrochen hatte, wurde ich von dem Krieger schließlich vorgeschickt, um im Gasthaus alles für ihren gemeinsamen Tee auf der Terrasse vorzubereiten… ein Wunsch, der mir übrigens sehr gut in den Kram passte, da meine Herrin inzwischen in die Stadt gelaufen war, mich in meiner misslichen Lage jedoch leider nicht bemerkt hatte. Zum Glück hatte Eo die Honigmilch für meine Herrin bereits fertig, sodass ich nur schnell alles für den Tee vorzubereiten brauchte und dann sogleich die neuesten Neuigkeiten von mir geben konnte, bevor ich platzte. Meine Informationen wurden von den anwesenden Freien übrigens sehr unterschiedlich aufgenommen, die alle davon offensichtlich noch nichts gehört hatten. Die Spekulationen über das anstehende Ereignis an sich und vor allem das Warum gingen dementsprechend ziemlich wild hin und her und drehten sich zuletzt natürlich auch um Kinder. Mir kam prompt in den Sinn, ob es sich vielleicht sogar um eine Muss-Gefährtenschaft handelt? Immerhin gelang es mir in diesem Fall einigermaßen meine Klappe zu halten, denn darüber hatte ich (noch) nichts herausbekommen… leider. ;-)


Dienstag, 21. Januar 2014

Landleben...



ist ja sooooooo anstrengend...
aber was tut eine diensteifrige Sklavin nicht alles,
um einen Landsitz auf Vorderkajira zu bringen!

Ganz viele Grüße aus dem herrlich erholsamen Dänemark!!! :-)


Freitag, 17. Januar 2014

Qual der Wahl

Die Eröffnung meiner Herrin, dass ich nur bei Schnee Stiefel tragen muss und bei dem milden Wetter weiter barfuß laufen darf, ließ mich schlussfolgern, mich auch ansonsten wieder etwas leichter bekleiden zu dürfen. Ich tauchte daher am nächsten Tag ausgiebig und tief in die Kiste mit Sklavenkleidung ab und probierte eine ganze Weile sämtliche Kombinationen durch, bis ich mich endlich entscheiden konnte, denn ich bin klamottenmäßig nicht gerade üppig ausgestattet. Es war wirklich eine ziemliche Qual! Aber ich will selbstverständlich nicht meckern. Eine Kajira muss froh sein, wenn sie überhaupt Kleidung erhält… außer sie ist lieber nackt. Zumindest meine Füße durften es wieder sein, solange noch kein Schnee gefallen oder Frost ist und hatten erstmal ausgequalmt... meine Freude war also ziemlich groß, denn es drohte nach der Rückkehr meiner Herrin nun auch keine Geflügelschere mehr.


Meine Herrin machte es sich an diesem Tag mal wieder einfach und wählte das selbe Kleid wie am Vortag, diesmal allerdings drapierte sie ihr rotes Tuch um die Schultern, das sie seit langer Zeit in Ehren hält, weil damit eine sehr schöne Erinnerung verknüpft ist. Ich konnte mir dazu natürlich mal wieder eine Bemerkung nicht verkneifen und wurde prompt ermahnt, in der Öffentlichkeit ja meine Klappe zu halten, damit niemand auf komische Ideen kommen würde. Na, das hätte sie sich sparen können. Ich weiß doch was sich gehört, jedenfalls meistens oder zumindest immer öfter. Außerdem ist meine geheime Liste inzwischen ziemlich lang geworden, sodass dadurch die Plätze meiner Favoriten ganz schön verschoben haben. Nur darüber werde ich natürlich nichts weiter verlauten lassen, denn dann wäre meine Liste ja nicht mehr geheim.

In der Stadt mussten wir uns echt durch die Menschenmassen durchschlängeln, die schon wieder den Marktplatz direkt vor der Herberge bevölkerten, um auf die Terrasse zu gelangen. Vermutlich hätte ich mir das Grüßen sparen können, denn das bekam bei dem Stimmengewirr sowieso kaum jemand mit… trotzdem gehörte sich das natürlich so. Während ich gleich weiter in die Tavernenküche flitzte, um die Honigmilch für meine Herrin zu kochen, wählte sie am Terrassentisch diesmal kein Kriegerkissen. Eine gute Entscheidung, denn kaum hatte sie sich niedergelassen, gesellte sich der zu euchzende Krieger zu ihr, indem er sich ganz ohne Gemecker gleich auf seinem Kissen niederließ. Ok, manchmal ist das auch die Unterlage für das Hinterteil des Kiegerbauern, aber der war an diesem Tag nicht in der Stadt.

Beim Bedienen des Euchzers wurde mir sofort klar, dass der Rarius schlecht auf mich zu sprechen war, denn er ignorierte mich fast, sprach nur das Nötigste mit mir, um einen Kalana zu erhalten, beachtete mich auch nicht weiter, als ich ihm dann seinen Wein servierte, ließ mich eine gefühlte Ewigkeit mit ausgestreckten Armen und gesenktem Kopf warten, bis er mir den Kelch abnahm und wedelte mich danach ohne weitere Worte einfach nur unwirsch weg, damit ich ihm nicht länger die Sicht versperrte. Mir war natürlich klar, dass er damit seinen Unmut zum Ausdruck brachte, weil ich ihn am Vorabend nicht mehr bedient hatte. Doch was sollte ich machen, meine Herrin hatte mir zuvor bereits den Wink gegeben, mit ihr nach Hause zu laufen. Tja, Pech für mich und typisch dafür, dass eine Kajira manchmal eben nur verlieren kann, denn der Wunsch meiner Herrin war für mich natürlich vorrangiger, als die Kalanagelüste eines Kriegers. Die Qual der Wahl hatte ich in diesem Fall also nicht gehabt.

Lita hatte übrigens auch Pech. Sie war nämlich immer noch bestiefelt, während ich locker und luftig barfuß vor ihr herumhüpfen konnte und meine Freude über die nackte Freiheit meiner Füße zum Ausdruck brachte. Das war aber nicht das Schlimmste. Nein, sie musste die Oberzicke aus Ar mit den scharfen Krallen bedienen und eggte damit an, der Herrin den falschen Wein serviert zu haben. Zum Glück kam sie ohne Löcher in der Kopfhaut davon. Trotzdem nutzte ich die erste Gelegenheit, um sie vor den angespitzten Fingernägeln der hochnäsigen Roten zu warnen. Dankenswerterweise hatte meine Herrin unseren Tuschelbedarf sofort erkannt, als sie noch einen Teller mit Trauben und Käsehäppchen bestellte, den wir nämlich erst innerhalb einer Ahn servieren sollten. 

Es war zwar knapp, aber ich glaube wir lagen letztendlich dann doch ziemlich gut in der Zeit und hatten wie erwartet viel zu viel Käse und Trauben auf den Teller dekoriert, sodass wir zu dritt noch ein richtiges Festessen genießen konnten, da Katy mit ihren Aufgaben fertig war und sich dazu gesellt hatte. Übrigens hat sie es mittlerweile tatsächlich gelernt, meine Herrin endlich mit „meine Herrin“ anzusprechen, wie es sich gehört. Vielleicht haben Kopfwäsche und Fristsetzung ja tatsächlich etwas gebracht?^^

Donnerstag, 16. Januar 2014

Privatkajira

Es war mal wieder Mitte der Hand und somit Waffentraining angesagt. Nur logisch also, dass es mich als Zuschauerin dort hinzog. Das Training ist ja eigentlich immer sehr gut besucht, denn die rote Kriegerkaste ist in Jorts sehr stark vertreten. Zusätzlich waren diesmal auch wieder zahlreiche Krieger aus anderen Gorstädten angereist, sodass die Wiese nach einiger Zeit nicht nur ganz schön durchgepflügt war, sondern die Herren sich schließlich sogar in zwei Gruppen aufteilten, um vor, auf und in der Festung Angriff und Verteidigung zu üben. Schade irgendwie, denn die eine Hälfte der Rarii war nicht mehr zu sehen, weil sie innerhalb der Festungsmauern Stellung bezogen hatten, während die anderen sich Deckung suchend irgendwo durchs Gebüsch schlugen und ebenfalls meinen Blicken entschwunden waren. Aber gut… das Training diente ja auch nicht der Erbauung von Kajirae, die gerne schwitzenden, mit Grashalmen und Dreck besuhlten, muskelbepackten Männern zuschauen.

Wir verzogen uns also von unserem Aussichtsplatz vor der Festung in die andere Richtung und knieten dann voller Erwartung wie die Vulos auf der Stange vor einem großen Felsbrocken, auf dem oben drauf der Kriegerbauer hockte, als ob er der Hahn unserer Vuloschar war. Nur zu sehen war leider wirklich fast nichts mehr. Auch wenn die Kajira des Baumkriegers noch für ein wenig Stimmung mit ihren Alarmrufen sorgte, trollte ich mich letztendlich dann doch in die Stadt, denn mir war inzwischen eingefallen, dass ich mich noch bei dem zu euchzenden Krieger für den köstlichen Kringel am Vortag zu bedanken hatte. Da der Herr immer sehr viel unterwegs ist, nahm ich zwar an ihn wahrscheinlich nicht anzutreffen, weder im Gasthaus noch zu Hause, doch ich hatte Glück und wurde sogar in sein Haus gebeten. Ich glaube, dass der Rarius mir seit einiger Zeit etwas zugetan ist, denn er ignorierte sogar einen bedauerlichen Versprecher von mir, den ich allerdings sofort korrigierte, weil ich ja weiß, dass er von einer Sklavin geeuchzt werden will. Vielleicht war er auch mit seinen Gedanken ein wenig abgelenkt, denn er fragte mich erneut ein wenig über die Bäckerin und ihren Minibraten namens Hugo aus, bei dessen Erwähnen ich vor kurzem ja noch angenommen hatte, Hugo sei ein Kajirus.


