Montag, 6. Januar 2014

Glückstag

An diesem Tag durften Lita und ich uns in der Bäckerei bei der Herstellung von Backwaren nützlich machen… eine Ehre, der wir nur zu gerne nachkommen wollten, sodass ich mich nach Erledigung meiner häuslichen Aufgaben sputete sie zu finden, da sie bereits irgendwo in Jorts unterwegs war, denn in der Backstube war niemand. Ich traf sie zusammen mit der Kajira des einen Rekruten vor der Festung, wo die beiden ihren Herren beim Waffentraining zuschauten. Diese perfekte Gelegenheit für ein wenig Tratsch konnte ich mir natürlich ebenfalls nicht entgehen lassen. Ich gesellte mich also dazu und erfuhr auch gleich, dass der Rekrut seiner Sklavin inzwischen den Namen Shakia gegeben hatte. Darüber war sie anscheinend nicht so wirklich glücklich, weil ihr der Name Desde wohl ziemlich ans Herz gewachsen war, was ich wegen meines zurzeit fehlenden „n“ durchaus nachvollziehen konnte. Noch unglücklicher war sie allerdings wegen ihrer neuen Kettenschwester. 

Die Neuanschaffung ihres Herrn war offensichtlich frisch von der Erde importierte Ware, die leider noch nicht mal Goreanisch sprach, sodass auch noch vollkommen unklar ist, ob er sich nicht eine 99er eingefangen hatte. Doch das hatte mich zum Glück nicht weiter zu kümmern… dachte ich jedenfalls, nur rief mich ihr Herr genau in dieser Ihn zu sich, weil er sein Training mit meinem Obhutherrn inzwischen beendet hatte. Neugierig sauste ich selbstverständlich umgehend zu den beiden Kriegern und erhielt dann von dem Rekruten den Befehl, mich um die Ausbildung seiner neuen Sklavin zu kümmern. Uff, damit hatte ich nun eigentlich nicht gerechnet. Das war eine Aufgabe, die mich komplett beanspruchen würde. Auch wenn ich es nie laut äußern würde, mir ging ein so zeitaufwändiger Unterricht einer fremden Sklavin dermaßen gegen den Strich, dass meine Gedanken sich schlagartig um Fluchtmöglichkeiten drehten. Aber was sollte ich machen? Ich weiß welche schrecklichen Strafen auf Weglaufen stehen. Eine Kajira hat Befehle von Freien zu befolgen, außer ihr Besitzer bestimmt etwas anderes. Nur meine Herrin war doch immer noch auf Reisen! 

Ich habe normalerweise kein Problem damit, einer Sklavin den einen oder anderen Tipp zu geben, nur hierbei handelte es sich um sehr viel mehr. Das kann ich aus meinen jahrelangen Erfahrungen als erstes Mädchen bei einer Sklavenhändlerin wirklich einschätzen. Wie gut, dass ich zurzeit beim Hauptmann in Obhut bin. Er machte nämlich dem Rekruten, der anscheinend noch nie eine Sklavin selber ausgebildet hatte, sofort klar, dass er als mein Obhutherr nicht ohne die Zustimmung meiner Herrin über diese Aufgabe entscheiden wollte und konnte. Als Begründung erläuterte er seinem erstaunten Untergebenen, dass meine Herrin sich aus dem Sklavenhändlergeschäft zurückgezogen hatte, um sich ausschließlich ihren Hobbies zu widmen. Und auch das Gegenargument des Kriegers, er habe bereits die Zusage meiner Herrin, seine Shakia ausbildungsmäßig ein wenig auf Vorderkajira zu bringen, ließ er nicht gelten, weil diese Zusage nur auf Shakia zutrifft und außerdem zwischen den Ausbildungsständen der beiden Mädchen Welten liegen. 


Hach, was war ich dem Hauptmann in diesem Moment dankbar, ohne ihn hätte ich diesen Befehl befolgen müssen. Leider konnte ich jedoch nicht mehr lange seine Nähe und seinen Schutz genießen, da er mich nun zur Bäckerin scheuchte. Lita musste noch etwas anderes erledigen und würde später nachkommen. Seinem Befehl kam ich selbstverständlich sofort gerne nach, denn ich weiß ja, wie sehr der Hauptmann Kuchen liebt… übrigens nicht nur er. Voller Staunen stellte ich vor der Backstube fest, dass sich dort bereits eine kleine Schlange gebildet hatte, die ausschließlich aus Kriegern bestand. Alle warteten anscheinend auf die leckeren, frischen Backerzeugnisse der Herrin, deren Herstellung mit meiner Hilfe nun in Angriff genommen werden sollte. Puhhh, leider war es nur echt warm vor dem großen Ofen! Ich fragte mich, wie die Bäckerin diese Hitze in ihren dicken Roben aushielt? Sie hatte mich zwar beim Betreten der Backstube noch ermahnt, bedeckt zu bleiben, doch konnte ich einfach nicht anders und zog dennoch meine Stiefel aus, wogegen die Herrin offensichtlich aber auch nichts einzuwenden hatte, denn sie ignorierte meine nackten Füße einfach.