Da ich noch eine weitere Aufgabe erledigen musste, bat ich den Herrn alsbald darum gehen zu dürfen. Mein Verschwinden schien ihm zwar nicht so ganz in den Kram zu passen, aber er tröstete sich damit, mich später dann im Gasthaus wiederzusehen. Es hatte sich für mich nämlich immer noch keine Gelegenheit ergeben, den Shanis Herrn wie befohlen von einem Sklavenhändler aus Belnend zu grüßen. Das wollte ich nun endlich nachholen, zumal dieser besagte Sklavenhändler sowieso nicht allzu gut auf mich zu sprechen gewesen war. Er behauptete doch tatsächlich, ich würde nicht zuhören und nicht verstehen was er von mir erwartet, obwohl meine Ohren intakt und sauber sind. Ach ja, und tanzen kann ich sowieso nicht, denn ich war ja nicht in der Lage gewesen in ZWEI Ehn darzustellen was er von mir verlangte… oder waren es sogar 3 gewesen? Egal. Wie gut, dass der Herr meine Gedanken nicht lesen konnte, während ich mir ansonsten natürlich nichts zuschulden kommen ließ. Meine Herrin bezeichnete diesen Kastenkollegen übrigens als echten „Genießer“ und beschrieb damit die Situation in der Taverne eigentlich perfekt.

Ich hatte Glück und traf den Händler an diesem Tag direkt vor der Terrasse an. Nur interessierte er sich einen feuchten Kehricht für meine unverständliche Nachricht, da besagter Sklavenhändler ihn inzwischen anscheinend persönlich getroffen hatte. Danach beeilte ich mich dann in die Tavernenküche zu flitzen, um dem Neunzehenkrieger endlich seinen Tee zuzubereiten, den er bereits bei mir bestellt hatte, bevor ich mit Shanis Herrn sprach. Erfreulicherweise ging es mit der Zubereitung recht schnell, da bereits heißes Wasser vorrätig war. Wahrscheinlich hatte zuvor schon jemand auf der Terrasse einen Tee bestellt. Und so war es auch…leider war es jedoch der Neunzehenkrieger, dem ich nun einen zweiten Becher servieren wollte. Mist, ich war nach meinem Gespräch mit dem Händler durch die Außentür der Taverne gelaufen und nicht über die Terrasse, wo der Krieger mir natürlich gesagt hätte, dass sein Tee schon im Werden war. Da er zwar gerne Tee trinkt, aber keine Tee-Kur macht, musste ich das Getränk nun versuchen jemand anderem anzudrehen.

Wie schön, dass nun meine Herrin auftauchte. Mit einem Extraklecks Honig im Tee fand ich in ihr tatsächlich doch noch eine Abnehmerin für den Becher mit dem dampfenden Getränk, nachdem ich alle anderen Herrschaften am Tisch vergeblich gefragt hatte. Natürlich war jetzt auch der richtige Zeitpunkt gekommen, ihr einen Kringel anzubieten, die allerdings nun schon einen Tag älter waren. Nur logisch also, dass ich mich opferte und eines der Gebäckstücke vorkostete… natürlich systematisch. Zuerst widmete ich mich voller Hingabe dem Zuckerguss außen herum, den ich rundherum vom Kringel ablutschte, denn es wäre ja fatal, wenn eine Seite nicht schmecken würde. War aber nicht der Fall. Tja und dann ging‘s ans Eingemachte oder vielmehr um das Prüfen der Larmafüllung, die jedoch so obersuper schmeckte, dass mir dafür echt die Worte fehlten. Außerdem wurde ich abgelenkt von der Kissendiskussion zwischen dem inzwischen wie angekündigt doch noch aufgetauchten Krieger und meiner Herrin, die angeblich auf „seinem“ Kissen saß.

Doch sagt man nicht, die Klügere gibt nach? Meine Herrin wechselte jedenfalls auf ein anderes Kissen, nämlich auf das des Hauptmanns, der ja leider schon wieder auf seiner Spätwache war, während ich dem Herrn ein paar funkelnde Blicke zuwarf. Ich fand eigentlich, dass der Rarius sich durchaus auch auf ein anderes Sitzkissen hätte niederlassen können. Aber was soll’s… es ging natürlich nicht um Rechthaberei, sondern um den optimalen Blickwinkel für die wachsamen Augen eines Kriegers, der schließlich jedoch Pech hatte, sich seinen Kalana selbst holen zu müssen. Auch ich durfte nämlich ausnahmsweise mal Privatkajira sein und meiner Herrin nach Hause folgen, ohne vorher noch zu bedienen! ;-)

Mittwoch, 15. Januar 2014

Aderlass

Eine ganze Weile hatte ich am Hafen nach dem Schiff Ausschau gehalten, mit dem ich meine Herrin zurück erwartete. Leider hatte es offensichtlich Verspätung, sodass ich mich dann schließlich doch in die Stadt aufmachte, was wohl auch eine ganz gute Entscheidung gewesen war, um beim Servieren im Gasthaus zu helfen. Es sah nämlich fast so aus, als ständen die vielen Freien bereits Schlange für ein Getränk oder etwas zu Essen an. Die Sitzkissen waren kurz davor zur Mangelware zu werden, weil Ar anscheinend evakuiert worden war. Leider jedoch ohne Kajirae, sodass es wirklich reichlich zu tun gab und die arme Lita als einzige Sklavin an diesem Tag bereits mittelprächtig gestresst war. Ich konnte sie aus eigener Erfahrung wirklich gut verstehen, denn auch eine Sklavin ist nur ein Mensch und hat mal einen etwas dünnhäutigeren Tag beim Wickel. Doch da müssen wir durch. Ich versuchte sie daher ein wenig aufzumuntern und gemeinsames Leid lässt sich sowieso leichter ertragen. Zum Glück verschwanden einige Freie gerade wieder.

Tja, und dann hörte ich plötzlich eine Stimme, bei der mein Kajiraherz wild anfing zu klopfen. Sie ließ mich den Paga ziemlich schnell ohne jegliches Tamtam servieren, auch wenn ich dem gutaussehenden Bootsbauer selbstverständlich gerne noch ein bisschen schöne Augen gemacht hätte und der Hauptmann aus Ar noch gar nicht von mir begrüßt worden war. Aber auch eine Kajira muss manchmal Prioritäten setzen, insbesondere wenn ihre Herrin nach fast vier Hand nun endlich zurück ist. Wobei ich mich während ihrer Abwesenheit in der Obhut des Hauptmanns mehr als wohl und total beschützt gefühlt habe… egal wie sehr meine Füße wegen der in meinen Augen immer noch überflüssigen Stiefel qualmten und wie traurig es mich stimmte, von ihm nicht mehr Dina genannt zu werden. 


Meine Wiedersehensfreude war jedenfalls riesig und ich glaube, meiner Herrin ging es ähnlich, während ich vor ihr meine Stirn auf den Boden des Marktplatzes drückte. Als ich danach nämlich ihren Rocksaum mit meinen Armen umklammerte und zu ihr hinaufstrahlte, drückte sie lächelnd einen Kuss auf einen ihrer Finger und strich mir damit unendlich sanft über meine Lippen. Leider nur war sie vollkommen erschöpft und müde von der anstrengenden Reise, sodass sie sich früh zurückziehen musste. Aber Hauptsache, sie ist gesund zurück… alle Erzählungen würden nicht weglaufen. Dafür war am nächsten Tag immer noch Zeit genug. Außerdem war ich sowieso viel zu durcheinander für einen zusammenhängenden Bericht der wichtigsten Dinge, die in Jorts passiert waren und was ich alles erlebt hatte.

Viel Zeit darüber nachzudenken, dass ich auf dem Nachhauseweg aufpassen musste, nicht wieder ins Haus des Hauptmanns zu laufen, hatte ich jedoch nicht, denn der Baumkrieger benötigte nun meine Hilfe. Es ging schon wieder um Kinder… diesmal allerdings um die von Polly, seiner Kailla. Mir war zwar nicht klar, was meine Rolle dabei sein sollte, denn dafür war vor kurzem wohl eher das laut stöhnende, merkwürdige Balztöne ausstoßende Viech des Händlers zuständig gewesen. Der Krieger wies mich ohne weitere Erklärungen jedoch einfach an, aus der Herberge eine Schüssel mitzunehmen, korrigierte sich bei meiner Rückfrage wegen der Größe dann aber, dass eine Schale reichen würde. Trotzdem war mir immer noch nicht klar, was er von mir wollte.

Oh je, es wurde fast so schlimm wie bei den beiden Sleenangriffen, die ich nur unbeschadet überstanden hatte, weil ich zum Glück so schnell rennen kann. An Weglaufen war in diesem Fall jedoch nicht zu denken. Im Gegenteil, ich musste mich quasi direkt vor die Höhle des Ungeheuers begeben, nämlich unter sein Gebiss mit den gefährlichen Hauern. Einzig der Umstand, dass der Rarius seinem zähnefletschenden Kailla das nach mir schnappende Maul mit einigen Urts stopfte und es gleichzeitig mit einem festen Griff am Halfter hielt, rettete mir wahrscheinlich das Leben bzw. schützte mich vor hässlichen Narben. Aber ich will ehrlich sein, natürlich fühlte ich mich auch ein wenig geehrt, dass der Rarius mir diese schwierige Aufgabe zutraute.

Jedenfalls ließ ich nach reichlich Bitten, Betteln und Gemecker, allerdings ohne die von mir erhoffte Wirkung, dafür vor Angst zitternd das Biest namens Polly dann tatsächlich zur Ader, indem ich die Schale wie befohlen unter den Hautschnitt drückte, den ich dem Kailla zuvor mit einem Messer verpassen musste. Mein Trick, die Augen zu schließen während die rote Suppe langsam in die Schale lief, war vermutlich genau richtig gewesen. Denn dadurch gelang es mir, meine Angst ein wenig auszublenden und das verdächtige Rauschen in meinen Ohren in den Griff zu bekommen, damit ich bei dieser Sache nicht in Ohnmacht fiel. Ich habe also tatsächlich überlebt, zwar ein wenig weiß um die Nase und mit weichen Knien, aber immerhin! Den Baumkrieger interessierte mein Befinden natürlich kein Stück, da er es plötzlich sehr eilig hatte, mit der Schale das Haus der Ärztin anzusteuern, um das Kaillablut untersuchen zu lassen.


Am nächsten Tag schlich ich mich übrigens recht früh aus dem Haus meiner Herrin, um für sie ein paar Kajirakringel bei der Bäckerin zu erstehen, denn ich weiß ja wie gerne sie Süßes isst… genau wie mein Obhutherr. Auch wenn meine Herrin später zwar behauptete, die Anzahl der Kringel sei von mir so gewählt worden, dass für mich genug übrig blieb, fand ich die Menge eigentlich genau richtig für alle Eventualitäten, die dann allerdings doch nicht eintrafen… aber egal. Es war auch etwas schwierig gewesen die Bäckerin überhaupt aufzutreiben, doch letztendlich kam sie des Weges, gefolgt von einem Minitarsk, das sie Hugo nennt und wohl ihr ein und alles ist. Zum Glück verscherzte ich es mir nicht ganz mit der Herrin, denn sie verkaufte mir trotz einer etwas abfälligen Bemerkung über den Minibraten dann doch das Gewünschte. 

Gut im Sinne von obersuperlecker war übrigens, dass ich noch einen zusätzlichen Kringel auf Rechnung des zu euchzenden Herrn erstanden hatte, den er mir nach meinen Diensten im Alkoven der Taverne geschenkt hatte. Komischerweise muss sich dieser Kringel schon auf dem Heimweg in Luft aufgelöst haben, denn als ich zu Hause ankam war er plötzlich weg. Nur meine Finger klebten verdächtig. Aber es kam sowieso ganz anders, als ich mir vorgestellt hatte. Meine Herrin bekam als Erstes Besuch von dem netten Neunzehenkrieger. Er nimmt die Erziehung seines Neuerwerbs sehr ernst, macht sich viele Gedanken deswgen und wollte sich nun mit meiner Herrin beraten, weil sie jahrelange Erfahrungen mit der Ausbildung von Kajirae hat. Höflich und um Anstand bemüht, weigerte sich der Krieger jedoch Platz zu nehmen, sodass sich keine Gelegenheit ergab, ein Getränk oder einen Kringel anzubieten. 

Nach diesem Gespräch war es eigentlich höchste Zeit für eine Honigmilch im Gasthaus. Doch irgendwie wurde ich zur Quasselstrippe, sodass es später und später wurde, bis es schließlich zu spät war. Die Kringel blieben unangetastet, werden am nächsten Tag aber mit Sicherheit immer noch schmecken… zumindest mir. Da ich so früh wie meine Herrin noch nicht einschlafen konnte, weil mir so viel durch den Kopf ging, drehte ich noch eine kleine Runde durch die Stadt und landete schließlich vor der Festung, um dem Hauptmann und zwei weiteren Kriegern bei einem späten Training zuzuschauen. Ich tat zwar so, als ob mein Auftauchen Zufall war, aber eigentlich hatte ich nach dem Hauptmann Ausschau gehalten. 

Leider hatte die Herrin aus Ar, die mich seit ihrem Eintreffen mit ständigen Kistenschleppaufträgen triezt, die gleiche Idee gehabt. Wobei ich ihren letzten Befehl schlau gelöst hatte, indem ich einen der Hafenarbeiter ein wenig bezirzte, sodass er im Gegenzug für mich die Schlepperei der Einkäufe dieser Herrin auf ihr Zimmer übernahm. Die Dame hatte mir ja nur aufgetragen, mich um ihre Kisten zu kümmern. Der Hauptmann fand meine Erledigung dieses Auftrags ebenfalls schlau, nur die olle Oberzicke behauptete nun, sie hätte mir befohlen die Sachen persönlich zu tragen… was aber überhaupt nicht stimmte. Hach, was war der Schutz meines Obhutherrn für ein schönes Gefühl und neben ihm knien zu dürfen… leider nur so lange, bis er sein Training fortsetzte. Diese Gelegenheit nutzte die Rote nun, um mir ihre Krallen in die Kopfhaut zu drücken. Es tat wirklich ganz schön weh, auch wenn es dabei nicht zum Aderlass kam. Aber es ist mir gelungen, der Gnädigsten nicht die Genugtuung zu geben, ihr meine Pein zu zeigen, sodass sie bald den Spaß an der Quälerei verlor und wegging.

Obwohl es inzwischen spät geworden war, harrte ich noch einige Ehn aus, denn ich hatte ja den gleichen Heimweg wie der Hauptmann… nagut, zumindest ein Stück. Es war für mich übrigens ein eigenartiges Gefühl, an seinem Haus vorbei- und nicht wie in den letzten Hand hineinzulaufen, denn mein Schlafplatz ist ja nun wieder bei meiner Herrin. Trotzdem rief mich mein Obhutherr, für den ich anscheinend weiter Dita bin, noch zu sich ins Haus und duldete sogar, dass ich mich beim Gutenachtsagen kurz an ihn anschmiegte. ;-))

Sonntag, 12. Januar 2014

Kajiraschicksal

An diesem Tag gab es so viel zu tun für mich, dass ich nicht nur den Heimsteinschwur der Händlerin verpasste, sondern auch bei der danach anstehenden Feier nicht gleich zum Servieren zur Verfügung stand. Ehrlich gesagt fand ich dies nicht weiter schlimm, denn auch wenn ich ständig im Gasthaus diene, bin ich trotzdem keine Herbergs- oder Stadtkajira, sondern immer noch Privatbesitz. Außerdem nahm ich an, dass die Händlerin sich um die Organisation für ihre Feier selbst gekümmert hatte bzw. ihre Sklavin und vielleicht auch die Kajira ihres zukünftigen Gefährten damit beauftragt worden waren. 

Merkwürdigerweise sah ich jedoch keine der beiden vorgenannten Kajirae, als ich auf der Terrasse des Gasthauses eintraf. Dafür wuselte Dark fleißig mit den Getränken hin und her und hatte wie nicht anders zu erwarten alles perfekt im Griff, sodass es für mich gar nichts mehr zu tun gab, denn alle Freien waren bestens versorgt und fast guter Dinge, denn die Rarii waren etwas um den Kriegerbauern besorgt. Er war nämlich noch nicht wieder aufgetaucht, nachdem er den Heimstein in sein Versteck zurück gebracht hatte. Doch alle Sorge war zum Glück umsonst, da mir der Herr wohlbehalten entgegen kam, als ich den Hof erreichte, um nach ihm zu schauen. Er war also nicht überfallen worden und auch der kostbare Heimstein wieder in Sicherheit.

Einzig dem Rekruten mit nur einem kleinen Zeh schien eine Laus über die Leber gekrochen zu sein, da er sich etwas abwertend über Lita äußerte, weil sie noch etliche Ehn nach mir erst in der Herberge auftauchte. Was seine Bemerkung sollte entzog sich mir jedoch, denn erstens war seine eigene Kajira überhaupt nicht anwesend und zweitens wusste er nicht, welche Wäscheberge Lita an diesem Tag gewaschen hatte, wie ihre Waschfrauenfinger durchaus bewiesen, die sie dem Herrn aber natürlich nicht unter die Nase halten wollte. Da Lita während der Zeit meiner Obhut beim Hauptmann meine Erste ist, war es für mich selbstverständlich, mich um die Bedienung des nächsten Gastes zu kümmern, damit sich ihre Finger noch ein wenig entschrumpeln konnten.

Es war ausgerechnet die Herrin aus Ar zu bedienen, die zurzeit in Jorts weilt, jedoch leider keine eigene Sklavin besitzt. Bei dieser Dame bin ich wegen ihrer meist ziemlich arroganten Art stets sehr auf der Hut, denn besonders in meinem derzeitigen Zustand ohne Herrin möchte ich mit einer Freien nicht aneinandergeraten, die ständig über mich verfügt. Am Schlimmsten fand ich die Berge von Gepäck, die ich nach ihrer Ankunft auf ihr Zimmer schleppen musste… natürlich erst, nachdem die Gnädigste zusammen mit mir sämtliche zur Verfügung stehenden Räume ausgiebig inspiziert hatte.

Leider hatte sie an diesem Tag nicht nur einen Getränkewunsch, sondern wünschte schon wieder meine Gepäckdienste. Diesmal ging es um etliche Kisten, die ganz vom Hafen auf ihr Zimmer transportiert werden mussten. Der Transport sollte wegen des zerbrechlichen Inhalts besonders vorsichtig durchgeführt werden. Na klar, andernfalls wäre die Schlepperei doch auch viel zu einfach. Ich wies zwar noch darauf hin, dass es für solche Transporte am Hafen eigentlich immer Hilfsarbeiter gibt, bekam jedoch nur zu hören, sie erwarte, dass ich mich kümmere, ich hätte schon verstanden worum es ging. Ach was soll’s, ich finde schon einen Weg… Kajiraschicksal eben… alles klar, ich hatte verstanden. Solange meine Herrin oder der Hauptmann nichts anderes bestimmen, und die waren leider beide nicht anwesend, muss ich jeden Auftrag von Freien ausführen.

Wobei mir der darauffolgende Befehl eines Kriegers, ihm in den Alkoven der Taverne zu folgen, natürlich oberwillkommen war. Und zwar nicht nur wegen meiner rotseidenen Veranlagung, sondern um den langweiligen Gesprächen um die Feier einer weiteren, demnächst in Jorts anstehenden Gefährtenschaft zu entrinnen. Doch dem Herrn ging es nicht nur um meine rotseidenen Dienste. Nein, er nutzte mein inzwischen hell loderndes Sklavenfeuer aus, um mich hinzuhalten, damit ich ihm etwas erzähle, über das ich versprochen hatte Stillschweigen zu bewahren. Tja, was sollte ich tun… ich war in den Händen dieses Herrn sozusagen Butter, die im wahrsten Sinnes des Wortes kurz davor war zu zerfließen, sodass ich ihm natürlich die gewünschte Auskunft gab. Außerdem handelte es sich sowieso nur um die heimsteinfremde Herrin aus Ar. 