Als erstes lernte ich nun, dass Sauberkeit oberstes Gebot in einer Bäckerei ist, denn ich wurde angewiesen, meine Hände und Arme sehr gründlich zu waschen. Dieser Aufforderung kam ich besonders intensiv nach, indem ich nun auch noch meinen gerade erst fertig gestrickten, in der Backstube jedoch viel zu warmen, langärmeligen Pulli auszog. Allerdings zog ich ihn mir nach mehreren abwartenden Blicken zur Bäckerin auch nicht wieder über, da mir inzwischen erste Schweißperlen auf die Stirn getreten waren. Im Gegensatz zu den vor dem Verkaufstresen wartenden Kriegern reagierte die Herrin auf meinen nackten Oberkörper jedenfalls nicht und gab mir den Befehl, den von ihr vorbereiteten Teig so lange unter Zugabe von Mehl durchzukneten, bis er nicht mehr klebte und keine Ziehfäden mehr machte, sodass ich kleine Kugeln daraus formen konnte, aus denen dann zuletzt die Kringel entstanden. Leider verbot sie mir energisch vom Teig zu naschen, was ich schweren Herzens auch nicht tat, obwohl es mir wirklich schwer fiel. Aber ich wollte es mir mit der Bäckerin natürlich nicht verderben, da ich ihre leckeren Kringel auf einer Reise nach Turmus schon mal kosten durfte.


Irgendwann zwischendurch bemerkte sie übrigens doch noch meinen nackten Oberkörper und tat freiefrauenmäßig pikiert… ich glaube, es war zu dem Zeitpunkt, als sich die Krieger über die Größe der von mir herzustellenden Kugeln unterhielten… oder meinten die etwa andere Kugeln? Egal, die Bäckerin akzeptierte letztendlich meinen Anblick und erkannte es wohl doch als durchaus praktisch an, dass ich das nicht nur auf dem Tisch, sondern auch auf mir verteilte Mehl nur abzuwaschen brauchte. Lita kam leider so spät, dass sie nur noch die Vollendung mitmachen konnte, aber gerade noch rechtzeitig, damit wir jede zwei der lecker duftenden Kajirakringel erhielten… einen für den Hauptmann und drei für uns Itas, da ich die Bäckerin noch darauf hinweisen konnte, dass Sita natürlich nicht zu kurz kommen durfte. Dummerweise vergaß ich mit diesen Kostbarkeiten in meinen Händen total, meine Stiefel wieder anzuziehen. Doch mein Obhutherr bekam das glücklicherweise nicht mit, sodass ich sie später unbeobachtet noch schnell aus der Backstube holen konnte.

Glück war auch, dass ich Lita gerade noch am Hineinbeißen hindern konnte, denn die geschenkten Kringel gehörten ja nicht uns, sondern natürlich ihrem Herrn, der inzwischen auf dem Marktplatz offensichtlich auf unsere Rückkehr mit den leckeren Backwaren lauerte. Wie befürchtet hatte er leider ein sehr einnehmendes Wesen und nahm uns sofort zwei Kringel ab. Doch auch wenn es zwischendurch so aussah, als würden wir Itas gänzlich leer ausgehen... der Hauptmann stopfte sich nämlich die erste Leckerei in den Mund, als ob er damit nur knapp sein Verhungern verhindern kann... blieben zum Schluss doch noch zwei teilweise angebissene Kajirakringel übrig, die wir uns teilen durften. Es war also ein echter Glückstag für uns und für mich sogar ganz besonders. Da zwei schlecht durch drei teilbar ist, nahmen Lita, Sita und ich je einen halben Kringel, Shani gaben wir ein viertel Gebäck ab und Ravi sollte das letzte Stückchen erhalten. Nur die war in der Taverne schwer mit ihrem Herrn beschäftigt, sodass Lita mir dieses mittlerweile ziemlich angematschte Kringelchen kurzerhand einfach in den Mund stopfte. Wohlerzogen wir ich nun mal bin, habe ich mich meiner derzeitigen Ersten natürlich nicht widersetzt! ;-))

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