Ich hätte ja später zu gerne noch dem Hauptmann ein paar Fragen zu der Kistenschlepperei gestellt, als er zu vorgerückter Ahn von seiner Wache nach Hause kam. Doch leider gab es vor dem Schlafengehen keine Gelegenheit mehr, da manche Menschen einfach kein Verständnis dafür haben, dass auch ein Hauptmann mal Feierabend braucht, vor allem wenn es schon so spät ist. Naja, höflich wie er ist, konnte er natürlich nicht anders, denn selbst sein Hinweis, dass Lita und ich nackt sind, hielt die Freie nicht davon ab, ihn durch die offene Haustür weiter mit Beschlag zu belegen.

Donnerstag, 9. Januar 2014

Unverträglichkeiten

Die wilden Vulos waren immer noch vor dem Haus meiner Herrin und fühlten sich dort wahrscheinlich ganz wohl. Ab und an war zwar lautes Gegacker zu hören, aber insgesamt schien sich der Hahn mit seinem Harem ziemlich zu vertragen und die drei Hennen untereinander offensichtlich auch. Ich bin nur gespannt, ob sie bleiben werden... aber mal abwarten... hat ja auch was mit gewissen Häufchen zu tun und was meine Herrin dazu sagt. 


Da wir Mitte der Hand hatten, klangen die ganze Zeit schon von der Wiese vor der Festung die Schwerter der trainierenden Krieger herüber, sodass ich mich schließlich dorthin aufmachte und die Federviecher in Ruhe ließ. Tja, der Hauptmann war wegen seiner Spätwache leider nicht dabei und auch keine Kajira eines anderen Kriegers, sodass ich ohne Möglichkeit auf ein wenig Kajiratratsch ziemlich schnell Richtung Marktplatz trödelte. Dort würde ich genauso gut mitbekommen, wenn die nach dem Training durstigen Männer ins Gasthaus strömten und bedient werden wollten. 

Dummerweise passte ich mit meiner relativ dunklen Tunika an diesem Tag nicht so ganz ins farbliche Gesamtbild vor dem Brunnen, wo anscheinend eine Art Händlerbesprechung stattfand. Na gut, wenigstens Eo war in Rot gekleidet und das dritte Mitglied der Händlerkaste fehlte, sodass es nur drei ohne gegen zwei mit Farbe stand. Die Sprituosenhändlerin war nämlich anscheinend nirgends aufzutreiben gewesen und hatte damit bereits für jede Menge schlechte Laune beim ersten Händler gesorgt, die sich mit meiner Auskunft leider nicht besserte, denn ich hatte die Erzeugerin der Likörblähungen ebenfalls nirgendwo getroffen.

Eo hatte wie immer etwas Selbstgemachtes vom Hof dabei, das sie nun anpries. Es waren diesmal kandierte Larmafrüchte, laut Aussage der Händlerin mit beruhigender Wirkung auf schlechte Laune, sodass Shanis miesepetriger Herr sich irgendwann tatsächlich breitschlagen ließ, davon zu probieren. Oh je, ich ahnte schon, wie das nur enden konnte, hielt aber tunlichst meine Klappe und ging vorsorglich ein wenig in Deckung, hatte ich den Händler doch noch nie etwas Süßes essen sehen und nun sollte ausgerechnet eine obersüße Frucht seine sowieso schon schlechte Laune bessern? Das konnte ich mit wirklich nicht vorstellen so wie er sich sonst immer geäußert hatte und würde daher bestimmt nicht gut gehen!

Ich vermute, seine Geschmacksnerven hatten nach einer halben Kauumdrehung noch nicht mal die ganze Süße der fruchtigen Klebrigkeit erkannt, da klatschte das Teil halb angekaut schon auf die Marktplatzsteine. Die Gesichtszüge des Händlers sprachen Bände und seine miese Laune war noch mieser. Man konnte tatsächlich auf den Gedanken kommen, er hätte mit der Zuckerfrucht einen hohlen Zahn getroffen. Mit sehr eindeutigen Worten orderte er nun jedenfalls bei seiner Sklavin einen Geschmacks-Neutralisierungs-Gutelaune-Verbesserungspaga. Keine Ahnung, ob der auch gegen Zahnschmerzen helfen sollte. 


Shani beeilte sich umgehend den Befehl des Händlers zu erfüllen, nahm vorher allerdings noch schnell das Beutelchen mit den kandierten Früchten wegen der Unverträglichkeit ihres Herrn an sich und steckte sich sogleich eines davon in den Mund, denn als guterzogene, stets um das Wohl ihres Herrn bemühte Sklavin nahm sie seine Entsorgungsaufforderung selbstverständlich sehr ernst. Inzwischen war mir übrigens auch klar geworden, warum der Händler so schlecht drauf war. Ich vermutete, er hatte schlecht bis gar nicht geschlafen. 

Falls er seine Ohren nicht mit kleinen Reptuchkügelchen zugestopft hatte, war er bestimmt sehr früh geweckt worden, als das Gebalze seines verliebten Kaillahengstes um die Kaillastute des Baumkriegers losging. Die beiden Viecher waren nämlich ziemlich in Gange und gaben eigenartige Töne von sich, so als könnten sie sich überhaupt nicht leiden. Wie und ob überhaupt bei einer solchen Unverträglichkeit kleine Kaillas entstehen sollen, finde ich jedenfalls sehr spannend... habe aber auch keine Ahnung wie sich verliebte Kaillas anhören müssten. Vielleicht gehörte das ja so. Wie gut jedenfalls, dass das Haus des Hauptmanns zur anderen Seite des Marktplatzes gelegen ist.

Später auf der Terrasse stellte sich übrigens noch eine weitere Unverträglichkeit heraus... wobei mich die nicht wirklich verwunderte, auch wenn die Mische aus schwarzem Tee, reichlich Honig, einem ordentlichen Schuss selbstgebranntem Waffenreinigungsschnaps und... übrigens dreht sich mir bei der Erinnerung an die nächste Zutat fast der Magen um... einem ganzen, rohen, ekelig glibberigem Vuloei angeblich als Medizin gegen Magenverstimmung wirken sollte. Ok, wenn bezweckt werden sollte, dieses Getränk möglichst kurzfristig noch einmal rückwärts zu trinken, dann hat das Zeug gewirkt... zum Glück in einen Eimer, denn ich war ja mal wieder die einzige Kajira ohne anwesende Herrin, sodass ich mich um die Beseitigung des Eimerinhalts kümmern durfte.

Dienstag, 7. Januar 2014

Es kringelt weiter


Auch wenn ich zurzeit beim Hauptmann untergebracht bin, schaue ich natürlich ab und an im Haus meiner Herrin nach dem Rechten und kümmere mich um ihre Blumen, die dank der milden Witterung übrigens immer noch wunderschön blühen. Gestern war wieder so ein Tag, denn der Hauptmann hatte bereits seine doofe Spätwache angetreten und die beiden anderen Itas waren mit ich weiß nicht was beschäftigt, bei dem ich ihnen nicht helfen konnte. Mein Blick vor der Hauptmannshaustür Richtung Gasthaus zeigte mir sogleich, dass meine Dienste dort nicht benötigt wurden. Auf der Terrasse hatten lediglich zwei Bürger mit ihren Privatkajirae Platz genommen, waren also bestens versorgt, sodass ich mich nach rechts zum Haus meiner Herrin wandte. Als ob es eine Eingebung gewesen war, kam ich dort genau rechtzeitig an, um das Schlimmste durch eine mir bis dahin unbekannte Vulofamilie zu verhindern, bestehend aus einem Hahn und drei Hennen. 

Vielleicht waren es wilde Vulos, denn ihr Gefieder sah ganz anders aus als das der gackernden Viecher auf dem benachbarten Hof. Oder hatte sich der Brauereikrieger womöglich eine neue Art zugelegt, die er frei herumlaufen ließ? Eines der Federviecher war jedenfalls so frei es sich gerade genau vor der Tür meiner Herrin gemütlich zu machen. Auch wenn die Hinterlassenschaften dieser kleinen Vögel logischerweise nicht allzu groß sind, war natürlich trotzdem zu befürchten, dass Schmutz ins Haus getreten wird, wenn man nicht aufpasst und durch ein frisches Häufchen läuft, denn weder meine Herrin noch ihre Besucher ziehen gleich im Eingang ihre Schuhe aus.

In der Annahme sie würde dort hingehören, scheuchte die Vulohenne also Richtung Hof, konnte dort jedoch leider niemanden entdecken, sodass die Besitzverhältnisse der Viecher vorerst ungeklärt blieben. Ich legte mich daher auch nicht mehr weiter ins Zeug, um sie einzufangen. Ohne das ich ihn bemerkt hatte, denn die Federviecher waren eine Mischung aus dickköpfig und stur und wollten sich anfangs überhaupt nicht aus den Blumen meiner Herrin vertreiben lassen, war der zu euchzende Herr hinzu gekommen und grinste sich eins bei meiner Betätigung als Vuloschreck. Da er wusste, wie sehr meiner Herrin gewisse Hinterlassenschaften in ihren Blumenbeeten ein Dorn im Auge sind, konnte er sich eine anzügliche Bemerkung zu diesem Thema natürlich nicht verkneifen. Übrigens gibt es am Hafen immer noch kein Plumpsklo.

Zusätzlich äußerte er sich wie immer abfällig über meine Figur, da die weder seinem und generell auch leider nicht dem goreanischen Idealbild entspricht und es wohl auch nie tun wird… zumindest nicht bei dem ekeligen Sklavenbrei, den ich immer essen muss. Er mag ja sehr nahrhaft sein, nur kann ich das Zeug einfach nicht ausstehen und esse daher immer nur gerade das Minimum, um nicht noch dünner zu werden und durch Magenknurren aufzufallen. Insofern war es mir sehr recht, dass in diesem Moment die Bäckerin des Weges kam. Alleine bei dem Gedanken an ihre Kajirakringel, bei deren Herstellung ich am Vortag hatte helfen dürfen, lief mir schon wieder die Spucke im Mund zusammen, auch wenn ich letztendlich nur drei Viertel eines Kringels hatte ergattern können. Kein Wunder also, dass ich es nun darauf anlegte, vielleicht einen weiteren zu erstehen. 

Ich begann mit zweigleisiger Taktik sämtliche Register meiner Überredungskünste zu ziehen. Den Krieger bezirzte ich natürlich nach Strich und Faden wie eine Rotseidene, sodass mir alleine schon von meinen sich verselbständigenden Fantasien mächtig heiß wurde… meine Füße qualmen wegen der Stiefel ja sowieso immer. Trotz meiner roten Wangen achtete ich jedoch darauf, einen möglichst kühlen Kopf zu bewahren und die Herrin nicht zu brüskieren. Ich versuchte mich bei ihr einzuschmeicheln mit einer Mischung aus großzügigem Lob für ihr fantastisch leckeres Backzeugs, während ich mich gleichzeitig möglichst unauffällig um ihr Mitleid bemühte, weil ich gestern doch entgegen ihrem Wunsch gar keinen ganzen Kringel mehr abbekommen hatte. Meine Portion war zwar immer noch ein Happen mehr gewesen, als die von Lita und Sita… aber diesen Umstand vergaß ich irgendwie zu erwähnen. 

Selbstverständlich brachte ich gleichzeitig mein größtes Anliegen zum Ausdruck, denn ich wollte meinem kuchenverliebten Obhutherrn eine kleine Kajirakringelfreude bereiten, wenn er nach seiner Wache nach Hause kommt. Tja, was soll ich sagen, es funktionierte! Der zu euchzende Krieger und die Bäckerin kamen überein, mit mir dünnem, unterernährtem Mädchen nun tatsächlich zur Backstube zu müssen. Was für eine Freude, aber nicht nur für mich! Die Bäckerin war glücklich, den Hauptmann als Kunden gewonnen zu haben und packte mir nicht nur die Leckerei für ihn ein, sondern bestand gleichzeitig darauf, dass ich einen weiteren Kringel in ihrem Beisein verputzte, damit der nicht wieder im kuchengierigen Mund meines Obhutherrn verschwand.

Ich denke, auch dem Krieger sagte der Ortswechsel zu. Er verdrückte nämlich nicht nur ebenfalls einen Kajirakringel, sondern drückte bzw. sicherte mich gleichzeitig auf eine… naja… vor dem Verkaufstresen einer Bäckerei jedenfalls zumindest sehr ungewöhnliche Art, von der die Herrin allerdings nichts mitbekam. Wegen meiner etwas kurzen Körpergröße, hatte ich mich etwas auf den hohen Tresen hinaufgezogen, lag also mit in der Luft baumelnden Füßen mehr oder weniger auf dem Bauch und stützte mich etwas mit den Unterarmen ab, um einen guten Bick auf die leckeren Erzeugnisse der Bäckerin zu haben. Ich hoffe nur, es ist der Herrin nicht weiter aufgefallen, dass ich aufgrund der Fixiermethode des Herrn bei ihrer Plauderei mit dem Rarius unter leichten Konzentrationsstörungen litt und daher nicht mehr so ganz dem Gespräch folgen konnte. 

Immerhin schaffte ich dann doch noch einen zumindest fast rechtzeitigen Aufbruch und sauste mit meiner Kuchentrophäe eilig zum Haus des Hauptmanns, der bei meinem Eintreffen bereits zurück von seiner Wache war, sich über den Kajirakringel aber freute…hoffe ich jedenfalls. ;-))

Montag, 6. Januar 2014

Glückstag

An diesem Tag durften Lita und ich uns in der Bäckerei bei der Herstellung von Backwaren nützlich machen… eine Ehre, der wir nur zu gerne nachkommen wollten, sodass ich mich nach Erledigung meiner häuslichen Aufgaben sputete sie zu finden, da sie bereits irgendwo in Jorts unterwegs war, denn in der Backstube war niemand. Ich traf sie zusammen mit der Kajira des einen Rekruten vor der Festung, wo die beiden ihren Herren beim Waffentraining zuschauten. Diese perfekte Gelegenheit für ein wenig Tratsch konnte ich mir natürlich ebenfalls nicht entgehen lassen. Ich gesellte mich also dazu und erfuhr auch gleich, dass der Rekrut seiner Sklavin inzwischen den Namen Shakia gegeben hatte. Darüber war sie anscheinend nicht so wirklich glücklich, weil ihr der Name Desde wohl ziemlich ans Herz gewachsen war, was ich wegen meines zurzeit fehlenden „n“ durchaus nachvollziehen konnte. Noch unglücklicher war sie allerdings wegen ihrer neuen Kettenschwester. 

Die Neuanschaffung ihres Herrn war offensichtlich frisch von der Erde importierte Ware, die leider noch nicht mal Goreanisch sprach, sodass auch noch vollkommen unklar ist, ob er sich nicht eine 99er eingefangen hatte. Doch das hatte mich zum Glück nicht weiter zu kümmern… dachte ich jedenfalls, nur rief mich ihr Herr genau in dieser Ihn zu sich, weil er sein Training mit meinem Obhutherrn inzwischen beendet hatte. Neugierig sauste ich selbstverständlich umgehend zu den beiden Kriegern und erhielt dann von dem Rekruten den Befehl, mich um die Ausbildung seiner neuen Sklavin zu kümmern. Uff, damit hatte ich nun eigentlich nicht gerechnet. Das war eine Aufgabe, die mich komplett beanspruchen würde. Auch wenn ich es nie laut äußern würde, mir ging ein so zeitaufwändiger Unterricht einer fremden Sklavin dermaßen gegen den Strich, dass meine Gedanken sich schlagartig um Fluchtmöglichkeiten drehten. Aber was sollte ich machen? Ich weiß welche schrecklichen Strafen auf Weglaufen stehen. Eine Kajira hat Befehle von Freien zu befolgen, außer ihr Besitzer bestimmt etwas anderes. Nur meine Herrin war doch immer noch auf Reisen! 

Ich habe normalerweise kein Problem damit, einer Sklavin den einen oder anderen Tipp zu geben, nur hierbei handelte es sich um sehr viel mehr. Das kann ich aus meinen jahrelangen Erfahrungen als erstes Mädchen bei einer Sklavenhändlerin wirklich einschätzen. Wie gut, dass ich zurzeit beim Hauptmann in Obhut bin. Er machte nämlich dem Rekruten, der anscheinend noch nie eine Sklavin selber ausgebildet hatte, sofort klar, dass er als mein Obhutherr nicht ohne die Zustimmung meiner Herrin über diese Aufgabe entscheiden wollte und konnte. Als Begründung erläuterte er seinem erstaunten Untergebenen, dass meine Herrin sich aus dem Sklavenhändlergeschäft zurückgezogen hatte, um sich ausschließlich ihren Hobbies zu widmen. Und auch das Gegenargument des Kriegers, er habe bereits die Zusage meiner Herrin, seine Shakia ausbildungsmäßig ein wenig auf Vorderkajira zu bringen, ließ er nicht gelten, weil diese Zusage nur auf Shakia zutrifft und außerdem zwischen den Ausbildungsständen der beiden Mädchen Welten liegen. 


Hach, was war ich dem Hauptmann in diesem Moment dankbar, ohne ihn hätte ich diesen Befehl befolgen müssen. Leider konnte ich jedoch nicht mehr lange seine Nähe und seinen Schutz genießen, da er mich nun zur Bäckerin scheuchte. Lita musste noch etwas anderes erledigen und würde später nachkommen. Seinem Befehl kam ich selbstverständlich sofort gerne nach, denn ich weiß ja, wie sehr der Hauptmann Kuchen liebt… übrigens nicht nur er. Voller Staunen stellte ich vor der Backstube fest, dass sich dort bereits eine kleine Schlange gebildet hatte, die ausschließlich aus Kriegern bestand. Alle warteten anscheinend auf die leckeren, frischen Backerzeugnisse der Herrin, deren Herstellung mit meiner Hilfe nun in Angriff genommen werden sollte. Puhhh, leider war es nur echt warm vor dem großen Ofen! Ich fragte mich, wie die Bäckerin diese Hitze in ihren dicken Roben aushielt? Sie hatte mich zwar beim Betreten der Backstube noch ermahnt, bedeckt zu bleiben, doch konnte ich einfach nicht anders und zog dennoch meine Stiefel aus, wogegen die Herrin offensichtlich aber auch nichts einzuwenden hatte, denn sie ignorierte meine nackten Füße einfach.

Als erstes lernte ich nun, dass Sauberkeit oberstes Gebot in einer Bäckerei ist, denn ich wurde angewiesen, meine Hände und Arme sehr gründlich zu waschen. Dieser Aufforderung kam ich besonders intensiv nach, indem ich nun auch noch meinen gerade erst fertig gestrickten, in der Backstube jedoch viel zu warmen, langärmeligen Pulli auszog. Allerdings zog ich ihn mir nach mehreren abwartenden Blicken zur Bäckerin auch nicht wieder über, da mir inzwischen erste Schweißperlen auf die Stirn getreten waren. Im Gegensatz zu den vor dem Verkaufstresen wartenden Kriegern reagierte die Herrin auf meinen nackten Oberkörper jedenfalls nicht und gab mir den Befehl, den von ihr vorbereiteten Teig so lange unter Zugabe von Mehl durchzukneten, bis er nicht mehr klebte und keine Ziehfäden mehr machte, sodass ich kleine Kugeln daraus formen konnte, aus denen dann zuletzt die Kringel entstanden. Leider verbot sie mir energisch vom Teig zu naschen, was ich schweren Herzens auch nicht tat, obwohl es mir wirklich schwer fiel. Aber ich wollte es mir mit der Bäckerin natürlich nicht verderben, da ich ihre leckeren Kringel auf einer Reise nach Turmus schon mal kosten durfte.


Irgendwann zwischendurch bemerkte sie übrigens doch noch meinen nackten Oberkörper und tat freiefrauenmäßig pikiert… ich glaube, es war zu dem Zeitpunkt, als sich die Krieger über die Größe der von mir herzustellenden Kugeln unterhielten… oder meinten die etwa andere Kugeln? Egal, die Bäckerin akzeptierte letztendlich meinen Anblick und erkannte es wohl doch als durchaus praktisch an, dass ich das nicht nur auf dem Tisch, sondern auch auf mir verteilte Mehl nur abzuwaschen brauchte. Lita kam leider so spät, dass sie nur noch die Vollendung mitmachen konnte, aber gerade noch rechtzeitig, damit wir jede zwei der lecker duftenden Kajirakringel erhielten… einen für den Hauptmann und drei für uns Itas, da ich die Bäckerin noch darauf hinweisen konnte, dass Sita natürlich nicht zu kurz kommen durfte. Dummerweise vergaß ich mit diesen Kostbarkeiten in meinen Händen total, meine Stiefel wieder anzuziehen. Doch mein Obhutherr bekam das glücklicherweise nicht mit, sodass ich sie später unbeobachtet noch schnell aus der Backstube holen konnte.

Glück war auch, dass ich Lita gerade noch am Hineinbeißen hindern konnte, denn die geschenkten Kringel gehörten ja nicht uns, sondern natürlich ihrem Herrn, der inzwischen auf dem Marktplatz offensichtlich auf unsere Rückkehr mit den leckeren Backwaren lauerte. Wie befürchtet hatte er leider ein sehr einnehmendes Wesen und nahm uns sofort zwei Kringel ab. Doch auch wenn es zwischendurch so aussah, als würden wir Itas gänzlich leer ausgehen... der Hauptmann stopfte sich nämlich die erste Leckerei in den Mund, als ob er damit nur knapp sein Verhungern verhindern kann... blieben zum Schluss doch noch zwei teilweise angebissene Kajirakringel übrig, die wir uns teilen durften. Es war also ein echter Glückstag für uns und für mich sogar ganz besonders. Da zwei schlecht durch drei teilbar ist, nahmen Lita, Sita und ich je einen halben Kringel, Shani gaben wir ein viertel Gebäck ab und Ravi sollte das letzte Stückchen erhalten. Nur die war in der Taverne schwer mit ihrem Herrn beschäftigt, sodass Lita mir dieses mittlerweile ziemlich angematschte Kringelchen kurzerhand einfach in den Mund stopfte. Wohlerzogen wir ich nun mal bin, habe ich mich meiner derzeitigen Ersten natürlich nicht widersetzt! ;-))

Sonntag, 5. Januar 2014

Fasslieferung in den Norden

Welche Ehre für mich, ich durfte den Hauptmann und den Brauereikrieger begleiten! Es war das erste Mal für mich, in den Norden Gors mitgenommen zu werden. Naja, es ging meinem Obhutherrn wahrscheinlich nicht um meine Gesellschaft oder vielleicht doch ein klitzekleines bisschen? Egal, mir kam jedenfalls die Aufgabe zu, die beiden Fässer mit Ale und Paga zu rollen, weil der Brauereibesitzer ja bekanntlich Rücken hat, aber zurzeit auch keine eigene Sklavin und die Stadtkette mal wieder mit anderen Aufgaben beschäftigt war und die anderen Itas des Hauptmanns ebenfalls. Die Lieferung war für ein kleines Dorf mit einem unaussprechlichen Namen bestimmt, der sich beim Aussprechen irgendwie nach Halskrankheit anhörte… zumindest für meine ungeübte Zunge.

Die Reise verlief ruhig und ohne weitere Zwischenfälle, wenn man von der immer grüner werdenden Gesichtsfarbe meines Obhutherrn mal absah. Der Norden war übrigens ebenfalls grün, von Schnee weit und breit keine Spur und das Wetter herrlich milde. Trotzdem verzichtete ich lieber, den Hauptmann darauf hinzuweisen, wie überflüssig ich immer noch die Stiefel an meinen Füßen fand, denn diese Vorsichtsmaßnahme war selbstverständlich sein gutes Recht, um meiner Herrin nach ihrer Rückkehr keinen Schadenersatz zahlen zu müssen, falls ihr Eigentum beschädigt wäre. Kurz vor unserem Ziel standen wir plötzlich vor einem wild rauschenden Fluss, über den es zwar eine Brücke gab, die jedoch hochgeklappt war. 

Während der Brauereikrieger nun versuchte, das Getöse des Wassers zu übertönen, damit ein Nordmann auf der anderen Seite den Mechanismus zum Herablassen der Holzbohlen betätigte, war das Rauschen für den Hauptmann Anlass, sich ausgiebig in die hohen Büsche zu erleichtern und zwar nicht nur seine Blase, was für alte Männer ja durchaus normal ist... nein, der Ärmste gab auch das restliche noch im Magen befindliche Essen von sich und hatte damit wirklich mein vollstes Mitgefühl. Wobei mir leider beim Umschauen nach ihm dummerweise mitten auf der Brücke ein kleines Missgeschick passierte, denn ich strauchelte und lag schon so gut wie im Fluss, wenn mich nicht die starken Arme des Nordmannes gepackt hätten, der bereits damit angefangen hatte, die Brücke wieder hochzuziehen. Er hatte anscheinend den sich hinter der am Ufer dicht wuchernden Hecke erleichternden Hauptmann total übersehen. 

Übrigens war ich meinem Obhutherrn beim Anblick der Sklavin des Nordmanns dann doch dankbar wegen meiner Stiefel. Das Mädchen war nämlich barfuß, hatte aber so schrecklich verformte Füße, dass sie nur auf den Zehenspitzen laufen konnte. Wenn Kälte für diese Entstellungen die Ursache ist, will ich meine Stiefel wirklich ohne Murren tragen... aber darüber ließ ich lieber nichts verlauten. Am Lagerfeuer der kleinen Ansiedlung angekommen, die man kaum als Dorf bezeichnen konnte, war es mir leider nicht möglich zu verhindern, dass die Kajira mir ohne zu fragen zwei gefüllte Hörner für den Hauptmann und den Brauereikrieger in die Hand drückte... ausgerechnet mit Met, einem Getränk, dass beide nur in Notfällen zu sich nehmen. Naja, die Gastfreundschaft der Nordleute war wohl ein solcher Notfall. 


Während der clevere Brauer lediglich an dem Zeug nippte, stürzte mein stocksteif auf einem Baumstumpf hockender Obhutherr das Getränk mit Todesverachtung hinunter (man konnte fast denken, er hätte einen ehemaligen Ast seines Sitzes verschluckt und nicht den Met) und drückte mir das Horn schließlich in die Hand, damit ich es mit dem guten jortsschen Paga füllen konnte. Die beiden Fässer mit Ale und Paga aus Jorts hatte ich inzwischen nämlich zur Feuerstelle gerollt. Danach wurde das Gespräch über mögliche Handelsbeziehungen auch etwas lockerer und ich erhielt die eine oder andere Zuwendung des Hauptmanns in Form von einigen Tropfen Paga, die eigentlich den Priesterkönigen galten, ein paar Kopfnüssen, wurde aber auch mit einem Durchwuscheln meiner Haare bedacht, das mich förmlich unter der rauen Kriegerhand dahinschmelzen ließ.


Nachdem sich noch zwei weitere Nordleute zu der kleinen Runde am Feuer dazugesellt hatten, die dem am Feuer anscheinend ständig warm gehaltenen Met kräftig zusprachen, während der Hauptmann sich den Norden und das Gejarle der Sklavin auf seinen leeren Magen mit Paga schön soff, gab schließlich ein Wort das andere. Die Jarlin... keine Ahnung, ob Herrinnen im Norden so heißen... versuchte zwar noch zu vermitteln, doch so wirklich gelang es ihr nicht. Nach der etwas abfälligen Bemerkung des einen Nordmannes zum Hauptmann, ob die ihm unterstellten Krieger Nebenmänner genannt werden und dass es im Norden ganz andere Bezeichnungen gibt, nämlich Besenkehrer (oder so ähnlich, genau wie die fremd klingenden Namen konnte ich mir diese komischen Bezeichnungen nicht merken), die im Ernstfall dann von einem Highjarl, also dem nordischen Hauptmann zusammengerufen werden müssen, weil sie im Norden überall verstreut wohnen, begann er beleidigend zu werden.


Zum Glück für die Nordleute endete der Besuch des Hauptmanns an ihrem Lagerfeuer ohne Kampfhandlung, allerdings dann doch recht überstürzt. Ich war jedenfalls froh, als wir wohlbehalten zu Hause ankamen, auch wenn der Fährmann mal wieder sehr wortkarg war und wie immer zur Begrüßung unanständig rülpste. ;-)

Freitag, 3. Januar 2014

Stiefel

Der Tag fing eigenartig an und hätte für mich fast einen sehr unangenehmen Verlauf genommen. Aber der Reihe nach…

Sogar ich empfand die Außentemperatur an diesem Morgen als recht kühl und erschauerte leicht, als ich etwas frische Luft ins Haus zum Lüften hinein ließ. Auf solch spontanes Frösteln hatte ich bislang nie etwas gegeben und mir war eigentlich auch noch nie kalt gewesen. Im Gegensatz zu mir, scheinen sich andere Kajirae förmlich danach zu sehnen, sich mit irgendwelchem langen Gewedel bedecken zu dürfen, sodass sie fast wie Freie aussehen. Am schlimmsten finde ich aber, wenn Sklavinnen nach Schuhen jammern. Aber ich gebe zu, ich bin einfach am liebsten barfuß und nackt sowieso, eben kein Marzipanschwarzhaarlöckchen. 

Trotzdem entschied ich mich an diesem Tag zu einem etwas längeren Rock und einem Oberteil mit kurzen Ärmeln, auch wenn mir der Blick aus dem Fenster gezeigt hatte, dass zum Glück immer noch kein Schnee in Jorts liegt und auch die vielen Blumen noch keinen Frost bekommen hatten, sondern immer noch bunt und hübsch wie im Frühling blühten. Eigentlich gut gelaunt, machte ich mich auf die Suche nach dem Hauptmann und den beiden anderen Itas. Es war erstaunlich ruhig in der Stadt und vor allem nirgendwo ein Krieger zu sehen. Doch vor dem Spielehaus wurde ich fündig. Der Hauptmann war dort im Gespräch mit der Händlerin.

Um meinen Obhutherrn herum waren nicht nur Lita und Sita versammelt, sondern offensichtlich sämtliche Kajirae der Stadt, deren Herren alle in irgendeiner militärischen Aktion unterwegs waren, die sich später allerdings als gescheitert herausstellen sollte. Doch darüber lass ich lieber andere berichten, die mehr davon verstehen. Für mich war erst einmal vorrangig, was Lita mir mitteilte. Der Hauptmann hatte nämlich nicht nur militärische Befehle an die Krieger ausgegeben, sondern für sämtliche Itas angeordnet, dass sie ab sofort Schuhe zu tragen haben… das betraf mich leider ebenfalls, da er doch das „n“ in dem Namen, den meine Herrin mir gegeben hatte in ein „t“ verwandelt hatte und mich seit einiger Zeit Dita nennt.

In Anbetracht der etwas kühleren Temperatur als sonst, einiger immer noch sehr dünn bekleideter Kajirae und den bislang zum Glück fehlenden Nachtfrösten befürchtete ich, Lita sei vielleicht krank und legte ihr besorgt meine Hand auf die Stirn. Doch die fühlte sich kein bisschen zu heiß an und auch sonst erweckte sie nicht den Eindruck, als würde sie krank sein. War sie auch nicht, der Befehl war wirklich ernst gemeint, sodass für mich kein Weg daran vorbeiführte, die doofen dicken Stiefel aus den tiefsten Tiefen einer ganz zuunterst gestapelten Kiste im Haus meiner Herrin anzuziehen. Wahh, als ich mit den gehassten Tretern auf dem Marktplatz ankam, qualmten mir bereits die Füße.

Kein Wunder also, dass ich mir ein leises Grummeln nicht verkneifen konnte und zur Abkühlung ein paar giftige Blicke auf den Rücken des Hauptmanns abschoss, weil alle Kajirae bei meiner Rückkehr natürlich auf die grässlichen Stiefel an meinen Füßen schauten und Lita sich sogar lustig darüber machte, indem sie die Dinger als schick bezeichnete. Angeblich hatte der Hauptmann nur unser Wohl im Auge und wollte verhindern, dass unsere Zehen abfrieren, wie es vor kurzem dem Rekruten passiert ist. Menno… erstens habe ich keine Kriegerzehen und laufe auch nicht barfuß durch Schnee und Frost, denn beides gab es noch nicht in Jorts. Zum Glück hatte der Hauptmann nicht auch noch so alberne lange Strümpfe vorgeschrieben, die uns noch mehr nach gestiefelten Giannis aussehen lassen würden.

Mein Obhutherr bemerkte natürlich wie sauer ich wegen der doofen Stiefel war und machte sich lustig über mich, verstand mein Gemecker aber vollkommen falsch… ich wollte keinen Zeh mit einer Geflügelschere abgeknipst bekommen, um zu beweisen, dass ich nicht wie ein Krieger schreie, denn mein Gebrüll würde mit Sicherheit um ein Vielfaches lauter ausfallen und nach Dina klingen, auch wenn ich zurzeit Dita genannt werde. Es war mir aber sehr wichtig, ihm zu beweisen wie sehr meine Füße qualmten, sodass ich Anstalten machte, die blöden Schweißfußzüchter wieder auszuziehen. Leider verhinderte ein Knuff von Lita in meine Seite dies, was wohl auch ganz gut war, da die Geflügelschere bereits geholt wurde.


Oha, nun wurde es brenzlig, als der fies grinsende Hauptmann bösartig mit der Geflügelschere klapperte, sodass ich schlagartig zu kleiner als klein zusammenschrumpfte, während Lita und Sita mich versuchten zu decken. Menno, die beiden damit hinein zu ziehen ging ja nun gar nicht, denn ich wusste genau, was dem ersten Mädchen in einem solchen Fall passieren kann und jeder anderen Sklavin, die mitmacht ebenfalls. Ich hatte mir den Mist alleine eingebrockt und würde ihn auch alleine auslöffeln und nahm daher meinen ganzen Mut zusammen. Während die Händlerin nun eine Wette mit dem Hauptmann auf meinen Zeh abschloss, versuchte ich überzeugend zu beteuern, mich langsam an die Sauna in den Stiefeln zu gewöhnen, schmiss mich aber zusätzlich vor dem Hauptmann auf den Boden und bettelte um Verzeihung, indem ich auf seine Stiefelspitze einen klitzekleinen Kuss drückte.

Ich hätte meine Demutsbekundungen natürlich noch etwas gesteigert, wenn in diesem Moment nicht der Händler hinzugekommen wäre und es nun viel wichtiger wurde, dem Herrn einen Ring auf seinen Wurstfinger zu quetschen. Warum wieso weshalb ein Händler überhaupt Schmuck tragen sollte, den wer auch immer finanziert hatte… keine Ahnung. Für mich war nur wichtig, dass die Geflügelschere neben mir auf den Boden fiel. Der Ring endete dann in einem mittelprächtigen Gezerre an dem Händlerfinger, weil er zwar hinaufging aber nicht wieder hinunter, da er offensichtlich zu eng war. Mit welcher Methode dann Abhilfe geschaffen werden konnte, bekam ich nicht mehr mit, weil ich einen Nordmann zur Festung führen durfte, was mir durchaus lieb war, um dem Hauptmann erstmal aus den Augen zu kommen.


Später auf der Terrasse bei etwas mehr als ausgiebig Paga war mein Obhutherr dann überaus gut drauf und schien es sogar zu genießen, von Lita und mir links und rechts flankiert zu werden, denn statt der üblichen grobmotorischen Kopfnüsse wurden wir mit Streicheleinheiten bedacht… na gut, einige Male hat er natürlich auch auf unsere Schenkel gehauen. Trotzdem schien er unsere Nähe irgendwie zu mögen, denn wir durften ihm sogar den Pagakrug gemeinsam an die Lippen heben, während er seine Arme um uns legte. Wow, ein echt tolles Gefühl… so kannte ich den Hauptmann bislang noch nicht und vergaß dabei sogar fast die Sauna in meinen Stiefeln.

Total vergessen waren die schrecklichen Schuhe dann als der Rekrut eine Mundharmonika hervor zog und ein Lied zum Besten gab. Er untertrieb zwar maßlos und behauptete, er könne nicht gut spielen und alle würden sich bestimmt die Ohren zuhalten, doch dem war überhaupt nicht so…im Gegenteil. Ok, er konnte leider nur ein einziges Lied, aber als er das dann zum zweiten Mal spielte hielt mich nichts mehr auf den Knien. Ich konnte einfach nicht anders als aufzuspringen und mich anmutig zu der Musik mit erhobenen Armen und langsam wiegenden Hüften im Kreis zu drehen. Als die Stimmung schließlich immer ausgelassener wurde, kam ich nur zu gerne der Aufforderung der drei Männer nach und tanzte für sie auf dem Tisch… verschwendete dabei auch keinen Gedanken mehr daran, dass meine Füße nun noch heißer wurden. So kam es, dass ein ziemlich doof angefangener Tag wirklich toll endete… trotz in meinen Augen total überflüssiger Stiefel, die ich dann aber ausziehen durfte! ;-))

Donnerstag, 2. Januar 2014

Schmiedekajira

Ich hatte mich unbemerkt aus dem Hauptmannshaus verdrückt und war eigentlich gerade in die Tiefen der Kleiderkiste mit Tuniken abgetaucht, als ich von draußen lautes Gebrüll einer ziemlich unwirsch klingenden weiblichen Stimme hörte, gepaart mit heftigem Klopfen an der Haustür meiner Herrin. Es war eine Kajira, die sich nach meinem Öffnen mit ziemlich verbissenem Blick überaus geschäftig vor mir aufbaute, um sich bei mir… ich traute meinen Ohren kaum… für ihr Benehmen vor kurzem zu entschuldigen. Oha, alle Achtung! Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Ich gebe zu, dass ich mich über ihr überflüssiges, äußerst lächerliches Gehabe tatsächlich etwas geärgert hatte. Doch die vor einigen Jahren absolvierte R&S-Kajirazickenschule hatte mich einigermaßen abgehärtet, sodass ich solche Unwichtigkeiten inzwischen recht schnell von mir abprallen lasse und vergesse.
 
Diese Sklavin hatte mit ihrem unmöglichen Benehmen in meinen Augen Schande über ihren Herrn gebracht. Nur waren meine anfänglichen Reaktionen auf ihr Verhalten auch nicht ohne gewesen. Außerdem bin ich nicht ihre Erste, muss nicht für ihre Peinlichkeiten gerade stehen und habe ihr auch nichts vorzuschreiben. Obwohl ich dieses Mädchen bereits in die Schublade „Prinzessin… möglichst ignorieren“ geschoben hatte, freute mich über ihre Entschuldigung jetzt richtig… hoffentlich habe ich bei meiner Antwort nicht zu sehr das erste Mädchen einer Sklavenhändlerin heraushängen lassen. Aber vielleicht ist es mir ja gelungen, ihr auf freundlich-ernste Art, mit einer wohldosierten Portion Nachdruck klar zu machen, dass nicht sie ihren Herrn besitzt, sondern er sie. Eine Sklavin muss sich stets bemühen, ihrem Besitzer zu zeigen, ob sie es noch wert ist, seinen Kragen tragen zu dürfen. Ich wünsche ihrem Herrn, den ich wirklich sehr gerne mag, dass meine Worte sein Mädchen erreicht haben.
 
Beste Vorsätze hatte sie jedenfalls und sich daher ein freundschaftliches „Von-mir-gedrückt-werden“ auch verdient. Leider endete der kurze Kajira-Schnelllehrgang jedoch bereits nach wenigen Ehn mit dem lauten Gebrüll des Hauptmanns, der nach mir verlangte, damit ich in der Schmiede das Feuer anzünde. Aufgrund meiner Erfahrungen beim früheren Nachbarn meiner Herrin war mir natürlich sofort klar, meine Dienste als Schmiedekajira bedeuteten jede Menge Kohlen in die Esse zu schaufeln, die dann mit dünnen Holzspänen zum Brennen gebracht werden mussten. Da in Jorts zurzeit leider kein Schmied ansässig ist, hatte sich der Hauptmann bereit erklärt, der neuen Sklavin meines Baumkriegers die Ehre eines Brandings zu erteilen. Dafür war selbstverständlich ordentlich Glut erforderlich, damit das Eisen richtig zum Glühend gebracht wurde.
 
Durch meine gelegentlichen Aushilfsdienste in der Schmiede wusste ich auch, wie schwarz ich nach einer kurzen Zeit beim Kohleschaufeln aussehen würde und streifte daher schnell meine saubere Kleidung ab. Eine wirklich weise Entscheidung, wie mir der Baumkrieger mit seinem Ausruf „Dina, wie siehst du denn aus!“ recht bald bestätigte… und damit meinte er nicht meine Nacktheit. Nein, wie erwartet war ich inzwischen am ganzen Körper mehr oder weniger mit Kohlestaub verschmiert. Leider haftete der Dreck auf dem Schweißfilm besonders gut, der sich auf meiner nackten Haut durch die körperliche Betätigung mit der Kohleschaufel und dem anschließendem Treten des Blasebalgs gebildet hatte, denn erst durch die zusätzliche Luftzufuhr wurde das Kohlefeuer so richtig entfacht.
 
Schließlich war es dann so weit. Doch kaum schnappte sich der Hauptmann das glühende Eisen, um damit durch die Schmiede zu der am Kreuz fixierten Sklavin zu sausen und der Neuen ein schönes Kef auf ihren Oberschenkel zu brennen, wurde ich von den starken Armen des Baumkriegers gepackt, der mich an sich drückte. Ich durfte ihm als Schutzschild vor dem heißen Brandeisen dienen. Leider konnte ich diese wundervollen Arme nur nicht so richtig genießen, da wie zu erwarten fast sofort ein unangenehmer Geruch von verbranntem Fleisch in meine Nase stieg, der durch ausschließliche Mundatmung leider nicht wirklich besser wurde. Wie gut, dass ich noch genau wusste, wo der Krieger in seinem Haus die Heilsalbe wegen seiner noch nicht gezeugten Kinder aufbewahrte, die ich nun holen durfte, sodass ich dem ekeligen Geruch entwischen konnte… leider jedoch auch den Armen des Herrn.
 
 
Danach führte nun wirklich kein Weg mehr an meiner Körperwäsche vorbei. Puhh… das Wasser an der Pumpe hinter der Herberge war zwar ganz schön kalt, ließ aber meine eigentliche Hautfarbe schnell wieder zum Vorschein kommen. Trotzdem war ich froh, mir dann vor der Heilerei wieder etwas anziehen zu können. Der Hauptmann war dort inzwischen im Gespräch mit der Ärztin wegen diverser Unstimmigkeiten über irgendwelche medizinischen Notfallpakete mit oder ohne Knochensägen und Lita hatte meine saubere Kleidung mitgenommen, sodass ich nicht zurück in die Schmiede laufen musste. Ich glaube der Hintergrund für das Anliegen des Hauptmanns an die Heilerin war militärischer Art… aber von solchen Dingen habe ich keine Ahnung und werde darüber hier lieber nichts weiter von mir geben, auch wenn ich mir die Bemerkung nicht verkneifen konnte, dass ich vielleicht als Schmiedekajira und zum Kohleschaufeln geeignet bin, aber nicht um eine Knochensäge zu schwingen.
 
Nachdem sich der zweite Rekrut ebenfalls zu uns gesellt hatte, wurde das Erste Hilfe Gespräch irgendwie unwichtig für mich. Ein wenig abgelenkt durch seine Nähe verstand ich nämlich nicht, warum Sulpaga zum Desinfizieren genommen werden sollte und nicht grüner Paga. Wobei mich die Unterhaltung über Verletzungen durch Kämpfe sowieso sehr verunsicherte, um nicht zu sagen gruselte, sodass ich das Gespräch lieber nur noch mit halbem Ohr verfolgte. Wahrscheinlich ging es bei dem Sulpaga auch nicht ums Desinfizieren, sondern ums Betäuben. Immerhin bekam ich trotz des interessanten Herrn neben mir genau mit, dass Lita bei dem ganzen Hin und Her über Betten, Bezahlungen und Verbände schmunzelnd in meine Richtung schließlich mit den Lippen stumm das Wort „Männer“ formte, was ich natürlich mit entsprechendem Zwinkern quittierte.
 
Doof war nur, dass der Rekrut dieses unausgesprochene Wort ebenfalls verstanden hatte, denn er meinte doch tatsächlich dem Hauptmann nun einen Hinweis auf unsere Faxen geben zu müssen, weil der ja im Hinterkopf keine Augen hatte. Oha, nun galt es Schlimmeres zu verhindern und den Krieger auf andere Gedanken zu bringen, denn zumindest diesmal waren Lita und ich um eine Ermahnung des Hauptmanns herumgekommen. Während ich den Rarius unschuldig so anplinkerte, als könnte ich kein Wässerchen trüben, drückte ich meinen Rücken schön durch und strich mit meinen gespreizten Fingern langsam meine langen Haare zurück, damit der Herr einen guten Blick auf meine weiblichen Rundungen bekam. Gleichzeitig spreizte ich mein linkes Bein etwas ab und knickte in der Hüfte leicht ein, damit mein Tunikarock noch etwas mehr von meiner halbseitig nackten Hüfte freigab.
 
Es funktionierte, denn der Krieger verzichtete auf weiteres Petzen und hüllte sich nun grinsend in Schweigen, ließ mich dabei aber nicht aus den Augen… ein Umstand, der mir durchaus gefiel, denn ich mag nun mal Männeraugen, die gierig über meinen Sklavenkörper wandern. Allerdings benahmen Lita und ich uns jetzt natürlich auch vorbildlich. Dummerweise kam dem Herrn schließlich etwas in den Sinn, das schon wieder jede Menge Arbeit für mich bedeutete. Ich erhielt die große Ehre, eine unbeschreibliche Sauerei in der Küche seines Hauses wegmachen zu dürfen, die wirklich seinesgleichen suchte. Mir erschloss sich allerdings nicht, warum sich der Herr hatte selbst bekochen wollen, wo es im Gasthaus doch eigentlich immer etwas Leckeres zu essen gibt.
 
 
Aber egal, das Malheur mit zwei verkohlten Vuloleichen und diversen festgebratenen Resten auf dem Feuerrost war nun mal passiert. Leider kam ich an diesem Tag wegen einiger anderer Aufträge meines Obhutherrn jedoch nicht mehr dazu, die Küchenreinigung anzugehen, hatte allerdings das Einverständnis des Hauptmanns, dass Lita mir bei der Beseitigung der Sauerei helfen durfte. Doch es kam anders… der Rekrut fing mich quasi sofort ab, als ich am nächsten Tag nichtsahnend vor der Terrasse auftauchte und gab mir mit einer Kopfnuss und unmissverständlichen Worten zu verstehen, ihm umgehend zu folgen. Er war inzwischen offensichtlich reichlich angesäuert, da ich seine Küche immer noch nicht gereinigt hatte und wollte mich nun dabei sogar beaufsichtigen. Oho, mir war sofort klar, es würde mir nichts nützen, nach der Hilfe von Lita zu jammern. Ich zog es daher vor, vorerst lieber meine Klappe zu halten und kleinlaut hinter dem verärgerten Herrn herzulaufen, überlegte mir aber, wie ich seine Laune schnell bessern konnte.
 
 
Tja, was soll ich sagen… er behauptete zwar noch, dass ich ihn nicht verführen, sondern putzen sollte, doch seine lustvollen Blicke, mit denen er mich beobachtete, straften seine Worte Lügen. Kein Wunder also, dass ich mich beim Saubermachen ziemlich ins Zeug legte, denn mir war inzwischen klar, dass ich mich nicht länger drücken konnte. Leider musste ich nur das fettige festgebratene Chaos ganz alleine beseitigen, da der Herr Lita wieder wegschickte, nachdem sie wie verabredet zu meiner Freude doch noch an die Tür des Kriegers klopft hatte, um mir zu helfen. Wahrscheinlich war das Denken im Kopf des Herrn zu diesem Zeitpunkt bereits etwas eingeschränkt, denn sagt man nicht, dass das Gehirn von Männern unter bestimmten Umständen plötzlich ganz woanders sitzt? Egal, vielleicht Pech für Lita… mein Nachteil war es jedenfalls nicht… gaaaaanz im Gegenteil! ;-)))